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Zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Ostufer der Spree

Der Fernsehturm und das Marx-Engels-Forum vom Ursprung bis zur Fertigstellung

Titel: Zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Ostufer der Spree

Hausarbeit , 2005 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sven Bluhm (Autor:in)

Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der voranschreitenden Teilung der Stadt, Ende der 1940er Jahre, wurde Berlin immer mehr zum Schauplatz eines ideologisch geprägten Kampfes zweier vom Grund auf unterschiedlicher Systeme, deren Sprache sich auch in der Architektur widerspiegeln sollte. In Berlin, der Hauptstadt der am 7. Oktober 1949 gegründeten DDR, fanden die ursprünglich für Groß-Berlin entwickelten Wiederaufbaupläne, von einigen Ideen des „Kollektivplans“ und des „Generalbebauungsplan für Berlin“ von 1949 abgesehen, keine Zukunft.
Fortan wurden die architektonischen Erfahrungen der UdSSR zur treibenden Kraft der städtebaulichen Entwicklung in der DDR. Die neue architektonische Richtung wendete sich ab von einer aufgelockerten, dezentralen Stadt in der Tradition der Gartenstadtbewegung und Großstadtkritik, hin zum politisch motivierten Monumentalbau. Das Fundament der neuen, ideologisch und politisch besetzten Architektur waren die „Sechzehn Grundsätze des Städtebaus“. Gemeinsam mit dem „Aufbaugesetz“ vom 6. September 1950 bildeten sie die Grundlage für einen radikalen Stadtumbau, der ohne Rücksicht auf existierende Grundstücksstrukturen vollzogen werden konnte.

Im Verlauf der Arbeit steht nicht die Neugestaltung „Ost-Berlins“ als Ganzes im Vordergrund, sondern das Marx-Engels-Forum als ein Teil des alten Stadtzentrums Ost. Im ersten Teilabschnitt, zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Spandauer Straße, befinden sich der Berliner Fernsehturm, die Marienkirche und der Neptunbrunnen. Im kleineren Teilstück, zwischen Spandauer Straße und Ostufer der Spree, steht das Marx-Engels-Denkmalensemble. Inwieweit dieser Bauabschnitt wirklich als Marx-Engels-Forum bezeichnet werden darf, soll auch Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Darüber hinaus geht es im Folgenden um den Entstehungsprozess des Fernsehturms und der Marx-Engels-Denkmalsanlage.
Anhand der Skizzierung einiger Überlegungen und Entwürfe für den Aufbau des zentralen Bereichs im Zentrum der Hauptstadt der DDR soll der langwierige Werdegang vom Ursprung bis zur Fertigstellung erkennbar werden. Die explizite Auseinandersetzung mit der politischen Situation der 50er und 60er Jahre tritt zurück und wird hierbei nur peripher erwähnt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS „ZENTRALE HAUS“

3. DER ZWEITE VERSUCH

3.1. Die Kosel - Variante

3.2. Filigrane Dominanz statt massiger Monumentalität

4. DAS MARX-ENGELS-FORUM

4.1. 368 Meter vertikaler Manifestation

4.2. Architektur des Fernsehturms

4.3. Zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Spandauer Straße

4.4. Das Marx-Engels-Denkmalensemble

4.5. Eine Liaison, die keine ist

4.6. Die Zukunft des Marx-Engels-Forums

5. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den langwierigen Entstehungsprozess und die architektonische Genese des Berliner Fernsehturms sowie des Marx-Engels-Forums als zentrale städtebauliche Elemente im ehemaligen Ost-Berlin. Ziel ist es, die Planungshistorie vom Ursprung bis zur Fertigstellung unter Berücksichtigung ideologischer Einflüsse aufzuzeigen.

  • Städtebauliche Entwicklung im geteilten Berlin der 50er und 60er Jahre
  • Die Konkurrenz zwischen dem "Zentralen Haus" und dem Fernsehturm
  • Wettbewerbsentwürfe für das Zentrum (z.B. Henselmanns "Forum der Nation")
  • Die symbolische und architektonische Bedeutung des Marx-Engels-Denkmalensembles
  • Aktuelle Debatten zur Umgestaltung des Stadtzentrums

Auszug aus dem Buch

3.2. Filigrane Dominanz statt massiger Monumentalität

Hermann Henselmanns „Forum der Nation“ ist eine deutliche Abwendung von der Vorstellung der SED für die Bebauung des Zentralen Bereichs im Zentrum Ost-Berlins. In seinem avantgardistischen Entwurf verzichtet Henselmann auf das gewünschte Hochhaus im Zuckerbäckerstil und schlägt stattdessen einen Turm vor, der damals auch schon als Fernsehturm bezeichnet wurde.

Sein Plan war, im Zentrum eine verkehrsberuhigte Insel zu schaffen, in deren Zentrum das „Forum der Nation“ statt des Marx-Engels-Forums integriert werden sollte. Das architektonische Ensemble besteht aus drei unterschiedlichen Baukörpern. Die Kundgebungshalle, ein abgeflachtes Ellipsoid, das leicht angeschrägt in zwei Parabelbögen eingehängt ist, bildet dabei den östlichen Abschluss des Forums. In Westausrichtung verband ein Wasserbecken, das mit Bronzeplatten versehene Parlamentsgebäude mit der Kundgebungshalle. Gefasst wird das Regierungsgebäude durch zwei Eingangsbauwerke an den östlichen Ecken des Gebäudes. Mittels einer Brücke ist die Erschließung des Gebäudekomplexes vom westlich der Spree gelegenen Marx-Engels-Denkmal möglich. Das Denkmal selbst besteht aus zwei Teilen, einer Halle und einem Turm. Innerhalb der Komposition nimmt der 300 Meter hohe Turm, der in diesem Entwurf überhaupt als Idee das erste mal präsentiert wurde, die zentrale Stellung innerhalb der zentralen Achse Ost-Berlins ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die stadtplanerischen Ansätze im Berlin der Nachkriegszeit, insbesondere die Umwandlungspläne wie den Kollektivplan, und führt in das Untersuchungsgebiet des Marx-Engels-Forums ein.

2. DAS „ZENTRALE HAUS“: Dieses Kapitel analysiert die frühen, politisch motivierten Entwürfe für ein zentrales Hochhaus im Stadtzentrum und die damit verbundenen Standortfragen nach dem Abriss des Stadtschlosses.

3. DER ZWEITE VERSUCH: Das Kapitel behandelt den internationalen Ideenwettbewerb von 1958/59 sowie alternative Wettbewerbsentwürfe, die eine Abkehr von massiver Monumentalität zugunsten einer filigranen Turmgestalt vorschlugen.

4. DAS MARX-ENGELS-FORUM: Hier wird detailliert auf den Bau und die architektonische Formensprache des Fernsehturms sowie das Marx-Engels-Denkmalensemble eingegangen und die Frage nach der namentlichen Einheit des Gebiets erörtert.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung resümiert, wie die Architektur in der DDR als ideologisches Spiegelbild fungierte und welche politischen und ökonomischen Faktoren den Wiederaufbauprozess prägten.

Schlüsselwörter

Berlin, Fernsehturm, Marx-Engels-Forum, DDR-Architektur, Stadtplanung, Städtebau, Hermann Henselmann, Monumentalbau, Ideologie, Nachkriegszeit, Stadtzentrum, Ost-Berlin, Entwurf, Denkmalensemble, Architekturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die städtebauliche Neugestaltung des Zentrums von Ost-Berlin mit Fokus auf den Berliner Fernsehturm und das Marx-Engels-Forum.

Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Planungshistorie, den Architekturwettbewerben der 50er und 60er Jahre sowie der symbolischen Bedeutung dieser Bauwerke für die DDR-Ideologie.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit fragt nach dem Werdegang vom Ursprung bis zur Fertigstellung dieser Bauwerke und untersucht, inwieweit das Areal städtebaulich und namentlich als geschlossenes Ensemble betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Der Autor nutzt eine kunst- und architekturhistorische Herangehensweise, wobei Entwurfsanalysen und der Abgleich mit historischen Planungsdokumenten im Vordergrund stehen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Entwürfen für das "Zentrale Haus", dem Wettbewerb zur sozialistischen Umgestaltung, der Entstehungsgeschichte des Fernsehturms und der skulpturalen Gestaltung des Marx-Engels-Denkmalensembles.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Berlin, Fernsehturm, Marx-Engels-Forum, DDR-Architektur und städtebauliche Ideologie.

Welche Rolle spielte Hermann Henselmann bei der Turmplanung?

Henselmanns avantgardistischer Entwurf für das "Forum der Nation" gilt in der Literatur als wichtige Vorlage für die spätere Gestaltung des Fernsehturms, insbesondere hinsichtlich der Kugelform und der zentralen Achsenausrichtung.

Warum wird das Gebiet zwischen Fernsehturm und Spree als "Liaison, die keine ist" bezeichnet?

Der Autor hinterfragt, ob das Gebiet namentlich und architektonisch tatsächlich als einheitliches "Marx-Engels-Forum" bezeichnet werden kann, da Grundstückspläne und offizielle Bezeichnungen teilweise davon abweichen.

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Details

Titel
Zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Ostufer der Spree
Untertitel
Der Fernsehturm und das Marx-Engels-Forum vom Ursprung bis zur Fertigstellung
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Ü Architektur der 50er / 60er Jahre im geteilten Berlin
Note
1,3
Autor
Sven Bluhm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V110507
ISBN (eBook)
9783640086757
ISBN (Buch)
9783640127337
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwischen Bahnhof Alexanderplatz Ostufer Spree Architektur Jahre Berlin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven Bluhm (Autor:in), 2005, Zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Ostufer der Spree, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110507
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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