Eine Anleitung zum Selbstgestalten von Printmedien


Hausarbeit, 2001
21 Seiten, Note: 1,3

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Inhalt

Vorwort

1. Kinder, Jugendliche und die Printmedien
1.1. Die Bedeutung von Printmedien
1.2. Das Heranführen an Tageszeitungen

2. Schule und Zeitung - Schülerzeitung
2.1. Warum wollen Schüler eine eigene Zeitung gestalten?
2.2. Was vorher bedacht sein sollte
2.2.1. Auch Schülerzeitungen unterliegen rechtlichen Bestimmungen
2.2.2. Die technischen Voraussetzungen
2.2.3. Die räumlichen Gegebenheiten
2.2.4. Die finanziellen Mittel
2.2.5. Inhaltliche und formale Zielsetzungen
2.3. Und nun kann begonnen werden
2.3.1. Themenfindung
2.3.2. Ordnung ist alles
2.3.3. Organisationstalente sind gefragt
2.3.4. Termine im Auge behalten
2.3.5. Ein grober Ablaufplan
2.3.6. Kontakt zu den Lesern

3. Mehr als nur Schülerzeitung
3.1. Mitgliedschaft im Deutschen Jug endpresseverband
3.2. Schülerzeitungsseminare
3.3. Schülerzeitungswettbewerbe
3.4. Die Schülerzeitung im Internet

4. Was kann die Schülerzeitungsarbeit bringen?

Quellenverzeichnis

Vorwort

Es gibt viele nicht von Berufsjournalisten erstellte und nicht durch professionelle Verleger herausgegebene Zeitungen und Zeitschriften, denen man überall begegnen kann, seien es Umweltzeitungen, Vereinszeitungen, Jugendmagazine der Kirchen oder aber Schülerzeitungen. Ihr Vorhandensein geht jedoch meist im bunten Gewühl der kommerziellen Magazine und Zeitschriften unter. Und doch müssen sich diese "Laienblätter" keinesfalls verstecken, denn zu oft übersieht man, daß hinter der meist dilettantisch wirkenden Aufmachung viel Engagement und Arbeit steckt.

Als ehemaliges Mitglied der Schülerzeitung meiner Schule, dem Arnoldi - Gymnasium in Gotha, möchte ich in dieser Hausarbeit meine Erfahrungen in diesem Bereich der aktiven Medienarbeit wiedergeben. Bewußt verzichte ich dabei auf den Einsatz von und den Verweis auf Fachliteratur, die ich jedoch in Vorbereitung dieser Arbeit eingehend studiert habe. Vielmehr möchte ich versuchen, eine knappe Anleitung zu geben, die nicht als allgemeingültig angesehen werden soll, auf jeden Fall aber wichtige Hinweise aus der Sicht eines Jungredakteurs gibt. Desweiteren möchte ich darauf hinweisen, daß meine Ausführungen nur als Anregung dienen sollen, da eine optimale Arbeitsweise von jeder Projektgruppe selbst gefunden werden muß.

1. Kinder, Jugendliche und die Printmedien

1.1. Die Bedeutung von Printmedien

So populär moderne Kinder- und Jugendzeitschriften auch heute im Zeitalter von Multimedia noch sind, so schwer haben es Tageszeitungen beim jungen Publikum, auf Interesse zu stoßen. Trotzdem viele Zeitungsverlage versuchen ihren Stil den Ansprüchen der „Leser von morgen“ anzupassen, erlangen sie jedoch nicht die Reichweite der Magazine. Diese sind eben speziell den Interessen und Ansprüchen der Kinder und Jugendlichen angepaßt: bunt, sprachlich einfach, reichhaltig illustriert und inhaltlich ihrem Lebensumfeld entsprechend. Tageszeitungen mit ihren meist komplizierten, trockenen Inhalten und dem monotonen Layout haben dagegen keine Chance.

1.2. Das Heranführen an Tageszeitungen

Viele medienpädagogische Maßnahmen beschäftigen sich aufgrund der oben genannten Entwicklung mit dem Heranführen der jungen Generation an die Zeitungswelt und dem Neuentdecken des Lesens. Beispiele hierfür sind u.a. Zeitungsprojekte, bei denen jeden Morgen die Tageszeitung im Unterricht gelesen und diskutiert wird, bei denen eigene Berichte geschrieben werden oder etwas über die Erscheinungsform der Zeitung vermittelt wird. Andere Möglichkeiten sind zudem der Besuch einer lokalen Zeitungsredaktion oder auch das Herausschneiden von Zeitungsbestandteilen mit dem Ziel einer inhaltlichen und sprachlichen Analyse.1 Während diese Übungen leicht in den Unterricht zu integrieren sind, verlangt das Erstellen von eigenen Printprodukt en wesentlich mehr Zeit, Geld und Aufmerksamkeit, bietet aber wiederum mehr Platz für persönliche Erfahrungen und Eigeninitiative.

2. Schule und Zeitung - Schülerzeitung

2.1. Warum wollen Schüler eine eigene Zeitung gestalten?

Wie bereits erwähnt, werden die Interessen der Kinder und Jugendlichen durch die Tageszeitungen meist nicht erfüllt. Informationen über das eigene Lebensumfeld zu dem vor allem die Schule mit Projektwochen, Theateraufführungen, Schulfesten, Schulsport aber auch Schülerratsthemen gehört, kommen dort nicht oder nur sehr selten zur Sprache. Und doch sind es gerade diese Bereiche, die die Schüler am ehesten betreffen und somit interessieren. Eine eigene Schulzeitung bietet folglich die Möglichkeit einer Plattform, von der die jungen Leute ihre Meinungen öffentlich darstellen, Entschlüsse kritisieren und neue Ideen einbringen können. Durch diese aktive Gestaltung des Schullebens können zudem Veränderungen errungen werden, die sie ohne das Organ ihrer Zeitung nicht zur Sprache hätten bringen können.

Weitere Gründe, die für eine Arbeit bei einer Schülerzeitung sprechen, sind das Erlernen von Praktiken des Zeitungsmachens und der dazu notwendigen Technik, von Teamarbeit, vom Umgang mit Menschen sowie das damit verbundene Wissen.

Meist sieht der erste Schritt zur Zeitungsarbeit jedoch ganz anders aus. So erklärt Marko (24):

„Einige Schüler aus meinem Jahrgang haben sich zusammengetan, um eine Schülerzeitung auf die Beine zu stellen und da sie noch jemanden brauchten, der sich mit dem Computer auskennt, haben sie einfach mich gefragt. Später habe ich dann auch das Zeichnen von Karikaturen übernommen." Und Robert (19) erzählt: „Eine Schule braucht einfach eine Schülerzeitung, die die Schülerschaft über wichtige schulische Belange wie Entschei dungen des Schülerrates und so informiert. Und für mich ist es eben wichtig, mich aktiv am Schulleben zu beteiligen. Die Zeitung ist dafür ideal." Christiane (18) sieht es dagegen sehr individuell: „Ich hatte schon immer den Wunsch, in die Zeitungsarbeit hineinzuschnuppern, da ich auch später mal in diese Richtung gehen will. Außerdem möchte ich meine Freizeit sinnvoll gestalten, was ich mit der Arbeit bei der Schülerzeitung ganz gewiß tue. Durch sie bin ich auch dazu gekommen, mir in meiner Freizeit ein paar Mark bei einer lokalen Zeitung als freier Mitarbeiter zu verdienen."2

Es ist schön aber nicht immer selbstverständlich, daß sich freiwillige interessierte Schüler für die Schülerzeitungsarbeit finden und mit ihren Ideen das Schulleben bereichern. Meist bringt erst ein bestimmtes Projekt, wie das eines Themenmagazins im Unterricht oder einer Klassenzeitung, die benötigte Begeisterung für die zumeist fakultative Arbeit bei der Schülerzeitung.

Ob die Beteiligung nun aber durch persönliche Neigungen oder durch eine Teilnahme an einem Zeitungsprojekt ausgelöst wird, das Interesse für die Zeitungsarbeit und für den Blick hinter die Kulissen der Printmedien besteht dabei fast immer.

2.2. Was vorher bedacht sein sollte

So einfach es den Anschein haben mag, eine eigene Zeitung zu erstellen und diese an die Öffentlichkeit zu bringen, ist es jedoch nicht. Bevor man sich enthusiastisch an die Arbeit macht, müssen grundlegende Dinge Berücksichtigung finden.

Neben Zielsetzungen, inhaltlichen und formalen Fragen müssen weiterhin auch finanzielle, technische und rechtliche Aspekte geklärt werden, ehe mit der Arbeit begonnen werden kann. Notwendig wird somit ein Projektleiter bzw. die Unterstützung von Fachlehrern, wenn die Produktion der Zeitung außerhalb des betreuenden Rahmens eines Projektes stattfindet. Die Kontaktpersonen sollten zunächst in die Grundlagen der Zeitungsarbeit einführen, dabei jedoch genug Freiraum für die Ideen und Interessen der teilnehmenden Schüler lassen. Gemeinsame Sitzungen der gesamten „Redaktion" eignen sich am besten, um Verantwortlichkeiten festzulegen, Termine zu setzen und Probleme zu klären.

Bei diesen vorbereitenden und organisatorischen Fragen sollten die Schüler ein hohes Maß an Verantwortung zugesprochen bekommen, damit sie in Eigeninitiative ‘ihre' Zeitung von Anfang an selbst auf die Beine stellen.

2.2.1. Auch Schülerzeitungen unterliegen rechtlichen Bestimmungen

Seit 1949 gilt in Deutschland laut Grundgesetz zwar die Freiheit der Presse, d.h. das Recht jedermanns, eine Zeitung zu veröffentlichen, trotzdem müssen hierbei Dinge beachtet werden, damit dadurch nicht andere Gesetze verletzt werden. Grundlegend für die Arbeit eines Mitgliedes der Presse (also auch für die jungen Schülerzeitungsredakteure) sind die Landespressegesetz e. Diese besagen u.a., daß Redakteure eine gewisse Sorgfaltspflicht inne habe, d.h. die Inhalte ihrer Veröffentlichungen auf Wahrheit und Herkunft geprüft werden müssen können. Desweiteren legen die Landespressegesetze fest, daß jede Veröffentlichung ein Impressum haben muß und was genau in diesem zu stehen hat. Auch sollten Anzeigen als solche gekennzeichnet werden. Besonders interessant ist, daß das Landespressegesetz vorschreibt, daß die veröffentlichte Zeitung in zweifacher Ausführung an die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main und an die jeweilige Landesbibliothek zu senden ist.3

Aber nicht nur das Landespressegesetz ist relevant für die Arbeit einer Schülerzeitungsredaktion, auch in anderen Rechtsgrundlagen sollten sich die jungen Zeitungsmacher zumindest etwas auskennen. So untersagt z.B. das Strafgesetzbuch (StGB) Formalbeleidigungen, Üble Nachrede und Beschimpfungen, Mittel, derer sich die jungen Zeitungsmacher meist unbewußt gern bedienen. Die Beschimpfung eines noch so unsympathischen Lehrer s ist somit rechtswidrig, sachliche Kritik dagegen zulässig.

Ein weiterer rechtlicher Punkt, der speziell die Arbeit bei Schülerzeitungen betrifft, ist das Urheberrecht, welches im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) eine Regelung findet. Bereits veröffentlichte Fotos, Artikel, Karikaturen, Zeichnungen etc. dürfen nicht ohne die Genehmigung des Urhebers in die eigene Zeitung übernommen werden (ein beliebtes Mittel, um die noch leeren Seiten der Schülerzeitung zu füllen oder eigene Artikel mit Fotos oder Bildern aufzulockern). Etwas anderes gilt jedoch für Artikel und Bilder, die speziell für die Weiterverwendung herausgegeben wurden. Bei solchen findet sich meist ein kleiner Hinweis am Ende des Beitrages.

Darüber hinaus sind Schülerzeitungen in manchen Bundesländern an spezielle Regelungen gebunden. So bedarf z.B. der Vertrieb einer Schülerzeitung in Sachsen nicht der Genehmigung der Schulleitung, jedoch kann diese ein Vertriebsverbot für Teile der Zeitung aussprechen, die gesetzliche oder schulische Bestimmungen verletzen. Desweiteren sollte die Schülerzeitungskasse einmal im Jahr durch zwei Kassenprüfer unter die Lupe genommen werden.

Nur wenige Schülerzeitungsredaktionen sind mit diesen rechtlichen Bestimmungen vertraut und auch Pädagogen und Schulleitung beachten sie in zu geringem Maße. Sicherlich gibt es wichtigere Dinge in diesem Bereich der Medienpädagogik, die beteiligten Jugendlichen sollten jedoch lernen, auch im Blick auf den gesetzlichen Rahmen zu arbeiten. Eine Diskussion über „Sinn und Unsinn" der gesetzlichen Richtlinien wäre eine mögliche Erweiterung des Schülerzeitungsprojektes, die zudem Wissen für gesellschaftswissenschaftliche Fächer wie Sozialkunde oder Recht vermittelt.

2.2.2. Die technischen Voraussetzungen

Die finanziellen Mitteln, auf die ich später noch eingehen werde, sowie die bereits zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten wie Computer, Software, Fotoapparate, Kopierer etc. bestimmen in hohem Maße die Arbeitsweise an der eigenen Zeitung. Doch auch hier gilt, daß man keine professionelle Ausrüstung braucht, um ein Printprodukt herzustellen, da letztendlich die Beschäftigung mit dem Medium selbst zählt.

Einige Dinge sollten jedoch zur Grundausstattung der Redaktion gehören. Dazu zählen eine Kamera (kann einem der Jungredakt eure gehören und muß kein Profimodell sein!), ein Computer mit Schreibprogramm und Drucker (meist in den Computerräumen der Schule vorhanden) sowie diverse Büroartikel wie Scheren, Stifte, Blätter, Hefter etc. Alle anderen zusätzlichen Gegebenheiten wie Scanner, Laserdrucker oder spezielle Layout -Programme wie z.B. Page Maker oder Corel Draw u.ä. sind zwar wünschenswert, für viele Zeitungsprojekte jedoch nicht im Rahmen des Möglichen.

Zudem gilt, daß man sich nicht alles gleich kaufen muß, um effektiv arbe iten zu können, da mit ein bißchen organisatorischem Geschick viele Probleme behoben werden können. Meist steht in der Schule selbst das nötige technische Gerät oder kann bei einem der Jugendlichen daheim genutzt werden. Nach freundlicher Anfrage der Redaktion oder des Projektleiters stimmen die dafür verantwortlichen Personen einer Nutzung meist zu.

2.2.3. Die räumlichen Gegebenheiten

Nur in den wenigsten Fällen bekommen die Schülerzeitungsredaktionen einen eigenen Raum von der Schulleitung zur Verfügung gestellt, in dem sie ihre Materialien unterbringen, sich treffen oder auch in Ruhe arbeiten können. Ist dies nicht der Fall, genügt ein Klassenraum, in dem sich zumindest die Möglichkeit bietet, die benötigten Utensilien in einem Schrank zu verstauen und sich nach Schulschluß zu treffen.

Als ‘Notlösung' kann auch der Hobbyraum eines Klassenkameraden dienen, was sich jedoch aufgrund der meist ungünstigen Lage und der Abhängigkeit von dieser einen Person als sehr ungünstig darstellt.

2.2.4. Die finanziellen Mittel

Erfolgt das Zeitungsprojekt im Rahmen einer medienpädagogischen Maßnahme mit einem Projektleiter, hat sich dieser meist bereits um Fördergelder von Land, Kreis oder sogar der Stadt gekümmert. Ist dies nicht der Fall, obliegt die Finanzierung den Schülern selbst und muß früh genug bedacht werden. Bereits vor der eigentlichen Arbeit sollte deswegen ein Konzept vorliegen, das die ungefähren Kosten für alle anfallenden Dinge kalkuliert. Von der Beschaffung des Schmierpapiers und dem Kauf sowie der Ent wicklung des Fotomaterials, über mögliche Straßenbahnfahrkarten bis hin zur Vervielfältigung der fertigen Zeitung sollte alles im Konzept enthalten sein. Wichtig ist es auch, den Bedarf lieber zu hoch anzusetzen, als am Ende nicht mehr genug Geld für die Vervielfältigung übrig zu haben.

Wenn dies alles erfolgt ist, kann mit einem Finanzierungsplan begonnen werden. Auch hier eignen sich wieder gemeinsame Treffen der gesamten Redaktion. Möglichkeiten der Finanzierung sind einerseits die Unterstützung durch Sponsoren oder Werbekunden, andererseits der Verkauf der Zeitung an Schüler und Lehrer. Sponsoren finden sich meist in großen Firmen der Stadt oder Eltern von Schulkameraden, die eine eigene Firma besitzen. Kommt ein Sponsoring nicht in Frage, kann man benachbarte Geschäfte, Restaurants etc. auch als Anzeigenkunden werben, indem man für eine Firmenanzeige in der Schülerzeitung z.B. einen gewissen Sockelbetrag vereinbart.

Gibt es an der Schule einen Förderverein, kann auch dieser um finanzielle Unterstützung gebeten werden. Eine weitere Möglichkeit ist der Verkauf der Zeitung gegen ein geringes Entgelt, das jedoch dem kleinen Geldbeutel eines Schülers angepaßt sein sollte.

Es bieten sich somit verschiedene Methoden, die Ausgaben zu decken, wobei die bloße Finanzierung durch den Verkauf wohl eher utopisch ist. Und: Die nötigen finanziellen Mittel erst einmal zusammen zu haben, braucht Zeit. Meist ist es deshalb angebracht, sich einen Freiwilligen zu suchen, der nur dafür zuständig ist. Natürlich wäre auch eine Verteilung der Aufgaben möglich, kann aber aufgrund der Unzuverlässigkeit einiger Projektteilnehmer schnell einmal schiefgehen. Letztendlich sollte es aber mit der Redaktion geklärt werden, welche Arbeitsweise sie bevorzugen, ob sich überhaupt ein Verantwortlicher findet oder ob alle Möglichkeiten erst einmal ausprobiert werden sollen.

2.2.5. Inhaltliche und formale Zielsetzungen

Wen wollen wir ansprechen? Wie oft soll die Zeitung erscheinen? Welchen Umfang und welches Format soll sie haben? Wie soll sie heißen? Das alles sind Fragen, die genauso zur Vorbereitung gehören, wie Finanzierung oder die Beschaffung der notwendigen Technik. Dies alles zu klären bedarf keiner langen Debatten, sollte jedoch bereits beim ersten gemeinsamen Treffen besprochen werden, damit das Projekt zumindest einen groben Rahmen erhält.

Aufbauend auf diesen Grundlagen kann nun mit der Arbeit an der Zeitung selbst begonnen werden.

2.3. Und nun kann begonnen werden

Trifft eine Redaktion zum ersten Mal zusammen und die Projektteilnehmer kennen sich noch nicht, bietet sich eine Vorstellungsrunde an. Dies kann in Form einer bloßen Vorstellung mit Namen, Hobbys u.a. erfolgen, sicherlich ist ein Spielrunde aber lustiger und schafft zudem eine lockere Atmosphäre. Es sollte zudem nicht vergessen werden, bereits hier erste Vorstellungen der Teilnehmer über das Projekt zur Sprache kommen zu lassen.

Nach dem Kennenlernen können dann Belange wie Finanzierung, inhaltliche Rahmengebung etc. zur Diskussion gestellt werden. Erst wenn diese geklä rt sind, sollte die eigentliche Arbeit an der Zeitung beginnen, bei der regelmäßige Treffen unerläßlich sind.

2.3.1. Themenfindung

Das Schönste an der Zeitungsarbeit ist wohl auch die Aufstellung des Heftinhaltes mit der vorausgehenden Themenfindung. Durch ein gemeinsames „Brainstorming" lassen sich einfach jede Menge Ideen zusammentragen und bieten meist eine bunte Mischung. Aus dieser Masse sollten dann die Vorschläge herausgesucht werden, die sich am besten zu einem vielseitigen, informativen und vor allem auch unterhaltsamen Heftinhalt verbinden lassen. Bei der Themenfindung muß immer davon ausgegangen werden, was den Leser interessiert. Beachtet man nur die eigenen Interessen, macht das die Zeitung schnell einseitig und stößt bei vielen Mitschülern nicht gerade auf Begeisterung.

Wichtig ist auch, daß Themen gefunden werden, die die Leser über Sachverhalte informieren, die sie nicht aus anderen Quellen bereits in Erfahrung bringen konnten. So ist ein Artikel über das Leben von Britney Spears nicht sehr ausgefallen, da die BRAVO in dieser Hinsicht gewiß aktuellere Informationen veröffentlicht, als eine Schülerzeitung es jemals kann. Zusätzlich stößt man bei der Illustration dieses besagten Star-Artikels auf weitere Probleme, da Fotos aus anderen Illustrierten unter das Urheberrecht fallen und somit nicht ohne Genehmigung in der eigenen Zeitung genutzt werden dürfen. Doch das soll nicht heißen, daß man ganz auf das Thema Britney Spears verzichten muß. Es kommt eben auf die Umsetzung an, bei der viel Kreativität gefragt ist. So könnte man zum Beispiel einen Report über einen Fan des besagten Teenie - Idols schreiben, einen Konzertbesuch schildern oder sich auch ein Gewinnspiel einfallen lassen.

Generell ist es jedoch wünschenswert, daß die Schülerzeitung eine n gewissen Bezug zum Schulleben hat oder zumindest Interessenspähren der Schüler berührt. Und auch hier finden sich zahlreiche Möglichkeiten, seien es die Ergebnisse des Schulsports, die Vorstellung neuer Lehrkräfte, durchgeführte Exkursionsfahrten, Interviews mit Austauschschülern, Veranstaltungstips, Lehrerversprecher und vieles mehr.

2.3.2. Ordnung ist alles

Um die Arbeitsweise großer Zeitungen kennenzulernen und ihre Erscheinungsweise zu verstehen, bietet es sich an, in die journalistischen Formen wie Interview, Reportage, Portrait, Bericht etc. einzuführen sowie den Grundaufbau zu analysieren.

Das soll nicht heißen, daß genau dieser Aufbau in die eigene Zeitung übernommen werden muß, sondern nur Denkanstöße bringen soll.

Bei einer Analyse der Zeitungsstruktur wird wohl die Aufteilung in Rubriken wie Feuilleton, Ausland, Sport, Magazin u.ä. auffallen. Warum ist diese Gliederung aber vorteilhaft? Erstens erleichtert sie es dem Leser, sich besser in der Zeitung zurechtzufinden und bietet ihm einen ersten groben Überblick über den Inhalt, ohne die Artikel lesen zu müssen. Desweiteren bringt die Unterteilung in Rubriken den Effekt, daß nicht nur einseitig berichtet wird, sondern viele Themenbereiche abgedeckt werden. Eine Übernahme einer solchen Struktur bietet sich demnach auch für die eigene Zeitung an. Sparten können hier z.B. sein: aktuelle Kurzmeldungen, Sport, Kultur, Lehrerinterview, die Bunte Seite usw. Entscheidet man sich für eine solche Einteilung, sollte diese in jeder Ausgabe gleich ausfallen und wenn möglich auch immer in der selben Reihenfolge erscheinen.

Auch ist zu beachten, daß eine abwechslungsreiche Mischung der verschiedenen journalistischen Stile erfolgt, da nichts langweiliger für den Leser ist, als alle Beiträge z.B. in Form eines Interviews vorzufinden.

Ob sich aber nun Projektteilnehmer finden, die sich auf bestimmte Gebiete wie Sport oder Buchvorstellungen spezialisieren möchten oder jeder den Beitrag übernimmt, der ihm zugewiesen wird, bleibt ganz der Organisation der einzelne n Redaktion überlassen. Beachtet man jedoch die vorangegangenen Hinweise erleichtert das, den Überblick zu behalten und fast immer eine vielseitige Zeitung herauszugeben.

2.3.3. Organisationstalente sind gefragt

Bereits mit dem Herausfiltern der besten Themen aus der Masse an Vorschlägen beginnt die eigentliche Arbeit an der Zeitung. Und die erfordert viel Organisationsvermögen, da man im Gewühl der Beteiligten und Aufgaben leicht den Überblick verliert. Fehlt ein Projektleiter, sollte ein Mitglied der Red aktion (möglich sind auch mehrere) die Funktion eines leitenden Redakteurs übernehmen. Um Neid und Mißgunst aus dem Weg zu gehen, kann diese Funktion von Ausgabe zu Ausgabe getauscht werden.

Im presserechtlichen Sinn, ist diese verantwortliche Person nun die bzw. der Verantwortliche im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) und muß als solche auch im Impressum genannt werden.4 Neben der Koordination der Arbeitsabläufe kommt dem V.i.S.d.P. auch die Kontrolle der einzelnen Artikel und Beiträge zu. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Überprüfung der Rechtschreibung5, sondern vielmehr um die inhaltliche Kontrolle und der Suche nach rechtswidrigen Äußerungen, urheberrechtlich geschützten Bildern und Textteilen oder unwahren Behauptungen. Hierbei kann es sehr hilfreich sein, einen Lehrer um Hilfe zu bitten, da dieser meist über mehr Fachkompetenz verfügt.

Neben diesen Aufgaben kann der verantwortliche Jungredakteur auch die Organisation der gemeinsamen Treffen übernehmen, Diskussionen leiten und den genauen Stand der Arbeit vor jeder Redaktionssitzung zusammenfassen.

2.3.4. Termine im Auge behalten

Gewiß wird die Arbeit an der ersten gemeinsamen Ausgabe besonders viel Zeit in Anspruch nehmen, da alles erst erkundet, Arbeitsabläufe erprobt und Arbeitsweisen kennengelernt werden müssen. Und doch sollten bereits hier Termine, zu denen bestimmte Beiträge fertig sein sollten, gesetzt und auch eingehalten werden. Denn unaktuelle Zeitungen interessieren die Mitschüler wenig.

Generell gilt, daß Artikel, die eine gewisse Aktualität haben, immer als letztes eingefügt werden, damit die Aktualität nicht verloren geht. Für andere Beiträge sollte ein Abgabetermin (Redaktionsschluß) gefunden werden, der es den Redakteuren neben den schulischen Aufgaben erlaubt, ihn in angebr achter Weise recherchieren und formulieren zu können. Um noch genügend Zeit für Korrektur, Layout und Vervielfältigung zu haben, sollte der Zeitraum zwischen Themenverteilung und Abgabe des fertigen Artikels zwei Wochen nicht überschreiten. Auch mögliche Firmenanzeigen müssen zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegen, um mit die Planung einbezogen werden zu können. Werden diese Termine eingehalten, ist es auch für die nachfolgenden Arbeiten leichter, sie in einem angemessenen Zeitraum zu erfüllen.

Je nach Anzahl der Redaktionsmitglieder, der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit, der beabsichtigten Seitenanzahl der Zeitung und der vorhandenen Technik nimmt die Fertigstellung einer Ausgabe zwischen einem und zwei Monaten in Anspruch.

2.3.5. Ein grober Ablaufplan

Bereits bei der Themenverteilung kann eine Aufteilung der einzelnen Seiten erfolgen, um den Redakteuren einen Umfang für ihre Beiträge zu geben, an dem sie sich grob orientieren können. Ideal ist dabei eine große Liste mit den einzelnen Seitenzahlen, die die Verantwortlichkeiten für Text- und Bildbeiträge sowie Platz für Anzeigen der Firmen wiedergibt und jederzeit eingesehen werden kann. Diese Liste bietet zudem Platz für die Abgabetermine der Beiträge sowie eine Kontrollmöglichkeit über den Stand der Arbei ten.

Während die mit den Beiträgen beschäftigten Redakteure sich mit Recherche und Ausarbeitung befassen, können andere Projektteilnehmer bereits mit der Organisation der nötigen Finanzen beginnen. Wie bereits erwähnt sollte beides etwa zum gleichen Zeitpunkt stehen.

Doch das soll nicht heißen, daß erst danach die Gestaltung der Zeitung beginnt. Es gibt immer Bestandteile der Zeitung, die weniger intensiver Vorbereitung bedürfen. So kann das Layout-Team bereits mit der Fertigstellung einer bunten Seite mit Witzen, Preisrätsel, Lehrerversprechern, Kleinanzeigen, Grüßen u.ä. beginnen, das Impressum und ein erstes Inhaltsverzeichnis erstellen bzw. eine Veranstaltungsseite entwerfen. Und natürlich wird es auch solch eifrige Redakteure geben, die ihre Beiträge bereits nach einer Woche abgeben. Schließlich kann auch mit dem Entwurf der Titelseite begonnen werden.6

Sind alle schriftlichen Beiträge eingegangen, erfolgt die Kontrolle durch den verantwortlichen Redakteur bzw. durch einen Fachlehrer. Es stellt sich meist als vorteilhaft heraus, die Artikel getrennt durch verschiedene Personen prüfen zu lassen, da immer wieder gern kleine Fehler (auch in Satzbau und Grammatik) übersehen werden. Der Autor des Artikels sollte dann noch einmal die Gelegenheit bekommen, seine Fehler selbst zu berichtigen, gegebenenfalls etwas am Ausdruck zu feilen und (falls nötig) den Beitrag etwas zu kürzen bzw. auszubauen. Ist dies geschehen, können nun auch diese Beiträge auf den vorgesehenen Seiten arrangiert und mit Bildbeiträgen illustriert werden. Es darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, auch die vorhandenen Anzeigen mit einzubauen.

Im Zuge der Finanzierungsplanung wurden sicherlich die Möglichkeiten der Vervielfältigung bedacht. Ob nun kopieren oder drucken, hängt vom zur Verfügung stehenden Geld sowie den Vorlagen für die fertige Zeitung ab. Fehlte es bereits bei der Erstellung der Zeitung an der nötigen Computertechnik, wird ein teurer Druck nicht zu empfehlen sein, da für den Druckvorgang die Zeitung auf Diskette vorliegen muß bzw. die Vorlagen auf Papier eine hohe Qualität aufweisen müssen. Und: Es sollte bereits während der Arbeit an der Ausgabe eine geeignete Vervielfältigungsstelle gesucht und mit ihr gegebenenfalls ein Termin ausgemacht werden. Übernimmt die Redakt ion die Vervielfältigung selbst, z.B. durch einen an der Schule vorhandenen Kopierer, können fertige Teile der Zeitung schon vor der Fertigstellung der gesamten Ausgabe kopiert werden. Doch auch das kommt wieder ganz auf die Situation der einzelnen Schülerzeitungen an.

Wichtig ist zudem, daß wenige Tage vor Erscheinen der Schülerzeitung kräftig die Werbetrommel gerührt wird. Plakate, Flyer, Ansagen über den Schulfunk und Mundpropaganda eignen sich gut, um die Mitschüler neugierig zu machen und sie zu informieren, wo und wann die Verteilung erfolgt.

An dieser Stelle sollte nun auch entschieden sein, ob die Zeitung kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt verteilt wird. Entscheidet man sich für den Verkauf, eignet sich ein fester 'Stand' auf dem Schulhof bzw. im Schulhaus (Cafeteria oder Haupteingang) am besten. Eine kostenlose Verteilung kann dagegen auch durch umherlaufende Mitglieder der Redaktion erfolgen.

Wichtig ist es nun, eine gemeinsame Redaktionssitzung einzuberufen, um die Arbeit zu reflektieren, Kritik zu üben, Eindrücke zu schildern und sich am gemeinsamen Ergebnis zu freuen. Besonders interessant sind auch die ersten Reaktionen der Leser, die ihren Unmut bzw. ihr Gefallen meist gleich zum Ausdruck bringen.

Soll das Projekt fortgesetzt werden, bietet es sich bereits jetzt an, mit der Planung der neuen Ausgabe anzufangen. Schließlich wollen die begeisterten Leser nicht zu lange auf die nächste Schülerzeitung warten.

2.3.6. Kontakt zu den Lesern

Nichts belebt und fördert die Arbeit an der Schüle rzeitung so, wie die Kommentare und Mitwirkung der Mitschüler. Trotz allem schreiben nicht gleich alle einen Leserbrief oder nehmen persönlich Kontakt zu den Machern der Zeitung auf. Es bietet sich deswegen an, von Zeit zu Zeit eine kleine Umfrage zu starten, um die Meinungen, Verbesserungsvorschläge und Interessen der Leserschaft zu ergründen. Die Beantwortung der Fragen kann jedoch nicht erzwungen werden, sondern beruht wiederum auf Freiwilligkeit. Ein netter Anreiz für die Teilnahme wäre deshalb z.B. die Verlosung eines kleinen Preises unter allen, die mitgemacht haben.

Den Kontakt zu den Lesern kann man ebenfalls aufbauen, indem man spezielle Seiten einrichtet, die von der Mitwirkung der Leser leben. Beispiele hierfür sind u.a. Grüße, Kleinanzeigen, Preisrätsel, Foto- oder Kurzgeschichtenwettbewerbe. Der Kreativität und dem Einfallsreichtum der Schülerzeitungsredaktion sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

3. Mehr als nur Schülerzeitung

3.1. Mitgliedschaft im Deutschen Jugendpresseverband

Das Gestalten einer eigenen Zeitung muß mit der bloßen Arbeit an der Zeitung noch lange nicht aufhören.7 Eine Möglichkeit die redaktionelle Arbeit noch interessanter zu machen und zudem noch wichtige Unterstützung und Hinweise zu erhalten, ist die Mitgliedschaft im Jugendpresseverband. Gegen eine geringe Mitgliedsgebühr (für ganze Redaktionen billiger!) erhält man eine monatliche Mitgliedszeitschrift mit Informationen aber auch mit Artikeln und Bildern, die in die eigene Zeitung übernommen werden dürfen. Zudem erhalten die Redakteure einen Presseausweis, der sie als Mitglied der Presse kennzeichnet und mit dem sie kostenlosen Zugang zu vielen öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten, Vorträgen, Ausstellungseröffnungen etc. erhalten.

Der Jugendpresseverband bietet weiterhin zahlreiche Seminare zu den verschiedensten Themen, die den Mitgliedern die Möglichkeit geben, ihr Wissen zu vertiefen, Neues zu erfahren und vor allem andere Jugendliche kennenzulernen.

3.2. Schülerzeitungsseminare

Nicht nur der Jugendpresseverband veranstaltet während des Jahres mehrtägige Seminare für Schülerzeitungsmitglieder und solche, die es werden wollen. Auch politische Stiftungen wie die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU-nah) oder die Friedrich-Ebert-Stfitung (SPD-nah) bieten zahlreiche ein- aber auch mehrtägige Veranstaltungen. Für eine Teilnahme braucht man jedoch kein Mitglied bei einer Partei oder einem Verein zu sein. Zudem ist der Teilnehmerbeitrag sehr gering, da die Stiftungen einen großen Teil der Kosten über Fördergelder und Spenden finanzieren.

Eine Teilnahme lohnt sich immer, denn Vorträge, Arbeitseinheiten und Workshops werden von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt. Meist werden in den speziell für junge Redakteure angebotenen Seminaren die journalistischen Grundlagen übermittelt, rechtliche Bestimmungen für Schülerzeitungen vorgestellt sowie eine eigene Seminarzeitung gestaltet. Zudem bietet sich die Möglichkeit, zu Schülerzeitungsredakteuren anderer Schulen (meist aus dem Landkreis bzw. der näheren Umgebung) Kontakt aufzunehmen, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen zu sammeln. Insgesamt also eine Erfahrung, die die eigene Arbeit durchaus bereichern kann.

3.3. Schülerzeitungswettbewerbe

Jedes Jahr werden zahlreiche Wettbewerbe für Schülerzeitungen veranstaltet, sei es durch die Stadt oder den Landkreis, in der sich die Schule befindet oder durch namhafte Verlage oder sogar Druckereien. Neben der Anerkennung winken dabei meist auch Geld- bzw. Sachpreise, die jeder Schülerzeitungsredaktion sicherlich gelegen kommen.

Einer der größten Wettbewerbe wird jährlich vom Spiegel unter dem Motto "Die Schülerzeitung des Jahres" durchgeführt. Mitmachen kann jede deutschsprachige Schülerzeitung aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und anderen Schulen im Ausland. Neben dem Gesamteindruck werden auch Preise in verschiedenen Kategorien wie bestes Titelbild, bester Beitrag, bestes Layout usw. vergeben.

Bei diesem Wettbewerb einen der vorderen Plätze zu belegen, ist angesichts der hohen Teilnehmerzahlen (Tendenz steigend) sicherlich ka um vorstellbar, jedoch einen Versuch wert.

Anfangen sollte man jedoch mit kleineren Wettbewerben, da es zumindest genau soviel Freude macht, sich für diese so richtig ins Zeug zu legen und vielleicht sogar einen Preis zu gewinnen.

3.4. Die Schülerzeitung im Internet

Fast jede Schule ist heute bereits mit einem Internet-Anschluß ausgestattet und stellt sich womöglich sogar auf einer eigenen Homepage vor.8 Eine Möglichkeit die Arbeit an der Schülerzeitung zu erweitern, wäre hier, Teile der neuesten Ausgabe ins Netz zu bringen, die Redaktion vorzustellen, einen 'Briefkasten' für Leser zu schaffen und dadurch natürlich auch über die Schulgrenze hinaus gelesen zu werden. Meist bietet diese Ausdehnung der konventionellen Schülerzeitungsarbeit völlig neue Erfahrungen im Umgang mit dem Medium Internet und gleichzeitig die Möglichkeit einer Teilnahme von Schülern, die sich nicht für die eigentliche Zeitungsarbeit interessieren.

4. Was kann die Schülerzeitungsarbeit bringen?

Neben Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Medium Zeitung und dem daraus resultierendem Interesse und der Kritikfähigkeit für andere bereits vorgefertigte Printprodukte, bringt die Arbeit bei einer Schülerzeitung natürlich auch den Kontakt zu den verschiedensten Personengruppen mit sich. Der Umgang mit Menschen, seien es andere Redaktionsmitglieder, Werbepartner, Interviewpartner, Schüler oder Lehrer und die Entwicklung von Teamgeist sind deshalb wichtige Faktoren bei diesem medienpädagogischen Modell. Diese Erweiterung des 'Bekanntenkreises' eröffnet meist weitere Möglichkeiten. So sind viele junge Redakteure auf diesem Weg zu einen Nebenjob bei einer lokalen Zeitung gekommen, haben Praktikumsplätze bei Firmen gefunden, die als Anzeigenkunden der Schülerzeitung auftraten oder wurden aufgrund ihr es Engagements und ihrer Bekanntheit sogar zum Schülersprecher.

Doch sind dies nur Beispiele. Was die Arbeit bei einer Schülerzeitung auf jeden Fall bringt, ist Freude am Umgang mit Medien, nebenbei technisches Know-how in der Handhabung von Kameras, Computern und Drucktechnik sowie umfangreiches Wissen, das sich nicht nur im Unterricht anwenden läßt. Alles in allem also Erfahrungen, die wertvoll für das Leben in einer medialen und auf Teamgeist eingestellten Zukunft sind.9

Quellenverzeichnis

1. Baacke, Dieter (Hg.) (1973). Mediendidaktische Modelle: Zeitung und Zeitschrift. München: Juventa.
2. Harpley, Avril (1992). Tolle Ideen: Medienerziehung. Mühlheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr.
3. Hölterschinken, Dieter u.a. (1991). Praxis der Medienerziehung: Beschreibung und Analyse im schulischen und außerschulischen Bereich. Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt.
4. Hübsch, Angela u.a. (Hg.) (1995). Schwarz auf Weiß: Zeitungen und Broschüren selbermachen. Göttingen: AOL-Verlag.
5. Hüther, Jürgen u.a. (Hg.) (1997). Grundbegriffe Medienpädagogik. München: KoPäd Verlag.
6. Tulodziecki, Gerhard (1992). Medienerziehung in Schule und Unterricht. Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt.

[...]


1 Diese Beispiele sind u.a. entnommen aus Harpley, Avril (1992) sowie Baacke, Dieter (1973). 4

2 Für diese Statement befragte ich drei meiner ehemaligen Mitschüler, die mit mir zusammen am Arnoldi-Gymnasium Gotha die Schülerzeitung "BANG!" gestalteten.

3 Diese gesetzlichen Regelungen sind nur Beispiele und umfassen längst nicht den gesamten Inhalt der Landespressegesetze.

4 Genaue Gesetze zum V.i.S.d.P. bei Schülerzeitungen lassen sich bei den Landesverbänden der Deutschen Jugendpresse erfragen.

5 Eine fehlerfreie Rechtschreibung macht einen guten Eindruck und vermittelt Kompetenz. Darauf sollte geachtet werden. Anstatt die Kontrolle einem Mitschüler zu überlassen, können auch Lehrkräfte um Hilfe gebeten werden, die Beiträge Korrektur zu lesen.

6 Auf das Layout von Zeitungen möchte ich in meiner Hausarbeit nicht eingehen, da dies zu weit führen würde und genug Stoff für eine gesonderte Ausarbeitung bieten würde. Informationen dazu gibt es beim Jugendpresseverband sowie in zahlreichen Büchern zum Thema.

7 Die Deutsche Jugendpresse ist zu erreichen unter www.deutsche-jugendpresse.de 16

8 Beispiele für Schülerzeitungen im Internet finden sich unter www.schülerzeitung.org 18

9 Diese Ergebnisse sind aus meinem eigenen Erfahrungsbereich entnommen. Natürlich gibt es weitere wissenschaftlichere Erklärungsversuche, was aktive Medienarbeit bewirken kann. Verweisen möchte ich an dieser Stelle auf Hüther u.a. (1997), Seite 11f.

21 von 21 Seiten

Details

Titel
Eine Anleitung zum Selbstgestalten von Printmedien
Hochschule
Universität Leipzig
Veranstaltung
Seminar "Medienpädagogik"
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
21
Katalognummer
V110101
ISBN (Buch)
9783640112470
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anleitung, Selbstgestalten, Printmedien, Schülerzeitung, Medienpädagogik, aktive Medienarbeit, medienpädagogisches Projekt, Schule, Medienkompetenz, Zeitung
Arbeit zitieren
Claudia Brand (Autor), 2001, Eine Anleitung zum Selbstgestalten von Printmedien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110101

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