Die Kubakrise 1962


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
31 Seiten, Note: 1,3

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Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Historischer Kontext
2.1 Kuba und die Sowjetunion
2.2 Kuba und die USA
2.3 Die USA und die Sowjetunion

3. Die Operation Anadyr
Die Motive
Der Verlauf
3.2.1 Die Vorbereitungen
3.2.2 Die geheime Stationierung der Raketen
3.2.3 Die Entdeckung

4. Die Kubakrise
Die Woche der geheimen Beratungen
Die Konfrontation

5. Das Nachspiel
5.1 Die Beilegung der Krise
5.2 Die Nachwirkungen

6. Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Am 22. Oktober 1962 informierte der amerikanische Präsident John F. Kennedy die Weltöffentlichkeit in einer Fernsehansprache über die Existenz russischer Mittelstreckenraketen auf Kuba und forderte deren sofortigen Abzug. Die nun folgende Konfrontation der beiden Großmächte brachte die Welt mehrfach an den Rand eines atomaren Krieges. Angesichts der Tragweite der Konsequenzen stellen sich folgende Fragen:

1. Wie konnte es zu dieser Krise kommen?
2. Welche Faktoren waren dafür verantwortlich, dass es doch nicht zum Äußersten, nämlich einem Atomkrieg, kam?

Um diesen Fragen nachzugehen, wird in der vorliegenden Seminararbeit versucht, die wesentlichen Ereignisse, die in den Jahren 1959 – 1962 zur Kubakrise beigetragen haben, möglichst getreu zu rekonstruieren. Bewusst wird der Analyserahmen dabei auch auf die Vorgeschichte der Krise erweitert, da durch eine ausschließliche Betrachtung der mythologisierten 13 Tage im Oktober wichtige Aspekte zur Beantwortung der ersten Frage außer Acht gelassen würden.

Da die geheimen Tonbandaufzeichnungen aus dem Weißen Haus sowie aussagekräftige sowjetische und amerikanische Akten der Forschung zugänglich gemacht wurden, können die relevanten Geschehnisse relativ gut nachvollzogen werden.

In der Arbeit werden jedoch auch Bereiche behandelt, die die Forschung bis heute nicht eindeutig klären konnte. Dies gilt vor allem für die politischen Entscheidungen Kennedys und Chruschtschows vor und während der Krise. Von besonderer Bedeutung sind dabei Chruschtschows Motive für die Installation der Raketen auf Kuba und Kennedys Entscheidung, mit einer Seeblockade Kubas zu kontern. Bei der Darstellung dieser Sachverhalte können lediglich Argumente diskutiert werden, die bei der Entscheidungsfindung eine Rolle gespielt haben.

2. Historischer Kontext

2.1 Kuba und die Sowjetunion

Die Grundvoraussetzung für ein militärisches Engagement der Sowjetunion auf Kuba wurde durch die Machtübernahme Fidel Castros 1959 geschaffen. Im Gegensatz zu seinem gestürzten Vorgänger, dem Diktator Fulgenzio Batista, dessen Regime von den Vereinigten Staaten unterstützten worden war, stellte sich Castro gegen die USA. Er wollte Kuba von der Vorherrschaft der Vereinigten Staaten befreien. Einen Verbündeten fand er bei diesem Vorhaben im sowjetischen Premierminister Chruschtschow. Um die wirtschaftliche Abhängigkeit Kubas von Nordamerika zu reduzieren, schloss dieser ab Februar 1960 Handels- und Wirtschaftsabkommen mit Castro. Außerdem gab es wiederholt russische Waffenlieferungen an das Castro-Regime. Am 19. Dezember 1960 kündigte die kubanische Regierung öffentlich an, sich der Politik Moskaus anzuschließen. Wenige Monate später erklärte Castro Kuba zu einem sozialistischen Land.[1]

2.2 Kuba und die USA

Nach seinem Amtsantritt provozierte Castro die USA wiederholt. Als er im Oktober 1960 amerikanische Investitionen auf Kuba im Wert von einer Milliarde Dollar verstaatlichte, reagierte die Eisenhower-Regierung mit einer Wirtschaftsblockade Kubas. Außerdem unternahmen die Amerikaner verschiedene Versuche, Kuba international zu isolieren. Im Januar 1962 erreichte man einen Ausschluss Kubas aus der OAS.[2]

Seinem Nachfolger John F. Kennedy, seit Januar 1961 im Amt, vermachte Präsident Eisenhower den Plan für eine Invasion Kubas. Eine Gruppe von 1400 Exilkubanern, von der CIA finanziert und ausgebildet, sollte in Kuba eindringen und das Castro-Regime mit Hilfe der kubanischen Bevölkerung stürzen. Obwohl die CIA keinen Nachweis dafür erbringen konnte, dass die kubanische Bevölkerung das Unternehmen unterstützen würde, blies Kennedy die Invasion nicht ab, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Kommunisten zu nachgiebig zu behandeln. Eine Beteiligung amerikanischer Streitkräfte untersagte er jedoch, da er erwartete, dass die UdSSR andernfalls gegen Berlin vorgehen würde. Die Operation, später als Invasion in der Schweinebucht bekannt geworden, scheiterte am 17. April 1961 kläglich aufgrund mangelnder Unterstützung durch das US-Militär und die kubanische Bevölkerung.[3]

Das Castro-Regime blieb Kennedy jedoch ein Dorn im Auge. Im November implementierte er das Sabotage-Programm Operation Mongoose. Ziel war, Unruhe in Kuba zu stiften, um eine Invasion durch amerikanische Truppen zu ermöglichen. Der Präsident beauftragte die sogenannte Special Group, die aus hochrangigen Vertretern des Außenministeriums, des Verteidigungministeriums und der CIA sowie seinem Bruder Robert bestand, mit der Aufsicht des Programms. Mit einem jährlichen Budget von über 50 Millionen Dollar war Mongoose die aufwendigste CIA-Operation ihrer Zeit. Neben den verschiedenen Sabotageakten soll auch mehrfach versucht worden sein, Castro zu ermorden. Abgesehen von einer Schwächung der kubanischen Wirtschaft, wurden die Ziele der Operation bis zur Einstellung des Programms im Januar 1963 nie erreicht.[4]

Um jederzeit gegen Kuba losschlagen zu können, wurden im April und Mai 1962 die Pläne für eine Invasion auf den neuesten Stand gebracht und massive Truppenübungen in der Karibik durchgeführt.[5]

2.3 Die USA und die Sowjetunion

Bei einem Gipfeltreffen zwischen Kennedy und Chruschtschow im Juni 1961 verhärteten sich die Fronten zwischen den beiden Großmächten. Vor allem die Berlin-Frage sorgte für Spannungen. Im August befahl Chruschtschow die Errichtung der Berliner Mauer. Um Stärke zu zeigen, ließ Kennedy im Oktober auf einer Pressekonferenz die neuesten Erkenntnisse seiner Geheimdienste enthüllen. Aufnahmen mithilfe eines neuen Satelliten hatten gezeigt, dass die von Chruschtschow in Anspruch genommene nuklearstrategische Vormachtstellung der UdSSR ein Bluff gewesen war. Tatsächlich war das amerikanische Nukleararsenal um ein Vielfaches größer als das der UdSSR. Zudem wurden im März 1962 die ersten Jupiter-Zwischenstreckenraketen in der Türkei funktionsbereit, die die UdSSR in zehn Minuten erreichen konnten, während sowjetische Raketen erst 25 Minuten nach ihrem Abschuss Ziele in Amerika treffen würden.[6]

3. Die Operation Anadyr

3.1 Die Motive

In seinen Memoiren erwähnt Chruschtschow, er selbst habe die Idee gehabt, Raketen auf Kuba zu stationieren, während er sich Gedanken über die amerikanischen Jupiter-Raketen in der Türkei machte. Der wichtigste Grund sei für ihn gewesen, Kuba auf diese Weise vor einer Invasion durch US- Streitkräfte zu schützen und so Kubas Funktion als „sozialistischen Magneten“ für andere lateinamerikanische Staaten zu erhalten. Die Stichhaltigkeit dieser Begründung ist zumindest umstritten.. Möglicherweise diente diese Erklärung seiner offensiven Handlungsweise auch ausschließlich Propagandazwecken. Für diese These spricht, dass der sowjetische Plan zur Abwehr einer Invasion Kubas am 12. April erstellt worden war, also vor Chruschtschows Entscheidung zu einer Entsendung der Mittelstreckenraketen. Dieser Plan sah lediglich eine Verteidigung mit konventionellen Waffen vor. Zudem wäre eine stärkere Truppenpräsenz auf Kuba sicher eher geeignet gewesen, eine Invasion zu verhindern als das Aufstellen von nuklearen Mittelstreckenraketen.[7]

Chruschtschow führt in seinen Memoiren einen weiteren Grund für seine Entscheidung an. Durch die Stationierung der Raketen wäre die militärische Parität wiederhergestellt worden. Amerikanische Satellitenaufnahmen hatten im Sommer des Jahres 1962 die nuklearstrategische Vormachtstellung der USA bewiesen (siehe 2.3). Obwohl sich viele amerikanische Wissenschaftler einig sind, dass die Wiederherstellung des militärischen Gleichgewichts ein wichtiger Beweggrund gewesen sein musste, wurde dieses Motiv in offiziellen sowjetischen Erklärungen weder 1962 noch später genannt. Castro hingegen bestätigte bei verschiedenen Gelegenheiten, dass die Raketen nicht zur Verteidigung Kubas stationiert worden waren, sondern zur Stärkung der strategischen Position des sozialistischen Lagers.[8]

Ein weiteres, wichtiges Motiv für die Stationierung der Raketen könnte das Ausüben politischen Drucks auf Berlin gewesen sein. Bei ihrem Gipfeltreffen in Wien im Juni 1961 hatte Chruschtschow sein Ultimatum an Kennedy bekräftigt, dass bis zum Ende des Jahres alle westlichen Truppen aus Berlin abgezogen sein müssten. Obwohl die Truppenstärke der Amerikaner in Berlin daraufhin stark erhöht wurde, war es offensichtlich, dass West - Berlin - als westliche Enklave inmitten der sozialistischen DDR - nicht auf konventionelle Weise verteidigt werden konnte. Kennedy sah in der Androhung eines Nuklearkrieges die einzige Möglichkeit, die Besetzung West-Berlins durch sowjetische Truppen zu verhindern. Aufgrund ihrer nuklearstrategischen Überlegenheit wären die Vereinigten Staaten vor allem bei einem Erstschlag in einer „aussichtsreicheren“ Position gewesen. Trotz dieser Bedrohung erhöhte Chruschtschow mehrmals den Druck auf Berlin und kündigte schließlich in einem privaten Brief an Kennedy im September 1962 an, dass nach den amerikanischen Wahlen im November die Berlin-Frage endgültig gelöst werden würde. Unter diesen Vorzeichen bewertete Kennedy die Stationierung der Raketen auf Kuba als Mittel, die Position der UdSSR im Kampf um Berlin zu stärken. Würden die Amerikaner nun nichts unternehmen, könnte Chruschtschow Berlin einnehmen, darauf vertrauend, dass die Amerikaner, abgeschreckt durch die kubanischen Raketen, keinen Krieg begännen. Bei einer Invasion oder Blockade Kubas könnte die UdSSR mit gleichartigen Maßnahmen gegen Berlin vorgehen. In jedem Fall würde Chruschtschow aufgrund der größeren Bedeutung Berlins als Sieger dastehen.[9]

Am Rande des Entscheidungsprozesses könnte auch ein psychologischer Aspekt, nämlich Chruschtschows (Fehl-)Einschätzung Kennedys, eine Rolle gespielt haben. Kennedys Auftreten beim Gipfeltreffen in Wien und sein zögerliches Handeln bei der Invasion in der Schweinebucht ließen Chruschtschow nicht unbedingt einen entschlossen handelnden amerikanischen Präsidenten erwarten.[10]

Insgesamt stellen die beiden Thesen - Herstellung des militärischen Gleichgewichts und Lösung der Berlin-Krise zugunsten der UdSSR – die plausibelsten Erklärungen der sowjetischen Motive dar. Allerdings bleiben auch hier einige Fragen offen. Um die genannten Ziele zu erreichen, wäre ein „fait accompli“ von Vorteil gewesen. Da deshalb eine frühzeitige Entdeckung der Mittelstreckenraketen auf Kuba verhindert werden musste, waren russische Flugabwehrraketen stationiert worden. Diese wurden allerdings nicht eingesetzt, als die Nuklearraketen tatsächlich durch amerikanische Aufklärungsflugzeuge gefunden und dokumentiert wurden. Auch Möglichkeiten zur Tarnung der Nuklearraketen, die ein Auffinden wesentlich erschwert hätten, wurden nur während des Transports, nicht aber während der Errichtung der Raketen auf Kuba ergriffen.[11]

Eine denkbare Erklärung für diese Nachlässigkeit wäre die beschriebene Fehleinschätzung der amerikanischen Reaktion. Möglicherweise erwartete die russische Seite, Kennedy würde nicht auf die Raketen reagieren, sondern sie ebenso akzeptieren wie die Russen die Jupiter Raketen in Griechenland.[12]

3.2 Der Verlauf

3.2.1 Die Vorbereitungen

Chruschtschow beschäftigte sich wohl erstmals im April 1962 mit dem Plan, Nuklearraketen nach Kuba zu transportieren. Die damaligen russisch-kubanischen Beziehungen waren allerdings für dieses Unternehmen alles andere als viel versprechend. Castro hatte im März desselben Jahres die Einrichtung eines russischen Trainingscamps auf Kuba zur Unterstützung von revolutionären Gruppierungen in lateinamerikanischen Ländern gefordert. Die Weigerung Chruschtschows hatte ihn verärgert und auch die Tatsache, dass am 12. April 1962 zusätzliche militärische Unterstützung gewährt wurde, konnte das angespannte Verhältnis nicht entscheidend bessern. Um Castro für die russische Seite zu gewinnen und Kuba gegen eine befürchtete amerikanische Invasion zu schützen, schickte der russische Präsident am 11. Mai eine Einladung zu einem Staatsbesuch an Castro, verbunden mit der Zusage zu einem Schuldenerlass und weiterer, kostenloser militärischer Unterstützung. Die angebotene Hilfe hielt Castro jedoch nicht für ausreichend. Nach seiner Meinung waren die zur Verfügung stehenden Streitkräfte nicht in der Lage, eine Invasion zu verhindern.[13]

In einem Treffen am 21. Mai konnte Chruschtschow den Verteidigungsrat nach langen Diskussionen überzeugen, Atomraketen nach Kuba zu entsenden. Diese Entscheidung wurde 3 Tage später vom Präsidium des Zentralkomitees bestätigt. Um nun auch Kuba für diese Vorhaben zu gewinnen, schickte Chruschtschow am 28. Mai eine Delegation um Alexander Aleksejew, den designierten sowjetischen Botschafter in Kuba, und Sharif Raschidow (Mitglied des Präsidiums), zu Castro. Um kein Aufsehen zu erregen, wurde die Delegation als landwirtschaftliches Beratungsgremium getarnt. Nach wenigen Tagen der Diskussion willigte Castro ein.[14]

Daraufhin beschloss die russische Führung am 10. Juni, den Anadyr - Plan von Verteidigungsminister Malinowsky anzunehmen. Der Plan sah die Entsendung von 24 Trägern mit 36 Mittelstreckenraketen vom Typ R-12 (Reichweite: ca. 2000 km) und 16 Trägern mit 24 Zwischenstreckenraketen vom Typ R-14 (Reichweite: ca. 4000 km) vor. Daneben sollte auch eine beträchtliche konventionelle Streitmacht von ca. 50 000 Mann entsandt werden, wohl auch mit dem Ziel, die Position Castros gegenüber der Opposition zu stärken. Der Transport, der Mitte Juli begann, wurde in zivilen Frachtschiffen durchgeführt.[15]

Um eine Luftüberwachung Kubas durch die Amerikaner zu verhindern, war beschlossen worden, zunächst die defensiven Waffen, wie etwa Boden-Luft-Raketen, in Position zu bringen und erst in einer späteren zweiten Phase die offensive Mittelstreckenraketen und IL-28 Bomber.[16]

3.2.2 Die geheime Stationierung der Raketen

Die ungewöhnlich hohe Zahl sowjetischer Schiffe, die Kurs auf Kuba nahm, blieb der CIA nicht verborgen. Obwohl es keinen konkreten Beweis gab, versuchte CIA-Chef John McCone im August die US-Führung davon zu überzeugen, dass die erhöhten sowjetischen Aktivitäten ein Hinweis für die Stationierung offensiver Boden-Boden-Raketen auf Kuba sei. Während Außenminister Dean Rusk und Verteidigungsminister Robert McNamara an ihrer Meinung festhielten, die Aufrüstung sei rein defensiven Charakters, gab Präsident John F. Kennedy Untersuchungen über die möglichen politischen und militärischen Auswirkungen einer solchen Bedrohung und die militärischen Optionen zur deren Beseitigung in Auftrag.[17]

Nachdem ein U-2 Aufklärungsflug am 27. August erstmals die Existenz von Luftabwehrraketen auf Kuba nachgewiesen hatte, wurde Kennedys zögerlicher Kurs in der Kubapolitik im Kongress scharf kritisiert. Um dem innen- und außenpolitischen Druck zu begegnen, veröffentlichte der amerikanische Präsident am 4. September eine Warnung an Chruschtschow, in der er feststellte, dass jede Lieferung offensiver Waffen nach Kuba die schwersten Konsequenzen nach sich ziehen würde. Am selben Tag hatte sich der russische Botschafter in Washington, Anatoli Dobrynin, mit Verteidigungsminister Robert Kennedy, dem Bruder des Präsidenten, getroffen und erklärt, dass es keine sowjetischen Mittelstreckenraketen oder andere offensive Waffen auf Kuba geben werde.[18]

Dennoch ließ sich John F. Kennedy am 7. September vom Kongress die Einberufung von 150 000 Reservisten bewilligen. Von dieser Nachricht überrascht, versicherte Dobrynin noch am selben Abend dem amerikanischen Botschafter bei den Vereinten Nationen, Adlai Stevenson, dass ausschließlich defensive Waffen nach Kuba geliefert würden. Auch in der offiziellen Verlautbarung der russischen Regierung vier Tage später wurde erklärt, die russischen Militärlieferungen nach Kuba würden ausschließlich aus defensiven Waffen bestehen. In einer Pressekonferenz am 13. September wiederholte Kennedy seine Warnung vom 4. September und erklärte, dass Kuba unter genauester Beobachtung stehe.[19]

Trotz dieser offiziellen Warnungen glaubte die Mehrheit der Entscheidungsträger im Weißen Haus nicht daran, dass die Sowjetunion tatsächlich offensive Waffen nach Kuba transportieren würde. Der United States Intelligence Board, ein Ausschuss, der die militärische Aufrüstung Kubas auf der Basis der Geheimdienstberichte und McCones´ Theorien bewerten sollte, kam am 19. September zu demselben Schluss. Erstens müssten die Russen in diesem Fall mit einer scharfen Reaktion durch die Amerikaner rechnen. Zweitens hatte Chruschtschow auch anderen kommunistischen Satellitenstaaten wie Polen oder der Tschechoslowakei keine Nuklearraketen anvertraut. Daher hielt der Ausschuss es für unwahrscheinlich, dass Russland diese gefährlichen Waffen ausgerechnet dem unstabilen kubanischen Regime „in die Hände“ geben würde.[20]

Die Berichte über sowjetische Raketenlieferungen nach Kuba häuften sich im Laufe des Septembers, unter anderem war am 15. September das Frachtschiff Poltava fotografiert worden, das vermutlich die ersten Mittelstreckenraketen an Bord hatte. Eine Analyse der Photos durch die CIA legte zwar den Schluss nahe, dass die Poltava militärische Fracht geladen hatte, allerdings konnte nicht bewiesen werden, dass diese aus Mittelstreckenraketen bestand.[21]

Am 21. September erklärte der russische Außenminister Andrei Gromyko vor der UN-Hauptversammlung, dass die UdSSR jeden Angriff auf Kuba oder auf Schiffe mit Kurs auf Kuba mit Krieg beantworten würde.[22]

Inzwischen bereitete sich Amerika weiter auf die Möglichkeit einer militärischen Intervention in Kuba vor. Durch eine Resolution des Kongress vom 26. September wurde John F. Kennedy zur Anwendung jeglicher militärischer Gewalt gegen Kuba autorisiert. Der Kommandant der atlantischen Streitkräfte (CINCLANT) erhielt Anfang Oktober den Auftrag, die Pläne für die militärischen Optionen Luftangriff, Invasion und Blockade, die seit der Invasion in der Schweinebucht erstellt worden waren, zu überarbeiten und auf den neuesten Stand zu bringen. Außerdem entschied die Special Group am 4. Oktober, die Operationen des Programm Mongoose auszuweiten und schneller voranzutreiben.[23]

3.2.3 Die Entdeckung

Am selben Tag schlug CIA-Chef John McCone dem Komitee für Luftaufklärung (COMOR) vor, den westlichen Teil Kubas in die Luftüberwachung einzubeziehen. COMOR hatte am 10. September beschlossen, diesen Teil Kubas aufgrund einer erhöhten Konzentration von Flugabwehrraketen nicht mehr zu überfliegen. McCones Vorschlag wurde am 9. Oktober von COMOR bestätigt.[24]

Während schlechtes Wetter den Einsatz der U-2-Flugzeuge in den nächsten vier Tagen verhinderte, setzte die russische Seite ihre Politik der Verschleierung fort. Dobrynin leugnete in einem Treffen mit Botschafter Chester Bowles am 13. Oktober erneut die Existenz russischer Atomraketen auf Kuba. Am 14. Oktober hatte sich die Wetterlage über Kuba verbessert und die Air Force - Piloten Major Rudolph Anderson und Major Richard Heyser konnten eine Aufklärungsmission über Westkuba fliegen. Überraschenderweise konnte die Mission 3101 ohne sowjetische oder kubanische Abwehrmaßnahmen geflogen werden. Eine Analyse der Fotos am 15. Oktober ergab erstmals einen klaren Beweis für die Existenz von Mittelstreckenraketen auf Kuba. Mit einer erwarteten Reichweite von ca. 2000 km bedrohten die Raketen Städte wie Washington D.C., Cincinnati, Dallas oder New Orleans.[25]

4. Die Kubakrise

4.1 Die Woche der geheimen Beratungen

Dienstag, 16. Oktober

Um ca. 9:00 Uhr informierte der Berater für nationale Sicherheitsfragen, McGeorge Bundy, seinen Präsident über die Existenz von Offensivwaffen auf Kuba. Kennedy beraumte für 11:45 Uhr ein Treffen mit seinen engsten Beratern an, darunter Vizepräsident Lyndon B. Johnson, Verteidigungsminister Robert McNamara, Außenminister Dean Rusk und Justizminister Robert Kennedy. Die Gruppe, noch ohne offiziellen Status, sollte – in wechselnder Besetzung - während der ersten Woche der Krise 2 – 3-mal täglich unter größter Geheimhaltung zusammentreffen. Das Gremium wurde später unter dem Namen Exekutiv-Komitee des Nationalen Sicherheitsrats (ExComm) bekannt.[26]

In den Sitzungen dieses Tages wurde neben einer ergebnislosen Debatte über die Motive des Kremls, auch die Frage diskutiert, wie man mit der Krise weiter umgehen sollte. Es wurden fünf grundsätzliche Alternativen in Erwägung gezogen. Eine Möglichkeit wurde darin gesehen, die Raketen als Status Quo zu akzeptieren und nicht zu reagieren. Als weitere Alternative wurden politisch-diplomatische Verhandlungen, beispielsweise mit Hilfe der Vereinten Nationen oder der OAS, angesehen. Die Befürworter einer militärischen Intervention erwogen, entweder die Raketenstellungen gezielt durch Luftangriffe und Fallschirmjäger auszuschalten bzw. einzunehmen oder das Problem durch eine Invasion Kubas zu lösen. Robert McNamara forderte als einziger eine Seeblockade Kubas, um weitere Waffenlieferungen zu unterbinden. Die militärischen Optionen machten ein schnelles Handeln erforderlich, da die Raketen nach Einschätzung der CIA in kurzer Zeit einsatzbereit sein würden. Um mehr Informationen über die Raketenstellungen zu erhalten, befahl Kennedy, die Zahl der Beobachtungsflüge zu erhöhen.[27]

Chruschtschow, ohne Kenntnis über die amerikanischen Luftaufnahmen, versicherte dem U.S. Botschafter Foy Kohler in einem persönlichen Gespräch, dass die sowjetischen Aktivitäten auf Kuba rein defensiven Charakters seien.[28]

Mittwoch, 17. Oktober

Die Besprechungen des noch namenlosen Exekutivausschusses fokussierten sich an diesem Tag auf die Möglichkeiten einer militärischen Intervention; in den diplomatischen Optionen sah man wenige Erfolgschancen. Auch mit einer Invasion wollte man sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht auseinandersetzen, da die entsprechenden militärischen Vorbereitungen zu zeitraubend gewesen wären und wohl auch nicht lange hätten geheim gehalten werden können. Die Diskussion konzentrierte sich also auf die Möglichkeiten einer Blockade Kubas oder gezielter Luftangriffe auf die Raketenstellungen.[29]

Die Vorteile einer Blockade wurden in der Tatsache gesehen, dass die betreffenden Gewässer bereits von der amerikanischen Seemacht kontrolliert wurden und dass die Möglichkeit bestanden hätte, die Blockade stufenweise auszuweiten, beispielsweise von Kriegsmaterial zu Erdöl. Auch eine Invasion wäre als Verschärfung denkbar gewesen. Zudem wäre eine Blockade, wenn sie auch nach Seerecht eine kriegerische Handlung darstellte, doch weniger provokativ der UdSSR gegenüber gewesen als ein Luftangriff. Allerdings war eine Blockade auch mit Schwierigkeiten verbunden. Wenn die sowjetischen Schiffe nicht anhalten würden, wären die amerikanischen Schiffe gezwungen, zu schießen. Dies würde wiederum sehr wahrscheinlich zu einem sowjetischen Vergeltungsschlag führen. Auch könnte eine Blockade nicht verhindern, dass die bereits auf Kuba vorhandenen Raketen einsatzfähig gemacht würden. Zudem bestand die Gefahr, dass Chruschtschow im Gegenzug eine Berlinblockade errichten würde.[30]

Mit einem schnell ausgeführten, „chirurgischen“ Luftangriff hingegen könnten die bereits auf Kuba befindlichen Raketen zerstört werden. Aber auch diese Option barg Gefahren. Erstens wäre es möglich, dass man bei dem Luftschlag nicht alle Raketen zerstört und diese dann auf amerikanische Großstädte abgefeuert würden. Außerdem würden weitere Lieferungen sowjetischer Mittelstreckenraketen nicht verhindert. Ein Luftschlag wäre also nur bei einer folgenden Invasion sinnvoll. Zweitens war es sehr wahrscheinlich, dass bei den Luftangriffen sowjetische Soldaten getötet würden. Dadurch wäre die Gefahr eines Atomkrieges drastisch erhöht worden. Außerdem gab es moralische Bedenken gegen einen überraschenden Luftangriff, der manche der Berater zu sehr an Pearl Harbor erinnerte.[31]

Donnerstag, 18. Oktober

Nach den neuesten Schätzungen des Geheimdienstes wären die Raketen auf Kuba in den nächsten 18 Stunden abschussbereit. Der sowjetische Außenminister Andreij Gromyko hielt jedoch bei einem Treffen mit John F. Kennedy am Abend des 18. Oktober an der Linie seines Präsidenten fest und es wurden wiederum die defensiven Absichten bei der Unterstützung Kubas betont. Er bemerkte allerdings nicht, dass Kennedy über die Atomraketen auf Kuba informiert war. In seinem Bericht an Chruschtschow schrieb Gromyko, dass die Gesamtsituation völlig zufrieden stellend und ein amerikanischer Militäreinsatz gegen Kuba fast unvorstellbar sei.[32]

Während der Sitzungen des Exekutivausschusses hatten sich zwei Lager herausgebildet. Eine Gruppe um George Ball befürwortete eine Blockade Kubas, während McGeorge Bundy die „Falken“, also die Anhänger eines Luftangriffs, anführte. Am Abend des 18. Oktober hatte sich erstmals eine Mehrheit zugunsten der Seeblockade gebildet. Der Präsident befahl, erste Vorbereitungen zu treffen. Der stellvertretende Justizminister Nicholas Katzenbach sollte die rechtlichen Grundlagen einer Seeblockade untersuchen und Ted Sorensen, wurde beauftragt, eine Rede vorzubereiten, in der die Nation über die Existenz sowjetischer Raketen auf Kuba informiert werden sollte.[33]

Freitag, 19. Oktober

In Abwesenheit von Präsident Kennedy, der zu einer Wahlkampfreise aufgebrochen war, diskutierten Kennedys Berater weiter, wie man gegen die Raketen vorgehen solle. Gegen Abend einigte man sich darauf, die Seeblockade als das weniger provokante Mittel zu unterstützen. Sollte diese Maßnahme Chruschtschow nicht zu einem Rückzug der Raketen bewegen können, würde man weitere militärische Maßnahmen in Betracht ziehen. Sorensen fertigte nach den Sitzungen den ersten Entwurf für Kennedys Rede an und übergab ihn dem Präsidenten um 3 Uhr nachts.[34]

Samstag, 20. Oktober

Am Morgen entschied sich das Exekutivkomitee, dem Präsidenten eine Seeblockade vorzuschlagen. John F. Kennedy, von seinem Bruder Robert nach Washington zurückgerufen, traf um 14:30 Uhr mit seinen Beratern zusammen. Im Laufe der Beratungen erklärte der Präsident, dass auch er für die Blockade sei, da sie Chruschtschow zu einer Reaktion zwinge, ohne ihn in die Enge zu treiben. Weitere militärische Schritte schloss er jedoch nicht aus, falls die Blockade nicht die gewünschte Wirkung zeigen würde. Stevenson empfahl dem Präsidenten, der UdSSR zusätzlich einen Tausch vorzuschlagen: die USA würden die Jupiterraketen aus Griechenland und die Flottenbasis auf Guantanamo aufgeben, wenn im Gegenzug die Raketen auf Kuba zurückgezogen würden. Kennedy wies diesen Vorschlag zurück. Er war der Meinung, mit einem Rückzug der Raketen die westlichen Alliierten vor den Kopf zu stoßen, da sie dies als Verrat an ihren Interessen betrachten könnten.[35]

Sonntag, 21. Oktober

Vor seiner endgültigen Entscheidung informierte sich Kennedy während einer Besprechung um 10:00 Uhr bei den für eine Bombardierung zuständigen Luftwaffenoffizieren, ob ein Luftschlag garantieren könne, dass alle Mittelstreckenraketen zerstört werden. Der Kommandant der taktischen Luftwaffe, Walter Sweeny, setzte ihn darüber in Kenntnis, dass nur etwa 90 Prozent der Raketenstellungen auf einmal eliminiert werden könnten. Die Möglichkeit eines sowjetischen Gegenangriffs konnte also nicht ausgeschlossen werden. Nach diesen Informationen entschied Kennedy sich gegen den Luftangriff und für eine Blockade Kubas.[36]

Am Nachmittag dieses Tages stellte der Präsident mit seinen Beratern die Rede an die Nation fertig, die Sorensen entworfen hatte. Diese Rede sollte am Montag, dem 22. Oktober, im Fernsehen ausgestrahlt werden. Auf Vorschlag von Dean Rusk wurde statt Blockade der Begriff „Quarantäne“ verwendet, um Vergleiche mit der Berlin - Blockade zu vermeiden. Admiral George Anderson informierte Kennedy über die Vorgehensweise bei der Durchsetzung der Quarantäne. Falls ein Schiff nicht auf das Haltesignal reagierte, würde ein Schuss über den Bug abgegeben werden. Bei weiterer Missachtung werde das Schiff manövrierunfähig geschossen.[37]

Um den Vorteil des ersten Schachzugs nicht aus der Hand zu geben, mussten vorzeitige Veröffentlichungen durch die Presse verhindert werden. Daher telefonierten Kennedy und McNamara mit den Herausgebern der großen amerikanischen Zeitungen New York Times, Washington Post und New York Herald Tribune. Diese willigten ein, die Informationen, die sie über die Kubakrise gesammelt hatten, nicht zu publizieren. Die Reporter waren vor allem auf die Truppenbewegungen – die größten seit dem 2. Weltkrieg – aufmerksam geworden, die seit dem 20. Oktober stattgefunden hatten. Um sich die Option einer Invasion offen zu halten, wurden auch weiterhin die militärischen Kräfte in der Karibik aufgestockt. Der Höhepunkt wurde am 15. November erreicht, mit einer Streitkraft von ca. 150 000 Soldaten.[38]

Montag, 22 Oktober

Während des gesamten Tages wurden die Alliierten der USA über die Kubakrise und die geplanten Maßnahmen informiert. Zu de Gaulle, Macmillan und Adenauer schickte Kennedy sogar ganze Delegationen. Auch das Kabinett, in dem nicht alle Mitglieder aufgeklärt waren, und führende Kongressabgeordnete setzte der Präsident in Kenntnis. Im Rahmen einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats wurde das Exekutiv-Komitee des Nationalen Sicherheitsrats (ExComm) offiziell ins Leben gerufen.[39]

Um 19:00 Uhr informierte Kennedy die Öffentlichkeit in einer Fernsehrede über die Mittelstreckenraketen auf Kuba und kündigte eine Quarantäne Kubas durch die amerikanische Flotte an. Zudem warnte er die Sowjetunion, dass jede Rakete, die von Kuba aus auf ein westliches Land abgefeuert würde, als sowjetischer Angriff auf die USA gewertet würde, dem ein Vergeltungsschlag folgen würde.[40]

Zeitgleich mit der Rede des Präsidenten waren die US-Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft (DEFCON 3) versetzt worden.[41]

4.2 Die Konfrontation (23. – 28. Oktober)

Dienstag, 23. Oktober

Chruschtschow, durch Kennedys Rede unter Zugzwang geraten, erwiderte in einer Regierungserklärung um 8:00 Uhr morgens,[42] dass die Waffen auf Kuba ausschließlich zu Verteidigungszwecken errichtet worden seien. Den Vereinigten Staaten warf er eine Verletzung internationalen Rechts vor, die den Frieden gefährde.[43]

Am Nachmittag stimmte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) überraschend deutlich mit 19:0 Stimmen einer Blockade Kubas zu. In der am Abend unterzeichneten Proklamation der Quarantäne berief sich Kennedy auf den Entschluss des OAS-Rates. Die Blockade sollte am 24. Oktober in Kraft treten und zielte auf verschiedene Militärgeräte ab, wie z.B. Boden – Luft - Raketen, Bombenflugzeuge etc.[44]

Später am Abend stellte Robert Kennedy Anatoli Dobrynin in einem Gespräch in der russischen Botschaft in Washington zur Rede. Er forderte ihn auf, zu erklären, warum sowjetische Offizielle in der Vergangenheit wiederholt betont hätten, es gebe keine Raketen auf Kuba. Dobrynin erwiderte, seines Wissens gebe es auch heute keine Raketen auf Kuba.[45]

Mittwoch, 24. Oktober

Der größte Teil der sowjetischen Schiffe mit Kurs auf Kuba änderten ihren Kurs kurz nach dem Inkrafttreten der Quarantäne um 10:00 Uhr. Allerdings hatten einige Schiffe, die offensichtlich nicht geeignet waren, Kriegsmaterial zu transportieren, nicht abgedreht. Der Tanker Bukarest sollte am nächsten Morgen den Sperrgürtel erreichen. Um Chruschtschow etwas Bedenkzeit zu gewähren, beschloss Kennedy, diesen Tanker nicht durchsuchen zu lassen.[46]

Am Abend erreichte Kennedy eine Nachricht Chruschtschows, in der er die Quarantäne als einen „Akt der Aggression“ bezeichnete und ankündigte, dass sowjetische Schiffe die Blockade ignorieren würden.[47]

Donnerstag, 25. Oktober

Um der Gefahr einer Eskalation, die durch die Konfrontation der Supermächte auf hoher See drastisch gestiegen war, vorzubeugen, hatte UN-Generalsekretär U Thant am 23. Oktober eine mehrwöchige Unterbrechung der amerikanischen Blockade und der russischen Waffenlieferungen nach Kuba vorgeschlagen. Während Chruschtschow dem nun offiziell zustimmte, wies Kennedy darauf hin, dass eine Lösung einzig in einem Rückzug der offensiven Waffen liegen könne.[48]

Während der Sitzung des Weltsicherheitsrates in New York am Nachmittag dieses Tages geriet Adlai Stevenson in einen heftigen Disput mit dem russischen UN - Botschafter Sorin, in dessen Verlauf Stevenson dem Sicherheitsrat und der gesamten Weltöffentlichkeit die Luftaufnahmen der sowjetischen Mittelstreckenraketen auf Kuba präsentierte.[49]

Freitag, 26. Oktober

Am Morgen des 26. Oktober wurde erstmals ein sowjetisches Schiff, der Frachter Marucla, angehalten und durchsucht, um der Sowjetunion zu demonstrieren, dass die amerikanische Quarantäne ernst zu nehmen sei. Dieses Schiff war mit Bedacht ausgewählt worden. In Amerika gebaut und im Besitz einer panamesischen Reederei, war die Marucla von der Sowjetunion nur gechartert worden. Dem amerikanischen Geheimdienst aber war bekannt, dass die sowjetische Regierung niemals Waffen auf Schiffen transportierte, die neutralen oder gar westlichen Ländern gehörten. Tatsächlich verlief die Durchsuchung ohne Zwischenfälle.[50]

In Moskau wurde Chruschtschow kurze Zeit später durch den Geheimdienst berichtet, dass die Vereinigten Staaten kurz vor einer Invasion Kubas stünden. Durch diese Berichte unter Druck gesetzt, sah er sich gezwungen zu handeln. Er schickte eine private Nachricht an Kennedy, in der er anbot, die Raketen abzuziehen und keine weiteren Waffen nach Kuba zu transportieren, falls Kennedy zusichere, dass es keine Invasion Kubas geben werde.[51]

12 Stunden später, um 21:00 Uhr, erreichte das Telegramm Präsident Kennedy. Bestärkt durch ein ähnliches Angebot, das der Diplomat Alexander Fomin, den die Amerikaner für einen hochrangigen KGB-Offizier hielten, dem ABC-Korrespondenten Scali unterbreitet hatte, sahen die Kennedy - Brüder in dem Angebot eine Möglichkeit zur Beilegung der Krise.[52]

Samstag, 27. Oktober

Durch neue Geheimdienstberichte informiert, dass die Invasion Kubas doch nicht unmittelbar bevorstehe und Zeit für diplomatische Verhandlungen bliebe, schickte Chruschtschow eine zweite, diesmal öffentliche, Nachricht an Kennedy, in der er seinen Vorschlag wiederholte und zusätzlich den Abzug der amerikanischen Raketen in der Türkei forderte.[53]

Während das ExComm an einer Antwort auf Chruschtschows zweite Nachricht arbeitete, brachten zwei Vorfälle die Supermächte an den Rand eines Atomkrieges. Am frühen Nachmittag kam ein amerikanisches U-2 Flugzeug vom Kurs ab und drang über Sibirien in sowjetischen Luftraum ein. Obwohl russische Düsenflieger aufgestiegen waren, um das Flugzeug abzufangen, konnte der Flieger rechtzeitig den feindlichen Luftraum verlassen. Kurz darauf erreichte das ExComm die Meldung, dass der Pilot Major Rudolph Anderson bei einem Aufklärungsflug über Kuba abgeschossen worden war. Wie sich später heraus stellte, war Anderson dabei ums Leben gekommen. Der Abschuss war auf Befehl des stellvertretenden sowjetischen Oberbefehlshabers auf Kuba erfolgt, ohne entsprechende Anweisung aus Moskau. Den geltenden Vorschriften folgend, befahl der Stabschef der amerikanischen Luftwaffe einen massiven Vergeltungsschlag gegen Kuba. Das Weiße Haus konnte diesen jedoch rechtzeitig stoppen.[54]

Kennedy befahl, die U-2 Flüge über Kuba trotz dieser Ereignisse fortzusetzen. Nach langen Diskussionen mit seinen Beratern, entschied der Präsident, Chruschtschows offizielle Botschaft zu ignorieren und stattdessen in seiner Antwort das Angebot des privaten Telegramms vom 26. Oktober anzunehmen. Das von Ted Sorensen und Robert Kennedy verfasste Schreiben wurde um 20:05 Uhr nach Moskau geschickt. Kurz zuvor hatte sich Robert Kennedy im Auftrag seines Bruders mit Anatoli Dobrynin getroffen, um ihn zu warnen. Falls bis zum 29. Oktober keine Antwort eintreffe, würden die USA Kuba angreifen. Im Laufe des Gesprächs erwähnte Robert Kennedy, dass sein Bruder schon vor längerer Zeit beschlossen habe, die Raketen in Italien und der Türkei abzuziehen. Dieser Rückzug könne allerdings nicht Gegenstand einer offiziellen Vereinbarung mit der UdSSR sein, da diese Entscheidung von der NATO getroffen werden müsse.[55]

In der folgenden ExComm - Sitzung wurden letzte Vorbereitungen für eine Invasion Kubas getroffen. Würde Chruschtschow in den nächsten Stunden nicht reagieren, wäre ein Angriff unausweichlich.[56]

Sonntag, 28. Oktober

Chruschtschow war sich am Morgen des 28. Oktober (Moskauer Zeit) über die drohende militärische Auseinandersetzung im Klaren. Um einen Nuklearkrieg, den er zu keiner Zeit führen wollte, zu verhindern, rief er das Präsidium zur Mittagszeit zusammen. Während er mit den Mitgliedern über einen Rückzug der Raketen debattierte, erreichte ihn die Meldung Dobrynins über dessen Gespräch mit Robert Kennedy. Daraufhin veröffentlichte Chruschtschow sofort eine Nachricht auf Radio Moskau, in der er den Rückzug der „von den Amerikanern als offensiv bezeichneten Waffen“ ankündigte. Außerdem akzeptierte er die Erklärung Kennedys, Kuba nicht anzugreifen. Um einen Krieg gegen einen Gegner zu verhindern, der sowohl in konventioneller als auch in nuklearer Schlagkraft überlegen war, hatte Chruschtschow einer für ihn unbefriedigenden Vereinbarung zustimmen müssen. Denn während er den Rückzug der Nuklearraketen öffentlich erklärt hatte, besaß er lediglich eine mündliche, nicht offizielle Zusage Robert Kennedys für den Abbau der amerikanischen Jupiterraketen in der Türkei, mit der er nicht an die Öffentlichkeit gehen konnte. Tatsächlich erfuhr die amerikanische Bevölkerung erst Jahre nach Kennedys Tod von dem geheimen „Deal“.[57]

Während sich in den USA Euphorie breit machte, war Castro auf Kuba außer sich vor Wut. Chruschtschow hatte ihn bei seiner Entscheidung übergangen, noch nicht einmal informiert. Er veröffentlichte noch am selben Tag „fünf Punkte“, die Bedingungen für eine kubanische Zustimmung zur Beilegung der Kubakrise seien. Unter anderem verlangte er das Ende der Wirtschaftsblockade gegen Kuba und die Rückgabe der Basis Guantanamo Bay. Seine Forderungen blieben jedoch ohne Wirkung.[58]

5. Das Nachspiel

5.1 Die Beilegung der Krise

Obwohl die erste Gefahr gebannt schien, blieben noch einige offene Fragen. Ein wichtiger Punkt war die Kontrolle des Raketenabzugs. Da Castro U Thants Vorschlag einer Überprüfung durch die UN am 30. Oktober ablehnte, waren die Vereinigten Staaten gezwungen, weiterhin Aufklärungsflüge durchzuführen. Diese bestätigten am 1. November, dass mit dem Abbau der Raketen begonnen worden war. Um den Abzug zu verifizieren, wurden die sowjetischen Schiffe, die die Raketen zwischen dem 5. und 9. November zurückbrachten, von amerikanischen Soldaten inspiziert.[59]

Eine weitere offene Frage war die Behandlung der auf Kuba stationierten, atomwaffenfähigen IL-28 Bomber. Da sie das amerikanische Festland von Kuba aus erreichen konnten, erklärte die amerikanische Regierung sie am 2. November zu „offensiven Waffen“. Für Chruschtschow hatten die Flugzeuge keinen militärischen Wert, da sie veraltet waren. Allerdings wollte er die schlechten Beziehungen zu Castro nicht durch einen Abzug weiter strapazieren.[60]

Die offiziellen Verhandlungen über den Abzug der Flugzeuge, die Adlai Stevenson und John McCloy auf der amerikanischen und der stellvertretende Außenminister Wasily Kuznetsow auf der russischen Seite führten, blieben ohne Ergebnis. Daher machte Robert Kennedy am 12. November Anatoli Dobrynin wieder einmal einen inoffiziellen Vorschlag. Falls Chruschtschow öffentlich erkläre, dass die IL-28 Bomber in einem Zeitraum von 30 Tagen entfernt werden, würden die Vereinigten Staaten am nächsten Tag die Quarantäne aufheben.[61]

Castro lenkte schließlich ein und gab am 19. November sein Einverständnis zu einem Abzug der IL - 28 Bomber. Einen Tag später informierte Chruschtschow den amerikanischen Präsidenten, dass die Flugzeuge in den nächsten dreißig Tagen entfernt würden. Wie vereinbart, kündigte Kennedy daraufhin am 21. November die Aufhebung der Quarantäne an und beendete damit die Kubakrise.[62]

5.2 Die Nachwirkungen

Allerdings wurden nicht alle Bedingungen, die Ende Oktober zur Beendigung der Krise ausgehandelt worden waren, tatsächlich erfüllt. Castro lehnte weiterhin internationale Beobachter auf Kuba ab, die den Abzug der Raketen verifizieren und den Verzicht auf eine erneute Installation kontrollieren sollten. UN - Inspektionen waren jedoch Teil der Kennedy-Chruschtschow-Vereinbarungen. Daher weigerte sich der amerikanische Präsident, trotz vehementer sowjetischer Forderungen, eine offizielle Erklärung abzugeben, Kuba nicht anzugreifen.[63]

Dennoch hielten die Kennedys ihr geheimes Versprechen und im April 1963 wurden die letzten Jupiter Raketen aus der Türkei zurückgezogen, die allerdings schon seit dem Zeitpunkt ihrer Errichtung technisch veraltet gewesen waren. Zukünftig setzte man atomwaffenfähige Polaris U - Boote ein, so dass aus militärischer Sicht kein Nachteil entstanden war.[64]

Noch im gleichen Jahr einigten sich die beiden Großmächte darauf, einen „heißen Draht“ zwischen Washington und Moskau einzurichten. Am 5. August 1963 wurde ein Vertrag über das „Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser“ abgeschlossen. Der Rüstungswettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion setzte sich jedoch fort. Nicht zuletzt aufgrund der dadurch gewachsenen Zweitschlagkapazitäten, die nun jeden Erstschlag zum Selbstmord degradierten, sollte sich das Szenario eines Beinahe - Nuklearkrieges - ausgelöst durch eine politische Krise - bis zum Ende des Kalten Krieges nicht mehr wiederholen.[65]

6. Schlussfolgerungen

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine ganze Reihe politischer Entwicklungen zur Entstehung der Krise beigetragen haben. Eine Eskalation hätte möglicherweise rechtzeitig verhindert werden können, wenn es der US-Außenpolitik gelungen wäre, ein besseres Verhältnis zum Castro-Regime herzustellen. Auf der Suche nach einem Verbündeten gegen die USA schloss sich Kuba jedoch dem sozialistischen Lager an und schaffte so die Grundvoraussetzung für die Krise.

Die nukleare Aufrüstung der USA zu Beginn der Kennedy - Ära trug in der Folge dazu bei, Chruschtschow unter Druck zu setzen. Um die nuklearstrategische Parität wiederherzustellen und wohl auch um der Sowjetunion einen Vorteil in der Berlin-Frage zu verschaffen, rief Chruschtschow die Operation Anadyr ins Leben. Dabei schätzte er offensichtlich die amerikanische Reaktion auf sein Handeln völlig falsch ein. Statt die Raketen als ein „fait accompli“ zu akzeptieren, ergriffen die USA militärische Gegenmaßnahmen. In der nun folgenden Krise drohten politische und militärische Automatismen eine nukleare Konfrontation herbeizuführen.

Die Tatsache, dass die Krise eine friedliche Lösung fand, ist auf politischer Ebene vor allem Kennedys geschicktem Taktieren zu verdanken. Einerseits übte er durch die Truppenpräsenz in der Karibik Druck auf Chruschtschow aus, unterbreitete ihm jedoch andererseits über geheime Kanäle ein annehmbares Angebot. Der russische Premierminister stand nun vor der Wahl, eine militärische Auseinandersetzung mit einem nuklearstrategisch überlegenen Gegner zu beginnen oder aber durch einen Kuhhandel wenigstens den Rückzug der Jupiterraketen in der Türkei zu erreichen. Erfreulicherweise entschied Chruschtschow auf der Basis rationaler Überlegungen.

Mehrere Zwischenfälle, wie der Abschuss des Piloten Rudolph Anderson oder das Eindringen eines US-Aufklärungsflugzeuges in sowjetischen Luftraum, legen den Schluss nahe, dass die handelnden Politiker auf beiden Seiten ihre Militärapparate nicht im Griff hatten. Bei der Verhinderung eines Atomkrieges spielte der Faktor Glück mehrmals eine wichtige Rolle.[66]

Damit beweisen die Ereignisse im Oktober 1962, dass der Verlauf einer nuklearen Krise nicht hinreichend von der Politik kontrolliert und gelenkt werden kann. Die wichtigste Lehre, die aus der Kubakrise von 1962 gezogen werden muss, lautet daher:

„Wir müssen lernen, Krisen zu vermeiden“ (Robert McNamara, 1987)[67]

Literaturverzeichnis

Monographien

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Sammelbände

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Internet-Publikationen

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[...]


[1] Keith Eubank, The Missile Crisis in Cuba (Malabar, Fla: Krieger, 2000), S. 3 - 5.

[2] ibid, S. 4 - 6.

[3] Ibid.

[4] Michael R. Beschloss, The Crisis Years: Kennedy and Khrushchev, 1960 – 1963 (New York: Burlingame Books, 1991), S. 375 – 377. Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 9 – 12. Laurence Chang, Peter Konbluh, “The Cuban Missile Crises. A Chronology of Events”. The National Security Archive, URL: http://www.gwu.edu/~nsarchiv/nsa/cuba_mis_cri/chron.htm [20. März 2006], S. 394.

[5] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 11 - 12.

[6] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 4 – 9; 13 – 15. Roger Hilsman , The Cuban Missile Crisis (Westport: Praeger, 1996), S. 2 – 7. Raymond Garthoff, Reflections on the Cuban Missile Crisis (Washington, D.C.: Brookings, 1989), S.12.

[7] Graham Allison, Philip Zelikow, Essence of Decision (New York: Longman, 1999), S 86-.88. Hilsman, The Cuban Missile Crisis, S. 11. Garthoff, Reflections on the Cuban Missile Crisis, S. 10.

[8] Garthoff, Reflections on the Cuban Missile Crisis, S. 10-11.

[9] Allison, Zelikow, Essence of Decision, S. 99-105.

[10] Bernd Greiner, Kuba-Krise (Köln: Volksblatt Verlag, 1991), S.22. Garthoff, Reflections on the Cuban Missile Crisis, S. 22.

[11] Allison, Zelikow, Essence of Decision, S. 108.

[12] Aleksandr Fursenko, Timothy Naftali , One Hell of a Gamble (New York [u. a.]: Norton, 1997), S.196.

[13] Fursenko, Naftali, One Hell of a Gamble, S. 168–179.

[14] ibid, S. 180 - 187.

[15] Fursenko, Naftali, One Hell of a Gamble, S. 187-188. Chang, Kornbluh, „ The Cuban Missile Crisis”, S. 352.

[16] Arhur M. Schlesinger, JR., A Thousand Days (New York: Fawcett Premier Books, 1991), S.729-730.

[17] Dino A. Brugioni, Eyeball To Eyeball (New York: Random House, 1991), S.95 –97. Chang, Kornbluh, „ The Cuban Missile Crisis”, S. 353 – 354.

[18] Brugioni, Eyeball To Eyeball, S. 104 - 115.

[19] Brugioni, Eyeball To Eyeball, S. 130 - 142.

[20] Elie Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg (Wien, München: Verlag Fritz Molden, 1966), S. 24 – 25.

[21] Brugioni, Eyeball To Eyeball, S. 149.

[22] Chang, Kornbluh, „ The Cuban Missile Crisis”, S. 356.

[23] Brugioni, Eyeball To Eyeball, S. 157, 160 - 161. Garthoff, Reflections on the Cuban Missile Crisis, S. 32.

[24] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 26.

[25] ibid , S. 27 – 28.

[26] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 48 - 50.

[27] Hilsman, The Cuban Missile Crisis, S. 70 - 71. Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 37 - 39.

[28] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 39 - 40.

[29] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 71 - 76.

[30] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 72 - 73. Allison, Zelikow, Essence of Decision, S. 118 - 120.

[31] Allison, Zelikow, Essence of Decision, S. 115 - 118.

[32] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 42 - 43.

[33] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 94 - 97.

[34] ibid , S. 107 - 109.

[35] ibid, S. 114 - 118.

[36] ibid, S. 125 - 126.

[37] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 49 - 50.

[38] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 51. Garthoff, Reflection on the Cuban Missile Crisis, S. 73 – 74.

[39] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 162. Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 53 - 58.

[40] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 167 - 172.

[41] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 58 - 59.

[42] Zeitangaben immer: Washingtoner Zeit.

[43] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 178.

[44] Ibid, S. 179 - 186.

[45] Robert Kennedy, Dreizehn Tage: Wie die Welt beinahe unterging (Darmstadt: Verlag Darmstädter Blätter, 1982), S. 60 – 61.

[46] Kennedy, Dreizehn Tage, S. 64 – 69. Greiner, Kuba-Krise, S. 86.

[47] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 67.

[48] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 227 - 228.

[49] Kennedy, Dreizehn Tage, S. 71 - 73.

[50] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 71 - 72.

[51] Fursenko, Naftali, One Hell of a Gamble, S. 262 - 263.

[52] Ibid, S. 263 - 270.

[53] Garthoff, Reflection on the Cuban Missile Crisis, S. 81 - 82.

[54] Abel, 13 Tage vor dem 3. Weltkrieg, S. 260 - 263. Francoise Manfrass-Sirjacques, „NATO, OAS, und UNO und die Krisen in der Mitte Deutschlands und in der Mitte Amerikas 1961 und 1962“, in: Heiner Timmermann (Hg.), Die Kubakrise 1962. Zwischen Mäusen und Moskitos, Katastrophen und Tricks, Mongoose und Anadyr (Münster: Lit Verlag, 2003), S. 31.

[55] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 82 - 83. Kennedy, Dreizehn Tage, S. 98 - 108.

[56] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 84.

[57] Fursenko, Naftali, One Hell of a Gamble, S. 283 - 287. Allison, Zelikow, Essence of Decision, S. 121 - 129. Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 85 - 86.

[58] Garthoff, Reflection on the Cuban Missile Crisis, S. 101 - 102.

[59] Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 90, 92.

[60] Fursenko, Naftali, One Hell of a Gamble, S. 298 - 302. Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 90 - 91.

[61] Fursenko, Naftali, One Hell of a Gamble, S. 302 - 303. Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 92 - 94.

[62] Fursenko, Naftali, One Hell of a Gamble, S. 304 - 310.

[63] Garthoff, Reflection on the Cuban Missile Crisis, S. 123 - 129.

[64] Chang, Kornbluh, „ The Cuban Missile Crisis”, S. 395 - 396. Manfrass-Sirjacques, „NATO, OAS, und UNO“, S. 33.

[65] ibid.

[66] Manfrass-Sirjacques, „NATO, OAS, und UNO“, S. 30 – 31. Eubank, The Missile Crisis in Cuba, S. 98.

[67] Greiner, Kuba-Krise, S. 171.

31 von 31 Seiten

Details

Titel
Die Kubakrise 1962
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Amerikanische Geschichte seit dem 1. Weltkrieg - Politik und Kultur in den USA: Amerikanische Geschichte seit dem 1. Weltkrieg
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
31
Katalognummer
V110271
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kubakrise, Amerikanische, Geschichte, Weltkrieg, Politik, Kultur
Arbeit zitieren
André Linzer (Autor), 2006, Die Kubakrise 1962, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110271

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