Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Universitäts- und Fachhochschulausbildung im Bereich der Sozialen Arbeit


Referat (Ausarbeitung), 2006
20 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Universität
2.1 Entstehungsgeschichte
2.2 Ziele
2.3 Aufbau
2.4 Inhalte
2.5 Arbeitsmarkt

3. Fachhochschule
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Ziele
3.3 Aufbau
3.4 Inhalte
3.5 Arbeitsmarkt

Exkurs Gesamthochschule

4. Vergleich
4.1 Entstehungsgeschichte
4.2 Ziele
4.3 Aufbau
4.4 Inhalte
4.5 Arbeitsmarkt

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Bereich der Sozialen Arbeit sind mehrere verschiedene Ausbildungsgänge mit sehr unterschiedlichen Anforderungen zu finden. Es gibt schulische Ausbildungen, Fachhochschulstudiengänge und Universitätsstudiengänge. Alle diese Ausbildungen vermitteln unterschiedliche Inhalte und Kompetenzen. Dennoch findet man in den Einrichtungen meist AbsolventInnen verschiedener Ausbildungsgänge in einem Team. Oft leisten sie sogar scheinbar dieselbe Arbeit. Besonders Diplom-SozialpädagogInnen und Diplom-SozialarbeiterInnen von den Fachhochschulen und Diplom-PädagogInnen von der Universität sind auf denselben Stellen zu finden. Sehr oft bewerben sie sich auf dieselben Stellenangebote.

Daher stellt sich die Frage, wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Ausbildungen liegen. Warum können sich AbsolventInnen der Fachhochschulen und der Universitäten auf dieselben Stellen bewerben? Haben sie dieselben Fähigkeiten und dasselbe Wissen in ihrem Studium vermittelt bekommen?

Um diese Fragen beantworten zu können, wird zunächst das Studium an der Universität, dann das Studium an der Fachhochschule betrachtet und danach der direkte Vergleich angestellt. Betrachtet werden die Aspekte Entstehungsgeschichte, Ziele, Aufbau, Inhalte und Arbeitsmarkt.

Da in der Geschichte beider Studiengänge das Konzept der Gesamthochschulen auftaucht, als eine geplante aber nicht umgesetzte Form des Studiums, soll ein Exkurs zum Thema Gesamthochschule kurz erläutern, was in diesem Konzept geplant war.

Die Untersuchung stellte sich insofern als schwierig heraus, als die Studienordnungen der Hochschulen auch innerhalb desselben Studiengangs sehr unterschiedlich sind. Es sind aber dennoch einige Grundzüge erkennbar, auf denen der Vergleich aufgebaut werden kann.

Es stellte sich außerdem heraus, dass nur wenig aktuelle Literatur zu diesem Thema zu finden ist. Darum musste auch ältere Literatur hinzugezogen werden. Bernhard Rohde stellte schon 1989 fest, dass zum Vergleich der Studiengänge kaum Literatur publiziert wurde (Vgl. Rohde, 1989, S.3). Und seitdem scheint sich an diesem Umstand nicht viel geändert zu haben.

An den Universitäten werden nur die konventionellen Studiengänge betrachtet, die ein allgemeines Grundstudium und nur das Hauptstudium in der gewählten Fachrichtung vorsehen. Es gibt auch grundständige Studiengänge, die bereits das Grundstudium auf die Fachrichtung Sozialpädagogik ausrichten (Vgl. Rohde, 1989 S.162). Diese sind aber sehr selten und werden in dieser Arbeit darum nicht betrachtet.

Des weiteren werden nur staatliche Fachhochschulen betrachtet, da das Berücksichtigen der kirchlichen Fachhochschulen den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde.

2. Universität

2.1 Entstehungsgeschichte

Der Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft der Universitäten entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus den Nachbardisziplinen Philosophie, Theologie, Anthropologie, Psychologie und Soziologie. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es die Erziehungswissenschaft als universitäre Disziplin, die aber bis in die 20er Jahre mit der Philosophie verknüpft war. Die ersten pädagogischen Lehrstühle gehörten zur philosophischen Fakultät. Die Verselbständigung der Pädagogik begann mit der akademischen Lehrerausbildung in der Weimarer Republik (Vgl. Zacharias, 1999, S.77).

1969 wurde der Diplomstudiengang Pädagogik an den pädagogischen Hochschulen und den Universitäten eingeführt. Die Pädagogischen Hochschulen forderten einen zusätzlichen Abschluss neben dem Lehramt, um sich als wissenschaftliche Hochschulen zu etablieren. Es gab zwar verschiedene pädagogische Ausbildungsgänge an den Fachschulen, aber nicht an Universitäten. An den Universitäten sollten WissenschaftlerInnen mit ganz neuem Profil ausgebildet werden, die in der Lage sein sollten, mit ihren spezifischen Kompetenzen Praxisprobleme in pädagogischen Handlungsfeldern zu lösen (Vgl. Zacharias, 1999, S.78).

Damals wurde ein höherer wissenschaftlicher Anspruch im Bereich der Sozialen Arbeit gefordert und es wurde ein Bedarf an wissenschaftlich ausgebildeten Arbeitskräften für Planungs- und Leitungsstellen angenommen. Schon 1969 wurde eine für alle deutschen Hochschulen gültige Rahmenprüfungsordnung im Studiengang Erziehungswissenschaft eingeführt (Vgl. Kruse, 2004, S.119).

Ursprünglich sollten der universitäre Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft und die Fachhochschulstudiengänge Sozialarbeit und Sozialpädagogik nach einer weiteren Hochschulreform an den geplanten Gesamthochschulen zusammengeführt werden. Nachdem sich diese Studiengänge aber etabliert hatten, wurde dieses Ziel nie umgesetzt (Vgl. Kruse, 2004 S.120f).

Die Universitäten erlebten ein großes Interesse der Studierenden am Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft. Die Studierendenzahlen stiegen schnell an. So konnte sich der Studiengang in der Studierendenschaft etablieren, obwohl er in der Fachwelt sehr umstritten war. 1981 und 1989 wurde darum von der Rektorenkonferenz und der Kultusministerkonferenz jeweils eine neue Rahmenordnung für den Diplomstudiengang verabschiedet (Vgl. Kruse, 2004, S.147).

2.2 Ziele

Nach Auswertung der Rahmenprüfungsordnung sind die wesentlichen Zielsetzungen für das Studium, gründliche Fachkenntnisse zu erwerben und nach wissenschaftlichen Methoden selbständig arbeiten zu können (Vgl. Rohde, 1989, S.164f). Die Zielsetzungen des Studiengangs werden in den Studienordnungen der einzelnen Universitäten noch detaillierter und deutlicher beschrieben. Ein wesentlicher Aspekt, der in den Studienordnungen genannt wird, ist die Berufsqualifikation. Zielsetzungen, die aus den Studienordnungen hervorgehen, sind "[...] Erwerb systematischen, berufsbezogenen und problemorientierten erziehungswissenschaftlichen Wissens, das sowohl [...] breit gefächert und grundsätzlich angelegt als auch [...] auf bestimmte berufliche Tätigkeitsfelder speziell orientiert ist, um mit Hilfe [...] fundierter Sachkenntnis, geschärftem Problembewußtseins, wissenschaftlichem Reflexionsvermögens und wissenschaftlicher Problemlösungsstrategien verschiedene und sich verändernde Berufsaufgaben in pädagogischen Tätigkeitsfeldern erfüllen können." (Rohde, 1989, S.167f).

Zusammenfassend kann gesagt werden: "Die Diplomprüfung bildet den Abschluß eines berufsfeldbezogenen Studiums der Erziehungswissenschaft, das

– dem Erwerb von fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten
– dem Gewinn eines Überblicks über die Zusammenhänge des Fachs
– dem Erlernen der Fähigkeit, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse anzuwenden oder nach ihnen selbständig zu arbeiten, dienen soll." (Rohde, 1989, S.166)

Es ist zu erkennen, dass sie angestrebten Kompetenzen eher dazu dienen sollen, sich flexibel an die auftretenden Probleme anzupassen und eher auf eine allgemeine Problemlösefähigkeit ausgerichtet sind als auf das Wissen um spezielle Probleme und deren spezifische Lösung (Vgl. Rohde, 1989, S.167f). Auffällig ist aber auch, dass die Zielbestimmungen, die speziell für das Hauptstudium in der Studienrichtung Sozialpädagogik/Sozialarbeit formuliert worden sind, hauptsächlich auf eine Befähigung zu praktischer Arbeit in den Tätigkeitsfelder und weniger auf die Forschung ausgerichtet sind (Vgl. Rohde, 1989, S.171f).

2.3 Aufbau

Der Zugang zum Studium an der Universität ist nur mit Nachweis der allgemeinen Hochschulreife möglich. Der Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft ist an den meisten Universitäten zulassungsfrei, in manchen Bundesländern erfolgt die Zuweisung der Studienplätze durch das Verteilungsverfahren der ZVS (Vgl. Zacharias, 1999, S.113).

Der Studiengang ist an den verschiedenen Universitäten unterschiedlich aufgebaut, aber es sind einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten vorhanden. Die Regelstudienzeit beträgt 9 Semester. Im Grundstudium werden nur die Fächer Allgemeine Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie studiert. Im Hauptstudium erfolgt zusätzlich zur Weiterführung dieser Fächer die Wahl der Studienrichtung. Außerdem gibt es sowohl im Grund- als auch im Hauptstudium Zeit für das Studium nach freier Wahl, d.h. es sollen Veranstaltungen aus anderen Fachbereichen besucht werden (Vgl. Zacharias, 1999, S.80f).

Studienrichtungen sind nach Rahmenprüfungsordnung Erwachsenenbildung, Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Pädagogik der frühen Kindheit und Schulpädagogik, aber auch andere Studienrichtungen sind an einigen Universitäten anzutreffen (Vgl. Zacharias, 1999, S.84).

An den meisten Universitäten gibt es Praktika, die aber unterschiedlichen Umfang haben. Die Rahmenprüfungsordnung schlägt ein 6-monatiges Praktikum außerhalb der Universität oder ein 3-monatiges studienbegleitendes Projektstudium vor, um die erlernten pädagogischen Kompetenzen und das theoretische Wissen anwenden zu können. Die tatsächliche Dauer der Praktika liegt allerdings je nach Universität zwischen 6 Wochen und 6 Monaten (Vgl. Zacharias, 1999 S.85).

Die Praktika können mehrere Funktionen erfüllen. Zum einen dienen sie natürlich der praktischen Erprobung und Anwendung des Gelernten, aber sie können auch bei der Entscheidungsfindung und Motivationsklärung bzgl. des Studienschwerpunktes helfen (Vgl. Rohde, 1989, S.207).

Während im Grundstudium das Lehrprogramm weitgehend vorgeschrieben ist, sind die Inhalte im Hauptstudium freier wählbar und es gibt Möglichkeiten zur Spezialisierung (Vgl. Zacharias, 1999, S.18).

An fast allen Universitäten ist ein Einführungskurs vorgesehen, in dem sowohl Grundkenntnisse in den allgemeinen pädagogischen Theorien als auch Wissen über das Studium an sich und das wissenschaftliche Arbeiten vermittelt werden sollen (Vgl. Rohde, 1989, S.188f).

Mögliche Veranstaltungsformen sind die Vorlesung, das Seminar, die Übung, das Kolloquium und das Selbststudium, wobei das Seminar die Arbeitsform mit der größten Anzahl an Veranstaltungen ist (Vgl. Rohde, 1989, S.191).

Die durchschnittliche Stundenzahl des Diplomstudiengangs liegt bei 127 SWS mit einer Spanne von 104 bis 152 SWS an den verschiedenen Universitäten. Der größte Teil der Universitäten fordert 128 SWS. Die Bearbeitungszeit für Diplomarbeiten liegt bei sechs Monaten (Vgl. Rohde, 1989, S.199).

2.4 Inhalte

Die Inhalte des Studiums sind in fünf Bereiche aufgeteilt: Allgemeine Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, pädagogische Handlungskompetenz und der Schwerpunkt Sozialpädagogik. Innerhalb dieser Bereiche gibt es die folgenden Inhalte:

Allgemeine Erziehungswissenschaft: Die Inhalte sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Erziehung und Bildung, sowohl national als auch international, die Bildungssysteme und -institutionen, Lern- und Entwicklungsprozesse, Theorien pädagogischen Handelns und die Entwicklung der Pädagogik als Wissenschaft in Theorien und Methoden (Vgl. Zacharias, 1999, S.81).

Psychologie: Inhalte in diesem Bereich sind vor allem Lernpsychologie, Entwicklungspsychologie, Psychologie der Kognitionen und Sozialpsychologie (Vgl. Rohde, 1989, S.82).

Soziologie: Dieser Bereich hat die Inhalte soziologische Theoriebildung, sozialwissenschaftliche Methoden, Sozialisationstheorien, Interaktion, Identität, Jugendsoziologie, soziale Konflikte, sozialer Wandel und Migration (Vgl. Zacharias, 1999 S.82).

Pädagogische Handlungskompetenz: In diesem Bereich geht es weniger um Wissen, sondern mehr um Kompetenzen wie wahrnehmen, erkennen und analysieren pädagogischer Situationen, Kooperation und Interaktion mit Menschen, Reflexion des eigenen Handelns und des zugrunde liegenden Handlungswissens, erziehen, beraten und helfen (Vgl. Zacharias, 1999, S.83).

Sozialpädagogik: Dieser Bereich bezieht sich vor allem auf die möglichen Berufsfelder wie Beratung, Freizeit-, Kultur- und Bildungsarbeit, zielgruppenorientierte Sozialarbeit, sonstige Handlungsfelder wie Psychiatrie oder Strafvollzug, Forschung, Fort- und Weiterbildung (Vgl. Rohde, 1989, S.84).

2.5 Arbeitsmarkt

Der Universitätsabschluss befähigt nicht zur Berufstätigkeit in nur einem bestimmten Beruf und ist auch nicht der einzige Ausbildungsweg in diesem Tätigkeitsfeld. Es besteht Konkurrenz mit AbsolventInnen anderer Ausbildungen.

Den AbsoventInnen der Universität ist im öffentlichen Dienst eine Berufslaufbahn im höheren Dienst mit guter Bezahlung möglich. Im höheren Dienst gibt es aber verhältnismäßig wenig Arbeitsplätze, so dass viele UniversitätsabsolventInnen einen untertariflichen Einstieg wählen, um überhaupt in den Beruf einsteigen zu können (Vgl. Zacharias, 1999, S.18). Teilzeitarbeit, befristete Stellen, niedrige Bezahlung und unter der Qualifikation liegende Arbeitsverhältnisse nehmen auch im Bereich der Sozialen Arbeit immer mehr zu (Vgl. Zacharias, 1999, S.121).

HochschulabsolventInnen bekommen eher Organisations- und Verwaltungspositionen und Management- und Planungsaufgaben. Der direkte Kontakt mit den KlientInnen ist eher den ErzieherInnen oder FachhochschulabsolventInnen vorbehalten. Diese Aufteilung zeigt aber nur Tendenzen auf. Die Trennlinien sind fließend.

Die Soziale Arbeit bietet ein breites Spektrum an Arbeitsbereichen. Das Hauptarbeitsfeld ist die Kinder- und Jugendhilfe, aber auch die Zahl der Selbständigen nimmt weiter zu und der Bereich der Medienpädagogik wächst stark an (Vgl. Zacharias, 1999, S.120f).

3. Fachhochschule

3.1 Entstehungsgeschichte

Im 19. Jhd. gab es die Soziale Arbeit in Form von Armenfürsorge oder Kranken- und Kinderbetreuung auf ehrenamtlicher Basis. Zur Jahrhundertwende stieg der Grad der Professionalisierung immer weiter an.

Alice Salomon gründete 1899 den ersten einjährigen Kurs für die Berufsarbeit in der Wohlfahrtspflege. Die kirchlichen Träger boten daraufhin auch bald Ausbildungsgänge an. Während der Weimarer Republik gab es Höhere Fachschulen, die 1920 die staatliche Anerkennung erhielten.

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden Berufsfachschulen, aus denen ab 1959 Höhere Fachschulen wurden (Vgl. Zacharias, 1999, S.129f). Im Zuge dessen verlängerte sich die Ausbildung auf zwei Jahre. Voraussetzung für die Aufnahme an diesen Schulen war eine abgeschlossene Ausbildung zur Kindergärtnerin und drei Jahre Berufserfahrung. Die Zielgruppe bestand ausschließlich aus Frauen.

Es gab von je her viele ähnliche nebeneinanderstehende Ausbildungsgänge (Kindergärtnerin, Hortnerin, Jugendfürsorgerin, Jugendpflegerin, Heimerzieherin), so dass Forderungen nach einer Vereinheitlichung des Berufsbildes lauter wurden (Vgl. Kruse, 2004, S.78f). Darum gab es ab 1968 Pläne für die Gründung von Akademien, die aber nicht flächendeckend umgesetzt werden konnten, bevor zu Beginn der 70er Jahre die Fachhochschulen mit den Studiengängen Sozialpädagogik und Sozialarbeit gegründet wurden (Vgl. Zacharias, 1999, S.129f).

Ursprünglich sollten die Fachhochschulen nur ein Übergangskonzept darstellen und nur so lange bestehen, bis sie in das geplante Gesamthochschulkonzept integriert werden konnten. Da diese Pläne aber nicht umgesetzt wurden, etablierten sich die Fachhochschulen. Die Studierendenzahlen stiegen rapide an und auch der Männeranteil unter den Studierenden wuchs an (Vgl. Kruse, 2004, S.109).

Die Inhalte änderten sich mit der Zeit. Anfangs bestanden die Inhalte hauptsächlich aus Jugendpflege, Sozialhilfe und Gesundheitshilfe, später kamen außerdem ökonomische, sozialpolitische, soziologische und psychologische Inhalte dazu. In jüngster Zeit ist der Zusammenschluss der Studiengänge Sozialpädagogik und Sozialarbeit zu Sozialer Arbeit oder Sozialwesen und die Entstehung von neuen spezifischeren Studiengängen zu beobachten (Vgl. Zacharias, 1999, S.130).

3.2 Ziele

In den Zielformulierungen wird besonders die Berufsqualifikation des Abschlusses erwähnt. Das Studium soll den Absolventen befähigen, "wissenschaftlich begründete Handlungsfähigkeiten für seine spätere Berufspraxis zu erwerben. Das Studium soll ihn befähigen, individuelle und gesellschaftliche Probleme zu analysieren und zu ihrer Lösung die grundlegenden Handlungsarten der Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Heilpädagogik einzusetzen. Das Studium soll die kommunikativen und schöpferischen Fähigkeiten des Studenten entwickeln und ihn auf die Diplomprüfung vorbereiten." (Vgl. Rohde, 1989, S.216)

Außerdem soll das Studium die im Beruf notwendigen Fachkenntnisse vermitteln und die Studierenden befähigen, "auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden selbständig zu arbeiten." (Vgl. Rohde, 1989, S.216)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Zielformulierungen an den Fachhochschulen oftmals deutlich unterscheiden. Im Kern geht es aber um die Befähigung zu berufspraktischer Arbeit auf wissenschaftlicher Grundlage. Der Anwendungsbezug und die Fähigkeit zur selbständigen beruflichen Arbeit wird besonders hervorgehoben (Vgl. Rohde, 1989, S.233).

3.3 Aufbau

Der Besuch der Fachhochschule ist mit Nachweis der Fachhochschulreife zugänglich (Vgl. Zacharias, 1999, S.126). Es ist aber eine Bewerbung bei den in Frage kommenden Fachhochschulen selbst notwendig. Entscheidend für die Aufnahme sind der Notendurchschnitt und eventuelle Wartesemester. Bei kirchlichen Trägern wird auch soziales Engagement als Kriterium herangezogen (Vgl. Zacharias, 1999, S. 132).

Soziale Eigenschaften und Fertigkeiten wie soziale Handlungskompetenz, physische und psychische Stabilität, soziales Engagement und Konfliktfähigkeit werden als wünschenswerte Voraussetzungen angesehen (Vgl. Zacharias, 1999, S.129).

Der Aufbau des Studiums ist an den Fachhochschulen unterschiedlich. Insgesamt kann aber gesagt werden, dass es straffer und kürzer organisiert ist als das Universitätsstudium und eher eine anwendungsorientierte Lehre und Forschung bietet. Es gibt zwei verschiedene grundlegende Strukturen, nach denen das Studium aufgebaut sein kann, die einphasige und die zweiphasige Form.

Bei der einphasigen Form ist die Berufspraxis, die für die staatliche Anerkennung notwendig ist, in das Studium integriert. Es besteht aus 6 Studiensemestern und 2 Praxissemestern (Vgl. Zacharias, 1999, S.134). Die Praktika können als Block, studienbegleitend oder als Projekt abgeleistet werden (Vgl. Rohde, 1989, S.263). Die Diplomierung und die staatliche Anerkennung erfolgen gleichzeitig zu Ende des Studiums (Vgl. Rohde, 1989, S.215).

Die zweiphasige Form besteht aus dem Studienteil und dem Anerkennungsjahr, das an das Studium anschließt. Es gibt aber auch kurze Praxisphasen während des Studiums, deren Dauer zwischen 4 Wochen und 6 Monaten liegt (Vgl. Rohde, 1989 S.266). Das Diplom wird nach Abschluss der ersten Phase verliehen, die staatliche Anerkennung erfolgt erst nach dem einjährigen Berufspraktikum (Vgl. Rohde, 1989, S.215).

Das Studium ist grundsätzlich symmetrisch aufgebaut, bestehend aus 3 Semestern Grundstudium und 3 Semestern Hauptstudium (Vgl. Rohde, 1989, S.239).

Die Veranstaltungen werden in Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlveranstaltungen unterteilt, die Hauptarbeitsform ist das Seminar (Vgl. Rohde, 1989, S.242f).

Die Studienanforderung liegt zwischen 108 und 132 SWS, eine Häufung liegt bei 130 SWS. Für die Bearbeitung der Diplomarbeit sind 3 Monate vorgesehen (Vgl. Rohde, 1989, S.254f).

3.4 Inhalte

Inhalte der Fachhochschulausbildung sind der Sozialstaat in politischer, ökonomischer und rechtlich-administrativer Dimension, institutionelle Rahmenbedingungen, Psychologie, insbesondere Sozialpsychologie und Sozialisationstheorien, der Erwerb kommunikativer und musisch-gestalterischer Kompetenzen (Zacharias, 1999, S.127f), anwendungsnahe Wissenschaft und Forschung und die Analyse und Lösung praktischer Probleme (Vgl. Zacharias, 1999, S.133).

Der Fächerkanon ist an den Fachhochschulen teilweise unterschiedlich, besteht jedoch im allgemeinen aus Pädagogik/Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft/Sozialpolitik, Rechtswissenschaft, Verwaltung/Organisation, Sozialmedizin/Psychopathologie, Heil- und Sonderpädagogik und Sozialphilosophie/ Sozialethik (Vgl. Rohde, 1989, S.226).

Im Fach Pädagogik/Erziehungswissenschaft werden vor allem die Didaktik und Methodik der Sozialarbeit/Sozialpädagogik, das Arbeitsfeld, Institutionen, Theorien und Geschichte behandelt (Vgl. Rohde, 1989, S.234).

3.5 Arbeitsmarkt

Das Fachhochschulstudium bereitet auf ein festes und breites Berufsfeld vor. Mit dem Fachhochschuldiplom kann im öffentlichen Dienst nur der gehobene Dienst erreicht werden, der eine geringere Bezahlung bietet als der höhere Dienst. Dafür gibt es aber im gehobenen Dienst mehr Arbeitsplätze als im höheren Dienst (Vgl. Zacharias, 1999, S.18).

Auch FachhochschulabsolventInnen können Leitungspositionen übernehmen. Diese liegen dann aber eher in Untereinheiten oder kleinen Institutionen. Meist liegt der Tätigkeitsbereich aber in der direkten Hilfe und Unterstützung der KlientInnen (Vgl. Zacharias, 1999, S.133).

Die Tätigkeitsfelder sind vor allem Beratung, Empowerment, administrative Aufgaben, Alltagsbegleitung, Freizeitgestaltung, Gemeinwesenarbeit oder Sozialmanagement (Vgl. Zacharias, 1999, S.128).

Exkurs Gesamthochschule

Die Gesamthochschulen vereinen Universitäts- und Fachhochschulstudiengänge. Heute gibt es sie vor allem in Nordrhein-Westfalen. Die Idee der Gesamthochschulen stammt aus den 70er Jahren. Sie ist die Fortführung der Idee der Gesamtschulen und hat den Abbau der Hierarchie in Studium und Beruf zum Ziel (Vgl. Zacharias, 1999, S.25f).

Die Gesamthochschulen sollten für Gleichheit der Bildungschancen und Durchlässigkeit im Bildungssystem sorgen. Sie waren geplant als Verknüpfung von Wissenschafts- und Praxisbezug (Vgl. Kruse, 2004, S.137).

Es gibt an den Gesamthochschulen universitäre, fachhochschulische und kombinierte Studiengänge. Für diese kombinierten Studiengänge gibt es zwei Modelle.

Das Y-Modell hat ein einheitliches Grundstudium und dann zwei verschieden lange Hauptstudiumsabschnitte. Das längere Hauptstudium ermöglicht einen Abschluss auf Universitätsniveau, das kürzere Hauptstudium einen Abschluss auf Fachhochschulniveau. Studierende mit Fachhochschulreife müssen im Grundstudium Brückenkurse belegen, die in einigen Fächern Abiturwissen vermitteln, um das längere Hauptstudium aufnehmen zu können (Vgl. Zacharias, 1999, S.26).

Das Konsekutivmodell bietet einen kurzen Studiengang (6-7 Semester) mit einem berufsqualifizierenden Abschluss und darauf abbauend einen weiteren Studiengang für einen vollakademischen Abschluss. Der Zugang zu dieser Art von Studium ist sowohl mit Abitur als auch mit Fachhochschulreife möglich.

Nach den Plänen der 70er Jahre sollten die Gesamthochschulen durch den Zusammenschluss von bestehenden Universitäten und Fachhochschulen erreicht werden, oder aber durch Wahrung der Unabhängigkeit der Hochschulen, die aber durch gemeinsame Gremien kooperieren sollten.

Die Umsetzung dieser Pläne ist aber größtenteils nicht erfolgt wegen Widerständen der Hochschulen, differierende Umsetzungsvorstellungen, eine bildungspolitische Trendwende und die Finanzkrise (Vgl. Kruse, 2004, S.137f).

4. Vergleich

4.1 Entstehungsgeschichte

Die Entwicklung des Fachhochschulstudiums der Sozialen Arbeit lässt sich deutlich entlang der Entwicklung der sozialen Berufe besonders im Bereich der Jugend- und Armenfürsorge nachzeichnen. Er hat eine berufspraktische Geschichte. Die Ausbildung erfolgte an Schulen. Erst seit den 70er Jahren erfolgt die Ausbildungen an einer Hochschule (Vgl. Zacharias, 1999, S.129f).

Das Universitätsstudium dagegen stammt aus dem akademischem Zusammenhang, entwickelte es sich doch ursprünglich aus der Kombination einiger Nachbardisziplinen. Die ersten Lehrstühle für Pädagogik gehörten den philosophischen Fakultäten an. Die Geschichte des Diplomstudiengangs hängt eng mit der Geschichte der Lehrerbildung zusammen und der Diplomstudiengang Pädagogik oder Erziehungswissenschaft entstammt den Entwicklungsbemühungen der pädagogischen Hochschulen (Vgl. Zacharias, 1999, S.77f).

4.2 Ziele

Aus den Zielformulierungen der Studiengänge lassen sich insgesamt keine großen Unterschiede erkennen. Der Anspruch der Wissenschaftlichkeit der Universitäten im Vergleich zum Anwendungsbezug der Fachhochschulen lässt sich aus den Angaben nicht bestätigen.

Die UniversitätsabsolventInnen sollen "nach wissenschaftlichen Methoden arbeiten [...] können" (Rohde, 1989 S.348), während die FachhochschulabsolventInnen "auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden selbständig [...] arbeiten" (Rohde, 1989, S.349) können sollen. Diese Formulierungen sind zwar nicht komplett identisch, in ihrer Bedeutung aber nahezu äquivalent. Sie beanspruchen beide sowohl den Wissenschaftsbezug als auch die Umsetzung der Wissenschaft in die Praxis als Studienziele (Vgl. Rohde, 1989, S.348f). Gemeinsam ist den Zielformulierungen außerdem, dass das Studium auf eine wissenschaftlich begründete Berufstätigkeit vorbereiten und zur selbständigen Analyse und Lösung von auftretenden Problemen befähigen soll. Die AbsolventInnen sollen flexibel und reflektiert in sämtlichen möglichen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit die Anforderungen bewältigen können (Vgl. Rohde, 1989, S.346).

Auch die ursprüngliche Zielsetzung der Universitäten, Führungskräfte für die Berufsfelder der Sozialen Arbeit auszubilden, während die FachhochschulabsolventInnen die Alltagsarbeit übernehmen sollten, ist so nicht mehr zu finden. Laut der zugrunde liegenden Zielformulierungen bilden Fachhochschulen und Universitäten ihre Studierendenschaft für die gleichen Arbeitsmarktsegmente aus. Die Universitäten wollen ihre Studierenden ebenfalls für die praktischen Tätigkeit im Berufsfeld ausbilden, während die Fachhochschulen gleichermaßen für sich beanspruchen, ihre AbsolventInnen auf Leitungstätigkeiten vorzubereiten (Vgl. Rohde, 1989, S.348).

4.3 Aufbau

In Aufbau und Struktur der Studiengänge ist zu erkennen, dass das Fachhochschulstudium mehr und strengeren Regelungen unterworfen ist als das universitäre Studium. An den Fachhochschulen gibt eine Regelstudienzeit von sechs bis sieben Theoriesemestern, die auch nicht überschritten werden dürfen. Auch für die Erbringung von Prüfungsleistungen gibt es Fristen. Werden diese Zeiten und Fristen nicht eingehalten, drohen Sanktionen wie eine Pflichtstudienberatung oder im schlimmsten Fall die Exmatrikulation.

Es gibt Studienverlaufspläne, die die Belegung der Kurse in den Semestern aufzeigen. Es bleibt darin wenig Platz für Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten. Daraus resultiert ein enger Semesterverbund. Die Studierenden bleiben während des gesamten Studiums in diesem Semesterverbund, da sie kaum eine Möglichkeit haben, ihr Studium anders als ihre Kommilitonen zu strukturieren.

Die zu erbringenden Prüfungsanforderungen sind relativ hoch, da viele Prüfungen abgelegt werden müssen und die vorlesungsfreie Zeit kürzer ist als an den Universitäten. Es müssen durchschnittlich zwei Prüfungen pro Semester abgelegt werden. Auch die Bearbeitungszeit für Diplomarbeiten ist mit drei Monaten verhältnismäßig kurz (Vgl. Rohde, 1989, S.363f).

An den Universitäten gibt es zwar auch eine Regelstudienzeit von 8 Semestern, die normalerweise nicht die Bearbeitungszeit für die Diplomarbeit beinhalten, aber es bleibt ohne Folgen, wenn diese Zeit überschritten wird. Nur BaföG-Empfänger sollten beachten, dass die Zahlung nach der Regelstudienzeit eingestellt wird. Studienverlaufspläne gibt es an den Universitäten kaum und wenn es sie gibt, dienen sie nur als Hinweis oder Vorschlag. Die Prüfungsanforderungen sind geringer als an den Fachhochschulen, es muss durchschnittlich eine Prüfung pro Semester abgelegt werden und auch die Zeit für die Diplomarbeit ist länger, sie beträgt sechs Monate bei empirischen Arbeiten (Vgl. Rohde, 1989, S.366f).

Es ist also zu erkennen, dass die formalen Anforderungen an den Universitäten geringer sind als an den Fachhochschulen, was den Universitätsstudenten mehr Zeit lässt für das Selbststudium. Sie haben die Möglichkeit, eigenverantwortlich ihre eigenen Fragestellungen zu bearbeiten, sich selbständig in für sie interessante Themenbereiche einarbeiten und so zu lernen, selbständig problemlösend zu arbeiten (Vgl. Rohde, 1989, S.368).

4.4 Inhalte

Ein Vergleich der Inhalte scheint etwas schwierig, da es einen unterschiedlichen Grad an Vereinheitlichung gibt. Während sich die Universitäten größtenteils an die bundesweite Rahmenordnung halten, sind die Studiengänge der Fachhochschulen in der Gestaltung der Inhalte sehr unterschiedlich organisiert. Einige Länder haben landesweite Rahmenordnungen eingesetzt, während andere Länder die inhaltliche Gestaltung der Studiengänge komplett den Fachhochschulen überlassen (Vgl. Rohde, 1989, S.356).

Es lassen sich aber dennoch auch bei den Fachhochschulen einige Gemeinsamkeiten feststellen, die im Vergleich zu den Universitäten die Unterschiedlichkeit der Inhalte der Studiengänge deutlich machen.

Während im Studium an den Universitäten nur fünf Themenfelder gelehrt werden, sind es an den Fachhochschulen bis zu acht. Das Universitätsstudium beschränkt sich auf die Bereiche Allgemeine Erziehungswissenschaft, die Studienrichtung, das Wahlpflichtfach und die Nebenfächer Psychologie und Soziologie (Vgl. Rohde, 1989, S.354). An den Fachhochschulen hingegen gibt es die Bereiche Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Politologie, Recht, Medizin, Philosophie und an den kirchlichen Fachhochschulen Theologie (Vgl. Rohde, 1989, S.356f).

Das Fachhochschulstudium erscheint aufgrund der vielen Bereiche zersplittert und teilweise zusammenhanglos, da in den einzelnen Bereichen kaum Bezug auf andere Bereiche genommen wird und die Lehre von Vertretern der jeweiligen Fachrichtungen übernommen wird, denen das pädagogische Zusammenhangswissen fehlt. Das universitäre Studium dagegen ist inhaltlich sehr viel stärker eingegrenzt und lässt so deutlicher den Zusammenhang zwischen den Teilbereichen erkennen (Vgl. Rohde, 1989, S.358f).

Ein weiterer deutlicher Unterschied zwischen den Studiengängen liegt in der Grundständigkeit. Während das Studium an den Fachhochschulen von Beginn an auf Sozialarbeit/Sozialpädagogik ausgerichtet ist, wird dieser Schwerpunkt an den Universitäten erst im Hauptstudium gewählt. So ist das Studium an den Fachhochschulen zielgerichteter, es fehlt aber gleichzeitig an den allgemeinen Grundlagen.

Diplompädagogen der Universität haben ein breiter gefächertes Wissen erworben und sind in der Lage, auch in anderen pädagogischen Arbeitsfeldern zu arbeiten, während die FachhoschschulabsolventInnen durch die enge Begrenzung ihres Lernfeldes nur im Bereich der Sozialen Arbeit arbeiten können (Vgl. Rohde, 1989, S.347).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Fachhochschulen mehr Themenvielfalt aber ein strenger reglementiertes Studium anbieten, während die Universitäten offenere Vorgaben haben, aber auch weniger thematische Vielfalt bieten (Vgl. Rohde, 1989, S.361).

4.5 Arbeitsmarkt

Es herrscht starke Konkurrenz der Absolventen der beiden Studiengänge untereinander aber auch mit anderen Professionen, da es keine ausreichende Abgrenzung der Tätigkeitsfelder gibt. Zwar können FachhochschulabsolventInnen nicht in den gehobenen Dienst aufgenommen werden, aber im höheren Dienst und vor allem außerhalb des öffentlichen Dienstes gibt es hohe Konkurrenz, da beide Studiengänge wichtige Kompetenzen vermitteln und sich das Qualifikationsprofil nicht deutlich genug unterscheidet (Vgl. Zacharias, 1999, S.117).

5. Fazit

Es zeigt sich also, dass die Studiengänge der Universität und der Fachhochschule sich nicht deutlich voneinander unterscheiden. Besonders im Hinblick auf die angestrebte Berufstätigkeit scheinen die Studiengänge für ihre AbsolventInnen dieselben Stellen anzustreben.

Die Inhalte und die Strukturierung der Studiengänge unterscheiden sich zwar, aber dennoch sind sie grundsätzlich auf den Erwerb derselben Kompetenzen ausgerichtet.

Da sich aber die Überzeugung von den Unterschieden in der Ausbildung weiterhin hält, ist der Unterschied möglicherweise in anderen Bereichen zu suchen. Dazu ist die Untersuchung von Claudia Seeling interessant, die sich mit der Studienmotivation der Studierenden beschäftigt und von diesem Blickwinkel einen Vergleich von Fachhochschule und Universität anstellt (Seeling, 2004). Sie findet in ihrer Untersuchung einige Unterschiede.

In Zukunft bleibt abzuwarten, wie sich das Studium mit Einführung des Bachelor/Master-Systems entwickelt. Kann sich dann die Unterschiedlichkeit von Fachhochschulen und Universitäten halten oder müssen die Studiengänge soweit vereinheitlicht werden, dass kein Raum mehr Unterschiede bleibt?

Literaturverzeichnis:

Kruse, Elke: Stufen der Akademisierung. Wege der Ausbildung für Soziale Arbeit von der Wohlfahrtsschule zum Bachelor-/Mastermodell, Wiesbaden, 2004

Rohde, Bernhard: Sozialpädagogische Hochschulausbildung, Frankfurt a. M., 1989

Seeling, Claudia: FH oder Uni? Sozialpädagogische Qualifikationsprofile im Vergleich. in: Krüger, Heinz-Hermann/Rauschenbach, Thomas: Pädagogen in Studium und Beruf. Empirische Bilanzen und Zukunftsperspektiven, Wiesbaden, 2004

Zacharias, Gerhard: Studienführer Erziehungswissenschaften: Diplompädagogik, Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Würzburg, 1999

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Details

Titel
Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Universitäts- und Fachhochschulausbildung im Bereich der Sozialen Arbeit
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Seminar: Zum Verhältnis von Theorie und Praxis
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V110435
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Universitäts-, Fachhochschulausbildung, Bereich, Sozialen, Arbeit, Seminar, Verhältnis, Theorie, Praxis
Arbeit zitieren
Annika Klein (Autor), 2006, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Universitäts- und Fachhochschulausbildung im Bereich der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110435

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