Sprache im Kinderfernsehen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

24 Seiten, Note: 1,0


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spracherwerb
2.1 Spracherwerb bei Kindern
2.1.1 das Lallstadium
2.1.2 das Einwortstadium
2.1.3 das Zweiwortstadium
2.1.4 das Stadium der Telegrammtechnik

3. Geschichte des Kinderfernsehen
3.1 Periodisierung des Kinderprogramms
3.1.1 1950-1966: die ARD als Alleinanbieter
3.1.2 1966-1982: Programmkonkurrenz von ARD und ZDF
3.1.3 1982-2003: Konkurrenz des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und privater Programmanbieter

4. Fallstudien
4.1 Teletubbies
4.1.1 Sprache
4.2 Sesamstraße
4.2.1 Sprache
4.3 Die Sendung mit der Maus
4.3.1 Sprache
4.4 Löwenzahn
4.4.1 Sprache
4.5 Logo!
4.5.1 Sprache

5. Fazit

Literaturangaben

1. Einleitung

In den letzten 20 Jahren hat sich das Kinderfernsehen und mit ihm die Sprache in den einzelnen Kindersendungen tief greifend verändert. Man liest und hört viel über den schädlichen Einfluss vom Fernsehen auf die Kinder. Von „Verwahrlosung“ und „Verdummung“ hinsichtlich der Sprachfähigkeiten der Kinder ist sogar die Rede. Aber ist das tatsächlich so? Ist die benutzte Sprache abnorm und fehlerhaft?

Um dies zu untersuchen wird mit dieser Hausarbeit eine pragmatische Analyse von allseits beliebten und informativen Kindersendungen durchgeführt und nachgeprüft inwiefern die darin verwendete Sprache als Mittel der Kommunikation eingesetzt wird, welche Regeln des Sprachgebrauchs verwendet werden und wie weit sie auf die Phasen des Spracherwerbs angepasst sind.

Dafür wird zunächst allgemein dargestellt was unter „Spracherwerb“ zu verstehen ist, um danach speziell auf den Spracherwerb bei Kindern einzugehen. Im Anschluss daran wird dies weiter durch die Phaseneinteilung nach Zimbardo spezifiziert.

Der nachfolgende Teil meiner Hausarbeit behandelt in aller Kürze die Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland, sowie die Periodisierung des Kinderprogramms.

Anschließend komme ich zum Hauptteil dieser Arbeit, indem ich fünf Kindersendungen vorstellen werde. Diese Fallstudien werden anschließend auf ihre sprachlichen Eigenheiten hin untersucht.

Abschließend werde ich zusammenfassend ein Fazit über die verwendete Sprache im informativ-unterhaltenden Kinderfernsehen ziehen.

2. Spracherwerb

Was ist eigentlich mit Spracherwerb gemeint?

Zum einen wäre da der Erstspracherwerb, also der Erwerb der Muttersprache bei kleinen Kindern. Zum anderen gibt es darüber hinaus weitere Teilbereiche des Spracherwerbs: der Schriftsprachenerwerb und der Fremdspracherwerb (RICKHEIT/SICHELSCHMIDT/STROHNER: 2002, S.15).

Da für diese Arbeit allerdings nur der Spracherwerb bei Kindern von Relevanz ist, werden die zwei anderen Teilbereiche gänzlich außer Acht gelassen.

Wenn wir von der Fähigkeit eines Kleinkindes Sprache zu erwerben sprechen, so kann dies auf mindestens drei verschiedene Arten verstanden werden: Zum einen wäre der formale Aspekt, der die Tatsache untersucht, dass ein Kind überhaupt dazu fähig ist sich sprachlich so zu äußern, dass es mit den Grammatikregeln in Übereinstimmung steht. Ein anderer Gesichtspunkt der Sprache benennt die Fähigkeit auf etwas zu verweisen, etwas zu meinen. Der dritte Aspekt berücksichtigt was erworben wird, also die Funktion und kommunikative Absicht der Sprache[1]. (BRUNER:2002, S.13-14). Laut Fanselow und Felix ist „Spracherwerb [ist] (…) das Zusammenwirken von sprachlichem Input und biologisch vorgegebener Kognitionsstruktur, das zu einem bestimmten sprachlichen Wissen führt“. Die moderne Linguistik beschreibt den Spracherwerb nicht als ganzheitlichen Prozess, sondern fasst ihn entsprechend der Unterteilungen der Linguistik als modularen Prozess auf. Kindlicher Spracherwerb vollzieht sich auf den einzelnen Ebenen (Syntax, Semiotik, Phonologie, Lexikon) wobei diese keinen oder nur wenig Einfluss aufeinander ausüben. (http://www.t0.or.at/~kdobl/diss/lingerw.htm)

2.1. Spracherwerb bei Kindern

Kinder eignen sich in relativ kurzer Zeit hervorragende Sprachkenntnisse an. Und das obwohl sie häufig durch Eltern, deren Bekannte, etc falsche Informationen erhalten, in dem diese „Ammensprache“[2] mit übertriebener, hohen Intonation (vor)sprechen und nur selten zielgerechte Anleitungen geben. Sie werden mit einer Kompetenz zum Spracherwerb geboren. Während die Kinder heranreifen wird ihre Sprache immer komplexer: Sie kennen mehr Wörter, beherrschen grammatische Möglichkeiten und verstehen abstrakte Gedankengänge. (ZIMBARDO: 1988, S. 70).

Carey kam 1978 nach Forschungen mit amerikanischen Kindern zu dem Ergebnis, dass diese im Alter zwischen 18 Monaten und 6 Jahren pro Tag im Schnitt 9 Wörter lernen. Die Sechsjährigen besaßen darüber hinaus bereits enorme Fähigkeiten in Phonologie (und auch Prosodie), Morphologie, Semantik und Syntax, also in Laut-, Wort- Bedeutungs-, und Satzlehre (ZIMBARDO: 1988, S. 67). Der Erwerb der Syntax ist für den Erwerb der Sprache maßgeblich, denn die Syntax beinhaltet die grundlegenden abstrakten Strukturen von Sprache[3].

Bei Untersuchungen der Fehlermuster in der Verwendung dieser Fähigkeiten bei Kindern, kam man zu dem Ergebnis das diese sich Hypothesen über das angeeigneten bilden, welche sich aber häufig nicht bewährten: Sie benutzen korrekte Verbformen, wenden aber die allgemeine Regel für die Imperfektbildung auf alle Verben gleich an (z. B. gehte, kommte). „Die kindliche Sprache [ist, E.N.] de facto [also] eine eigene Sprache mit eigenen systematischen Regelungen (…)“ (zit. nach KRECH/CRUTCHFIELD: 1992, S.30). Die induktiv schwer erklärbaren Fehler sind oft typisch für gewisse Phasen des Erwerbs und verschwinden nicht aufgrund von Belehrungen, sondern wenn es „an der Zeit ist“[4] (LINKE/NUSSBAUMER/PORTMANN: 1996, S.99).

Wie die Kinder allerdings Grammatik wirklich lernen kann allein weder durch das Prinzip der Nachahmung, noch durch Korrektur erklärt werden. Auch spielen Umwelteinflüsse und der Prozess der Reifung[5] eine große Rolle. Denn diese Strukturen erleichtern laut Chomsky „das Verstehen und die Produktion von Sprache, indem sie die Bandbreite der Hypothesen, die das Kind beim Erwerb der Grammatik bildet, einschränken.“ (zit. nach ZIMBARDO: 1988, S. 70-72).

Laut Zimbardo lässt sich der Spracherwerb bei Kindern in vier Phasen unterteilen, auf die ich in den nächsten Teilabschnitten kurz erläuternd eingehen werde. Diese Abfolge der Ausbildung der Sprache ist in den verschiedenen Kulturen dieser Welt dieselbe.

2.1.1. das Lallstadium

Säuglinge bringen Gurrlaute zustande, „die wie gu gu, gr gr, ngä, ngrr oder ähnlich klingen“ (zit. nach ZIMBARDO: 1988, S.68). Richtiges Lallen, das auch bei Taubgeborenen besteht, tritt ca. ab dem vierten Monat auf. Einige Linguisten, z.B. Mowrer, behaupten, dass dieses Lallen ein Vorstadium des Sprechens ist, konnten dies aber nicht empirisch belegen. Vermutlich dient diese Art der Hervorbringung von Lauten dazu, Intonation, sowie Lautmuster und Tonfall, zu üben. Auch im Bezug auf die Interaktion eines Sprecherwechsels zwischen dem Baby und z.B. seiner Mutter (ZIMBARDO: 1988, S. 68). Bereits in der Lallphase produziert das Kind einige Vokale und Konsonant-Vokal-Verbindungen.

2.1.2 das Einwortstadium

Am Ende des ersten Lebensjahres beginnt das Kind, erkennbare Wörter, meist konkrete Substantive, auszusprechen, um Dinge zu benennen. Es weis wie man Phoneme oder Lautelemente ausspricht und ist auch fähig, die Sprache der Erwachsenen in einzelne Worte zu unterteilen Allerdings kennt es häufig die wahre Bedeutung des gesagten noch nicht, sondern assoziiert: Mond bedeutet also nicht alleinig den Himmelskörper, sondern alle möglichen runden Dinge. Erst mit der Zeit wird das Wort mit den anderen ihm eigenen Eigenschaften verbunden (Mond: der Schein, Aufgang und Untergang, sein wechselnder Umfang) bis das Wort nur noch für seine eigentliche Bezeichnung angewandt wird. Diese Überdehnung einer Wortbedeutung reicht meist bis in das dritte Lebensjahr hinein (ZIMBARDO: 1988, S. 69).

2.1.3 das Zweiwortstadium

In dieser Phase macht sich deutlich bemerkbar, dass Kinder, laut dem Nativisten Chomsky, über einen Grundstock an sprachlicher Ausdrucksmöglichkeit verfügen: Sie sind für die Sprache vorprogrammiert, verfügen also im Kern über ein angeborenes Wissen hinsichtlich einer universellen Grammatik[6] (KRECH/CRUTCHFIELD: 1992, S. 32-33). Dies ist weiterhin unter dem Akronym LAD (Language Acquisition Device) bekannt: LAD funktioniert nur, wenn sich ein Erwachsener mit dem Kind einen Interaktionsrahmen, eingespielte Standartszenen, schafft. Dieser Rahmen nennt sich LASS (Language Acquisition Support System) (BRUNER: 2002, S.15). Ab dem 18 Monat fangen sie an, Wörter zu kombinieren und neigen dazu, „ähnlichen semantischen Kategorien und Relationen mit Zweiwortäußerungen Ausdruck zu verleihen“ (zit. nach ZIMBARDO: 1988, S.69). Sie teilen ihr Vokabular nach Inhalts- und Funktionswörtern.

2.1.4 das Stadium der Telegrammtechnik

Der auf das Stadium der Zweiwortäußerung folgende Telegrammstil besteht aus einfachen, kurzen Sätzen, in denen vorwiegend Substantive und Verben als Inhaltwörter benutzt werden. „Tempusendungen und Pluralbildungen fehlen“ (zit. Nach ZIMBARDO: 1988, S.69), genauso wie Funktionswörter wie der, und und von.

Laut Shatz, Wellman und Silber fangen Kinder ab dem Alter von zweieinhalb Jahren an, Verben zu benutzen, die ihre inneren Zustände beschreiben und somit auch über die psychische und nicht mehr nur über die physische Welt zu sprechen (ZIMBARDO: 1988, S. 70). In dieser Phase kommt es zur endgültigen und nicht mehr trennbaren Verbindung von kognitiver und kommunikativer Funktion der Sprache.

3. Geschichte des Kinderfernsehen

Fernsehsendungen für die Zielgruppe "Kinder" gab es in den deutschen Fernsehprogrammen bereits unmittelbar nach der Aufnahme des regelmäßigen Programmbetriebs ab Weihnachten 1952. Allerdings verstand man unter Kinderfernsehen Programme für die Altersgruppe der 6-13-Jährigen. In die gesamtgesellschaftliche Entwicklung ist und war Fernsehen als gesellschaftliche Instanz und Mittel der Kommunikation fest und interdependent eingebunden (HICKETHIER in ERLINGER/STÖTZEL: 1991, S. 13). Will heißen, dass in den Sendungen Modelle gebildet werden, die auch im Verstand des Alltags gegenwärtig sind: eine Sendung in den fünfziger Jahren präsentierte ihr Sinnangebot anders als Sendungen heute.

Untersucht man diese Texte[7], ergeben sich im Laufe der Zeit Entwicklungen weg vom Erzählmodell hin zum Reflektormodell, was auch eine Entwicklung weg vom allwissenden distanzierten Erzähler hin zum Erzählen aus der Innenperspektive beinhaltet. (ERLINGER in ERLINGER/STÖTZEL: 1991, S. 41).

3.1. Periodisierung des Kinderprogramms

Eine Gliederung der bundesdeutschen Fernsehgeschichte in drei große Phasen erscheint unstrittig und soll nun auch in den folgenden Teilabschnitten in aller Kürze vorgenommen werden (HIECKETHER in ERLINGER/STÖLZEL: 1991,S.26). Ich beziehe mich dabei frei auf den Text von STÖLZEL in ERLINGER/STÖLZEL: 1991, S.73-93; SCHMIDBAUER: 1987, S:11-179 , sowie die Internetseite http://www.br- nline.de/jugend/izi/text/kuebler14_2.pdf.

3.1.1. 1950-1966: die ARD als Alleinanbieter

Ab 1953 bot die ARD ein tägliches 30minütiges Kinderprogramm mit Sendungen wie Bastelfamilie, Marionettenbühne, Fury, Corky und Wir zeichnen mit Onkel Fridolin. Der Zielgruppe im Alter von 6-13 Jahren wurde also eine bunte Palette an Unterhaltung geboten: Sie bekamen Einsicht in Bastel-, Marionetten, Tier- und Abenteuerwelten und so eine geschickte Balance zwischen informativen und fiktiv-unterhaltenden Sendungen.

3.1.2. 1966-1982: Programmkonkurrenz von ARD und ZDF

Ab 1966 zog das ZDF mit Sendungen wie Tarzan, Lassie, Flipper und Schweinchen Dick auf den Markt für Kinderfernsehen nach. Allerdings erst ab 1970 mit festen Kinderprogrammplätzen. In der ARD machte sich ein Trend zur Ausstrahlung in- (Augsburger Puppenkiste) und ausländischer Produktionen (das schwedische Kinder von Bullerbü), weg vom Kommerz, hin sichtbar.

Vom ZDF werden seit 1973 verstärkt kommerzielle Serien vom internationalen Markt, wie Wickie, Die Biene Maja, Heidi und Pinocchio, eingekauft, die mit ihren umfangreichen und angriffslustigen Merchandising-Strategien neue Dimensionen kommerzieller Kinderkultur eröffnen.

Darüber hinaus werden ab den 70er Jahren bei beiden Sendern eigene, pädagogisch-wertvolle Fernsehprogramme für Vorschulkinder, also eine neue Zielgruppe der ab 3-6 Jährigen, entwickelt und ausgestrahlt (Die Sendung mit der Maus, Das Feuerrote Spielmobil, Rappelkiste, Sesamstraße). Die Sendezeiten der Kinderprogramme werden erheblich ausgedehnt und in fast allen Sendern formelle Kinderredaktionen etabliert.

3.1.3. 1982-2003: Konkurrenz des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und privater Programmanbieter[8]

In den 80er-Jahren setzen die Rundfunkanstalten ihre vielen Kinderprogramme fort. Allerdings mit verstärkter Anpassungen an das Werbeumfeld und die Wettbewerbsfähigkeit.

Beispielsweise startet 1982 die Serie Pumuckl und auch es werden große (Ko-)Produktionen wie etwa Janosch’s Traumstunde (1986- 1990 mit insgesamt 26 Folgen) von der ARD präsentiert; ebenso erfreut sich die Ausstrahlung von Kinofilmen wie Die unendliche Geschichte großer Beliebtheit. Mit tschechischen Partnern entstehen auch wieder Märchenfilme wie Drei Nüsse für Aschenbrödel. Weiterhin strahlt die ARD Walt Disneys Cartoons, zunächst Tom & Jerry, dann auch die Duck Tales in lang laufenden, marktgängigen Portionen wie im Tigerenten Club und Disney-Club aus.

Das ZDF zeigt als kommerzielles Pendant Die Schlümpfe, die Fraggles und ALF.

Ende der 80er-Jahre begannen die privaten Sender TELE 5 und RTL plus Kinderprogrammstrecken systematisch auszubauen. Animationsserien bildeten den Grundstock (Bim Bam Bino, Die Schlümpf e, Flash Gordon und Saber Rider).

Heute bietet RTL 2 wochentags Kinderprogramme, wobei sich der Sender mit Shin-Chan, Pokémon, und Dragonball Z auf actionorientierte Mangas entwickelt hat.

Zudem bildeten sich extra Kindersender wie Nickelodeon oder der von ARD und ZDF gegründeten Kinderkanal (KiKa) heraus. Allerdings konnte nur letzterer sich auf dem heißumkämpften Markt dauerhaft behaupten.

Heute findet man in den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF an sich Kinderprogramm fast nur noch am Wochenende, im ZDF unter dem Namen tivi, oder zu sehr früher Stunde. Hauptsächlich findet man Kindersendungen ganztäglich auf den Sendern Super RTL, RTL 2, mit vielen Zeichentricksendungen, und Kinderkanal, der alles Kindgerechte (Teletubbies, Löwenzahn, Zeichentrickserien,…) ausstrahlt.

4. Fallstudien

Für die Fallstudien habe ich aus einer riesigen Anzahl von Kindersendungen folgende ausgewählt: Teletubbies, Sesamstraße, Sie Sendung mit der Maus, Löwenzahn, sowie die Kindernachrichtensendung Logo!. Ihre Gemeinsamkeit liegt darin, dass sie ihrem Inhalt nach darauf abzielen Kinder zu informieren, zu unterhalten und auch zu Aktivität zu animieren. Ihr Unterschied liegt darin, dass sie auf eine unterschiedlich alte Zielgruppe ausgerichtet sind, so sind allerdings mit diesen Fallstudien alle Altersgruppen bis hin zur Pubertät abgedeckt.

Die meisten Sendungen laufen im KiKA mehrmals die Woche, manchmal auch mehrmals täglich. Lediglich die Sesamstraße wird dort nicht ausgestrahlt, sondern läuft abwechselnd in den dritten Programmen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Für die Untersuchung habe ich je vier unterschiedliche Folgen jeder Sendung aufgenommen, auf Gemeinsamkeiten überprüft und daraufhin ausgewertet. Die scheinbar geringe Anzahl ist als ausreichend zu bewerten, da jede Folge nach demselben Schema abläuft und so genau verglichen werden kann. Begrifflichkeiten der Film- und Fernsehsprache (hinsichtlich Kameraeinstellung, -perpektive, Ton, etc) werden hier nicht angewendet, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würden und auch nicht direkt für die Untersuchung relevant ist, da ich mich mit der gesprochenen Sprache in den einzelnen Sendungen auseinandersetzen werde. Erwähnenswert an folgender Stelle sei dennoch folgendes Zitat von Knut Hickethier „Da der "Kamerablick" einer bestimmten Sichtweise entspricht, wird als "Normalsicht" zunächst jene gelten, durch die normalerweise die Welt gesehen und dargestellt wird, d.i. die Sicht des normal erwachsenen Menschen. Wie wenig "normal" diese ist, wird z.B. bei Kinderfilmen deutlich, die in dieser "Normalsicht" aufgenommen sind, die jedoch nicht die der Kinder ist“ (http://lbs.bw.schule.de/onmerz).

4.1 Teletubbies

Die Teletubbies sind in Deutschland seit dem 28.03.03 im Fernsehen zu sehen. Sie sind die erste Sendereihe, die sich an eine Zielgruppe der 1,5- bis 3-Jährigen richtet. Die Drehbücher wurden von einem Sprachtherapeut geschrieben und berücksichtigen kindliche Wahrnehmungsmuster. Jede einzelne 23 Sendeminuten lange Folge der Serie läuft nach immer demselben Schema ab: Nach dem Begrüßungssatz („Hinter den Bergen und keinem bekannt: hier liegt das Teletubbieland“) gibt es einen ca. 4 Minuten langen Vorspann, bei dem die Sonne aufgeht und das Teletubbieland und die Figuren Tinky-Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po sich selbst singend vorstellen. werden. Die Teletubbies wenden sich immer direkt zu dem Zuschauer, damit sich die Kinder persönlich angesprochen fühlen. Eine Art „Sprechrohr“ leiten die einzelnen Episoden ein und animieren die Teletubbies (und auch die Kinder vor dem Bildschirm) zum spielen.

Es folgt der erste Teil, der in jeder Folge unterschiedlich ist (Herumtollen, lachen, mit den Lieblingsgegenständen spielen). Wenn sich einige Minuten später das Zauberwindrad dreht, legen sich die Teletubbies auf den Rücken und der Fernsehbildschirm auf dem Bauch der Figuren wird aktiv. Dann wird auf dem vollen Bildschirm ein ca. dreiminütiger Filmbeitrag aus der realen Welt eingespielt. Die Teletubbies sind nicht zu sehen. In diesen Beiträgen werden Kinder in Alltagssituationen gezeigt, z. B. im Zoo, beim musizieren oder beim Radfahren.

Nach einem weiteren Besuch im Teletubbieland wird der Realfilmbeitrag auf dem TV-Bauch der Figuren erneut eingespielt, damit sich das Gesehene bei den Kleinsten besser einprägt.

Es folgt die sehr lange, immer gleiche Verabschiedungssequenz, die mit dem „Winke-Winke“ jeder einzelnen Figur endet.

4.1.1. Sprache

Die typische, iterative teils auch redundante (und oft kritisierte Babysprache) macht ca. ein Drittel der gesamten Zeit, also in etwa 11 Minuten, einer Folge aus. Insgesamt wird recht wenig gesprochen, aber wenn auf 3 Ebenen: zu 60% sprechen Erwachsene, also der Mann der den Teletubbies Spielvorschläge macht und die Frauenstimme für den Einstiegsslogan. Die zweite Ebene bilden die Kinder in den Geschichten, die so sprechen wie ihr Sprachschatz es zulässt. Dies dient nicht zuletzt zur Identifizierung der Zuschauer mit dem Gezeigten. Die Teletubbies mit ihrer eigenen Sprache bilden die dritte Ebene der Sprachvorgänge. Die vier Figuren besitzen ein unterschiedlich ausgeprägtes Sprachvermögen. Der Älteste, Tinky-Winky, beherrscht vollständige Sätze, während der Zweitgrößte, Dipsy, nur unvollständig spricht. Die beiden Kleinen, Laa-Laa und Po, benutzen lautmalerisch meist die Vokale „A und O“, als Laute des Erstaunens oder Entzückens, bzw. sehr oft als Begrüßungsformel (Ah-Oh als Hallo). Allerdings lernen sie relativ schnell vorgesagte Sätze zu wiederholen.

Zur Verdeutlichung des Sprachablaufs im Teletubbieland soll folgendes Beispiel[9] dienen:

Nach einem eingespielten Kurzfilm über Kinder die sich ein Matschloch im Garten gegraben (Wortlaut der Kinder: „ will au ma graben “, „ Guck genau su, wie dus machen musst! “, „ Jetzt kann das Wasser von den ein Loch zu den anderen Loch fließen! “) haben, hat sich auf der Wiese im Teletubbieland eine Matschpfütze gebildet. Laa-Laa betrachtet diese und sagt „ Uuh-uuh. Iiiiieh. Ääh. Was das? Is Matsch. Iiiih.“

Der Sprecher erwidert darauf mit ernster Stimme „ Vorsicht der Matsch Laa-Laa !“.

Laa-Laa “Vorsicht der Matsch Laa-Laa. Iiiiiieh “, (lacht), „ Vorsicht der Matsch Laa-Laa “. Vor lauter lachen tritt sie in den Matsch und es entstehen entsprechende Matsch-Laute. Sie freut sich darüber. Der Sprecher kommentiert die Szene „ Oje. Laa-Laa stand im Matsch! “, was Laa-Laa dazu bewegt zu wiederholen „ Die Laaa-Laa steht in die Matschi. Iiiiiehi “. Zu dieser Szene stößt nun Dipsy hinzu, und begrüßt Laa-Laa mit einen fröhlichen „ Ah-Oh “.

Laa-Laa antwortet “Ah-Oh! Guck ma´Dipsy! “, worauf dieser fragt „ Was das? “. Laa-Laa lachend: „ Matsch. Die Matschi.“. Der Sprecher warnt Dipsy „ Dipsy. Vorsicht der Matsch! “. Dipsy verspricht „ Dispsy vorsichtig “ und tanzt dann wild, begleitet von Musik, um den Matsch. Beide Tubbies sind davon so begeistert das sie immer wieder rufen „ No´mal! No´mal! “ und sich am Ende mit einem lauten Ausfruf „ Tubby-smusen “ in die Arme fallen.

Die Sprache der Teletubbies ist syntaktisch so reduziert, dass sie eindeutig als Kindersprache ausgemacht werden kann. Es kommen kaum Verben und Pronomen vor. Das Stadium der Einwortäußerungen ist bereits überwunden, es werden nun Zwei- und Mehrwortäußerung produziert („ Dipsy vorsichtig “, „ Ah-Oh “). Bemerkenswert häufig in der Sprache der Teletubbies ist der Gebrauch des Präfixes “Tubby-”: Sie Tubby-„ s[ch]musen “, wenn sie eine Bedürfnis nach Zärtlichkeit haben, oder essen Tubby-Pudding und Tubby-Toast wenn sie hungrig sind.

Charakteristisch ist das Wort “nochmal” (wobei das “ch” kaum artikuliert wird und es mehr wie “no’mal” klingt), das sehr häufig von den Teletubbies benutzt wird und dazu dient die eingespielten Kurzfilm sowie die Interaktionsszenen zwischen den Teletubbies zu wiederholen. Die Ansprache erfolgt zumeist in dritter Person, da offensichtlich die Differenzierung zwischen “ich” und “Umwelt” noch nicht vorgenommen worden ist. Der Sprecher sorgt für parasoziale Interaktion durch direkte Ansprache der Teletubbies. Darüber hinaus ist durch ihn das im Bereich der Semiotik bekannt paraverbale Zeichen vertreten[10]. Durch die ständigen Wiederholungen werden die deutschen Sprachstrukturen den Zuschauern näher gebracht.

Die Kinder in den Realfilmen sprechen ihrem Alter entsprechend in einfachen, kurzen Sätzen, in denen vorwiegend Substantive und Verben als Inhaltwörter benutzt werden und Tempusendungen sowie Pluralbildungen fehlen. Sie sprechen teilweise elliptisch, was heißen will das sie häufig mindestens ein Satzglied auslassen, welches zwar für das sprachliche Verständnis nicht zwingend erforderlich ist, aber in der vollständigen schriftsprachlichen Syntax.

Die Sendung der Teletubbies lebt ebenfalls von ihrer starken Bildsprache durch sehr grelle Farben und eine ruhige Kameraführung, meist in naher oder amerikanischer Perspektive[11]. Durch die herumhoppelnden Hasen und die bunten Blumen entsteht eine Atmosphäre der Harmonie. Unterstützt wird diese durch sanfte musikalische Klänge.

4.2 Sesamstraße

Seit dem 8. Januar 1973 werden Vorschulkinder im Alter von drei bis sechs Jahren mit dem Motto der Sesamstrasse „Der, die, das. Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm“ musikalisch begrüßt. Eine Folge dauert 30 Minuten und steht meist unter einem Motto (Furcht, fremde Kulturen,…).

Die richtige Mischung aus Emotionalität und Lernen, aus Unterhaltung und Wissen ist das Erfolgsrezept der Sendung. Emotionalität erreicht die Serie vor allem mit den Muppets, die den kindlichen Lebensbetrachtung widerspiegeln und als emotionale Typen den Zuschauern Identifikationsangebote liefern. Die Kinder werden zu Mitbewohnern der ,,Sesamstraße“.

4.2.1. Sprache

Es wird direkt in eine Handlung eingestiegen und die Zuschauer selten direkt begrüßt. Die Muppets unterhalten sich untereinander oder mit Menschen. Dabei werden die Grundregeln des Gesprächverhaltens bei der Selbstwahl[12] eingehalten. Die Sprecherwechsel erfolgen ohne Sprachpause, auch ohne Überlappung, was nicht zuletzt aber auch an dem vorschreibenden Drehbuch liegt.

Im Bereich der Semiotik werden häufig lautliche Ikons gebildet: Da in den Liedabschnitten häufig Tiere singen, kommt es häufig zu onomatopoetischen, also lautmalerischen, Ausdrücken[13], wie im folgenden, ebenfalls gekürzten, Beispiel zu sehen ist:

Ernie begrüßt die Zuschauer und singt:

Spielt jemand heute hier mit mir? Wann kommt jemand zum Reime machen Und mit mir zusammen darüber zu lachen? “ Es kommen Tiere die mit ihm singen, aber auch häufig die ihnen eigenen Laute von sich geben. Der Esel macht „ iah “, die Katze „ miau “, der Hund „ wauwau “, die Maus „ quick “.

Es wird durchgehend Standardsprache verwendet. Durch Verwendung dieser überregionalen Varietät wird das lehrende Prinzip der Sendung realisiert, da die Kinder so die Regeln der öffentlichen Sprache richtig präsentiert bekommen. Es wird ganz sehr häufig gesungen und gereimt, also poetische Sprache mit dem besonderen Charakteristikum poetischer Mittel, z.B. Reim und Versmaß verwendet. So bekommen die Kinder spielerisch gezeigt, zu was Sprache alles fähig ist/ was man mit Sprache alles machen kann.

Auch in der Sesamstraße werden meist kurze prägnante Sätze gesprochen, die öfter auch mal Wortbildungen enthalten. „ Das ist unsere Straße. Da wohnen ich und meine Familie. Jetzt wohnen hier auch Ziegen. Ich bin Rosi von der Heide. Ich spreche nur schafisch, die Mutter meiner besten Freundin nur ziegisch “.

In puncto Fremdsprache ist die Sendung ebenfalls sehr engagiert. So kommt öfters mal ein englischsprachiger Gast, der sich mit den Menschen in der Sesamstraße unterhält. Die Muppets belauschen die Gespräche und beobachten dazu die Handlung der Personen. Sie fragen dann nach und wiederholen die Antworten.

So beobachtet Finchen in einer Folge wie an einem Obststand von einem Engländer eingekauft wird. Er verlangt einen „ apple “, bekommt einen Apfel in die Hand gedrückt und packt ihn ein. Finchen fragt „ Was heißt denn apple ?“ und bekommt die Antwort „ Apfel “. Sie wiederholt dann noch einmal „ Apple heißt also Apfel “. Dieses Handlungsprinzip wir eine Zeit lang aufrecht erhalten bis Finchen die Worte „ apple “, „ cherry “ „ thanks “ und „ goodbye “ beherrscht.

Die Kamera ist während der gesamten Sendung immer nah an den Figuren, die Musik spielt eine wesentliche Rolle.

4.3 Die Sendung mit der Maus

Am 7. März 1971 startete ein neues Fernsehmagazin im Westdeutschen Rundfunk: "Lach- und Sachgeschichten". Die darin vorkommenden kleinen, wortlosen Mausspots, die die einzelnen Lach- und Sachgeschichten miteinander verbinden, sollen die insbesondere die kleinen Zuschauer ansprechen. Er ist inhaltlich immer abschließend oder ankündigend zu den Geschichten. Der Erfolg dieser Spots sorgte dafür das die „Lach- und Sachgeschichten“ ab dem 23.01.73 erstmals als „Die Sendung mir der Maus“ gesendet werden. Das Ablaufschema einer jeden 30 minütigen Sendung ist immer gleich: Erst kommt ein Vorspann in dem erzählt wird was passiert. Das ganze wiederholt sich dann in einer fremden Sprache. Es gibt immer eine informative ca. 7minütige Sachgeschichte von Armin oder Christoph, immer einen lustigen oder spannenden Trickfilm mit den bekannten Freunden der Maus, eine Bildergeschichte oder ein Kinderlied und Geschichte. Am Ende jeder Folge spinnt Käpt'n Blaubär jede Menge Seemannsgarn .

4.3.1. Sprache

In der Sendung mit der Maus wird sowohl Standardsprache als auch Umgangssprache verwendet. So spielt die Sprache durch den Kommentar zu den Sachfilmen eine wichtige Rolle. Dabei wird weder "kindgemäß" gesprochen, noch werden Kinder durch nicht erklärte fachspezifische termini technici abgeschreckt: Der Moderator als Nicht-Fachmann erklärt die Sachverhalte so, dass sie auch ohne spezifisches Vorwissen verstehbar sind. Dabei werden fachspezifische Begriffe nicht umgangen, sondern verwendet und erklärt.

Häufig gibt es paraverbale Zeichen dadurch dass man bei der Frau, die die Christoph-Geschichten spricht, Gefühle in der Stimme wahrnehmen kann. „Das ist der Christoph. Christoph will Marmelade selber machen. Mmmh. Lecker….So, jetzt muss noch ein Zucker dazu. Was? N´ ganzes Kilo? Das wird eine schöne Erdbeerzuckerpampe. Jetzt müssen die beiden Marmeladensuppen erst noch ne Weile kochen“ und

„Und was kommt heraus? Brausepulver. Das kann Christoph sich auf die Hand schütten. Das pritzelt und kitzelt. Und schmeckt schrecklich schön. Uäh. Sauer macht ja bekanntlich lustig“

Die Sätze sind sehr kurz und es kommen eigentlich keine Nebensätze vor. An literarischen Figuren kommen hier, unter anderem, die rhetorische Frage (N´ ganzes Kilo?), ein Oxymoron (schrecklich schön) und Kompositionen (Brause-Pulver, Erdbeer-Zucker-Pampe) vor. Es wird also auch mit der Sprache, hier vorwiegend Umgangssprache, gespielt. Die Frau befindet sich in einer auktorialen Erzählsituation, denn sie benutzt showing und telling.

Bei Käpt´n Blaubär bekommt man einen Eindruck von dem friesischen Dialekt bzw. von der friesischen regionalen Umgangssprache. Allerdings spricht er noch so, dass man ihn dennoch sehr gut verstehen kann. Bei Käpt´n Blaubärs´ Erzählungen wird sehr viel mit den Möglichkeiten der Sprache gearbeitet. „ Des waren alle gestandene Seebären. Denen ging die Hitze mächtig auf´n Senkel. Die sind reihenweise aus den Latschen gekippt.“ Er benutzt häufig Hyperbeln: Er übertreibt häufig extrem und auch unglaubwürdig. Wenn er erzählt werden jede Menge literarische Figuren verwendet. Er berichtet so z. B von den „ Traurige Gurken “ (Personifikation) der „ Insel Cornichon “, die er als „ Meisterfänger aller Meisterdiebe “ mit einem energischen „ Pfoten hoch “ vor bärigen Dieben rettete. „ Das war keine leichte Aufgabe“ (Litotes). Dafür bekam er das „ Bundesverdienstkreuz am Hosenbund “ von dem „ Bundesbärsident “ (Neologismus) verliehen.

Auch die Prosa kommt in der Sendung mit der Maus nicht zu kurz. Es wird des Öfteren mal gereimt, auch mal häufig außerhalb der gängigen kindlichen Reimschemen (beispielsweise „Da steht das Haus – drin wohnt die Maus“). Der Inhalt des Gedichtes wird meist noch zusätzlich auch von einem Zeichentrick begleitet.

„Es steht und wartet auf den Bus ein Pferd auf allen vieren, der Bus der soll mich heute mal zum Weideplatz chauffieren.

Der Bus kommt leider ewig nicht, da wird das Pferd sehr müd´.

„Na also so was!“ hat es sich gesagt und hat sich hingekniet.

Das Pferd ist feste eingenickt bei seiner kurzen Rast.

Es hat von Zuckerdrops geträumt – den Bus darum verpasst.

Das Busgeld reicht gerade für einen Zuckerdrop.

Schmatzend rennt es zum Weideplatz im fliegenden Galopp.“[14]

4.4 Löwenzahn

Seit 1978 gibt es diese Sendung mit Peter Lustig, welche zuerst Pusteblume hieß, bevor sie 1980 in Löwenzahn umbenannt wurde. Mehr als 170 Löwenzahn-Folgen gibt es. Neben Peter Lustig sind der Bauwagen und die Pflanze Löwenzahn Symbol für die Sendung. Die Zielgruppe sind 7 bis 12-jährige. Peter Lustig nimmt die Perspektive der Kinder ein, ohne dabei in kindliches Gehabe zu verfallen. Die Sendung behandelt immer nur ein Thema, dafür aber ganz ausführlich. Die gezeichnete, musisch untermalte Eröffnungssequenz ist stets ein erblühender Löwenzahn auf einer Straße Abgeschlossen wird diese mit der Stimme Peter Lustigs´ der in zusammenfassenden 3,4 Worten den Inhalt der jeweiligen Folge beschreibt („ Heute habe ich Schwein “, „ Heute gehe ich in die Luft “, „ Heute kommt Reinhild “).

Der Verlauf einer Folge ist immer gleich: ein Problem/eine Frage taucht auf, Peter geht der Sache nach, es passieren Pannen/Irrtümer, Peter löst das Problem zum Schluss. Hinzufügend und erklärend zu der jeweiligen Situation werden pro Sendung ein oder zwei Trickfilmbeiträge eingespielt .Die Sendung dauert knapp eine halbe Stunde.

4.4.1 Sprache

Peter begrüße die Zuschauer immer direkt „ Ach Hallo. Ihr seids wieder! “. Auch die Verabschiedung ist immer eine direkte Aufforderung „ So, jetzt könnt ihr abschalten “. Dazwischen allerdings enthält Peter Lustigs´ Sprache keine didaktischen Formeln, er scheint eher mit sich selbst zu reden und die Dinge für sich selbst klar werden zu lassen: „das Netzt – ah-ja. Das Netz hält den Ballon. Aber was machen die denn jetzt? Warum wird der denn jetzt größer?“. Anders ist es wenn er auf jemanden trifft, dann hält er sich präzise an die gängigen Regeln der zwischenmenschlichen Interaktion. Die Sendung setzt durch Peters typische Kleidung, seine Latzhose, und Körpersprache nonverbale Zeichen.

In der Sendung werden die Sprachvarietäten Standardsprache und Umgangssprache verflochten, auch Sondersprache kommt ab und zu einmal vor. Allerdings hört man Peter nie fluchen oder „salopp“ sprechen. Das übernehmen, wenn überhaupt, die anderen Charaktere (so zum Beispiel der Nachbar Paschulke: „ Schrottkiste. So ein Mist “) auf die Peter während seiner Nachforschungen trifft. So zum Beispiel die Punkerin die Peter auf seinen Erkundungsgängen über Ratten trifft. „Was ziehst denn du für ne Flampe? Hatse die Biege gemacht? Kannste auf meine Ratte aufpassen? Du tickst des doch jetzt voll!“.

Während seiner Nachforschungen stellt sich Peter auf eine Wissensebene mit den Kindern. Er fragt nach, macht Fehler und muss korrigiert werden.

Peter will eine Fahrt mit einem Heißluftballon machen. Bevor er sich aber mit einem fröhlichen „ Glück ab- gut Land “ auf den Weg in die Lüfte macht, lässt er sich alles ganz genau erklären. „ Und für was sind die Sandsäcke? “, „ Auftrieb? Was ist denn das? “. In der Luft führt er einen löwenzahntypischen Dialog mit der Pilotin des Ballons. Peter fragt was für eine Stadt hinten am Horizont zu sehen sein, die Frau erwidert darauf „Wir fahren jetzt auf Münster zu“. Peter korrigiert sie: „ Nee, wir fliegen “. Was die Frau dazu veranlasst zu sagen “Nein, nicht fliegen. Fahren. Denn es heißt ja auch Luftfahrt “. Dies stellt auch eine interessante Besonderheit der Sprache dar, da normalerweise alles was sich in der Luft fortbewegt „fliegt“ und nicht „fährt“.

Auch in Löwenzahn, dessen Inhalt vom zwischenmenschlichen Gespräch lebt, werden die Grundregeln des Gesprächsverhaltens bei der Selbstwahl nie verletzt. Der Sprecherwechsel erfolgt meist ohne Sprachpausen und häufig mit „overlap“. Die aktuellen Sprecher senden oft durch Denk- oder Formulierungspausen, wie hmmm, mmh oder äh, Signale das sie weiter sprechen möchten. Wenn Peter Lustig in der Hörerrolle ist sendet er stets aufmerksamkeitsbezeugende (durch Blickkontakt, Kopfnicken, Lächeln,…) und kommentierende Signale (hmm, ach ja?, wirklich?, genau) aus.

Wenn filmische Trickbeiträge zu sehen sind begibt sich Peter Lustig in eine neutrale Erzählsituation. Nebensätze kommen hier zur besseren Erklärung relativ häufig vor, auch Fachtermini werden nicht ausgelassen, sondern verwendet und klargelegt.

Häufiger erhält Peter mal Besuch aus anderen Ländern. Die Besucher sprechen dann Deutsch mit typischem Akzent und machen teilweise grammatikalische Fehler. Wenn man es aus dem Kontext heraus ableiten kann werfen sie auch mal ein Wort in ihrer Heimatsprache in das Gespräch ein. So werden den Kindern auch hier ein paar Kenntnisse in Fremdsprachen übermittelt, aber auch verdeutlicht worin eigentlich die Schwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache stecken (mit denen die Kinder während des Spracherwerbs ja ebenfalls, wenn auch unbewusst, konfrontiert werden).

In Löwenzahn wird auch viel Bildsprache verwendet. Sogar häufig diese ganz alleine. Die Kamera schwengt und zeigt die Umgebung, Niemand spricht. So können die Kinder die Situation in aller Ruhe, nur unterstrichen von Musik oder den Originallauten der Umgebung, in sich aufnehmen und werden nicht mit Reizen überflutet.

4.5 Logo!

Die einzige tagesaktuelle Nachrichtensendung für Kinder im deutschen Fernsehen gibt es seit 25.01.1988. Die Zielgruppe sind Schulkinder im Alter von 9 bis 13 Jahren. Mit Logo! sollte wurde versucht werden, ein Gegengewicht zum Unterhaltungsteppich der privaten Anbieter zu bilden (MATTUSCH in ERLINGER/MATTUSCH: 1991, S. 89).

Eine Logo! Sendung dauert in der Regel ca. 9 Minuten. In jeder Sendung wird über unterschiedliche Themenbereiche berichtet. Nach dem üblichen Begrüßungssatz „ Hallo bei Logo! “ wird zunächst über ein oder mehrere Themen aus den aktuellen Nachrichten berichtet. Logo! bringt dabei nicht allein die Meldung, sondern erklärt auch Hintergründe, Zusammenhänge und Auswirkungen in verständlicher Form, meist durch visuelle Präsentation. Regelmäßig kommen Kinderthemen vor, die direkt an konkrete Erfahrungen der Zuschauer anknüpfen. Am Ende läuft jeweils ein Spot in dem Tieren etwas in den Mund gelegt wird. Die Vermittlungsformen sind: Moderation, Filmbericht und grafisches Erklärstück.

4.5.1. Sprache

Die Sprache ist in Satzlänge, Satzbau, in der Verwendung von Fremdwörtern und Abkürzungen zielgruppengerecht. Hier werden fachspezifische Begriffe nicht umgangen, sondern verwendet und erklärt. Dominierend ist die Sondersprache[15] bzw. der Soziolekt Jugendsprache. Die Kellyaffäre wird beispielsweise wie folgt eingeleitet: „Dieser Typ, Tony Blair, Chef von Großbritanien, konnte in den letzten Nächten bestimmt nicht gut pennen.“ oder bei der Gesundheitsreform hieß es abschließend „ mit diesen Gedanken in der Birne hocken die Politiker zusammen “.

Die Sprache ist auch immer auf den Inhalt der Bericht angepasst. Ein schönes Beispiel ist da der Anmoderation zu dem Bericht über die Schwimmerin Hannah Stockbauer. Der Moderator sitzt auf einer Kiste, hat Schwimmflügel an und eine Schwimmbrille auf die Stirn gesetzt. „ Die Hannah Stockbauer schwimmt als würde sie mir Flügeln (Ambiguität, E.N.) übers Wasser düsen “ Der Moderator greift dabei an seine Schwimmflügel. „ Jetzt kommt der Bericht. Also spitzt die Kiemen! “. Er zieht die Schwimmbrille über seine Augen und springt mit einem angedeuteten Kopfsprung aus dem Kamerabild.

Das Wetter wird mit der rhetorischen Frage angekündigt: „ Steuert jemand das Wetter mit einem Zauberstab à la Harry Potter? “. Hier wird auch wieder eine starke Grenze zu den Erwachsenen gezogen, die im Allgemeinen mit Harry Potter nicht wirklich viel anfangen können.

Es gibt auch gute und sprachlich geschickte Überleitungen zwischen den Berichten. So kommt beispielsweise zunächst ein Trickfilmbeitrag über das System der Krankenkassen am Beispiel des kranken Paul. Als dieser beendet ist leitet der Moderator zum nächsten Thema wie folgt über: „ Jetzt kommen wir zu einem anderen Kranken. Nämlich zu einem kranken See

5. Fazit

Die Sprache im informativ-unterhaltenden Kinderfernsehen besteht aus vielen Flexionen, Attributen und rhetorischen Mitteln wie Metaphern und rhetorische Fragen.

Syntax, Semiotik, Phonologie und Lexikon, also die verschiedenen Ebenen des Spracherwerbs bei Kindern, werden berücksichtigt und gefördert. Die Sprache ist immer zielgruppengerecht. Beobachtet man Kleinkinder vor dem Fernseher oder in der näheren Umgebung kann man oft feststellen, dass sich viele der Kinder der Zielgruppe mit den Teletubbies identifizieren da diese sich sprachlich ähnlich verhalten wie sie selbst. Kinder die schon eine sprachliche Ebene weiter sind amüsieren sich über die Fehler der Teletubbies und korrigieren sie. Es hält sie aber dennoch nicht davon ab ebenso wie ihre Fernsehfreunde zu sprechen und somit ihre eigene „Kindersprache“ zu entwickeln. Also ganz ähnlich den Jugendlichen die auch ihre eigene Sprache zur Abgrenzung von den Erwachsenen benutzen, aber auch jederzeit in der Lage sind wieder „normale“ Erwachsenensprache zu sprechen. Ein Beispiel hierfür ist die Nachrichtensendung Logo!, dort wird ebenfalls vorwiegend die Sprache der Zielgruppe gesprochen.

Der Satzbau in den von mir untersuchten Kindersendungen besteht zum größten Teil lediglich aus Hauptsätzen die aneinander gereiht werden. Nebensätze findet man teilweise in den Dialogen, oder als Konsekutiv- und Kausalsätze zur besseren Erklärung bestimmter Gegebenheiten oder termini technici für die Kinder. Nicht alltägliche Wörter werden häufig redundant und iterativ verwendet, was nicht zuletzt dazu dienen soll, dass sie leicht und spielerisch in den Wortschatz der Kinder aufgenommen werden können.

Meist wird Umgangssprache und Standardsprache verwendet, wobei sich die Figuren immer klar und verständlich ausdrücken, damit das Gesagte direkt verstanden und verarbeitet werden kann, ohne das man darüber nachdenken muss, was man soeben gehört hat. Allein aus diesem Grund treten die Stilmittel Ironie, Chiffre und große Metaphernkomplexe nie auf.

Die Prinzipien des Gesprächsverhaltens werden den Kindern nahe gebracht, indem sich alle Figuren immer an die gesellschaftlichen Grundregeln halten: Sie unterbrechen nicht, hören aufmerksam zu und senden eindeutige Signale wenn sie mit ihrem „Vortrag“ fertig sind, damit der Gesprächspartner das Wort an sich nehmen kann und keine längeren Gesprächspausen entstehen.

Sehr stark ausgeprägt ist in jeder der Sendungen die Verbindung von Text und Bild. Es werden also gleichzeitig visuelle und der akustische Reiz zu einer Sache übermittelt. Dies scheint den Lerneffekt zu verstärken, da man die Informationen im Prinzip „doppelt“ aufnehmen kann. Häufig sprechen auch die Bilder von sich, gänzlich ohne Worte und meist unterstrichen von leiser Musik. Diese Art der Bildsprache dient als „Ruhephase“ und zum Verarbeiten der ganzen Informationen und Sinneseindrücken die man während der Sendungen erhält. Einer Reizüberflutung wird insofern vorgebeugt. Die Kinder werden zu Beginn immer direkt angesprochen und fühlen sich somit gleich zu den Menschen und Figuren hingezogen und von ihnen beachtet. Menschen die man mag hört man auch lieber zu und lässt sich etwas von ihnen beibringen.

Durch viele Gedichte und Lieder werden Kinder auf die Möglichkeiten mit der Sprache zu „arbeiten“ hingewiesen und ein Tor für Kreativität geöffnet.

So viel wäre zusammenfassend zu der Sprache im Kinderfernsehen zu sagen. Das sie einen schädlichen Einfluss auf u.a. die Sprachentwicklung eines Kindes nehmen scheint mir bei diesen Sendungen eher unwahrscheinlich. Allerdings handelt es sich bei meiner Untersuchung auch nur um Solche im Bereich des informativ-unterhaltenden Kinderfernsehens.

In Comicserien, Soap-operas, etc könnte man auf gänzlich andere Ergebnisse kommen. Dies ist jedoch ein gänzlich anderes Thema und sollte in einer anderen Arbeit untersucht werden.

Literaturangaben

Monographien

Bergmann, Rolf / Pauly, Peter und Stricker, Stefanie (2001): Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft (3. Auflage), Heidelberg

Bruner, Jerome S. (2002): Wie das Kind sprechen lernt, Bern; Göttingen; Toronto; Seattle

Erlinger, Hans Dieter und Mattusch, Uwe (1991): Kinderfernsehen III. Genres im Kinderfernsehen, Essen

Erlinger, Hans Dieter und Stötzel, Dirk Ulf (1991): Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland. Entwicklungsprozesse und Trends, Berlin

Krech David und Crutchfield, Richard S. (1992): Grundlagen der Psychologie, Weinheim

Linke, Angelika / Nussbaumer, Markus und Portmann,Paul R. (1996): Studienbuch Linguistik, Tübingen

Rickheit, Gert/ Sichelschmidt, Lorenz und Strohner, Hans (2002): Psycholinguistik. Die Wissenschaft vom sprachlichen Verhalten und Erleben, Tübingen

Schächter, Markus (2001): Reiche Kindheit aus zweiter Hand? Medienkinder zwischen Fernsehen und Internet, München

Schmidbauer, Michael (1987): Die Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Dokumentation, München

Zimbardo, Philip G. (1995): Psychologie (6.Auflage), Augsburg

Aufsätze in Sammelbänden

Hickethier, Knut (1991): Phasenbildung in der Fernsehgeschichte. Ein Diskussionsvorschlag in: Erlinger, Hans Dieter und Stötzel, Dirk Ulf (1991): Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland. Entwicklungsprozesse und Trends, Berlin

Mattusch, Uwe (1991): Nachrichten für Kinder. Stationen einer Entwicklung in: Erlinger, Hans Dieter und Mattusch, Uwe (1991): Kinderfernsehen III. Genres im Kinderfernsehen, Essen

Stötzel, Dirk Ulf (1991): Periodisierung des Kinderprogramms. 40 Jahre Kinderfernsehen in der Bundesrepublik Deutschland in: Erlinger, Hans Dieter und Stötzel, Dirk Ulf (1991): Geschichte des Kinderfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland. Entwicklungsprozesse und Trends, Berlin

Weitere Quellen:

http://www.br- online.de/jugend/izi/text/kuebler14_2.pdf

http://www.t0.or.at/~kdobl/diss/lingerw.htm

http://lbs.bw.schule.de/onmerz

http://www.uni-essen.de/linguistik.buenting/varietaetenscript1.pdf

Fernsehsender: KiKa, ZDF, NDR und HR

[...]


[1] Die Aspekte beziehen sich also auf Syntax, Semantik und Pragmatik

[2] Mütter sprechen mit ihren Kindern anders als mit Erwachsenen. In der Forschung wird dies, nach Catherine Snow, mit KGS = "an das Kind gerichtete Sprache" (eng.: CDS = Child Directed Speech) bezeichnet. (http://www.psifaktor.de/kgs.html)

[3] Bedeutend ist die Phrasenstrukturgrammatik ( Nominal-, Verbal- ,Adjektiv-, Präpositionalphrase) durch die sich Sätze adäquat strukturieren. Sie erzeugt bei vorgegebenem Bauplan einen Satz vollkommen mechanisch. Die Gesamtheit der möglichen Baupläne einer Sprache ergibt die Syntax dieser Sprache. Mit einigen zusätzlichen, einschränkenden Regeln ist nun die Struktur einer Sprache beschreibbar. (http://www.t0.or.at/~kdobl/diss/lingerw.htm)

[4] dies bestätigt die These einer Universalgrammatik, auf die später in dieser Arbeit etwas näher eingegangen wird.

[5] In diesem Prozess erlernen Kinder viele neue sprachliche Fähigkeiten, wie z.B.: poetische Variationen (Alliteration und Metaphern), Erfindung von neuen Wörtern,… Dieser Prozess wurde von Lenneberg erforscht, der ihn als grundlegend für den Spracherwerb befand. Er griff bei seinen Forschungen auf die Pivot-Grammatik zurück. „Diese besagt, dass Zweiwortsätze derart gegliedert sind, dass zu einem "Angelpunkt“(…) jeweils ein weiteres Wort hinzukommt, damit so der ursprüngliche Einwortsatz des Kindes näher bestimmt ist“. (http://www.t0.or.at/~kdobl/diss/lingerw.htm)

[6] „Die Universalgrammatik wird als biologisch-genetisch determiniertes System von mentalen Strukturen angesehen, das die sprachlichen Möglichkeiten, welche die Phrasenstrukturgrammatik eröffnet, wesentlich einschränkt und so dem Kind hilft, eine korrekte Generalisierung von sprachlichen Regeln der jeweiligen Muttersprache zu finden“(http://www.t0.or.at/~kdobl/diss/lingerw.htm)

[7] „Der gegenwärtige Forschungsstand der Philologie erlaubt uns (…) was gesendet worden ist, unter dem Terminus „Text“ zu verstehen“ (zit. nach ERLINGER in ERLINGER/STÖTZEL: 1991, S. 37).

[8] Heute werden, nach Entstehung der Privatsender, über 300 Stunden Kinderprogramm in der Woche ausgestrahlt. (SCHÄCHTER: 2001, S.9)

[9] welches inhaltlich von mir nach Relevanz gekürzt wurde.

[10] Sie begleiten die 'verbalen Zeichen': Stimmhöhe, Lautstärke, Intonation, Sprechgeschwindigkeit, Rhythmus. Sie sind in der Regel indexikalischer oder ikonischer Art. Es wird klar ob Mann oder Frau spricht und in welcher Stimmung die „Stimme“ ist (LINKE/NUSSBAUMER/PORTMANN: 1996, S. 25)

[11] Dabei dient die Einstellungsgröße „Nah“ der mimischen, die Einstellungsgröße „Amerikanisch“ der gestischen Handlungsebene (http://lbs.bw.schule.de/onmerz).

[12] Man nimmt sich, im Gegensatz zur Fremdwahl, das Wort selbst. Die Grundregeln sind: Nur eine Person spricht und wer zuerst das Wort ergreift darf sprechen. (LINKE/NUSSBAUMER/PORTMANN: 1996, S. 265)

[13] durch deren Aussprache der Klang des Referenten imitiert wird. Dieses stilistische Mittel, Onomatopoesie, ist eine phonetische Abbildung akustischer oder motorischer Erscheinungen, von Haltungen oder Stimmungen.

[14] Dieses Gedicht ist in seinen Versen und Strophen dem Sprachrhythmus des Sprechers wiedergegeben.

[15] sprachliches Subsystem, welches dadurch charakterisiert wird, dass durch den Wortschatz eine Abgrenzung der Sprecher gegenüber der Allgemeinheit angestrebt wird (BERGMANN/PAULY/STRICKER: 2001, S.127) Oft sind Sondersprachen mit Elementen aus der Fachsprache durchsetzt (http://www.uni-essen.de/linguistik.buenting/varietaetenscript1.pdf)

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Sprache im Kinderfernsehen
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Veranstaltung
Fernsehsprache
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V110540
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache, Kinderfernsehen, Fernsehsprache
Arbeit zitieren
Elena Neumann (Autor), 2003, Sprache im Kinderfernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110540

Kommentare

  • Gast am 24.11.2008

    vielen Dank fuer diese linguistische Arbeit!.

    Dear Elena Neumann,
    besten Dank fuer Ihre gute Arbeit, diese Analyse hat mir gut geholfen beim schreiben meines Aufsatzes auf das Thema> Stilistische Mittel in den Kindergeschichten (auf dem Beispiel des Buches "Harry Potter")
    Russland, Rostowe Sttatliche Uni-t, Abteilung romanistik/Gemanistik.

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Titel: Sprache im Kinderfernsehen



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