Die Entwicklung der amerikanischen Zeitungen


Hausarbeit, 2004
20 Seiten, Note: 1,7

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der Zeitungen in den USA
2.1.Die Anfänge und das 18. jahrhundert
2.2 Das 19. jahrhundert
2.3 Das 20. jahrhundert

3. Aktuelle Entwicklungen
3.1.Allgemeiner Überblick
3.2 Die Medienkrise
3.3 Medienkonzentration und Cross-ownership

4. Zukunftsaussichten

5. Resumè

6 Literatur

1. Einleitung:

Amerika wird oft als ein Indikator und Spiegel für Europa angesehen. Die Entwicklungen in den Vereinigten Staaten sind den europäischen meist ein paar Jahre voraus. Ähnlich ist es auch mit der amerikanischen Presse. Technische Errungenschaften, neue Innovationen, wie das Internet wurden dort einige Jahre früher angewandt und intensiver genutzt als hier. Eine weitere Entwicklung, die in der Medienlandschaft der USA immer mehr an Bedeutung gewinnt und in ein paar Jahren vielleicht auch in Europa zur Selbstverständlichkeit werden könnte, ist die sogenannte Konvergenz. In der folgenden Arbeit werden solche aktuellen Inhalte und Zukunftsaussichten der amerikanischen Zeitungen angesprochen. Um diese richtig deuten und verstehen zu können, bezieht sich die Einführung auf die Geschichte der Zeitungen seit ihrer Entstehung in Amerika.

Es stellt sich die Frage nach den Folgen der technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der amerikanischen Pressegeschichte. Dazu werden wirtschaftliche, technische und politische Zusammenhänge dargelegt und erläutert und auch ein Ausblick in zukünftige Auswirkungen, die aktuelle Entwicklungen nach sich ziehen könnten, angerissen.

2. Die Geschichte der Zeitungen in den USA:

2.1.Die Anfänge und das 18. jahrhundert:

Die erste Ausgabe einer Amerikanischen Zeitung mit dem Titel „ Public occurrences: Both Foreign and Domestik“, welche am 25. September 1690 erschien, hatte nur drei Seiten und war einen Tag erhältlich. Ihre Auflage lag bei 100 bis 200 Kopien, doch mit dieser ersten Zeitung begann das Sammeln und Verbreiten von Nachrichten für das Volk in dem damals noch von England regierten Amerika. Der Bostoner Postamtsvorsteher John Campbell sammelte zum Beispiel Nachrichten aus Übersee, um sie handschriftlich weiterzuverbreiten. 1704 entwickelte er daraus die erste erfolgreiche Zeitung, die „News-Letter“ und bis 1730 hatte die Kolonialpresse noch weiter an Bedeutung gewonnen. Jedoch richtete sich ihr Augenmerk hauptsächlich auf ausländische Nachrichten. „Editors continued to emphasize European news, for readers were citizens of European nations and had a vital interest in happening across the Atlantic” 1(1 Hedgepeth Williams, Julie K. Newspapers in the Eighteenth Century, in: Blanchard, Margareth The history of the mass media,Chicago, 1998, S. 451.)

1725 gab es fünf wöchentlich erscheinende Zeitungen in den britischen Kolonien, 1764 waren es bereits 24. Als Brittannien 1765 seiner Kolonie die „Stamp Tax“ eine Steuer auf gedruckte Ware auferlegte, reagierten die Zeitungsredakteure verärgert. Jede Zeitung protestierte auf ihre Art und berichtete auch über die Proteste in anderen Kolonien, was den Lesern zeigte, dass Kollonisten überall im Land gegen die Einführung der Steuer waren. Sie trugen also dazu bei, dass sich die Bevölkerung in den einzelnen Regionen im Protest gegen Britannien vereinige 2(2 vgl.ebd.). Während des Unabhängigkeitskrieges waren die Lager anfangs noch gespalten, für und gegen die Separation, doch schon bald wurde die Presse sehr Patriotisch.

Die Bedingungen während des Krieges waren für die Zeitungen nicht einfach. Sie mussten nicht nur vor feindlichen Armeen und Menschenmassen fliehen, sondern auch um die knappen Ressourcen, wie Druckpapier und –Ausrüstung kämpfen. Das hatte zur Folge, dass viele Zeitungen zugrunde gingen. Zu Beginn der Revolution existierten 34 Zeitungen, während des Krieges wurden 98 weitere gegründet, doch 78 mussten ihren Betrieb bald wieder einstellen.

1783 gründete Benjamin Towne die erste täglich erscheinende Zeitung, die Pennsilvaynia Evening Post and Daily Advertiser und obwohl die meisten Zeitungen weiterhin wöchentlich erschienen, gewannen auch die Tageszeitungen an Popularität. Von 91 Zeitungen waren 1790 bereits acht Tageszeitungen. Zehn Jahre später erscheinen von 234 24 täglich.

Nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1775- 1783 wurde die Pressefreiheit in der Verfassung verankert. Im „First Amendement“ steht, dass der Kongress kein Gesetz erlassen soll, „welches das Recht auf freie Rede und freie Presse einschränkt“. 3(3 vgl. „Medien in den USA“ in www.usembassy.de) Mit Kolumnen und politischer Berichterstattung nahmen sie diese Möglichkeit auch intensiv wahr. Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurden die Zeitungen daher ein wichtiger Motor für die Bildung des politischen Systems in den Vereinigten Staaten. „Thus, newspapers created a permanent and prominent place for politics as a topic in the U.S. media“ 4(4 Hedgepeth Williams, Julie K. ,Chicago, 1998,S. 453)

2.2 Das 19. Jahrhundert:

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts setzte in den Vereinigten Staaten ein Prozess des raschen technologischen Fortschritts ein, der auch den Beginn der so genannten modernen Medien markierte. Schnellere Transport und Kommunikationsmittel und die Entwicklung des Schnelldruckverfahrens führte zu einem Ausbau der Zeitungen. Aufgrund eines verbreiteten Ausbildungssystems konnten immer mehr Amerikaner lesen. Die Zeitungsherausgeber erkannten einen neuen, profitableren Markt mit preiswerten Zeitungen für große Leserschaften. Auch der Werbemarkt konnte so ausgebaut werden. In nur wenigen Jahren entwickelte sich die Presse von einem Medium für eine kleine Oberschicht zu einem Medium für die Massen.

In den 1820er Jahren wurden etwa 25 Tages- und 400 Wochenzeitungen in den USA herausgegeben. Eine wichtige Einführung in der amerikanischen Presselandschaft war die so genannte „Penny Press“. Als erster Verleger ließ Benjamin Day 1833 eine Zeitung drucken, die er für einen Cent pro Stück verkaufte. Die New York Sun kostete damit fünf Cent weniger als ihre Konkurrenz und wurde direkt auf der Straße verkauft. Ihre Werbung war auf die Leserschaft ausgerichtet, die Artikel waren geschrieben, um ein breites Publikum zu unterhalten und ihr Fokus lag besonders auf Kriminalberichterstattung. In dieser Tradition gründete 1841 Horace Greeley die New York Tribune, die schnell das einflussreichste Blatt im Land wurde. Weitere wichtige Tageszeitungen wurden in den 1850ern gegründet; darunter die New York Times, die Baltimore Sun und die Chicago Tribune. Zwei Mediengiganten, Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst, begannen nach dem Bürgerkrieg 1865, ihre Zeitungsimperien aufzubauen. Der harte Wettbewerb führte auch zu dem auf optische Effekte setzenden „Yellow Journalism“. Er wurde begleitet von der Einführung einer zuerst in den USA eingesetzten mechanischen Setzmaschine, genannt Linotype, die erst beginnend in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts vom Redaktionscomputer abgelöst wurde, sowie der Einsatz von Fotos und Farbe im Zeitungsdruck. Die Yellow Press wurde nach der Comic Figur yellow kid in Pulitzers World genannt, die den Lesern der nun farbig gewordenen Wochenendbeilage auffiel. 5(5 vgl. Huntzicker William E., Newspapers in the Nineteenth Century, in: Blanchard, Margareth The history of the mass media,Chicago, 1998,S. 454) Interessant für dieses Jahrhundert ist auch die Tatsache, dass es jede Person, die über einige Hundert Dollar und eine Druckpresse verfügte, möglich war, eine eigene Zeitung herauszugeben. Man gründete also fleißig, um zum Beispiel neue Siedler in eine Stadt zu locken, um Utopien und religiöse Gedanken weiterzuverbreiten und Frauengruppen forderten so ihr Recht auf gleiche Wahlen. Allein 27 Tageszeitungen wurden 1860 in deutscher Sprache gedruckt, um die deutschen Siedler ins Land zu locken und ihre Gemeinschaft zu stärken.

2.3 Das 20. Jahrhundert:

Im 20. Jahrhundert war ein besonderes Merkmal der Presselandschaft in den USA die Ausbildung von „ Chain Newspapers“. Verschiedene Blätter wurden unter einem Verlagsdach zusammengefasst. Diese Pressekonzentration ist bis heute noch nicht abgeschlossen (siehe auch Aktuelle Entwicklungen und Trends). „…newspaper mergers gradually left many cities with a single daily, and the political partisanship of competing papers tended to disappear.“ 6(6 William R. Lindley. Newspapers in the twentieth Century, in: Blanchard, Margareth The history of the mass media,Chicago, 1998, S. 456) Zur führenden Heast Chain gesellten sich nach dem 1. Weltkrieg noch die Script- Howard-Chain und die Cowles-Chain. Diese Großkonzerne mussten sich wiederum mit der wachsenden Konkurrenz des Radios Fernsehens beim Werbemarkt auseinandersetzten. Trotzdem oder gerade deshalb entwickelte sich bei manchen Zeitungen ein investigativer Journalismus der aus den 70er Jahren und dem Erfolg des „Watergate“ Skandals herrührte. Die Presse galt als ein „Watchdog“ über politische und soziale Missstände. Neue Drucktechnik und die Einführung des Computers in die Redaktionen ermöglichte es den Zeitungen, Produktionskosten einzusparen und trotzdem die frühere Qualität und das Aussehen der Zeitung beizubehalten. Erst mit der Einführung der „USA Today“ 1982 veränderte sich jedoch das traditionelle Zeitungslayout grundlegend. Nach den Ideen des Gründers Allen Neuharth sollte die Zeitung am veränderten Konsumverhalten von Fernsehzuschauern mit wenig Zeit orientieren und „…Nachrichten durch einfache, knappe und prägnante Texte, aber auch mit Hilfe optischer Mittel so aufbereiten, dass sie jedermann versteht“ 7(7 Stephan Ruß-Mohl Zeitungsumbruch- Wie sich amerikas Presse revolutioniert, Berlin 1992, S. 62). Über die farbigen Fotos und das moderne Layout machten sich andere Zeitungsverlage anfangs noch lustig. Die kurzen Artikel taten sie als trivial ab. Doch der Erfolg der Zeitung belehrte sie eines Besseren und viele Verlage zogen bald selbst nach und kopierten Stil und Layout der „USA Today“.

„Die Zeitungsbranche galt in den achtziger Jahren als äußerst ertragsstark- trotz jahrzehntelangen Leserschwunds. Die Kurssteigerungen börsendotierter Zeitungen lagen in den Jahren der Hochkonjunktur generell über dem Durchschnitt des Dow-Jones-Index“ 8(8 ebd. S. 100). Kleinere und mittlere Zeitungsverlage waren besonders begehrte Aufkaufprojekte, die man anschließend mit betriebswirtschaftlichen Mitteln optimierte.

Doch die Markt-Konzentration war keineswegs nur segensreich: Die amerikanische Presselandschaft setzte ihre Vielfalt aufs Spiel. Sobald eine unabhängige Zeitung von einer Kette aufgekauft wurde, standen als erstes massive Kürzungen im Newsroom-Budget an. Redaktionen wurden zusammengelegt und viele Blätter wurden eingestellt. Andere fanden sich plötzlich im selben Boot mit der Konkurrenz wieder. Konkurrierende Duopole, wie sie vor dreißig Jahren in vielen US-Städten noch üblich waren, wandelten sich in den 80er Jahren zu marktbeherrschenden Monopolen. In der Ostküsten-Stadt Philadelphia etwa kaufte die Zeitungskette Knight Ridder beide Regionalzeitungen, den Inquirer und die Daily News. In Detroit schluckte Gannett die Detroit News und Detroit Free Press. Die typisch amerikanische Tradition der Nachmittagszeitung fiel der Konsolidierungswelle ebenfalls zum Opfer. Die profitabel denkenden Verlagsmanager legten die Redaktionen von Baltimore bis San Diego zusammen. Ende der 80er Jahre gab es nur noch in neunzig von 1.500 Städten zwei Tageszeitungen. Gerade mal zwölf von ihnen waren im Besitz von einem zweiten Verlagshaus (siehe aktuelle Entwicklungen)

Gleichwohl begann nun nicht, wie erwartet, die goldene Zeit der großen Gewinnausschüttungen. Die Verschuldung der Medienhäuser stellte ein zu großes und nicht kalkulierbares Risiko dar, sodass sich die Investoren zurückzogen. Noch schlimmer wirkte sich jedoch der gleichzeitige Einbruch im Anzeigengeschäft aus. Der Konflikt am Golf und das offensichtliche Ende des Kalten Krieges mit der Gründung der GUS-Staaten verunsicherten die Wirtschaft. Die Verlagshäuser wurden nun vorsichtiger und sahen von überhasteten Neuzukäufen ab. Auf die Zeit der zahllosen Übernahmen, in der die Großen die Kleinen schluckten, folgte die Zeit der Fusionen von Großverlagen. Etwa der Verkauf des Boston Globe an die New York Times im Jahr 1993. Eine weitere große Fusion zweier Medienkonzerne war der Verkauf der Los Angeles Times an die Tribune Company aus Chicago in 2000. Erstmals waren ein Internetanbieter, nämlich AOL und ein Zeitungsverlag unter einem Dach vereint und markierten somit den Beginn von Crossmedia-Synergien.

3. Aktuelle Entwicklungen:

3.1 Allgemeiner Überblick:

Die fünf einflussreichsten Zeitungen in den USA sind die Los Angeles Times (973 Tsnd) 9(9Diese Angaben beziehen sich auf die Werktagsausgaben von 2002 (Editor & Publisher, International Yearbook, New York 2002) New York Times (Auflage 1,1 Mio.), Washington Post (Auflage 875 Tsnd.), USA Today (Auflage 2,24 Mio.) und das Wallstreet Journal ( 1,78 Mio.).

Die ersten drei gelten als so genannte Leitmedien im Lande und werden hauptsächlich von der gut gebildeten und reichen Elite gelesen. Vor allem die New York Times gewann häufiger als jede andere Zeitung in Amerika den begehrten Pulitzer Preis. In den letzten Jahren hat sie überregional expandiert.

Die USA Today ist neben dem Wallstreetjournal die einzige national verbreitete Tageszeitung. Sie versucht alle Staaten in ihre Berichterstattung mit einzubeziehen und ist außerdem in 90 Ländern weltweit erhältlich. Es ist eine reine Verkaufszeitung.

Das Wallstreet Journal war 1991 noch das auflagenstärkste Blatt in den USA. Es hatte zu dem Zeitpunkt 1.9 Millionen Leser. Mittlerweile wurde es in der Auflagenstärke von der USA Today überholt. Die Zeitung befasst sich hauptsächlich mit wirtschaftlichen Themen.

Bei den restlichen Zeitungen besteht eine starke Themenkonzentration auf das Lokale. Die Hierarchie beginnt in der Stadt, dann kommen der Staat und erst dann die Nation. An hinterster Stelle steht das Weltgeschehen Eine Ausnahme dieser Regel tritt nur dann ein, wenn die „Weltmacht USA in einen internationalen Konflikt wie den Irakkrieg verwickelt ist. Insgesamt ist das politische System in Amerika sehr dezentralisiert. Das spiegelt sich daher auch in der Themen- und Nachrichtenauswahl wieder. Der Politikkorrespondent wird daher immer als erstes von den Leistungen der Abgeordneten und Senatoren der Gegend berichten. Jeder Ort hat eine eigene Zeitung mit oft nur einer Auflagenstärke von 8000 bis 10000.

Die Sparte mit der meisten Nationalen Berichterstattung ist der Sportteil. Besonders häufig gelesen wird der Wirtschaftsteil. 76 Prozent der Leser befassen sich damit, während es in Deutschland nur 30 Prozent sind. Der Journalist und Medienwissenschaftler Carl Session Stepp hat 1999 aktuelle Zeitungen mit den Nachrichtenblättern von 1964 verglichen und kommt zu folgendem Ergebnis: „Todays Newspapers have bigger newsholes, longer stories, lengtier leads and more jumps than those of a generationn ago. They pay dramatically more attention to business and sports. They give more front-page coverage to local stories and less to world news. They are more diverse (but barely) and still like their pun headlines on occasion. They also publish enough calendars in a day to choke a Palm Pilot”. 10(10 Session Stepp, Carl: State of the American Newspaper- Then and Now in American Journalism Review, September 1999 http://.ajr.org/article , Zugriff am 23.03.04)

Die 10 Auflagenstärksten Zeitungen in den USA

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

11(11 Quelle: Audit Bureau of Circulation, Editor & Publisher, 2002 http://www.mediainfocenter.org/newspaper/data/top_20_daily_news.asp Zugriff am 03.04.04

3.2 Die Medienkrise:

„Die Zeitungen in aller Welt kämpfen mit einer Dauerkrise, aus der es kaum einen Ausweg zu geben scheint“, schreiben Frank Esser und Bettina Kaltenhäuser in dem Buch „Aktuelle Medientrends in den USA“ 12(12 Esser, Frank & Kaltenhäuser, Bettina: The modern newsroom-Innovative Redaktionsstrukturen amerikanischer Tageszeitungen in Kleinsteuber, Hans J.: Aktuelle medientrends in den USA, Wiesbaden 2001, S. 83) In allen Industrieländern verlieren die Zeitungen unablässig an Lesern. Zu den größten Verlierern gehören die USA. In den vergangenen fünf Jahren ist dort die verkaufte Auflage der Tageszeitungen um fünf Prozent zurückgegangen. In den letzten zehn Jahren waren es sogar zehn Prozent. Insgesamt lasen 1998 62 millionen Menschen eine Tageszeitung. Bei der jüngeren Generation der 18- 35 jährigen liest weniger als die Hälfte regelmäßig Zeitung, also nur 28 Prozent.

Die Gründe sind die stärkere Nutzung elektronischer Medien durch die jüngere Generation, Zeitverknappung und weniger Bindung an lokale Medien aufgrund der größeren Mobilität der Bevölkerung.

Ein weiteres Problem ist der schwindende Werbemarkt. Zwar sind die Zeitungen immer noch Hauptwerbeträger, doch die Konkurrenz durch elektronische Medien wächst. „Für viele der stark lokal ausgerichteten Tageszeitungen ist der Kleinanzeigenmarkt die Haupteinnahmequelle. Diese Rubrik ist neuerdings durch die Konkurrenz des Internet gefährdet, da nach aktuellen Schätzungen 20 Prozent der Ausgaben für Kleinanzeigen von den Werbungstreibenden in naher Zukunft auf das Internet verlagert werden, z.B. auf die Suchmaschinen Alta Vista, Yahoo oder regional ausgerichtete Seiten“…“ 13(13 Esser, Kaltenhäuser, Wiesbaden 2001 a.a.O. S. 85/86)

3.3 Medienkonzentration und Cross-ownership

In der Geschichte der Zeitung wurde schon angedeutet, dass der amerikanische Pressemarkt von starken Konzentrationstendenzen gekennzeichnet ist. Die Entwicklung zur „großkapitalistischen Betriebsform im Zeitungswesen“ 14(14 Dovifat, Emil:Der amerikanische Journalismus.Hrsg. Stefan Ruß-Mohl, Berlin 1990 Neuauflage, S. 183 ff.) hat bereits Emil Dovivat am Beispiel der USA beschrieben. Zusammenschlüsse, wie sie die Hearst und Pulitzers, die Munseys und Scripps zur Jahrhundertwende betrieben haben, belegen Konzentrationstendenzen, die schon damals Medienexperten beunruhigten. „Gleichwohl hat sich der Konzentrationsprozess seither mehr beschleunigt, als sich dies vermutlich auch die kritischsten Beobachter der amerikanischen Presseszene de zwanziger Jahre je hätten träumen lassen“ 15(15 Ruß-Mohl, Berlin 1992 a.a.O. S. 104) Die Zahl der Tageszeitungen hat in den letzten 20 Jahren kontinuierlich um 256 Titel abgenommen. Von 1745 Titeln 1980 auf 1489 Titel 1998. 80 Prozent der Zeitungen sind unter dem dach großer Konzerne. Das hatte verschiedene Gründe: Zum einen war in den 80ern die Erbschaftssteuer sehr hoch, so dass der Familienbesitz oft nicht mehr gehalten werden konnte. Zum anderen konnten viele Zeitungen der wachsenden Konkurrenz der großen Zeitungsgruppen nicht standhalten und mussten verkaufen. . Erleichtert wurden die Zeitungszusammenlegungen auch durch so genannte Joint Operating Agreements (JOA), die der Newspaper Preservation Act von 1970 ermöglichte. Danach durften Anzeigenverkauf, Druck und Vertrieb, wenn das Überleben einer Zeitung gefährdet ist, gemeinsam geführt werden. Voraussetzung war jedoch, dass die Redaktionen strikt getrennt bleiben.

„Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang jetzt von einer „final phase“ der Konzentration in der Zeitungslandschaft, in der es bald überhaupt keine Familienbetriebe geben wird“. 16(16 Esser, Kaltenhäuser, Wiesbaden 2001 a.a.O., S. 85) In gerade 90 von 1500 Städten gab es ende 1980 noch eine zweite Tageszeitung. Davon hatten nur 12 ein eignes Verlagshaus. Von diesen Kettenkonzernen gehen nachhaltige Wirkungen aus. „Ohne die großen Zeitungshäuser wie Garnett oder Knight-Ridder, ohne den Druck zur Rationalisierung, den die Konkurrenz der Giganten um Marktanteile und Profite ausgelöst hat, hätten weder bestimmte journalistische Qualitätsstandards etabliert noch betriebswirtschaftliche Kalküle in innerredaktionellen Entscheidungsprozessen durchgesetzt werden können“. 17(17 Ruß-Mohl, Berlin 1992 a.a.O. S108)

Viele Medienkonzerne verfügen gleichzeitig auch noch über Fernsehsender und Radiostationen. Dies nennt man „Cross- Ownership“. Anfang Juni letzten Jahres hat die Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) die Regeln für die Cross- Ownership auf den lokalen Medienmärkten noch weiter gelockert. Es wird nun damit gerechnet, dass immer mehr Zeitungen ins Fernsehgeschäft drängen. Durch die neuen Richtlinien kann ein Medienunternehmen in großen Städten jetzt bis zu drei Fernsehsender besitzen. Vorher waren es zwei. Daneben dürfen sie eine Zeitung und acht Radiostationen betreiben. Aber auch vorher gab es schon Ausnahmen. Es wird nicht mit einer großen Übernahmewelle gerechnet, doch langfristig wird die FCC Entscheidung sicherlich Einfluss auf die amerikanische Medienindustrie haben. „Forscher wie der New Yorker Medienwissenschaftler Albert N. Greco erklären die Zunahme der Unternehmenszusammenschlüsse in der Medienbranche auch mit Blick auf die Internationalisierung der Märkte. Bereits in den 80ern prophezeite er und sein Kollegen Bagdikan, dass „ bald nur noch etwa zehn riesige, im globalen Maßstab tätige und hoch differenzierte Konzerne die Kommunikationsbranche kontrollieren“. 18(18 Greco, Albert N.: the growth in mergers and aquisitions in the United States Publishing industry: 1984-1988, paperpresented at the anual conference of the international communication association, San Fansisco, May 1989 bei Ruß-Mohl, Berlin 1992 a.a.O. S. 108)

Am Beispiel des international agiernden Medienunternehmer Murdoch lässt sich erkennen, dass sich diese Befürchtung zu einer selffulfilling prophecy entwickelt hat. Als Folge der gelockerten Regelungen zur Pressekonzentration der FCC warnen Kritiker Jonathan Adelstein, einer der beiden Demokraten, die gegen die Deregulierung gestimmt hatten vor „deutlich unseriöserer Berichterstattung über lokale Ereignisse“ 19(19 Howe, Peter J.: Curbs erased on media ownership. Boston Globe vom 3. Juni 2003) .

Wenige Großkonzerne bestimmen so über die Information, die an die US Bürgern herangetragen wird. Besonders in Kriegszeiten wird sichtbar, dass die Medien nicht unbedingt von Objektivität und ausgewogener Berichterstattung dominiert werden, sondern vor allem von ökonomischen Interessen. Und Quoten bekommt man da, wo man sich nach der öffentlichen Meinung richtet. Wenn George Bush populär ist, wäre es quoten- oder auflagenschädigend, ihn zu kritisieren.

Es gebe auch Positive Aspekte der Pressekonzentration betont der Times Präsident Russel Lewis und sagt als Folge der Medienkombinationen „Bessere und tiefer gehende Berichterstattung über lokale Themen“ voraus. 20(20 Fengler, Susanne: Chance oder Rückschritt, in: Message 3/2003 S. 44) Die einzelnen Bereiche könnten auf Ressourcen und Leistungen der zentrale zurückgreifen. Wie zum Beispiel Datenbanken, Archive, eine Rechts- und Public Relation Abteilung. In den großen Verlagshäusern gibt es oft hauseigene Agenturdienste.

4. Zukuftsaussichten

Informationen werden immer wichtiger. Die Industriegesellschaften leben in einer Zeit, in der der Mensch ist, was er weiss. Die amerikanische Entwicklung geht hin zu multimedialen Informationsangeboten. Der so genannten Konvergenz. Die meisten Zeitungen haben laut einer Studie der Ifra (INCA-FIEJ Research Association), mittlerweile erkannt, dass ihre Zukunft mit dem digitalen Informationszeitalter verknüpft ist. „Die traditionelle, monolithische Zeitung wird innerhalb des Verlages ihre Vormachtstellung verlieren und Teil eines multimedialen Informationsangebotes werden.“ 21(21 Esser, Kaltenhäuser, Wiesbaden 2001, a.a.O., S. 90)

In der Chicago Tribune Company arbeiten Redakteure bereits jetzt Crossmedial mit Internet, Text und Video. „Wenn die Reporter der Chicago Tribune eine Recherche vorbereiten, denken sie darüber nach, ob ihre Story nicht besser zuerst auf der Web-Seite oder auf dem firmeneigenen Kalbelsender CLTV laufen könnte. Die Koordination übernimmt die Multimedia-Stadtredaktion, angesiedelt gleich neben Nachrichtenredaktion, TV-Studio und Chefredaktion“. 22(22 Ritchie, Joe: Zauberwort Convergence in Message Nr. 4, 2002, S. 68) Eine Geschichte kann also für die verschiedenen Medien aufbereitet werden. Bei den Medienunternehmern heißt es daher immer öfter: „Es ist unvermeidbar, der wirtschaftliche Druck der Marktzersplitterung wird uns weiter dazu zwingen, Zeitungen, Fernseh- und Rundfunknachrichten und interaktive Nachrichten aus einem gemeinsamen Redaktionsraum zu produzieren.“ 23(23 Jack Fuller, Präsident der Zeitungsabteilung der Tribune bei Ritchie in ebd. S. 69)

„Die Nachfrage nach Journalisten, die souverän in den verschiedenen Mediengattungen arbeiten können, wird wachsen“, sagt Dr. Susanne Fegler, Kommunikationswissenschaftlerin in Berlin. 24(24 Fengler: Message 3/2003 a.a.O., S. 45) Auch die Technik wird sich weiter entwickeln. Digitale Text- und Bildbearbeitung, sowie ein Layoutprogramm waren vor einigen Jahren noch reine Zukunftsmusik und gehören doch heute schon zum Standard der meisten Zeitungsredaktionen. Weitere Entwicklungen gehen nun hin zu „komplexen Redaktionssystemen, die sämtliche verschiedene Programme (für Text, Foto, Sprache, Grafik, Termin- und Ressortkoordination, Buchhaltung, Budgetierung) in sich vereinen und damit vollwertiges Redaktions- und Informationsmanagement bieten“. 25(25 Esser, Kaltenhäuser, Wiesbaden 2001, a.a.O., S. 99)

5. Resumé:

1991 schrieb Stephan Ruß-Mohl ein Buch mit dem Titel:“Zeitungsumbruch-Wie sich die amerikanische Presse revolutioniert“. Heute, dreizehn Jahre später sind die amerikanischen Zeitungen immer noch dabei, sich zu revolutionieren. Konzentration, technische Entwicklungen und neue Ideen scheinen nie anzuhalten. An sich hat diese Revolution bereits mit der Veröffentlichung der ersten Zeitung 1690 begonnen. Immer wieder kamen neue technische Entwicklungen, wie die Druckpresse, die Eisenbahn, das Telefon und schließlich der Computer, die neue Möglichkeiten für die Zeitungsverlage und Redakteure eröffneten. Was sich als eine Revolution darstellt, ist in Wirklichkeit nur eine Beschleunigung dieser Entwicklungen. Die Zeitungsverlage müssen dabei jedoch aufpassen, dass sie ihre Leser mitnehmen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Zeitungen vor lauter Innovationen überflüssig machen und zu einem neuen Medium werden. Die Frage kommt auf, ob es in 50 Jahren immer noch auf Papier gedruckte Zeitungen geben wird. Oder haben sich die Verlage dann so an das Konsumverhalten einer Fernsehgeneration, die nur bunte Bilder, kurze Information und möglichst viel Unterhaltung will, angepasst? Wird es der Presse gelingen, bei der Bevölkerung die Wichtigkeit von ausführlich recherchierten Nachrichten wachzuhalten und das Flair einer knisternden Zeitung am Frühstückstisch als etwas Unersetzliches darzulegen?

Was auch immer passieren wird: Europas Presse wird ein ähnliches Schicksal widerfahren. Daher ist es wichtig, die amerikanische Presseentwicklung weiterhin genauestens zu beobachten. Journalisten, die international tätig sein wollen, werden sich den dortigen Begebenheiten anpassen müssen und können sich schon heute darauf einrichten, Kompetenzen mit den verschiedensten Medien zu entwickeln.

6. Literaturverzeichnis

Bücher:

Blanchard, Margareth The history of the mass media,Chicago, 1998

Dovifat, Emil:Der amerikanische Journalismus. Hrsg. Stefan Ruß-Mohl, Berlin 1990 Neuauflage.

Editor & Publisher, International Yearbook, New York 2002

Esser, Frank & Kaltenhäuser, Bettina: The modern newsroom-Innovative Redaktionsstrukturen amerikanischer Tageszeitungen in Kleinsteuber, Hans J.: Aktuelle Medientrends in den USA, Wiesbaden 2001

Ruß-Mohl, Stephan: „Zeitungsumbruch- Wie sich Amerikas Presse revolutioniert“ , Berlin 1992

Zeitungsartikel:

Palm, Carla: Krisenerprobte USA in „Message“ Nr.4/ 2002, S. 64-67

Ritche, Joe: Zauberwort Convergence in „Message“ Nr.4/ 2002, S. 68, 69

Davis, Charles N. Nach der Katastrophe- Informationsfreiheit unter Druck in „Message“ Nr. 1/ 2003, S. 56, 57

Ricci, Maurizio: Informationen aus Plastik in „Message“ Nr. 1/ 2003, S. 58-63

Günther, Markus: Gegenposition- Ein Zerrbild in „Message“ Nr. 2/2003, S. 21-23

Schön, Gerti: Rupert Murdoch- Ein schamloser Lobbyist in „Message“ Nr. 3/2003, S. 40-42

Fengler, Susanne: Die Einkaufstour kann beginnen in „Message“ Nr. 3/2003, S. 43

Fengler, Susanne: Chance oder Rückschritt in „Message“ Nr. 3/2003, S.44/45

Adressen aus dem Internet:

WWW.usembassy/.de/usa/medien-freedom.htm (Zugriff am 28. 12. 03)

http://www.mediainfocenter.org/newspaper/data/top_20_daily_news.asp (Zugriff am 03.04.04)

Howe, Peter J.: Curbs erased on media ownership. Boston Globe vom 3. Juni 2003) .

Der „Watchdog“, also die investigative Presse hat bei politischen und wirtschaftlichen Skandalen in den letzten Jahren oft langsam oder gar nicht reagiert und erst dann die Politik angegriffen, wenn es vorher schon die britische Presse getan hatte.

Von dem Zusammenbruch des Technologischen Marktes 2001 waren auch die Zeitungsverlage betroffen. Sie mussten viele Stellen einspaaren und da fielen auch investigative Redaktionen dem Rotstift zum Opfer. (Enron, Afghanistan, Börsencrash, Kriegsgerichte- Guantamo, Wahlen)

Trotzdem gibt es dazu auch andere Meinungen. So sagte der Washingtonkorrespondent für verschiedene deutsche Tageszeitungen Markus Günther in der „message“: „Der Vorwurf, kritische Stimmen fänden in amerikanischen Zeitungen keinen Platz mehr, ist einfach nicht haltbar. Die amerikanische Meinungsfreiheit, einem Heiligtum des nationalen Selbstverständnisses, hat bislang auch die Regierung Bush nichts anhaben können“. Allerdings brächte die Meinungsfreiheit nun mal auch Stimmen hervor, die als Beleg dienen sollen, dass sie in Gefahr ist.

PS: Medienlehre Presse 26.01.04

Dozent: Klaus Arnold Referentin: Inka Lezius

Presse in den USA

1.Die Geschichte der Presse:

Zeitungen:

Erste Ausgabe einer Amerikanischen Zeitung: „ Public occurrences: Both Foreign and Domestik“ am 25. September 1690

Nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1775- 1783 „First Amendement“ in die Verfassung: „Der Kongress soll kein Gesetz erlassen, welches das Recht auf freie Rede und freie Presse einschränkt“. è freie Presse entwickelt sich

Anfang des 19. Jahrhunderts: rascher technologischer Fortschritt: schnelle Transport- und Kommunikationsmittel, Entwicklung des Schnelldruckverfahrensè Ausbau der Zeitungen, nicht nur Oberschicht sondern Medium für die Massen.

1820er:25 Tages- und 400 Wochenzeitungen

1841 gründete Horace Greeley die „New York Tribune“,

1850er „New York Times“, die „Baltimore Sun“ und die „Chicago Tribune“.

20. Jahrhundert Ausbildung von „ Chain Newspapers“. Das sind verschiedene Blätter die unter einem Verlagsdach zusammengefasst werden „Heast Chain, „Script- Howard-Chain“ und die „Cowles-Chain“

Zeitschriften:

Spätes 19. Jahrhundert: Einführung von Zeitschriften aufgrund von schnelleren Druckmethoden, niedrigeren Preise, höheren Werbegelder

„Atlantic Monthly“, „Nation“ und „Haper´s“, „Cosmopolitan“, „Ladies Home Journal“ und die „Sunday Evening Post“. Da viele Magazine landesweit erscheinen, zog es die werbeträger zu den Magazinen.

Ab 1980er Spezialisierungà sprunghafter Anstieg von regelmäßig erscheinenden Zeitschriften. 1970 waren es 6960, im Jahre 1999 waren es bereits 10000.

2. Aktuelle Entwicklungen der amerikanischen Presse

Die fünf einflussreichsten Zeitungen in den USA:

„Los Angeles Times“, „New York Times“, „Washington Post“ à Leitmedien, sprechen Elite an

„USA Today“ einzige überregionale Tageszeitung, ,in 90 Ländern weltweit erhältlich, reine Verkaufszeitung Auflagenzahl in Amerika 2,3 Millionen.

„Wallstreet Journal“ war 1991 mit 1,9 Millionen Leser auflagenstärkste Blatt in den USA. Es befasst sich hauptsächlich mit wirtschaftlichen Themen.

Alle anderen: starke Konzentration auf das Lokale. Stadtà Staat àNationà Welt.

Dezentralisiertes politisches System wirkt auf Themen- und Nachrichtenauswahl

Sportteil hat die meiste nationale Berichterstattung

Wirtschaftsteil lesen 76 Prozent (Deutschland 30%)

3. Die Medienkrise:

1. Leserschwund: In den vergangenen fünf Jahren ist die verkaufte Auflage der Tageszeitungen um fünf % zurückgegangen. 62 Millionen Menschen lesen eine Tageszeitung (1998). Bei der jüngeren Generation der 18- 35 jährigen liest weniger als die Hälfte regelmäßig Zeitung

Der Grund: stärkere Nutzung elektronischer Medien, Zeitverknappung und weniger Bindung an lokale Medien aufgrund der größeren Mobilität der Bevölkerung.

2. Schwindender Werbemarkt. Konkurrenz durch elektronische Medien wächst. Haupteinnahmequelle Anzeigengeschäft ist gefährdet.

3. Pressekonzentration: Die Zahl der Tageszeitungen hat in den letzten 20 Jahren um 256 Titel abgenommen. Von 1745 Titeln 1980 auf 1489 Titel 1998. 75 Prozent der Zeitungen sind unter dem Dach großer Konzerne. Aufgrund von hohen Erbschaftssteuern in den 1980ern , Druck durch wachsenden Konkurrenz der großen Zeitungsgruppen

In 90 von 1500 Städten gab es ende 1980 noch eine zweite Tageszeitung. Davon nur 12 ein eignes Verlagshaus. Medienkonzerne mit Fernsehsender und Radiostationen = „Cross- Ownership“.

Anfang Juni letzten Jahres hat die Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) die Regeln für die Cross- Ownership auf den lokalen Medienmärkten noch weiter gelockertà immer mehr Zeitungen drängen ins Fernsehgeschäft. Erlaubt ist der besitz von drei Fernsehsendern, einer Zeitung und acht Radiostationen

Auswirkungen:

+ Synergieeffekte. Die einzelnen Bereiche können auf Ressourcen und Leistungen der Zentrale zurückgreifen(Datenbanken, Archive, eine Rechts- und Public Relation Abteilung, hauseigene Agenturdienste).

- Beschränkte Meinungsvielfalt. Weniger Objektivität und ausgewogene Berichterstattung, mehr ökonomische Interessen.

Zusammenbruch des Technologie Marktes hat auch die Zeitungsverlage getroffen, Kürzung von Stellen bei investigativen Redaktionen. „Watchdog“ greift nicht mehr ein (Enron, Afghanistan, Börsencrash, Kriegsgerichte, Wahlen)

4. Was die Zukunft bringt

Die amerikanische Entwicklung geht hin zu multimedialen Informationsangeboten. „Konvergenz“.

„Es ist unvermeidbar, der wirtschaftliche Druck der Marktzersplitterung wird uns weiter dazu zwingen, Zeitungen, Fernseh- und Rundfunknachrichten und interaktive Nachrichten aus einem gemeinsamen Redaktionsraum zu produzieren.“ ( Jack Fuller, Präsident der Zeitungsabteilung der Tribune)

„Die Nachfrage nach Journalisten, die souverän in den verschiedenen Mediengattungen arbeiten können, wird wachsen“, sagt Dr. Susanne Fegler, Kommunikationswissenschaftlerin in Berlin.

Literatur:

-Kleinsteuber, Hans J.: „Aktuelle Medientrends in den USA“, Wiesbaden, 2001
-Ruß-Mohl, Stephan: „Zeitungsumbruch- Wie sich Amerikas Presse revolutioniert“ , Berlin 1992
-Palm, Carla: „Krisenerprobte USA“ in „Message“ Nr.4/ 2002, S. 64-67
-Ritche, Joe: Zauberwort Convergence“ in „Message“ Nr.4/ 2002, S. 68, 69

davis, Charles N. „Nach der Katastrophe- Informationsfreiheit unter Druck“ in „Message“ Nr. 1/ 2003, S. 56, 57

Ricci, Maurizio: „Informationen aus Plastik“ in „Message“ Nr. 1/ 2003, S. 58-63

Günther, Markus: „Gegenposition- Ein Zerrbild“ in „Message“ Nr. 2/2003, S. 21-23

Schön, Gerti: „Rupert Murdoch- Ein schamloser Lobbyist“ in „Message“ Nr. 3/2003, S. 40-42

Fengler, Susanne: „Die Einkaufstour kann beginnen“ in „Message“ Nr. 3/2003, S. 43

Fengler, Susanne: „Chance oder Rückschritt“ in „Message“ Nr. 3/2003, S.44/45

WWW.usembassy/.de/usa/medien-freedom.htm ( Zugriff am 28. 12. 03)

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der amerikanischen Zeitungen
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Proseminar: Medienlehre Presse
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V110687
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Zeitungen, Proseminar, Medienlehre, Presse
Arbeit zitieren
Inka Lezius (Autor), 2004, Die Entwicklung der amerikanischen Zeitungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110687

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