Öl ist in aller Munde, spätestens nachdem sich in den letzten Jahren der Ölpreis mit einem nachhaltigen Niveau bei rund 70 US-Dollar pro Barrel etabliert hat. Deshalb wurde im Laufe der letzten Jahre auch den letzten Skeptikern klar, dass der ,,Durst nach Erdöl", sprich die hohe Nachfrage, insbesondere der westlichen Industriestaaten den Ölpreis langfristig nach
oben befördern wird, respektive dieser sich auf dem derzeit hohen Niveau etablieren dürfte.
Die Wurzeln hierfür werden von den Verantwortlichen der hiesigen Erdölkonzerne und von Analysten eindeutig beziffert. Erstens, das rasche, mit einem großen Energiebedarf einhergehende Anwachsen der Weltwirtschaft, derzeit vorwiegend in den asiatischen Volkswirtschaften wie z.B. China oder Indien. Zweitens, die niedrigen Ölreservebestände in den wichtigen Verbraucherländern (wie z.B. den USA) sowie die politische Instabilität in den
Hauptproduzentenländern der OPEC (wie Iran, Nigeria und Venezuela)verbunden mit der Angst vor weiteren Terroranschlägen gegen Einrichtungen von Erdölunternehmen in Saudi-Arabien. Die Industriestaaten befürchten, dass die durch die anhaltend hohen Ölpreise die Erholung der Weltwirtschaft signifikant beeinträchtigen werden könnte.
Eine größere Kapazitätsausweitung in der Produktion der Erdöl exportierenden Länder scheitert derzeit vor allem an der mangelhaften Infrastruktur, da in der jüngsten Vergangenheit zu wenig in die Erweiterung der bestehenden Ölfelder und in das erforderliche Equipment, welches zur Erdölförderung verwendet wird, investiert wurde. Circa 90% der weltweiten Erdölförderung stammt aus Förderfeldern, die vor 20 Jahren erschlossen wurden1. Im Gegensatz dazu haben Nicht- OPEC Staaten wie z.B. Russland ihre Förderquoten angehoben.
Die Frage ist, inwieweit sich das derzeit hohe Ölpreisniveau auf die wichtigsten makroökonomischen Aggregate wie Output, Inflation oder Arbeitslosigkeit der Erdöl importierenden Länder auswirken wird und ob vergleichbare Entwicklungen stattfinden werden, die während der ersten beiden Ölpreisschocks 1973/1974 sowie 1979/1980 beobachten werden konnten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historie der OPEC
3 Strukturen, Richtlinien und Organe
3.1 Ziele
3.2 Organe der OPEC
3.2.1 OPEC - Konferenz (Conference of Ministers)
3.2.2 Gouverneursrat (Board of Governors)
3.2.3 OPEC-Wirtschaftskommission (Economic Commision Board)
3.2.4 Generalsekretariat (Secretary General)
3.2.5 Der OPEC Spezial Fund für internationale Entwicklung
4 Determinanten der Ölpreise
5 Einflussfaktoren eines Ölpreisanstiegs auf die Importländer
6 Die wichtigsten Ölkrisen und ihre Auswirkungen
6.1 1973/1974, die „erste Ölkrise“
6.2 1979/1980, die „zweite Ölkrise“
7 Auswirkungen auf die Erdöl importierenden Länder
7.1 Staatsperspektive
7.2 Produzentenperspektive
7.3 Konsumentenperspektive
8 Heutige (zusätzliche) Einflussfaktoren auf den Ölpreis
8.1 Aufstrebende Schwellenländer erläutert am Beispiel China
8.2 Rolle der OPEC- und Nicht- OPEC-Staaten
9 Fazit
10 Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit analysiert die Geschichte und Funktionsweise der OPEC sowie die Auswirkungen von Ölpreisschocks auf makroökonomische Aggregate in Erdöl importierenden Ländern, mit einem besonderen Fokus auf Deutschland.
- Historische Entwicklung und struktureller Aufbau der OPEC
- Analyse der Ölpreiskrisen von 1973/1974 und 1979/1980
- Untersuchung ökonomischer Auswirkungen aus Staats-, Produzenten- und Konsumentenperspektive
- Einflussfaktoren moderner Ölpreisbildungen unter Berücksichtigung von Schwellenländern wie China
- Bewertung der langfristigen Abhängigkeit vom fossilen Energieträger Erdöl
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Öl ist in aller Munde, spätestens nachdem sich in den letzten Jahren der Ölpreis mit einem nachhaltigen Niveau bei rund 70 US-Dollar pro Barrel etabliert hat. Deshalb wurde im Laufe der letzten Jahre auch den letzten Skeptikern klar, dass der „Durst nach Erdöl“, sprich die hohe Nachfrage, insbesondere der westlichen Industriestaaten den Ölpreis langfristig nach oben befördern wird, respektive dieser sich auf dem derzeit hohen Niveau etablieren dürfte.
Die Wurzeln hierfür werden von den Verantwortlichen der hiesigen Erdölkonzerne und von Analysten eindeutig beziffert. Erstens, das rasche, mit einem großen Energiebedarf einhergehende Anwachsen der Weltwirtschaft, derzeit vorwiegend in den asiatischen Volkswirtschaften wie z.B. China oder Indien. Zweitens, die niedrigen Ölreservebestände in den wichtigen Verbraucherländern (wie z.B. den USA) sowie die politische Instabilität in den Hauptproduzentenländern der OPEC (wie Iran, Nigeria und Venezuela) – verbunden mit der Angst vor weiteren Terroranschlägen gegen Einrichtungen von Erdölunternehmen in Saudi Arabien. Die Industriestaaten befürchten, dass die durch die anhaltend hohen Ölpreise die Erholung der Weltwirtschaft signifikant beeinträchtigen werden könnte.
Eine größere Kapazitätsausweitung in der Produktion der Erdöl exportierenden Länder scheitert derzeit vor allem an der mangelhaften Infrastruktur, da in der jüngsten Vergangenheit zu wenig in die Erweiterung der bestehenden Ölfelder und in das erforderliche Equipment, welches zur Erdölförderung verwendet wird, investiert wurde. Circa 90% der weltweiten Erdölförderung stammt aus Förderfeldern, die vor 20 Jahren erschlossen wurden. Im Gegensatz dazu haben Nicht- OPEC Staaten wie z.B. Russland ihre Förderquoten angehoben. Die Frage ist, inwieweit sich das derzeit hohe Ölpreisniveau auf die wichtigsten makroökonomischen Aggregate wie Output, Inflation oder Arbeitslosigkeit der Erdöl importierenden Länder auswirken wird und ob vergleichbare Entwicklungen stattfinden werden, die während der ersten beiden Ölpreisschocks 1973/1974 sowie 1979/1980 beobachten werden konnten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die aktuelle Relevanz hoher Ölpreise aufgrund steigender globaler Nachfrage und Kapazitätsengpässen in der Förderung.
2 Historie der OPEC: Erläutert die Entstehung der Organisation als Reaktion auf das Markt-Oligopol der "Seven Sisters" und ihren Einfluss auf den Ölpreis.
3 Strukturen, Richtlinien und Organe: Detaildarstellung der Ziele sowie der institutionellen Organe der OPEC, wie Konferenz, Gouverneursrat und Sekretariat.
4 Determinanten der Ölpreise: Analysiert die Einflussfaktoren wie Angebots-Nachfrage-Balance, Geopolitik und Naturkatastrophen auf die Preisbildung.
5 Einflussfaktoren eines Ölpreisanstiegs auf die Importländer: Benennt ökonomische Faktoren wie Energieintensität und Importabhängigkeit, die die Anfälligkeit einer Volkswirtschaft bestimmen.
6 Die wichtigsten Ölkrisen und ihre Auswirkungen: Dokumentiert den Verlauf der Ölpreisschocks 1973/74 und 1979/80 sowie deren unmittelbare Folgen.
7 Auswirkungen auf die Erdöl importierenden Länder: Beleuchtet die unterschiedlichen ökonomischen Betroffenheiten aus Sicht von Staat, Produzenten und Konsumenten.
8 Heutige (zusätzliche) Einflussfaktoren auf den Ölpreis: Untersucht die Rolle aufstrebender Volkswirtschaften wie China sowie den veränderten Einfluss der OPEC.
9 Fazit: Fasst zusammen, dass hohe Ölpreise ein Risiko darstellen, die heutige Anfälligkeit jedoch durch eine geringere Energieintensität gemindert ist.
10 Anhang: Enthält das Literaturverzeichnis sowie graphische Darstellungen der analysierten Daten.
Schlüsselwörter
OPEC, Ölpreis, Erdöl, Energiekrise, Ölpreisschock, Weltwirtschaft, Inflation, Bruttoinlandsprodukt, Rohstoffkartell, Importabhängigkeit, Energieintensität, Geopolitik, Schwellenländer, China, Förderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der OPEC, ihre Funktionsweise als Kartell und die makroökonomischen Auswirkungen von Ölpreisschocks auf importierende Länder.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Historie der Erdölförderung, die ökonomischen Determinanten des Ölpreises und die Auswirkungen hoher Energiepreise auf westliche Industrienationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu analysieren, wie Ölpreisschocks das BIP, die Inflation und Arbeitslosigkeit beeinflussen und inwieweit heutige Ölpreise mit den Krisen der 70er Jahre vergleichbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine ökonomische Seminararbeit, die auf Literaturanalyse, historischen Datenvergleichen und der Auswertung makroökonomischer Indikatoren basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehung der OPEC, die beiden großen Ölkrisen der 70er Jahre, die Perspektiven der verschiedenen Wirtschaftsakteure sowie neue Einflussfaktoren wie das Wirtschaftswachstum Chinas.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
OPEC, Ölpreisschock, Energieintensität, Weltwirtschaft, Stagflation, Rohstoffkartell und Importabhängigkeit.
Inwiefern unterscheidet sich die heutige Situation von den Ölkrisen der 70er Jahre?
Die heutige Situation unterscheidet sich vor allem durch eine deutlich geringere Energieintensität und eine verringerte Abhängigkeit der Industrieländer vom importierten Öl.
Welche Bedeutung hat China für den aktuellen Ölmarkt?
China stellt durch sein rasantes Wirtschaftswachstum und den hohen Energiebedarf einen signifikanten neuen Nachfragefaktor dar, der den Ölpreis langfristig stützen könnte.
Wie reagieren die Unternehmen auf steigende Ölpreise?
Unternehmen versuchen durch Rationalisierungsmaßnahmen zu reagieren, wobei Druck auf die Gewinnmargen entsteht, wenn die Kostensteigerungen nicht an die Konsumenten weitergegeben werden können.
Was wird unter der "Ratchet-Effekt" in diesem Kontext verstanden?
Der Begriff beschreibt, dass Inflation und Produktion in Industrienationen besonders stark negativ auf ein Anziehen des Ölpreises reagieren.
- Quote paper
- Christian Fingerhut (Author), 2006, Die OPEC - Geschichte, Funktionsweise und Auswirkungen auf die Erdöl importierenden Länder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110409