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Ijob - Entstehung und Aufbau

Title: Ijob - Entstehung und Aufbau

Term Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simon Schwamborn (Author)

Theology - Biblical Theology
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Die Geschichte vom unschuldig leidenden Ijob gehört wohl zu den bekanntesten Stellen des alten Testaments überhaupt. Zumindest die Rahmenerzählung ist weit über den Kreis praktizierender Christen hinaus bekannt. Dieses ist nicht zuletzt das Resultat einer reichhaltigen Rezeptionsgeschichte. So beschäftigte sich bisher nicht nur die Theologie, sondern auch die Philosophie, Literatur, Kunst oder Psychologie intensiv mit Ijob. Exemplarisch soll an dieser Stelle nur die Wette aus dem Faustprolog genannt werden.1 Selbst im alltäglichen Sprachgebrauch ist er in Form der „Ijobsbotschaft“ immer noch gegenwärtig. Doch wer kennt schon das vollständige Buch, nicht nur den duldsamen, sondern auch den verzweifelten, zermürbten, Gott anklagenden Ijob? Wer kennt den Prozess, der ihn besänftigt und ihn wieder mit Gott versöhnen lässt?

Dieses Referat möchte daher das Buch Ijob anhand seines Aufbaus und seiner Entstehungsgeschichte näher vorstellen. Die in ihm behandelte Thematik ist nicht leicht zu bestimmen. Generell lassen sich aber zwei Ansätze unterscheiden. So wird die These, es gehe um das rechte Verhalten im Leid z.B. von Georg Fohrer vertreten: „[Es geht] nicht um die Frage, woher das Leid rührt, sondern um diejenige, wie man sich in ihm verhalten soll; nicht um das Problem der Theodizee, sondern um das Problem der menschlichen Existenz im Leid“2. Genau dagegen wehrt sich aber z.B. Othmar Keel, indem er die Frage nach Ursache und Zweck des Leides im Buch Ijob aufgeworfen sieht: „Das Bemühen um diese Einsicht [dass das Leid zwar rätselhaft, aber trotzdem auf Gottes sinnvollem Handeln beruht] aber ist das Anliegen der Gottesreden und dieses Anliegen ist ein solches der Theodizee“3. Um diese Frage besser klären zu können, soll nun aber zuerst das Buch Ijob vorgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Name

3. Aufbau

3.1 Rahmenhandlung

3.2 Dialogteil

3.2.1 Ijobs Monolog

3.2.2 Auseinandersetzung Ijobs mit seinen Freunden

3.2.3 Das Lied über die Weisheit

3.2.4 Ijob´s Schlussreden

3.2.5 Die Reden Elihus

3.2.6 Die Gottesreden und die Antworten Ijobs

4. Entstehung

4.1 Rahmenerzählung

4.2 Dialogteil

5. Geschichtlicher Kontext

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit befasst sich mit dem Buch Ijob, wobei das primäre Ziel darin besteht, eine strukturierte Analyse des Aufbaus sowie der Entstehungsgeschichte dieses biblischen Textes vorzunehmen und die zentrale Theodizee-Problematik kritisch zu beleuchten.

  • Strukturelle Analyse der Rahmenhandlung und des poetischen Dialogteils.
  • Untersuchung der Entstehungsgeschichte und der heterogenen Komposition des Ijobbuches.
  • Diskussion der unterschiedlichen theologischen Ansätze zur Interpretation des menschlichen Leids.
  • Analyse der Gottesreden als Antwort auf die existenzielle Not und Klage des Ijob.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Auseinandersetzung Ijobs mit seinen Freunden

Die Auseinandersetzung Ijobs mit Elifas, Bildad und Zofar nimmt einen sehr breiten Raum ein (4-27). In dieser reagiert Ijob jeweils auf die Reden, der in der oben genannten Reihenfolge sprechenden Freunde. Dieser Vorgang ist in drei Redegänge gegliedert. Einschränkend muss allerdings gesagt werden, dass im Letzten Bildad nur sehr kurz und Zofar überhaupt nicht mehr zu Wort kommt.

Die Diskussion ist geprägt von einer immer größer werdenden Entfremdung, welche Westermann folgendermaßen beschreibt: „durch den ganzen Dialogteil stehen einander die der Tradition entnommene, aber erstarrte Lehre und die unmittelbar aus der gequälten Existenz kommende glühende Klage gegenüber“.

Man muss jedoch beachten, dass die Freunde als Freunde kommen. Sie sind vom Tun-Ergehen-Zusammenhang („Wer Unrecht pflügt, wer Unheil sät, der erntet es auch.“ (4,7)) und der Sündigkeit des Menschen („Ist wohl ein Mensch vor Gott gerecht, ein Mann vor seinem Schöpfer rein?“ (4,17)) überzeugt. Daher vertrauen sie darauf, dass Gott dem Gerechten hilft und den Frevler straft, was sich in Bildads Äußerung: „Ja, Gott verschmäht den Schuldlosen nicht, die Hand der Boshaften aber hält er nicht fest.“ (8,20) zeigt. Daher möchten sie Ijob zur Einsicht seiner Schuld und zur Umkehr bewegen. Dieser ist jedoch von seiner Unschuld überzeugt („Schuldlos bin ich, doch achte ich nicht auf mich, mein Leben werfe ich hin.“ (9, 21)) und enttäuscht über seine Freunde („Meine Brüder sind trügerisch wie ein Bach, wie Wasserläufe, die verrinnen“ (6,15). Ihr „Trost“ geht ins Leere und verstärkt damit noch sein Leid. Aus einer immer größer werdenden Verzweiflung heraus werden die Anklagen gegen Gott immer verbitterter. Es wir ein grausames Gottesbild gezeichnet: Gott, „der tobende mit der Peitsche um sich schlagende Gott, der der Verzweiflung der Unschuldigen lacht“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Ijob-Geschichte ein und stellt die zentrale wissenschaftliche Fragestellung bezüglich des Umgangs mit Leid im Buch Ijob vor.

2. Name: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft und die verschiedenen Namensgebungen der Hauptfigur Ijob in unterschiedlichen Bibelübersetzungen.

3. Aufbau: Das Kapitel gliedert das Buch Ijob systematisch in seine zwei Hauptbereiche: die in Prosa verfasste Rahmenhandlung und den poetischen Dialogteil.

4. Entstehung: Hier wird die komplexe und heterogene Entstehungsgeschichte des Ijobbuches sowie dessen zeitliche Einordnung diskutiert.

5. Geschichtlicher Kontext: Das Kapitel beleuchtet den historischen Rahmen und interpretiert das Ijobbuch als mögliche Allegorie für die Situation des nachexilischen Israels.

6. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass das Leid trotz der menschlichen Begrenztheit in Gott eine Einordnung und eine Perspektive erfährt.

Schlüsselwörter

Ijob, Altes Testament, Theodizee, Leid, Rahmenhandlung, Dialogteil, Weisheitsliteratur, Gottesreden, Entstehungsgeschichte, Tun-Ergehen-Zusammenhang, Gerechtigkeit, Unschuld, Gotteserfahrung, JHWH, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine fundierte Analyse des Buches Ijob, wobei der Fokus auf dessen literarischem Aufbau und der komplexen Entstehungsgeschichte liegt.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Theodizee-Frage, der Umgang mit unverschuldetem Leid, das Gottesbild sowie der Zusammenhang zwischen menschlicher Existenz und göttlichem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die verschiedenen Ansätze zur Deutung des Leids im Buch Ijob darzustellen und aufzuzeigen, wie Ijob vom duldenden zum anklagenden Menschen wird, bevor er Gott begegnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und exegetische Analyse, die auf einschlägiger theologischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den Aufbau des Buches, von der Rahmenerzählung über den Dialogteil mit den Freunden bis hin zu den entscheidenden Gottesreden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ijob, Theodizee, Leid, Rahmenhandlung, Gottesreden und Tun-Ergehen-Zusammenhang.

Warum wird Ijob im Dialogteil als Rebell dargestellt?

Er lehnt sich gegen das starre, traditionelle Tun-Ergehen-Schema seiner Freunde auf, da dieses seiner tatsächlichen, gequälten Existenz und seiner Unschuld nicht gerecht wird.

Welche Rolle spielen die Gottesreden für Ijob?

Die Gottesreden führen Ijob aus seiner anthropozentrischen Sichtweise heraus, indem sie seine menschliche Begrenztheit vor der Größe und Weisheit Gottes verdeutlichen und so eine echte Gottesbegegnung ermöglichen.

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Details

Title
Ijob - Entstehung und Aufbau
College
University of Bonn  (Alttestamentliches Seminar)
Grade
1,0
Author
Simon Schwamborn (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V11021
ISBN (eBook)
9783638172899
Language
German
Tags
Ijob Hiob Job
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Schwamborn (Author), 2003, Ijob - Entstehung und Aufbau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11021
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