Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Problemstellung und Ziel der Seminararbeit

2 Begriffsklärung
2.1 Finanzierung
2.2 Finanzierungsarten
2.2.1 Eigen- und Fremdkapital
2.2.2 Mezzanine Finanzierung
2.2.3 Finanzierungsfunktionen
2.3 Der Prozess der Unternehmensgründung
2.3.1 Gründungsphasen
2.3.2 Gründungsformen

3 Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensgründungen
3.1 Eigenkapitalfinanzierung
3.1.1 Ersparnisse und Sachmittel
3.1.2 Beteiligungen
3.1.2.1 Business Angel
3.1.2.2 Inkubator
3.1.2.3 Venture Capital
3.2 Fremdkapital
3.2.1 Hausbankdarlehen
3.2.2 Öffentliche Finanzierungsmittel
3.2.2.1 Bürgschaften
3.2.2.2 ERP – Existenzgründungsprogramm
3.2.2.3 ERP – Eigenkapitalhilfeprogramm (EKH)
3.2.2.4 DtA – Existenzgründungsprogramm
3.2.2.5 DtA – Startgeld
3.2.2.6 Kritik an der öffentlichen Förderung

4 Finanzierungsphasen und Finanzierungsstruktur
4.1 Gründungsfinanzierung
4.2 Expansions- und Wachstumsfinanzierungsphase
4.3 Späte Finanzierungsphase

5 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2-1: Beteiligungsfinanzierung in den Lebensphasen eines Unternehmens

Abbildung 3-1: Motivationsgründe von Business Angels für ihre Investitionen

Abbildung 3-2: Entwicklung der Bruttoinvestitionen in Venture Capital in

Deutschland in Mrd. Euro

Abbildung 3-3: Zahl der Börsengänge von 1990 – 2001

Abbildung V-1: Angaben der Business Angels zum Geschäftsklima

Abbildung V-2: Zufriedenheit der Business Angels mit der Entwicklung ihrer Investition

Abbildung V-3: Attraktivität der einzelnen Branchen für Business Angels

Abbildung V-4: Herkunft des investierten Vermögens

Abbildung V-5: Entwicklung der Eigentümerstruktur der Start-Up´s

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung und Ziel der Seminararbeit

In Deutschland wurden allein im letzen Jahr mehr als 750000 Unternehmen gegründet.[1] Bei einer Unternehmensgründung entstehen durchschnittlich vier neue Arbeitsplätze, wobei gerade kleine und mittlere Unternehmen besonderen Anteil an der Wirtschaftsleistung Deutschlands haben.[2]

Eine notwendige Voraussetzung für den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist eine hinreichend große Anzahl von Existenzgründern, die die damit verbundenen Herausforderungen und Risiken auf sich nehmen.[3] Viele Unternehmen scheitern allerdings in den ersten fünf Jahren. Zu den häufigsten Gründen für dieses Scheitern zählen neben Informationsdefiziten auch Finanzierungsmängel.[4]

Die Unternehmer haben verschiedene Möglichkeiten die Finanzierung sicherzustellen. Sie reichen von der Eigenkapitaleinlage der Gründer über die Aufnahme von Venture Capital (VC) bis hin zu öffentlichen Förderprogrammen.

Das Ziel dieser Seminararbeit ist die alternativen Finanzierungsformen aufzuzeigen und ihre Relevanz für die einzelnen Gründungsphasen zu analysieren.

Die Unternehmer haben verschiedene Möglichkeiten die Finanzierung sicherzustellen. Sie reichen von der Eigenkapitaleinlage der Gründer über die Aufnahme von VC.

In Kapitel 2 und 3 werden deshalb die verschiedenen Eigenkapital- und Fremdkapitalformen definiert und erläutert sowie deren Vor- und Nachteile herausgearbeitet. In Kapitel 4 werden anschließend die Finanzierungsphasen und –strukturen dargestellt und die Relevanz der Finanzierungsformen für die einzelnen Phasen untersucht. Abschließend wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Gründungsfinanzierung gegeben.

2 Begriffsklärung

Im folgenden Kapitel werden grundlegende Begriffe im Rahmen der Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen erläutert.

2.1 Finanzierung

Unter Finanzierung versteht man alle Maßnahmen zur Deckung des Kapitalbedarfs eines Unternehmens. Dabei kann die Kapitalbeschaffung von außen in Form von Eigen- und Fremdkapital (Außenfinanzierung) oder aus dem betrieblichen Umsatzprozess heraus (Innenfinanzierung) erfolgen.[5]

2.2 Finanzierungsarten

Die Finanzierungsarten einer Unternehmung haben unterschiedliche Charakterzüge. Die Besonderheiten der einzelnen Möglichkeiten werden im Folgenden erläutert.

2.2.1 Eigen- und Fremdkapital

Die Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkapital kann anhand der Rechtstellung der Kapitalgeber erfolgen und somit entsprechend deren Haftung bzw. Nichthaftung getroffen werden.[6]

Eigenkapital nimmt wichtige Funktionen wahr. Es schafft die Grundlage für die Aufnahme wirtschaftlicher Tätigkeiten des Unternehmens. Im Konkursfall haftet der Eigenkapitalgeber mit seinen Einlagen für Verbindlichkeiten gegenüber den Fremdkapitalgebern. Eigenkapitalgeber sind zudem mit Eigentümerrechten ausgestattet. Diese Rechte umfassen einen anteiligen Anspruch am Vermögen des Unternehmens am Gewinn und Verlust sowie ein i.d.R. begrenztes Mitbestimmungsrecht. Eigenkapital wird dem Unternehmen grundsätzlich zeitlich unbegrenzt zur Verfügung gestellt.

Die Aufnahme von Fremdkapital begründet ein Schuldverhältnis zwischen dem Unternehmen und den Kapitalgebern. Der Fremdkapitalgeber haftet nicht als Gläubiger im Konkursfall. Weiterhin hat er einen Anspruch auf Zinszahlungen und auf Rückzahlung des Kreditbetrages, welcher dem Unternehmen -im Gegensatz zum Eigenkapital- zeitlich begrenzt zur Verfügung steht. Im Vergleich zum Eigenkapitalgeber hat der Fremdkapitalgeber keine Mitbestimmungsrechte. Die Höhe des Fremdkapitals, auf welches das Unternehmen maximal zugreifen kann, richtet sich nach der Einschätzung des Risikos, das mit der Investition in ein Unternehmen verbunden ist.[7]

2.2.2 Mezzanine Finanzierung

Mezzanine Finanzierung liegt als hybrides Finanzierungsinstrument zwischen Eigen- und Fremdkapital. Es ist eine Finanzierungsart, die nicht als reines Fremdkapital anzusehen ist, sondern auch Kennzeichen von Eigenkapital trägt. Der Kapitalgeber beteiligt sich beispielsweise in Form eines nachrangigen Darlehens, wobei als Beteiligungsmodell die stille Gesellschaft oder ein Gesellschafterdarlehen mit Wandlungs- und Optionsrechten zu nennen ist. Nachrangdarlehen werden erst bedient, wenn alle anderen Fremdkapitalgeber ihre Kredite zurückerhalten haben.[8]

Mezzanine Finanzierungen zeichnen sich durch eine Vielzahl von rechtlichen und wirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten aus, weshalb sie in Zukunft besonders für VC Finanzierungen eine bedeutende Rolle spielen werden.

2.2.3 Finanzierungsfunktionen

Eigen- und Fremdkapital erfüllen zusammen im inneren und äußeren Umfeld des Unternehmens eine Reihe wichtiger Funktionen.

Die Errichtungsfunktion zielt auf die für die Unternehmensgründung notwendigen Finanzmittel ab. Die Betriebsfunktion des Kapitals bezeichnet die Finanzierung von einmaligen und laufenden Betriebsprozessen wie z.B. die Finanzierung der Betriebsmittel und die notwendigen Investitionen. Die Signalfunktion des Eigenkapitals übernimmt bei Gründungsfinanzierungen eine besondere Rolle. Sie erfüllt eine Bonitätsnachweis- sowie eine Fremdkapitalakquisefunktion. Schließlich sind noch die Formalfunktionen zu nennen. Durch die Anteile am Eigenkapital kann der Einfluss der einzelnen Gesellschafter definiert und zugleich deren Haftungsumfang und -begrenzung abgelesen werden.[9]

2.3 Der Prozess der Unternehmensgründung

Der Prozess der Unternehmensgründung stellt den kritischsten Moment eines jungen Unternehmens dar, denn innerhalb der ersten fünf Jahre scheitern ca. 50% der Existenzgründungen, wobei knapp 30% schon das erste Jahr nach der Gründung nicht überleben.[10]

2.3.1 Gründungsphasen

Der Gründungsvorgang setzt eine Geschäftsidee voraus und besteht aus 4 darauf folgenden Entwicklungsphasen (Vgl. Abb. 2-1). Die Geschäftsidee ist dabei Grundvoraussetzung und somit treibende Kraft für die Unternehmensgründung. Daran anschließend folgt die Informations- und Orientierungsphase für das Unternehmen. Der Gründer setzt sich erstmals mit der Idee einer Unternehmensgründung auseinander und wägt Chancen und Risiken des Markteintritts ab. In der Konzeptionsphase wird ein Unternehmensmodell mit Hilfe einer Feasibility-Studie konkretisiert und weiterentwickelt. Dazu gehört die Auswertung und Aufbereitung sämtlicher gesammelter Informationen und die Aufstellung eines ersten Finanzierungsplanes. Die Start-Up-Phase bezeichnet die Realisierung des Gründungsvorhabens. Das Gründungskonzept wird umgesetzt und die Errichtung des Unternehmens als rechtlich und wirtschaftlich selbständiges Gebilde vollzogen. Den Abschluss des Gründungsvorgangs bilden die Existenzsicherungs- und -Festigungsphase sowie die Unternehmensentwicklungsphase. Hierbei etabliert sich das Unternehmen am Markt. Die Produktion und der Absatz der Produkte beginnen.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1: Beteiligungsfinanzierung in den Lebensphasen eines Unternehmens.

Quelle: Betsch/Gro/Schmidt (Gründungs- und Wachstumsfinanzierung 2000), S. 20.

2.3.2 Gründungsformen

Unternehmensgründungen können viele verschiedene Formen aufweisen. Anhand des Kriteriums der Strukturexistenz kann zwischen einer Neugründung, die auf keine gegebene Unternehmenssubstanz zurückgreift, und der Übernahme eines Unternehmens z.B. durch Nachfolge oder durch Gründung eines Joint-Ventures unterschieden werden. Der Innovationsgrad einer Gründung bezieht sich auf das zugrunde liegende Unternehmenskonzept. Bei einer innovativen Gründung wird ein vollkommen neues Produkt auf den Markt gebracht. Hingegen folgt eine imitierende Gründung einem existierenden Unternehmen oder einem Konzept, wie es beim Franchising der Fall ist. Ein weiteres Merkmal einer Gründungsform kann in der Selbständigkeit der Gründerperson gefunden werden. Einerseits kann der Gründer eine unternehmerische Selbständigkeit anstreben, andererseits kann er im Auftrag eines bestehenden Unternehmens neue Geschäftsbereiche oder Niederlassungen gründen.[12]

3 Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensgründungen

Existenzgründer haben eine Vielzahl von Finanzierungsmöglichkeiten zur Auswahl. Sie zeichnen sich durch bestimmte Merkmale aus, die für den Gründer Vor- und Nachteile mit sich bringen.

3.1 Eigenkapitalfinanzierung

Die Gründungswelle in den neunziger Jahren und das Aufkommen neuer Finanzierungsinstrumente aus den USA und England, die bei den Gründern und Investoren in Deutschland Akzeptanz fanden, führten zu vielschichtigen Finanzierungsmöglichkeiten auf der Eigenkapitalseite bei Unternehmensgründern, die im Folgenden erläutert werden.

3.1.1 Ersparnisse und Sachmittel

Der erste Kapitalbedarf eines jungen Unternehmens wird durch eigene finanzielle Mittel oder durch Finanzmittel von Verwandten, Freunden oder Bekannten gedeckt. Das Startkapital der Gründer kann bar oder als Sacheinlage eingebracht werden und steht dem Unternehmen langfristig zur Verfügung.

Eine besondere Form der Finanzierung ist das „Sweat Equity“. Darunter sind Vorleistungen der Gründer zu einem Zeitpunkt zu verstehen, zu dem noch keine unternehmensrechtliche Struktur bestand.[13]

Bei ausreichender Höhe des vom Gründer eingebrachten Kapitals ist keine weitere Aufnahme von Gesellschaftern notwendig. Somit ist eine Abgabe von Mitbestimmungsrechten oder Anteilen am Unternehmen nicht nötig. Reicht das Kapital nicht vollständig aus, so kann der Gründer mit seiner Eigenkapitaleinlage einerseits potenziellen Investoren signalisieren, dass er von dem Erfolg seines Vorhabens überzeugt ist und wirtschaftliches Risiko tragen will, andererseits hat dies Auswirkungen auf die noch zu behandelnden Fremdfinanzierungspotenziale. Nicht alle Existenzgründer können allerdings das notwendige Startkapital aus Eigenmitteln aufbringen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um Branchen mit hohen Anfangsinvestitionen handelt wie die Biotechnologie. Da die Forschung jährlich hohe Investitionen nachfordert, reichen die Einlagen des Gründers häufig nicht aus. Die Eigenkapitalfinanzierung ist daher bis auf wenige Ausnahmen weniger praktikabel.

[...]


[1] Vgl. o.V. (Neugründungen 2001).

[2] Vgl. BMWI (Junge Unternehmen 2001), S. 4.

[3] Vgl. Daferner (Existenzgründungen 2000), S. 25.

[4] Vgl. Von Collrepp (Handbuch Existenzgründung 2000), S. 5.

[5] Vgl. Wöhe/Bilstein (Unternehmensfinanzierung 2002), S. 11.

[6] Vgl. Nathusius (Gründungsfinanzierung 2001), S. 18.

[7] Vgl. Olfert (Finanzierung 1999), S. 25f.

[8] Vgl. Weitnauer (Venture Capital 2001), S. 164.

[9] Vgl. Nathusius (Gründungsfinanzierung 2001), S. 20f.

[10] Vgl. Arnold (Existenzgründung 1997), S. 7.

[11] Vgl. Daferner (Existenzgründungen 2000), S. 32f.

[12] Vgl. Nathusius (Gründungsfinanzierung 2001), S. 4f.

[13] Vgl. Nathusius (Gründungsfinanzierung 2001), S. 50.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Lehrstuhl für Industriebetriebslehre)
Veranstaltung
Hauptseminar zu ausgewählten Fragestellungen
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
29
Katalognummer
V11008
ISBN (eBook)
9783638172806
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierungsmöglichkeiten, Start-Ups, Hauptseminar, Fragestellungen
Arbeit zitieren
Jochen Döller (Autor), 2002, Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11008

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