Das Problem der Routenbestimmung des Alpenzugs Hannibals


Hausarbeit, 2006
26 Seiten, Note: 3,7

Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Der Alpenübergang Hannibals im historischen Kontext

3. Die Glaubwürdigkeit des Polybios und Livius
3.1 Vorlagen
3.2 Vorgehensweise

4. Vorgeschlagene Marschwege und Alpenübergänge
4.1 Col du Clapier
4.2 Kleiner Sankt Bernhard
4.3 Mont Genèvre
4.4 Col de la Traversette

5. Fazit

6. Bibliographie

7. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit wird der Alpenzug Hannibals 218 v. Chr. untersucht. Im Folgenden sollen die verschiedenen vorgeschlagenen Marschrouten erläutert und ihre argumentativen Grundlagen kritisch betrachtet werden. In erster Linie steht dabei die Problematik einer eindeutigen Routenbestimmung. Diese ergibt sich aus der Schwierigkeit einer angemessenen Gewichtung der antiken Quellen. Im Vordergrund der Untersuchung stehen hierbei die Werke des Griechen Polybios und des Römers Livius. Aufgrund der Uneinigkeit und der teilweise unpräzisen Angaben in den Quellen werden unterschiedliche Passagen im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Routenvorschlägen betrachtet und untersucht. Um einen Einblick in die Problematik der quellenkundlichen Analyse zu gewinnen, werden im ersten Teil Livius und Polybios auf ihre Glaubwürdigkeit untersucht. Im zweiten Teil erfolgt eine Prüfung inhaltlicher Aspekte anhand vierer populärer Vorschläge bezüglich des Alpenübergangs. Dabei wird vor allem herausgestellt, wie es zu der Vielzahl von verschiedenen Routenvorschlägen kommt und welcher argumentativen Basis jene unterliegen. Der Schlussteil stellt einen Rück- wie Ausblick hinsichtlich der quellenkritischen Untersuchung des Alpenzugs dar.

2.Der Alpenübergang Hannibals im historischen Kontext

Hannibals Zug über die Alpen steht im Kontext eines bedeutenden Krieges zwischen Rom und der nordafrikanischen Stadt Karthago. Der Beginn dieses zweiten punischen Krieges wird auf das Jahr 219 vor Christus datiert. In Anlehnung an den Historiker Polybios ist dieser durch die Einnahme der unter der Schutzherrschaft Roms stehenden Stadt Sagunt durch den karthagischen Feldherrn Hannibal Barkas ausgebrochen. Nachdem Hannibal die geforderte Auslieferung seiner selbst sowie seiner Berater an Rom verweigerte, antwortete die italische Großmacht mit einer Kriegserklärung. Im Zuge der bevorstehenden feindlichen Konfrontation beschloss Hannibal im Jahr 218 vor Christus aufgrund der römischen Überlegenheit zur See und dem Mangel an einer eigenen Flotte mit Hilfe eines Zuges über die Alpen von Neukarthago auf italisches Gebiet zu gelangen, um dort den Krieg auszutragen.[1] Zwar traf der römische Konsul Publius Cornelius Scipio auf das über 100 000 Mann und 40 Elefanten starke Heer, konnte aber dessen Weitermarsch nicht verhindern. Nach fast sechs Monaten erreichten die karthagischen Truppen Italien. Die erste Schlacht zwischen den feindlichen Lagern fand am Ticinus statt und konnte wie die darauf folgende Schlacht an der Trebia von Hannibal für die Karthager entschieden werden. Im Frühjahr 217 vor Christus zog Hannibal über den Apennin und überraschte die Römer und schlug sie am Trasimenischen See ein weiteres Mal.[2] Im Jahr 216 vor Christus kam es schließlich zur größten Niederlage Roms in seiner Geschichte: Hannibal besiegte bei Cannae etwa 50 000 Römer. Erst ab 212 vor Christus stellten sich schließlich Erfolge der Römer ein. Nach zahlreichen Verlusten auf nordafrikanischem Gebiet kam es schließlich 202 vor Christus zur Entscheidungsschlacht bei Zama, welcher das karthagische Heer zum Opfer fiel. Hannibal gelang die Flucht.

3. Die Glaubwürdigkeit des Polybios und Livius

Die Quellenlage zu Hannibals Alpenzug beschränkt sich insbesondere auf zwei Hauptquellen. Die Autoren der beiden Werke, Polybios und Livius, sind sich allerdings über die gewählte Route nicht einig, sondern differieren in manchen Teilen so stark, dass moderne Historiker zu deutlich divergierenden Schlussfolgerungen bezüglich des eingeschlagenen Weges kommen. Daher wird im Folgenden die Glaubwürdigkeit anhand der Methoden und Kenntnisse der beiden Autoren untersucht.

3.1 Vorlagen

Allgemein wird angenommen, dass die Berichte des Polybios und Livius auf die gleiche Primärquelle zurückgehen. Dieses sei ein Werk des Silenos, welcher auf karthagischer Seite am Hannibalzug teilnahm. Jedoch wird vermutet, dass nur Polybios dieses Werk verwendet hat. Livius wird unterstellt, die überarbeitete Fassung des Coelius Antipater genutzt zu haben.[3] BBBBBffgffg egründend ist festzuhalten, dass der livianische Bericht einige zusätzliche Informationen bereithält, durch welche sich die Beschreibung der von Hannibal eingeschlagenen Route grundlegend von der des Polybios skizzierten unterscheidet.

T. Schmitt hingegen kritisiert diese Ansicht und geht von ein und derselben Primärquelle aus, „die der Achäer verkürzt und Livius teilweise bewahrt hat“[4]. Darüber hinaus schließt er ohne Angaben von Gründen, Silenos ausdrücklich aus. Auch der Historiker Meister wendet sich gegen erstere These. Seiner Meinung nach ist Sosylos die Vorlage des Polybios gewesen. Dies begründet er unter anderem damit, dass Polybios in III 20,5 gegen diesen polemisiert und sich damit konkret auf seine Schriften zum zweiten punischen Krieg bezieht.[5]

Es gibt diesbezüglich allerdings eine Reihe von Theorien, welchen es an eindeutigen Belegen mangelt. Daher soll die Frage der Primärquelle im Weiteren keine Rolle bei der Untersuchung der Glaubwürdigkeit beider Autoren spielen.

3.2 Vorgehensweise

Die Mehrheit der Althistoriker neigt dazu, das Werk des Polybios als das glaubwürdigere darzustellen. Dies ist vor allem in seinen Methoden begründet, welche im weiteren Kontext erläutert werden. Zu Beginn sollen allerdings offensichtliche Vorzüge des Achäers veranschaulicht werden. Zum einen ist die zeitliche Spanne zwischen dem Alpenübergang und Polybios’ schriftstellerischer Tätigkeit geringer als die des Livius. Zum anderen war Polybios Augenzeuge kriegerischer Gewalt und konnte sich eine genauere Vorstellung kriegerischer Vorkommnisse machen als der Römer.

Polybios ist den Historikern als ein sehr gewissenhafter Erzähler bekannt. So hat er Augenzeugen befragt und Reisen an die Schauplätze unternommen. Gerade diese beiden Methoden des Polybios scheinen jedoch im Zusammenhang mit Hannibals Alpenübergang wenig hilfreich gewesen zu sein. Es stellt sich die Frage, wo Polybios 50 Jahre nach der Alpenüberquerung Augenzeugen gefunden haben sollte. Des Weiteren merkt Seibert an, dass ein „einfacher Soldat […] keineswegs über die nötigen Kenntnisse verfügt haben [dürfte], um sichere Angaben über den Verlauf des Unternehmens machen zu können“[6]. Daher ist das Gewicht einer Augenzeugenaussage nur schwierig einzuschätzen.

Eine weitere Methode, welche Polybios’ Glaubwürdigkeit zu unterstützen scheint, ist die von ihm durchgeführte Autopsie. Polybios beruft sich allerdings nur auf jene, wenn er das Gebirge und die Gegebenheiten in den Alpen beschreibt. Im Zusammenhang mit den gewählten Marschstationen und Wegen erwähnt er sie nicht. Darüber hinaus kritisiert Seibert die Aussage des Polybios, welcher schreibt, dass die Alpenpässe das ganze Jahr über kahl und baumlos waren.[7] Da diese Aussage nicht zutreffend ist, ist es auch zu bezweifeln, ob die Gegebenheiten in den Alpen Polybios wirklich bekannt waren. Schlussfolgernd ist weder sicher, ob Polybios die Autopsie unternommen hat, noch wird ersichtlich, wo er sich genau befand und was er durch seine Reise über die Alpen in Erfahrung bringen konnte. Dies lässt an der Beweiskraft und damit auch an der Glaubwürdigkeit der Quelle zweifeln.

Livius, welcher erst 60 v. Chr. geboren wurde, wird in seiner Glaubwürdigkeit häufig angezweifelt. Er unternahm weder eine Autopsie, noch verfügte er über gute geographische Kenntnisse. Darüber hinaus lässt sein ausschmückender Schreibstil darauf schließen, dass er mehr Wert auf die Unterhaltung des Lesers als auf die korrekte Wiedergabe der Fakten Wert legte. Ein besonderer Nutzen für die historische Forschung liegt jedoch in seiner Nennung zusätzlicher Informationen über den Alpenübergang, welche aus unbekannten Gründen bei Polybios nicht zu finden sind. Auch wenn einige dieser Informationen unwahrscheinlich erscheinen, wird in ihrer Wiedergabe deutlich, dass sie höchstwahrscheinlich der Schilderung eines Augenzeugen entnommen worden sind. Ableitend muss also angenommen werden, dass beide Autoren, Livius wie Polybios, Schwachstellen in der Glaubwürdigkeit ihrer Werke aufweisen. Diese sind jedoch teilweise mit dem gegenwärtig fehlenden Wissen über Lebensumstände und Möglichkeiten zu jener Zeit zu erklären.

4.Vorgeschlagene Marschwege und Alpenübergänge

In den letzten 200 Jahren entstand eine Vielzahl von Theorien bezüglich Hannibals eingeschlagener Marschroute. So stark wie sich einige Theorien in bestimmten Teilen gleichen, so weit differieren andere voneinander. Dieser Umstand ist damit zu erklären, dass die Bestimmung der Route von mehreren Faktoren beeinflusst wird. Zum einen ist die Glaubhaftigkeit der Autoren zu klären und zum anderen ermöglichen die Werke des Polybios und Livius eine Vielzahl von inhaltlichen Interpretationen. Die Problematik liegt darin, dass 1.) die Inhalte der Werke nicht in allen Punkten miteinander übereinstimmen, 2.) man nicht mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die Autoren die korrekte Route beschreiben, 3.) die Angaben des Achäers und Römers nicht eindeutig sind und 4.) es nicht geklärt ist, ob sich das Heer trennte und gegebenenfalls zwei verschiedenen Routen folgte.

Darüber hinaus haben sich die topo- wie geographischen Verhältnisse evident verändert und sind nicht immer eindeutig zu verfolgen.

Im Folgenden werden die vier populärsten Routen beschrieben und begründet. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl weiterer Vorschläge, welche meist jedoch nur wenig Zuspruch erhielten. Dazu gehören unter anderem die folgenden Pässe: Großer-Mont-Cenis, Col de Savine-Coche, Col de Malaure, Col du Roure, Col de Larche und der Col du Perthus.

4.1 Col du Clapier

Der Pass Col du Clapier ist erstmals 1883 von Colonel J. Peerin[8] in die Diskussion eingeführt worden. Über die Lokalisierung der „Insel“, welche beide antiken Autoren beschreiben, herrscht unter den Col du Clapier Anhängern Einhelligkeit. Sie sind sich jedoch über den Ort des Rhoneübergangs uneinig. Perrin (1883) entscheiden sich gemeinsam mit Azan und Meyer für einen Rhoneübergang an der Roquemaure, wohingegen Colin bei der Übergangsfrage die Stadt Arles favorisiert.

Den Ort des Rhoneübergangs lokalisiert Meyer durch die Ersetzung vo von Polybios’ Stadienangaben durch Kilometer. Von den 1400 Stadien, welche Polybios in 50, 1 nennt, zieht er 800 Stadien bis zur Isèremündung ab und lokalisierte anhand der verbliebenen 600 die Roquemaure als Rhoneübergang.

Diese These basiert ebenfalls auf Polybios’ Aussage, dass Hannibal die Rhone in vier Tagesmärschen oberhalb der Mündung, wo sie in ein Flussbett fließt, überschritt.[9] Des Weiteren schreibt Polybios, dass das Heer „up the river bank away from the sea“[10] wanderte. Jedoch spricht der Aächer von einer „easterly direction […] making for the centre of europe“[11]. Da die Rhone allerdings nördlich verläuft, ist hier ein klarer Widerspruch Polybios’ zu erkennen. Dieser wird von den Anhängern des C d aol du Clapiers allerdings ignoriert und als Versehen des Autors angesehen. Den weiteren Verlauf beschreiben Polybios und Livius auf ähnliche Weise: nach vier Tagen sei die „Insel“ erreicht worden. Livius lokalisiert sie deutlich als der Ort, an dem Isère und Rhone zusammentreffen: „Ibi Isara Rhodanusque amnes diversis ex Alpibus decurrentes […] mediis campis Insulae nomen iditum“[12]. Polybios fügt noch hinzu, dass die „Insel“ dreieckig und „ähnlich der Form und Größe wie das Delta Ägyptens“[13] sei, woraus E. Meyer schließt, dass die beiden Flüsse die Spitze bilden und das steile Gebirge die Gegenseite. Problematisch sind bei der Betrachtung allerdings insbesondere drei Faktoren, die hervorzuheben sind. Zum einen ist es ungewiss, ob die Stadienangaben zu der zurückgelegten Strecke einer genauen Messung unterliegen und zum anderen ist nicht davon auszugehen, dass das Rhonedelta heute in seiner ursprünglichen Form existiert. Ammianus Marcellinus schrieb im 4. Jahrhundert nach Christus, dass die Stadt Arles 26,640 Kilometer[14] vom Meer entfernt läge; heute sind es nach Seibert 38 km.[15] Durch die fehlenden Angaben zu den zurückgelegten Kilometern und den topographischen Veränderungen könnte sogar als Ort der „Insel“ der 80 km entfernte Ort Bourg Saint Andéol, welcher von Maissiat als „Insel“ angeführt wird[16], betrachtet werden. Darüber hinaus sind die Bezeichnungen der Isère bei Polybios wie bei Livius nicht korrekt übersetzt worden. Polybios nennt den Fluss „Skoras“ oder „Skaras“, Livius verleiht ihm den Namen „Isara“ oder „Arar“. „Arar ist die heutige Saone, die bei Lyon in die Rhone mündet“[17], so Seibert. Isara hingegen bezeichne die Isar, einen Nebenfluss der Donau. Trotz dieser Zweifel unterstützt die Erwähnung des Volkes der Allobroger Meyers These, da diese „sicher zwischen Rhone und Isère wohnten“[18].

Uneinstimmigkeit herrscht jedoch bei dem weiteren Verlauf der Route bis zum Col du Clapier vor. P. Azan (1902)[19], Capitaine J. Colin (1904)[20] und Ernst Meyer (1958) nehmen an, dass das Heer weiter die Isère entlang marschierte und berufen sich dabei auf Polybios, welcher von einem „a ten days’ march of eight hundred stades along the bank of the Isère“[21] spricht. Meyer errechnet aus den 800 Stadien 142 Kilometer, welche der Länge der Isère entsprächen und schlussfolgert daraus die Richtigkeit der von ihm vorgeschlagenen Route.

Marquion hingegen lässt das Heer weiter nördlich über Vienne nach Chambery ziehen. Einer dritten Möglichkeit schließt sich Perrin an: Hannibal wäre nördlich zwischen Vienne und der Isère nach Chambery über die Alpen gezogen, da das linke Ufer der Isère unpassierbar sei.

An dem Ort an dem der Fluss Arc von der Isère abzweigt, treffen die vorgeschlagenen Marschrouten wieder aufeinander. Von diesem Punkt aus unterscheiden sich die angeregten Routen nur geringfügig. Als Ursprung des Gebirgsmarsches wird vom Isèretal ausgegangen. Anschließend ginge es in die Gegend von Turin. Diese Annahme wird dadurch

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 63.

gestützt, dass Polybios auf den Taurinerpass verweist und Livius die Tauriner als den von allen Schriftstellern akzeptierten, zuerst erreichten Stamm nennt.[22] Meyer begründet den Marsch in Richtung des Tales der Dora Riparia des Weiteren mit dem Misstrauen der Tauriner gegenüber Hannibal, welches nur Sinn gehabt hätte, wenn man nicht von Kleinen St. Bernhard, welcher weiter nördlich liegt, sondern vom Isèretal käme. Andernfalls wäre „ein Mißtrauen gegenstandslos, sondern die Angriffsabsicht klar“[23]. Darüber hinaus wäre die Entfernung, welche die Soldaten vom St. Bernhard aus hätten zurücklegen müssen, nicht vereinbar mit Polybios Zeitangabe, dass Hannibal am dritten Tag die Po-Ebene erreichte.[24] In der weiteren Untersuchung der Route kommt es zum kategorischen Ausschluss der Mont-Cenis-Pässe mit Nebenpässen und des Mont Genèvre Passes. Um über die Mont-Cenis-Pässe das Gap zu erreichen, so Meyer, müsse Hannibal die Route zuvor bei Grenoble verlassen haben. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, da sich der Marsch entlang der Isère nicht mit dem der angegebenen Stecke des Polybios vereinbaren ließe. Der Marsch durch das Tal der Romanche sei aufgrund seiner Unpassierbarkeit im 3. Jhd. v. Chr. auszuschließen.[25] Ferner sei der Ort, welchen Hannibal nach dem ersten Alpenübergang betrat, nach Polybios nicht mehr allobrogisch gewesen: „he had put the greater part of the Allobroges […] and compelled the rest to take to flight and run for their own land“[26]. Die Entfernung des Mont Genèvre und seiner Nebenpässe sei zu lang, um sich mit der Marschlänge von zwei bis drei Tagen nach den Angaben Polybios’ zu decken. Meyer schlussfolgert daraus, dass der Col du Clapier die einzig mögliche Route gewesen ist. Dieser Pass wird durch einen Marsch durch das Arctal (Maurienne) erreicht. Er befindet sich südlich des Mont Cenis und ist 2482 Meter hoch.[27] Unterstützt wird diese These durch die Erfüllung von zwei Bedingungen, welche Livius und Polybios dem von Hannibal passierten Weg zuschreiben: Zum einen gibt es eine direkte Aussicht auf die Poebene und zum anderen einen Lagerplatz auf der Passhöhe.[28] Eine Schwachstelle der meyerschen Theorie stellt die Behauptung dar, dass der Großteil des Heeres über die beiden Mont Cenis Berge ins Tal der Susa schritt. „Nur Hannibal mit den Elefanten, der Reiterei und den Zugtieren benutzte den Abstieg über den Col du Clapier“[29], zitiert Seibert den Historiker. Da die Strecke des Heeres, die leichter zu überwältigendere war und nach Meyer die einzig in betrachtende kommende sei, entzieht sich die Vorstellung des Historikers zwei differierender Marschrouten jeglicher Logik.

4.2 Kleiner Sankt Bernhard

Der Pass über den kleinen St. Bernhard genoss besonders im 19. Jahrhundert hohes Ansehen. Sein bekanntester Vertreter ist der Nobelpreisträger Theodor Mommsen. Die Wahl auf diesen Pass fiel durch die Beschreibung des Livius[30], welche sich auf die Interpretation des Coelius Antipater des Cremonis iugum stützt. „Da man allgemein annimmt, daß Coelius seine Kenntnisse […] Silenos entnommen hatte, den auch Polybios als Hauptquelle verwertet haben soll, sah man vor allem […] in dieser Gleichsetzung die richtige Lösung“[31], so Seibert. Auch Mommsen manifestiert den Rhoneübergang an der Roquemaure. Das Gebiet der „Insel“ identifiziert er wie die Anhänger des Col du Clapiers im Tal der Allobroger, zwischen Isère und Rhone. Der weitere Verlauf seiner Route bis zum Isèretal differiert allerdings stark von allen anderen vorgeschlagenen Routen. Mommsen lässt das Heer über Vienne, Bougoin und den Mont Chat nach Chambery ziehen. Im Isèretal angekommen, durchschritt Hannibal dieses, nach Mommsen, „bis zur Reclusschlucht bei Seez am Fuß des Kl. Sankt Bernhard“[32].

Trotz dieser Einschätzung eines angesehenen Historikers gab es im 20. Jahrhundert nur wenige Anhänger seiner Theorie. Einer derjenigen war Konrad Lehmann[33]. Seine Marschroute bis zum Kleinen Sankt Bernhard grenzt sich allerdings deutlich von Mommsens Vorschlag ab. Den Rhoneübergang setzt er oberhalb der Durance-Mündung an und begründet dies mit den Strömungsverhältnissen, welche nur oberhalb der Mündung in der Art gegeben seien, wie sie Polybios[34] im Zusammenhang mit dem Rhoneübergang beschreibt. Des Weiteren deuten die fehlende Erwähnung eines Duranceüberganges bei Polybios und Livius und die Schwierigkeiten, welche ein Übergang an der Durance mit sich brächte, nach Lehmann auf einen Übergang an der Rhone. Lehmann geht allerdings von den Strömungsverhältnissen zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus. Damit ist allerdings nicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 58.

ausgeschlossen, dass sich diese innerhalb von 2000 Jahren verändert haben und Polybios Beschreibung, wenn sie die korrekte Route skizziert, ihrer Gewichtung beraubt wird.

Wie die anderen Forscher versucht Lehmann seine Vorstellung des Marschweges mit Entfernungs- und Zeitangaben zu untermauern. Jedoch endet der Versuch die Wahl der Route anhand diesen argumentativ zu belegen auch hier mit einer unpräzisen Abschätzung und Anpassen der Marschleistung. Jedoch versucht Lehmann ebenfalls, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die anderen Rhoneübergänge kategorisch auszuschließen. Diesbezüglich geht er nicht nur auf die Streckenlängen ein, sondern bemüht sich anhand von topographischen Gegebenheiten die Umstände Hannibals Alpenzugs zu konstruieren. Er spricht sich schließlich gegen den Rhoneübergang an der Roquemaure aus und entscheidet sich für einen Übergang in der Gegend von St. Etienne. Lehmanns Hauptargument für diese These ist die Übereinstimmung mit beiden viertägigen Marschrouten, welche Hannibal und Scipio zurückgelegt hatten. Nur in der Gegend von St. Etienne sei aufgrund der Entfernung ein Aufeinandertreffen möglich gewesen. Den weiteren Verlauf die Route betreffend stimmt Lehmann mit den Col du Clapier Anhängern überein, allerdings lokalisiert er die „Insel“ auf der linken Seite der Rhone. Erst an der Stelle, wo die Drac eine Abzweigung der Isère darstellt, trennen sich die Wege der unterschiedlichen Vertreter. Der Historiker lässt das Heer weiter nördlich an der Isère entlang ziehen. Östlich Chamberys schließt sich Lehmann Mommsens Route an. Die Kleine St. Bernhard Theorie fand noch einmal 1935 einen Befürworter in W. W. Hyde[35], wurde danach jedoch wahrscheinlich unter anderem aufgrund des fehlenden Ausblicks auf die Poebene und der umstrittenen Stadienangaben von keinem Historiker mehr aufgegriffen.

4.3 Mont Genèvre

Vertreten wurde der Mont Genèvre Pass schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Erster Vertreter des Passes war Edward Gibbon[36]. Bis 1925 fand diese Theorie zahlreiche Anhänger, darunter C. Neumann[37], U. Kahrstedt[38], D. de Sanctis[39] und Eduard Meyer[40].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 71.

Die Anmarschroute stimmt bei der Mehrzahl der Vertreter überein. Ihre Interpretation der Quellen orientiert sich hauptsächlich an Livius geographischen Angaben. Der Rhoneübergang wird von J. Fuchs[41] und Commandant Hennebert unterschiedlich eingeordnet. Nach Fuchs ist es Roquemaure, Hennebert[42] hingegen setzt den Übergang bei Orange fest. Die Anmarschroute ähnelt jener der Anhänger des Col du Clapiers. Entlang der Rhone gelangte das Heer zur „Insel“, welche jeweils durch Rhone und Isère begrenzt wurde. Der Marsch habe sich daraufhin an der Isère entlang fortgesetzt. Erst an der Abzweigung zum Dractal ändert sich die Richtung der Mont Genèvre Anhänger. In südlicher Richtung habe sich Hannibal entlang der Drac in Richtung Durance aufgemacht. Die vorgeschlagenen Anmarschrouten treffen bei Briancon wieder aufeinander. Von dort machte sich das Heer zum Mont Genèvre auf. Der Abstieg ins Tal der Susa stimmt mit den Quellen, im Gegensatz zu Henneberts Vorschlag, überein. Dieser lässt Hannibal „nicht direkt in das Tal der Dora Riparia ziehen, sondern über Clavières, Cesana, Col de Sestrière ins Tal der Chisone nach Pinerolo“[43].

Eines der Hauptargumente der Mont Genèvre Anhänger liegt in der Erwähnung des Aufeinandertreffens mit den Taurinern. Diese Aussage des Livius wertet Neumann als essentiellen Hinweis, um die Route zu bestimmen. Daher kommt es schließlich zum kategorischen Ausschluss der Möglichkeit eines Übergangs über den kleinen St. Bernhard, welcher Hannibal in das Gebiet der Salasser geführt hätte. Da Livius darüber hinaus davon spricht, „dass Hannibal die letzten Tagesmärsche […] im Thal der oberen Durance zurückgelegt hat“[44], sind nach Neumann auch die Mont Cenis Pässe als mögliche Übergänge auszuschließen.

Für diesen Pass sprechen folgende Tatsachen. Die Entfernung der Passhöhe zu Briancon deckt sich mit Polybios’ Angaben bezüglich der Marschleistung des Heeres. Des Weiteren bietet die Passhöhe viel Platz für ein Lager. Ferner gäbe es dort genügend Weidefläche für die Tiere. Seibert weist in diesem Zusammenhang abermals auf Polybios’ Behauptung, es habe am Pass Schnee der Vorjahres gelegen, hin. Der Autor bezweifelt dies, räumt allerdings ein, dass eine Klimaverschiebung nicht unwahrscheinlich sei. Außerdem sei es möglich gewesen, dass bereits neuer Schnee gefallen sei und Polybios ihn irrtümlich mit dem Altschnee verwechselt hätte.[45]

Aufgrund der fehlenden Aussicht auf die Poebene sind auch die Vertreter des Mont Genèvre Passes wie die Befürworter des Kleinen St. Bernhard gezwungen die Aussicht auf die Poebene als unbedeutende oder inkorrekte Aussage der antiken Autoren zu werten. Der letzte Anhänger dieser These war G. Devos (1966), welcher allerdings mit keinen der genannten Autoren eine gemeinsame Vorstellung zur Erreichung des Passes vorlegt.

4.4 Col de la Traversette

Im Unterschied zu den Col du Clapier Anhängern legen die Anhänger des Col de la Traversette Passes besonderen Wert auf die Übereinstimmung der Route mit den Details, welche Polybios und Livius in ihren Werken erwähnen. Vor allem lehnen sie die Gleichsetzung des Flusses Skaras mit der Isère ab. Im letzten Jahrhundert wurde die Route als erstes von Cecil Torr (1924)[46] mit Hannibals Alpenübergang in Verbindung gesetzt.

Uneinigkeit besteht bei der Route zum Col de la Traversette. Diesbezüglich differieren die Vorstellungen der Autoren. Torr verwertet Polybios’ Anmerkung, Hannibal sei östlich der Rhone gezogen, und zieht die Möglichkeit in Betracht, dass die Durance mit der Bezeichnung „Skaras“ übereinstimme. Hieraus folgt der Rhoneübergang bei Tarascon und der Marsch entlang der Durance bis zum Col de la Traversette.

De Beer[47] entscheidet sich hingegen für die Lokalisierung der „Insel“ zwischen Drome und Rhone. Dies begründet er nicht nur mit der inkorrekten Identifizierung des Skaras mit der Isère, sondern ebenso mit der Tatsache, dass eine Einordnung der Insel zwischen Isère und Rhone nicht den geschichtlichen Tatsachen entspräche. Die Arar bzw. der Skaras könne nicht die Isère sein, „because Livy specified that this Arar rose in the Alps and flowed near the territory of the Allobroges” und „the Allobroges lived not near but on the Isère”[48]. Entlang der Drome lässt der Brite Hannibal über den Col de Grimone marschieren. Zur letzteren Annahme verleitet ihn Coelius Antipaters Erwähnung des Cremonis iugum, welchen er mit dem Col Grimone gleichsetzt. General A. Guillaume (1967)[49] unterstützt diese These weitestgehend.

J. E. T. Brown[50] orientiert sich bezüglich des Rhoneübergangs hingegen zunächst am Vorschlag Torrs, schließt die Möglichkeit eines Übergangs an der Stadt Arles jedoch nicht aus. Begründet wird diese Annahme mit der Marschstrecke, die Scipio in vier Tagen meistern musste, um auf Hannibal zu treffen; nur diese beiden Rhoneübergänge wären nahe genug, um

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 66.

Scipio dies zu ermöglichen. Nach dieser Etappe wären die Truppen weiter in die östliche Richtung nach Cavaillon gezogen. Brown widerspricht dem Marsch entlang der Durance, da sie bei Polybios gar nicht erwähnt werden würde und Livius[51] sie als schwer passierbar beschriebe. Im Gegensatz zu den zuvor erwähnten Autoren entscheidet sich Brown für die Lokalisierung der „Insel“ nördlich der Durance. Hierbei orientiert er sich an der Übersetzung des Wortes „Isaras“ in „Aigues“. Des Weiteren unterstellt er Polybios einen Fehler in Hinblick auf seine Angaben zur „Insel“ gemacht zu haben: „If Polybios was wrong in distance, as it appears, he may equally be wrong in shape“[52] und legt daher kein Gewicht auf Polybios’ Vergleich mit dem ägyptischen Delta.

Auch der Weg von Cavaillon nördlich über die „Insel“ Isle sur la Sorgue begründet Brown mit der Nachlässigkeit Polybios’: über den Streit zwischen zwei Brüdern an der „Insel“, an welchem Hannibal teilnahm, scheint der Achäer die Erwähnung des Übergangs an der deutlich leichter passierbaren Route vergessen zu haben. Im weiteren Verlauf soll Hannibal westlich marschiert sein, in die Richtung an der Aigues und die Rhone zusammenfließen. Diesen Linksschwenk erklärt sich durch Livius Aussage: „ad laeum in Tricastinos flexit“[53]. Dieses Gebiet der Trikorier wird nach Livius über den äußersten Rand des Vokontierlandes erreicht, dessen südlichen Part Brown an der Aigues einordnet. Vom Kleinen Buech über das Cap gelangten die Soldaten schließlich ins Durancetal, wo sie von einheimischen Führern zum Col de la Traversette geführt worden seien. Die meisten Vertreter des Col de Traversette stützen sich bei ihrer These vorwiegend auf die gleichen Argumente. Dazu gehört, dass Polybios davon spricht, dass die Karthager zum höchsten Alpenübergang zogen und auf dem Pass noch Altschnee gelegen hätte. Diese Bedingungen träfen nur auf den Col de la Traversette zu.

Problematisch ist die Gewichtung der Argumente in Hinblick auf die Stimmigkeit Polybios’ Quelle und der präzisen Einschätzung topographischer Gegebenheiten. Bezüglich des Vorjahresschnees stellt sich zum einen die Frage, woher die Karthager gewusst haben sollen, dass es ein solcher sei, zum anderen, wie es bei der äußerst festen Masse dazu kommen konnte, dass Tiere dort einsanken und stecken blieben.[54] Des Weiteren scheint die Einordnung des Col de Traversette als höchster Passübergang der Alpen[55] fragwürdig, da in der Antike auch der Monte Viso und nicht der Mont Blanc für den höchsten Gipfel der Alpen gehalten wurde.[56] Ein anderes stützendes Argument für genau jenen Pass finden Anhänger vermeintlich in der Aussicht auf die Poebene. Anhand dieser Aussage Polybios’ den Pass zu bestimmen scheint jedoch schwierig.[57] Dies hängt vor allem mit zwei Dingen zusammen: Zum einen widerspricht Livius Polybios mit seiner Behauptung, die Poebene sei erst bei dem Abstieg zu sehen gewesen:::: „praegressus signa Hannibal in promunturio quodam, unde lomge ac late prospectus erat, consistere iussis militibus Italiam ostentat subiectosque Albpinis montibus Circumpadanos campos“[58]. Zum anderen ist zu klären, was Hannibal seinen Soldaten zeigte. Sahen sie wirklich auf Italien herab oder nutzte Hannibal nur den Ausblick, um dem Heer zu vermitteln, wie nahe sie am Ziel ihrer Reise waren?

Für den Col de la Traversette Pass spricht vermeintlich auch Varros Passliste[59]. Der Gelehrte Marcus Terentius Varro beschrieb fünf Pässe, welche er von Süden nach Norden aufzählte. Der dritte Pass sei derjenige gewesen, welchen Hannibal genutzt hatte. Aus dieser Passliste ergibt sich, dass dieser zwischen dem Pass im Ligurergebiet und dem Mont Genèvre läge: dies würde auf den Col de la Traversette zu treffen. Jedoch ist nicht gesichert, dass Varros Kenntnisse über den Alpenzug den realistischen Ereignissen entsprechen. Ferner war die Frage des Alpenübergangs höchstwahrscheinlich bereits in der Antike umstritten. Schließlich trifft die Lokalisierung Varros auch auf weitere Pässe zu.

Gegen den Col de la Traversette spricht insbesondere die schwere Passierbarkeit des Passes. Die Anhänger widerlegen diesen Einwand jedoch mit hohen Verlusten beim Abstieg.

5. Fazit

Die vorliegende Arbeit weist auf eine Vielzahl von Problemen der historischen Methode hin. Im Zusammenhang mit den vorgeschlagenen Marschrouten ist deutlich geworden, wie diffizil sich die Rekonstruierung vergangener Ereignisse aufgrund von altertümlichen Quellen erweisen kann. Eine Analyse dieser Quellen geht weit über das hinaus, was im Sinne einer inhaltlichen Interpretation verstanden werden kann. Die Vielzahl der zu beachtenden Aspekte ließ in diesem Rahmen jedoch nur einen geringen Einblick in die Arbeit der Historiker zu.

Festzustellen ist, dass trotz der technischen Innovationen des letzten Jahrhunderts nur wenige Fortschritte bei der Bestimmung Hannibals Route gemacht werden konnten.

Ein aktueller Aufsatz aus diesem Jahr bezeugt die gegenwärtige Uneinigkeit der Forscher.

K. Geus (2006)[60] entscheidet sich in seinem Aufsatz nur zögerlich für den Col du Clapier Pass und schließt darüber hinaus andere Möglichkeiten nicht eindeutig aus. So wie dieser Historiker haben sich in der Vergangenheit viele dazu entschieden, in ihren Schriften über den Alpenzug eine eindeutige Festlegung zu vermeiden. Häufig wird die Frage des Passes nur am Rande erwähnt.

Andere Autoren hingegen entscheiden sich für einen der Pässe und umgehen die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Routenbestimmungsproblematik, indem sie es unterlassen, ihre Wahl argumentativ zu unterlegen.

Im Zuge dieser Methode tauchen nur noch wenige neue Erkenntnisse auf, welche die Routenbestimmung eindeutig klären könnten.

Im Verlauf dieser Arbeit ist deutlich geworden, dass der Spielraum der Interpretationen und der Faktoren, welche diese beeinflussen, eine große Anzahl von Möglichkeiten eines Alpenüberganges zulässt. Des Weiteren wird die Lage dadurch erschwert, dass sich einige Autoren dazu entscheiden, Aussagen des Griechen und des Römers zu verwerfen und eine eigene Vorstellung der Geschehnisse als Argumente evidenter Basis zu verwenden.

Schließlich ist es kaum möglich, eine der Theorien zu widerlegen, noch zu beweisen. Trotzdem wird die Frage nach der gewählten Route in Zukunft wieder belebt werden. Sollten sich weitere Quellen zum Alpenzug, sowie Informationen zu der Glaubhaftigkeit Livius’ und Polybios’ oder den geo- wie topographischen Verhältnissen zu jener Zeit finden, kann sich die Klärung des Routenproblems ergeben. Ferner ist zu hoffen, dass die Forschungen zu der Kultur und Mentalität jener Zeit als aussagekräftige Argumente hinzugezogen zu werden. Anhand dieser mag sich die Möglichkeit ergeben, die Sprache bzw. Schriften der antiken Autoren auf eine neue Art und Weise zu verstehen und zu interpretieren.

Weitere vorgeschlagene Marschrouten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 71.

6. Bibliographie

Literatur:

Azan, P.: „Annibal dans les Alpes“: Paris, 1902.

Barceló, P.: „Hannibal“: München, 1998.

Bonnard, G.: „Le Journal de Gibbon“ (Publications de la Faculté des Lettres), VII: Université de Lausanne, 1945.

Brown, J. E. T.: „Hannibal’s Route across the alps“: G&R 10, 1963, S. 38-48.

Burck, E.: „Die Erzählkunst des T. Livius“: Berlin/Zürich, 1964.

Christ, K.: „Hannibal“: Darmstadt, 2003.

Colin, J.: „Annibal en Gaule“: Paris, 1904.

De Sanctis, D.: „Storia dei Romani”, III, 2: Turin, 1916.

Fuchs, J.: „Hannibals Alpenübergang”: Wien, 1897.

Commandant Hennebert: „Histoire d’Hannibal”, II: Paris, 1878.

De Beer, G.: „Alps and Elephants”: London, 1955.

General Guillaume, A.: „Annibal franchit les Alpes“: La Tronche-Montfleury, 1967.

Geus, K.: „Über die Alpen: Hannibals Elefantenzug“. In: Brodersen, K. (Hg.), „Höhepunkte der Antike“: Darmstadt, 2006, S. 137-148.

Händl-Sagawe, U.: „Der Beginn des 2. Punischen Krieges. Ein historisch-kritischer Kommentar zu Livius Buch 21“ (Münchner Arbeiten zur Alten Geschichte, Bd. 9): München, 1995.

Hoffmann, W.: „Livius und der zweite Punische Krieg“: Hermes/Einzelschriften 8, Berlin, 1942.

Kahrstedt, U.: „Geschichte der Karthager“, III: Berlin, 1913.

Lancel, S.: „Hannibal. Eine Biographie“: Düsseldorf/Zürich, 1998.

Law, W. J.: „The Alps of Hannibal”, zwei Bände: London, 1866.

Lehmann, K. : „Die Angriffe der drei Barkiden auf Italien. Drei quellenkritisch-kriegsgeschichtliche Untersuchungen“: Leipzig, 1905.

Maissiat, J.: „Annibal en Gaule“: Paris, 1874.

Meister, K.: „Historische Kritik bei Polybios“: Wiesbaden, 1975.

Meyer, Ed.: „Kleine Schriften”, 2. Auflage: Halle, 1924.

Meyer, E.: „Hannibals Alpenübergang“: Museum Helveticum 15, 1958. In: Christ, Karl: „Hannibal“: Darmstadt, 2003, S. 227-241.

Mommsen, Th.: „Römische Geschichte“, 1. Auflage: Berlin, 1854.

Neumann, C.: „Das Zeitalter der punischen Kriege”: Breslau, 1887.

Partsch, J.: RE, Band I, 2, 1894.

Perrin, J.-B.: „Marche d’hannibal des Pyrenées au Po“: Metz, 1887.

Petzold, K.-E.: „Studien zur Methode des Polybios und zu ihrer historischen Auswertung“: München, 1969.

Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals. Ein gelöstes Problem?“: Gymnasium 95, 1988, S. 21-73.

Seibert, J.: „Hannibal“: Darmstadt, 1993.

Schmitt, T.: „Hannibals Siegeszug: historiographische und historische Studien vor allem zu Polybios und Livius“: München, 1991.

Soltau, W.: „Livius’ Geschichtswerk - seine Komposition und seine Quellen. Ein Hilfsbuch für Geschichtsforscher und Liviusleser“: Leipzig, 1897.

Torr, C.: „Hannibal crosses the Alps“: Cambridge, 1924.

Tränkle, H.: „Livius und Polybios“: Basel/Stuttgart, 1977.

Walbank, F. W.: Polybius”: Californien, 1972.

Wickham, H. J./Cramer, J. A.: „A Dissertation on the Passage of Hannibal over the Alpes”, 2. Auflage: University of Oxford, 1828, übersetzt von Müller, Berlin, 1830.

Quellen:

Ammianus Marcellinus XV.

Livius, T.: „Römische Geschichte. Buch XXI-XXIII“, Lateinisch und deutsch hrsg. v. Feix, J.: Darmstadt, 1991.

Polybios XXXIV.

Polybios: „The Histories. In six volumes, part II. With an English translation by Paton, W. R.”: London/ Cambridge Massachusetts, 1960.

Servius, Aemneis X.

7.Abbildungsverzeichnis

Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals. Ein gelöstes Problem?“: Gymnasium 95, 1988, S. 21-73.

[...]


[1] Barceló, P.: „Hannibal“: München, 1998, S. 50.

[2] Ebenda, S. 50 ff.

[3] Meyer, E.: „Hannibals Alpenübergang“: Museum Helveticum 15, 1958, S. 227-241. In: Christ, Karl: „Hannibal“: Darmstadt, 2003, S. 195-217 und Seibert, Jacob: „Der Alpenübergang Hannibals. Ein gelöstes Problem?“: Gymnasium 95, 1988 , S. 21-73.

[4] Schmitt, T.: „Hannibals Siegeszug: historiographische und historische Studien vor allem zu Polybios und Livius“: München, 1991, S. 13.

[5] Meister, K.: „Historische Kritik bei Polybios“: Wiesbaden, 1975, S. 176.

[6] Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 31.

[7] Polybios: „The Histories. In six volumes, part II. With an English translation by Paton, W. R.”: London/ Cambridge Massachusetts, 1960, 55, 9.

[8] Perrin, J.-B.: „Marche d’hannibal des Pyrenées au Po“: Metz, 1887.

[9] Polybios III 42, 1.

[10] Polbios III 47, 2.

[11] Polybios III 47, 1.

[12] Livius, T.: „Römische Geschichte. Buch XXI-XXIII“, Lateinisch und deutsch hrsg. v. Feix, J.: Darmstadt, 1991, 31, 4.

[13] Meyer, E.: „Hannibals Alpenübergang“, S. 196.

[14] Ammianus Marcellinus XV 11, 18.

[15] Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 44.

[16] Maissiat, J.: „Annibal en Gaule“: Paris, 1874, S. 118.

[17] Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 46.

[18] Meyer, E.: „Hannibals Alpenübergang“, S. 196.

[19] Azan, P.: „Annibal dans les Alpes“: Paris, 1902.

[20] Colin, J.: „Annibal en Gaule“: Paris, 1904.

[21] Polybios III 50, 1 f.

[22] Polybios XXXIV 10, 18 H und Livius XXI 38, 5 f.

[23] Meyer, E.: „Hannibal Alpenübergang“, S. 208.

[24] Ebenda und Polybios III 56, 1.

[25] Meyer, E.: „Hannibals Alpenübergang“ S. 208 f.

[26] Polybios III 51, 9 f.

[27] Meyer, E.: „Hannibals Alpenübergang“ S. 209.

[28] Polybios III 53, 9 und Livius XXI 35, 5.

[29] Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals“, S. 31.

[30] Livius XXI 38, 6-7.

[31] Seibert, J.: „Der Alpenübergang Hannibals” , S. 58 f. nach Wickham, H. J./Cramer, J. A.: „A Dissertation on the Passage of Hannibal over the Alpes”, 2. Auflage: University of Oxford, 1828, übersetzt von Müller, Berlin 1830; Law, W. J.: „The Alps of Hannibal”, zwei Bände: London, 1866.

[32] Mommsen, Th.: „Römische Geschichte“, 1. Auflage: Berlin, 1854.

[33] Lehmann, K.: „Die Angriffe der drei Barkiden auf Italien. Drei quellenkritisch-kriegsgeschichtliche Untersuchungen“: Leipzig, 1905.

[34] Polybios III 43, 3, 6, 7.

[35] Hyde, W. W.: „Roman Alpine Routes“: Philadelphia, 1935, S. 197-210.

[36] Bonnard, G.: „Le Journal de Gibbon“ (Publications de la Faculté des Lettres): VII, Université de Lausanne, 1945, S. 103 ff.

[37] Neumann, C.: „Das Zeitalter der punischen Kriege”: Breslau, 1887, S. 281 ff.

[38] Kahrstedt, U.: „Geschichte der Karthager“, III: Berlin, 1913, S. 188.

[39] De Sanctis, D.: „Storia dei Romani”, III, 2: Turin, 1916, S. 20ff., S. 64-77.

[40] Meyer, Ed.: „Kleine Schriften”, 2. Auflage: 1924, Halle, S. 414.

[41] Fuchs, J.: „Hannibals Alpenübergang”: Wien, 1897.

[42] Commandant Hennebert: „Histoire d’Hannibal” : Paris, 1878, II, S. 44 ff.

[43] Seibert, J.: “Der Alpenübergang Hannibals”, S. 67.

[44] Neumann, K.: „Das Zeitalter der punischen Kriege”, S. 289.

[45] Ebenda.

[46] Torr, C.: „Hannibal crosses the Alps“: Cambridge, 1924.

[47] De Beer, G.: „Alps and Elephants”: London, 1955.

[48] De Beer, G.: „Alps and Elephants“, S. 18.

[49] General A. Guillaume: „Annibal franchit les Alpes“: La Tronche-Montfleury, 1967.

[50] Brown, J. E. T.: „Hannibal’s Route across the alps“: G&R 10, 1963, S. 38-48.

[51] Livius XXI 31, 10-12.

[52] Brown, J. E. T.: „Hannibal’s Route across the alps“, S. 43.

[53] Livius XXI 31, 9.

[54] Polybios III 55, 1-3.

[55] Polybios III 53, 6.

[56] Mons Vesulus, vgl. Partsch, J.: RE, Band I, 2: 1894, Sp. 1602.

[57] Polybios III 54, 2-3.

[58] Livius XXI 35, 8- 9.

[59] Servius, Aemneis X 13.

[60] Geus, K.: „Über die Alpen: Hannibals Elefantenzug“. In: Brodersen, K. (Hg.), „Höhepunkte der Antike“: Darmstadt, 2006, S. 145.

25 von 26 Seiten

Details

Titel
Das Problem der Routenbestimmung des Alpenzugs Hannibals
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Veranstaltung
Rom und Karthago im 2. Punischen Krieg
Note
3,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V110480
ISBN (Buch)
9783656160236
Dateigröße
3653 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inhalt: 2.0 Aufgrund der Möglichket einer Nachkorrektur: 3.0 Aufgrund weiterhin bestehender sprachlicher Mängel: 3.7
Schlagworte
Problem, Routenbestimmung, Alpenzugs, Hannibals, Karthago, Punischen, Krieg
Arbeit zitieren
Nina Bednarz (Autor), 2006, Das Problem der Routenbestimmung des Alpenzugs Hannibals, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110480

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Problem der Routenbestimmung des Alpenzugs Hannibals


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden