Welche Steuern muß eine Aktiengesellschaft zahlen?
Folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Steuern die eine Aktiengesellschaft (AG) nach den Steuergesetzen zu zahlen hat. Diese lassen sich in die vier Kategorien Ertragsteuer, Substanzsteuer,
Verbrauchsteuer und Verkehrsteuer klassifizieren.
(Abbildung ist hier nicht möglich)
Die Ertragsteuern besteuern nur den Gewinn, den ein Unternehmen erwirtschaftet hat. Die Einkommensteuer zahlen natürliche Personen (Personengesellschaften, Einzelunternehmen); Körperschaftsteuer wird juristische Personen (Aktiengesellschaft (AG), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)) und Körperschaften gezahlt. Die Substanzsteuern besteuern das Roh- oder Reinvermögen. Allerdings wird heute wird nur noch die Grundsteuer erhoben. Da die Aktiengesellschaft mit eigener Rechtsfähigkeit als Marktteilnehmer auftritt, zahlt sie als Konsument von Waren auch Verbrauchsteuern. Die Verbrauchsteuern werden allerdings als Betriebsausgaben geltend gemacht. Bei den Verkehrsteuern ist vor allem die Umsatzsteuer hervorzuheben. Die Aktiengesellschaft kann die gezahlte Umsatzsteuer aus Erwerbsgeschäften auf die vereinnahmte Umsatzsteuer aus Verkäufen anrechnen, woraus sich dann eine Umsatzsteuerschuld (Zahllast) oder ein Vorsteuerüberhang ergibt. Die Kraftfahrzeugsteuer
und die Grunderwerbsteuer kann die Aktiengesellschaft als Betriebsausgabe geltend machen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Welche Steuern muß eine Aktiengesellschaft zahlen?
2. Abgrenzung der Ertragsbesteuerung einer Aktiengesellschaft gegenüber Personengesellschaften und Einzelunternehmen
3. Die Körperschaftsteuer
3.1 Ermittlung der Körperschaftsteuer
3.2 Die einzelnen Posten bei der Berechung des zu versteuernden Einkommens
3.3 Der Körperschaftsteuerstatz
3.4 Die Besteuerung von Ausschüttungen der Aktiengesellschaft
3.4.1 Das Anrechnungsverfahren
3.4.2 Das Halbeinkünfteverfahren
3.4.3 Ein Vergleich der beiden Verfahren – Gewinner und Verlierer der Neuregelung
4. Die Gewerbesteuer
4.1 Die Steuerpflicht zur Zahlung der Gewerbesteuer
4.2 Ermittlung der Gewerbesteuer
4.3 Die einzelnen Posten zur Berechnung des Steuermessbetrags
4.4 Die Zahlung der Gewerbesteuer
5. Gesamtbelastung an Ertragsteuern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerlichen Rahmenbedingungen einer Aktiengesellschaft (AG) in Deutschland unter Berücksichtigung der Unternehmenssteuerreform. Ziel ist es, die systematischen Unterschiede in der Ertragsbesteuerung zwischen Kapitalgesellschaften und anderen Rechtsformen wie Personengesellschaften oder Einzelunternehmen aufzuzeigen sowie die Auswirkungen der Übergangsphase vom Anrechnungsverfahren zum Halbeinkünfteverfahren kritisch zu analysieren.
- Kategorisierung der Steuerarten für Aktiengesellschaften
- Ermittlung des zu versteuernden Einkommens und der Körperschaftsteuer
- Vergleichende Analyse der Besteuerung von Dividenden (Anrechnungs- vs. Halbeinkünfteverfahren)
- Systematik der Gewerbesteuerfestsetzung bei Kapitalgesellschaften
- Betrachtung der steuerlichen Gesamtbelastung
Auszug aus dem Buch
3.4 Die Besteuerung von Ausschüttungen der Aktiengesellschaft
Nach dem Beschluß auf der Hauptversammlung zur Ausschüttung des Bilanzgewinns erhalten die Aktionäre die Dividenden ausbezahlt. Der ausgeschüttete Bilanzgewinn stellt für die Anteilseigner Einkommen aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG dar und verpflichtet die Aktionäre zur Besteuerung. Da der Gewinnanteil der Teilhaber bereits mit der Körperschaftsteuer versteuert wurde, wird die Dividende im Privatvermögen des Aktionärs ein zweites Mal besteuert. Um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden bietet das Steuerrecht eine Anrechnung der bereits gezahlten Steuern auf die Einkommensteuerschuld.
Beim Anrechnungsverfahren setzt der Anleger die Bruttodividende bei seiner Einkommensteuererklärung an. Dieses Verfahren ist jedoch nur bis 2001 gültig. Mit dem zukünftigen Halbeinkünfteverfahren wird ab 2002 nur noch die Hälfte des ausgeschütteten Gewinns (Bardividende) angesetzt.
Beide Verfahren werden im Folgenden dargestellt und miteinander verglichen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Welche Steuern muß eine Aktiengesellschaft zahlen?: Ein Überblick über die Klassifizierung der Steuern in Ertrag-, Substanz-, Verbrauch- und Verkehrsteuern, denen eine Aktiengesellschaft unterliegt.
2. Abgrenzung der Ertragsbesteuerung einer Aktiengesellschaft gegenüber Personengesellschaften und Einzelunternehmen: Darstellung der fundamentalen Unterschiede bei der Besteuerung aufgrund der Rechtsform als juristische Person und der damit verbundenen Doppelbesteuerung.
3. Die Körperschaftsteuer: Detaillierte Erläuterung der Steuerpflicht, der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens sowie der verschiedenen Verfahren zur Besteuerung von Ausschüttungen.
4. Die Gewerbesteuer: Erklärung der Gewerbesteuerpflicht, des Berechnungsschemas für den Steuermessbetrag und der Besonderheiten für Aktiengesellschaften im Vergleich zu anderen Unternehmen.
5. Gesamtbelastung an Ertragsteuern: Fazit zur beabsichtigten Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands durch die Unternehmenssteuerreform.
Schlüsselwörter
Aktiengesellschaft, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Ertragsteuern, Anrechnungsverfahren, Halbeinkünfteverfahren, Doppelbesteuerung, Unternehmenssteuerreform, Bardividende, Steuerbelastung, Steuerbilanz, Verdeckte Gewinnausschüttung, Einkommensteuergesetz, Kapitalertragsteuer, Steuererstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das komplexe System der Besteuerung von Aktiengesellschaften in Deutschland, insbesondere unter dem Einfluss der Unternehmenssteuerreform Anfang der 2000er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Körperschaftsteuer, der Gewerbesteuer und der steuerlichen Behandlung von Dividendenausschüttungen bei Aktionären.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Analyse der steuerlichen Belastung von Aktiengesellschaften sowie der Vergleich der Auswirkungen von Anrechnungs- und Halbeinkünfteverfahren auf die Nettodividende.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechts- und steuerwissenschaftliche Analyse, die gesetzliche Bestimmungen (KStG, GewStG, EStG) mit praktischen Rechenbeispielen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ermittlungsgrundlagen von Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den detaillierten Vergleich der Besteuerungsmodelle für Ausschüttungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Doppelbesteuerung, Halbeinkünfteverfahren und Unternehmenssteuerreform.
Was unterscheidet das Anrechnungsverfahren vom Halbeinkünfteverfahren für den Aktionär?
Beim Anrechnungsverfahren wird die Bruttodividende versteuert und die bereits entrichtete Körperschaftsteuer angerechnet, während beim Halbeinkünfteverfahren nur die Hälfte der Dividende mit dem persönlichen Steuersatz besteuert wird und keine Anrechnung der Körperschaftsteuer mehr erfolgt.
Warum wird die Gewerbesteuer bei einer AG als unproblematisch hinsichtlich der Rechtsform bezeichnet?
Im Gegensatz zur Körperschaftsteuer, bei der die Rechtsform als juristische Person eine gesonderte Behandlung erfordert, sieht das Gewerbesteuergesetz für alle Gewerbebetriebe ein weitgehend einheitliches Berechnungsschema vor.
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- Andreas Weiß (Author), 2001, Die Besteuerung der Aktiengesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1099