Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland - Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung


Hausarbeit, 2003

22 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Eine Einführung zum Thema Nachhaltige Entwicklung
1.2 Rio 1992: Der Anfang
1.3 Johannesburg 2002: Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung

2 Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland
2.1 Das nationale Konzept „Perspektiven für Deutschland“
2.2 Die deutsche Strategie für eine nachhaltige Entwicklung
2.2.1 Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung
2.2.2 Die Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung
2.2.3 Weiterentwicklung des Konzepts: Perspektiven für Deutschland
2.2.4 Schwerpunkte der Nachhaltigen Entwicklung

3 Zusammenfassung

4 Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beinhaltet eine Untersuchung über die Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland. Das Thema behandelt einen Teil des Seminars „Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung: gegensätzliche oder vereinbare Konzepte?“ bei Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer an der Technikchen Universität Berlin – TU Berlin.

In diesem Seminar soll in das Thema zur Lebensqualität und nachhaltiger Entwicklung eingeführt werden. Das Konzept der Lebensqualität wird vor allem in die Lebensbedingungen der Menschen einbezogen. Das moderne Konzept der nachhaltigen Entwicklung beschäftigt sich mit der „Sicherung der Existenzgrundlagen und Entwicklungsmöglichkeiten“ der künftigen Generationen. Die beiden Konzepte sollen als Forschungsansätze dargestellt und problematisiert werden. Es soll die Frage gestellt werden, ob diese Konzepte sich ergänzen oder zueinander stehen.

Absicht dieser Arbeit ist es, den Vorschlag der Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland darzustellen und einige Überlegungen des Bedeutungsverhältnisses von nachhaltigen Entwicklungs- und Lebensqualitätskonzepten zu berücksichtigen.

Die unterschiedlichen Aspekte des Problemfeldes führten zu einer Dreiteilung der Gliederung dieser Arbeit:

Der erste Abschnitt beinhaltet eine Einführung zum Thema nachhaltige Entwicklung vom Anfang in Rio 1992 zum Weltgipfel in Johannesburg 2002.

Der zweite Abschnitt behandelt die Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland bzw. das nationale Konzept „Perspektive für Deutschland“. Hierbei werden die Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung als Leitbild des nachhaltigen Entwicklungskonzeptes dargestellt.

Im dritten Abschnitt sind die Schlussbetrachtungen enthalten und es wird der Frage nachgegangen, ob die Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland als eine sinnvolle Strategie für die Verbesserung des Lebensqualität der Bevölkerung betrachtet werden kann.

1.1 Eine Einführung zum Thema Nachhaltige Entwicklung

Das Nachhaltigkeitskonzept kann als ursprüngliche Idee in Verbindung mit der Forstwirtschaft gebracht werden. Im 18. Jahrhundert hat man schon die Situation so betrachtet, als dass einige Naturressourcen z.B. Holz nur in einer begrenzten Zeit geschlagen werden dürfen. Das bedeutete, dass künftig nur so viele Bäume abgeholzt werden sollten, wie neue nachwachsen.1

Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde im wissenschaftlichen Bereich mit der Studie „Grenzen des Wachstums“, die heute als eine der Ur-Studien zur Nachhaltigen Entwicklung gilt, geprägt.2

Dieser erste Bericht stellte im Voraus einen katastrophalen Niedergang des Lebensstandards und der Weltbevölkerung dar. Die wichtigsten Gründe dafür waren der ungebremste und unbegrenzte „Raubbau am Kapital des Planeten“ und vor allem die „Steigerung der Weltbevölkerung.“

Dem Leitbild Nachhaltigkeit kommt die Funktion einer regulativen Idee zu, deren prinzipielle Handlungsanweisung lautet, unser Handeln so zu organisieren, dass man nicht auf Kosten der Natur, anderer Menschen, anderer Regionen oder anderer Generationen leben sollte. Unter dem Begriff der Nachhaltigkeit versteht man auch ein Gesamtkonzept, das eine Entwicklung zum Ziel hat, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig ist. Nachhaltigkeit ist damit immer auch eine Querschnittsaufgabe, weil sie alle Bereiche unserer Lebens und Wirtschaftens betrifft. Für den Umgang mit unserer Umwelt bedeutet das, dass man mit Blick auf die heutigen und zukünftigen Generationen verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen muss.3

Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet, dass man für neue Generationen ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen sollte.

1.2 Rio 1992: Der Anfang

Ende Februar 1992 legte die VN-Umweltbehörde einen umfassenden Bericht vor: „Die Lage der Umwelt 1972 bis 1992: Die Rettung unseres Planeten“. Dieser Bericht war neben den deutschen Nationalberichten Gegenstand der von den Vereinten Nationen einberufenen Konferenz über „Umwelt und Entwicklung“ im Jahre 1992 in Rio de Janeiro. Diese Konferenz hat weltweit das Problembewusstsein für die Erhaltung der Schöpfung und die Bekämpfung der Armut gesteigert.4

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung hat sich die internationale Staatengemeinschaft zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung bekannt. Sie hat sich mit der Agenda 21 ein globales Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert gegeben. Mit diesem Aktionsprogramm wurden detaillierte Handlungsaufträge gegeben, um einer weiteren Verschlechterung der Situation entgegenzuwinken, eine schrittweise Verbesserung zu erreichen und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen. Wesentlicher Ansatz ist dabei die Integration von Umweltaspekten in alle anderen Politikbereiche. Das Aktionsprogramm gilt sowohl für Industrie- wie für Entwicklungsländer. Es enthält wichtige Festlegungen, u.a. zur Armutsbekämpfung, Bevölkerungspolitik, zu Handel und Umwelt, zur Abfall-, Chemikalien-, Klima- und Energiepolitik, zur Landwirtschaftspolitik sowie zu finanzieller und technologischer Zusammenarbeit der Industrie- und Entwicklungsländer. Die Bundesregierung orientiert sich bei ihrer bi- und multilateralen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit an der Agenda 21.5

Die Rio-Deklaration war eine politische Verpflichtungserklärung, in der zum ersten Mal Grundsätze für eine Politik im Interesse heutiger und künftiger Generationen formuliert wurde. Sie enthielt das Recht auf Entwicklung, verankerte die Armutsbekämpfung und hielt fest, dass die Industrieländer als wesentliche Verursacher für bisher entstandene Umweltschäden die Hauptverantwortung tragen. Die Agenda 21 ist ein Aktionsprogramm für dieses Jahrhundert und ein vom Süden und Norden gemeinsam erarbeitetes entwicklungs- und umweltpolitisches Programm. Trotz des Wiederstands einiger Staaten konnte im Kapitel „Schutz der Erdatmosphäre“ die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Energieeinsparung und erhöhter Effizienz der Energienutzung sowie der stärkere Einsatz erneuerbarer Energiequellen bestätigt werden.

Im Jahr 1999 wurde im Amsterdamer Vertrag die Förderung der Nachhaltigkeit als Ziel der EU festgeschrieben. Die EU nimmt in zentralen Dokumenten ebenfalls Bezug auf die Agenda 21 (z.B. Grundsatzkapitel des EG-Vertrages). Auch andere supra- und internationale Organisationen und Institutionen berücksichtigen dieses Leitbild in ihrer Arbeit (z.B. OECD).6

1.3 Johannesburg 2002: Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung

Der Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung7, der 2002 in Johannesburg/Südafrika stattfand, war mit über 20000 Teilnehmern die größte UN-Konferenz aller Zeiten. Er war von der UN-Generalversammlung mit dem Ziel beschlossen worden, das seit der Konferenz über Umwelt und Entwicklung der UN (UNCED) 1992 Erreichte im Rahmen eines Weltgipfels zu bewerten und die Ausrichtung der Politik auf die Prinzipien der Nachhaltigkeit zu bekräftigen. Im Zentrum stand dabei die Frage, welche politischen Entscheidungen erforderlich sind, um die Herausforderungen des Globalen Wandels zukünftig besser bewältigen zu können. Der WSSD sollte ein Gipfel der Umsetzung sein.

Die Verhandlungsergebnisse des WSSD sind die Abschlussdokumente der Johannesburg-Erklärung und der Johannesburg-Aktionsplan sowie konkrete Schritte zur Umsetzung im Rahmen freiwilliger Partnerschaftsprojekte.8 Der Aktionsplan enthält neben der Einführung die Kapitel Armutsbekämpfung, Konsum- und Produktionsmuster, Schutz und Management natürlicher Lebensgrundlagen, Globalisierung, Gesundheit, kleine Inselstaaten, Afrika, Instrumente zur Umsetzung und institutioneller Rahmen.9

Die Umsetzung von Nachhaltigkeit betrifft natürlich nicht nur die nationale, sondern insbesondere auch die internationale Ebene: In Zeiten zunehmender Globalisierung hat weltweite Nachhaltigkeitspolitik einen sehr hohen Stellenwert in den internationalen Beziehungen. Globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme können nicht von einem Land allein, sondern nur gemeinsam in enger Zusammenarbeit vieler Länder gelöst werden.

Deshalb unterstützt Deutschland nachdrücklich den 1992 in Rio de Janeiro eingeleiteten Prozess einer internationalen Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft. Für deren Verwirklichung sind im September 2002 beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg neue wichtige Umwelt- und Entwicklungsziele beschlossen worden. Konkrete Zeitziele sind insbesondere das Ziel zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur Chemikaliensicherheit, zur Trinkwasserversorgung und zur Abwasserentsorgung. Außerdem hat sich die Staatengemeinschaft in Johannesburg erstmals darauf verständigt, den Anteil erneuerbarer Energien weltweit zügig und deutlich zu erhöhen.10

Der Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg zog zehn Jahre nach Rio Bilanz und gab weitere Anstöße. Neue Vereinbarungen oder verbindliche Übereinkommen über Ziel und Fristen wurden jedoch nur in wenigen Bereichen erreicht (z.B. Trinkwasser). Die Ankündigung von konkreten Schritten zur Umsetzung freiwilliger Partnerschaftsprojekte war ebenfalls neu und viel versprechend. Der WSSD hat auch gezeigt, dass Wirtschaft und Zivilgesellschaft einen festen Platz im internationalen Verhandlungsgeschehen eingenommen haben. Zudem wurden Fortschritte bei der Netzwerkbildung zwischen den Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Regierungen erzielt.11

2 Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland

Vor 30 Jahren in Stockholm waren sich einige Länder einig, dass sie sich dringend mit dem Problem der Umweltzerstörung auseinandersetzen müssen. Vor zehn Jahren kamen die Länder auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro12 überein, dass der Umweltschutz sowie die soziale und wirtschaftliche Entwicklung grundlegende Voraussetzungen einer auf die Grundsätze von Rio gestützten nachhaltigen Entwicklung sind13. Um diese zu verwirklichen, verabschiedete man das globale Programm „Agenda 21“ und die Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, auf die man sich erneut verpflichtete.

Auf dem Gipfeltreffen von Johannesburg hat man viel erreicht, indem man ein breites Spektrum von Menschen und Meinungen zu einer konstruktiven Suche nach einem gemeinsamen Weg zusammengeführt hat, der in eine Welt führt, in der die Vision der nachhaltigen Entwicklung geachtet und verwirklicht wird. Darüber hinaus hat der Gipfel von Johannesburg bestätigt, dass erhebliche Fortschritte in Richtung auf die Herbeiführung eines globalen Konsenses und einer Partnerschaft zwischen allen Menschen unserer Erde erzielt worden sind.

Die auf der Konferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete Agenda 21 fordert die Unterzeichnerstaaten auf, eine „nationale Strategie nachhaltiger Entwicklung“ zu formulieren. Nach dem Beschluss der UN-Sondervollversammlung vom Juni 1997 in New York sollen alle Unterzeichnerstaaten ihre Nachhaltigkeitsstrategie bis spätestens 2002 fertigstellen. Die Bundesrepublik Deutschland, die 1971 mit ihrem ersten Umweltprogramm noch als internationaler Vorreiter auf diesem Gebiet gelten konnte, gehört heute zu den Nachzüglern dieser Entwicklung. In der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung wurde die Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie nunmehr beschlossen. Im Januar 2000 wurde dieser Prozess durch einen parteiübergreifenden Beschluss des Bundestages förmlich eingeleitet.

2.1 Das nationale Konzept „Perspektiven für Deutschland“

Im Dezember 2001 legte der Staatssekretärsausschuss14 für Nachhaltige Entwicklung unter dem Titel „Perspektiven für Deutschland“ den Entwurf einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zur Diskussion vor. Die Endfassung der Nachhaltigkeitsstrategie sollte im April 2002 von der Bundesregierung beschlossen werden. Sie wurde gleichzeitig als der deutsche Beitrag für den Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung im September 2002 in Johannesburg dargestellt.

Die Strategie wurde durch einen breit angelegten Dialogprozess vorbereitet15, an dem sich gesellschaftliche Gruppen und einzelne Bürger beteiligten. Die Strategie hat u.a. folgende konkrete Ziele festgelegt:

- Die Energieproduktivität soll bis 2020 (gegenüber 1990) verdoppelt werden, d.h. mit der gleichen Menge Energie soll mehr Wirtschaftsleistung erbracht werden.
- Der Anteil der erneuerbaren Energien soll bis 2010 (gegenüber 2000) verdoppelt werden.
- Der Anteil des Schienenverkehrs an der Güterverkehrsleistung soll bis 2015 gegenüber 1997 verdoppelt werden.
- In der Zeit von 2008-2012 sollen die Kyoto-Gas-Emissionen um 21% gegenüber 1990 verringert werden.

Die Nachhaltigkeitsstrategie hat klare Ziele damit vorgegeben, die den Bürgern helfen, nachhaltig zu sein. Das heißt nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen zu leben.16

Das Konzept der Nachhaltigkeit hat als Mittepunkt die Einsicht, dass soziale Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und der Schutz der natürlichen Umwelt nicht getrennt verstanden werden müssen. Das bedeutet nur innerhalb des Spielraumes, den die Natur als Lebensgrundlage bereitstellt, ist wirtschaftliche Entwicklung und damit auch Wohlfahrt dauerhaft möglich. Damit die Lebensgrundlagen kommender Generationen nicht geschädigt werden, ist mit Hilfe von Umweltzielen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung festzulegen.

2.2 Die deutsche Strategie für eine nachhaltige Entwicklung

Die Nachhaltigkeitsstrategie - Perspektive für Deutschland – vom April 2002 ist das Konzept zur Einleitung und Durchsetzung einer Nachhaltigen Entwicklung in Deutschland.17 Erstmalig liegt ein solches Konzept mit der politischen Verbindlichkeit eines Kabinettsbeschlusses vor. Im Vorfeld hatte die Bundesregierung im Jahr 2001 den Rat für Nachhaltige Entwicklung zu ihrer Beratung in der Nachhaltigkeitspolitik einberufen.

Die Aufstellung von nationaler Nachhaltigkeit geht auf die 1992 in Rio de Janeiro beschlossene Agenda 21 zurück. Neu sind die integrierte Sichtweise von Umwelt und Entwicklung, das partizipative Herangehen sowie die durch quantifizierte Ziele und Zeitpläne abgesteckten Wegmarken zur Nachhaltigkeit. Vor allem die Quantifizierung soll die Nachhaltigkeitspolitik aus der unverbindlichen Programmatik herausführen. Anhand von sieben Handlungsfeldern und 21 Indikatoren soll der Erfolg der Strategie im Zeitverlauf gemessen werden. Die wichtigsten Ziele der deutschen Nachhaltigkeit sind die Begrenzung des Flächenverbrauchs, die Erweiterung der Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit, der Ausbau der erneuerbaren Energieträger und die Weiterführung der Vorreiterrolle im Klimaschutz. Zahlreiche andere Staaten verfügen über ähnliche Nachhaltigkeitsstrategien.

2.2.1 Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung

Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung ist das wichtigste Kapitel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie18. Das Kapitel beschreibt, wie „nachhaltiges“ politisches und gesellschaftliches Handeln gesehen werden müssen und stellt dabei vier Prinzipien dar: Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, Sozialer Zusammenhalt und Internationale Verantwortung.

Das Konzept19 der „Generationengerechtigkeit“ bedeutet, mit den natürlichen Ressourcen sparsamer zu sein, und gehört zu den wichtigsten Aufgaben. Es ist vor allem notwendig die Vision einer Energie- und Ressourceneffizienz zu haben. Die Konsolidierung der Staatsfinanzen und einer nachhaltigen Wirtschaft sind weitere zentrale Themen, die wichtige Rollen in diesem Bereich spielen.

Der Begriff „Lebensqualität“ hat eine breitere Bedeutung, die eine unversehrte Umwelt, gute Schulen und eine lebenswerte, sichere Stadt mit vielfältigen kulturellen Angeboten umfasst. Lebensqualität kann auch das Angebot an Arbeitsplätzen und die Chancen für unternehmerische Initiativen bedeuten und dafür die wirtschaftliche Grundlage bilden, ein ebenso wichtiger Faktor ist die Agrarpolitik, die den Verbraucher unterstützt.

Beim Thema „Sozialer Zusammenhalt“ geht es darum, einen guten wirtschaftlichen Strukturwandel zu gestalten und damit allen gleiche Chancen bieten zu können. Man kann behaupten, dass die Dynamik der Wirtschaft von gesellschaftlicher Solidarität abhängig sein könnte. Das bedeutet, dass man Armut mit sozialer Ausgrenzung so weit wie möglich vorbeugen sollte, die Spaltung der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer verhindern muss und die Beteiligung aller Bürger am gesellschaftlichen und politischen Leben ermöglichen sollte.

Die wichtigsten Aspekte des Konzeptes „Internationale Verantwortung“ sollten in Verbindung mit Armutsbekämpfung, der Verstärkung humanitärer Hilfe, der Intensivierung der Entwicklungszusammenarbeit und dem globalen Umweltschutz gebracht werden. Der Zusammenhang dieser Themen mit der internationalen Sicherheit ist unübersehbar. Es kann gesagt werden, dass die Entwicklung der Wirtschaft und Armutsbekämpfung nur gelingen werden, wenn die Industrieländer den Entwicklungsländern ihre Märkte öffnen und damit mehr Handelschancen an die Entwicklungsländer geben.20

2.2.2 Die Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung

In der Literatur werden Indikatoren (Nachhaltigkeit/Lebensqualität) als „Kern- oder Hilfsgrößen“ definiert, „die zur Abbildung eines bestimmten, nicht direkt messbaren und oftmals komplexen Sachverhalts ausgewählt werden.“ Beispiele dafür sind Indikatoren für Klimawandel (z.B. Ausstoß von CO²) oder allgemeinen Indikatoren für Krankheit (z.B. die Körpertemperatur).21 Die Indikatoren haben die folgenden Funktionen: Analytische Funktion, Kommunikations-, Wahn-, Koordinations- und Vergleichsfunktion. Die Nutzung von Indikatoren besteht darin, ein Problem zu verstehen, Konflikte zu lösen, Controlling umzusetzen, Partizipation zu ermöglichen und eine Entscheidung zu treffen.22

Die Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung bzw. Indikatorensystem der CSD (Commission of Sustainable Development) sind in vier Dimensionen eingeordnet: Soziales, Umwelt, Wirtschaft und Institutionen. Der CSD unterscheidet die Indikatoren in drei verschiedene Typen: Antriebsindikatoren, Zustandsindikatoren und Maßnahmenindikatoren.23 Das Forum Umwelt Und Entwicklung unterscheidet sich zum Indikatorensystem der CSD in bezug auf Zieldefinition (mehrdimensionale Ziele), Schlüsselindikatorendefinition, Indikatorendefinition (internationale Gerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit) und Aufnahme subjektiver Indikatoren (Einschätzungen von Person ibs. bei institutionellen Aspekten). Das Indikatorensystem des Forum Umwelt und Entwicklung hat als nachhaltige Ziele und Schlüsselindikatoren: Umwelt zu bewahren (ökologisches Ziel) - Schlüsselindikator: Naturschutzflächen; Stärkung des sozialen Zusammenhalts/Gerechtigkeit (soziales Ziel) - Schlüsselindikator: erweiterte Arbeitslosenquote; Befriedigung der materiellen Bedürfnisse des Menschen (ökonomisches Ziel) - Schlüsselindikator: Bedarfsdeckung, z.B. des Wohnungsbedarfs; und Erhöhung von Mitentscheidung und Partizipation (institutionelles Ziel) - Schlüsselindikator: Zugang zu Bildung.24

Als ein konkretes Beispiel kann man das Wirtschaftswachstum, die Arbeitslosenquote und die Inflationsrate als Schlüsselindikatoren zur Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung betrachten. Der Börse vermittelt ein Bild von der Gesamtentwicklung des Marktes.

In Deutschland werden 21 Schlüsselindikatoren25 der Nachhaltigkeitsstrategie zur Darstellung einer nachhaltigen Entwicklung benötigt. Die Bundesregierung will künftig in regelmäßigen Abständen aufzeigen, dass das Land auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung steht, welche Fortschritte erreicht wurden und wo es noch weiteren Handlungsbedarf gibt.

Die Indikatoren der deutschen nachhaltigen Entwicklungsstrategie werden als elementarer Bestandteil von Managementkonzepten zur Umsetzung und kontinuierlichen Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie benötigt. Die Ziele und Indikatoren können als Orientierungswerte die Richtung anzeigen, in die die Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten gehen soll und dienen insbesondere auch der Erfolgskontrolle. Die Zahl der Schlüsselindikatoren wurde bewusst klein gehalten, weil mit wenigen Kennziffern ein rascher Überblick über wichtige Entwicklungen ermöglicht werden soll.26

Die Indikatoren sollen mit konkreten und mit quantifizierten Zielen verknüpft werden. In Bereich der Energieproduktivität soll bis 2020 gegenüber 1990 die Energieausbeute verdoppelt werden. Das heißt, mit einer bestimmten Energiemenge soll in Zukunft etwa doppelt soviel produziert werden. Ein anderes Beispiel ist die Verringerung von Landschaftsverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen, er soll von heute 130 Hektar pro Tag auf maximal 30 Hektar im Jahr 2020 herabgesenkt werden. Die innovativen Technologien und neue Entwicklungen sollen die Lebensqualität künftiger Generationen erhöhen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. In Durchschnitt liegt der Anteil von 2,46 Prozent am Bruttoinlandsprodukt hinter den USA (2,64 Prozent) oder Japan (3,04 Prozent). Die privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Bildung wird auf rund 3 Prozent bis 2010 erhöht.

Die Bundesrepublik Deutschland will die Nachhaltigkeitsziele ausrichten und die strategischen Planung für eine nachhaltige Entwicklung in konkrete Politik umsetzen. Der Staat soll nicht allein handeln, sondern vielmehr mit allen aktiven und eigenverantwortlichen gesellschaftlichen Gruppen zusammen handeln. Das bedeutet, dass die Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Kirchen und andere gesellschaftliche Gruppen sowie alle Bürger mitwirken müssen, so kann das Nachhaltigkeitsprojekt Erfolg haben. Die Indikatoren sind Orientierungswerte für die staatlichen und gesellschaftlichen Akteure der Nachhaltigen Entwicklung.27

2.2.3 Weiterentwicklung des Konzepts: Perspektiven für Deutschland

Das Ziel der Bundesregierung ist die nationale Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen und weiterzuentwickeln. Dem Staatssekretärsausschuss für Nachhaltige Entwicklung soll der erste Fortschrittsbericht im Herbst 2004 vorgelegt werden. Der Fortschrittsbericht soll neue Schwerpunktfelder einer Nachhaltigen Entwicklung aufzeigen und eine Bilanz der verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Entwicklung der 21 Ziele und Indikatoren enthalten.

Die 21 Ziele und Schlüsselindikatoren sind das Kernstück der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Das Managementkonzept für eine nachhaltige Entwicklung setzt sich zusammen aus den Managementregeln der Nachhaltigkeit, den Indikatoren und Zielen sowie einem regelmäßigen Monitoring zur Erfolgskontrolle.

Die zentralen ökologischen Ziele und Indikatoren ergeben sich aus Energie- und Rohstoffproduktivität, Klimaschutz, erneuerbaren Energien, Flächeninanspruchnahme, Mobilität, Luftqualität, biologischer Vielfalt, ökologischen Landbau und konventioneller Landwirtschaft. Die wichtigsten Handlungsfelder der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie gliedern sich in drei prioritäre Bereiche: „Klimaschutz/Energiepolitik“, „umweltverträgliche Mobilität“ sowie „Umwelt, Gesundheit und Ernährung“ auf. Diese Handlungsfelder sind konkrete Instrumente und Maßnahmen im ökologischen Bereich, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die Armutsbekämpfung, die Entwicklungsförderung und der weltweite Umwelt- und Ressourcenschutz sind als Maßnahmen mit einer internationalen Dimension und globaler Verantwortung ausgestattet.

Um die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu kontrollieren, wird regelmäßig alle zwei Jahre eine Bericht erstellt, damit soll die Strategie vor allem überprüft werden, „welche Beiträge sie selbst und andere Akteure (zum Beispiel Länder, Kommunen, Wirtschaft) geleistet haben, um den in der Strategie genannten Zielen näher zu kommen, welche Veränderungen sich bei den 21 Schlüsselindikatoren zeigen und welche Schlussfolgerung für die Weiterentwicklung der Strategie gezogen werden müssen.“28

Die Bundesregierung soll die Bedeutung der Strategieumsetzung mit verschiedenen anderen Akteuren der Nachhaltigkeit, z.B. in Bund und Ländern sowie in Wirtschaft und Gesellschaft darstellen sowie der Prioritäten einer nachhaltigen Entwicklung und für die Zukunft des Landes. Eine nachhaltige Entwicklung kann gemeinsam erreicht werden, wenn die politisch Verantwortlichen auf allen staatlichen Ebenen einschließlich Ländern und Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften sowie aller Bürger die Handelsziele der nachhaltigen Entwicklung akzeptieren.29

2.2.4 Schwerpunkte der Nachhaltigen Entwicklung

Die Schwerpunkte der nachhaltigen Entwicklung werden in sieben relevanten Bereichen vorgestellt, nämlich „I. Energie effizient nutzen – Klima wirksam schützen (Drehbuch für eine zukunftsfähige Energiepolitik); II. Mobilität sichern – Umwelt schonen (Fahrplan für neue Wege); III. Gesund produzieren – gesund ernähren (Verbraucher als Motor für Strukturwandel); IV. Demographischen Wandel gestalten (Neuer Übergang in den dritten Lebensabschnitt); V. Alte Strukturen verändern – neue Ideen entwickeln (Bildungsoffensive und Hochschulreform); VI. Innovative Unternehmen – erfolgreiche Wirtschaft (Innovation als Motor der Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit als Motor für Innovation); VII. Flächeninanspruchnahme vermindern (Nachhaltige Siedlungsentwicklung fördern).“30

Die Bundesregierung fasst die obengenannten Themen als Prioritäten auf, bei denen Weichenstellungen für eine nachhaltige Entwicklung des Landes notwendig sind.

Die genannten Ziele und Maßnahmen werden in den wichtigsten Handlungsfeldern ergänzt, wodurch konkrete Pilotprojekte mit Innovationspotenzial und die Idee der nachhaltigen Entwicklung dargestellt werden. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat als Beispiel mehrere Projekte vorgeschlagen, die sich mit standortgerechter Landnutzung befassen und damit einen Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers leisten will.31

3 Zusammenfassung

In diesem Abschnitt wird zuerst eine kurze Zusammenfassung der grundsätzlichen Aspekte von den beiden Konzepten Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung dargestellt. Es wird auch die Frage gestellt, ob diese beiden gegensätzliche oder vereinbare Konzepte sind. Um diese Frage zu beantworten, muss man beide Konzepte und ihre Indikatoren vergleichen.

Die Lebensqualität wird häufig mit subjektiven und objektiven Indikatoren gemessen. Sie hat neben wissenschaftlichen auch partizipative Ansätze. Lebensqualität-Messungen gehen häufiger vom Individuum aus und aggregieren die individuellen Kennzahlen zu Aussagen über die Kommune/Region/Nation. Die ökologische Indikatoren beschränken sich meistens auf Auswirkungen für die Menschen. Die sozialen Indikatoren beziehen sich auf den betrachteten Untersuchungsraum und gehen nicht darüber hinaus (nur eingeschränkte Berücksichtung intra- und intergenerativer Gerechtigkeit).32

Die objektiven Indikatoren der nachhaltigen Entwicklung bzw. Nachhaltigkeit überwiegen. Sie hat auch neben wissenschaftlichen auch partizipative Ansätze. Die Nachhaltigkeitsansätze gehen selten vom Individuum aus; sie betrachten häufiger Systeme in der Draufsicht. Die ökologischen Indikatoren berücksichtigen den Erhalt der natürlichen Ressourcen (auch für die folgenden Generationen). Die soziale Indikatoren berücksichtigen z.T. auch die Interessen der Entwicklungsländer und künftiger Generationen (intra- und intergenerativer Gerechtigkeit). Die Aspekte wie das individuelle Wohlbefinden, Selbstverwirklichung etc.33 besitzen weniger Gewicht.

Die Konzepte von Lebensqualität und nachhaltiger Entwicklung zeigen Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Lebensqualität subjektives Wohlbefinden des Individuums (Zufriedenheit, Glück, Selbstverwirklichung, Zeitsouveränität etc.) bedeutet und die nachhaltige Entwicklung zeigt Lebensumstände von Individuen in anderen Regionen (intra-) und künftige Generationen (intergenerative Gerechtigkeit) auf. Die Gemeinsamkeiten liegen in den objektiven Lebensumständen des Individuums: z.B. in ökonomischen, sozialen und ökologischen Bereich.34

Damit kann man davon ausgehen, dass das Indikatorensystem der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie als Ziel bzw. Zweck einen großen Einfluss auf globale Politik hat und ein Vorschlag für Umweltpolitik ist. Das Indikatorensystem der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie ist wissenschaftlich entstanden und wurde von 21 Bereichen auf vier Dimensionen abgeleitet. Die Art dieser Indikatoren wurde objektiv/qualitativ und auch subjektiv/quantitativ formuliert. Das Indikatorensystem der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie wurde auf globaler, nationaler und lokaler Ebene erprobt. Dieses Indikatorensystem erfasst die Lebensbedingungen in einem gesellschaftlichen Teilsystem, wie z.B. der Nation. Sie werden ökologische Zusammenhänge im Hinblick auf ihre Rückwirkungen für den Menschen und als Ressourcen erfasst, die langfristig erhalten werden müssen. Sie werden als soziale globale Zusammenhänge erfasst. Das bedeutet, dass das Indikatorensystem auf die sozialen Zusammenhänge innerhalb des betrachteten Teilsystems beschränkt ist und darüber hinausgehende auch der Lebensbedingungen in anderen Regionen, Nationen und Generationen berücksichtigt sind. Das Indikatorensystem der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie kann auch das subjektive Wohlbefinden erfassen.

Es kann gesagt werden, dass die Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland eine sinnvolle Strategie für die Verbesserung des Lebensqualität der Bevölkerung sein kann. Die nachhaltige Entwicklung ist ein Entwicklungsprozess, der von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen begleitet wird. Die nachhaltige Entwicklung wird als eine Aufgabe von Politik und Gesellschaft angesehen. Diese Aufgabe stellt die Bundesregierung für alle gesellschaftlichen Gruppen auf und ruft die ganze Bevölkerung auf ihren Beitrag für die Zukunft des Landes zu leisten.35 Die Umweltpläne nach dem Muster der Agenda 21 bzw. der Nachhaltigkeitsstrategie sollen mit breiter gesellschaftlicher Partizipation erstellte staatliche Handlungsentwürfe, die medien- und sektorübergreifend langfristige Ziele und Prioritäten einer wirtschafts- und sozialverträglichen Umweltpolitik benennen, festlegen. Sie sind insbesondere durch folgende Merkmale charakterisiert: Einvernehmliche Formulierung langfristiger Umweltziele (Konsens), Ableitung dieser Ziele vom Prinzip der Nachhaltigkeit, Einbeziehung wichtiger Politikfelder (Politikintegration), Beteiligung der Verursacher an der Problemlösung (Verursacherbezug), Beteiligung wichtiger, unterschiedlicher Interessen an der Ziel- und Willensbildung (Partizipation), und Berichtspflichten über die Umsetzung der Ziele (Monitoring).36

4 Literaturverzeichnis

Abschlussdokumente Johannesburg-Erklärung und Johannesburg-Aktionsplan, 2002

Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung - Nachhaltige Entwicklung in Deutschland: Die Zukunft dauerhaft umweltgerecht gestalten - Umweltbundsamt, 2002

Bericht des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung, 2002

BMU -Bericht, 1998

BMU- Umweltpolitik Agenda 21, 1997

Bulletin der Bundesregierung, Nr. 82-4 vom 4. Oktober 2003

Dialog Nachhaltigkeit, Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung, Entwurf - BMU, 1998

Dialog Nachhaltigkeit, Schwerpunkte der Nachhaltigen Entwicklung BMU, 2003

Folien Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung; Seminar WS 03/04, Prof. Dr. Dr. Marina Schäfer, 2003

Jänicke, M. u.a., Umweltpolitik, 2003

Käßmann, M., Verantwortung zur Veränderung, 2003

Kommission der Europäischen Gemeinschaften: Indikatoren für die Einbeziehung der Umweltbelange. Umweltbericht für den Gipfel von Helsinki, 1999

Lexikon - Ökologie, 2003

Morosini, M. u.a., Relevanz von Umweltindikatoren. Pilotstudie in drei Bänden. In: Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg: Arbeitsberichte der TA-Akademie, 2001

Nachhaltige Entwicklung in Deutschland - Umweltbundesamt, 2002

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie Perspektiven für Deutschland - BMU, 2003

Parris, K., OECD Agri-Environmental Indicators. In: OECD: Frameworks to Measure Sustainable Development. An OECD Expert Workshop, 2000

Perspektiven für Deutschland - BMU, 2002

Perspektiven für Deutschland, Unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung, Der Rote Faden für das 21. Jahrhundert, 2002

Rat von Sachverständigen für Umweltfragen - SRU: Umweltgutachten 1998. Erreichtes Sichern – Neue Wege gehen, 1998

Smeets, E. u.a., Environmental Indicators: Typology and Overview. European Environment Agency. Technical Report, 1999

UK Round Table on Sustainable Development: Indicators of Sustainable Development, 2000

Anhang 1: Liste von Indikatoren

Die 21 Indikatoren für das 21. Jahrhundert sind:

1. Energie- und Rohstoffproduktivität
2. Emissionen der sechs Treibhausgase des Kyoto-Protokolls
3. Anteil erneuerbare Energie am Energieverbrauch
4. Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche
5. Entwicklung der Bestände ausgewählter Tierarten
6. Finanzierungssaldo des Staatssektors
7. Investitionsquote
8. Private und öffentliche Ausgaben für Forschung und Entwicklung
9. Ausbildungsabschlüsse der 25jährigen u. Zahl der Studienanfänger
10. Bruttoinlandsprodukt
11. Transportintensität u. Anteil der Bahn an der Güterverkehrsleistung
12. Anteil des ökologischen Landbaus und Gesamtbilanz Stickstoff-Überschuss
13. Schadstoffbelastung der Luft
14. Zufriedenheit mit der Gesundheit
15. Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle
16. Erwerbstätigenquote
17. Ganztagsbetreuungsangebote
18. Verhältnis der Bruttojahresverdienste von Frauen und Männern
19. Zahl der ausländischen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss
20. Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit
21. Einführen der EU aus Entwicklungsländern

[...]


1 So beschreibt BMU (2003): „Der nachhaltige Umgang mit der Natur erlaubt ihr so, sich wieder zu erholen.“ (BMU 2003, S.1ff). Das heißt, ein Prinzip der Waldwirtschaft wurde auf diesen Bereiche ausgedehnt, nämlich das Prinzip der Nachhaltigkeit.

2 Diese Studie wurde vom Wissenschaftlern im Auftrag der deutschen Volkswagen-Stiftung an dem Massachusetts Institute of Technologie-MIT in den U.S.A entwickelt. Debatte über Nachhaltigkeit gingen vom Club of Rome und der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung aus. Der Begriff Nachhaltigkeit wird eine höchst unterschiedliche Bedeutung beigemessen, vgl. Lexikon - Ökologie 2003, S.136ff.

3 Nach der Brundtland-Kommission (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987) „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ Siehe BMU 2003.

4 Die Konferenz der 178 Staats- und Regierungschefs trugt durch ihre Entscheidungen dazu bei, den Entspannungsprozess zwischen Nord und Süd stärker voranzutreiben und durch vertrauensbildende Maßnahmen unumkehrbar zu machen. Vgl. BMU-Bericht 1998.

5 Ausführlicher in: BMU-Umweltpolitik Agenda 21 (1997), insbesondere Seiten 9-25.

6 Vergleich Amsterdamer Vertrag und anderen EU-Verträge. Unter OECD versteht man die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

7 Engl.: World Summit on Sustainable Development – WSSD.

8 Siehe Abschlussdokumente Johannesburg-Erklärung und Johannesburg-Aktionsplan 2002.

9 Konflikte bestanden vor allem bei solchen Vereinbarungen, die quantifizierte Ziele und Zeitpläne enthielten. Die hierbei wichtigsten Ergebnisse sind: - Trinkwasser/sanitäre Grundversorgung: Der Anteil der Menschen, der bislang keinen Zugang zu Wasserversorgung und sanitärer Grundversorgung hat, soll bis 2015 halbiert werden. Dieses Ziel ergänzt die Millenniumserklärung der UN von 2000, in der vereinbart worden war, den Anteil der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser bis 2015 zu halbieren. Fischerei: Bis 2015 soll der Trend zum Rückgang der Fischbestände – wenn möglich – aufgehalten und umgekehrt werden. Erneuerbare Energien: Der Anteil erneuerbarer Energieträger am weltweiten Verbrauch soll – dringend substanziell erhöht – werden. Vgl. Abschlussdokumente Johannesburg-Erklärung und Johannesburg-Aktionsplan 2002.

10 Vgl. BMU 2003.

11 Das größte Defizit des WSSD besteht darin, dass die Gelegenheit zur Weiterentwicklung des UN-Umweltprogramms (UNEP) zu einer Weltorganisation für Nachhaltige Entwicklung nicht genutzt wurde. Dazu siehe Bericht des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung, Johannesburg (Südafrika), 26. August – 4. September 2002, Vereinte Nationen, A/CONF.199/20, auszugsweise Übersetzung, S.2.

12 Die Konferenz von Rio war ein wichtiger Meilenstein, mit dem eine neue Agenda zu Gunsten der nachhaltigen Entwicklung festgeschrieben wurde. Vgl. BMU 2003.

13 Zwischen den Konferenzen von Rio und Johannesburg lagen mehrere Großkonferenzen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, auf denen Vertreter aller Nationen zusammentrafen, darunter die Internationale Konferenz über Entwicklungsfinanzierung sowie die Ministerkonferenz von Doha. Auf diesen Konferenzen wurde eine umfassende, weltweite Vision für die Zukunft der Menschheit entworfen. Siehe BMU 2003.

14 Ausführlicher in: BMU 2002, Perspektive für Deutschland, 2002, BMU.

15 Siehe BMU 2003, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektive für Deutschland“.

16 Siehe BMU 2003, Nationale Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektive für Deutschland“, S.1ff.

17 Dieser stand im Mittelpunkt des im Frühjahr 2002 durchgeführten und breit angelegten Dialogs und Konsultationsprozesses mit den gesellschaftlichen Gruppen und einzelnen Bürgern zur nachhaltigen Entwicklung. Zahlreiche schriftliche Stellungnahmen zum Strategieentwurf aus den verschiedensten Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft sowie Ideen und Anregungen von der breiten Öffentlichkeit über das Internet-Forum waren Ausdruck des gesellschaftlichen Diskurses zu einer nachhaltigen Entwicklung und sind in die Überarbeitung der Strategie eingeflossen. Ergänzt wurde dieser Dialog durch direkte Konsultationsrunden mit Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften, Umwelt- und Entwicklungsverbänden, Landwirtschafts- und Verbraucherverbänden sowie Wissenschaft und Kirchen. Vgl. www.dialog-nachhaltgkeit.de und BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, S.3ff.

18 Ausführlicher in: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Umweltbundesamt 2002.

19 Zu den Prinzipien der Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt und Internationaler Verantwortung vgl. BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung, S.1ff.

20 Die wichtigsten Aussagen des Leitbildes werden zusammengefasst in: Managementregeln der Nachhaltigkeit, die gemeinsam mit den Indikatoren und Zielen sowie einem regelmäßigen Monitoring zur Erfolgskontrolle das Managementkonzept für eine Nachhaltige Entwicklung bilden. Vgl. BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung, S.1-6.

21 Vgl. Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) (1998): Umweltgutachten 1998. Erreichtes Sichern – Neue Wege gehen. Stuttgart.

22 Die Indikatoren können in einem System eingeordnet werden. Die Indikatorensysteme sind von ihrer Funktion, ihres Zwecks, der Art der Entstehung, ihrer Ableitung, ihrer Vergleichbarkeit, ihrer Ausgestaltung, ihres Rückgriffs auf Daten, ihrer Erprobung und ihrer Aufnahme bestimmter Aspekte zu unterscheiden.

23 Siehe Rat von Sachverständigen für Umweltfragen, SRU 1998.

24 Vgl. Rat von Sachverständigen für Umweltfragen, SRU 1998.

25 Siehe Anhang 1: Liste von Indikatoren.

26 Die Kommission für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (CSD) hat 1995 ein Arbeitsprogramm zu Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet, mit dem bis 2001 ein international akzeptiertes und für alle Länder umsetzbares System von Indikatoren erarbeitet werden konnte. Dieses soll zur Überprüfung der Forschritte bzw. zum Monitoring der Agenda 21 beitragen. Dabei wird auch der Aspekt der Freiwilligkeit und der Flexibilität im Hinblick auf eine nationale Nutzung betont.

27 Vgl. BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung, S.1-6.

28 Vgl. BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, Umsetzung und Weiterentwicklung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, S.3.

29 Siehe BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, Umsetzung und Weiterentwicklung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, S.1-4.

30 Vgl. BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, Schwerpunkte der Nachhaltigen Entwicklung, S.3ff.

31 BMU 2003, Dialog Nachhaltigkeit, Schwerpunkte der Nachhaltigen Entwicklung, S.4ff.

32 Vgl. Folien Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung; Seminar WS ¾, Prof. Dr. Martina Schäfer. S.13.

33 Vgl. Folien Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung; Seminar WS ¾, Prof. Dr. Martina Schäfer. S.14.

34 Nach Schäfer der Vergleich der Konzepte für Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung in ökologischen Belangen geht davon aus, dass die Lebensqualitätskonzepte eine lebenswerte natürliche Umwelt (Wasser, Luft, Landschaft etc.) erhalten muss. Die nachhaltige Entwicklung muss natürliche Ressourcen für künftige Generationen erhalten und weltweit den gleichberechtigten Zugang zu natürlichen Ressourcen ermöglichen. In den sozialen Belangen bedeutet Lebensqualität die Erhöhung des individuellen materiellen Lebensstandards. Nachhaltige Entwicklung bedeutet sozialer Ausgleich zwischen Nord und Süd und zwischen den Generationen. Die Gemeinsamkeit von Lebensqualität und nachhaltiger Entwicklung sind: Erfüllung von Grundbedürfnissen; sozialer Ausgleich (innerhalb einer Gesellschaft); sozialer Zusammenhalt; Toleranz; ehrenamtliches Engagement; Partizipation. Vgl. Folien Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung; Seminar WS ¾, Prof. Dr. Martina Schäfer. S.15.

35 Vgl. Perspektive für Deutschland, Unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung, Der Rote Faden für das 21. Jahrhundert, 2002.

36 Vgl. Umweltbundsamt, Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung, Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Die Zukunft dauerhaft umweltgerecht gestalten, 2002, S.1ff.

22 von 22 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland - Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung
Hochschule
Technische Universität Berlin
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V110076
ISBN (Buch)
9783640181155
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeitsstrategie, Deutschland, Lebensqualität, Entwicklung
Arbeit zitieren
Ronaldo Campos (Autor), 2003, Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland - Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110076

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