Nach einer Umfrage der DIHK planen 24% der befragten Industrieunternehmen eine Verlagerung ihrer Produktionsstätten ins Ausland. Die hierfür notwendigen Voraussetzungen sind im Hinblick auf die EU Osterweiterung von institutioneller Seite besser denn je. Auch die rapide zunehmende internationale Vernetzung und Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationssysteme erleichtern eine Koordinierung internationalen Engagements.
Die besondere Aktualität der Thematik ist, wenn auch nun bereits einige Jahre sowohl in Fachliteratur, als auch öffentlichen Medien vielfach diskutiert, uneingeschränkt. Die folgende Ausarbeitung soll neben einem grundsätzlichen Überblick insbesondere auf die Chancen und Risiken der Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland sowohl für Unternehmen als auch für Volkswirtschaften eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Gründe und Hemmnisse der Verlagerung von Produktionsstätten
2.1 Gründe für Unternehmen
2.1.1 Wettbewerbsanpassungen
2.1.2 Steuern und Abgaben
2.1.3 Sonstige Kosteneinsparungen
2.2 Mögliche Hemmnisse der Standortverlagerungen
3. Folgen von Standortverlagerungen
3.1 gesamtwirtschaftliche Chancen
3.2 gesamtwirtschaftlich Risiken
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland (Offshoring) und analysiert dabei die Beweggründe aus Unternehmenssicht sowie die daraus resultierenden gesamtwirtschaftlichen Chancen und Risiken.
- Analyse der mikroökonomischen Motive für Standortverlagerungen.
- Untersuchung von Kosteneinsparungspotenzialen und Wettbewerbsanpassungen.
- Diskussion der Hemmnisse und Risiken für Unternehmen.
- Betrachtung der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen in Ursprungs- und Zielländern.
- Reflexion über ethische Herausforderungen und die Rolle der Nationalstaaten.
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
Die besondere Aktualität der Thematik ist, wenn auch nun bereits einige Jahre sowohl in Fachliteratur, als auch öffentlichen Medien vielfach diskutiert, uneingeschränkt. Die folgende Ausarbeitung soll neben einem grundsätzlichen Überblick insbesondere auf die Chancen und Risiken der Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland sowohl für Unternehmen, als auch für Volkswirtschaften eingehen.
Der Begriff des Offshorings soll im Folgenden synonym für dieses Phänomen verwendet werden. Weitere, in der Literatur weitgehend bedeutungsgleiche Begriffe sind Offshore-Outsourcing oder internationales Sourcing. Der ursprünglich aus der Finanzökonomie stammende Begriff kann als Verlagerung von Prozessen in andere Staaten, vornehmlich mit niedrigerem Lohnniveau definiert werden.
Die Abgrenzung zum Outsourcing kann als „substituierende Verlagerung oder komplementärer Aufbau im Ausland“ gezogen werden.
Neben industrieller Fertigung sind hauptsächlich IT-Dienstleistungen von Auslagerungen betroffen. Dies wird in Abbildung 1, Seite V, veranschaulicht. Auch wenn sich in letzter Zeit ein Wandel hin zu kapital- und wissensintensiven Aktivitäten vollzieht, also neben der Quantitäts- aktuell auch eine Qualitätsdimension hinzukommt, so soll sich diese Arbeit nur auf Produktionsstätten im originären Sinn, also industrielle Fertigungsstätten, beschränken.
Nach einer Umfrage der DIHK planen 24% der befragten Industrieunternehmen eine Verlagerung ihrer Produktionsstätten ins Ausland. Die hierfür notwendigen Voraussetzungen sind im Hinblick auf die EU Osterweiterung von institutioneller Seite besser denn je. Auch die rapide zunehmende internationale Vernetzung und Möglichkeiten der Informations und Kommunikationssysteme erleichtern eine Koordinierung internationalen Engagements.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Produktionsverlagerung ein, definiert den Begriff Offshoring und grenzt ihn von verwandten Konzepten wie Outsourcing ab.
2. Gründe und Hemmnisse der Verlagerung von Produktionsstätten: Hier werden die mikroökonomischen Motive, wie Wettbewerbsdruck und Kosteneinsparungen, sowie die zahlreichen unternehmerischen Barrieren bei einer Verlagerung analysiert.
3. Folgen von Standortverlagerungen: Das Kapitel beleuchtet die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven und diskutiert sowohl die wachstumsfördernden Chancen als auch die kritischen Risiken für die beteiligten Volkswirtschaften.
4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die betrieblichen und gesamtwirtschaftlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer individuellen Unternehmensethik sowie die Rolle der Politik.
Schlüsselwörter
Offshoring, Produktionsverlagerung, Wettbewerbsfähigkeit, Kosteneinsparung, Standortentscheidung, Globalisierung, Outsourcing, Industrielle Fertigung, Standortrisiken, Wirtschaftsethik, EU-Osterweiterung, Wettbewerbsanpassung, Gesamtwirtschaftliche Effekte, Know-how, Arbeitskosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen der Verlagerung industrieller Produktionsstätten ins Ausland und die damit verbundenen ökonomischen Auswirkungen für Unternehmen und Volkswirtschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Beweggründe für Unternehmen (z.B. Lohnkostenvorteile, Steuern) sowie die kritische Reflexion der unternehmerischen Hemmnisse und der gesamtwirtschaftlichen Folgen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Chancen und Risiken von Offshoring zu geben und die komplexen Entscheidungsprozesse sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung, insbesondere unter Nutzung mikroökonomischer Ansätze wie der Theorie von Hirschmann, sowie der Auswertung von Statistiken und Umfragedaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Verlagerungsgründen, wie Wettbewerbsanpassungen und Kostenvorteilen, sowie die detaillierte Darstellung der Risiken und Folgen für die Wirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Begriffe wie Offshoring, Standortverlagerung, Wettbewerbsfähigkeit, Lohnkosten, Globalisierung und Unternehmensethik stehen im Fokus der Analyse.
Welche Rolle spielt die Mikroökonomie bei der Entscheidung zum Offshoring?
Die Arbeit nutzt die Theorie von Hirschmann, um Entscheidungsfaktoren wie Kosten, Opportunitätskosten und den psychologischen Faktor der Loyalität zum Heimatstandort zu erklären.
Warum kehren laut der Arbeit manche Unternehmen wieder zurück?
Probleme bei der Koordination, schlechte Infrastruktur im Ausland oder Schwierigkeiten bei der Lieferantenbindung führen dazu, dass Unternehmen ihre Verlagerungsentscheidung teilweise revidieren.
Welche Gefahr beschreibt der Autor mit dem Begriff „Archipelökonomie“?
Dieser Begriff warnt vor einer wirtschaftlichen Entwicklung, bei der sich Wohlstand auf wenige, privilegierte Zentren konzentriert, während weite Teile eines Landes vernachlässigt werden.
Welche Bedeutung kommt der Wirtschaftsethik in dieser Arbeit zu?
Die Arbeit betont, dass Wirtschaftsethik eine vermittelnde Rolle einnehmen muss, um den Konflikt zwischen Profitmaximierung der Konzerne und dem sozialen Wohlergehen in der globalisierten Welt zu moderieren.
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- Jonathan Klodt (Author), 2007, Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland: Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110516