Die Medientechnologie Weblog - Beschreibung und Einordnung in die Massenkultur des Internets


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

16 Seiten, Note: 1,7


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Inhalt

EINLEITUNG

1.. GRUNDLAGEN
1.1. KLASSISCHE MEDIEN
1.2. DEFINITION
1.3. KONZEPT DES WEBLOGS
1.4. WEBLOGS UND JOURNALISMUS?
1.5. EINSATZMÖGLICHKEITEN

2.. AUSPRÄGUNG DER SUBKULTUR DER WEBLOGS
2.1. AKTUELLER STAND
2.2 FALLBEISPIEL: DIE BLOGOSPHÄRE UND DIE ÖFFENTLICHE MEINUNGSBILDUNG
2.3. SEHEN UND GESEHEN WERDEN
2.4. DIE ROLLE DER BLOGOSPHÄRE
2.5. DER ÖKONOMISCHE ASPEKT

3.. FAZIT

4.. ANHANG
4.1. QUELLENANGABEN / LITERATURVERZEICHNIS

Einleitung

Die weltweite Vernetzung, der sich die Menschheit im letzten Jahrzehnt massiv kon- frontiert sieht, hat ihre kritische Masse erreicht. Das Medium „Internet“ ist zu einem gesellschaftsbeherrschenden Thema geworden: Keine TV-Werbung mehr ohne

„Links“ zu neuen Online-Angeboten und wer von Auktionen spricht meint zu alle- rerst „Ebay“.

Neben dieser ökonomischen Komponente, die sich weitestgehend durch das Konzept der Markwirtschaft erklären lässt, ist das „Netz“ durchzogen von Subkulturen jedwe- der Art, welche sich um ein spezifisches Thema kümmern. Einige dieser Subkulturen sind auf dem Weg zur Massenbewegung oder haben diese Strecke schon hinter sich. So weit ließen sich die „neuen Medien“ (unter Anderem Email, WorldWideWeb, DVD, Internet) [12] durch klassische Print- oder Broadcast-Medien theoretisch er- klären, denn auch hier gibt es Programme, die anfangs ein Nischendasein fristen, später massenhafte Verbreitung finden und denen schließlich eine globale Bedeutung zukommt. Das Internet ist aber kein reines Rezipientenmedium; besser: Es kann eins sein, muss es aber nicht und ist es de facto fast nie. So gibt es massenhaft neue Kommunikationsmittel, die zwischen den Rezipienten vermitteln, was deutlich über klassische Konzepte wie „Leserbriefe“ (bei Printmedien) hinausgeht. Rezipienten des Mediums Internet diskutieren ihre Meinung in Emails, Chats, Foren – oder äußern ihre Meinung in „Weblogs“, was kurz gesagt persönliche Plattformen zur Meinungs- äußerung sind. Jeder, der Zugriff zum Internet hat, kann diese nutzen und mit Inhalt füllen kann. Der Schreibende (oder eingedeutscht auch „Blogger“ genannt) wird auf diese Weise zur Sendestation seiner eigenen Meinung und Gedanken.

Nun ist es keineswegs so, dass jeder Trend, den die neuen Medien hervorbringen, eine solch hohe Relevanz zukommt, dass er in einen „Lifestyle“ oder ins allgemeine

„reale“ Leben übergeht. Inwieweit dies für die Subkultur der „Blogger“ gilt werde ich im folgenden Text erörtern. Wird das Veröffentlichungsmodell eines Weblogs durch bestehende Theorien der Massenkultur – zum Beispiel dem Streben des ein- zelnen Mitgliedes der Masse nach Individualität – gestützt oder nicht?

Im ersten Kapitel werden die technologischen Grundlagen der Weblogs beschrieben, sowie deren Einordnung innerhalb des Mediums Internet. Ein Fallbeispiel, das die heutige Relevanz der Veröffentlichungsform in Deutschland aufzeigen soll, stellt die Verbindung zum zweiten Kapitel her, in welchem die Anknüpfungspunkte an Theo-

rien der Massenkultur aufgezeigt werden. Das dritte Kapitel bietet abschließend ein kurzes Fazit und einen Ausblick.

1 Grundlagen

Das folgende Kapitel beschreibt die technologischen und medientheoretischen Grundlagen von „Weblogs“ und deren aktuelle Situation und leitet mit einem Fall- beispiel auf die Betrachtung bezüglich einer Massenkultur im zweiten Kapitel weiter.

1.1 Klassische Medien

Wie schon in der Einleitung erwähnt wurde hält der Siegeszug des Internets an. Nicht-Digitale Medien, wie zum Beispiel Zeitungen und Nachrichtenmagazine, bie- ten längst Auftritte im „WorldWideWeb“ (WWW) an, deren Spektrum von abge- speckten Versionen über 1:1-Abbildungen des ursprünglichen Mediums bis hin zu exklusiven Inhalten reicht. Das Gros der Online-Angebote ist kostenfrei, mittlerweile etablieren aber große Anbieter wie „Spiegel Online“ Bezahlmodelle. Zu klassischen Medien zählen, neben Printmedien, auch Broadcast-Medien wie Fernsehen oder Ra- dio [2].

All diese Medienformen haben die Kommunikationsstruktur gemein: Viele Rezipien- ten empfangen Informationen aus einer Quelle („One-To-Many“-Modell) und das unidirektional und asynchron [3]. Dieser Verteilungsalgorithmus kann ebenfalls als klassisch beschrieben werden, da er keinen „Rückkanal“ vorsieht (Bidirektionalität), durch welchen die Rezipienten Kontakt mit den Autoren/Sendern aufnehmen kön- nen. Auch können sich die Rezipienten nicht untereinander austauschen („Many-To- Many“).

WWW-n, zum Beispiel Nachrichtendienste, sind typischerweise dem One-To- Many-Modell zuzuordnen. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Diensten, die nicht die- sem klassischen Kommunikationsmodell gehorchen [3]. Diese sind nur schwer auf das Internet abzubilden, da bestehende Kommunikationsrollen aufgebrochen werden [1]: Leser können zu Autoren werden.

1.2 Definition

In [4] ist folgende Definition zu entnehmen: „ Ein Weblog oder Blog (ein Kunstwort aus 'Web' und 'Logbuch') ist eine Web, die periodisch neue Einträge enthält. [...] In einem typischen Weblog hält ein Autor (der Blogger) seine 'Surftour' [sic!] durch das Internet fest, indem er zu besuchten n einen Eintrag schreibt. Es gibt aber

auch Fach-Weblogs, in denen ein Autor Artikel zu einem bestimmten Thema veröf- fentlicht. Andere Blogger teilen auf ihrer Web Einzelheiten aus ihrem privaten Leben mit.“

Medientechnisch gesehen ist also ein Weblog eine Schreib- und Veröffentlichungs- form, die für alle Internetnutzer zugänglich ist [5]. Oft wird auch von einer „Tage- buch ähnlichen“ Veröffentlichungsform gesprochen, obwohl dies nur einen geringen Teil der bestehende Weblogs ausmacht [15].

1.3 Konzept des Weblogs

Zu Gründerzeiten des Internets gab es nur Text, also nur die pure Information. Mit der Etablierung der Hypertext Markup Language (HTML) als Layouthilfe kam eine Designkomponente hinzu. Fortan sahen quasi alle WWW-n unterschiedlich aus, konnten deren Autoren doch aus einer Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten wäh- len. Als Ende der Neunziger Jahre das Medium Internet seinen Siegeszug aus einer Subkultur zur gesamtgesellschaftlichen Relevanz antrat, wurden die sich bietenden Möglichkeiten ausgeschöpft: Fortan kam niemand ohne eine „persönliche Homepa- ge“ aus, auf welcher sich meist irrelevante bis uninteressante Informationen zum Autor befanden. Tages- oder wochenaktueller Inhalt war jedoch selten.

Man erkennt schon an dieser Stelle, dass Nutzer des neuen Mediums die klassische Kommunikationsstruktur aufbrechen und eben nicht mehr „nur“ Rezipient sein woll- ten. Allerdings handelte es sich wie schon erwähnt um weitestgehend statische In- formationen, die selten oder nie aktualisiert werden - auch hier gab es natürlich Aus- nahmen. Worin lag diese Halbherzigkeit begründet? Grundsätzlich waren (und sind) die technologischen Möglichkeiten vorhanden, um eigene Inhalte schnell im Internet oder WWW zu präsentieren, allerdings war dies alles andere als komfortabel [16]. Vom Berichterstatter der damaligen Zeit wurde neben der inhaltlichen Gestaltung auch die Anpassung des Layouts gefordert, sobald neue Informationen zugänglich gemacht werden sollten. Das hat sich mittlerweile geändert, da es Softwaresysteme gibt, die Layout (statisch) und Inhalt (dynamisch) voneinander trennen, so dass der Veröffentlicher sich nur noch auf seine ursprüngliche Aufgabe konzentrieren muss. Das Publizieren ist also durch die so genannten Content-Management-Systeme viel einfacher geworden und hat den Schwierigkeitsgrad vom Ausfüllen eines Formulars, zumal es eine Reihe von vorgefertigten Designkomponenten (so genannte „Templa- tes“) bei Anbietern solcher Services gibt [4].

Oft werden Weblogs mit Newslettern oder Kolumnen verglichen. Im Unterschied dazu sind sie persönlicher, selektiv und kommentieren einseitig [4]: Der Autor ver- sucht seine persönliche Attitüde bezüglich eines Themas auszudrücken und tut dies zwar durch Querverweise (Quellen-Angaben oder Links zu anderen Webn [4]) begründet aber trotzdem selten objektiv. Eine Kommentarfunktionalität, die es den Lesern ermöglicht auf das Geschriebene zu reagieren ist oftmals vorhanden. An die- ser Stelle weicht also ein Weblog von der One-To-Many-Kommunikation ab und integriert ein Webboard-System [3] mit „interaktiven Diskussionsmöglichkeiten“ [16].

Akteure in einem Weblog sind demnach:

1. der publizierende Autor. Er nimmt die Rollen eines Chefredakteurs oder Ko- lumnisten ein und sendet seine eigene Meinung oder Weltsicht in das Medium.
2. der rezipierende Leser. Er „geht auf Empfang“ und beurteilt idealer Weise kritisch das Gelesene.
3. der kommentierende Leser. Er hat zuvor rezipiert und äußert seine Meinung kontextnah im selben Weblog [4].

[16] charakterisiert Weblogs zu dem als „nicht-kommerziell“ und stellt deren chro- nologischen Tagebuch ähnlichen Stil heraus. Weiterhin wird die Veröffentlichungs- form meist von „Einzelpersonen“ in der publizierenden Rolle betrieben. Verschiede- ne Einsatzformen werden in Abschnitt 1.5 kurz vorgestellt.

Weiterhin ist anzumerken, das die Gesamtheit der Blogs (als „Blogosphäre“ bezeich- net [4]) eine eng verwobene Subkultur ist. Weblog-Autoren greifen oft Inhalte von Kollegen auf und kommentieren diese. Sie bilden so eine Gemeinschaft, die losgelöst von geografischen oder geopolitischen Grenzen ist und die nicht unbedingt einer Meinung sein muss. Die Kontroverse ist ein Hauptbeweggrund in diesem neuen Me- dium zu publizieren. Die Weblog-Bewegung ist nicht extern gesteuert oder initiiert, sondern handelt autark [11].

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Die Medientechnologie Weblog - Beschreibung und Einordnung in die Massenkultur des Internets
Hochschule
Universität Paderborn
Veranstaltung
In der Zerstreuung organisiert - Massenkultur als Chiffre der Moderne
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V110046
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die weltweite Vernetzung, der sich die Menschheit im letzten Jahrzehnt massiv konfrontiert sieht, hat ihre kritische Masse erreicht. Neben ökonomischen Komponenten, die sich weitestgehend durch das Konzept der Markwirtschaft erklären lässt, ist das 'Netz' durchzogen von Subkulturen jedweder Art. Rezipienten des Mediums Internet diskutieren ihre Meinung in Emails, Chats, Foren - oder äußern ihre Meinung in 'Weblogs', was kurz gesagt persönliche Plattformen zur Meinungsäußerung sind.
Schlagworte
Medientechnologie, Weblog, Beschreibung, Einordnung, Massenkultur, Internets, Zerstreuung, Chiffre, Moderne
Arbeit zitieren
Christian Wedtke (Autor), 2005, Die Medientechnologie Weblog - Beschreibung und Einordnung in die Massenkultur des Internets, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110046

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