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Analyse des Films „Irreversibel“ von Gaspar Noé. Dramaturgische Aspekte des filmischen Erzählens „Tempus“ und „Modus“

Title: Analyse des Films „Irreversibel“ von Gaspar Noé. Dramaturgische Aspekte des filmischen Erzählens „Tempus“ und „Modus“

Term Paper , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ludwig Andert (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

,,Die Zeit zerstört alles" - der Untertitel des Films ,,Irreversibel" des französischen Regisseurs und
Autors Gaspar Noé möchte gleichwohl alles umfassen wie auch alles ablehnen. Allein das Wort
,,Irreversibel" schmeckt nach nach der bitteren Erkenntnis, das wir weder die Zunkunft beeinflussen
noch die Vergangenheit ändern können, nach einer zynischen Weltsicht, deren einziger Fixpunkt
der letztendliche Kollaps des Universums ist.
Um die Geschichte über Schändung und Rache umzusetzen, greift Noé zum Mittel des
erzählerischen Krebsganges und lässt den Film in einer rückwärts laufenden Szenenfolge mit dem
Ende beginnen und mit dem Anfang aufhören. Der Bruch mit der gewohnten Seherfahrung des
Publikums ist jedoch nicht nur ein Kniff, um einer vermeintlich banalen Handlung die nötige Würze
zu geben das Mittel birgt einen eigenen dramaturgischen Effekt, tatsächlich ist es ein zentrales
Element des Filmes. Dies soll in der folgenden Filmanalyse dargelegt und erörtert werden.
In ihrer konzeptionellen Ordnung orientiert sich die Analyse teilweise am Schema, wie es Jürgen
Kühnel im zweiten Teil seiner ,,Einführung in die Filmanalyse" vorschlägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Entstehungskontext und filmographische Daten

2. Filmdramaturgische Aspekte

2.1. Geschehen und Geschichte

2.1.a Geschehen

2.1.b Konzeptuelle Ordnung der Geschichte

2.1.c Narrative Ordnung der Geschichte

2.2. Aspekte filmischen Erzählens

2.2.a Zeit/Tempus: Ordnung, Dauer und Geschwindigkeit

2.2.b Modus: Perspektive und Distanz

2.2.c Stimme

3. Zur Rezeption des Films

4. Versuch einer abschließenden kritischen Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Spielfilm „Irreversibel“ von Gaspar Noé unter besonderer Berücksichtigung der filmdramaturgischen Kategorien „Tempus“ und „Modus“. Ziel ist es, den Effekt der rückwärts erzählten Handlung auf das dramatische Erzählen und den Rezeptionsprozess des Zuschauers zu analysieren und einzuordnen.

  • Analyse der narrativen Struktur und zeitlichen Anordnung des Films
  • Untersuchung der dramaturgischen Kategorien nach Gérard Genette
  • Betrachtung des „jeune cinéma“ als Entstehungskontext
  • Herausarbeitung der filmischen Mittel zur Erzeugung von Suspense
  • Diskussion über Realismus und Künstlichkeit im modernen französischen Kino

Auszug aus dem Buch

a) Geschehen:

In Ihrer Arbeit „Das junge französische Kino“ zitiert Petra Mioč zur „Abkehr vom Realismus“ in Frankreich und „dessen Wiederentdeckung“ den Franzosen Jean Douchet: „Sie [die Realisten] verbinden das Alltägliche (Realismus) mit tragisch-romantischen Liebesgeschichten (poetisch), die manchmal in einem Verbrechen enden.“8 Folgt man Petra Miočs Ausführungen, so führen verschiedene darstellerische Aspekte „zusammen mit einer realitätsbetonten Inszenierung und thematischen Schwerpunkten wie [...] dem Verlust von Lebensträumen [...] zu einer Rückkehr des Realismus im Französischen Kino der 90er Jahre.“9

Das Geschehen, also gewissermaßen der „Stoff“10 des Films, bedient sich ebenfalls dieses Rezeptes. Am Anfang steht eine zärtliche Liebesbeziehung, mit all ihren kleinen und großen Problemen und Glücksmomenten. Mit der Vergewaltigung der Frau beginnt der tragische Abschnitt des Geschehens, die „Schändung“ und die „Forderung nach Rache“, welche den Film in einem bestialischen Gewaltakt – dem Douchet'schen „Verbrechen“ – enden lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung des Films ein und erläutert den Einsatz des erzählerischen Krebsganges als zentrales dramatisches Element.

1. Entstehungskontext und filmographische Daten: Das Kapitel verortet den Film im Umfeld des „jeune cinéma“ und benennt die wesentlichen Produktionsdaten sowie Beteiligten.

2. Filmdramaturgische Aspekte: Hier erfolgt die theoretische Analyse der narrative Struktur, der Zeitgestaltung sowie der filmischen Erzählweise mittels filmtheoretischer Fachbegriffe.

2.1. Geschehen und Geschichte: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen Ordnung, dem zentralen Konflikt und der chronologischen Szenenfolge des Films.

2.1.a Geschehen: Der Abschnitt erläutert die thematische Einordnung des Films in die Tradition des Realismus französischer Prägung.

2.1.b Konzeptuelle Ordnung der Geschichte: Hier wird der Kernkonflikt – die Unumkehrbarkeit eines Ereignisses – als Leitmotiv herausgearbeitet.

2.1.c Narrative Ordnung der Geschichte: Dieser Abschnitt beschreibt den tatsächlichen, rückwärts laufenden Handlungsablauf der 14 Filmszenen.

2.2. Aspekte filmischen Erzählens: Der Fokus liegt hier auf den theoretischen Kategorien der narrativen Zeit und der Erzählinstanz.

2.2.a Zeit/Tempus: Ordnung, Dauer und Geschwindigkeit: Das Kapitel untersucht Anachronien wie Analepsen und Prolepsen sowie das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit.

2.2.b Modus: Perspektive und Distanz: Hier wird die Inszenierung durch die Kamera sowie der dokumentarische Stil des Films analysiert.

2.2.c Stimme: Dieser Teil befasst sich mit der Erzählinstanz und der Abwesenheit einer klassischen Off-Stimme im Film.

3. Zur Rezeption des Films: Das Kapitel analysiert, wie die rückwärtige Erzählstruktur den Rezeptionsprozess und das Verständnis der Zuschauer für die Handlung steuert.

4. Versuch einer abschließenden kritischen Würdigung: Ein Fazit, das den Film kritisch in Bezug auf seine ästhetischen Mittel und die Provokation durch Gewalt bewertet.

Schlüsselwörter

Irreversibel, Gaspar Noé, Filmanalyse, Dramaturgie, Tempus, Modus, Gérard Genette, Anachronie, Erzählstruktur, Realismus, jeune cinéma, Zeitwahrnehmung, Gewalt, Montage, Filmästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Film „Irreversibel“ von Gaspar Noé unter Berücksichtigung dramatischer und filmästhetischer Aspekte, insbesondere im Hinblick auf seine unkonventionelle Erzählweise.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die filmtheoretischen Kategorien „Tempus“ und „Modus“, der Entstehungskontext des modernen französischen Kinos sowie die Wirkung der Rückwärtsmontage auf den Zuschauer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den dramaturgischen Effekt des rückwärts erzählten Geschehens darzulegen und zu prüfen, wie die narrative Ordnung das Verständnis der Handlung beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Analyse orientiert sich methodisch am Schema der „Einführung in die Filmanalyse“ von Jürgen Kühnel und nutzt Begriffe von Gérard Genette zur Beschreibung narrativer Strukturen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der dramaturgischen Aspekte, unterteilt in Geschehen, Zeitgestaltung, Perspektive und die Rolle der Erzählinstanz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erzählstruktur, Anachronie, filmische Realität, Suspense und Montageprinzip.

Warum wählt der Regisseur eine rückwärts laufende Erzählweise?

Die Arbeit argumentiert, dass das Mittel der Reversion ein zentrales Element darstellt, um die Unumkehrbarkeit von Ereignissen zu verdeutlichen und den Zuschauer mit der Sinnlosigkeit von Rache zu konfrontieren.

Wie beeinflusst die Kameraarbeit die Wahrnehmung der Gewalt?

Die Kameraführung bleibt in den Plansequenzen ununterbrochen und beobachtend, was einen dokumentarischen, schonungslosen Stil erzeugt und den Zuschauer oft schutzlos dem Geschehen ausliefert.

Welche Rolle spielt der „Pferdeschlachter“ als Erzählinstanz?

Er fungiert als ein moralischer „Zeigefinger“, dessen Gedanken über die Zeit den Film rahmen und der die Funktion eines Mediums für Gaspar Noés filmästhetische Performance übernimmt.

Welche Rolle spielt die „Peripetie“ in dieser Analyse?

Die Peripetie wird als entscheidender Moment des Gefühlsumbruchs bei der Figur Marcus markiert, in dem durch eine Großaufnahme eine emotionale Identifikation ermöglicht wird, obwohl die chronologische Einordnung des Geschehens noch unklar ist.

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Details

Title
Analyse des Films „Irreversibel“ von Gaspar Noé. Dramaturgische Aspekte des filmischen Erzählens „Tempus“ und „Modus“
College
University of Sheffield
Course
Einführung Filmanalyse
Grade
1,0
Author
Ludwig Andert (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V110737
ISBN (eBook)
9783640088980
ISBN (Book)
9783640673124
Language
German
Tags
Analyse Films Gaspar Betrachtung Aspekte Erzählens Filmanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ludwig Andert (Author), 2006, Analyse des Films „Irreversibel“ von Gaspar Noé. Dramaturgische Aspekte des filmischen Erzählens „Tempus“ und „Modus“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110737
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