Egerländer Blasmusik mit Zukunft?


Vordiplomarbeit, 2003

41 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die „Heimat“ der Egerländer Blasmusik
2.1 Die Besonderheiten
2.2 Die Besetzung
2.3 Das „Outfit“ der Musiker

3. Die Person Michael Klostermann

4. Die Entstehung „Michael Klostermann und seine Musikanten“
4.1 Die Tonträger/Dankeschön Ernst Mosch
4.2 Klostermann über das Klangbild
4.3 Seine Besetzung/Das Personal

5. Das Wirken in der Öffentlichkeit
5.1 Die Werbepartner/Zielgruppen
5.2 Der Tourneeplan 2003 und was noch geplant ist
5.3 Die Repertoirequellen

6. Michael Klostermann und die Melodien
6.1 Meinungen von Außenstehenden
6.2 Klostermann´s eigene Meinung
6.3 Die Zukunft

7. Schlusswort

8. Anhang:Bild der Besetzung, Notenbeispiel

9. Literatur- und Quellenverzeichnis

1.Vorwort

Wenn man „Egerländer“ hört, denken die meisten Menschen sofort an den Vater dieser Musik – Ernst Mosch. Er gründete sein Orchester 1956 und läutete damit die Geburtsstunde der „Original Egerländer Musikanten“ ein. Im Laufe der Jahre begeisterte Mosch unzählige Menschen weltweit mit dieser bis dahin einzigartigen Musik. Ständig ausverkaufte Konzerte und sehr viele Auszeichnungen wie zum Beispiel die Diamantene- und Platin- Schallplatte, sogar ein Konzert in der New-Yorker Carnegie Hall in seinem zehn jährigen Jubiläumsjahr 1966, um nur ein paar wenige zu nennen, machten ihn mit seinem einzigartigen Sound berühmt und unvergessen.

Zu Mosch´s Lebzeiten knüpfte ein junger Musiker aus meiner Heimat, dessen Vater aus dem Böhmerwald stammt, Kontakt zu seinem großen Vorbild um noch mehr von dem „Geheimnis“ dieser einzigartigen Musik in Erfahrung zu bringen. Die Rede ist von Michael Klostermann. Er widmete einige Jahre später eine CD mit dem Titel „Dankeschön Ernst Mosch“ seinem Vorbild. Michael Klostermann nahm sich an Ernst Mosch ein Beispiel und stellte selbst ein professionelles erfolgreiches Projekt in ähnlicher Art und Weise in seiner Heimatgemeinde Schloß/Dhaun auf die Beine. Diese Besetzung trägt den Namen „Michael Klostermann und seine Musikanten“. Seine musikalische Besetzung war in den Anfangszeiten in unserer Region ein völlig neues Klangerlebnis. Diese Musik hatte man zuvor noch nie so professionell und Live miterleben können. Er begeisterte mich schon als kleiner Junge mit seiner Kunst Blasmusik zu vermitteln und zu interpretieren.

In unserem Telefonat vom 12. März 2003 verriet er mir: „Weißt Du, das Wesen dieser Böhmischen Musik kannst Du Dir nicht aneignen oder antrainieren. Entweder es wurde Dir mit ins Blut gegeben oder Du besitzt es eben nicht.“ Wenn man seine Auftritte Live mitverfolgt, so spürt man, wenn er die Bühne betritt sofort was er damit ausdrücken will und was er für diese Musik empfindet. Deshalb gibt es für mich und mein persönliches Empfinden momentan keinen besseren Interpreten auf diesem Gebiet der professionellen Egerländer Blasmusik als „Michael Klostermann und seine Musikanten“.

Da ich ebenfalls, wie Michael Klostermann aus dem Naheland komme, und ständig seine Konzerte und die Rundfunk und Fernsehen, sowie seine Presseberichte sehr gründlich mitverfolge fasziniert mich das Wesen und der Charakter sowie die Interpretation der Egerländer Blasmusik, besonders von „Michael Klostermann und seine Musikanten“ immer mehr.

Des Weiteren möchte ich in diesem Zusammenhang die Besonderheiten, Interpretation und die Zukunft zugrunde legen.

Dies hat mich dazu bewegt in dieser Musikrichtung im Rahmen meines Musikstudiums an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf meine musikwissenschaftliche Arbeit zu schreiben.

2. Die „Heimat“ der Egerländer Blasmusik

Im Gebiet um die Eger finden sich schon um das Jahr 3000 vor Christus in der jüngeren Steinzeit Spuren von dort lebenden Menschen. Nördlich der Eger gab es bereits eine Zahl von Siedlungen in der Bronzezeit. Sie wurden von den Illyrer errichtet. Nach den Illyrer folgten die Kelten. Sie gaben dem Fluss den Namen „Agara“. Danach kam König Marbod mit seinem germanischen Stamm der Markomannen. Sie kamen aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Böhmen. Die keltische Namensbezeichnung „Agara“ änderten die Germanen in „Agire“. Daraus folgte im althochdeutschen „Egire“ und im neuhochdeutschen „Eger“. Im Jahr 1001 wurde der Name „Eger“ erstmals urkundlich bezeugt. Um Christi Geburt finden sich erste Anzeichen einer Besiedlung an der „Eger“. Das Land der Eger war ab der germanisch-frühdeutschen Besiedlung bis 1945 nur deutsch. Im Jahr 1125 entstand eine große Zahl von Burgen. Die älteste ist die Egerer Burg. Bis ins 19. Jahrhundert bestand eine kirchliche Bindung an Regensburg. 1061 wird Eger erstmals genannt und 1146 von Kaiser Friedrich I. zur Kaiserpfalz erhoben. Eger erhielt somit das Nürnberger Stadtrecht und wurde 1250 eine freie Reichsstadt. 1135 erwähnt man erstmals Egerland. Anfang des 12. Jahrhunderts entstanden die ersten Klöster und erste Stadtgründungen. Das Reichsland Eger stellte in seiner guten Organisation eine der bedeutendsten Formen der damaligen Reichsländer dar. Durch die Staufer war dem Egerland eine militärische und kolonisatorisch-politische Aufgabe zugeteilt worden.

Als dieses berühmte Kaisergeschlecht ausstarb, entstand eine neue Lage für das Land. König Premysl Ottokar II. von Böhmen nahm es in seinen Besitz. 1278 kam es wieder zum Reich und wurde der Reichsvogtei Nürnberg zugeordnet. Ab 1304 war der deutsche König Albert der Herr über Eger. 1322, nach dem Sieg bei Mühldorf, wird die Verpfändung vollzogen. Das Wappen des Reichsadlers wird zur Häfte mit einem Gitter versehen, so ist es heute auch noch das Wappen der Egerländer. Das Egerland unterstand dem König alleine und war nie Bestandteil Böhmens im staatlichen Sinne. Den Beweis dazu findet man in einer Sonderausstellung des Egerer Landtages bis 1919, mit einer eigenen Gesetzgebung innerhalb der k. u. k. Monarchie. Das Egerland erlitt im dreißigjährigen Krieg schwere Schäden. 1809 wurde Eger zum Stützpunkt für die Freikorps gegen den korischen Eroberer.

Am 28. Oktober 1918 wurde der tschechische Staat ausgerufen, der durch die Zerschlagung der österreichisch-ungarischen Monarchie und wurde zu einem Vielvölkerstaat und hatte die Autonomie des Egerlandes leider von Anfang an nicht anerkannt. Nach dem ersten Weltkrieg kam im Jahr 1919 zum ersten Mal die Herrschaft der Tschechen in das Egerland. Adolf Hitler holte das Egerland wieder ins „Reich“ zurück. Als der zweite Weltkrieg verloren war, beschlossen die Siegermächte die Aufteilung der Länder in so genannte Besatzungszonen. Dadurch begann 1945 die Vertreibung der Egerländer aus ihrer Heimat. Sie wurden einfach vertrieben, obwohl ihre Vorfahren dieses Land bereits seit dem 13. Jahrhundert besiedelten.

Die „Böhmischen Musikanten“ sind seit über zweijahrhunderten zu einem festen Begriff in ganz Europa geworden. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde durch Musiker und Komponisten aus Böhmen die Mannheimer Schule gegründet und zählt bis heute zu den uns erhaltenen Leistungen dieser Zeit und dieses Landes. Das Land Böhmen gehörte bis 1806 zum „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ und bis zum deutschen Bruderkrieg 1866 auch zum „Deutschen Bund“. Von deutscher Kultur sehr stark geprägt nannte man Böhmen das „Konservatorium Europas“. Die Musikkultur des Egerlandes entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte durch die Verschmelzung böhmischer, tschechischer und bayrischer Elemente. Die Egerländer Bevölkerung zeigte zum fränkischen und oberpfälzischen Gebiet eine eigene Verbindung in Dialekt und Musik auf. Sogar die Dialektbezeichnung der Instrumente war eigen. So sagte man zu Flöte „Schwiedlpfeifm“ oder Posaune „d Houstn“ oder auch „s Häihnalaiter“. Das Egerland war und ist immer noch sehr bekannt durch die Herkunft hervorragender Instrumente, wie zum Beispiel die Orte Graslitz, Schönbach bei Eger, Marktneunkirchen und Klingenthal in Sachsen. Dort waren die Leute von Kindheit mit Musik aufgewachsen, Die drei Weltbäder Karlsbad, Marienbad und Franzensbad schufen durch ihre Kurbetriebe eine hohe Voraussetzung ganzer „Musikantendörfer“. Bei Musikfesten spielte man schon recht bald mit riesigen Besetzungen bis zu dreihundert Mann stark. Das bläserische Musizieren wurde hauptsächlich von den „großen“ Blasorchestern der Militärmusik ausgeübt aber auch das „Böhmische“ wurde in vielen Orchesterbesetzungen praktiziert. Komponiert wurde zweistimmig meistens in Terzen.[1]

2.1 Die Besonderheiten

Der Stil der „Egerländer Blasmusik“ ist ein einzigartiger. Dies sieht man durch das Notenbild in seiner Art und Weise, wie zum Beispiel das ganze Gebiet der Stilistik und die Dynamik angelegt sind. Des Weiteren hört man auch einige Besonderheiten und einige auffallende Rhythmen. Man kann eigentlich sagen, dass der Stil der Egerländer Blasmusik eine Mischung aus Volksmusik, also dem „geraden Durchzählen“ und dem „Swing“, das lockere frische bewegliche hat.

Typisch für die Kunst der Egerländer Blasmusik sind die Wechsel zwischen weichen und akzentuierten Passagen. Betonte Synkopen und eine gute Unterstützung durch Akzente machen die Verschiebung der Taktschwerpunkte aus. Des Weiteren braucht man eine rhythmische Verzögerung. Diese Aufgabe übernehmen Schlagwerk und tiefe Instrumente.

Hierzu habe ich im Anhang meiner Arbeit ein Notenbeispiel der Polka „Zwei Schürzenjäger“ von Franz Watz beigefügt.

Diese Verzögerung erlangt man mit einzelnen Instrumentengruppen. In den meisten Besetzungen legt man zum Beispiel bei der Polka in einem zwei viertel Takt die Betonung auf die Zählzeit 1 mit hohen Instrumenten und auf die Zählzeit 2 mit tiefen Instrumenten. Damit erzeugt man einen „Echo- oder Stereoeffekt“. Auch hier wirken Schlagzeug und Bassinstrumente unterstützend. Bei der Polka folgt dem 1. Teil als 2. Teil meist ein Basssolo, worauf eventuell noch einmal der 1. Teil gespielt wird und mit einem Tonartwechsel das Trio folgt. Eine Polka hat keine Tempovorgabe. Sie kann das Tempo von sehr langsam bis sehr schnell haben.

Betrachtet man den Walzer im Stil der Egerländer Blasmusik, so stellt man sehr schnell fest, dass die Zählzeit 2 vorgezogen wird und die Zählzeit 3 verzögert wird. Es soll dem Zuhörer der Eindruck vermittelt werden, als müsse er aufstehen und das Tanzen beginnen. Die bildliche Vorstellung kommt in die Richtung des Wiener Walzer.

Es gibt auch einige Werke der Egerländer Blasmusik, in denen man den Gesang findet. Der meist im Trio vorhandene Gesang sollte möglichst in langen Phrasen und mit einer kontrollierten Atemtechnik interpretiert werden. Frauen singen je nach Tonlage die erste Stimme und der Mann die zweite Stimme in einer Terz darunter. Oft verwenden die Komponisten auch eine dritte Stimme. Dann wird je nach Stimmlage eine Oktavverdopplung gesungen.

2.2 Die Besetzung

Früher spielte man in traditionellen Besetzungen überwiegend zweistimmig in einem Abstand einer Terz. Um Polka, Walzer und Märsche spielen zu können besetzte man zunächst hohe Instrumente als Melodieinstrumente und tiefe Instrumente und Schlagzeug als Begleit- und Bassinstrumente. Im Laufe der Zeit fasste man den Entschluss, die Besetzungen zu vergrößern. So verdoppelten die Besetzungsleiter Flügelhörner und Tenöre. Die Basstrompete nahm man ganz heraus und ersetzte sie durch Posaunen. In der Melodieführung spielten Flügelhörner die erste und die zweite Stimme, bzw. der Bariton eine Oktave tiefer klingend als das Flügelhorn, die erste Stimme. Mit dem Tenorhorn legte man die zweite Stimme meistens eine Terz darüber. Mit den Trompeten setzt man eine dritte Stimme als Füllstimme dazu. Ansonsten blasen die Trompeter Signale und vervollständigen die Akkorde. Die Holzbläser, also Klarinette in „Es“ und Klarinetten in „B“ verzieren die Melodie mit Umspielungen, Triller und Praller. Für die rhythmische Verzögerung sind die Instrumentengruppen Schlagzeug und Bassinstrumente verantwortlich.[2]

Eine Egerländer Blasmusikbesetzung in der heutigen Zeit besteht aus:

1 Klarinette in Es

4 Klarinetten in B

2 Trompeten in B

6 Flügelhörner in B

3 Tenorhörner in B

2 Baritone in C

3 Posaunen in C

2 Tuben in C

1 Schlagzeug

1 Becken

1 große Trommel

Zusätzlich kann der Gesang in Stärke von zwei Frauen und einem Mann oder einer Frau und einem Mann hinzukommen. Eine gute Besetzung hat Fachpersonal für Ton- und Beschallungstechnik. Auch einen Moderator sollte die Besetzung der Egerländer Blasmusik mit dem Publikum identifizieren.

2.3 Das „Outfit“ der Musiker

Die Egerländer Tracht ist das „Outfit“ oder die Uniform der Egerländer Blasmusik. Diese Art von Tracht symbolisierte früher Stolz und Gemeinschaft in Kultur und Brauchtum des Egerlandes. Sie soll ein Zeichen in einheitlichem Gewand vorweisen.

Die ersten Ansätze dieser Trachten findet man bereits um das 13. Jahrhundert bei Kaiser Rudolf I. Die Trachten unterscheiden sich im Egerland heute von Regionen abhängig nur gering. Generell gehören zu einer Egerländer Männer Tracht folgende Teile:

- eine schwarze Pumphose
- weiße „Batzerlstrümpf“
- feste schwarze Schnallenhalbschuhe mit silberner Spange
- weißes Hemd
- ein Holstöichl (Halstuch, nur schwarz)
- ´s Taschentöichl (Taschentuch, meist rot gemustert)
- ´s Golla (Golla, Janker oder Joppm in dunkelbraun)
- ´s Vettern-Kappl (runde Kappe) oder der „Flodara“ (runder schwarzer Hut) und das
- ´s Geschir aus Leder mit 3 „Huasnoantoutara“ (Hosenträger)

Die das Gschirr schmückenden „Huasnoantoutara“ sind eine Eigentümlichkeit der Egerländer Tracht. Auf dem Brustlatz befindet sich der große, an den Seiten die zwei kleinen „Huasnoantoutara“. Goldgeld glänzend sind sie in den deutschen Volkstrachten einmalig und zum Markenzeichen der Egerländer geworden. Vermutlich geht der achteckige „Toutara“ auf einen keltischen Ursprung zurück.

Ernst Mosch und seine „Original Egerländer Musikanten“ hatten zu dieser Tracht in den Anfangsjahren noch mit einem Hut bzw. Kappe gespielt.[3]

3. Die Person Michael Klostermann

Im schönen Naheland zwischen Bad Kreuznach und Idar-Oberstein/Rheinland-Pfalz wurde am 27. Dezember 1962 in Bad Sobernheim Michael Klostermann geboren. Er ist Sohn einer Arbeiterfamilie. Sein Vater Walter Klostermann stammt aus der Gemeinde Innergefild im „Musikantenland Böhmen“. Er kam nach dem zweiten Weltkrieg ins Naheland. Der heute siebzig jährige ist auch ein begeisterter Musiker und zählt zu den Gründungsmitgliedern des Musikverein Schloß/Dhaun. Michaels Mutter stammt ursprünglich aus Schloß/Dhaun und kommt den Pflichten der Hausfrau nach. Michael hat noch einen Bruder, Stefan, der ein Jahr jünger ist als er. Klostermann´s Eltern führten bis vor einigen Jahren in der Gemeinde Schloß/Dhaun eine Gaststätte. Dort befand sich eine Musikbox und seine Eltern erzählen heute noch: “Als Michael gerade mal laufen konnte und man ihm Geld in die Hand drückte, lief er immer zur Musikbox und drückte den Titel von Ernst Mosch „Es waren zwei Schwestern““. So wurde der erste Kontakt zur Musik hergestellt.

Schon mit neun Jahren nahm ihn sein Vater zu Proben des Musikverein Schloß/Dhaun mit. Er zeigte immer mehr Begeisterung zur Musik. Zu seiner ersten heiligen Kommunion wünschte er sich Geld, damit ihm seine Eltern eine Orgel kaufen konnten. Michael bekam dann auch Unterricht und sagte nach der ersten Stunde zu seiner Mutter: „Ich habe keine Lust mehr. Mit den vielen Noten auf einmal komme ich nicht zurecht“. Er probierte ein paar Blasinstrumente aus und fand sich dann auf dem Tenorhorn zu Hause. Im Winter 1974 spielte er dann zum ersten Mal ein paar Choräle im Musikverein mit. Er fand großen Gefallen daran und übernahm schon recht früh die musikalische Leitung des Vereins. Er wollte nach seiner Schulzeit sofort Musiker werden, doch seine Eltern rieten ihm: „ Junge, mach etwas gescheites. Musiker ist doch kein Beruf, dass sind doch alles Vagabunden“. Nach seinem Hauptschulabschluss absolvierte er dann zunächst eine Ausbildung zum Elektriker. Nach seiner Lehre machte er sein Abitur nach und studierte bis zum Diplom auf kaufmännischer Ebene. Parallel dazu nahm er Tenorhorn- und Klarinettenunterricht und half in Musikvereinen im Umkreis aus. Durch Kontakte war er als Aushilfe im Orchester des Bundesgrenzschutzes in Kassel von 1981-1984 tätig. Im Jahr 1984 kam er durch seinen Cousin zum Polizeiorchester Wiesbaden. Dort spielte er auf dem Tenorhorn und sogar auf der Klarinette vor.

Im Jahre 1984 versammelte Michael Klostermann eine Gruppe aus hervorragenden Musikern mit einer Passion für Blasmusik um sich und gründete damit „Michael Klostermann und seine Musikanten“.[4]

Während seiner dann folgenden zweieinhalbjährigen allgemeinen Polizeiausbildung nahm er weiter bei Jockel Hiebenthal, dem Tenorhornisten des Polizeiorchesters professionellen Unterricht. Als er dann in den Polizeimusikdienst eintrat übernahm er später aushilfsweise die stellvertretende Leitung des Orchesters in Wiesbaden.

Im Jahre 1986 knüpfte er zum ersten Mal Kontakt zu Ernst Mosch. Klostermann war damals mit seinen Musikanten bei der gleichen Schallplattenfirma wie sein großes Vorbild. Prof. Herbert Müller, Chef der Plattenfirma und von 1987 bis 1990 Produzent der „Original Egerländer Musikanten“ organisierte dann 1987 ein Treffen zwischen den Beiden. So konnte Klostermann noch mehr über das Musikalische und Wirtschaftliche dieser Branche in Erfahrung bringen. Mosch überzeugt sich schon selbst sehr früh von Klostermann´s hohem Engagement und Interesse für diese Branche. Bei einem späteren Treffen wünschte sich Mosch, dass Michael Klostermann eines Tages sein Nachfolger wird.

Heute ist Michael Klostermann verheiratet und Vater von drei Kindern. Beruflich ist er im Führungsstab als Polizeihauptkommissar des Polizeipräsidiums Bad Kreuznach/Rheinland-Pfalz tätig.

Vor ca. 16 Jahren wurde die Gaststätte seiner Eltern in Schloß/Dhaun geschlossen. Klostermann bildete sich mit der Aufnahme- und Beschallungstechnik fort und richtete sich dann nach und nach sein eigenes professionelles Tonstudio mit neuester Technik in den umgebauten Räumlichkeiten der ehemaligen Gaststätte ein.

4. Die Entstehung „Michael Klostermann und seine Musikanten“

Michael Klostermann wirkte von 1974-1977 als jüngster Musiker im dorfeigenen Musikverein Schloß/Dhaun mit. Aus dem damals 16-köpfigen Orchester stammen bis auf wenige Ausnahmen alle aus der im schönen Böhmerwald liegenden Gemeinde Innergefild. Diese aktiven Musiker waren als Heimatvertriebene nach dem Ende des zweiten Weltkrieges nach Schloß/Dhaun immigriert. Nun kannte man zu dieser Zeit in Rheinland-Pfalz die böhmische Blasmusik eigentlich gar nicht, und so war für diese Besetzung auch schon das „Literaturproblem“ gelöst.

Das Musizieren in diesem Verein war für Michael Klostermann die Basis für seine musikalische Zukunft. Die Musiker von Schloß/Dhaun, darunter auch sein Vater, haben eine Stilistik mitgebracht von der Michael Klostermann heute profitiert, Nur, wie schon eingangs erwähnt, es nützt nichts, wenn man sich diese Kunst „nur“ aneignet, man muss sie schon im Erbgut haben.

Ab dem Jahr 1977 nahm Michael Klostermann den Taktstock und die Leitung des Musikvereins selbst in die Hand und vermittelt bis heute mit großem Engagement die Kunst der „Böhmischen Blasmusik“.

Durch seine musikalische Mitarbeit in verschiedenen Berufsorchestern sammelte er wichtige Erfahrungen, um im Jahr 1984 sein eigenes professionelles Blasorchester ins Leben zu rufen. Nun kannte er durch seine Mitarbeit in diversen Orchestern wie zum Beispiel das Polizeiorchester Wiesbaden und das Orchester des Bundesgrenzschutzes in Kassel viele bekannte Musiker, später auch einige Plattenproduzenten und Toningenieure.

Natürlich hat sich Klostermann selbst im Laufe der Zeit seinen Nachwuchs im Musikverein Schloß/Dhaun so hervorragend ausgebildet, dass folgende Instrumentalisten das nötige Know-how besitzen um in der Profibesetzung mitzuwirken: Stefan Klein (Schlagzeug), Paul Spengler (Tuba), Mario Lorenz, Mathias Quint, Holger Dries (Flügelhorn), Carsten Ebbinghaus (Tenorhorn), Michael Helmes (Posaune), Uwe Welsch (B-Klarinette).

Längst hat Michael Klostermann die begeisterungsfähige Truppe zu einer Vorzeigeformation der Egerländer Blasmusik gemacht. Nie ist er der „Eins-Zwei-Typ“, der als Dirigent brav den Takt angibt. Ihn hält es kaum, wenn er mit vitaler Vehemenz in Fahrt kommt, sich im Marschrhythmus oder Walzertakt zwischen seinen Musikanten bewegt. Er s(ch)wingt mit, feinfühlig für seine Musiker und für sein Publikum spürt er sofort die Momente, in denen es zu packen ist. Immer wieder überraschen sie das Publikum mit modernen Arrangements, um „frischen Wind“ in die Blasmusik zu bringen und auch junge Leute dafür zu begeistern. Das Geheimnis ihres Erfolges ist nicht nur das glänzende Zusammenspiel der Musiker, sondern auch das jeder für sich ein wahrer Könner auf seinem Instrument ist. Lang ist die Liste der TV-Auftritte, die die Blasmusikanten schon vorzuweisen haben: „Melodien für Millionen“ mit Dieter-Thomas Heck, „Kein schöner Land“ mit Günther Wewel, „Lustige Musikanten“ mit Marianne und Michael, „Volkstümliche Hitparade“ mit Caroline Reiber und viele mehr. Neben Funk- und Fernsehaktivitäten sind natürlich ihre Live-Auftritte ein musikalischer Leckerbissen. „Auflockerung der instrumentalen Darbietung durch Gesang, solistische und humoristische Einlagen“ heißt die Devise des Orchesters, die es zur wahren Perfektion vollendet hat. Wo immer „Michael Klostermann und seine Musikanten“ auftreten, spürt das Publikum, wie jung die „gute alte Blasmusik“ heute klingen kann.[5]

4.1 Die Tonträger/Dankeschön Ernst Mosch

Michael Klostermann hat schon in frühen Jahren mit der Aufnahme von Tonträgern begonnen. Er setzt sich eine bis zwei Produktionen im Jahr als Ziel um sein Publikum und seine Musikanten mit der Egerländer Blasmusik zu erfreuen. Ich habe nachstehend einige Tonträger aufgelistet um einmal den Erfolg an diesem Beispiel zu zeigen.

Schallplatten:

1. LP Teldeck Records (1987) Junger Schwung aus Böhmen
2. LP Teldeck Records (1988) Aus Böhmen kommt die Musik
3. LP Polidor Trümpfe der Blasmusik
4. LP Mit Freunden feiern wir ein Fest
5. LP Die goldenen Hits der Böhmischen Blasmusik

CD´s:

1. CD Singel hatte zwei Titel Walzer und Polka
CD Bogner Records (1993/1994) Freu Dich des Lebens
CD Bogner Records (1993) Julia (Single CD)
CD Bogner Records (1996) Ein Herz für Blasmusik
CD Bogner Records (1997) Ein Feuerwerk der Blasmusik
CD Bogner Records (1998) Böhmisch-Mährisch-Swing
CD Bogner Records (1999) 15 Jahre
CD Bogner Records (2000) Dankeschön Ernst Mosch
CD Bogner Records (2001) Böhmische Trümpfe
CD Studio Klostermann (2002) Faszination Blasmusik
CD Studio Klostermann (2003) Verliebt in die Blasmusik
CD Bogner Records Das ist mein Leben (Produzierte Michael Klostermann und seine Musikanten um 50. Geburtstag von Komponist und Arrangeur Franz Watz)
CD Bogner Records Böhmische Souvenirs

Die CD „Dankeschön Ernst Mosch“ hat Klostermann seinem Vorbild gewidmet. Auf dieser CD befindet sich ein Medley, das im Nachhinein den gleichen Namen wie der Tonträger bekommen hat. Ernst Mosch und er wollten noch zusammen eine Platte mit Komponisten-Portraits herausbringen. Klostermann hatte noch ein Medley mit Mosch abgesprochen und Franz Watz hatte es dann erstellt. Mosch konnte dieses Werk leider nicht mehr miterleben. Er starb am Samstag, 15. Mai 1999 im Städtischen Krankenhaus zu Kaufbeuren.

Einige Zeit später setzte sich Michael Klostermann mit Ernst Mosch´s Tochter Ellen in Verbindung und berichtete ihr von dem Vorhaben der Beiden. Nachdem sich Ellen entschieden hatte das Medley unter dem Namen ihres Vaters zu veröffentlichen, erzählte sie Michael, dass noch Aufzeichnungen von ihrem Vater existieren. Diese Dokumente stammen wohl noch vom März 1999 – Franz Pleyer hatte sie arrangiert – und Ellen Mosch schickte die Aufzeichnungen Klostermann zu.

Sie schenkte Michael das Vertrauen, die letzten Kompositionen von ihrem Vater sozusagen seinen letzten musikalischen Nachlass zu veröffentlichen.

Die beiden Titel „Aus lauter Liebe“ und „Zwei Strawanser“ schrieb Mosch im März 1999. Zur Veröffentlichung kam es nicht mehr. Zu dem Namen „Zwei Strawanser“ kam es, als Ernst Mosch und sein langjähriger Freund Frank Pleyer in München war. Mosch sagte immer zu ihm: “Gehen wir ein bisschen strawansen“ - und daher der Name.

Die CD Dankeschön Ernst Mosch enthält folgende Titel:

1. Dankeschön Ernst Mosch (Polkamedley) 3,43 Minuten

a) Eine stille Sunde
b) Dompfaff
c) Sterne der Heimat
d) Wir sind Kinder von der Eger

M: Ernst Mosch; Arr.: Franz Watz

2. Aus Lauter Liebe (Walzer) 2,19 Minuten

M: Ernst Mosch; Arr.: Frank Pleyer

3. Musik, Musik (Marsch) 2,51 Minuten

M: Frantisek Kmoch; Arr.: Franz Watz

4. Bummel Petrus (Rheinländer) 2,29 Minuten

M: Max Werner; Arr.: Hans Bruss

5. Zwei Strawanser (Polka) 3,02 Minuten

M: Ernst Mosch; Arr.: Frank Pleyer

6. Bei Kerzenlicht (Walzer) 3,02 Minuten

M: Jaromir Vejvoda; Arr.: Hans Bruss

7. Böhmische Heimat (Polka) 3,32 Minuten

M: Michael Klostermann; Arr.: Franz Watz

8. Probuzeni (Gruß an Böhmen-Marsch) 3,04 Minuten

M: Vaclav Vackar; Arr.: Franz Watz

9. Böhmisches Fest (Polka) 3,00 Minuten

M. und Arr.: Hans Bruss

10. Heimweh (Walzer) 2,34 Minuten

M. und Arr.: Franz Watz; Text: Robert Jung

11. Winterrosen (Polka) 3,19 Minuten

M: Josef Hotovy; Arr.: Reinhard Lienerth

12. Koline, Koline (Meinschönes Heimatland-Marsch) 2,09 Minuten

M: Frantisek Kmoch; Arr.: Franz Watz

13. Zwei Schwestern (Polka) 2,30 Minuten

M: Jaromir Vejvoda; Arr.: Franz Watz

14. Lieder die man nie vergisst (Marsch) 2,27 Minuten

M: Frantisek Kmoch; Arr.: Hans Bruss

4.2 Michael Klostermann über das Klangbild

Die Wurzeln der Klangvorstellung der Egerländer Blasmusik liegen nicht nur im Land der Eger selbst. Maßgebend sind darüber hinaus die folkloristischen Einflüsse aus anderen Gebieten der ehemaligen k. u. k. Monarchie. In der Musik der Egerländer mischen sich böhmische, österreichische und bajuwarische Bausteine.

Michael Klostermann hat seine ganz eigene Vorstellung wie seine Besetzung zu klingen hat. Er setzt auf einen „weichen“ und „großen“ Sound. Er will aber auch wenn es erforderlich ist den „Kern“ spüren. Seine Flügelhornisten lässt er ausschließlich nur auf Instrumenten von „JESTÄDT“ blasen. Mit diesen Flügelhörnern des deutschen Herstellers formen seine Musiker einen weichen ausgewogenen Klang. Bei Orchesterstellen im „forte“ entwickeln diese Instrumente einen völlig eigenen Charakter. Sie fangen an wie Trompeten zu klingen. Dieser Sound wird oft gebraucht. Klostermann will von dem harten, knalligen Blechklang, dem so genannten „Marching-Sound“ weg. Seine Klarinettisten haben Instrumente von der Meisterklasse „SCHWENK UND SEGGELKE“. Diese Instrumente unterscheiden sich in der Bauweise von der „Wiener-Bohrung“ und einem deutschen Griffsystem. Die „Wiener-Bohrung“ bewirkt durch ihre weite Bauweise einen schönen runden Klang. Mit diesen Holzblasinstrumenten hat er den „Mix“ aus Wiener-Charme (Wiener-Bohrung), Deutscher-Gründlichkeit (deutsches Griffsystem), das ergibt die erkennbaren tschechischen Züge (Böhmen). Klostermann´s Tenorhornisten und Baritonisten spielen auf Instrumenten des Herstellers „CERVENY“. Auch dieser Instrumentenhersteller bevorzugt eine weite Bohrung um den Klang weich zu formen. Durch die weite Bohrung des tschechischen Herstellers neigt der Sound nicht zu einem überblasenen „Blechklang“. Der hohe Kupferanteil im Material, der dünne Lack und die kurzen leisen Anschlagswege der Ventile sind wichtige Eigenschaften, die das Klangbild Klostermann´s beeindrucken. Dazu und nicht zuletzt haben die Schlagzeuger ihre Gerätschaften aus dem Hause „PEARL“. Ein besonderes Merkmal von vielen, ist auch hier wiederum der weiche verstellbare Klang der Snare-Drum. Bei kraftvollen Passagen können sie ruhig gefordert werden ohne „brutal“ zu klingen. Hierbei kommen auch die mittelgroßen Becken zum Einsatz. Michael Klostermann kennt sich selbst mit der Ton- und Beschallungstechnik aus und hat bei der Auswahl auch besonderen Wert auf gute Qualität gelegt. So werden nicht zuletzt seine Bläser gemeinsam mit der elektronischen Technik den Klangkörper in bestehender Weise an den Zuhörer bringen.

Im Laufe seiner Karriere hat er durch die Zusammenarbeit mit renommierten Toningenieuren in verschiedenen Studios sein Wissen auch auf diesem Gebiet weit ausgebaut. Michael Klostermann hat des Weiteren sein Tonstudio mit dieser Aufnahmetechnik ausgestattet.

- Klangmischer der Marke „Mackie“ 32/8/2
- Digitalrecorder Tascam DA 88
- Festplattenspeicher zum besseren bearbeiten der Aufzeichnungen HDR – Recorder 24/96
- Hallgerät Lexicon DCM 90 um den Sound richtig lebendig zumachen (z. B. werden damit die Abschläge der Base-Drum hervorgehoben oder der Gesang etwas bearbeitet, um nur ein paar wenige Möglichkeiten anzusprechen)
- Klangoptimierungsmodul „sp Prozessoren“ (Vitalizer, Dynanamax)/Digital
- Computer/Softwareprogramm Samplitude um Aufnahmen detailiert bearbeiten zu können
- Mikrofone des Herstellers A K G (z. B. C 418, C 419, C 414, D 112, u.v.m.)
- Lautsprecherboxen von „Lanz high-definiton“

Dies ist in einer kurzen Übersicht eine Auswahl über das wichtigste Material, das dem Zuhörer einen unverkennbaren Klang übermittelt. Mit seiner Ton- und Aufnahmetechnik und seinen Aufnahmeleitern, hat Michael Klostermann die Möglichkeiten in seinem eigenen Tonstudio die Produktionen für seine Tonträger selbst durchzuführen.

4.3 Seine Besetzung/Das Personal

„Michael Klostermann und seine Musikanten“ sind wie folgt besetzt:

Klarinette in ES Wolfgang Gutmann

Klarinette in B Uwe Welsch (Luftwaffenmusikkorps 2, Karlsruhe), Rene Huber (Polizeiorchester Wiesbaden), Frank Brunnenmiller, Hans Bruss

Trompete Niki Loris, Marc Oberle (Theater, Freiburg)

Flügelhorn Mario Lorenz (Heeresmusikkorps 7, Düsseldorf), Gerhard Schultheis, Jörg Kockelmann (Solotrompeter, Theater, Detmold) Mathias Loris, Mathias Quint (Heeresmusikkorps 300, Koblenz), Holger Dries, Timo Dellweg (Ausbildungsmusikkorps Bw, Hilden)

Tenorhorn Carsten Ebbinghaus (Musikkorps der Bundeswehr, Siegburg), Andreas Hoffmann, Bernd Hoffmann, Thomas Dold

Posaune Josef Minet, Michael Helmes, Bernhard Vanecek

Tuba Paul Spengler (Polizeiorchester Wiesbaden), Manfred Kahmen (Wehrbereichsmusikkorps III, Münster)

Schlagzeug Stefan Klein, Christian Diederich

Gesang Julia Göttler, Katharina Klingler (beide Gesangsstudentinen)

Moderator Helmut Kiefer

Ton- und Technik Reinhard Lienerth, Stefan Klostermann, Volker Bleisinger, Rüdiger Lanz

(Im Anhang, auf Seite 39, habe ich ein Bild der Besetzung beigefügt)

Michael Klostermann hat die Möglichkeit sich seine Musiker für seine Besetzung auszusuchen. Es ist für Klostermann sehr wichtig, dass sie nicht nur ihr Instrument beherrschen, sie müssen auch ein hohes Maß an Gespür für diese Musik haben. So hat er mit einigen Größen auf der Bühne gearbeitet, wie zum Beispiel mit dem mährischen Blasmusiker und Solotrompeter Vlado Kumpan. Mit ihm zusammen hat eine CD produziert. Sie trägt den Titel „Böhmische Trümpfe“ und kam bereits im Jahr 2001 auf den Markt.

Natürlich ist es sehr schwierig für Fernsehauftritte, Tonträgerproduktionen und Konzerte immer eine feste Standardbesetzung zu haben. Dies geht aus verschiedenen Gründen nicht immer. Zum Beispiel sind die meisten Musiker in anderen renommierten Orchestern hauptberuflich tätig. Zu solchen Orchestern gehören unter anderem: Theater, die Musikkorps der Bundeswehr, Polizeiorchester, Orchester des Bundesgrenzschutz und viele mehr. Michael Klostermann betrachtet diese Angelegenheit aber nicht als Problem. Er sagte mir während unseres Telefonates vom 09. April 2003: “…das ist mir sogar recht, wenn ich ständig wechseln kann. Ich habe somit immer Musiker denen es nicht langweilig wird und die immer begeistert und gespannt sind mit mir zusammen zu musizieren und Spaß zu haben. Für eine Aufnahme treffen wir uns einmal im Jahr, spielen die Dinge einmal an und dann muss alles stehen.“

Natürlich verlangt Klostermann von seinen „Aushilfen“ sehr genaues Arbeiten und höchste Konzentration, damit die Profis seinen Ansprüchen gerecht werden.

Als Klostermann mit seinen Aufnahmen anfing und das damalige Tonstudio ihn ein paar Mal versetzte, lernte er dort Reinhard Lienerth kennen. Dieser hatte Erfahrungen mit dem Mischen und so hatte Klostermann einen erfahrenen Mann an seiner Seite, der ihm bis heute erhalten blieb. Lienerth übernimmt mit dem PA-Anlagenhersteller Rüdiger Lanz die Aufnahmetechnik für Produktionen und Konzerte. Unterstützung bekommt er von Klarinettist und Arrangeur Hans Bruss und Volker Bleisinger. Weiter wird die Besetzung Klostermann´s durch seinen Bruder Stefan unterstützt. Michael betrachtet ihn als seinen größten Kritiker der hauptsächlich für den ganzen äußeren Rahmen zuständig ist. Stefan Klostermann fährt zu jedem Auftritt mit und nimmt die ganze Show mit einer Kamera auf Video auf, um zusehen was verbessert werden kann (Bühnenbild, Bewegung und Mimik der Sänger usw.).

5. Das Wirken in der Öffentlichkeit

Klostermann und seine Musiker haben nicht nur Konzerte in Rundfunk und Fernsehen sondern treten auch zum Beispiel bei Musikvereinen und deren Veranstaltungen sowie bei diversen anderen Anlässen auf.

Solche Veranstaltungen sind meistens dadurch noch stärker besucht und haben einen musikalischen Anklang im großen „Festzelt“ mit Unterhaltungsmusik und guter Bewirkung.

„Michael Klostermann und seine Musikanten“ haben bei vielen Musikvereinen einen guten Namen. Die Musiker reisen im gesamten deutschsprachigen Raum und auch in den Benelux-Staaten umher.

In unserer Heimat hat Klostermann seine Sympathie auch durch kleinere Werbeträger und freundliches Auftreten in der regionalen Presse gewonnen. Michael Klostermann ist führend auf der Schiene der professionellen Egerländer Blasmusik und dementsprechend sehr populär. Dies ist ein sehr gutes „Aushängeschild“ und Werbung für die gesamte Region des Nahelandes, seiner/unserer Heimat.

5.1 Die Werbepartner/Zielgruppen

Wenn man die Besetzung „Michael Klostermann und seine Musikanten“ einmal aus dem wirtschaftlichen Blickwinkel betrachtet, fragt man sich, kann eine Besetzung in diesem Stil mit so vielen anspruchsvollen Musikern eigentlich auf Dauer existieren? Die Besetzung wird nicht subventioniert, so wie beispielsweise die Big-Band des WDR. Klar ist, dass eine Besetzung, gleich in welcher Art von Musik, ohne finanzielle Mittel in der freien Wirtschaft auf diesem hohen Niveau nicht lange bestehen kann.

Michael Klostermann hat sich im Laufe der Zeit Kontakte zu vielen bekannten Größen der Musikbranche aufgebaut. Er pflegt diese Kontakte sehr sorgfältig, denn sie werden in seinem „Unternehmen“ gebraucht. So sind „seine“ Holzblasinstrumente von der Firma „SCHWENK UND SEGGELKE“. Er nutzt diese Firma beispielsweise als Werbepartner für seine Besetzung und für seinen Namen. Für den Klarinettenhersteller der Meisterklasse schreibt er gelegentlich Berichte über das Produkt und seine persönliche Erfahrung mit diesem Instrument in seiner Besetzung. Dazu ist natürlich auch die Meinung seiner Musiker gefragt. Das Unternehmen „SCHWENK UND SEGGELKE“ schaltet im Gegenzug dafür eine Anzeige in der eigenen Werbung mit „Michael Klostermann und seine Musikanten“. Denselben Vorgang findet man im Hinblick auf die Instrumente Tenorhorn und Bariton. Da heißt der Werbeträger „CERVENY“. Klostermann hat direkte Verbindung zu dem tschechischen Hersteller. Des Weiteren hat „CERVENY“ Firmen, die diese Instrumente vertreiben. Ein Vertrieb ist zum Beispiel die Firma „FMB-FACHMARKT-BLASINSTRUMENTE“ in Gütersloh. „FMB“ bringt jedes Jahr einen aktuellen Katalog in den Vertrieb in dem Klostermann´s Musikanten für Musikinstrumente bestimmter Firmen werben. Klostermann wirbt auch für den Schlagzeughersteller „PEARL“ und den deutschen Flügelhornhersteller „JESTÄDT“. Durch seine früheren Kontakte zu Tonstudios sind weitere Werbepartner die Produktionsfirmen „KOCH MUSIC“ und „BOGNER RECORDS“. Dort werden Aufnahmen produziert und gestaltet. Einer von Klostermann´s wichtigsten Werbepartnern ist der Musikverlag „DE HASKE“. Klostermann und auch sein Arrangeur Franz Watz schreiben und vertreiben Notenmaterial über diesen sehr großen Verlag. „DE HASKE“ schickt an alle Musikvereine im deutschsprachigen Raum – man schätzt die Anzahl auf ca. 30.000 – Demo CDs mit den neusten Titeln von „Michael Klostermann und seinen Musikanten“.

So haben die Musikvereine mindestens einmal pro Jahr eine Aufnahme von ihm und seinen Werken gehört. „Das ist die beste Werbung für mich, weil es Werbung zum hören ist!“ so Klostermann in meinem Interview vom 12. April 2003. Dies hat zur Folge, dass Musikvereine sich die Titel anhören können und sofort entscheiden, ob die Werke bei „DE HASKE“ bestellt werden und in das Repertoire aufgenommen werden können. Hierfür wirbt Klostermann auch in seinen CD-Covers. Für Michael Klostermann heißt das: Finanzielle Erträge von „GEMA“. Klostermann schreibt seine Noten mit dem Computerprogramm „FINALE“ der Firma Klemm. Klostermann macht für die Software-Firma im Internet Werbung in Form einer Anzeige. Rüdiger Lanz hat mit seiner Boxentechnik „LANZ high-definition“ eine spezielle Technik für Klostermann´s Gebrauch entwickelt. Rüdiger Lanz wirbt auch selbst in der Aufnahmetechnik mit. Auch für ihn macht Klostermann Werbung und im Gegenzug bietet Rüdiger Lanz ihm seine Dienstleistungen. „AKG“ Mikrofone nennt Klostermann immer wieder in seinen CD-Covers. Mit dem Akkordeonhersteller „LANZINGER“ aus Tirol hat Klostermann einen neuen Werbeträger im Ausland gefunden. Mit ihm haben er und sein Freund Franz Watz ein besonderes musikalisches Projekt vor. Franz Watz wird ein Medley mit dem Titel „Avsenik und Blasmusik“ schreiben. Geplant ist eine Aufführung des Werkes mit dem heute 74 Jahre alten Slavko Avsenik, dem Gründer und Akkordeonspieler der „Original Oberkrainer“ mit Unterstützung von „Michael Klostermann und seinen Musikanten“. Wenn Klostermann mit seiner Besetzung in Schloß/Dhaun probt, werden die Musiker im „Café-Waldeck“ bestens verpflegt. Klostermann wirbt in diesem Zusammenhang für diese Gaststätte.

Natürlich fließt auch Kapital durch Fernsehauftritte in das „Unternehmen“ Klostermann. Wenn „Michael Klostermann und seine Musikanten“ beispielsweise an einem Samstagabend um 20.15 Uhr im ZDF in einer volkstümlichen Musikshow auftreten, so hat Klostermann eine ganz bestimmte Zielgruppe, die er ansprechen will. In der Regel kann man davon ausgehen, dass ihm nur sehr interessierte Personen Aufmerksamkeit schenken, die diese Musik auch hören und in dem Fall auch sehen wollen. Überlegt man diesen Gedankengang weiter, so könnte man in Betracht ziehen, dass diese Gruppe von Personen Klostermann´s potentielle Konzertbesucher für seinen nächsten Auftritt sein könnten. Natürlich bringen Fernsehauftritte wieder „GEMA“ - Erträge und lassen den Verkauf von Tonträgern aufleben. Durch TV-Shows wird Klostermann von „Nord“ bis „Süd“ bekannt und nicht nur auf einer engen regionalen Fläche. Bei Konzerten in den deutschsprachigen Ländern wie zum Beispiel Österreich und der Schweiz gewinnt Klostermann neue Veranstalter und eventuell auch neue Werbeträger. Die Konzerte werden durch Plakate, Zeitungsanzeigen, Internet und durch Lokalsender angekündigt. Dabei werden natürlich seine Tonträger zusätzlich vertrieben. Mit dem Fotografen „GREBER“ aus Idar – Oberstein produziert Klostermann professionelle Bilder für Werbezwecke.

5.2 Der Tourneeplan 2003 und was noch geplant ist

Der Tourneeplan für das Jahr 2003 sieht wie folgt aus:

17.Mai 2003 Kreismusikfest in 91625 Wildenholz

23.Mai 2003 Konzert in 83246 Unterwössen

29.Mai 2003 Faszination Blasmusik in73527 Hussenhofen - Schwäbisch Gemünd

07.Juni 2003 Konzert Musikalische in 55606 Hochstetten/Dhaun Schlosstage

12.Juli 2003 Konzert ab 21.00 Uhr in CH-7563 Samnaun

13.Juli 2003 Konzert ab 11.00 Uhr in CH-7563 Samnaun

18.Oktober 2003 Konzert in Rocherath (Belgien)

Bei diesem Tourneeplan für das laufende Jahr ist ständig mit Änderungen zurechnen.[6]

Des Weiteren hat Michael Klostermann für dieses Jahr noch eine zusätzliche Tonträgerproduktion geplant. Im Notenrepertoire hat er natürlich unter anderem wieder neu komponierte und bearbeitete Werke von sich und seinen Arrangeuren geplant. Es müssen wieder Konzepte und Kontakte für weitere Fernsehauftritte vorbereitet werden, nähere Angaben zu speziellen Sendungen konnten noch nicht gemacht werden. Klostermann hat eine weitere Rundfunksendung mit seinen Musikanten geplant. Hierzu spielt er mit dem Gedanken eine Live CD für Rundfunksender zu produzieren. Mit dem österreichischen Akkordeonhersteller „LANZINGER“ aus Tirol haben Klostermann und Watz ein gemeinsames Konzept in Bearbeitung. Michael sagte mir in unserem Interview vom 12. April 2003: „Der „LANZINGER“ baut die besten Akkordeons, die ich bisher gehört und gesehen habe.“ Wegen dieser besonderen Begeisterung haben sich Klostermann und Watz überlegt, wie sie etwas Neues auf die Beine bringen. Franz Watz stellt zurzeit ein Medley unter dem Namen „Avsenik und Blasmusik“ zusammen. Slavko Avsenik ist Komponist und Gründer der „Original Oberkrainer“ und Akkordeonspieler der Extraklasse. Slavko Avsenik und seine „Original Oberkrainer“ waren in der Vergangenheit schon oft in der deutschen Hitparade mit sehr großem Erfolg vertreten. Gemeinsam wollen „Michael Klostermann und seine Musikanten“, mit Slavko Avsenik und Klostermann´s Werbepartner „LANZINGER“ dieses Werk aufführen. Der Ort und weitere Details sind noch in Bearbeitung.

In Zukunft wird Klostermann weiter Kompositionsaufträge vergeben. Auftritte vereinbaren und stark für seine Musik werben. Auch seine Internetseite wird er weiter ausbauen und ständig auf dem neuesten Stand halten.

5.3 Die Repertoirequellen

Michael Klostermann legt Wert auf eigene Ideen und arbeitet nicht sehr gerne mit Dingen die von anderen stammen. So ist es zum Beispiel mit dem Notenmaterial. Klostermann hat eigene Bilder vor Augen die er in Musik umwandeln will. Dies ist wohl ein weiterer von vielen Gründen, die ihm Freude am Komponieren und Arrangieren verleihen. Somit kann er diese Werke gleich mit seiner Besetzung einstudieren und vor Ort korrigieren. In der Egerländer Blasmusik handelt der Gesang oft aus Tagen der Kindheit, dem Egerland vor dem zweiten Weltkrieg, der schönen Natur und auch von fröhlichen Stunden, die mit der Familie verbracht wurden. Daher braucht man ein gewisses Gespür beim Erstellen eines neuen Titels. Klostermann schreibt die Werke nicht alle selbst. Dafür hat er noch andere Komponisten und Arrangeure die ihre Gedanken und Ideen zu Grunde legen. Hierzu zählen:

- Franz Watz
- Hans Bruss
- Günther Friedmann
- Reinhard Lienerth

Diese Herren sind für „Michael Klostermann und seine Musikanten“ auf Grund ihrer großen Erfahrungen und der Freude zur Musik eine echte Bereicherung. Dies heißt natürlich nicht, das Klostermann´s Musikanten nur ausschließlich aus diesen Quellen musizieren. Hier nur ein paar wenige andere Namen die Werke und Bearbeitungen aus Klostermann´s Repertoire erstellt haben, zum Beispiel: Frantisek Kmoch, Wolfgang Gutmann, Max Baumann, Jan Moravec und viele mehr. Natürlich werden auch bestehende ältere Werke neu bearbeitet, um dass Programm zu vervollständigen. Klostermann versucht bei seinen Auftritten, egal ob TV-, Rundfunk-, Live-Auftritte oder gar CD-Aufnahmen, immer ein abwechslungsreiches Programm von besinnlich bis schwungvoll und klangvoll seinem Publikum darzubieten.

6. Michael Klostermann und die Medien

Wenn „Michael Klostermann und seine Musikanten“ in unserer Region ein Konzert geben oder die Profis im Fernsehen auftreten, wird das besonders von unserer regionalen Presse vorher angekündigt. Ich möchte hier einmal ein paar Ausschnitte über das Regional, Überregionale und die Fernsehberichterstattung geben. Ein paar Tage nach dem Geschehen sind viele Tageszeitungen von mit großen Berichten. Michael Klostermann ist zum Thema Presse sehr positiv eingestellt. Es ist für ihn und seine Besetzung eine tolle Werbung, die ihm sogar beim lesen selbst Spaß macht.

Die nachfolgenden Kritiken lassen deutlich erkennen, wie sehr die Musikanten mit Polka-, Walzer-, Marsch- und den Swingrhythmen das Publikum mitreißen.

Rhein-Nahe Zeitung, Oeffentlicher Anzeiger vom 15. Oktober 2002:

„…Dreistündiges Feuerwerk

blasmusikalischer Brillanz dargeboten

Der Beifall der 800 Gäste in der Bockenauer-Schweiz-Halle bestätigte es. Das Konzert von „Michael Klostermann und seinen Musikanten“ wird noch lange in Erinnerung bleiben. Erst nach vier Zugaben durften die 22 Musiker die Bühne verlassen. Bis dahin hatten sie ja auch schon über drei Stunden dauerndes Feuerwerk der Blasmusik präsentiert…“

Natürlich ist dies auch überregional so, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr nach dem Konzert in Künzell. Dort war zwei Tage später in der Tageszeitung folgendes zu lesen:

Hünfelder Zeitung/Stadtregion, Fuldaer Zeitung vom 28. Oktober 2002:

„…Total verliebt in flotte Blasmusik

…Die knappen vier Stunden lebten von der Sensibilität und der musikalischen Grandiosität des Dirigenten und seiner 22 taktvollen Mitstreiter. Innerhalb von Sekunden war der Bann gebrochen. Fans und Musiker ließen sich nicht mehr los – bis hin zum stürmischen Abschied, gefeiert mit rhythmischen Ovationen und etlichen Zugaben…“

Auch sollte der Vergleich in einer Leserumfrage doch explizit erwähnt werden. Die Umfrage wurde unter anderem auch in mehreren Fachzeitschriften abgedruckt, berichtete mir Michael Klostermann bei unserem Treffen am 14. April 2003.

Ich habe in meinem angesammelten Berichten auch aus dem regionalen Bad Kreuznacher Wochenspiegel vom 08. Dezember 1999 einen Ausschnitt des Artikels über diese Leserumfrage nachstehend in Erwägung gezogen. In dem darauf folgenden Artikel wird Klostermann erwähnt, dass er auch Fernsehauftritte nachzuweisen hat.

Regionaler Bad Kreuznacher, Wochenspiegel vom 08. Dezember 1999:

„...Leserumfrage ergab: Überwältigendes Ergebnis für Michael Klostermann

Ernst Mosch´s Nachfolger

Hohe Auszeichnung für Michael Klostermann/ Nach einer Leserumfrage entschieden sich über 70 Prozent für ihn als Nachfolger von Ernst Mosch.

Nach dem Tod des legendären „Königs“ der „Egerländer Musikanten“, Ernst Mosch, im Mai diesen Jahres startete man eine Umfrage und wollte wissen, wer denn am geeignetesten erscheine, um in die Fußstapfen von Ernst Mosch zu treten. Das Ergebnis war überwältigend, aber keineswegs überraschend: Über 70 Prozent der Blasmusikbegeisterten entschieden sich für Michael Klostermann und seine Musikanten als die geborenen Nachfolger. Die restlichen 30 verteilten ihre Stimmen auf drei Gruppen. …“

Der Artikel geht wie folgt weiter:

„…Viele volkstümliche Rundfunk- und Fernsehsendungen

Keine einschlägige Fernsehsendung in der Michael Klostermann nicht zu Gast war.

Kreis. Die Pforte ins Karrieretor wurde aufgestoßen durch den Auftritt in der ZDF-Fernsehsendung „Lieder, die von Herzen kommen“. Dann ging’s Schlag auf Schlag. Sie waren im „Krug zum grünen Kranze“, wurden von Dieter Thomas Heck zu „Melodien für Millionen“ begrüßt, traten in „Kein schöner Land“ vor die Kameras, waren unter den „Lustigen Musikanten“, waren bei Ramona Leiß in „Musi nach Maß“ sowie bei Marianne & Michael in „Feste feiern“ oder in deren neuer Reihe „Heimatmelodie“ um nur einige zu nennen. …“

6.1 Meinungen von Außenstehenden

Ich habe im Laufe meiner Recherchen mit mehreren Musikern in unserer Umgebung darüber Diskussionen geführt, was Vereine dazu bewegt „Michael Klostermann und seine Musikanten“ bei solchen Anlässen auch als Programmpunkt für die Unterhaltung zu gewinnen. Die meisten finden, dass die Sympathie von Klostermann´s Truppe etwas Besonderes für eine Veranstaltung wie zum Beispiel ein Jubiläum oder Kommerz ist. Michael Klostermann zeigt daher auch seine Vielseitigkeit, die er mit seiner Besetzung nachweisen kann. Es kommt ihm nicht nur darauf an, im Konzertsaal sein Publikum zu begeistern, sondern auch mal die Masse im so genannten „Festzelt“ bei Laune halten zu können.

Um einen Gesamteindruck über die Musikrichtung der Egerländer Blasmusik, „Michael Klostermann und seine Musikanten“ zu gewinnen und wie die Öffentlichkeit zu dieser Besetzung steht, habe ich zwei bekannte Personen befragt:

1. Wie beurteilen Sie als „Außenstehende“ das Auftreten und die Musik von „Michael Klostermann und seinen Musikanten“?
2. Was ist Ihrer Meinung nach für die Zukunft der Egerländer Blasmusik maßgebend?
3. Wie wirkt diese Musik auf Sie persönlich?

Meine drei Fragen richtete ich an:

I: Meinen Bekannten, Arrangeur und Komponisten, EWOTON und SCHERBACHER Musikverlag

II: Einen Klarinettisten, Arrangeur und Ausbilder im Ausbildungsmusikkorps Bw, Hilden

Die Antworten habe ich auf den nachstehenden Seiten aufgeführt.

Interview vom 14. April 2003 mit dem Arrangeur und Komponisten:

Zu 1:

„…Ich betrachte „Michael Klostermann und seine Musikanten“ als führende Truppe der professionell betriebenen Egerländer Blasmusik. Ich hatte auch schon persönlichen Kontakt mit ihm und bin überzeugt, dass er auch in musikalischer Hinsicht ein kompetenter Mann für diese Branche ist. …“

Zu 2:

„… Die Besetzungsleiter der Egerländer Blasmusik sollten sich nicht davor scheuen, im „Festzelt“ aufzutreten. Diese Musik hatten die Menschen damals schon im Egerland als unterhaltend betrachtet, hauptsächlich bei geselligen Anlässen. Dort saß man abends nach getaner Arbeit bei einem „Feierabendbier“ gesellig beieinander. Man wird es nicht schaffen und es wäre auch falsch diese Musik in eine andere Richtung lenken zu wollen. Traditionen kann man nicht ändern. …“

Zu 3:

„... Allgemein gesehen ist diese Musik zeitlos. Ich würde diese Musik als nicht provozierend auf das Publikum wirkend bezeichnen und daher ist sie meiner Meinung nach eine schöne Unterhaltungsmusik. Es stört mich ein wenig, dass alle Musikbesetzungen der professionellen Egerländer Blasmusik diesen Musikzweig immer mehr in den Konzertsaal tragen wollen. ….“

Interview vom 07. April 2003 mit einem Klarinettisten, Arrangeur und Ausbilder im Ausbildungsmusikkorps Bw, Hilden:

:

Zu 1:

„… Ich finde die Musik von „Michael Klostermann und seinen Musikanten“ gut. Ich interessiere mich persönlich auch für diesen Musikzweig und betrachte sie als eine Art Volksmusik. Ich kann aber nicht behaupten, dass ich eine Egerländer Besetzung als Favoriten in dieser Branche habe. Also bin ich nicht drauf fixiert, gezielt eine Volksmusiksendung im TV anzusehen, nur weil eine Besetzung wie zum Beispiel Michael Klostermann auftritt. Ich betrachte die Musik als Ganzes und Unterhaltsam. Mir gefällt sie. …“

Zu 2:

„… Das ist ein Generationsproblem. Ich bin der Meinung, dass diese Musik nach und nach aussterben wird. Darauf haben in der heutigen Zeit einfach zu viele Dinge enormen Einfluss. Ich denke mir, dass der Hauptboom in Richtung MIDI, Synthesizer und dadurch Alleinunterhalter tendiert. Die meisten kleineren Besetzungen gehen oft aus finanziellen Gründen kaputt. …“

Zu 3:

„… Kurz und bündig…: Sie wirkt auf mich wie eine spezielle Art von volkstümlicher Musik, die ich gerne höre und selbst spiele. …“

Hiermit möchte ich mich auf diesem Wege bei meinen beiden Interviewpartnern für das offene Gespräch recht herzlich bedanken.

6.2 Klostermann´s eigene Meinung

Ich habe Michael Klostermann am 12. April in unserem Interview weiter nach seiner eigenen Meinung über Medien und sein „Unternehmen“ gefragt und nachstehend seine Aussage aufgeführt:

„Ich werde kämpfen, dass die Egerländer Blasmusik weiter Zukunft hat. Besonders die der Egerländer Musik ist und bleibt zeitlos und das ist auch gut so. Es wird immer interessierte Personen für Blasmusik geben und so auch für diese Sparte der Blasmusik.

Die Vermarktung der Tonträger ermöglicht es nicht nur eine Fläche im Süden des Landes mit dieser Musik zu identifizieren, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum. Eine CD kann man immer überall mit hinnehmen und das ist die beste Werbung in dieser Hinsicht. Es ist eine Art Volksmusik und aus diesem Grund wird sie nicht aussterben. Eine Bestätigung, dass diese Musik auch Erfolg haben kann hat mich zum Beispiel ein Bekannter spüren lassen. Reiner Schwarz, von Beruf Mediengestalter, ist einer von diesen Personen, die ich zu dieser Musik beeindrucken konnte. Er hatte erst überhaupt keinen Kontakt zu dieser Musik, bis ich ihn zu einem Konzert eingeladen hatte. Nach dem Konzert kam er total aufgeregt zu mir und sagte: „ Ich habe so etwas noch nie erlebt. Ich bin gedanklich total in meine Kindheit zurückgefallen und mir sind so viele Dinge durch den Kopf geschossen. Ich hatte einen totalen Gefühlsausbruch“. Ein solcher Beweis macht mich sehr zufrieden und zeigt mir, dass ich Erfolg mit meiner Arbeit habe…“

Es ist Klostermann weiterhin sehr wichtig, dass er sich auf seine Besetzung verlassen und Spaß am musizieren hat. Er wünscht sich eine weitere gute Zusammenarbeit mit seinen Musikern und mit seinem gesamten Team. Er will mit seiner Existenz einen erheblichen Beitrag mit Marsch, Walzer, Polka und auch mal die Kombination mit Swing zu einem langen Bestehen dieses Musikzweiges erlangen.

6.3. Die Zukunft

Die Unterhaltungsmusik und das Zeitalter MIDI sind sehr groß im kommen, deswegen werde ich hier einmal ein paar zukunftsweisende Richtlinien und Argumente für das weitere Bestehen der Egerländer Blasmusik in Erwägung ziehen. Es ist Musik, die ohne hunderttausend Watt erzeugt wird und es gibt kein „Festzelt“ ohne gesellige und fröhliche Musik.

Für die Egerländer Blasmusik ist wichtig, dass man in der Lage ist, Leute zu begeistern. Es ist von hoher Bedeutung junges Publikum für diesen Musikzweig zu gewinnen. Denn sie sind nicht nur Träger der finanziellen Mittel, sonder auch Förderer des jungen Nachwuchses. Deshalb nützt es nichts, wenn man als Besetzungsleiter nur eine Altergruppe anspricht. Irgendwann würde auch diese Altersgruppe aussterben und somit auch diese Musikart. Eine gute Möglichkeit bietet sich an, wenn zu einem Konzert von „Michael Klostermann und seine Musikanten“ als Zielgruppe diverse Musikvereine in der Umgebung eingeladen werden. Dann erreicht man somit gleichzeitig interessiertes Publikum. Klostermann und seine Musiker sollten weiterhin anspruchsvolle Musik anbieten um das Publikum zu begeistern und somit „jüngere Musik im Egerländerstil“ als neue Art der Vermarktung zu betreiben. Somit können auch Arrangeure, die in dieser Musikrichtung tätig sind einen entscheidenden Beitrag dazu leisten. Somit bekommt man auch das Vorurteil mancher Menschen aus dem Kopf, dass diese Musik zur „Dicken-Backenmusik“ gehört. Sie sollten anspruchsvolle und begeisternd wirkende Stücke schreiben, um diese Musik dadurch neu aufleben zulassen. Es sollte aber auch immer wieder in betracht gezogen, das diese Blasmusik den meisten Publikumsandrang in einem großen „Festzelt“ findet. Somit ist enorme Werbung und die finanzielle Ebene gesichert. Weiter bin ich der Meinung, dass sich besonders die „Profiebene“ dieser Musikart dazu bewegen sollte, den Vertrieb mit dem Konzept eines größeren Marketing und Sponsoring in Betracht zu ziehen. Da diese Musik häufig im „Festzelt“ als Unterhaltungsmusik angeboten wird, würde sich beispielsweise eine Brauerei als Sponsor für eine Egerländer Blasmusikbesetzung bestens eignen. Das würde für die Musiker heißen, dass der Wiedererkennungswert extrem gesteigert wird, wenn sie für einen bestimmten Namen ständig werben würden. Dadurch würde in eine berühmte Besetzung, wie „Michael Klostermann und seine Musikanten“, die zurzeit den Markt der professionellen Egerländer Blasmusik deutlich anführt, noch mehr Kapital und selbst Werbung für die eigene Sache in das „Unternehmen“ einfließen.

Vielleicht könnte man dann sogar noch den so genannten Wiedererkennungswert mit einer eigenen eingespielten Melodie für Werbung in Rundfunk und Fernsehen erweitern. Weiterhin könnten die Unternehmen durch die hohen finanziellen Erträge größere Investitionen und Projekte mit anderen musikalischen Größen tätigen und den Nachwuchs dieser Branche fördern.

7. Schlusswort

Mit dieser Arbeit habe ich versucht, einer bestimmten Gruppe von Menschen einmal darzulegen, was überhaupt in dem Kapitel Egerländer Blasmusik steckt und das man keinesfalls von „billiger Bierzeltmusik“ reden kann. Wenn jemand diesen Sinn nicht versteht und nur auf seine abwertenden Bemerkungen besteht, der sieht oder hört die Qualität der professionell betriebenen Musik nicht und verwechselt auch Vorurteile und Tradition. „Michael Klostermann und seine Musikanten“ sind für mich von höchster Qualität und hohem Engagement die führenden Träger der professionellen Egerländer Blasmusik.

In der heutigen Zeit laufen in der Blasmusik gewisse Zweige Gefahr auszusterben. Der Grund dafür ist das Zeitalter des boomenden Marktes der elektronischen Musik. Dieses Problem habe ich auch in Punkt 6.3 meiner Arbeit aufgezeigt. Dazu tragen zum Beispiel: MIDI, Synthesizer und Computermusik… erheblich bei. Im Laufe meiner Recherchen, habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Musikzweig der Egerländer Blasmusik mehr Zukunft hat, wenn er mit Marketing und Sponsoring professionell betrieben wird.

Ist dies nicht der Fall, werden nach und nach immer mehrere kleinere Besetzungen der Egerländer Musik durch die zunehmende moderne Musik, die unter das Spektrum der gesamten Elektronik fällt, zu Grunde gehen. Doch sollte man diesen Musikzweig keinesfalls durch „Alleinunterhalter“ ersetzen. In dieser Hinsicht hat diese Musik wiederum zu viel Tradition und das wäre auch nicht im Sinne des interessierten Publikums. Das Zeitalter des Computers kann eine Blaskapelle auf keinen Fall in irgendeiner Art und Weise ersetzen.

Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass das Gebiet der professionell betriebenen Egerländer Blasmusik Zukunft hat. Für diese Zukunft muss allerdings ständig etwas Neues getan werden, damit diese Ebene bekannt und beliebt bleibt. „Michael Klostermann und seine Musikanten“ werden auch diesem Gebiet weiterhin Erfolg nachweisen können, weil man eine Besetzung mit einer solchen Auswahl an ambitionierten Profimusikern nicht so schnell „einholen“ kann.

8.Anhang

Die Besetzung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Label: Koch Music Vertrieb: Universal Vertrieb - A Divisio )

Notenbeispiel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

9. Literatur und Quellenverzeichnis

1. Persönliches Interview mit Michael Klostermann vom 12. April 2003

2. Diverse Telefonate

Michael Klostermann, Karl-Heinz Bell

3. Internet Homepage von „Michael Klostermann und seine Musikanten“

www.m-klostermann.de

4. CD „Michael Klostermann und seine Musikanten“ – 15 Jahre –

BOGNER RECORDS 1999

5. CD „Michael Klostermann und seine Musikanten“

-Dankeschön Ernst Mosch; BOGNER RECORDS 2000

6. CD „Michael Klostermann und seine Musikanten“ - Böhmische Trümpfe

BOGNER RECORDS 2001

7. Persönliche Befragung mit Musikern

Karl-Heinz Bell, Dirk Wachtler, Karl-Heinz Runkel, Timo Dellweg

8. Über die Jahre angesammelte Presseberichte

Regionale und überregionale Zeitungen

(nicht alle Berichte sind damals mit Datum versehen worden)

9. Eigene Recherchen

Workshop, Gespräche mit Musikern aus Musikvereinen im Naheland

10. Buch, Ernst Mosch – „Mein Leben – die Musik“

Erklärung

Hiermit erkläre ich Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst, Zitate unter Angabe der Quelle kenntlich gemacht und keine anderen, als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe.

(Christian Wies, Hilden, 26. April 2003)

[...]


[1] vgl. Mosch, Ernst; Mein Leben - die Musik

[2] vgl. Mosch, Ernst; Mein Leben – die Musik

[3] vgl. Mosch, Ernst; Mein Leben – die Musik

[4] vgl. Booklet CD Michael Klostermann und seine Musikanten – 15 Jahre

[5] www.m-klostermann.de; März 2003

[6] www.m-klostermann.de; März 2003

41 von 41 Seiten

Details

Titel
Egerländer Blasmusik mit Zukunft?
Hochschule
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Autor
Jahr
2003
Seiten
41
Katalognummer
V110630
Dateigröße
775 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Egerländer, Blasmusik, Zukunft
Arbeit zitieren
Dipl. Mus. Christian Wies (Autor), 2003, Egerländer Blasmusik mit Zukunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110630

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