In Deutschland wurden allein im letzen Jahr mehr als 750000 Unternehmen gegründet.1 Bei einer Unternehmensgründung entstehen durchschnittlich vier neue Arbeitsplätze, wobei gerade kleine und mittlere Unternehmen besonderen Anteil an der Wirtschaftsleistung Deutschlands haben.2
Eine notwendige Voraussetzung für den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist eine hinreichend große Anzahl von Existenzgründern, die die damit verbundenen Herausforderungen und Risiken auf sich nehmen.3 Viele Unternehmen scheitern allerdings in den ersten fünf Jahren. Zu den häufigsten Gründen für dieses Scheitern zählen neben Informationsdefiziten auch Finanzierungsmängel.4
Die Unternehmer haben verschiedene Möglichkeiten die Finanzierung sicherzustellen. Sie reichen von der Eigenkapitaleinlage der Gründer über die Aufnahme von Venture Capital (VC) bis hin zu öffentlichen Förderprogrammen. Das Ziel dieser Seminararbeit ist die alternativen Finanzierungsformen aufzuzeigen und ihre Relevanz für die einzelnen Gründungsphasen zu analysieren. Die Unternehmer haben verschiedene Möglichkeiten die Finanzierung sicherzustellen. Sie reichen von der Eigenkapitaleinlage der Gründer über die Aufnahme von VC. In Kapitel 2 und 3 werden deshalb die verschiedenen Eigenkapital- und Fremdkapitalformen definiert und erläutert sowie deren Vor- und Nachteile herausgearbeitet. In Kapitel 4 werden anschließend die Finanzierungsphasen und –strukturen dargestellt und die Relevanz der Finanzierungsformen für die einzelnen Phasen untersucht. Abschließend wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Gründungsfinanzierung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Ziel der Seminararbeit
2 Begriffsklärung
2.1 Finanzierung
2.2 Finanzierungsarten
2.2.1 Eigen- und Fremdkapital
2.2.2 Mezzanine Finanzierung
2.2.3 Finanzierungsfunktionen
2.3 Der Prozess der Unternehmensgründung
2.3.1 Gründungsphasen
2.3.2 Gründungsformen
3 Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensgründungen
3.1 Eigenkapitalfinanzierung
3.1.1 Ersparnisse und Sachmittel
3.1.2 Beteiligungen
3.1.2.1 Business Angel
3.1.2.2 Inkubator
3.1.2.3 Venture Capital
3.2 Fremdkapital
3.2.1 Hausbankdarlehen
3.2.2 Öffentliche Finanzierungsmittel
3.2.2.1 Bürgschaften
3.2.2.2 ERP – Existenzgründungsprogramm
3.2.2.3 ERP – Eigenkapitalhilfeprogramm (EKH)
3.2.2.4 DtA – Existenzgründungsprogramm
3.2.2.5 DtA – Startgeld
3.2.2.6 Kritik an der öffentlichen Förderung
4 Finanzierungsphasen und Finanzierungsstruktur
4.1 Gründungsfinanzierung
4.2 Expansions- und Wachstumsfinanzierungsphase
4.3 Späte Finanzierungsphase
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Seminararbeit besteht darin, die verschiedenen alternativen Finanzierungsformen für Start-ups zu identifizieren, zu analysieren und deren jeweilige Relevanz für unterschiedliche Phasen der Unternehmensgründung und -entwicklung aufzuzeigen.
- Eigenkapitalfinanzierung (u.a. Business Angels, Inkubatoren, Venture Capital)
- Fremdkapitalfinanzierung (u.a. Bankdarlehen und öffentliche Förderprogramme)
- Analyse der spezifischen Finanzierungsstrukturen in den verschiedenen Entwicklungsphasen
- Kritische Würdigung öffentlicher Förderinstrumente für Existenzgründer
Auszug aus dem Buch
3.1.2.2 Inkubator
Der Begriff Inkubator hat seinen Ursprung in den USA und bezeichnet Projekte mit dem Ziel, die Entwicklung von typischen Innovations-/Technologieunternehmen zu beschleunigen. Dafür stellen sie Jungunternehmern Infrastruktur, das benötigte Umfeld sowie Beratung und Finanzierung zur Verfügung. Im Gegensatz zu Technologie- und Gründerzentren, die meist „non-profit“ Ziele verfolgen, verlangen Inkubatoren für ihre Dienstleistung eine Beteiligung am Unternehmen.
Inkubatoren helfen beim Aufbau der Firma und vermitteln Kontakte zu Geschäftspartnern und Kapitalgebern. Dabei wird der Zeitaufwand für die Gründer in der Startphase um ca. 40% gesenkt. Das Zauberwort hier heißt „Time to Market“. In schnelllebigen Branchen bedeutet dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Denn wer den „first mover advantage“ nutzt und als erster ein Produkt auf den Markt bringt, sichert sich wichtige Marktanteile für die Zukunft. Großunternehmen übernehmen zunehmend dieses Konzept. So plant beispielsweise Siemens die Gründung eines Corporate Incubators für die Mobilfunksparte. Dabei sollen bis zu 135 Start-Ups unterstützt werden, um neue Produkte und Dienstleistungen für das UMTS-Netz zu entwickeln.
Den Betreibern dieser „Brutstätten“ wird allerdings häufig mangelnde Professionalität und Unstrukturiertheit seitens der Investoren vorgeworfen. So meint Paul Vickery, Direktor bei der Wagniskapitalfirma 3i, dass jemand keine Investition wert sei, der bereits eine Hilfestellung bei der Suche nach Büroräumen braucht. Gründer befürchten daher bei der Investorensuche für weitere Finanzierungsrunden das Vorurteil eines gehätschelten Kindes.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Ziel der Seminararbeit: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Unternehmensgründungen für die Wirtschaft und definiert die Untersuchung alternativer Finanzierungsformen als zentrales Ziel.
2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Finanzierung, Eigen- und Fremdkapital, Mezzanine-Kapital sowie den typischen Prozess und die Phasen einer Unternehmensgründung.
3 Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensgründungen: Das Hauptkapitel detailliert die verschiedenen Finanzierungswege, unterteilt in Eigenkapital (z.B. Business Angels, Venture Capital) und Fremdkapital (Bankkredite sowie staatliche Förderprogramme wie ERP und DtA).
4 Finanzierungsphasen und Finanzierungsstruktur: Hier wird analysiert, welche Finanzierungsformen für die verschiedenen Stadien der Unternehmensentwicklung – von der Gründungs- bis zur späten Finanzierungsphase – besonders geeignet sind.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert den aktuellen Stand des Wagniskapitalmarktes in Deutschland im internationalen Vergleich und äußert Bedenken hinsichtlich politischer Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Finanzierung, Start-ups, Venture Capital, Eigenkapital, Fremdkapital, Business Angel, Inkubator, Unternehmensgründung, öffentliche Fördermittel, ERP, DtA, Gründungsphasen, Beteiligungsfinanzierung, Investoren, Existenzgründung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung für Start-ups und junge Unternehmen im deutschen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit gliedert sich primär in Eigenkapitalinstrumente wie Business Angels und Venture Capital sowie in Fremdkapitalfinanzierungen durch Banken und staatliche Förderprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, alternative Finanzierungsformen aufzuzeigen und ihre Relevanz in Bezug auf die spezifischen Phasen einer Unternehmensgründung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, ergänzt durch die Auswertung von Statistiken und Studien zur Gründungsfinanzierung und zum Business Angel Panel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die verschiedenen Eigen- und Fremdkapitalquellen definiert als auch deren Vor- und Nachteile sowie die Anwendung in den Phasen der Unternehmensentwicklung erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Finanzierung, Venture Capital, Business Angel, Existenzgründung und öffentliche Fördermittel.
Wie unterscheiden sich aktive und passive Business Angels?
Aktive Business Angels bringen neben Kapital auch Know-how und Kontakte ein, während sich passive Finanzierungs-Angel primär auf das Investment beschränken.
Warum ist die „Time to Market“ bei Inkubatoren so wichtig?
In schnelllebigen Märkten ist der „First Mover Advantage“ entscheidend; Inkubatoren beschleunigen diesen Prozess durch Infrastruktur und Beratung, was den Wettbewerbsvorteil sichert.
- Quote paper
- Jochen Döller (Author), 2002, Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11008