Trennung und Scheidung


Hausarbeit, 2000

17 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Trennungsphasen
1.1 Ambivalenzphase
1.2 Scheidungsphase
1.2.1 Umgebungsvariablen - Systeme
1.3 Nachscheidungsphase
2. Bewältigungsformen
2.1 vermeidende Bewältigung
2.2 akzeptierende Bewältigung
3. Altersstufen
3.1 erste Entwicklungsebene-„egozentric“
3.1.1 null bis drei Jahre
3.1.2 drei bis sechs Jahre
3.2 zweite Entwicklungsebene-„subjective“
3.2.1 fünf bis acht Jahre
3.2.2 neun bis zwölf Jahre
3.3 dritte Entwicklungsebene-„third person“
3.3.1 elf bis fünfzehn Jahre
3.3.2 14 bis 20 Jahre
4. Geschlechtsspezifische Auswirkungen am Beispiel Alleinerziehender

III. Stellungnahme

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die Eheschließung ist noch nicht ganz unattraktiv geworden, obgleich jede dritte Ehe seit circa sieben Jahren geschieden wird.

9.3.7 Ehen trennten Richter 1998 in Sachsen. (LVZ vom 23.4.99)

Und doch ist für viele ihre Familie das Wichtigste.

Ehen im vierten bis achten Ehejahr sind besonders gefährdet, so daß überwiegend Kleinkinder von Scheidungen betroffen sind. Etwa 100.000 Kinder erleben jährlich die Trennung ihrer Eltern. Nach Witte (1992) wächst in zehn Jahren jedes zweite Kind nicht mehr in der Familie auf, in die es hineingeboren wurde. Fünfzig Prozent der Scheidungskinder waren der Heiratsgrund gewesen. Das ursprüngliche Lernmodell ´Familie` fehlt nach einer Trennung. Kinder und Jugendliche wünschen sich ein ungefährdetes Zusammenleben mit beiden Elternteilen, denn die Familie, in der sie leben, ist die für sie einzig Vorstellbare. Ihre Eltern erhoffen sich einen neuen und besseren Lebensabschnitt, was oft im Gegensatz zu den Wünschen der Kinder steht, welche die Leidtragenden einer solchen Lebenslage sind.

Sie erleben einen möglichen Zusammenbruch, der unterschiedlichste Ängste und Unsicherheiten hervorrufen kann.

Ein neues Bild von Familie entsteht, wobei Kinder stets unverschuldet eine Scheidung miterleben.

Im Einzelnen möchte ich auf entwicklungspsychologische Aspekte bei Verhaltensweisen und Folgen bei Betrachtung der verschiedenen Altersstufen und dem Geschlecht von Kindern eingehen, mit besonderer Berücksichtigung der im folgenden genannten Scheidungsphasen sowie Systembelastungen und Bewältigungsstrategien im gesamten Trennungsprozeß.

II. Hauptteil

1. Trennungsphasen

Autoren bieten unterschiedliche Zahlen von Scheidungsphasen an, wobei ich die drei wesentlichsten aufgliedere.

1.1 Die Ambivalenzphase

Nicht nur die endgültige Trennung ist für Kinder belastend, sondern ebenso die Kränkungen und Verbitterungen, die zuvor oder begleitend einhergehen.

Spannungen, Streß und Unsicherheit begleiten in dieser Zeitspanne die Kinder. Eltern ziehen eine Trennung in Betracht und wägen Vor- und Nachteile durch den Verlust des Partners ab.

Kinder erfahren die Fehlbarkeit ihrer Eltern und erleben sie oft als Rivalen oder Hassende, was zum einen den Verlust des Gefühls von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen hervorruft und andererseits negatives Verhalten fördern kann, wenn Kinder bemerken, daß Handlungsweisen wie Anschreien und Beleidigungen zum Ziel führen. Sie sind stark auf elterliche Auseinandersetzungen fixiert und es besteht die Gefahr einer Allianzbildung mit einem Elternteil. Sie fühlen sich für die Beziehung verantwortlich und versuchen, ihre Gefühle zu unterdrücken und ziehen sich häufig zurück.

1.2 Die Scheidungsphase

Eine klare Trennung ist von Vorteil, da die andauernden Wiedervereinigungsphasen belastender für das Kind sein können. Oft beginnt ein Kampf um die Kinder und sie werden als Werkzeug der Auseinandersetzung benutzt. Das emotionale Beziehungsgefüge wird grundlegend verändert und Kinder suchen häufiger Halt in außerfamiliärer Unterstützung. Kinder zu Vorbeginn der Pubertät suchen Bestätigung in ihrem Freundeskreis, da Verwandte oft parteiergreifend reagieren, das Kind aber beide Eltern gleich lieben möchte.

Bei jüngeren Kindern kann große Angst aufkommen, den Verlust eines Elternteils beklagen zu müssen. Sie verspüren große Unsicherheit über den zukünftigen Kontakt zum abwesenden Elternteil, wenn zudem noch ein Umzug und/oder eine neue Familie entstehen sollen.

1.2.1 Umgebungsvariablen - Systeme

Das Microsystem Familie bedeutet zukünftig möglicherweise das Leben in einer Kommune oder nur mit einem Elternteil. Eltern, die aus unterschiedlichsten Beweggründen entweder zurückweisend agieren oder die Kinder plötzlich verwöhnen, tragen zu einer gestörten Entwicklung bei. Ebenso ändert sich durch die Trennung, gegebenenfalls durch Umzug usw., die Beziehung zu Subsystemen wie Geschwistern.

Das Mesosystem umfaßt Verwandte, Nachbarn und Freunde, deren Reaktionen erlebt und erprobt werden. Sie wollen sich nicht einmischen oder brechen den Kontakt zu einem Elternteil ab. Die betroffenen Kinder möchten ihr gewohntes Umfeld jedoch beibehalten. Nachbarn können ablehnend, unverständlich reagieren, wodurch sich bei den Kindern Streß einstellt und sie unter Selbstzweifeln leiden.

Ein weiterer Begriff, das Macrosystem, deckt gesellschaftliche Einflüsse ab, beispielsweise das veränderte Leben der Eltern als Alleinerziehende.

Weiterhin erlangen Kinder und Jugendliche Kenntnis im Umgang mit Ämtern, Richtern und Institutionen, dem Exosystem, welches Erfahrungen mit Jugendämtern, Begegnungen mit Familienberatungsstellen und möglicherweise einen Schulwechsel einschließt.

Familienrichter sind ein Beispiel, sie klinken sich plötzlich in die Intimsphäre der Familie ein, um Entscheidungen fällen zu können.

Dies stellt Erfahrungen dar, die für gewöhnlich andere Kinder nicht machen müssen. Dieser Aspekt umfaßt ebenso das oft begründete schnellere Erwachsenwerden.

Oftmals können sich Eltern-Kind-Beziehungen aber auch verbessern, wenn Konflikte und Spannungssituationen abgeladen sind und sich eine entspanntere Situation und verstärkt klare Struktur ihres zukünftigen Lebens ergibt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Trennung und Scheidung
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (FB Sozialwesen)
Note
1,8
Autor
Jahr
2000
Seiten
17
Katalognummer
V11026
ISBN (eBook)
9783638172943
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trennung, Scheidung
Arbeit zitieren
Kati Franke (Autor), 2000, Trennung und Scheidung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11026

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