Die negativen Erfahrungen im zweiten Weltkrieg wie der Zusammenbruch der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und die Instabilität des Geld -und Preisniveaus der Zwischenkriegszeit führten zu dem Gedanken, der hinter dem Internationalen Währungsfond (IWF)-Abkommen stand. In den 40er Jahren bestand Konsens zwischen den Alliierten, dass flexible Wechselkurse aufgrund möglicher Spekulationen eine Quelle der Instabilität sind und dem Welthandel schaden. Die Alliierten hatten die Idee, ein stabiles Freihandelssystem zu schaffen, welches durch feste Wechselkurse und eine Konvertibilität der Währungen garantiert werden sollte. Ein Kompromiss zwischen dem Keynesplan der Briten und dem Whiteplan der US-Amerikaner bildete das Fundament für das Bretton Woods-System (BWS), welches – mit dem Dollar als Leitwährung – knapp 20 Jahre Bestand hatte.
Innerhalb Europas entstand auf politischer Ebene nach zwei Weltkriegen der Wunsch nach dauerhaftem Frieden. Die europäische Integration wurde vor allem von den früheren „Erzfeinden“ Frankreich und Deutschland voran getrieben und in den „Römischen Verträgen“ von 1957 beschlossen. Ziel war es, eine einheitliche Wirtschafts- und Währungspolitik zu erreichen, die eine militärische Auseinandersetzung zwischen den europäischen Staaten verhindern sollte. „Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa errichten“ ist der Gedanke der hinter den Bemühungen um ein einheitliches Europa steht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bretton Woods
2.1 Idee und Entstehung
2.2 Aufbau oder die n-te Währung
2.3 Zusammenbruch des BWS
2.3.1 Triffin-Dilemma / inadäquate Gold-Dollardeckung
2.3.2 Krieg auf Pump und importierte Inflation/Wirtschaftspolitik der USA
2.3.3 Endgültiges Ende und Wiedereinführung flexibler Wechselkurse
3. Auswirkungen des Zusammenbruchs auf die europäische Geldpolitik
3.1 Die Euro-Währungsschlange
3.2 Funktionsweise der Währungsschlange
3.2.1 Regel- und Ausnahmefälle im Saldenausgleich und deren Auswirkungen auf die inländische Geldmenge
3.2.2 Auswirkungen auf die Geldbasis
3.2.3 Beurteilung des EWV
3.2.4 Einführung des EWS
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems (BWS) und dessen tiefgreifende Auswirkungen auf die europäische Geldpolitik. Dabei wird untersucht, wie die Abhängigkeit vom US-Dollar die europäischen Volkswirtschaften destabilisierte und welche strukturellen Probleme zu den Währungsreformen innerhalb Europas führten.
- Idee, Struktur und systemische Schwächen des Bretton-Woods-Systems
- Ursachen für den Zusammenbruch, insbesondere das Triffin-Dilemma und die US-Wirtschaftspolitik
- Die historische Entwicklung der europäischen Währungsintegration (Währungsschlange)
- Die Transformation hin zum Europäischen Währungssystem (EWS)
- Vergleichende Bewertung zwischen fixen und flexiblen Wechselkursmodellen
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Triffin-Dilemma / inadäquate Gold-Dollardeckung
Schon 1957 kritisierte Triffin den IWF und appellierte an ihn, weniger Dollar in den Wirtschaftskreislauf laufen zu lassen. Sein Hauptargument war das inadäquate Verhältnis zwischen Gold und Dollar, denn die Goldproduktionen gingen zurück, nachdem der Goldpreis nach dem zweiten Weltkrieg ständig gefallen war.
Da die Volkswirtschaften der angeschlossenen Nationen immer mehr wuchsen, stieg die Nachfrage nach Reserven gleichzeitig stetig an. Die FED bediente die Nachfrage mit der „Notenpresse“, was dazu führte, dass das Leistungsbilanzdefizit der USA wuchs und die Gold-Dollar-Deckung keinen Bestand mehr hatte. Das Vertrauen in den Dollar sank weltweit und somit offenbarte sich das klassische Dilemma. „ The world needed dollar outflows but each outflow diminished confidence”
Diese Situation hatte zur Folge, dass die Abwertungserwartung gegenüber dem Dollar ab 1967 eine steigende Nachfrage nach Gold schaffte. Der Goldpreis 35$/Unze konnte nur durch künstliche Interventionen des Goldpools gehalten werden. Doch der Abwertungsdruck gegen den Dollar blieb in den Folgejahren bestehen, bis am 15.Juli 1971 die Gold-Dollar-Konvertibilität durch die Nixonadministration per Gesetz aufgehoben wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die geschichtliche Notwendigkeit des Bretton-Woods-Systems nach dem Zweiten Weltkrieg und steckt den Rahmen für die Untersuchung der europäischen währungspolitischen Integration ab.
2. Bretton Woods: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung des IWF und des Dollars als Leitwährung sowie die systematischen Schwächen, die schließlich zum Zusammenbruch des Systems führten.
3. Auswirkungen des Zusammenbruchs auf die europäische Geldpolitik: Der Hauptteil beschreibt die Entwicklung der europäischen Währungsschlange und des späteren Europäischen Währungssystems als Antwort auf das Ende des BWS.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kopplung an fremde Geldpolitik durch Fixkurssysteme oft zu Zielkonflikten führt und vergleicht dies mit den Vorteilen flexibler Wechselkurse.
Schlüsselwörter
Bretton Woods, US-Dollar, IWF, Gold-Standard, Triffin-Dilemma, Währungsschlange, Wechselkursstabilität, Europäisches Währungssystem, EWS, Geldpolitik, Inflation, EG, Fixkurssystem, Europäische Währungsintegration, Zentralbank.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und dem Scheitern des Bretton-Woods-Systems sowie den daraus resultierenden währungspolitischen Reaktionen in Europa.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Funktionen des Dollars als Weltleitwährung, die Ursachen für die Instabilität der 1970er Jahre und die Entstehung europäischer Währungsmechanismen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem Zusammenbruch des BWS und der Notwendigkeit einer eigenständigen europäischen Geldpolitik aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte historische und ökonomische Analyse auf Basis von Fachliteratur, Wirtschaftsberichten und historischen Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Bretton-Woods-Systems, die Mechanismen seines Zusammenbruchs und den Prozess hin zur Einführung der europäischen Währungsschlange und des EWS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bretton Woods, Triffin-Dilemma, Fixkurssysteme, Währungsschlange und Europäische Währungsintegration.
Warum war das Bretton-Woods-System instabil?
Das System litt unter dem Triffin-Dilemma und einer US-Wirtschaftspolitik, die durch das Drucken von Dollar zur Kriegsfinanzierung eine weltweite Inflation exportierte.
Was war die Funktion des "Tunnels" und der "Schlange"?
Die "Schlange im Tunnel" war ein System zur Begrenzung von Wechselkursschwankungen zwischen europäischen Währungen einerseits und gegenüber dem Dollar andererseits.
Welche Bedeutung hatte die Deutsche Mark in der Währungsschlange?
Aufgrund ihrer Stabilität avancierte die DM zur inoffiziellen Reservewährung und bildete später den Anker für die weitere europäische Integration.
- Citar trabajo
- Patrick Otterbach (Autor), 2005, Auswirkungen des Zusammenbruchs des Bretton Woods System auf die Europäische Geldpolitik - und deren Neuordnung", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110248