Das Thema dieser Arbeit ist der Vergleich der bildlichen Repräsentation der amerikanischen Präsidenten Barack Obama und Donald Trump in deren jeweiligem Wahlkampfjahr in ausgewählten deutschen Leitmedien. Diesen Politikern wird die Rolle „Leader of the Free World“ zugeschrieben, eine Herrscher-oder Herrschaftsrolle, die auf weltweiten Einfluss hinweist, deshalb generieren sie stets globalen Nachrichtenwert.
Die Forschungsgegenstände dieser Arbeit, d.h. die ausgewählten Pressefotos, sind maschinengemachte journalistische Bilder, sie wurden produziert mit dem technischen Medium der Fotografie. Über „die Presse“ wurden sie massenmedial verbreitet, sowohl als Printmedium als auch über das Hybridmedium des Internet verbreitet, das hier die Funktion des publizistischen Kommunikationsmediums erfüllt. Bei den Pressefotos handelt es sich demnach in mehrfacher Hinsicht um Medienbilder, und auch das Bild selbst ist ein Medium mit zahlreichen „Messages“ analog zu Marshall McLuhans Feststellung „the medium is the message“. Entsprechend komplex in Lesbarkeit und Wirkungsgrad und spannungsreich bezüglich Objektivität versus Subjektivität des Informationsgehalts ist das Medienbild. In diesem Zusammenhang sei noch auf den stets vorausgesetzten „objektiven Wahrheitsgehalt“ der Fotografie hingewiesen, die Roland Barthes als das „photographische Paradox“ bezeichnet: das fotografische Bild ist nicht „das Wirkliche“, sondern „das perfekte Analogon davon“ – „es ist eine (kontinuierliche) Botschaft ohne Code“, so Barthes. Doch (Wie) lassen sich somit „gültige“, d.h. allgemein nachvollziehbare „objektive“ Botschaften in fotografischen, politischen Bildern erkennen und nachvollziehen? Wenn sie nicht das “Wirkliche“ abbilden, sondern ein Analogon, sind dann nicht selbst die dokumentarischen Pressefotografien anfällig für Fehlinterpretationen
oder eine „Verselbständigung“ von Vorstellungen über eine allgemeingültige Realität und damit eine unkontrollierte bzw. unkontrollierbare „Macht“?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. AUSWAHL UND ANALYSE DER MEDIENBILDER: PRODUKTION UND INSZENIERUNG
2.1 DIE AUSWAHL DER LEITMEDIEN UND DIE BILDQUELLEN
2.2 IMMER „RECHT FREUNDLICH“: DIE VISUELLE POLITISCHE REPRÄSENTATION VON BARACK OBAMA IM WAHLKAMPF 2008 UND BEI DER VEREIDIGUNG.
2.3. LÄCHELN VERBOTEN? DIE VISUELLE POLITISCHE REPRÄSENTATION VON DONALD TRUMP IM WAHLKAMPF UND BEI DER VEREIDIGUNG
3. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit vergleicht die bildliche Repräsentation der amerikanischen Präsidenten Barack Obama und Donald Trump in ihren jeweiligen Wahlkampfjahren, basierend auf einer Analyse ausgewählter deutscher Leitmedien, um Tendenzen in der Vermittlung politischer Persönlichkeiten und deren Inszenierung aufzuzeigen.
- Vergleichende Analyse politischer Bildstrategien
- Einfluss der Bildagenturen auf die mediale Verbreitung
- Untersuchung der Rolle deutscher Leitmedien als Konstrukteure von Realität
- Anwendung der Methode der politischen Ikonografie und ikonologischen Kontextanalyse
Auszug aus dem Buch
2. Auswahl und Analyse der Medienbilder: Produktion und Inszenierung
Die für diese Arbeit ausgewählten Pressefotos beziehen sich auf die Repräsentation von Barack Obama und von Donald Trump, jeweils in deren erstem Wahljahr. Um Beliebigkeit in der Bildauswahl zu vermeiden und eine möglichst intersubjektiv nachvollziehbare Vergleichsmöglichkeit zwischen der jeweiligen Darstellung in den ausgesuchten Leitmedien herzustellen, wurden presse-fotografische Dokumentationen bzw. Darstellungen bestimmter von allen genannten Leitmedien abgedeckten Ereignisse wie typische Fotos aus Wahlkampfsituationen, aus den TV-Duellen und von der Vereidigung für die Analyse ausgesucht. Sofern möglich, werden die Bilder zunächst ohne den Presse-(Kon-)Text beschrieben.
Bei den ausgewählten Bildern für diese Arbeit handelt es sich um Schlagzeilen illustrierende Pressefotografien bzw. Titelbilder. Bei Fotomaterial aus Bilderstrecken wurde stets jeweils das erste Foto ausgewählt, das der Leserschaft unmittelbar im Kontext präsentiert wird. Ebenfalls im Rahmen der Produktionsanalyse wird der Urheber der jeweiligen Fotografien genannt, sofern die Autorschaft feststellbar war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die bildwissenschaftliche Analyse politischer Medienbilder ein und postuliert, dass die visuelle Kommunikation in der heutigen Politik eine zentrale, oft manipulative Rolle spielt.
2. AUSWAHL UND ANALYSE DER MEDIENBILDER: PRODUKTION UND INSZENIERUNG: Dieses Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise, die Auswahl der untersuchten Medien sowie die konkrete bildliche Repräsentation von Obama und Trump anhand ausgewählter Pressefotos.
3. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Analyse und stellt fest, dass trotz unterschiedlicher persönlicher Stile gemeinsame Muster in der Inszenierung durch Medien und Agenturen erkennbar sind.
Schlüsselwörter
Medienbilder, Politische Ikonografie, Pressefotografie, Barack Obama, Donald Trump, Bildwissenschaft, Leitmedien, Bildagenturen, Wahlkampf, Inszenierung, Politische Kommunikation, Fotojournalismus, Visuelle Kompetenz, Bildakt, Nachrichtenwert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Leitmedien die US-Präsidenten Barack Obama und Donald Trump in ihren jeweiligen Wahlkampfjahren visuell dargestellt haben.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Im Fokus stehen die politische Ikonografie, die Rolle von Bildagenturen, die mediale Inszenierung von Macht sowie die Bedeutung von Pressefotos in der politischen Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, welche Tendenzen in der bildlichen Vermittlung der Präsidentschaftskandidaten bestehen und welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten in den Abbildungsstrategien der Leitmedien erkennbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Autorin verwendet die Methode der politischen Ikonografie in Verbindung mit einer ikonologischen Kontextanalyse, um die Wirkungsmacht und den Symbolgehalt der Bilder zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Produktionsbedingungen der Medienbilder, die Auswahlkriterien der Leitmedien (BILD, FAZ, Spiegel) sowie die spezifischen visuellen Inszenierungen von Obama und Trump während des Wahlkampfs und der Vereidigung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Medienbilder, politische Ikonografie, Bildakt, Inszenierung und Nachrichtenwert.
Warum wurden gerade diese drei Leitmedien für den Vergleich ausgewählt?
Die Auswahl dient dazu, ein möglichst breites Spektrum an politischen Positionen und unterschiedliche Zielgruppen abzubilden, um zu prüfen, ob sich diese Hintergründe in der Bildauswahl widerspiegeln.
Welchen Einfluss haben Bildagenturen auf die untersuchte politische Repräsentation?
Die Arbeit zeigt, dass Bildagenturen eine entscheidende Rolle bei der globalen Bereitstellung und Auswahl der Bilder spielen, was zu einer gewissen Standardisierung in der medialen Berichterstattung führt.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin bezüglich Obamas und Trumps Darstellung?
Die Analyse verdeutlicht, dass die Bilddarstellung von Obama oft Assoziationen von Intelligenz und Offenheit weckt, während Trump in den untersuchten Medien häufig als grimmig oder sogar dümmlich wirkender Akteur porträtiert wird.
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- Tatjana Nicholson (Autor), 2020, Macht und Medienbilder. Obama und Trump in den deutschen Medien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1105548