Hedging mit Futures vs. Hedging mit Optionen


Seminararbeit, 2003

21 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemhintergrund
1.2. Problemstellung
1.3. Gang der Untersuchung

2. Futures und Optionen
2.1. Hedging mit Futures…
2.2. Hedging mit Optionen
2.3. Vergleich zwischen Optionen und Futures
2.3.1. Vor- und Nachteile von Futures
2.3.2. Vor und Nachteile von Optionen
2.4. Verschiedene Marktszenarios
2.4.1. Der Markt im Aufwärtstrend
2.4.2. Der Markt im Abwärtstrend
2.4.3. Zusammenfassung der Marktszenarios

3. Grundlegendes Modell
3.1. Generelle Annahmen
3.2. Der Handel mit Futures
3.3. Der Handel mit Optionen
3.4. Die optimale Wahl
3.5. Abschließende Bemerkung

4. Schlussbetrachtung

1. Einleitung

Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Themenkomplex der optimalen Wahl eines Hedging Instruments. Es werden zwei Sicherungsinstrumente gegenübergestellt. Hierzu ist es sinnvoll, zunächst den Problemhintergrund vorzustellen und die Problemstellung zu erläutern.

1.1. Problemhintergrund

In Zeiten der Globalisierung beschäftigen sich grenzüberschreitend tätige Unternehmen immer mehr mit Fragen des internationalen Finanzmanagements. Dieses umfasst alle Aktivitäten einer internationalen Unternehmung zur Beschaffung, Verwaltung und Verwendung von Kapital.[1] Durch die Ansiedlung von ausländischen Unternehmensteileinheiten gelingt ein schnellerer Zugang zu den nationalen und internationalen Finanzmärkten. Dadurch können mögliche Finanzierungschancen und andere Vorteile genutzt werden. Im Gegensatz zu nationalem Finanzmanagement spielen Währungsrisiken dabei eine große Rolle. Die Europäische Währungsunion hat diesem Nachteil schon Abhilfe geleistet, jedoch kann sie die Relevanz des internationalen Finanzmanagements für deutsche Unternehmen nicht voll beseitigen. Nach wie vor wird ein Großteil des Außenhandels mit den USA, Großbritannien oder Japan in der jeweiligen Währung abgewickelt.[2]

Lag der Preis für 1 US-Dollar am 01.06.2002 noch bei 1,0709 Euro, so lag er ein halbes Jahr später am 01.12.2002 nur noch bei 1,0062 Euro.[3] Anhand dieses Beispiels soll gezeigt werden, welche Schwankungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums auftreten können. Bei Geschäften in der Zukunft kann dieses für ein Unternehmen ein unkalkuliertes Risiko darstellen, wenn es einen ganz anderen Kurs als mit dem kalku-lierten rechnet. Gerade wenn es „in die Millionen geht“, sind solche Wechselkurs-schwankungen von sehr hoher Bedeutung. Die folgende Untersuchung geht daher der Frage nach, wie sich ein Unternehmen absichern kann und welche der vorgestellten Methode die bessere ist.

1.2. Problemstellung

Bei Vertragsabschluß eines Auslandsgeschäfts, das die Lieferung an einem bestimmten Tag in der Zukunft vorsieht, ist der Wechselkurs am Fälligkeitsdatum unbekannt. Verschiedene politische, wirtschaftliche oder umweltbedingte Faktoren beeinflussen den Wechselkurs. Um dieses Wechselkursrisiko beseitigen zu können, muss das Unternehmen Maßnahmen zur Risikoreduktion oder Risikoelimination benutzen. Im folgenden wird dafür der Begriff des „Hedging“ verwendet. Mit Hilfe des Hedging soll der Erwartungsnutzen eines Entscheiders maximiert werden, indem die Höhe der erwarteten Einzahlung durch geeignete Kurssicherungsinstrumente nicht beeinflusst werden kann. Ein risikoscheuer Unternehmer, der sich bzgl. seiner zukünftigen Zahlungen nicht sicher ist, sollte entsprechende Hedging-Maßnahmen ergreifen. Alles andere wäre Spekulation, was bei einem risikofreudigen Unternehmer oder bei sicheren Einzahlungen gerechtfertigt wäre.[4] Der Schwerpunkt dieser Betrachtung liegt sinnvollerweise auf Hedging-Strategien.

Eine Hedging-Strategie ist die mit Futures.

Inhalt eines Futureskontrakts ist das Abkommen zwischen zwei Beteiligten, wobei ein Vermögensgegenstand zu einem festgelegten Preis in der Zukunft gekauft oder verkauft werden soll. Ein bestimmter Liefertermin ist meistens nicht festgelegt, was einer der Unterschiede zu einem Forwardkontrakt ausmacht, auf den hier nicht eingegangen werden soll. Futures werden an Börsen gehandelt. Zu nennen sind da vor allem die Chicago Board of Trade (CBOT) und die Chicago Mercantile Exchange (CME). Neben Währungen werden auch Kontrakte über Handelsgüter wie Schweinebäuche, Mais, Zucker, Wolle oder Aluminium gehandelt.

Eine weitere Hedging Strategie ist die mit Optionen

Ein Optionsgeschäft ist ein Kontrakt, der dem Käufer das Recht aber nicht die Verpflichtung zum Erwerb oder zur Veräußerung eines Vermögenswertes gibt. Dieses Recht gibt dem Käufer die Möglichkeit, bis zu einem bestimmten Zeitraum, d.h. bis zum Verfalltag (Amerikanische Option) bzw. nur am Verfalltag (Europäische Option), einen Futureskontrakt zu einem im voraus bestimmten Terminpreis entweder zu fordern (Kaufoption) oder zu liefern (Verkaufsoption).

Riesige Optionsvolumina werden neben den Börsenplätzen auch an Banken oder anderen Finanzinstituten gehandelt. Zu den Basisobjekten gehören neben Währungen z.B. noch Aktien oder andere Handelsgüter.[5]

Diese Arbeit soll erklären, unter welchen Umständen, welches Instrument zu wählen ist. Dazu werden verschiedene Modelle vorgestellt. Unter bestimmten Annahmen werden so die Kurssicherungsinstrumente untersucht und bewertet.

1.3. Gang der Untersuchung

Um dem Leser zu verdeutlichen, welches Kurssicherungsinstrument zu bevorzugen ist, soll im 2. Kapitel zunächst einmal das Hedging mit beiden Alternativen erläutert werden. Danach werden beide Alternativen verglichen und die Vor- und Nachteile herausgearbeitet. Im Abschnitt 2.4. werden dann verschiedene Marktszenarios anhand von Zahlenbeispielen dargestellt, die die jeweils bessere Alternative aufzeigen. Im Kapitel 3 wird auf den englischen Aufsatz „The preferred hedge instrument“ eingegangen. In einer Gemeinschaftsarbeit von Harald L. Battermann, Michael Braulke, Udo Broll und Jörg Schimmelpfennig, erschienen in Economics Letters, wird ein Modell vorgestellt, dass unter bestimmten Annahmen zu dem Ergebnis kommt, das das vorzuziehende Hedging Instrument eindeutig bestimmbar ist. Eine Schlussbetrachtung rundet die Arbeit ab.

2. Futures und Optionen

2.1. Hedging mit Futures

Wie in Kapitel 1 schon beschrieben wurde, handelt es sich bei Futures um an der Börse gehandelte Instrumente zur Risikovermeidung. Zwei Parteien schließen ein Geschäft ab, bei dem ein Vermögenswert zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft und zu einem festgelegten Preis den Besitzer wechselt.

Die Börse organisiert und detailliert den ausgehandelten Kontrakt, damit es zu keinen Kontraktverstößen kommt. Die beiden Parteien selber kennen sich oft nicht. So wird der Vermögenswert, z.B. ein Rohstoff, angegeben. Die Kontrakteinheit spezifiziert die Menge oder Größe des Basisobjekts. Außerdem werden die Liefervereinbarungen, wie der Lieferort oder die Art des Transports genauestens definiert. Dazu kommen noch die Angaben des Liefermonats, die Preisnotierungen und die maximal zulässige Preisbewegung. Hierunter wird eine Limitbewegung verstanden, die ein Futureskontrakt maximal nach unten oder nach oben gehen kann, bevor die Börse einschreitet und den Handel dadurch ein Tag aussetzt. Mit diesen Eingrenzungen sollen spekulative Exzesse verhindert werden. Doch darauf soll nicht weiter eingegangen werden. Mit der Festlegung der Positionslimits spezifiziert die Börse die maximale Anzahl von Kontrakten, die ein Spekulant halten darf.

Weitere wichtige Eigenschaften von Futures werden durch die Initial- und die Maintenance Margin bestimmt. Ein Investor zahlt am Tag der Bestellung von Futureskontrakten den zu zahlenden Betrag oder auch Originaleinschuss (Initial Margin) bzw. den ausgehandelten Mindesteinschuss auf ein sog. Marginkonto. Je nach dem, wie der Kurs des Vermögenswerts verläuft, ändert sich der Betrag des Marginkontos. Kann der Vermögenswert zwischenzeitlich zu einem höheren Preis verkauft werden, hat der Händler das Recht, den Betrag, der über dem Mindesteinschuss liegt, abzuheben. Fällt der Kontostand dadurch, dass der Vermögenswert nicht mehr zu dem ursprünglich ausgehandelten Preis verkauft werden kann, und liegt der Betrag unter dem Mindesteinschuss (Maintenance Margin), muß der Händler eine Nachschussforderung leisten. Beim Kauf ist es entsprechend umgekehrt.

Die Börse bestimmt die Höhe der Originaleinschüsse und Mindesteinschüsse.[6]

Ein Unternehmen, das als Verkäufer auftritt, kann sein Risiko mit einer Verkaufsposition in einem Future hedgen (short a future). Wenn der Preis des Vermögenswertes steigt, entgeht dem Unternehmen durch die Hedgingposition der höhere Marktpreis. Umgekehrt sichert sich das Unternehmen bei fallenden Marktpreisen gegen geringere Veräußerungserlöse ab.

Der umgekehrte Fall zum Short Hedge ist der Long Hedge. Hier sichert sich das Unternehmen gegen sein Risiko ab, indem es die Kaufposition mit Futures hedgt.[7]

Es ist anzumerken, dass das Hedgen mit Futures nicht unbedingt das Gesamtergebnis verbessert. Jedoch ist der Aspekt der Absicherung des Risikos entscheidend und das Ergebnis ist sicher.

Ein zusammenfassender Überblick wird im Kapitel 2.3. geliefert, nachdem das Hedging mit Optionen vorgestellt worden ist.

[...]


[1] Vgl.„Internationales Finanzmanagement“, Gabler Wirtschaftslexikon (Bd.7; 15.Auflage), Wiesbaden 2000, S. 1598.

[2] In Anlehnung an die Zahlungsbilanzstatistik Dezember 2002: www.bundesbank.de.

[3] www.wechselkurse.de

[4] Vgl. Breuer, S., Unternehmerisches Währungsmanagement, 2.Auflage, Wiesbaden 2000, S.134f..

[5] Vgl. Hull, J., Optionen, Futures und andere Derivate, 4.Auflage, München, Wien 2001, 6ff..

[6] Vgl. Hull, J., Optionen, Futures und andere Derivate, 4.Auflage, München, Wien 2001, S.29-35, hier S. 33.

[7] Vgl. Hull, J., Optionen, Futures und andere Derivate, 4.Auflage, München, Wien 2001, S. 47.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Hedging mit Futures vs. Hedging mit Optionen
Hochschule
Universität Osnabrück  (VWL)
Veranstaltung
Options, Futures and other Derivatives
Note
2,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
21
Katalognummer
V11002
ISBN (eBook)
9783638172745
ISBN (Buch)
9783638787376
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hedging, Futures, Hedging, Optionen, Options, Futures, Derivatives
Arbeit zitieren
Torben Plogmann (Autor), 2003, Hedging mit Futures vs. Hedging mit Optionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11002

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