Die Berlinkrise als Repräsentative zum globalen Ost-West-Konflikt


Hausarbeit, 2006
12 Seiten, Note: 2

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Gliederung

Kapitel 1: Der Ost- West Konflikt als globales Problem

Kapitel 2: Brennpunkt Deutschland - Warum war die Gefahr in Deutschland am größten?

Kapitel 3: Teilung Deutschlands
3.1 Teilung in westliche- und sowjetische Besatzungszonen
3.2 Bi- und Tri-Zone /Entstehung
3.3 Währungsreform – Anfang der Berlinkrise

Kapitel 4: Berlinkrise

Quellenangaben

Kapitel 1

Der Ost- West Konflikt war in seinen Grundzügen ein politischer und ideologischer Konflikt zwischen den beiden Großmächten der USA und der UdSSR und somit auch unweigerlich zwischen den Verbündeten dieser Mächte untereinander, stellvertretend für diese, sowie auch zwischen den Verbündeten der einen Großmacht gegen die andere.

Dieser Konflikt nahm seinen Anfang in der russischen Oktoberrevolution von 1917 und endete mit dem endgültigen Zerfall der Sowjetunion, da sich dort in diesem Zeitraum ein ideologisches Gegengewicht zu den USA entwickelte. Aus dem daraus ursprünglichen Konflikt dieser beiden nicht miteinander vereinbaren Ideologien, dem amerikanischen Kapitalismus und dem sowjetischen Sozialismus, ist ein Rüstungswettlauf und ein Rennen um den jeweils größten Einfluss auf unserem Planeten zwischen den beiden Großmächten geworden. Es entwickelte sich durch gegenseitiges Misstrauen und Drohungen ein in einem solchen Ausmaß noch nie da gewesener Rüstungswettlauf, der die Welt an den Rand eines allumfassenden Vernichtungskrieges brachte.

Ab 1947 wird dieser Konflikt auch Kalter Krieg genannt. Kalt, da nicht wie in einem heißen Krieg der Kampf auf einem herkömmlichen Schlachtfeld, auf dem sich die Gegner gegenüberstehen und gegenseitig töteten, ausgetragen wurde, sondern vielmehr durch politische und wirtschaftliche Mittel versucht wurde den Gegner in die Knie zu zwingen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine militärischen Auseinandersetzungen untereinander innerhalb dieses Krieges gab. Wenn eine solche Situation unabwendbar schien, wurde stets beiderseits versucht eine Ausweitung zu einem heißen Krieg zu verhindern.

Öfter traf der Fall zu, dass Stellvertreterkriege geführt wurden, in dem eine Großmacht gegen einen Verbündeten der anderen kämpfte, oder den eigenen Verbündeten gegen die Gegenseite unterstützte. Jedoch trafen offiziell nie die Streitkräfte beider Supermächte in einem Krieg aufeinander.

Jede Großmacht versuchte ihr Einflussgebiet zu vergrößern, indem sie sich so viele Staaten wie möglich, mehr oder weniger gezwungener Maßen, zum Verbündeten, oder Partner machte. Im Endeffekt musste sich jeder Staat entscheiden zu welcher Seite er gehören wollte: zum kommunistischen Osten, oder zum kapitalistischen Westen. Nur die wenigsten blieben neutral, oder waren für die Großmächte von so geringer Bedeutung, dass dies nicht notwendig war.

Somit war es unumgänglich, dass sich die Großmächte auf verschiedenen Schauplätzen weltweit gegenüberstanden. Somit war der Konflikt der beiden Großmächte untereinander auch ein weltumfassender Konflikt.

Kapitel 2

Besonders brisant war der Ost-West Konflikt anfangs an der Grenze zwischen den westlichen und den sowjetischen Besatzungszonen, später dann an der Grenze der beiden neu entstandenen deutschen Staaten. Es war nicht nur eine Zonen- oder Staatsgrenze, sondern eine Grenze, welche die zwei vorherrschenden Weltanschauungen voneinander trennte.

Hier trafen die Armeen des kapitalistischen Westens unmittelbar auf die des sozialistischen Ostens und standen sich direkt Waffenmündung an Waffenmündung gegenüber. Somit war dies eine andere Situation wie sie, in Bezug auf den Ost-West Konflikt, auf der restlichen Welt zu finden war. Es standen sich, zumindest bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten, nicht Stellvertreter der Supermächte gegenüber. Hier bestand die akute Gefahr, dass ein amerikanischer Militär auf einen sowjetischen schießen konnte, wie auch andersherum. Dies wiederum hätte einen Vergeltungsschlag der angegriffenen Seite zur Folge gehabt, was letztendlich zu einem neuen Krieg geführt hätte.

Die Tatsache, dass nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik die Bundeswehr und die Nationale Volksarmee die Aufgabe der Verteidigung und Bewachung dieser Grenze übernahm, minderte das genannte Risiko nur geringfügig. Es gab zur Unterstützung der beiden deutschen Staaten, welche beide zu Verbündeten der jeweils passenden Ideologien geworden sind, noch immer Streitkräfte der Großmächte an dieser Grenze. Dies ist dadurch zu erklären, dass wenn es zu einer Eskalation der beiden Supermächte gekommen wäre, es an dieser Stelle erste militärischen Auseinandersetzungen gegeben hätte, da der Interessenskonflikt „Deutschland“ vermutlich an erster Stelle der zu verteidigenden Standorte stand.

Beide Seiten wussten, dass derjenige der in Deutschland seinen Einfluss geltend macht, auch Mitteleuropa und zwangsläufig ganz Europa beeinflussen, oder kontrollieren kann.

Dieses Bewusstsein war im Grunde auch das Hauptproblem des Kalten Krieges.

Kapitel 3

3.1

Die Großmächte Großbritannien, die USA und die UdSSR trafen sich vom 04.- 11.02.1945 auf der Schwarzmeerhalbinsel Jalta um die Nachkriegsordnung für Deutschland zu bestimmen, denn Hitlers Niederlage zeichnete sich deutlich ab. Die Großmächte entschieden, dass Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt werden sollte. Ebenso sollte Berlin unter den Besatzungsmächten in vier Stadtsektoren aufgeteilt werden.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Europa übernahmen die Alliierten die Regierungsgewalt in Deutschland und man traf sich vom 17.07. bis zum 02.08.1945 in Potsdam. In dieser Konferenz wurde unter anderem über die Denazifizierung, Demilitarisierung, Demokratisierung und die Demontage Deutschlands einstimmig entschieden. Außerdem wurde hier die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen bestätigt.

Der Alliierte Kontrollrat wurde am 30.08.1945 gebildet, welcher aus den Oberbefehlshabern der Besatzungsmächte bestand. Der Kontrollrat musste die wirtschaftliche Einheit und die Zukunft Deutschlands sicherstellen. Außerdem versuchte man eine gemeinsame Politik im Bezug auf Deutschland zu finden, wobei jede Besatzungsmacht in ihrer eigenen Zone selbstverantwortlich handelte.

3.2

Die wirtschaftliche Notlage und der harte Winter 45/46 machte es notwendig, dass am 02.12.1946 die Außenminister der USA und Großbritannien einen Vertag, über die Verbindung ihrer Besatzungszonen zu einer Bi-Zone unterzeichneten, welcher am 01.01.1947 in Kraft trat und beide Besatzungszonen zu einer wirtschaftlichen Einheit machte. Auf Druck der USA bildete sich im März 1948 mit Frankreich, aus der Bi-Zone die Tri-Zone. Die Sowjetunion sah darin einen groben Verstoß gegen das Potsdamer Abkommen von 1945 und löste daraufhin den Alliierten Kontrollrat auf. Das nun alle drei westlichen Besatzungszonen mit den dazugehörigen Sektoren in Berlin wirtschaftlich vereint waren, war sogleich auch der notwendige Grundstein für eine einheitliche Politik im Westen Deutschlands und somit auch für die Gründung der Bundesrepublik Deutschland, aber auch die Teilung des gesamten Deutschlands.

3.3

Die Währungsreform in Westdeutschland sollte der erste Schritt für den wirtschaftlichen Aufschwung sein. Wie schon im Jahre 1923 bevorzugte die Neuordnung Besitzer von Sachwerten wie Grundstücke, Immobilien und Fabrikanlagen. Mit der Einführung der D-Mark am 20.06.1948 sollten die zerrütteten Staatsgelder saniert werden. Jeder Bürger der deutschen Westzonen bekam 40 DM und im August weitere 20 DM. Mit der Währungsreform in den Westzonen und somit auch Westberlins, legten die Besatzungsmächte und der Chef des Amtes für Wirtschaft, Ludwig Erhard, den Grundstein für die wirtschaftliche und letztendlich auch politische Spaltung Ost- und Westdeutschlands.

Am 24.06.1948 reagierte die UdSSR mit der Berliner Blockade und führte mit der Ostmark eine eigene Währungsreform in ihrer Besatzungszone durch. Grund dieser Blockade war, dass die Westmächte die Deutsche Mark auch in Westberlin einführten. Da die Sowjets sich schon seit Ende des Krieges darum bemühten ganz Berlin innerhalb ihres Einflussgebietes zu bringen, bedeutete dies ein herber Rückschlag ihrer Bemühungen, da somit die wirtschaftliche und zwangsläufig auch politische Einigung Berlins unmöglich erschien. Die Blockade war Ausdruck der sowjetischen Empörung und als wirtschaftlicher Gegenschlag gedacht.

Kapitel 4

Die Blockade Berlins war der Anfang der Berlinkrise. Die Sowjetunion blockierte alle Schienen-, Straßen- und Wasserwege nach Westberlin, welche zur Unterbindung des Personen- und Güterverkehrs führte, was die Lieferung von Strom, Lebensmittel und Kohle von und nach Westberlin nur über den Luftweg möglich machte. Die UdSSR wollte durch Aushungern der Westberliner Druck auf die anderen Besatzungsmächte ausüben, so dass diese die Währungsreform in ihrem Berliner Teil wieder rückgängig machen und die Stadt aufgeben.

Die USA und Großbritannien errichteten daraufhin die Luftbrücke, durch die Westberlin versorgt werden sollte. Dies war der einzige Weg, da die Sowjets den Luftraum nicht sperren konnten ohne einen größeren militärischen Konflikt hervorzurufen.

Die sogenannten „Rosinenbomber“ landeten während der elfmonatigen Blockade etwa alle zwei bis drei Minuten in Westberlin. Insgesamt waren es etwa 200 000 Flüge mit ungefähr zwei Millionen Tonnen Ladung, welche die Stadt mit allem Notwendigen versorgte. Dies war eine bis dato unvergleichliche logistische Meisterleistung.

Nach dem New Yorker- Abkommen am 04.05.1949 haben sich die vier Besatzungsmächte darauf geeinigt, dass die Sowjetunion, welche erkannte, dass ihr Ziel so nicht erreichbar war, am 12.05.1949 die offizielle Blockade Westberlins aufheben muss.

Die Umstände der nun unvermeidbaren Teilung Deutschlands führte dazu, dass der Wirtschaftsrat die Frankfurter Dokumente vom 01.07.1948, welche die politischen Vorstellung der Westalliierten für einen deutschen Staat enthielten, zu einer Verfassung ausarbeiten sollte. Diese Vorlage wurde in der Konferenz auf dem Rittersturz, vom 08.-10.7.1948, von den Westalliierten bestätigt. Am 23.5.1949 wurde das Grundgesetz verkündet und trat am darauf folgenden Tag mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Im Gegenzug bildete sich 1949 in der sowjetischen Besatzungszone die Volkskammer, die am 07.10.1949 eine Verfassung einsetzte und damit die Deutsche Demokratische Republik gründete. Damit war nicht nur die Spaltung Deutschlands, sondern auch die Europas auf geraume Zeit herbeigeführt.

Nach dem Tod Stalins, im März 1953, und dem Beginn der neuen Ära Nikita Chruschtschows kam es zu Entstalinisierung, welche die begrenzte Liberalisierung der Gesellschaft und der Ost- Westpolitik besagt.

Die zweite Berlinkrise begann mit dem Berlin- Ultimatum vom 27.11.1958. Chruschtschow wollte, dass Berlin zu einer politischen Einheit einer sogenannten „Freien Stadt“ wird, demnach unabhängig von der DDR und der BRD. Außerdem forderte er den Abzug der Westalliierten Truppen. Sollte diese Forderung nach 6 Monaten nicht erfüllt werden, drohte die UdSSR mit einem Krieg, an dem sich alle Staaten des Warschauer Paktes beteiligen würden. Außerdem sollten die starken Flüchtlingsströme von Ost nach West über Westberlin gestoppt werden.

Im Mai 1959 traten dann in Genf die Außenminister der USA, Großbritanniens, Frankreichs und UdSSR zu einer Deutschlandkonferenz zusammen. Die Konferenz bleibt in Bezug der Berlinfrage ergebnislos, aber durch diese Sitzung entschärfte sich der Konflikt. Nachdem Nikita Chruschtschow einer Einladung des amerikanischen Präsidenten, im November 1959, folgte, verstrich das Ultimatum ohne besondere Vorkommnisse.

Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13.08.1961, wurde ein eindeutiges Zeichen zur deutschen Teilung gesetzt. Hiermit wollten sie auch endgültig die Flüchtlingsströme stoppen, was jedoch nicht gelang.

Die andauernde Massenflucht der DDR machte deutlich, dass es der Regierung auch 28 Jahre nach dem Bau der Mauer nicht gelungen war, Zustimmung und Vertrauen ihrer Bürger zu gewinnen. Die dort immer mehr zunehmenden Massendemonstrationen, welche von den vom Staat verfolgten Oppositionsgruppen organisiert wurden, machten die reformfeindliche Regierung für die Massenflucht verantwortlich. Der Ruf nach einem vereintem Deutschland wurde immer lauter, bis die DDR-Führung dem Druck des Volkes nicht mehr standhalten konnte und den Weg für die Einigung Deutschlands ebnete.

Mit dieser war nicht nur die Berlinkrise, sondern letztendlich auch der Kalte Krieg beendet.

Quellenangabe

Literatur:

dtv- Atlas – Weltgeschichte Band 2

Der Brockhaus – Geschichte

Hans Georg Lehmann – Deutschland Chronik 1945 bis 2000

Manfred Görtemaker – Kleine Geschichte der BRD

Heinrich August Winkler – Der lange Weg nach Westen II, Deutsche Geschichte 1933- 1990

Helmut M. Müller – Schlaglichter der deutschen Geschichte

Bildquellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

12 von 12 Seiten

Details

Titel
Die Berlinkrise als Repräsentative zum globalen Ost-West-Konflikt
Veranstaltung
Abschlusspräsentation Schuljahr 05/06 Realschule/Hessen
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V110486
Dateigröße
855 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berlinkrise, Repräsentative, Ost-West-Konflikt, Abschlusspräsentation, Schuljahr, Realschule/Hessen
Arbeit zitieren
Benedikt Klein (Autor), 2006, Die Berlinkrise als Repräsentative zum globalen Ost-West-Konflikt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110486

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