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Zu: Geng Jianyi "Der zweite Zustand"

Die chinesische Malerei nach der Kulturrevolution

Title: Zu: Geng Jianyi "Der zweite Zustand"

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sven Bluhm (Author)

Art - Painting
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Nach dem Ende der Kulturrevolution erfuhr China durch Deng Xiaopings Reformen eine Periode der Liberalisierung, die sich sowohl auf die Wirtschaft, als auch auf die Kunst des Landes auswirkte. Mitte der 80er Jahre, im Zuge der Öffnung zum Westen, wurden die Stilrichtungen Dadaismus, Expressionismus und Surrealismus von der jungen Künstlergeneration ausprobiert und nachgeholt. Verschiedene Künstlergruppierungen entstanden, zum Beispiel die Gruppen „Ohne Namen“, „Sterne“ und „Neuer Raum 85“. Im Verlauf der intensiven Auseinandersetzung mit westlicher Kunst entstand in der VR China eine konfliktträchtige, kontroverse Debatte, da die chinesischen Künste traditionell eine wichtige Komponente der chinesischen Kultur und politischen Identität darstellten. Das traditionelle Ideal war immer die philosophische Weltsicht und die politische Ordnung, die immer als untrennbares Ganzes verstanden wurden.
Aufgrund der Fülle von neuen Künstlergruppen und Stilrichtungen, die sich nach Dengs neuer Kulturpolitik gründeten und entwickelten, soll die vorliegende Arbeit als ein Einblick in die neue chinesische Gegenwartsmalerei verstanden werden. Hierzu werden einige ausgewählte Gruppen und Stile vorgestellt. Des Weiteren soll untersucht werden, ob der chinesischen zeitgenössischen Malerei durch die Liberalisierung des gesellschaftlichen Systems der Weg für eine sich frei entfaltende Moderne bereitet wurde. Das Bild „Der zweite Zustand“ (1987, Öl auf Leinwand, 145 x 200 cm) von Geng Jianyi dient exemplarisch zur Lösung der Aufgabenstellung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE CHINESISCHE MALEREI NACH DER KULTURREVOLUTION

2.1. Deng Xiaopings Kulturpolitik

2.2. Die Gruppe „Sterne“

2.3. „Narbenkunst“ und die Sichuan Schule

2.4. Gruppe „Teich“

3. DAS BILD „DER ZWEITE ZUSTAND“

3.1. Bildbeschreibung

3.2. Bildkomposition

3.3. Malerische Mittel

3.4. Bildinterpretation

3.5. Bildvariation

4. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der chinesischen Gegenwartsmalerei nach der Kulturrevolution im Kontext der politischen Liberalisierung unter Deng Xiaoping. Anhand ausgewählter Künstlergruppen und der beispielhaften Analyse des Werks „Der zweite Zustand“ von Geng Jianyi wird der Frage nachgegangen, ob diese Veränderungen tatsächlich den Weg für eine sich frei entfaltende Moderne bereitet haben.

  • Politik und Kulturwandel in der Volksrepublik China nach 1976
  • Entstehung und Bedeutung inoffizieller Künstlergruppen wie „Sterne“, „Narbenkunst“ und „Teich“
  • Formale und inhaltliche Analyse des Gemäldes „Der zweite Zustand“ (1987)
  • Die Rolle der westlichen Moderne und Postmoderne in der chinesischen Kunstentwicklung
  • Das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit, gesellschaftlicher Zerrissenheit und staatlicher Repression

Auszug aus dem Buch

3.1. Bildbeschreibung

Geng Jianyis Bild zeigt zwei nahezu identisch wirkende, lachende bzw. schreiende Männergesichter, die im Anschnitt dargestellt sind – der haarlose Schädel bzw. die Schädeldecke und das Kinn sind nicht vollständig wiedergegeben, sondern werden durch die Bildober- bzw. Bildunterkante geschnitten. Die hohen Wangenknochen und die spitz auf das Kinn zulaufenden Wangenlinien lassen die Gesichtszüge beider Männer markant wirken. Die verzerrte Mimik, die sich durch einen Schrei oder ein Lachen ergibt, intensiviert die zum Kinn spitzer werdenden Gesichtskonturen. Die daraus resultierenden Falten, die links und rechts der zwei offenen Münder erkennbar sind, verlaufen vertikal von den Nasenflügeln bis zur Kinnpartie und sind in ihrer Form elliptisch. In den Mundräumen sind jeweils acht Zähne der oberen Zahnleiste und ein Teil der vorderen Zunge zu erkennen. Beide Nasen mit ihren breiten Nasenspitzen erscheinen durch die geschlossenen bzw. zusammengekniffenen Augen sowie den zusammengezogenen Stirnfalten verkürzt. Direkt über den halbrunden Oberlidern erstrecken sich die parallel dazu halbrunde Augenbrauen. Links und rechts der Augenlider sind sowohl auf- als auch abwärts geschwungene Augenfalten abgebildet.

Erst bei näherem Hinsehen, zeigen sich kaum erkennbare Unterschiede. Das, vom Betrachter aus gesehen, rechts im Bild dargestellte Gesicht ist etwas breiter als das linke. Der linke Augenbrauenschatten im rechts abgebildeten Gesicht ist kantig, hingegen der linke Augenbrauenschatten des links abgebildeten Gesichts halbrund. Der Stirnfaltenschatten des linken Gesichts ähnelt einer abgeknickten Spitze, während er im rechten Gesicht an eine aufsteigende Parabel erinnert. Am auffälligsten unterscheiden sich die Innenaugenseitenfalten des jeweiligen rechten Auges voneinander. In der linken Gesichtsdarstellung ist die etwas gekrümmte, einem C ähnelnde Falte kurz und geht in das schmale Unterlid über, während sie in der rechten Gesichtsabbildung doppelt so lang ist und in das halbrunde Oberlid mündet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext der Entstehung der Volksrepublik China und die politischen Rahmenbedingungen von Mao Tse-tungs Politik bis zur Ära nach der Kulturrevolution.

2. DIE CHINESISCHE MALEREI NACH DER KULTURREVOLUTION: Hier wird der Einfluss von Deng Xiaopings Liberalisierung auf die Kunstwelt untersucht und die Entstehung wichtiger inoffizieller Künstlergruppen wie „Sterne“, der „Narbenkunst“ und der Gruppe „Teich“ beschrieben.

3. DAS BILD „DER ZWEITE ZUSTAND“: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Beschreibung, Komposition, den malerischen Mitteln, einer vertiefenden Interpretation sowie der Einordnung einer Bildvariation des Werks von Geng Jianyi.

4. ZUSAMMENFASSUNG: Der abschließende Teil reflektiert die Entwicklung der modernen chinesischen Kunst unter dem Einfluss westlicher Strömungen und bewertet kritisch den Spielraum für künstlerische Freiheit innerhalb des politischen Systems der VR China.

Schlüsselwörter

Geng Jianyi, Der zweite Zustand, chinesische Gegenwartsmalerei, Kulturrevolution, Deng Xiaoping, Moderne, Gruppe Sterne, Narbenkunst, Sichuan Schule, Gruppe Teich, westliche Kunst, künstlerische Freiheit, Physiognomie, Bildinterpretation, Volksrepublik China

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den Wandel in der chinesischen Malerei nach dem Ende der Kulturrevolution und untersucht, wie Künstler auf die gesellschaftlichen Veränderungen und die staatliche Kulturpolitik reagierten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Deng Xiaopings Reformpolitik auf die Kunstszene, die Entstehung inoffizieller Künstlerzirkel sowie die Auseinandersetzung mit westlichen Kunststilen und der eigenen kulturellen Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Einblicke in die neue chinesische Gegenwartsmalerei zu geben und zu prüfen, ob die gesellschaftliche Liberalisierung tatsächlich eine frei entfaltbare Moderne ermöglichte oder ob diese Entwicklung durch politische Repression begrenzt blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Der Autor kombiniert eine historische Einordnung der politischen Umstände mit einer detaillierten bildnerischen Analyse und Interpretation eines exemplarischen Kunstwerks.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung bedeutender Künstlergruppen wie der Gruppe „Sterne“ oder „Teich“ und eine umfassende formale sowie inhaltliche Analyse des Gemäldes „Der zweite Zustand“ von Geng Jianyi.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie chinesische Gegenwartsmalerei, künstlerische Identität, politische Repression, Bildinterpretation und Moderne geprägt.

Warum wird das Gemälde „Der zweite Zustand“ von Geng Jianyi als zentrales Fallbeispiel gewählt?

Es dient als exemplarisches Werk für die künstlerische Auseinandersetzung mit der Physiognomie und der psychologischen Verfassung einer Generation, die in einem sich ständig wandelnden, oft widersprüchlichen Umfeld aufgewachsen ist.

Welche Bedeutung kommt der „Narbenkunst“ in diesem Kontext zu?

Die „Narbenkunst“ reflektiert die direkten Leiden und Traumata der Kulturrevolution und steht im deutlichen Kontrast zu den idealisierten Heldenmodellen der früheren sozialistischen Propagandakunst.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der „Vier Modernisierungen“ auf die Kunst?

Der Autor stellt fest, dass die offiziell geforderten „Vier Modernisierungen“ primär wirtschaftliche und politische Ziele verfolgten, was in der Kunstszene zu einer Enttäuschung führte und Künstler dazu brachte, sich abseits staatlich verordneter Inhalte neu zu orientieren.

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Details

Title
Zu: Geng Jianyi "Der zweite Zustand"
Subtitle
Die chinesische Malerei nach der Kulturrevolution
College
Free University of Berlin
Course
PS Kunst in der VR China
Grade
1,3
Author
Sven Bluhm (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V110511
ISBN (eBook)
9783640086795
ISBN (Book)
9783640126149
Language
German
Tags
Geng Jianyi Zustand Kunst China
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Bluhm (Author), 2004, Zu: Geng Jianyi "Der zweite Zustand", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110511
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