Klimaungunst während der "Kleinen Eiszeit". Ergebnisse klimahistorischer Forschung im Alpenraum und in Oberdeutschland.


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

45 Seiten, Note: 1


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Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung

II. Hauptteil
1.Die historische Klimatologie – eine interdisziplinäre Wissenschaft
1. 1 Entwicklung und Methodik
1.2 Datenquellen der Historischen Klimatologie im Alpenraum
2. Ergebnisse klimahistorischer Forschung
2.1 „Kleine Eiszeit“ und „Mittelalterliche Wärmeperiode“ – fragwürdige Epochisierung
2.2 Überblick über die Klimaentwicklung im Alpenraum und in Oberdeutschland im vergangenen Jahrtausend
2.3 Die „Kleine Eiszeit“ im Untersuchungsgebiet – das Konzept der Gunst- und Ungunstphasen 1500 – 1817
2.4 Die Ungunstphasen 1500 – 1817
2.5 Räumliche Gültigkeit der Ergebnisse und Ausblicke auf andere Regionen
3. Mögliche Ursachen der Klimaverschlechterungen
3.1 Gründe für Klimaschwankungen
3.2 Mögliche Ursachen für die Ungunstphasen der Neuzeit

Schluss

Literatur

Anmerkungen

I. Einleitung

Ungeachtet der zunehmenden Länge der Wettervorhersagen in Radio und Fernsehen genießen die Bürger des Westteils Europas heute eine weitgehende Unabhängigkeit gegenüber den Launen des Wetters. An der Grundsätzlichkeit dieser Tatsache ändern auch Extremereignisse wie der „Lawinenwinter 1998 / 1999“, das Hochwasser des Sommers 2002 oder die Dürre im „Jahrhundertsommer 2003“ nichts, genauso wenig wie die Wintereinbrüche, die gelegentlich Flug- und Straßenverkehr für einige Stunden lahm legen. Diese Unabhängigkeit erscheint uns so selbstverständlich, dass erst daran erinnert werden muss, wie unterschiedlich die Situation bis weit in die Neuzeit aussah: Die Menschen waren dem Wetter in einem unvergleichbar stärkeren Maße ausgesetzt als heute. Dies hatte Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, das gesamte Verkehrswesen hing bedeutend vom Wetter ab, das die wenigen Straßen leicht unbenutzbar machen konnte oder durch Stürme die Schifffahrt gefährdete. Am wichtigsten jedoch war sein Einfluss auf die Nahrungsmittelversorgung. Die überwiegende Mehrheit der Menschen der frühen Neuzeit lebte als Bauern, denen gerade genug blieb, um sich selber am Leben zu erhalten. Der Schritt von dieser Subsistenzwirtschaft mit unterentwickelten landwirtschaftlichen Produktionsformen in die Subsistenzkrise war nur ein kleiner. Oft genügte ein vergleichsweise geringer negativer Einfluss um Nahrungsknappheit, Teuerung und schlussendlich Hungersnot auszulösen. Den bedeutendsten dieser negativen Faktoren stellte das Wetter dar. Hagel etwa konnte bereits im Frühjahr die reifenden Pflanzen vernichten. Im Sommer ließen Kälte und Nässe allzu oft die Ernte mager oder gar katastrophal ausfallen. Strenge und lange Winter verkürzten die für den Ackerbau zur Verfügung stehende Vegetationsperiode, verlangten ein Aufzehren der Vorräte oder zerstörten Obstbäume.

Für Historiker ist es daher naheliegend der Frage nach zu gehen, ob und in welcher Weise Wetter Geschichte beeinflusst hat und ob eventuelle Klimaänderungen den Verlauf der Geschichte hier und da vielleicht in eine bestimmte Richtung gedrängt haben könnten. Vorraussetzung für eine Antwort ist jedoch zunächst die Rekonstruktion des Wetters und des Klimas der Vergangenheit. Dieser Aufgabe widmet sich die Historische Klimatologie. Erst mit Hilfe ihrer Erkenntnisse wird es möglich sich der Untersuchung des geschichtlichen Einflusses von Wetter und Klima zuzuwenden. Neuen Auftrieb hat die Historische Klimatologie in den letzten beiden Jahrzehnten durch die Diskussion über den menschlichen Einfluss auf das Klima durch den Treibhauseffekt bekommen. Die Erforschung der Anpassungsfähigkeit des Menschen an Klimaänderungen hat dabei an Aktualität gewonnen, genauso wie die Frage nach den natürlichen Klimaschwankungen der Vergangenheit.

Ziel der hier vorliegenden Arbeit ist es, Erkenntnisse der Historischen Klimatologie über das Klima der Vergangenheit vorzustellen. Sie ist gedacht als erste Orientierungsmöglichkeit für Historiker, welche mögliche geschichtliche Folgen von Wetter und Klima erforschen wollen. Auf Erkenntnisse über diesen Einfluss geht sie deshalb nur im Einzelfall ein.

Unter Wetter soll hier die tägliche Ausprägung der bedeutendsten Wetterfaktoren Temperatur und Niederschlag verstanden werden. Witterung ist die Summe der täglichen Wettererscheinungen, die über Wochen, Monate oder während ganzer Jahreszeiten herrschen. Klima wiederum ergibt sich aus den typischen Eigenschaften und Kontinuitäten der Witterung über Jahre, Jahrzehnte oder noch deutlich längere Zeitreihen hinweg.

Diese Arbeit beschäftigt sich stärker mit Phasen ungünstiger Witterung als mit solchen günstiger Witterung. Sie betont also das schlechte Wetter gegenüber dem guten. Der Begriff der „Klima – Ungunst“ (oder auch der „Klima- Gunst“) benennt hierbei den Menschen als Maßstab für die Einschätzung einer Phase des Klimas; dieses kann für den Menschen, sein Wirtschaften und v.a. für die Gewinnung seiner Lebensgrundlagen günstig oder eben ungünstig ausfallen. Die Begründung für die hier erfolgte Betonung des schlechten Wetters liegt in der größeren Bedeutung ungünstigen Klimas als Einflussfaktor auf menschliche Gesellschaften. Der Einfluss günstigen Klimas ist zudem deutlich weniger eindeutig und schwerer zu beweisen. Außerdem spielt ungünstiges Klima im Untersuchungszeitraum eine wichtige Rolle. Er ersetzt gleichzeitig Begriffe wie „Klimaverschlechterung“ oder „ – änderung, die auf die irrige Annahme zurückgehen, dass es ein „normales“ Klima gibt, dem gegenüber eine Änderung oder eine Verschlechterung eintritt.

Regional konzentriert sich die Arbeit auf den Alpenraum, seine nördlichen (v.a. schweizerischen und deutschen) Vorländer und Oberdeutschland. Zeitlich wurde der Schwerpunkt auf die Neuzeit von etwa 1500 bis 1820 gelegt. Gründe für diese Spezialisierung ist einerseits der fortgeschrittene und gesicherte Forschungsstand für diese Region. Andererseits ist eine geographische Einschränkung sinnvoll, da die Wettererscheinungen in verschiedenen Gebieten von einander abweichen. Gerade der Alpenraum ist zudem für die Erforschung von Klimaschwankungen von besonderer Wichtigkeit. Die zeitliche Einschränkung ist ebenfalls dem fortgeschrittenen Forschungsstand geschuldet, der für die Jahre vor 1500 deutlich unbefriedigender ist. Für die Jahre nach 1820 wiederum gilt immer weniger die bereits erwähnte Situation der Ausgesetztheit und Abhängigkeit des Menschen gegenüber Wetter und Klima, die doch Vorraussetzung für eine Beeinflussung seiner Geschichte ist. Schließlich ist der gewählte Zeitraum von besonderem Interesse, da sich sein Klima teilweise deutlich von dem der vorangehenden wie der nachfolgenden Jahre unterscheidet. Ungeachtet dieser thematischen, regionalen und zeitlichen Schwerpunktsetzung sollen auch Erkenntnisse über andere Gebiete und Zeiträume erwähnt werden. Und dann und wann soll sogar von gutem Wetter die Rede sein.

Um die Historische Klimatologie besser verstehen und einordnen zu können soll diese jedoch im ersten Teil der Arbeit kurz vorgestellt, sowie ihre wichtigsten Methoden, vor allem im für sie so bedeutenden Untersuchungsgebiet Alpenraum, knapp erklärt werden. Der zweite Teil beinhaltet schließlich die Zusammenfassung der Ergebnisse, die bei der Klimarekonstruktion erzielt worden sind. Auf Begriffe wie „Kleine Eiszeit“ und „Mittelalterliche Wärmeperiode“ wird kritisch Bezug genommen. Hierauf erfolgt zur erleichterten Übersicht eine Gliederung der Klimaentwicklung im Untersuchungsgebiet der letzten 1000 Jahre. Dabei werden verschiedene Phasen der Klima – Gunst und Klima – Ungunst sichtbar. Gemäß dem Schwerpunkt der Arbeit sollen die auffälligsten der Ungunst – Phasen benannt und näher erläutert werden. Der darauf folgende Abschnitt widmet sich der räumlichen Gültigkeit der präsentierten Ergebnisse und geht kurz auf die Erkenntnisse über die klimatische Entwicklung in anderen Räumen ein. Der dritte Teil schließlich beschäftigt sich mit den Ursachen für Klimaschwankungen auf der Erde und den daraus sich ergebenden wahrscheinlichsten Erklärungen für das Zustandekommen der Ungunst – Phasen der Neuzeit.

Hauptteil

1.Die historische Klimatologie – eine interdisziplinäre Wissenschaft

1. 1 Entwicklung und Methodik

Die Historische Klimatologie beschäftigt1 sich mit dem Klima und Wetter der Vergangenheit. Dafür muss sie Klima auch aus Zeiten vor dem Beginn der flächendeckenden Messung von Wetterdaten mit Hilfe von Instrumenten rekonstruieren. Verlauf und Ereignisse der damaligen Witterung sowie Parameter wie Temperatur und Niederschlag werden von ihr erforscht und zu Aussagen über frühere Klimaverhältnisse zusammengefasst. Als Ergebnis präsentiert sie, je nach Menge und Qualität der vorgefundenen und gewonnenen Daten, möglichst lückenlose Darstellungen von Witterungsverläufen – im Idealfall für einzelne Jahreszeiten oder sogar Monate, die Jahrhunderte zurück liegen. Mit diesen Wetterdarstellungen kann verglichen werden, wie das Klima unterschiedlicher Zeiten ausgeprägt war und wie es sich veränderte. Dies liefert zum Einen wichtige Anhaltspunkte bei der Erforschung des noch längst nicht verstandenen Klimasystems der Erde. Historiker hingegen versuchen unter Zuhilfenahme dieser Ergebnisse zu klären, wie und in welchem Maße Klima ein Faktor ist, der Einfluss auf die Geschichte menschlicher Gesellschaften genommen hat.

Für die Klimarekonstruktion werden Daten in großem Umfang benötigt. Klimahistoriker beziehen diese aus den verschiedensten Quellen. Hierbei wird zwischen direkten Daten und Proxydaten (auch „indirekte Daten“) unterschieden: Direkte Daten geben direkt Auskunft über das Wetter zum Zeitpunkt ihrer Aufzeichnung. Sie stammen aus Beschreibungen von Anomalien, Naturkatastrophen oder im Idealfall sogar täglichen Wetteraufzeichnungen oder -messungen. Proxydaten hingegen ermöglichen erst durch ihre Auswertung Rückschlüsse auf Klima und Wetter. Sie werden etwa aus Beschreibungen von Ernteterminen, Blütezeiten, Schneefallhäufigkeiten oder Vereisungsphasen von Gewässern gewonnen. Durch naturwissenschaftliche Methoden, wie der Untersuchung von Baumringreihen, fossilen Pollenfunden, Eisbohrkernen oder morphologischen Ablagerungen von Gletschern oder in Seen, werden weitere Proxydaten gesammelt. Die hierdurch nötige Zusammenarbeit von Historikern, Klimatologen, Soziologen, Geographen, Dendrologen, Glaziologen, teilweise auch von Astronomen und Kunsthistorikern macht den interdisziplinären Charakter der Historischen Klimatologie deutlich

Vorreiterrollen in der modernen Historischen Klimatologie nehmen vor allem die Arbeiten der beiden Annales – Historiker Braudel2 und Le Roy Ladurie3 sowie die von Hubert H. Lamb4 ein. Instrumentarium wie Wissensstand der Klimahistoriker konnten in den letzten zwanzig Jahren jedoch in hohem Maße erweitert und verfeinert werden. Hier sind vor allem die Arbeiten von Christian Pfister über das Klima der Schweiz in der Neuzeit hervor zu heben.5 Weitere Autoren haben die Erkenntnisse über die Witterungsgeschichte vor allem Europas entscheidend vorangebracht. Zu den auf diese Weise gut erforschten geographischen Räumen sind, neben der Schweiz, in erster Linie England,6 Deutschland,7 die Niederlande,8 Tschechien9 und Island10 zu zählen. Von der Frühen Neuzeit bis heute ermöglichen diese Werke die Beschreibung des Witterungsgangs der einzelnen Jahre, teilweise sogar von einzelnen Jahreszeiten oder Monaten. Dabei wird das Wetter nicht mehr nur rein deskriptiv in gut / schlecht oder nass / trocken eingeteilt. Vielmehr ist eine Genauigkeit erreicht worden, die eine Bezifferung der Abweichung der Wetterwerte eines Zeitraumes, etwa im Vergleich zu heute, in Grad Celsius oder Millimeter Niederschlag erlaubt. Diese genauen Daten lassen zudem Rückschlüsse über die Großwetterlagen einzelner Monate über Gesamteuropa zu. Jene können zur Rekonstruktion des Luftdrucks über dem Kontinent zu Zeiten vor der Erfindung des Barometers verwendet werden, was Fragen über eine Veränderung des Klimasystems vor allem über dem Nordatlantik beantworten kann. Verschiedene Forschungsprojekte haben hier ergiebige Arbeiten hervorgebracht.11

Ein zusammenfassendes Werk über die Klimageschichte ganz Europas für die letzten 1000 Jahre als Destillat all dieser Arbeiten steht jedoch aus. Während nämlich das Wetter der Jahre zurück bis 1500 zumindest für Mittel- und Westeuropa bereits gut rekonstruiert ist, wird der Forschungsstand für das Mittelalter mit Zunahme des zeitlichen Abstandes zu heute immer unbefriedigender. Die Quellenlage ist dürftig, die naturwissenschaftlichen Methoden werden ungenauer, ihre Schwankungsbreiten größer. Aussagen über das Klima der Jahrhunderte vor 1500 müssen daher mit einer gewissen Skepsis gehandhabt werden. Weiterhin stehen der gut erforschten Situation in Mittel- und Westeuropas große Wissenslücken über das Wetter in Süd- und Osteuropa sowie dem riesigen europäischen Teil Russlands gegenüber. Im weltweiten Vergleich ist die europäische Historische Klimatologie dennoch am weitesten vorangeschritten. Vor allem Afrika und die Südhalbkugel insgesamt sind bisher noch kaum untersucht worden. Neben den europäischen Erkenntnissen liegen in erster Line solche aus den USA und Kanada vor, weitere stammen aus China und Japan.12

1.2 Datenquellen der Historischen Klimatologie im Alpenraum

Die Alpen waren für die Entwicklung der Historischen Klimatologie von besonderer Bedeutung. Durch Beobachtung der Bewegungen der Alpengletscher im 19. Jahrhundert etwa kamen Naturforscher zu der Erkenntnis, dass auch das Klima der Gegenwart keineswegs konstant ist, sondern Schwankungen unterworfen. Da in den verschiedenen Höhenstufen des Hochgebirges kleinräumig große Klimaunterschiede auftreten und Natur wie Mensch durch die extremen Witterungsverhältnisse auf Grenzbedingungen treffen, sind Klimaänderungen dort immer besonders auffällig und dramatisch in ihrer Wirkung.

Gletscherbewegungen und die aus ihnen resultierenden Moränenablagerungen sind noch heute ein wichtiger Anzeiger für Klimaverhältnisse. Auch wenn Gletscher nicht nur auf Temperaturänderung sondern auch auf das Niederschlagsangebot reagieren, künden vorstoßende Gletscher eindeutig davon, dass ein Wechsel zu einem kälteren Klima im Gange ist. Gletscherzungen, die zurückschmelzen, wie heute fast überall auf der Welt zu verzeichnen, hingegen zeugen von einer Erwärmungsphase. Die Datierung früherer Gletschervorstöße erfolgt durch die Auswertung fossiler Hölzer aus Gletschermoränen. In diesen finden sich oft die Überreste von Bäumen, die der Gletscher bei seinem Vorstoß überfahren hat. Das Muster der Jahresringe dieser Stämme oder Strünke ermöglicht die Einordnung in bereits bekannte Jahresreihen von Wachstumsringen, so dass es den Zeitpunkt verrät, zu dem der betreffende Baum vom Eis erreicht worden ist. Ungeachtet der vielfältigen Einflüsse, die den Gletscherhaushalt bestimmen, wird so eine Grobgliederung der Klimaschwankungen der letzten 1000 Jahre sichtbar,13 mit abnehmender Genauigkeit sogar der gesamten 20 000 Jahre seit Ende der letzten Eiszeit.14

Überhaupt hat die Dendrologie in den Alpen eine große Bedeutung für die Rekonstruktion früheren Klimas. Bäume aus den Hochlagen der Alpen sind besonders geeignet, um aus der Beschaffenheit ihrer Jahresringe (v.a. Breite und Holzdichte) Rückschlüsse auf das Klima zum Zeitpunkt des Wuchses zu ziehen. In Höhenlagen um die natürliche Wachstumsgrenze von Bäumen (in den Alpen zwischen ca.1800 und 2300 m. ü. NN.) stellt die Sommertemperatur eines Jahres nämlich den entscheidenden Faktor für die Ausprägung des Holzzuwachses in den Jahresringen dar. Bei Bäumen an gemäßigten Standorten des Flachlandes hingegen ist es meist nicht möglich das Holzwachstum in ähnlicher Weise auf einen einzigen Faktor zurück zu führen.

Gletschervorstöße sind spektakuläre Ereignisse, vor allem wenn das Eis dabei in Bereiche vordringt, die zuvor noch durch Menschen als Kulturland genutzt und besiedelt wurden. Es verwundert nicht, dass sie sich in Quellen niedergeschlagen haben, wenn dabei Wasserleitungen, Kapellen oder ganze Almen unter Gletschern begraben wurden. Grosse Katastrophen stellten die Ausbrüche von Eisstauseen dar. Diese entstehen, wenn ein vorstoßender Gletscher innerhalb kürzester Zeit ein ganzes Tal absperrt, so dass er im Talgrund verlaufende Flüsse binnen weniger Monate zu Seen aufstaut. Der immense Druck der Wassermassen bringt den Eiswall jedoch zum Einstürzen. Das so plötzlich freigewordene Wasser schießt nun als Flutwelle das Tal hinunter und kann fürchterliche Verwüstungen bewirken. Vor allem im Zusammenhang mit dem Allalingletscher im Saastal in den Walliser Alpen und dem Vernagtferner in den Ötztaler Alpen sind zahlreiche Quellen mit dieser Thematik bekannt, die so eine auf das Jahr genaue Belegung der Gletscherstände ermöglichen.15

Die Ohnmacht der Menschen gegenüber den vordringenden Eismassen, die unaufhaltsam in Kulturland vorrücken, findet ihren Widerhall in den sogenannten „Blümlisalpsagen“. In ihnen wird die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Bergbauern als göttliche Strafe für das Fehlverhalten einzelner Personen dargestellt. Der wahre Kern dieser Sagen dürfte in Gletschervorstößen im 11. und 12. sowie 16. Jahrhundert zu finden sein16 – genauso wie der Ursprung von Flurnamen wie „übergossene Alm“ (am Hochkönig am Steinernen Meer / Berchtesgadener Alpen) in heute vergletschertem Gebiet.

Eine Verschlechterung des Klimas macht sich in den Alpen noch viel schneller bemerkbar als etwa in der Ebene. Ein Absinken der Schneegrenze wird, genau wie eine verzögernd einsetzende Schneeschmelze, unmittelbar Folgen für die Bevölkerung nach sich ziehen. So verringert sich etwa die Tragfähigkeit von Almen. Weniger oder im Extremfall gar keine Kühe mehr können zur Sommerweide hinaufgetrieben werden. So sind etwa aus dem Saaser Tal (Wallis) Urkunden bekannt, in denen geregelt wird, wie viele Kühe die Gemeindemitglieder auf Alpfahrt schicken dürfen. Sich verschlechternde Umweltbedingungen werden so in den schwankenden Zahlen der Kühe, die für eine Alm als tragbar angesehen werden, dokumentiert.17 Eine wertvolle Datenquelle ergibt sich auch aus Berichten von sommerlichen Schneefällen. Oft wird in ihnen erwähnt, in welchem Monat bis zu welchem noch heute identifizierbaren Punkt eine Schneedecke gefallen war, was Rückschlüsse über die Temperaturen, die zu dem jeweiligen Wintereinbruch geführt haben müssen, zulässt.

Bedeutsam für die Rekonstruktion der Wintertemperaturen im Bereich der Alpen und ihrer Vorländer sind Quellen über das winterliche Zufrieren der Alpenrandseen. In milden Wintern werden, wenn überhaupt, allein flache Seen wie der Untersee, ein Arm des Bodensees, eine Eisdecke entwickeln. Nur in sehr strengen Wintern frieren auch die großen Seen (Bodensee, Zürichsee) zu, der sehr tiefe Thunersee wiederum nur in den allerkältesten.18

Weniger Aussagekraft über die Klimaverhältnisse der Vergangenheit besitzen Berichte über die Verödung von Passübergängen in den Alpen.19 Oft wird das Bild eines Übergangs gezeichnet, der infolge des Anwachsens von Gletschern nicht mehr zu benutzen gewesen sei. Meist handelt es sich dabei um reine lokale Legenden, wie sie etwa über früher angeblich eisfreie Pässe ins Wallis über die stark vergletscherten Berner Alpen existieren. Hier spricht das Vorhandensein wesentlich bequemerer Alternativrouten bei eher geringem Umweg dagegen, dass es sich dabei wirklich um bedeutende Übergänge gehandelt haben kann. Im Übrigen sind genug Beispiele von vergletscherten Pässen bekannt, die ungeachtet ihrer Eisbedeckung Bedeutung als lokale Bergwege besaßen und noch immer besitzen (etwa: im oberen Ötztal das Tiesenjoch -Fundort des „Ötzi“-, sowie Hochjoch und Niederjoch; im südlichen Wallis Theodulpass und Monte Moro Pass). In den meisten Fällen ist das Verfallen einzelner Passrouten auf die Eröffnung attraktiverer anderer Wege oder ein Umschwenken des Verkehrs aus ökonomischen oder politischen Gründen zurückzuführen. Ähnliches gilt für die Aufgabe von Weinbergen weit oben in den Bergen, die eher von den besseren Verkaufschancen der Winzer des Vorlandes künden, als von einer Klimaänderung.

2. Ergebnisse klimahistorischer Forschung

2.1 „Kleine Eiszeit“ und „Mittelalterliche Wärmeperiode“ – fragwürdige Epochisierung

Historiker neigen zur Gliederung ganzer Zeitabschnitte unter möglichst umfassende und gleichzeitig plakative Überschriften. Sie tun dies in der Hoffnung so Ordnung in die Wirrnisse der Ereignisgeschichte zu bekommen und ihre Interpretationen in die Zeitläufte einordnen zu können. Das Resultat ist die Postulierung von verschiedenen Ären, Perioden, „langen“, „kurzen“, „goldenen“, „ehernen“ oder sonst wie gefärbten oder beschaffenen Jahrhunderten oder Zeitaltern. Diese Epochisierung, so hilfreich sie oft sein mag, birgt nicht selten Probleme. Anfang und Ende werden mit Daten scharf gezeichnet, wo fließende Übergänge tatsächlich viel eher anzutreffen sind. In die Form einer fest benannten Periode gegossen verschwinden allzu oft die gegenteiligen Entwicklungen und kleinen Ausschläge, die, wie man annehmen kann, doch stets die Wirklichkeit bilden, und nicht der glattgebügelte Durchschnitt, der umso weniger aussagt, je mehr Jahre er veranschaulichen soll. Schließlich ist der gewählte Begriff zwar oft eindringlich und schmissig formuliert, weckt dafür aber unzutreffende Assoziationen und Erwartungen.

Es verwundert nicht, dass dieser Brauch der Zunft auch in der Historischen Klimatologie anzutreffen ist. So führt die in vielen älteren Werken (in besonderem Maße von Hubert H. Lamb) vertretene Periodisierung des Klimas ein zähes Eigenleben – und wird nicht selten unhinterfragt und unkritisch wiederholt. Sie sieht die ca. 1200 Jahre vor dem Klima des 20. Jahrhunderts in die milde „Mittelalterliche Wärme – Periode“ (MWP) und die neuzeitliche Klimaverschlechterung der „Kleinen Eiszeit“ gegliedert.

Vor allem der Begriff der „Kleinen Eiszeit“ oder „Little Ice Age“ (LIA) konnte sich im wissenschaftlichen wie populären Bereich etablieren. Um ihn jedoch richtig einordnen zu können, ist es notwendig sich zu vergegenwärtigen, dass er aus der Glaziologie entlehnt ist, wo er 1939 von J. Matthes eingeführt worden war.20 Dort bezeichnet er eine weltweit nachgewiesene Phase verstärkten Gletscherwachstums zwischen ca. 1300 und 1900, nach und vor jeweiligen Phasen der Stagnation oder des Rückzuges. Der Begriff erscheint auch in diesem Zusammenhang selbst mit dem Zusatz „klein“ vor Eiszeit als stark übertrieben (weswegen erfolglos versucht wurde ihn durch die Bezeichnung „Fernaustadium“ – benannt nach einem Ort in den Stubaier Alpen mit typischen Gletschermoränen aus diesem Zeitraum – zu ersetzen) aber nichtsdestotrotz als akzeptabel: Das Vorstoßen der Gletscher in diesem Zeitraum bezeugt schließlich für deren Wachstum günstige, also kalte, Bedingungen. Die Verwendung des Begriffs der „Kleinen Eiszeit“ für die zusammenfassende Beschreibung der Witterungsverhältnisse der einzelnen Jahre dieses Zeitraums bleibt jedoch problematisch. Er berücksichtigt nicht die starken räumlichen und zeitlichen Unterschiede, welche das Verhalten der Gletscher weltweit aber etwa auch innerhalb von Europa zeigt. Weiter ist nirgendwo eine ständig andauernde Phase der Kälte auffindbar. Im Gegenteil, viele nachgewiesenermaßen milde Jahre, die teilweise auch aneinandergereiht auftreten, widersprechen diesem Konzept.

Der Begriff „Kleine Eiszeit“ hat sich trotz all dieser Einwände erhalten, da er eingeführt, hochplakativ und in Bezug auf das Gletscherwachstum zwar überzogen aber annehmbar ist. Er wird allerdings oft zähneknirschend verwendet, meist mit dem Hinweis auf die dargelegten Schwächen. Sichtbarstes Zeichen hierfür: Die Schreibweise in Anführungszeichen hat sich mittlerweile durchgesetzt. Die „Kleine Eiszeit“ kann demnach für Europa und Teile der Nordhalbkugel als Abkühlungsphase mit vorgerückten Gletscherständen definiert werden, die sich, mit deutlichen regionalen Unterschieden, etwa von der Zeit des Spätmittelalters bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erstreckt und immer wieder von kürzeren wärmeren Phasen und Gletscherrückzügen unterbrochen ist. Historiker, die dem Einfluss des Klimas auf die Geschichte auf die Spur kommen wollen werden also nicht umhin kommen etwas genauer hin zu schauen.

Noch diffuser als die „Kleine Eiszeit“ erscheint die sogenannte „Mittelalterliche Wärmeperiode“. Vor allem Lamb sah das Mittelalter durch eine lange Phase milden Klimas gekennzeichnet. So hätte die herrschende Wärme unter anderem die Besiedlung Grönlands durch die Wikinger und deren Fahrten nach Nordamerika ermöglicht.21 Seine Ergebnisse mussten allerdings teilweise revidiert werden, da quellenkritische Nachforschungen viele seiner Belege als unzureichend oder unglaubwürdig einstuften.22 In diesem Zusammenhang muss überhaupt angemerkt werden, dass die Zahl der mittelalterlichen Quellen, aus denen Daten über das Wetter gewonnen werden können, für viele Zeitabschnitten unzureichend ist. So sind zum Beispiel nach Glaser nur für ca. 35 % der Jahre zwischen 1000 und 1099 Informationen über das Wetter in Mitteleuropa bekannt – und für die Jahre davor entsprechend noch weniger.23 Die Erkenntnisse der Forschung sind daher in so hohem Maße lückenhaft und widersprüchlich, dass ein beteiligter Wissenschaftler zu der ernüchterten Feststellung kommt, alles was man über die „Mittelalterliche Wärmeperiode“ sicher sagen könne, sei dass sie keine „Kleine Eiszeit“ gewesen sei.24

2.2 Überblick über die Klimaentwicklung im Alpenraum und in Oberdeutschland im vergangenen Jahrtausend

Trotz der eben geschilderten Schwierigkeiten soll in diesem Abschnitt der Versuch gemacht werden, die Entwicklung des Klimas in den Jahren 800 bis 2000 in einem Überblick zusammenzufassen. Dies um die Einordnung der folgenden genaueren Schilderungen zu erleichtern, in denen die auffälligsten Ereignisse der „Kleinen Eiszeit“ detailliert dargestellt werden sollen.

800 – 1300 n. Chr.:

Wie dargelegt lassen sich für die Behauptung von einer „Mittelalterlichen Wärmeperiode“ kaum Beweise finden. Durch den Blick auf das Verhalten der Alpengletscher im Mittelalter kann man zumindest in den Alpen das Klima für 800 - 1300 in sehr groben Zügen gliedern.25 Demnach herrschten hier in den Jahren von ca. 800 bis 900 Verhältnisse, die einen starken Gletschervorstoß zur Folge hatten. Ab 900 dürfte dieser von einer Rückzugsphase abgelöst worden sein, die bis ca. 1250 oder 1300 andauerte, und vom ersten massiven, der „Kleinen Eiszeit“ zugerechneten Vorstoß beendet wurde. Diese für Gletscherwachstum ungünstige, also milde, Phase wurde allerdings von einem Vorstoß von etwa 1050 bis 1150 unterbrochen. Für einen Teil dieser Zeit (1090 – 1179) werden die Winter als ebenso kalt wie in der „Kleinen Eiszeit“ charakterisiert. Von den Wintern 974 / 75 und 1076 /77 ist bekannt, dass sie mit den strengsten des vergangenen Jahrtausends (wie etwa 1572 / 73 oder 1708 / 09) vergleichbar waren.26

Insgesamt sollen die Winter zwischen 900 und 1300 allerdings tatsächlich seltener so hart gewesen sein, wie in den Zeiten davor und danach. Zwischen 1180 und 1209 fielen sie nach Pfister u. a. sogar wärmer aus als in den Jahren 1901 – 1960.27 Weitere Indizien für milderes Klima sind Berichte über das Vorhandensein von Feigenbäumen im Rheintal sowie Olivenbäumen in der Poebene.28

Nach Schwarz – Zanetti (1998) waren allerdings bereits die Winter des 12. Jahrhunderts wieder kälter ausgeprägt.29 Pfister u. a (1998) erkennen einen schnellen Wechsel in der Schweiz hin zu den tieferen Temperaturen der „Kleinen Eiszeit“.30 In den Sommermonaten hingegen scheint sich der Wärmerückgang langsamer vollzogen zu haben.31 Eine echte „Mittelalterliche Wärmeperiode“ ist demnach nicht erkennbar, sieht man vielleicht von der kurzen vermutlich warmen Phase ca. 1150 bis 1210 ab. Die Einschätzung des Mittelalters als Wärmeperiode scheint demnach teilweise darauf zurückzuführen sein, dass es wiederholte milde Phasen erlebte, die gelegentlich an die Temperaturen unserer Tage heranreichte.32 Vor allem resultiert sie jedoch wohl aus den höheren Temperaturen gegenüber der „Kleinen Eiszeit“.

1300 – 1500 n. Chr.:

Der Beginn der Abkühlungsphase „Kleine Eiszeit“ im Untersuchungsgebiet wird durch die Gletschervorstöße in den Alpen ab 1250 –1300 markiert.33 An dieser Stelle soll noch einmal betont werden, dass die „Kleine Eiszeit“ keineswegs eine Jahrhunderte andauernde Kälteperiode war. So folgt dem genannten Gletscherwachstum nach einer Phase besonderer Kälte von 1359 –1370 ein Rückgang der Gletscher und schließlich ein Stagnieren in allerdings vorgerückten Positionen, von 1382 – 1385 eine kurze Warmphase.34 Überhaupt ist der einzige Grundzug des Klimas bis etwa 1500 seine starke Wechselhaftigkeit. Deswegen wird diese Zeit gelegentlich eine „Übergangsphase“ hin zum Klima der „Kleinen Eiszeit“ genannt, in der ein langfristiger Trend zu tieferen Temperaturen sichtbar wird.35

Das 16. Jahrhundert:

Auch für das 16. Jahrhundert ist eine Gesamtcharakterisierung schwierig. Es begann mit einer Phase mit kalten Wintern und feuchten und kühlen Sommern bis 1525. Hierauf folgte eine längere Phase mit milderem und trockenerem Klima. In den Alpen schmolzen die Gletscher auf einen Stand zurück, der knapp unter dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelegen haben dürfte. Als eines der denkwürdigsten Ereignisse der europäischen Witterungsgeschichte überhaupt ist der „Jahrtausendsommer“ von 1540 einzustufen. Wichtig jedoch: „Auch in dieser ´ kleinen Warmzeit `- das ist für das Verständnis natürlicher Klimaprozesse entscheidend – schoben sich zwischen die warmen dann und wann sehr kalte Jahre ein (zum Beispiel 1542).“ 36 Das letzte Drittel des Jahrhunderts erlebte einen dramatischen Kälteeinbruch bei sehr hohem Niederschlag. Diese vor allem in den neunziger Jahren extrem ausfallende Klimaverschlechterung ist eines der klimatischen Hauptereignisse der „Kleinen Eiszeit“. Das massive Anwachsen der Gletscher stellt einen der zwei mit Abstand größten Vorstöße in der Neuzeit dar. Auch für Mittelalter und Antike konnten keine weiter vorgerückten Stände nachgewiesen werden.

(nach; Pfister 1999a, s. S. 75; Pfister u.a. 1999b; Schwarz – Zanetti 1998)37

Das 17. Jahrhundert:

Die Klimaverschlechterung des letzten Drittels des 16. Jahrhunderts bestimmt auch das erste Drittel des folgenden 17 Jahrhunderts. Es beginnen sich allerdings in die Ketten von kalten vor allem im Winter vermehrt warme Anomalien einzureihen. Im weiteren Verlauf ab 1630 kommen beide Arten von Anomalien seltener vor. Auffällig die starke Trockenheit bei im Vergleich zu 1901 – 1960 kühleren Temperaturen. 1675 bis 1710 ereignet sich die zweite große Klimaverschlechterung der „Kleinen Eiszeit“ vor allem mit sibirischen Wintern, kalten Übergangsjahreszeiten und feuchten Sommern bei insgesamt dominierender Trockenheit.

(nach; Pfister 1999a, s. S. 75f; Luterbacher 2001)38

Das 18. Jahrhundert

Ab 1710 Erwärmung der Sommer bis 1735, deren Temperaturen danach nicht weit unter denen von 1901 – 1960 verweilten. Abgesehen von den Sommern jedoch, die dafür sehr feucht ausfielen, waren alle Jahreszeiten gegenüber der Vergleichsperiode deutlich zu kalt. Außerordentlich kalte Frühjahrsperioden um 1740.

(nach; Pfister 1999a, s. S. 76)39

Das 19. Jahrhundert:

Von 1810 bis 1820 kommt es zum dritten großen Temperatureinbruch der „Kleinen Eiszeit“, von dem vor allem die Sommer betroffen sind („Jahre ohne Sommer“). In der weiteren Entwicklung bleiben die Temperaturen auf niedrigem Niveau. Um 1855 wird der Höhepunkt eines weiteren Gletschervorstoßes erreicht, der nach dem Temperatursturz der 1810er Jahre und stark ansteigenden Niederschlägen ab 1835 eingesetzt hatte. Vor allem in den Ostalpen übertrifft er in der Ausdehnung der Eismassen sogar knapp denjenigen von um 1600. Das Jahr 1855 bildet eine wichtige klimatische Zäsur: Die folgende Phase der Erwärmung markiert das Ende des kälteren Wetters der „Kleinen Eiszeit“.

(nach; Pfister 1999a, s. S. 76f)40

Das 20. Jahrhundert:

Das zwanzigste Jahrhundert erlebte einen Temperaturanstieg, der, von wenigen kurzen Rückschlägen (z. B. um 1920 und um 1970) unterbrochen, bis heute andauert. Vor allem der Sprung in den 80er und 90er Jahren ist in seiner Schnelligkeit vorher nicht nachzuweisen. In der Schweiz beläuft sich die Wärmezunahme zwischen 1958 und 1987 auf 0,8 bis 1,4 ° C.41 Sie hat u.a. ein zunehmendes Abschmelzen der Alpengletscher zur Folge.

2.3 Die „Kleine Eiszeit“ im Untersuchungsgebiet – das Konzept der Gunst- und Ungunstphasen 1500– 1817

Für den Alpenraum – und infolgedessen das benachbarte Oberdeutschland – lässt sich die „Kleine Eiszeit“ also anhand der vorgerückten Gletscher für die Zeit von den ersten Vorstößen etwa ab 1250 bis zum Beginn des sich bis heute fortsetzenden Rückzugs um 1855 definieren. Der Witterungsverlauf in diesem Zeitraum ist wie dargelegt allerdings inhomogen. Konstanten bilden nur die im Vergleich zur Periode 1901 – 1960 (vor allem zwischen etwa 1555 und 1900) um durchschnittlich 0,4° C kälteren Frühlings- und Wintertemperaturen. Eine Aneinanderreihung kälterer Herbste hingegen ist erst ab 1755 zu beobachten. Bei den Sommern ist die „Kleine Eiszeit“ als solche nicht fassbar: Warme wie kalte Sommer wechseln einander ab.42 Insgesamt waren die Schwankungen des Klimas und die jahreszeitliche Anomalien, bei denen im Gegensatz zu heute die kalten dominierten, viel häufiger als im 20 Jahrhundert. Wichtig ist auch die Feststellung, dass Sommer oder Winter extremer (warmer wie kalter) Ausprägung nicht selten reihenartig auftraten. Innerhalb der auffälligen Reihungen kann zudem oft eine Steigerung dieser Ausprägung gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden.43

Für die Untersuchung der Wirkungen des Wetters auf die geschichtlichen Entwicklungen während der „Kleinen Eiszeit“ dürfte diese sich über Jahrhunderte erstreckende Betrachtung der „longue durée“ des damaligen Klimas jedoch wenig ergiebig sein. Wie bereits mehrfach erklärt weisen die Witterungsverhältnisse insgesamt wenige Gemeinsamkeiten auf. Die eben genannten paar Konstanten dürften sich zudem noch innerhalb des Rahmens der oft unterschätzten Fähigkeit von Agrargesellschaften zur Anpassung an klimatische Faktoren bewegen, selbst wenn diese, wie in Mitteleuropa zumindest in Teilen der „Kleinen Eiszeit“ der Fall, stets am Rande der Subsistenzkrise lebten.44

Um mögliche Auswirkungen der Klimaverschlechterung zu erkennen muss der Blick der Historiker weg von der Betrachtung der Durchschnittswerte ganzer Jahrhunderte hin zu den Details. Die Grundüberlegung ist, dass grundsätzlich anfällige Gesellschaften umso mehr von Klimaschwankungen betroffen sind, je stärker diese ausfallen, und je länger sie andauern. Je schwächer und kürzer eine auftretende Veränderung sich zeigt, umso schwieriger wird es zudem ihren Einfluss von dem anderer Faktoren abzugrenzen.

Betrachtet man die „Kleine Eiszeit“ mit dem Maßstab der „moyenne durée“ auf der Basis von Jahren und Jahrzehnten, stechen sehr wohl Phasen der Klimaverschlechterung ins Auge, die, sowohl was ihre Stärke als auch ihre Dauer anbelangt, dazu geeignet erscheinen Einfluss auf die Gesellschaft in der Frühen Neuzeit zu nehmen. Die „Kleine Eiszeit“ wird so nicht mehr als eine monolithische Periode verstanden, sondern in mehrere Phasen unterschiedlichen Klimas unterteilt.

Pfister (1994) sieht in der „Kleinen Eiszeit“ eine „langfristige Alternanz von klimatischen Gunstphasen (1525 – 1565, 1630 – 1678, 1721 – 1766) und Ungunstphasen (1566 – 1629, 1679 – 1720, 1767 – 1817)“. 45 Nach den Ergebnissen von Schwarz – Zanetti (1998) kann den Phasen von Pfister noch eine weitere Ungunstphase von ca. 1507 – 1524 hinzugefügt werden.46 Gunstphasen werden als solche im Hinblick auf die Landwirtschaft verstanden. Mildes Klima mit moderaten Niederschlägen hatte gute Ernteerträge zur Folge, was nach einigen Jahren sich auch in Bezug auf Konjunktur und demographische Entwicklung positiv auswirken konnte. In der von 1525 bis 1565 postulierten Gunstphase etwa, luden „warme Spätfrühlings- und warm – trockene Sommermonate in Verbindung mit milden Septembermonaten und kühl – trockenen Wintern ... zur Anlage neuer Weinberge und einer Aufstockung der Viehbestände ein, was über einen vermehrten Anfall von Mist eine Ausdehnung des Getreide- und Weinbaus erlaubte.“ 47 In Ungunstphasen hingegen, wie etwa der von 1566 – 1629, „veränderten sich die Klimaverhältnisse in einer für die menschliche Existenz ungünstigen Weise“.48 Die Temperaturen sanken empfindlich, Spätfröste traten immer öfter auf, die Sommer waren kühl und oft völlig verregnet, frühe Wintereinbrüche verkürzten die Vegetationsperioden, lange Winter mit sehr tiefen Temperaturen verursachten Schäden an Reben, Obstbäumen und anderen Kulturen.

Die drei von Pfister erkannten Ungunstphasen zwischen 1566 und 1817 weisen stets einen Kern von Jahren auf, in dem die Klima – Ungunst ihren Höhepunkt erreichte. Wie erwähnt ereigneten sich solche Jahre zudem oft in Reihe, wobei ein extremes Jahr dem anderen folgte. Besonders die Sommer, welche die entscheidende Rolle für das Ausfallen der Ernte spielten, waren also solche oft gar nicht mehr zu erkennen. Diese Jahre bilden zugleich die Höhepunkte der „Kleinen Eiszeit“ insgesamt. Sie dürften daher die besten Chancen bieten einen klimatischen Einfluss auf die Geschichte nachzuweisen. Deswegen sollen sie im Zusammenhang mit den Ungunstphasen, in denen sie auftraten, genauer vorgestellt werden.

2.4 Die Ungunstphasen 1500 – 1817

1.Die Ungunstphase von 1566 –1629

„Mit dem Jahr 1559 verabschiedete sich der Sommer für eine Generation.“ 49 So fasst Pfister (1999a) die erste Hälfte dieser Zeitraumes zusammen. Hitzeperioden seien immer seltener geworden, und Regen immer länger, Schnee immer häufiger gefallen. Die Sommer zwischen 1565 und 1600 fielen zusammengenommen durchschnittlich 0,6° C kälter aus als die von 1901 – 1960. Die Winter wurden zugleich nicht nur immer strenger, sondern dauerten auch immer länger an (1564 – 1573 1,3° C kälter als 1901 – 1960). Der Zürichsee fror innerhalb des Zeitraumes 1561 – 1573 vier mal zu. Vor allem der Winter 1573 war von besonderer Strenge: Nicht nur Zürichsee und Bodensee überfroren vollständig, sondern auch der Thunersee, was wegen dessen Tiefe extrem ausgeprägte und andauernde Kälte erfordert. Im Schweizer Mittelland blieb der Schnee selbst in tiefen Lagen mehr als 130 Tage liegen. Alle Jahreszeiten fielen zudem sehr niederschlagsreich aus, was zumindest für die kalten Winter sehr ungewöhnlich ist. Folge waren zahlreiche Überschwemmungen. Immer wieder kam es im Winter zu gewaltigen Schneefällen und einer entsprechenden Häufung von Lawinenschäden und – katastrophen.

Ihren Höhepunkt erlebte die Klimaverschlechterung in den 1590er Jahren. Die Frühjahre waren 1° C kälter als heute, die Sommer 1588 – 1597 1,3° C kälter als die von 1550 bis 1559. Die Kette von acht kalten und nassen Sommern zwischen 1591 und 1598 ist einmalig und konnte für keinen anderen Zeitpunkt noch einmal nachgewiesen werden. „Alle zwei Wochen wurden Berge bis in 1800 Meter Höhe hinunter eingeschneit.“ 50 In dieser Reihe zu kalter Sommer ragt der von 1601 noch einmal als allerkältester heraus. Gleichzeitig ereignete sich eine Kette anormal kalter Winter (1586 – 1595; nur ´92 und ´94 normal).

Der Weinbau nördlich der Alpen erlebte in diesem Zeitraum eine zwanzigjährige Phase von Missernten: Viele Rebstöcke erfroren in den gnadenlosen Wintern, die Entwicklung der Trauben war durch die verregneten Sommer behindert oder wurde durch Spätfröste und Kälteeinbrüche sogar völlig verhindert.51

Die Gletscher reagierten auf die veränderten Klimaumstände mit einem weitreichenden Vorstoß. Der Grindelwaldgletscher, durch seine bis weit in bewohntes Gebiet reichende Zunge bekannt und gut dokumentiert, bewegte sich ab 1580 vorwärts. In zwanzig Jahren wuchs seine Länge um einen ganzen Kilometer.52 Zusammen mit dem um 1850 ist der hierauf folgende Höchststand (Aletschgletscher; 1640) der am weitesten vorgerückte mindestens seit dem Mittelalter. Um 1600 ereigneten sind auch zahlreiche Ausbrüche von Gletscherseen, nachdem das vorrückende Eis immer wieder ganze Seitentäler mitsamt ihren Bächen blockierte und so das Wasser aufstaute (z. B. Mattmarksee 1589).53

Ab 1598 wurden einzelne Jahreszeiten erstmals wieder milder. 1602 bis 1605 trat sogar eine kurze Warmphase auf. Bis 1620 war die Wechselhaftigkeit der Witterung prägend: „Nicht der Mittelwert, sondern die Variabilität wurde zur charakteristischen Kenngröße”,54 die Anomalie infolgedessen fast zum Normalfall: Im Winter 1607 / 1608 etwa überfror der Bodensee, im Januar 1609 wuchsen laut direkt überlieferten Berichten von Augenzeugen Erdbeeren.55 Von 1621 bis 1630 näherte sich das Klima hingegen wieder dem der katastrophalen 1590er Jahre an: Wieder gab es serienweise kalte Frühlingsperioden und vor allem 1627 und 1628 sehr kalte Sommer und Herbste. Das Sommerhalbjahr 1628 wird, neben denen von 1601, 1618, 1675 und 1816, zu den kältesten seit 1500 gezählt. Es sind dies gleichzeitig die kältesten, die überhaupt nachgewiesen werden konnten.

(Nach: u.a. Pfister (1984), siehe v.a. S. 119 – 122, Pfister (1999a), siehe v.a. S. 57 – 75, sowie Pfister / Brazdil / Glaser (Hg.) (1999b), siehe v.a. die Zusammenfassung der Herausgeber)56

2. Die Ungunstphase von 1679 – 1720

Diese Phase klimatischer Ungunst wird in der Literatur meist unter der Bezeichnung Late Maunder Minimum (LMM) geführt, die vor allem für die Jahre 1675 – 1715 gilt. Der Astronom Maunder rekonstruierte, dass in diesem Zeitraum ein Minimum bei der Ausbildung von Sonnenflecken beobachtet wurde. Der Wärmerückgang im LMM ist für die Klimatologie von besonderem Interesse, da er sich in direktem zeitlichen Zusammenhang mit diesem auffälligen Verhalten der Sonne befindet. Außerdem wurde er bereits teilweise durch Instrumentenmessungen dokumentiert. Das LMM gilt als Höhepunkt der Kälte in der „Kleinen Eiszeit“.

Bereits das Jahr 1675 erlebte ein fast gänzliches Ausfallen des Sommers. Unter den kältesten Sommern der letzten 500 Jahre scheint dieser der allerkälteste gewesen zu sein.57 Der Gipfel der ganzjährigen Kälte wurde jedoch in den Jahren 1688 – 1701 erreicht. Es handelt sich hierbei um einen bis dato einmaligen Temperatursturz. Über das Jahr gemittelt sanken die Temperaturen um 0,8° C im Vergleich zum vorhergehenden Zeitraum. Kein einziges Jahr erreichte den Temperaturdurchschnitt der Vergleichsperiode. Die Winter waren 1,9° C kälter gegenüber 1901 – 1960 und sogar mehr als 2,5° C gegenüber 1964 – 1983. Die Schneedecke hielt sich durchschnittlich einen ganzen Monat länger. Der Thunersee überfror 1684, 1685 und im Winter von 1695, dem kältesten des LMM. Auch die anderen Jahreszeiten fielen deutlich kälter aus. Jedes einzelne Frühjahr 1695 bis 1703 war kälter als diejenigen in der Vergleichsperiode. Hier heben sich noch einmal drei eisige Frühjahre hintereinander von 1699 – 1701 hervor. Der März entsprach von den Temperaturen etwa einem Februar im 20. Jahrhundert. Der Mai war in den 1690ern 2,5° C kälter als in der Dekade davor. Die eis- und frostfreie Vegetationsperiode verkürzte sich daher empfindlich und langte oft nicht aus um Getreide, Wein oder Kartoffeln zur Reife zu bringen. Die Sommermonate erlebten insgesamt den geringsten Temperaturrückgang. Allerdings wurden sie nässer. Das Azorenhoch scheint Mitteleuropa ab 1684 zwanzig Jahre lang nicht mehr wirklich erreicht zu haben. Die Sommer 1675 – 1679 sowie die in den 1690ern waren dementsprechend sehr kalt.58 Neben der Kälte war vor allem die Trockenheit charakteristisch. Vor allem im Winterhalbjahr fiel praktisch kein Niederschlag. Da die Sommer von der Kälte zudem am wenigsten betroffen waren, gab es im LMM keinen markanten Gletschervorstoß.

Ab 1704 war die Serie kalter und kältester Winter beendet, und auch die Sommer wurden wieder wärmer, teilweise sogar wärmer als die von 1901- 1960. Die Frühlingsperioden hingegen erwärmten sich erst ab 1717 und nur für kurze Zeit.

(Nach: u.a. Luterbacher (2001), Pfister (1984), siehe v.a. S. 127 – 130, Pfister (1999a), siehe v.a. S. 57 – 76.)59

3. Die Ungunstphase von 1767 – 1817

Auch in der vorhergehenden klimatischen „Gunstphase 1721 – 1766“ waren immer wieder serienweise kalte Frühjahre aufgetreten (v.a. 1738 – 1742 / 1754 – 1757; der Frühling von 1740 ist der kälteste überhaupt nachgewiesene). Diese Erscheinungen setzten sich fort (1767 – 1771 / 1782 – 1785 / 1803 – 1809). Ganzjährig kalt war es 1769 – 1771. Auch die „Ungunstphase 1767 – 1817“ weist einen Kern an Jahren auf, der sich durch seine widrigen Witterungsverhältnisse noch einmal heraushebt: Es ist dies die Dekade 1810 – 1819. Das Manko der Wärmesumme für diesen Zeitraum wird als einzigartig in den vergangenen fünf Jahrhunderten angesehen. Die Sommer 1812 – 1816 werden als „Eiszeitsommer“ bezeichnet. Sie waren alle katastrophal kalt und nass. Bemerkenswert ist auch die Plötzlichkeit des Kälteeinbruchs, nachdem Winter und Frühling 1812 noch mild ausgefallen waren. Der Sommer 1816 bildete in dieser Serie den Gipfel. Geprägt wurde er von langen Regenperioden und für die Saison völlig ungewöhnlichen Temperaturen. Der um fünf Wochen verzögerte Beginn der Rebenblüte gibt einen Eindruck vom Rückstand der Vegetation. In Basel erreichten die Temperaturen im Juni diejenigen eines kühlen Mais. Der Juli war gegenüber der Vergleichsperiode um 3,5° C zu kalt, und es regnete an 20 Tagen. An den übrigen war es meist bewölkt. In allen Sommermonaten fiel Schnee bis auf 1000 Meter hinab. Überhaupt wurden die Berge ab einer Höhe von 1800 bis 2300 Metern das ganze Jahr hindurch nicht schneefrei, wie auch im Folgejahr 1817 – die heutige klimatische Schneegrenze, oberhalb welcher der Schnee das Jahr überdauert, liegt in den Nordalpen auf ca. 2700 Metern. 1816 war sie also um mehrere hundert Meter gegenüber heute herabgesunken! Viele Almen waren so unbenutzbar. Die Ernte fiel wenig überraschend fast komplett aus.

Nach der verheerenden Dekade 1810 – 1819 setze sich die „Ungunstphase“ in gemäßigterer Weise fort bis 1855. Die Sommer waren gegenüber 1901 – 1960 um 0,4° C kälter. Nachdem die Gletscher bereits in den „Jahren ohne Sommer“ reichlich Schnee zugeführt bekommen hatten, begannen sie spätestens in den 1830ern mit dem Ansteigen der Niederschläge vorzustoßen. Vor allem die Jahre um 1850 fielen wieder sehr kalt und schneereich aus. Der hieraus resultierende Vorstoß ist nur mit dem von um 1600 vergleichbar, den er teilweise (v.a. in den Ostalpen) sogar übertraf. Diese letzte Hochphase ist in den Alpen immer noch deutlich zu erkennen. Sie wird von auffälligen Endmoränen markiert, die auch dem geomorphologischen Laien sofort ins Auge stechen und weit vor dem Beginn des Eises liegen. Die großen Alpengletscher beginnen heute erst viele Kilometer hinter ihnen.

(Nach: v.a. Pfister (1984) und Pfister (1999a).)60

2.5 Räumliche Gültigkeit der Ergebnisse und Ausblicke auf andere Regionen

Die bis hierher zusammengefassten Ergebnisse beziehen sich auf den Alpenraum und auf Oberdeutschland. Vor allem benachbarte Regionen haben jedoch immer zumindest ähnliches Wetter gehabt, weniger sicherlich was dessen täglichen Verlauf angeht, umso mehr jedoch bei der Ausprägung der einzelnen Jahreszeiten und dem Verlauf der Schwankungen des Klimas im Bereich von Jahren und Dekaden. Den Ergebnissen des für diese Arbeit ausgewählten Untersuchungsgebietes sehr ähnlich sind demnach diejenigen für das östliche Österreich, Tschechien und für den Rest von Deutschland, hier natürlich weniger stark im Bereich der Küsten. Man kann davon ausgehen, dass das Wetter im benachbarten Westeuropa ebenfalls recht große Ähnlichkeiten aufwies.61 Der Vergleich der Schweizer Daten mit den englischen ergibt hoch signifikante Korrelationen für den Zeitraum 1659 – 1863, woraus eine auch für andere Zeiten gültige Ähnlichkeit abgeleitet wird.62

Süd- und Osteuropa jedoch scheinen meist eine andere Entwicklung des Klimas erlebt zu haben. Bei den großen Abkühlungsphasen, die für den Alpenraum und Oberdeutschland beschrieben worden sind, stellten die Alpen eine Grenze für die vordringende Kälte dar. Die europaweiten Kältewellen scheinen zudem im Westen des Kontinents einige Jahre vorher aufgetreten zu sein, ehe sie auch in Mittel- und schließlich auch, meist in weniger extremer Form, Osteuropa erreichten. Das selbe Muster ist beim Eintreten der Wiedererwärmung beobachtbar. Die These, nach der den großen Temperaturverminderungen in Mitteleuropa hohe Niederschläge im Mittelmeerraum gegenüber gestanden hätten, trifft teilweise, aber nicht immer zu. Der Verlauf der Temperaturentwicklung insgesamt ist in ganz Europa in groben Zügen recht ähnlich. In noch gröberen Zügen gilt dies sogar für die gesamte nördliche Erdhalbkugel.63

Die auffälligsten Gemeinsamkeiten der Witterung in Europa resultieren aus den bereits vorgestellten drastischsten Klimaverschlechterungen der letzten 500 Jahre. Es sind dies die Temperatureinbrüche von um 1600, 1675 – 1715 und in den 1810ern. Während dieser Jahre sind europa- und teilweise sogar weltweit ähnliche Auswirkungen nachgewiesen. Dies gilt auch für „Jahre ohne Sommer“ wie etwa das von 1628. So wird aus Spanien von einer nie wiederholten Häufung schwerster Überschwemmungen in den Jahren 1590 bis 1610 berichtet.64 Sehr niederschlagsreich scheinen die 1580er und 1590er auch auf Kreta gewesen zu sein.65 Von 1586 – 1595 waren dort zudem von elf Wintern drei schwer und fünf sehr schwer.66 Die Krise des Weinbaus nördlich der Alpen durch ständige Missernten in dieser Zeit lässt sich auch in Ungarn beobachten.67 Berechnungen zufolge nahm an der holländischen Küste die Zahl der Stürme (v.a. schwerer) zugleich um 85 % zu.68 Ähnlich wie die Ergebnisse für den Alpenraum und Oberdeutschland im Maunder Minimum sind auch diejenigen aus Island, wo für die 1690er ungewöhnlich kalte Bedingungen rekonstruiert worden sind.69 Eben diese Jahre scheinen auf Sizilien ungewöhnlich nass ausgefallen zu sein.70 Auf Kreta wiederum sollen die Winter im Gebirge sehr schneereich ausgefallen sein. Es gibt sogar Anzeichen, dass der Schnee dort um 1700 teilweise das ganze Jahr über nicht wegschmolz, was für sehr hohe Winterniederschläge und zurückgegangene Temperaturen im Sommer spricht.71 Das „Jahr ohne Sommer“ 1816 führte in ganz Mitteleuropa zu einem Ausfall der Ernten und „zog ... (dort) die bisher letzte schwere Hungersnot nach sich.“ 72

3. Mögliche Ursachen der Klimaverschlechterungen

Das Klima auf der Erde wird von einer großen Anzahl von Faktoren bestimmt. Diese sind zusätzlich auf bisher unüberschaubare Art und Weise miteinander verkoppelt. Sie können sich gegenseitig verstärken oder aber auch ihren Einfluss abmildern. All diese Einflussgrößen und Wechselbeziehungen sind von der Klimatologie noch längst nicht abschließend erforscht, geschweige denn verstanden worden. Angesichts dieser vielen Unbekannten ist eine echte Quantifizierung der Parameter kaum möglich, das Beweisen einer Theorie daher schwierig. In der wissenschaftlichen Diskussion werden infolgedessen teilweise unterschiedliche oder gar widersprüchliche Positionen vertreten. Erklärungen von Klimaschwankungen unterliegen daher einer gewissen Unsicherheit. Unter diesen Vorbehalten sollen Erkenntnisse über Klimaschwankungen und mögliche Auslöser für die bisher aufgeführten klimatischen Ungunstphasen vorgestellt werden.

3.1 Gründe für Klimaschwankungen

Die extremsten Beispiele für das Schwanken des Klimas der Erde stellen die verschiedenen („echten“ und nicht nur „kleinen“) Eiszeiten des Pleistozäns dar. In ihnen verschwanden große Teile der mittleren Breiten unter Gletschereis. Sie erstreckten sich jeweils über mehrere zehn- oder hunderttausend Jahre. Zwischen ihnen lagen ebenso lange Warmzeiten (Interglaziale). Auch die letzten ca. 20 000 Jahre können als ein solches Interglazial vor einer kommenden nächsten Eiszeit interpretiert werden. Als wahrscheinlichste Erklärungen für die pleistozänen Vereisungsphasen werden Schwankungen der Erdbahnparameter angesehen (Milankovitch – Theorie): Eine veränderte Stellung der Erde zur Sonne gegenüber heute hat eine veränderte Strahlungsbilanz auf der Erdoberfläche zur Folge. Dies kann eine globale Abkühlung und somit eine Eiszeit bewirken. Weitere mögliche Ursachen könnten in der Verminderung der Sonnenstrahlen, welche die Erde erreichen, liegen, etwa wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn durch Felder interstellaren Staubes oder gar einen Arm der Milchstraße wandert. Eine weitere Theorie betont die Rolle von tektonischen Hebungen großer Landmassen: Auf diesen entwickeln sich nach Erreichen einer Höhe über der klimatischen Schneegrenze Gletscher. Jene werden durch die verstärkte Reflektierung der Sonnenstrahlung auf Schnee in den Weltraum (Albedo) zum Ausgangspunkt eines sich selber verstärkenden weltweiten Temperaturrückgangs, da die schneebedeckten Flächen sich bei zunehmender Kälte weiter ausbreiten können. Ein Zusammenwirken verschiedener solcher Faktoren bei der Entstehung von Eiszeiten ist anzunehmen.

Auf dem Diagramm einer Klimakurve der Erde sind die Ungunstphasen der Neuzeit der (europäischen) menschlichen Geschichte nicht mehr als ein kurzes Flackern. Sie bewegen sich in Zeiträumen von Jahren bis Dekaden. Die Gründe für diese kurzen Ausschläge müssen daher andere sein als diejenigen, welche die großen Vereisungsphasen der Erdgeschichte auslösten. Da die neuzeitlichen Klimaverschlechterungen andererseits jedoch nicht nur in Europa sondern teilweise auf der ganzen Nordhalbkugel nachgewiesen sind, liegt die Folgerung nahe, dass sie ebenfalls auf Schwankungen des Klimasystems der Erde insgesamt zurückzuführen sind. Als wahrscheinlichste Ursachen solcher Klimaänderungen in der Größenordnung von Jahren bis Dekaden haben sich drei Einflussgrößen herauskristallisiert: Änderungen der Solarstrahlung, Auswirkungen von Vulkanausbrüchen und interne Schwankungen in klimatischen Systemen. Die Wirkungsweisen dieser sogenannten „forcing factors“ sollen zunächst vorgestellt und anschließend in Beziehung zu den bereits präsentierten Jahren mit extremer Klima – Ungunst gesetzt werden.

1. Interne Schwankungen in Klimasystemen

Klimasysteme sind das Ergebnis eines Zusammenwirkens von Faktoren wie Ozeantemperaturen, Meereisverteilung, Meeresströmungen und Luftdruck. In ihnen treten, oft periodisch, Schwankungen auf, die direkten Einfluss auf das Wetter im betreffenden Gebiet nehmen. Bekanntestes Beispiel einer solchen periodischen Schwankung ist die Erscheinung des sogenannten „El Nino“ (El Nino Southern Oszillation: ENSO), welche vor allem an den Pazifikküsten Lateinamerikas oft Naturkatastrophen in Form von Überschwemmungen, Sturmfluten und andernorts gleichzeitig Dürren zur Folge hat.

Das Phänomen der Nordatlantischen Oszillation (NAO) wirkt weniger auffällig. Es ist jedoch in hohem Maße bestimmend für die Ausprägung der europäischen Großwetterlage. Dies gilt vor allem für die atlantisch beeinflussten Teile des Kontinents, also Nord-, West- und Mitteleuropa – und dort speziell in den Wintermonaten. Als NAO werden die Schwankungen der Druckunterschiede über dem nördlichen Atlantik bezeichnet. Diese herrschen zwischen den beiden stationären Kontinua des Luftdrucks im nordatlantischen Raum; dem Azorenhoch und dem Islandtief. Sind diese Druckgebilde stark ausgeprägt, so ist der Luftdruck im Bereich der Azoren besonders hoch und gleichzeitig im Bereich Islands besonders tief. Die Druckunterschiede über dem Nordatlantik sind demnach groß. Man spricht von einem positiven Modus der NAO. Dieser tritt auf, wenn im Nordwestatlantik vor Grönland tiefe Wassertemperaturen gemessen werden, weiter südlich hingegen hohe. Folge der großen Druckunterschiede ist eine stark ausgebildete Westwinddrift. Diese bringt vor allem dem westlichen und nördlichen Europa die typischen Westwetterlagen, die durch milde Temperaturen und hohe Niederschläge gekennzeichnet sind. Der Alpenraum hingegen wird von den weiter nördlich verlaufenden Westwinden nur gestreift, das Wetter fällt demnach milde und vor allem trocken aus. Ein negativer Modus der NAO hingegen herrscht vor, wenn Islandtief und Azorenhoch schwach ausgeprägt sind. Die Druckunterschiede sind daher gering, eine Situation, die von vergleichsweise milden Wassertemperaturen vor Grönland und vergleichsweise tiefen ebensolchen im Bereich des Azorenhochs hervorgerufen wird. Die Westwinde sind hierbei stark abgeschwächt und ihre Bahnen nach Süden verschoben. Die Alpen liegen nun in ihrem Einflussbereich, was sich durch kühlere Temperaturen und erhöhte Niederschläge zeigt. Selbiges gilt auch für Südeuropa. In Nord-, West- und Mitteleuropa hingegen bestimmen trockene und sehr kalte kontinentale oder arktische Luftmassen das Wetter.

Zwischen diesen beiden Formen, einem positivem und einem negativen Modus, oszillieren die Druckverhältnisse im Nordatlantik also hin und her. Je nach Ausprägung hat dies entsprechendes Wetter in Europa zur Folge. Klimaschwankungen in Europa können infolgedessen als Reaktion auf eine Änderung des Verhaltens der NAO interpretiert werden. Solch eine Änderung ist beispielsweise dann gegeben, wenn die NAO länger als die üblichen (als Durchschnitt seit 1864 errechneten) circa zweieinhalb Jahre in dem einen oder anderen Modus bleibt oder der Index, mit dem die genannten Druckunterschiede quantifiziert werden, besonders extreme Werte aufweist. Mit Hilfe der Beschreibungen des Wetters aus den Zeiträumen besonderer Klimaungunst und der Rekonstruktion des damals vorherrschenden Luftdrucks über Europa, kann auf den zugehörigen Modus der NAO rückgeschlossen werden. Daraus kann sich eine Erklärung für das extreme Wetter ergeben. Diese Erkenntnis bleibt zum Teil jedoch unbefriedigend, da die Faktoren, welche das Verhalten der NAO bestimmen, und somit letztlich auch die Klimaschwankungen, damit immer noch nicht benannt sind. Zwar ist, wie bereits angeführt, bekannt, dass die Druckverhältnisse über dem Nordatlantik Folge der Wassertemperaturen vor allem an der Südspitze Grönlands sind. Diese sind aber wiederum Folge eines komplexen Systems, das aus der Wärmezufuhr durch den Golfstrom, der Meereisverteilung und teilweise durch den Abfluss vor allem der sibirischen Flüsse in das Polarmeer resultiert. Das Zusammenwirken dieser Faktoren ist noch weitgehend ungeklärt.73

2. Vulkanausbrüche

Nachgewiesen und eindeutiger in ihren Auswirkungen auf das Klima als die internen Oszillationen in Klimasystemen sind Vulkanausbrüche. Vulkanismus gilt als der bedeutendste unter den bekannten Auslösemechanismen für Klimaschwankungen im Bereich von Jahren bis Dekaden.74 Vor allem die bei hochreichenden Eruptionen in niederen Breitenlagen ausgestoßene Asche verteilt sich innerhalb von Monaten weltweit in der Atmosphäre. Dort blocken die Partikel die einfallende Sonnenstrahlung ab, so dass sich die Strahlungssumme auf der Erde verringert. Dies hat einem Temperaturrückgang zur Folge, der sich vor allem in den Sommermonaten bemerkbar macht. Die Wirkung hält mit abnehmender Tendenz über circa vier Jahre nach dem Ausbruch an. Der Effekt des verminderten Strahlungseinfalls tritt nicht nur bei einzelnen besonders gewaltigen Eruptionen auf (wie solchen in der Größenordnung des Ausbruchs des Pinatubo, Philippinen 1991). Vor allem eine weltweit erhöhte vulkanische Aktivität, die sich in vielen kleineren Ausbrüchen zeigt, erlangt diese temperaturvermindernde Wirkung. Als praktischer Beleg hierfür gilt der Vergleich zwischen dem Zeiträumen 1900 – 1920 und 1920 – 1960. Während in ersterem eine erhöhte Zahl an Ausbrüchen verzeichnet wurde, die mit einem Temperaturrückgang und Gletschervorstoß zu Beginn der zwanziger Jahre einhergingen, war zwischen 1920 und 1960 fast eine Stille der vulkanischen Aktivität zu verzeichnen. Dies korrespondiert mit dem erneuten Anstieg der Temperaturen und Beginn des Gletscherrückgangs in dieser Zeit, die zumindest teilweise noch vor dem wirklichen Start der Klimaerwärmung durch den menschlich beeinflussten Treibhauseffekt liegt.75 Um den Einfluss des Vulkanismus auf das Klima besser untersuchen zu können, ist es notwendig eine Chronologie der großen Eruptionen der letzten Jahrhunderte und, was weit schwieriger ist, eine Abschätzung der vulkanischen Aktivität in den Einzeljahren zu erstellen. Diese Ergebnisse können dann mit dem Wissenstand der historischen Klimatologie in Beziehung gesetzt werden. Hierfür stützt man sich auf die Auswertung arktischer Eisbohrkerne, in denen sich die vulkanischen Aschen, je nach Anfall, in unterschiedlichen Mengen abgelagert haben.76

3. Schwankungen der Solaraktivität

Die Energieabstrahlung der Sonne ist keineswegs konstant hoch. Vielmehr unterliegt die Solaraktivität Schwankungen, so dass die Strahlungssumme, die unseren Planeten erreicht, höher oder niedriger sein kann. Angesichts der Bedeutung der Sonne für die Ausprägung der verschiedenen Klimate auf der Erde ist es naheliegend zu folgern, dass diese Schwankungen Folgen für das Klima auf dem Planeten haben müssen. Sichtbares Zeichen verstärkter Solaraktivität ist eine große Zahl an Sonnenflecken, während eine geringe Zahl von diesen eine abgeschwächte Aktivität verrät. Um die Solaraktivität in der Vergangenheit abzuschätzen, stützt man sich daher auf Aufzeichnungen von Astronomen früher Jahrhunderte über deren Beobachtungen von Sonnenflecken – eine Methode, die natürlich nur für die Zeit nach Erfindung des Fernrohrs zu Beginn des 17. Jahrhunderts angewendet werden kann. Ansonsten muss man sich auf den Versuch einer Rekonstruktion durch Isotopenmessungen in Eisbohrkernen stützen.77

Die Theorie, nach der ein Abfallen oder Ansteigen der solaren Aktivität Auswirkungen auf die Temperaturen auf der Erde zur Folge hat, wird durch die Ergebnisse dieser Isotopenmessungen teilweise gestützt. Demnach ging etwa das europäische Mittelalter tatsächlich mit einer hohen Solaraktivität einher, während diese in vielen Jahren des Zeitraums danach, der als „Kleine Eiszeit“ bekannt ist, niedriger lag. Auch heute herrscht wieder eine erhöhte Aktivität vor, die diejenige im Mittelalter nur knapp zu übertreffen scheint. Sie wird für einen Teil des Temperaturanstieges der letzten ca. 100 Jahre verantwortlich gemacht. Dieser Anteil wird mit etwa 0,6 ° C quantifiziert. Aufgrund der ähnlichen Strahlungsverhältnisse gegenüber heute, wird dieses Temperaturplus auch für das Mittelalter angenommen, was von den Befürwortern der Annahme eines „Mittelalterlichen Wärmeoptimums“ als Beleg für dessen Existenz genommen wird.78

Der Einfluss der Solarschwankungen auf das Erdklima bleibt allerdings umstritten. Einerseits werden die Strahlungsrekonstruktionen durch die Isotopenmessungen teilweise bezweifelt oder als wenig aussagekräftig abgetan. Andererseits gilt es zwar als wahrscheinlich, dass die Schwankungen einen klimatischen Einfluss haben, die Art und Weise, wie dieser Einfluss zu Stande kommt, bleibt jedoch vorerst ungeklärt.79 Die rekonstruierten Kurven des Verlaufes der Solaraktivität und der Entwicklung der europäischen Temperatur verlaufen im Übrigen keineswegs stets deckungsgleich.80 Der Zusammenhang zwischen Solaraktivität und Temperaturentwicklung scheint also wesentlich vielschichtiger aufgebaut und sicherlich von weiteren klimawirksamen Faktoren mitbeeinflusst zu werden.

3.2 Mögliche Ursachen für die Ungunstphasen der Neuzeit

Im vorigen Abschnitt wurden die wichtigsten der bisher bekannten Ursachen für natürliche Klimaschwankungen zusammengefasst. Im folgenden sollen die Faktoren dargestellt werden, die das Zustandekommen des Wetters in den drei von Pfister postulierten klimatischen Ungunstphasen der Neuzeit beeinflusst haben könnten. Wie schon bei der Beschreibung des Verlaufs der Ungunstphasen soll auch hierbei der Schwerpunkt auf jene Jahre um 1600, 1675 – 1715 und in den 1810ern gelegt werden, in denen die Klimaungunst ihren jeweiligen Höhepunkt erreichte. Aufgrund des wirklich extrem veränderten Wetters ist es zudem für diese Zeitpunkte am ehesten möglich Aussagen über die Ursachen der Klimaschwankungen zu machen.

1. Mögliche Ursachen der Ungunstphase 1566 – 1629

Aus Logbüchern von Schiffen konnte eine wichtige Beobachtung rekonstruiert werden: Ab 1577 scheint der Golfstrom sehr weit südlich von seiner üblichen Bahn im Atlantik verlaufen zu sein. Dies kann auch aus dem Rückgang des Heringsfangs vor der schottischen Küste geschlossen werden. Pfister interpretiert dies als ein Ausbleiben der Fischschwärme, die damit auf einen Vorstoß kalter Meeresströmungen in Richtung Süden reagierten. Infolge dieses südlichen Vordringens von polaren Wassermassen scheint sich die übliche Zirkulation über dem Nordatlantik ebenfalls nach Süden hin verschoben zu haben.81 Hierdurch häuften sich in Europa die Einfälle kalter Polarluft. Gleichzeitig gerieten Südeuropa und der Alpenraum direkt in die verlagerten Bahnen der Westwinde. Dies bietet eine Erklärung für die hohen Niederschläge in dieser Zeit, welche in einer nie da gewesenen Häufung von Lawinenwintern in den Bergen und schwersten Überschwemmungen vor allem in Südeuropa resultierten.

Als weitere Ursache für die Wetterkapriolen kommt der Vulkanismus in Frage: So scheint die vulkanische Aktivität im betreffenden Zeitraum stets deutlich höher gewesen zu sein als zwischen 1901 und 1960.82 Zusätzlich ereigneten sich ab 1580 (Ausbruch Billy Mitchell, Pazifik) mehrere schwere Eruptionen.83 Besonders auffällig zeigt sich der Zusammenhang zwischen Vulkanismus und Klimaverschlechterung am Beispiel des Ausbruchs des Huaynaputina (Peru), eines der größten der letzten Jahrhunderte: Dieser wird auf das Jahr 1600 datiert. Er wird für das Zustandekommen des katastrophalen Sommers von 1601 verantwortlich gemacht.84 Der ähnliche Verlauf des Sommerhalbjahres 1628 war vermutlich auf eine vergleichbare bisher unbekannte Eruption im Vorjahr zurückzuführen.

2. Mögliche Ursachen der Ungunstphase 1679 – 1720

Während die Solaraktivität bei der Entstehung der ersten der pfisterschen Ungunstphasen keine Bedeutung gehabt zu haben scheint,85 spielt sie eine umso größere Rolle bei die Erklärung der Ungunstphase 1679 – 1720. Wie bereits erwähnt wurden im selben Zeitraum von den Astronomen kaum noch oder sogar gar keine Sonnenflecken mehr beobachtet. Vor allem die Jahre 1675 – 1715 werden daher Late Maunder Minimum (LMM) genannt (nach dem britischen Astronomen Maunder, der das Minimum der Sonnenflecken Ende des 19. Jahrhunderts in den Aufzeichnungen seiner Kollegen des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts entdeckte). Wie vorher dargelegt, bedeutet eine geringe Zahl an Sonnenflecken, dass sich die Sonne in einer Phase verminderter Aktivität befindet. Der Temperatursturz in dieser Zeit ist somit aller Wahrscheinlichkeit auf einen Rückgang der Solaraktivität zurückzuführen. Dies lässt sich auch daraus ableiten, dass die Temperaturen in Europa parallel zum Wiederansteigen der Solaraktivität ab etwa 1715 wieder empor kletterten. In den Jahren davor hatte sich die Aktivität der Sonne nahe ihres absoluten Tiefstandes während der letzten 8000 Jahre befunden.86

Wie schon bei der vorangehenden Ungunstphase trat auch während des LMM eine südliche Verschiebung der Zirkulationsmuster im Nordatlantik auf. Erneut ging der Fischfang vor Schottland und Island stark zurück, wobei in diesem Fall speziell der wärmeliebende Kabeljau betroffen war.87 Die Rekonstruktion des Luftdrucks für diese Jahre zeigt für die Wintermonate einen deutlich erhöhten Druck über Skandinavien gegenüber der Vergleichsperiode 1901 – 1960, während dieser über Südeuropa deutlich geringer ausfiel. Dies hatte starke Ausgleichsbewegungen von Luftmassen zur Folge, so dass sich die Häufigkeit von Einbrüchen kontinentaler und polarer Kälte stark erhöhte. Im Sommer blieb das Azorenhoch über viele Jahre schwach ausgeprägt und dehnte sich nur noch sehr selten bis Europa aus. Das Wetter dort wurde daher meist von kontinentaler Kaltluft dominiert. Im Gegensatz zur Ungunstphase um 1600 erlebten die Menschen im LMM also einen starken Rückgang des maritimen Einflusses. Dies erklärt auch die auffällige Trockenheit jener Jahre.88

Neben der drastisch verminderten Sonnenaktivität wird der zusätzliche temperatursenkende Einfluss vulkanischer Eruptionen als Ursache für die Kälte des LMM diskutiert. Vor allem in den 1670ern scheint deren Häufigkeit erhöht gewesen zu sein. Das „Jahr ohne Sommer“ 1675 wird mit dem Ausbruch des Vulkans Long Island (Guinea) in Verbindung gebracht.89

3. Mögliche Ursachen der Ungunstphase 1767 – 1817

Die auffälligste klimatische Anomalie in dieser Ungunstphase sind wie bereits geschildert die Jahre von 1812 bis 1816. In den Sommern dieser Jahre herrschten Temperaturen, die meist nur die Werte eines kühlen Frühjahrs erreichten, wodurch insbesondere 1813, 1816 und 1817 die Ernten schlecht gerieten und Hungersnöte ausgelöst wurden. Die Erkenntnisse über die Ursachen für das eiszeitlich anmutende Wetter jener Jahre gelten in der Klimatologie als in hohem Maße gesichert. Gerade 1816 wird als Paradebeispiel für ein „Jahr ohne Sommer“ infolge eines Vulkanausbruchs in niederen Breiten angeführt. 1815 nämlich hatte sich der Ausbruchs des Vulkans Tambora (Indonesien) ereignet, der als der heftigste in der jüngsten Erdgeschichte gilt (Die Gewalt der Eruption übertraf auch die der viel bekannteren des Krakatau 1883.).90 Die enormen Aschemengen, die hierdurch in die Atmosphäre gelangten, bewirkten den beschriebenen Effekt der weltweiten Abkühlung. Ein Vergleich des rekonstruierten Luftdrucks der Jahre 1813 und 1816 sowie die in 2.4.3 erwähnte Plötzlichkeit des Temperatureinbruchs 1812 geben Anlass zu der Vermutung, dass sich bereits im Zeitraum vor 1813 ebenfalls bedeutende Vulkanausbrüche ereignet hatten, die gleichfalls eine Abkühlung bewirkten.

Zu dieser starken vulkanischen kommt eine schwache solare Aktivität im gleichen Zeitraum hinzu: Die Jahre 1790 – 1830 werden als „Daltonminimum“ der Solarstrahlung bezeichnet. Wie in den vorhergehenden Kernjahren der Ungunstphasen ist zudem auch im Sommer 1816 ein deutlich verändertes Verhalten der NAO zu vermerken, da das Islandtief sich weit nach Südosten hin verschoben hatte und teilweise über Mitteleuropa lag.

(Siehe v.a.: Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 155.)91

Schluss

Die in dieser Arbeit zusammengefassten Ergebnisse zeigen, dass die Historische Klimatologie in den letzen 20 Jahren große Fortschritte erzielt hat. Dies trifft vor allem für das hier behandelte Gebiet Alpenraum und Oberdeutschland zu. Bis 1500 zurück können die Erkenntnisse als in hohem Maße gesichert gelten. Eine Schlussfolgerung aus dieser nahezu lückenlosen Chronologie der Witterung ist, dass die oft vertretene Gliederung der Klimaentwicklung in eine Mittelalterliche Wärmeperiode und die anschließende „Kleine Eiszeit“ nur eingeschränkt zutrifft. Gerade die Annahme einer echten, länger andauernden Wärmephase im Mittelalter steht auf schwachen Füßen und könnte widerlegt werden, je mehr es der Forschung gelingen wird, weitere Quellen über das Wetter der einzelnen Jahre jener Zeit zu erschließen. Die „Kleine Eiszeit“ hingegen kann, nimmt man das Verhalten der Gletscher zum Maßstab, für die Jahre von in etwa 1250 – 1850 definiert werden. Einmal mehr muss jedoch daran erinnert werden, dass es sich auch hierbei keinesfalls um eine Periode mit homogenem Klima handelte. Andererseits unterschied sich das Klima der „Kleinen Eiszeit“ tatsächlich von dem der vorhergehenden wie auch folgenden Jahre. Ein Unterschied, der am deutlichsten in kälteren Wintern, teilweise auch in ebensolchen Frühjahren, in Erscheinung trat. In den Herbstmonaten jedoch waren die Differenzen nur schwach ausgeprägt. Bei den Sommern ist insgesamt kein allgemeiner Trend zur Kühlung festzustellen.92

Der Anfertigung dieser Arbeit ist der Gedanke zugrunde gelegen, dass Auswirkungen von Klima auf Geschichte und Entwicklung von menschlichen Gesellschaften am ehesten in Phasen mit für den Menschen ungünstigem Wetter nachzuweisen sind. Sie hat sich daher auf die drei bei weitem auffälligsten klimatischen Ungunstphasen der Neuzeit konzentriert. Es sind dies wie dargelegt, die Jahre um 1600, von 1675 bis 1715 und in den 1810ern. In diesen Abschnitten trat gehäuft Wetter auf, das tatsächlich mit dem Bild korrespondiert, das der Begriff der „Kleinen Eiszeit“ hervorruft. Diese Wellen von kaltem und meist feuchtem Wetter wiederum betrafen nicht nur das Untersuchungsgebiet dieser Arbeit, sondern ganz Mittel – und Westeuropa. In Südeuropa hingegen waren diese Kältewellen wesentlich weniger ausgeprägt, genauso wie im Osten des Kontinents, der die Auswirkungen der Klimaschwankungen außerdem mit zeitlicher Verzögerung zu spüren bekam.

Als Ursachen der Klima – Ungunst in Europa lassen sich, bei aller Unsicherheit über die ungeheuer komplexen Faktoren, die das Klima beeinflussen, Schwankungen im System der Nordatlantischen Oszillation sowie Auswirkungen von abgeschwächter Solaraktivität und von Vulkanausbrüchen benennen. Als in hohem Maße gesichert gilt die Verbindung zwischen dem Maunder – Minimum der Solaraktivität von 1675 – 1715 und dem Temperatursturz zur selben Zeit. Gleichermaßen anerkannt ist der temperaturvermindernde Einfluss vulkanischer Aktivität. Vor allem die „Jahre ohne Sommer“ (v.a. 1601, 1618, 1628, 1675, 1816) können zum Teil durch einzeln belegbare, besonders heftige Eruptionen erklärt werden.

Die Klimaschwankungen der Vergangenheit werden häufig als Beleg dafür genommen, dass es sich bei der momentan zu beobachtenden Erwärmung der Erde um eine natürliche Oszillation handelt, wie sie früher auch schon aufgetreten ist. Maßnahmen gegen diese Entwicklung wären demnach nicht nur unnötig sondern auch außerhalb der Reichweite des Menschen. Der Großteil der an der Forschung beteiligten Wissenschaftler erkennt mittlerweile jedoch den Treibhauseffekt als Hauptursache des Temperaturanstiegs im vergangenen Jahrhundert an, für den vor allem die Kohlendioxid – Emissionen der Industriestaaten verantwortlich gemacht werden. Ungeachtet dessen gelingt es der Politik bisher nicht, diese Erkenntnisse als Grundlage für Maßnahmen zur Verminderung klimawirksamer Emissionen zu verwenden. Selbst bereits erzielte internationale Einigungen, die in ihrem Umfang doch nur einen ersten Anfang darstellen können, werden abgeschwächt oder nicht umgesetzt. Dies liegt zu einem bedeutenden Teil daran, dass sich die großen Industrienationen, wie bereits im einleitenden Teil der Arbeit erwähnt, im Zustand einer großen Unabhängigkeit von klimatischen Einflüssen befinden. Für die meisten Länder der Welt hingegen gilt dies keinesfalls. Viele ihrer Bewohner sind den Auswirkungen der Witterung im gleichen Maße ausgesetzt, wie die Menschen im Europa der frühen Neuzeit. Es ist also die bittere Ironie dieses Problems, dass diejenigen, die am meisten zu seiner Entstehung beitragen, am wenigsten von ihm betroffen sind. Andererseits lassen es aktuelle Entwicklungen wie die Globalisierung und der wachsende Unmut über die Vorherrschaft der Industrienationen, aus dem sich nicht zuletzt der internationale Terrorismus speist, als unwahrscheinlich erscheinen, dass die ökologischen und vor allem sozialen Folgen der Klimaveränderung ohne Auswirkungen auf die sogenannte „Erste Welt“ bleiben können. Zudem könnte es mit deren Unabhängigkeit vom Wetter auch vorbei sein, bedenkt man die ungeheuren materiellen Schäden, die eine in Folge des Klimawandels steigende Zahl von Flut – oder Sturmkatastrophen an der immer komplexeren Infrastruktur des Westens anrichten kann.

Die Geschichte zeigt leider, dass es Menschen nur selten gelungen ist Maßnahmen zu ergreifen, die nötig gewesen wären um komplexe Probleme zu lösen, gerade wenn deren Folgen erst mit zeitlicher Verzögerung spürbar werden. Dies gibt Anlass den Pessimismus einiger Klimatologen zu teilen, die ernsthafte Bemühungen gegen den anthropogen verursachten Klimawandel erst für den Zeitpunkt erwarten, wenn dessen Auswirkungen so gravierend und unübersehbar geworden sind, dass ein Zögern nicht mehr länger zu rechtfertigen ist.

Literatur:

Dieses Verzeichnis beinhaltet im Wesentlichen die Literatur, auf die in der vorliegenden Arbeit verwiesen wurde, sowie einige weitere zu ihrer Anfertigung hinzugezogene Titel.

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[...]


Anmerkungen:

1 Für eine ausführliche Darstellung der Entwicklung und Methodik der Historischen Klimatologie inklusive umfangreicher Literaturangaben siehe;
Pfister (2001): Klimawandel in der Geschichte Europas. In: ÖZG 12. 2001.2.
Sowie die entsprechenden Kapitel in:
Pfister, Christian (1999): Wetternachhersage. 500 Jahre Klimavariationen und Naturkatastrophen. Bern. Glaser, Rüdiger (2001): Klimageschichte Mitteleuropas. 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen. Darmstadt.

2 Braudel, Fernand (1973): The Mediterranean and the Mediterranean World in the age of Philip II. London. (Original in französischer Sprache!)

3 Le Roy Ladurie, Emmanuel (1967): L’histoire du climat depuis l’an mil. Paris.

4 Lamb, Hubert H. (1982): Climate, history and the modern world. Cambridge (UK)

5 Vor allem: Pfister, Christian (1984): Klimageschichte der Schweiz 1525 – 1860. Bd. 1. Bern. Pfister, Christian (1999a): Wetternachhersage. 500 Jahre Klimavariationen und Naturkatastrophen (1496 – 1995). Bern.

6 Siehe z. B. Hulme, M. / Barrow, E. (1997) (Hg.): Climates of the British Isles. Present, past and future. London u. New York.

7 Siehe z. B. Glaser, Rüdiger (2001): Klimageschichte Mitteleuropas. 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen. Darmstadt.

8 Siehe Buismann, J. / van Engelen, A. (1998): Duizend jaar wind en water in de Lage Lande.

9 Siehe Brazdil, Rudolf / Kotyza, Oldrich (1995 - 1999): History of weather and climate in the Czech Lands. Part I – III. Zürich.

10 Ogilvie, A.E.J. (1984): The past climate and sea – ice record from Iceland. Part 1; Data to A.D. 1780. In: Climatic Change Vol. 6 – 1984.

11 Siehe z. B.:
Pfister, C./ Brázdil, R. / Glaser, R. (Guest Editors) (1999b): Climatic variability in sixteenth century Europe and its social dimensions. In: Climatic Change; Vol. 43, No. 1 (1999). Dordrecht.
Luterbacher, Jürg / u. a. (2001): Reconstruction of Monthly Mean Sea Level Pressure over Europe for the Late Maunder Minimum period (1675 – 1715) based on Canonical Correlation Analysis. In: Journal of Climate.
Jones / Ogilvie / Davies / Briffa (Hg.) (2001) : History and climate. Memories of the future? New York.

12 Siehe:
Glaser, Rüdiger, Walsh, R. (Hg.) (1991): Historische Klimatologie in verschiedenen Klimazonen. Würzburger Geographische Arbeiten, H. 80. Würzburg.
Hughes, Malcolm / Diaz, Henry (Hg.) (1994): The Medieval Warm Period. In: Climatic Change Vol. 26 – 1994. Dordrecht.
Grove, Jean M. (2001) : The initiation of the “Little Ice Age” in regions around the North Atlantic. In: Climatic Change Vol. 48 (2001), S. 53 – 82. Dordrecht.

13 Zumbühl, H. / Holzhauser, P. (1988): Alpengletscher in der Kleinen Eiszeit. In: Die Alpen, Jg. 64, 3. Quartal (1988), Sonderheft zum 125jährigen Jubiläum des SAC, S. 129 - 322. Bern.

14 Wilhelm, Friedrich (1975 ): Schnee- und Gletscherkunde. Lehrbuch der Allgemeinen Geographie, Bd. 3. Berlin.
Wanner, H. / Gyalistras, D. / Luterbacher, J. / Rickli, R. / Salvisberg, E. / Schmutz, C. (2000): Klimawandel im Schweitzer Alpenraum. Zürich.

15 Bircher, Walter (1982): Zur Gletscher- und Klimageschichte des Saastales. Zürich.
Richter, E. (1892): Urkunden über die Ausbrüche des Vernagt- und Gurgler Gletschers. In: Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde, 6. Bd., 6. Heft (1892).
Stolz, Otto (1928): Anschauung und Kenntnis der Hochgebirge Tirols vor dem Erwachen des Alpinismus. In: Jahrbuch d. Dt. u. Oesterr. Alpenvereins 1928, München.

16 Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz, siehe S. 22.

17 Bircher, Walter (1982): Zur Gletscher- und Klimageschichte des Saastales. Zürich.

18 Siehe z. B. Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz, S. 63 – 67.

19 Kinzl, H. (1932): Die größten nacheiszeitlichen Gletschervorstöße in den Schweizer Alpen und in der Mont Blanc – Gruppe. In: Ztschr. für Gletscherkunde, Bd. 20, H. I / 3 (1932).

20 Matthes, F. (1939): Report of Committee on Glaciers, April 1939. In: Trans. Am. Geoph. Union 20, 518 – 523.

21 Siehe Lamb (1982): Climate, History and the modern world, S. 162 – 176.

22 Ogilvie / Farmer (1997): Documenting the Medieval climate. In: Siehe Hulme / Barrow (1997). S. 112 – 133.

23 Rüdiger Glaser (1997): On the course of temperature in Central Europe since the year 1000 AD. In: Historical Social Research 22 (1997), S. 59 – 87.

24 Siehe Jirikowic, J.L. / Damon, P.E. (1994): The Medieval solar activity maximum. In: Climatic Change Vol. 26 – 1994. S 309 – 316. Dordrecht. Siehe S. 309.
Erkenntnisse über die möglichen Ursachen einer „Mittelalterlichen Wärmeperiode“ werden nicht unter einem gesonderten Punkt sondern unter 3. 1. 3 behandelt.

25 Siehe:
Grove, Jean M. / Switsur, Roy (1994) : Glacial geological evidence for the Medieval Warm Period. In: Climatic Change Vol. 26 – 1994, S. 143 – 169. Dordrecht.
Wanner, H. / Gyalistras, D. / Luterbacher, J. / Rickli, R. / Salvisberg, E. / Schmutz, C. (2000): Klimawandel im Schweizer Alpenraum. Zürich.

26 Pfister, C. / Luterbacher, J. / Schwarz – Zanetti, G. / Wegmann, M. (1998): Winter Air Temperature Variations in Western Europe during the Early and High Middle Ages (A.D. 750 – 1300). In: The Holocene 8, S. 535 – 552. London.

27 Ebd. , siehe S. 547.

28 Ebd., siehe S. 547.

29 Schwarz – Zanetti, Gabriela (1998): Grundzüge der Klima- und Umweltgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters in Mitteleuropa. Zürich.

30 Pfister, C. u.a. (1998): Winter Air Temperature Variations in Western Europe during the Early and High Middle Ages.

31 Schwarz – Zanetti, Gabriela (1998): Grundzüge der Klima- und Umweltgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters.

32 Serre – Bachet, Francoise (1994): Middle Ages temperature reconstructions in Europe, a focus on Northeastern Italy. In: Climatic Change Vol. 26 – 1994, S. 213 – 224. Dordrecht.

33 Grove (2001): The initiation of the “Little Ice Age“.

34 Siehe: Schwarz – Zanetti (1998): Grundzüge der Klima- und Umweltgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters, S. 50.

35 Siehe Glaser (2001): Klimageschichte Mitteleuropas, Abb. 56.

36 Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 75.

37 Pfister, Christoph (1999a): Wetternachhersage.
Pfister, C. u.a. (Hg.) (1999b): Climatic variability in sixteenth century Europe.
Schwarz – Zanetti, Gabriela (1998): Grundzüge der Klima- und Umweltgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters.

38 Pfister, Christoph (1999a): Wetternachhersage.
Luterbacher, Jürg (2001b): The Late Maunder Minimum (1675 – 1715) – climax of the „Little Ice Age“ in Europe. In: Siehe Jones / Ogilvie / Davies / Briffa (2001), S. 29 – 54.

39 Pfister, Christoph (1999a): Wetternachhersage, S. 76.

40 Ebd.

41 Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 77

42 Siehe hierzu die zusammenfassenden Abbildungen in:
Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 57 – 74.
Glaser (2001): Klimageschichte Mitteleuropas, S. 94f.

43 Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz, siehe S. 155.

44 Siehe: Wigley, T.M.L. / Huckstep, N.J. / Ogilvie, A.E.J. / Farmer, G. / Mortimer, R. / Ingram, M.J. (1985): Historical Climate Impact Assessments. In: Kates, R.W. / Ausubel, J.H. / Berberian, M. (Hg.): Climate Impact Assessment. Studies of the interaction of climate and society. Chichester. S. 529 – 564.

45 Pfister, Christian (1994): Bevölkerungsgeschichte und historische Demographie 1500 – 1800. München. Siehe S. 100.

46 Schwarz – Zanetti (1998): Grundzüge der Klima- und Umweltgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters. Siehe S. 49.

47 Pfister (1999a): Wetternachhersage. S. 75.

48 Ebd.

49 Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 67.

50 Ebd.

51 Landsteiner, Erich (1999): The crisis of wine production in late sixteenth – century Central Europe: Climatic causes and consequences. In: Climatic Change Vol. 43 – 1999. Siehe unter; Pfister / Brazdil / Glaser (Hg.) (1999b).

52 Zumbühl, Heinz (1980): Die Schwankungen des Grindelwaldgletschers in den historischen Bild- und Schriftquellen des 12. bis 19. Jahrhunderts. Diss. Univ. Bern. In: Denkschriften der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft, Band 92.

53 Bircher (1982): Zur Gletscher- und Klimageschichte des Saastales.

54 Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz, S. 122.

55 Ebd.

56 Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz. Pfister (1999a): Wetternachhersage.
Pfister / Brazdil / Glaser (1999b) (Hg.): Climatic Variability in sixteenth century Europe. In: Climatic Change Vol. 43 – 1999.

57 Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 156f.

58 Briffa, K.R. / Jones, P.D. / Schweingruber, F.H. / Osborn, T.J. (1998): Influence of volcanic eruptions on Northern Hemisphere summer temperature over the past 600 years. In: Nature, 393: S. 450 – 455.

59 Luterbacher (2001): The LMM. In: Jones / Ogilvie / Davies / Briffa (Hg.) (2001).
Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz.
Pfister (1999a): Wetternachhersage.

60 Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz.
Pfister (1999a): Wetternachhersage.

61 Pfister / Brazdil / Glaser (1999b): Climatic variability in sixteenth century Europe.

62 Pfister, Christoph (1992): Monthly temperature and precipitation in central Europe 1525 – 1979: quantifying documentaty evidence on weather an its effects. In: siehe unter Bradley / Jones (1992), S. 138.

63 Siehe hierzu;
Hulme / Barrow (1997): Climates of the British Isles.
Glaser / Walsh (1991) (Hg.): Historische Klimatologie in verschiedenen Klimazonen.

64 Benito, G. / Diez – Herrero, A. / Fernandez de Villalta, M. (2003): Magnitude and frequency of flooding in the Tagus Basin (Central Spain) over the last millennium. In: Climatic Change Vol. 58 – May 2003, Nos. 1 – 2. Dordrecht.

65 Grove, Jean M. (1986) : The climate of Crete in the sixteenth and seventeenth century. In: Climatic Change Vol. 30, S. 223 – 277. Dordrecht.

66 Pfister, C./ Brázdil, R. / Glaser, R. (Hg.) (1999b): Climatic variability in sixteenth century Europe.

67 Landsteiner (1999): The crisis of wine production in late sixteenth century Europe. Siehe unter: Pfister, C. u.a. (Hg.) (1999b).

68 De Kraker, A. (1999): A method to assess the impact of hightides, storms and storm surges as vital elements in climatic history. The case of stormy weather and dikes in the southern part of Flanderns, 1488 to 1609. In: Climatic Change Vol. 43 – 1999. Dordrecht. Siehe unter: Pfister, C. u.a. (Hg.) (1999b).

69 Ogilvie, A.E.J. (1992): Documentary evidence for changes in the climate of Iceland. Siehe v.a. S. 113f.

70 Grove (1986): The climate of Crete.

71 Ebd.

72 Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 70.

73 Genauere Erläuterungen, Verweise auf weiterführende Literatur und hervorragende Abbildungen zum Thema NAO finden sich unter den bereits angeführten Titeln v. a. in;
Pfister (1999a): Wetternachhersage.
Wanner u. a. (Hg.) (2000): Klimawandel im Schweizer Alpenraum.

74 Crowley, T.J. (2000): Causes of climate change over the last 1000 years. In: Science 289, S. 270 – 277.

75 Ebd.

76 Briffa / Jones / Schweingruber / Osborn (1998): Influence of volcanic eruptions on Northern Hemisphere summer temperature over the past 600 years. In: Nature 393, S. 450 – 455.

77 Siehe hierzu: Crowley (2000): Causes of climate change.

78 Jirikowic / Damon (1994): The Medieval solar activity maximum. In: Climatic Change Vol. 26 – 1994, S. 309 – 316.

79 Siehe etwa; Luterbacher, Jürg (2000): Die „Kleine Eiszeit“ („Little Ice Age“ AD 1300 – 1900). In: Wanner u. a. (Hg.) (2000): Klimawandel im Schweizer Alpenraum. S. 79 – 109.

80 Vergleiche etwa die Rekonstruktion der Solaraktivität im Mittelalter im Beitrag von J.L. Jirikowic in Climatic Change Vol. 26 – 1994 mit den im selben Band präsentierten Daten zu Baumringentwicklung und Gletscherverhalten in dieser Zeit;
Hughes / Diaz (Hg.) (1994): The Medieval warm period. In: Climatic Change Vol. 26 – 1994; spezial issue.

81 Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz.

82 Pfister u.a. (1999b) (Hg.): Climatic variability in sixteenth century Europe.

83 Briffa u.a. (1998): Influence of vulcanic eruptions.

84 De Silva, S. / Zielinsky, G. (1998) : Global influence of the AD 1600 eruption of Huaynaputina, Peru. In: Nature 393 (1) (1998), S. 455 – 457.

85 Pfister u.a. (1999b): Climatic variability in sixteenth century Europe.

86 Luterbacher (2001b): The Late Maunder Minimum.

87 Pfister (1984): Klimageschichte der Schweiz.

88 Luterbacher, Jürg u.a. (2001a): Reconstruction of Monthly Mean Sea Level Pressure over Europe for the LMM.

89 Siehe;
Luterbacher (2001b): The Late Maunder Minimum.
Briffa u.a. (1998): Influence of vulcanic eruptions.

90 Briffa u.a. (1998): Influence of volcanic eruptions.

91 Pfister (1999a): Wetternachhersage.

92 Siehe hierzu vor allem die grundlegenden Temperaturkurven in:
Pfister (1999a): Wetternachhersage, S. 57 – 77.

45 von 45 Seiten

Details

Titel
Klimaungunst während der "Kleinen Eiszeit". Ergebnisse klimahistorischer Forschung im Alpenraum und in Oberdeutschland.
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Die "Kleine Eiszeit"
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
45
Katalognummer
V110000
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit ist eine Zusammenfassung von Erkenntnissen aus der Klimatologie und der Historischen Klimatologie über Klimaschwankungen in historischer Zeit, insbesondere im Alpenraum und in Oberdeutschland während der sog. "Kleinen Eiszeit". Sie soll den Kenntnisstand dieser Wissenschaftsdisiplinen zusammenfassen und denjenigen Historikern eine Grundlage liefern, die sich mit eventuellen Auswirkungen von Klimaschwankungen auf Gesellschaften beschäftigen.
Schlagworte
Klimaungunst, Kleinen, Eiszeit, Ergebnisse, Forschung, Alpenraum, Oberdeutschland, Kleine, Eiszeit
Arbeit zitieren
Jakob Gleichenstein (Autor), 2003, Klimaungunst während der "Kleinen Eiszeit". Ergebnisse klimahistorischer Forschung im Alpenraum und in Oberdeutschland., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110000

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