Inklusive und exklusive Identitäten - Deutschland und Frankreich im Vergleich


Seminararbeit, 2005

14 Seiten, Note: 1,0

Anonym


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Inhaltsverzeichnis

1. Inklusive und exklusive Identitäten- eine Einleitung

2. Nationen
2.1. Allgemeines zum Begriff „Nation“
2.2. Ebenen des Begriffs "Nation"
2.3. Die moderne Nation- Definition

3. Die nationale Identität- Definition
3.1. Bestandteile der nationalen Identität
3.2. wichtige Merkmale der nationalen Identität

4. Nationalismus- Definition
4.1. Hauptmerkmal der Nationalismus
4.2. Der Doppelcharakter des Nationalismus und sein Einfluss auf die nationale Identität

5. Unterschiede zwischen inklusiven und exklusiver Identitäten: Deutschland und Frankreich im Vergleich

6. Die Kopftuchdebatte
6.1. die öffentliche Kritik
6.2. der Fall Ludin
6.3. „entscheidend ist, was im und nicht was auf dem Kopf ist!“ - ein Fazit

7. Hintergründe

8. Schlussfolgerung

9. Literatur

1. Einleitung

Diese Seminararbeit behandelt den Wandel und die Unterschiede der nationalen Identität am Beispiel von Deutschland und Frankreich. Sie setzt sich außerdem auch mit der Frage nach den Ursachen und Konsequenzen dieses Wandels auseinander.

Eine Frage, die in der Nationalismus und nationale Identitätsforschung immer wieder auftaucht, bestimmt das Feld des vorliegenden Themas: In wie weit wird die nationale Identität beeinflusst und welche Faktoren tragen dazu bei?

Ein solches Thema wird allerdings ohne bestimmte Voraussetzungen von Grundbegriffen der Nation und des Nationalismus nicht auskommen, weil das Verständnis der nationalen Identität ohne das Verständnis von Nation undenkbar ist und weil der Nationalismus bei dem Wandel der nationalen Identität eine entscheidende Rolle spielt. Deshalb werden auch Grundlagen für die Analyse von Zusammenhängen zwischen Nationalismus, nationaler Identität und Nation erarbeitet. Dazu gehört ihre Begriffserklärung, die Erläuterung ihrer Merkmale und- wie schon erwähnt- die Unterschiede und die Faktoren, die zu dem Wandel der nationalen Identität in Deutschland und Frankreich, beigetragen haben.

Ich habe mich entschlossen, den Unterschied in der Einwanderungspolitik zwischen Deutschland und Frankreich wegen zwei Gründen zu analysieren: erstens haben diese Länder bis im Jahr 1999 eine- von einander- völlig verschiedene Einwanderungspolitik betrieben. Dieser Unterschied wird im ersten Beispiel erläutert. Die Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen und französischen nationalen Identität, werden anhand des zweiten Beispiels behandelt, wobei damit auch der Wandel dieser Identitäten festgestellt und analysiert wird.

Das zentrale Ziel dieser Seminararbeit sind somit die Zusammenhänge zwischen Nation, Nationalismus und nationale Identität festzustellen.

Die Recherchen für diese Seminararbeit beziehen sich auf zwei Hauptquellen. Ein Teil der Informationen, die für diese Seminararbeit erforderlich waren, kommen von zwei Kapitel aus dem Buch „ Am Rande Europas? „ vom Dr. Jerzy Mackow, der Professor für vergleichende Politikwissenschaft im Institut für Politikwissenschaft an der Universität Regensburg ist. In diesem Buch behandelt Pr. Mackow die Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Nationen, der Zivilgesellschaft und die außenpolitische Integration der Staaten in Mittel- und Osteuropa.

Die Materialien für die Kopftuchdebatte habe ich von einem Internetquelle genommen, nachdem ich sicher war, dass es sich auch um aktuelle und vertrauenswürdige Informationen handelte.

2. Nationen

Die Nationen treten in unterschiedlicher Gestalt auf. Ihre Unterschiedlichkeit in Geschichte und Gegenwart geht einerseits auf Unterschiede hinsichtlich der „objektiven“ Eigenarten der betroffenen Population zurück: Sprache, Bräuche, Kultur, Geschichte, Rassenmerkmale, etc. Andererseits resultiert sie aus den „subjektiven“ Eigenarten, die untrennbar mit der nationalen Identität- mit den gemeinsamen Vorstellungen über die eigenen Ursprünge und die eigenen Wesensart- verbunden sind.

In Europa hat es Nationen gegeben, noch bevor der moderne Nationalismus aufkam. In der Literatur zur Nation und Nationalismus gibt es außerdem viele Termini und Konzepte, wenn es um die Nationen geht. Bezüglich dieses Themas aber, ist nur die moderne Nation von zentraler Bedeutung, da in ihr die Zusammenhänge zwischen Nation, Nationalismus und nationale Identität am besten gespiegelt werden.

2.1. Allgemeines zum Begriff „Nation“

Die Idee der Nation entstand in den 18 Jh. in Folge der französischen Revolution. Durch zunehmende Mobilität begünstigt, entfaltete ihre Idee eine hohe Dynamik, die anfangs gegen Feudalismus und Autokratie (Frankreich, Deutschland), gegen wirtschaftlich und politisch einengende Kleinstaaterei (Deutschland), oder aber gegen imperiale Herrschaft (Russland, Donaumonarchie) gerichtet war. Die Vorstellung vom ethnisch homogenen Nationalstaat gipfelte im 20. Jahrhundert in verschiedenen ethnischen Säuberungen und Genoziden.

2.2. Ebenen des Begriffs "Nation"

Nation wird als ethnische Homogenität (als Volk), aber auch als Stamm (Stammesvolk, früher Völkerstamm) verstanden. Diese Definition der Nation geht von der gemeinsamen Abstammung der Angehörigen der Nation und einer daraus resultierenden Kultur- und Spracheinheit aus. Lange Zeit war diese Auffassung vorherrschend, besonders im Mittel- und Osteuropa des 19. und 20. Jahrhunderts, wo sie zur massenwirksamen Ideologie ausgebaut wurde. Heute wird dieses Konzept vielfach angegriffen und kritisiert.

Nation ist außerdem die Homogenität der Sprache und Tradition (Kulturnation). Sie ist dann die durch die Geschichte bewahrte Einheit in Sprache, Kultur und Traditionen. Sie lässt sich nicht durch territoriale Grenzen definieren. Dies galt für die Kulturnation Deutschland im 19. Jahrhundert, ebenso für die ungarischen Minderheiten aus den unabhängig gewordenen Nachbarstaaten.

Gegenwärtig ist z.B. ein gewisses Streben nach einer Nation z.B. unter den Kurden beobachtbar. Dieser Prozess wird allerdings von heftigen Auseinandersetzungen von innen und außen begleitet.

2.3.Die moderne Nation

Die moderne Nation wird als eine, über einen Eigennamen verfügende Population definiert, die ein historisches Territorium, gemeinsame Mythen und historische Erinnerungen, eine öffentliche Kultur für die Massen, eine gemeinsame Wirtschaft und einen „juristischen Code“ der gemeinsamen Rechte und Pflichten besitzt.

3. Die nationale Identität

Die von den meisten Angehörigen geteilten Vorstellungen über die eigene Nation bilden die nationale Identität. Eine alle Schichten der Gesellschaft durchgreifende nationale Identität hatte es vor dem Französischen Revolution nicht gegeben, weshalb diese Revolution von vielen als die Geburtsstunde der modernen Nationen betrachtet wird. Insofern wird deren Entstehung in den Zusammenhang der gesellschaftlichen Veränderungen von revolutionärer Reichweite gebracht, mit zwingenden Folgen für das Verständnis der modernen Nationen

3.1. Bestandteile der nationalen Identität

Die nationale Identität besteht aus drei Teile: Die Vorstellungen über die gemeinsamen Ursprünge, Vorstellungen über die eigene Wesensart und Vorstellungen über die politische Souveränität. Diese drei Bestandteile sind unterschiedlich bei den Nationen. Sie können außerdem in einer ganzen Population nie völlig einheitlich sein. „Doch allein schon die unbestreitbare Tatsache, dass sich alle Betroffenen darüber Gedanken machen, was es bedeutet, ein Deutscher, Spanier, Franzose oder Tscheche zu sein, zeugt von ihrem Glauben, sie hätten als die Deutschen die Spanier oder die Franzosen usw. eine je eigene und gemeinsame Geschichte und Wesensart“ 3

3.2. Wichtige Merkmale der nationalen Identität

Der Wandel der nationalen Identität trägt zur Veränderung der Gesellschaft- ihrer Strukturen und Subkulturen- bei. Wird die nationale Identität zum „Eigentum“ aller Schichten der Gesellschaft, bildet sich eine moderne Nation, so wie es sie heutzutage gibt. Der gesellschaftliche Struktur- und Kulturwandel verändert wiederum die nationale Identität.

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Inklusive und exklusive Identitäten - Deutschland und Frankreich im Vergleich
Hochschule
Universität Regensburg
Veranstaltung
Seminar: Ritual-Brauch-Lebensstil
Note
1,0
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V110640
ISBN (Buch)
9783640134212
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusive, Identitäten, Deutschland, Frankreich, Vergleich, Seminar, Ritual-Brauch-Lebensstil
Arbeit zitieren
Anonym, 2005, Inklusive und exklusive Identitäten - Deutschland und Frankreich im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110640

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