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Überlegungen zum Erkenntnisbegriff in Fichtes Wissenschaftslehre von 1794 und in den Fichte-Studien des Novalis

Title: Überlegungen zum Erkenntnisbegriff in Fichtes Wissenschaftslehre von 1794 und in den Fichte-Studien des Novalis

Seminar Paper , 1993 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Gabel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Das Problem der Erkenntnis ist für alles "Philosophieren", und das heißt mit Heidegger für alles ersthafte Bedenken des Daseins, das natürlich gerade auch in der Kunst zum Ausdruck kommt, in einer charakteristischen selbstbezüglichen und daher paradoxen Weise grundlegend, wobei die tiefste Paradoxie darin deutlich wird, daß das Problem der Selbsterkenntnis in der Existenz des Denkenden schon gelöst sein muß, wenn das Nachdenken darüber überhaupt möglich sein soll (vgl. LF, 19). Der Begriff des Erkennens ("das Begreifen des Begreifens") zeigt sich dunkel und dem Nachforschen spürbarer als andere Begriffe mit der Gesamtheit aller anderen grundlegenden Begriffe verbunden, sodaß sich seine Klärung weder isoliert, noch als einfache Kombination anderer Begriffsinhalte leisten läßt, ja das Begriffliche selbst in seiner diskursiven "Umwegigkeit" und analytischen Auflösung von Ganzheiten am Ende fragwürdig wird. Wer den gedanklichen "Hebel" an einer noch so kleinen Stelle des geistigen Fundaments seiner selbst ansetzte, müßte das gesamte Fundament des Denkens "heben", sollte das Ergebnis nicht von vornherein Bruchstück sein; aber woher den Hebel nehmen und ansetzen, wenn nicht wieder vom Denken selbst im Denken - und was wäre dieser Hebel anderes als eben das zu vermeidende Bruchstück des Ganzen? Schon hier im Ansatz der Problemlösung zeigt sich das in der Kapitelüberschrift angegebene Problem in seiner gedanklichen Unlösbarkeit und verweist so über seine Grenze hinaus auf eine Quelle des Verstandes jenseits seiner, auf die der stößt, der die Grenzen des Verstandes erreicht:

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG: SELBST-ERKENNEN-BEGREIFEN-WOLLEN

2. ZIELSETZUNG DER UNTERSUCHUNG

3. KOMMENTIERUNG UND INTERPRETATION ZWEIER TEXTE VON FICHTE UND NOVALIS AUS DER ZEIT UM 1800

4. FICHTE UND NOVALIS: GEMEINSAME SUCHE NACH EINEM URSPRUNG DER VERNUNFT IM LEBEN EINES ABSOLUTEN WESENS

5. DER ERKENNTNISBEGRIFF IN DEN FICHTE-STUDIEN DES NOVALIS

6. DER BEGRIFF DES ERKENNENS IN DER "GRUNDLAGE DER GESAMMTEN WISSENSCHAFTSLEHRE" (1794)

6.1. DER ALLGEMEINE CHARAKTER DER PHILOSOPHIE FICHTES

6.2. DER GEDANKENGANG DER GRUNDLEGUNG

6.3. DER ERKENNTNISBEGRIFF DER GRUNDLEGUNG

7. DIE FICHTE-STUDIEN DES NOVALIS ALS VERTIEFUNG DER PHILOSOPHIE FICHTES ZU EINER THEORIE UNIVERSALER POESIE

7.1. DIE AUFWERTUNG DES NICHT-ICHS

7.2. DIE NEUINTERPRETATION DES ABSOLUTEN IN DEN FRAGMENTEN DER SECHSTEN HANDSCHRIFTENGRUPPE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Erkenntnisproblem im deutschen Idealismus durch eine vergleichende Analyse der Philosophie Johann Gottlieb Fichtes, insbesondere seiner „Wissenschaftslehre“, und der Fichte-Studien des Dichters Novalis, um deren philosophische Gemeinsamkeiten und methodische Unterschiede aufzuzeigen.

  • Methodischer Ansatz der transzendentalen Dialektik bei Fichte und Novalis.
  • Die Rolle des „Ich“ und des „Nicht-Ich“ in der Erkenntnisbildung.
  • Verhältnis von Philosophie, Kunst und religiöser Welterfahrung.
  • Novalis’ Kritik am Systemanspruch und seine Hinwendung zu einer universalen Poesie.

Auszug aus dem Buch

3. KOMMENTIERUNG UND INTERPRETATION ZWEIER TEXTE VON FICHTE UND NOVALIS AUS DER ZEIT UM 1800

"Die tote lastende Masse (empirische Sinnesdaten), die nur den Raum (als bloße Pressform der Anschauung) ausstopfte (die vorgegebenen Verstandesformen anfüllte), ist verschwunden (als subjektiver Schein durchschaut), und an ihrer Stelle fließt, und woget und rauscht der ewige (aus der Zeitlosigkeit stammende und daher unendliche) Strom von Leben, und Kraft und Tat (Einheit aller Lebens/Geisteskräfte aus einem transzendentalen und zugleich transzendenten Ursprung) - vom ursprünglichen Leben; von Deinem Leben, Unendlicher: denn alles Leben (des empirischen Ichs und der als äußerliches Aus- und Nacheinander erfahrenen Natur) ist Dein (des absoluten Ichs, des personalen Gottes) Leben, und nur das religiöse (über bloß sinnliche und bloß abstrakte Schemata hinausgehende) Auge dringt ein in das Reich der wahren Schönheit (das göttliche Leben im Glanz seiner sensuellen "Ausstrahlung", die in Wirklichkeit "Durchstrahlung" ist)."

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: SELBST-ERKENNEN-BEGREIFEN-WOLLEN: Eine Einführung in die Paradoxie der Selbsterkenntnis und die zentrale Rolle der Reflexion für das menschliche Denken.

2. ZIELSETZUNG DER UNTERSUCHUNG: Bestimmung der gemeinsamen philosophischen Basis von Fichte und Novalis sowie deren unterschiedlicher Gebrauch der dialektischen Methode.

3. KOMMENTIERUNG UND INTERPRETATION ZWEIER TEXTE VON FICHTE UND NOVALIS AUS DER ZEIT UM 1800: Analyse exemplarischer Quellentexte, um den religiösen und subjektbezogenen Bezugsrahmen beider Denker zu verdeutlichen.

4. FICHTE UND NOVALIS: GEMEINSAME SUCHE NACH EINEM URSPRUNG DER VERNUNFT IM LEBEN EINES ABSOLUTEN WESENS: Erörterung der unterschiedlichen Rollen von Denker und Dichter bei der Suche nach einer Einheit von Geist und Welt.

5. DER ERKENNTNISBEGRIFF IN DEN FICHTE-STUDIEN DES NOVALIS: Untersuchung der Intentionalität und der reflexiven Selbsterkenntnis innerhalb der Notizen von Novalis.

6. DER BEGRIFF DES ERKENNENS IN DER "GRUNDLAGE DER GESAMMTEN WISSENSCHAFTSLEHRE" (1794): Systematische Darstellung der Fichteschen Erkenntnistheorie, ihrer Grundsätze und der Rolle der Einbildungskraft.

7. DIE FICHTE-STUDIEN DES NOVALIS ALS VERTIEFUNG DER PHILOSOPHIE FICHTES ZU EINER THEORIE UNIVERSALER POESIE: Analyse der Novalisschen Relativierung des Systems und der Aufwertung des Nicht-Ich als Teil einer lebendigen, unendlichen Wirklichkeit.

Schlüsselwörter

Fichte, Novalis, Wissenschaftslehre, Erkenntnisbegriff, Selbstbewusstsein, Transzendentalphilosophie, Dialektik, Ich, Nicht-Ich, Einbildungskraft, Absolutes, Philosophie, Poesie, Subjektivität, Idealismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die philosophische Auseinandersetzung des Dichters Novalis mit der frühen Wissenschaftslehre von Johann Gottlieb Fichte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Erkenntnisbegriff, das Verhältnis von Ich und Welt sowie die Frage nach der Begründbarkeit des Wissens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten der methodischen Vorgehensweise beider Denker herauszuarbeiten und die unterschiedlichen Wege von Philosophie und Poetik aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein hermeneutischer Ansatz gewählt, der die Texte von Fichte und Novalis durch vergleichende Analyse und Interpretation zueinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Fichtes Grundlagen der Wissenschaftslehre und Novalis’ Fichte-Studien, wobei besonders die Bedeutung der produktiven Einbildungskraft hervorgehoben wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fichte, Novalis, Selbstbewusstsein, Transzendentalphilosophie und den Begriff des Absoluten geprägt.

Wie unterscheidet sich Novalis' Ansatz von dem Fichtes?

Novalis relativiert Fichtes strenges Systemdenken und integriert ästhetische sowie poetische Aspekte stärker in den philosophischen Erkenntnisprozess.

Welche Rolle spielt das "Nicht-Ich" bei Novalis?

Novalis wertet das Nicht-Ich auf, indem er es nicht nur als bloßes Gegenüber sieht, sondern als konstitutiven Teil der lebendigen Wechselwirkung im Absoluten.

Warum wird der "ordo inversus" erwähnt?

Dieser Begriff beschreibt bei Novalis die Sichtweise, dass die Trennungen, die das menschliche Subjekt wahrnimmt, im absoluten Ganzen ursprünglich eine Einheit bilden.

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Details

Title
Überlegungen zum Erkenntnisbegriff in Fichtes Wissenschaftslehre von 1794 und in den Fichte-Studien des Novalis
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Oberseminar: Die Kunsttheorie der Frühromantik
Grade
1,0
Author
Martin Gabel (Author)
Publication Year
1993
Pages
23
Catalog Number
V110728
ISBN (eBook)
9783640088898
ISBN (Book)
9783656366546
Language
German
Tags
Erkenntnisbegriff Fichtes Wissenschaftslehre Fichte-Studien Novalis Oberseminar Kunsttheorie Frühromantik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Gabel (Author), 1993, Überlegungen zum Erkenntnisbegriff in Fichtes Wissenschaftslehre von 1794 und in den Fichte-Studien des Novalis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110728
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