Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Musik - Sonstiges

Die Oper Alcina

Titel: Die Oper Alcina

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2000 , 25 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Carolin Pirich (Autor:in)

Musik - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Dramma per musica „Alcina“ war einer der letzten großen Opernerfolge Georg Friedrich Händels. Im Kampf gegen den Untergang der italienischen Oper in London erwiesen sich die Voraussetzungen am Covent Garden Theatre als besonders vorteilhaft für die formale und dramaturgische Anlage der Komposition, die Händel als erste Oper bewußt für dieses Theaterhaus verfaßte. Angeregt von dortigen Arbeitsbedingungen nahm er in das Schema einer italienischen Barockoper neue Elemente auf. Das Werk bezeugt, daß sich Händel „im Spannungsfeld zwischen den Kompositionen der Barockoper und den Vorstößen zu einer neuen Gefühls- und Ausdrucksästhetik des hervordrängenden bürgerlichen Zeitalters bewegte.“ Händel stellte neben die eher typisierten Nebenfiguren eine ausdrucksvolle, realitätsnahe Protagonistin. Die Tendenz zur Schaffung eines psychologisch schlüssigen Musikdramas ist unverkennbar.
In dieser Arbeit sollen besonders die Abweichungen von der konventionellen Opera seria herausgestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ENTSTEHUNGSBEDINGUNGEN

3 DIE OPER ALCINA

3.1 Aufbau der Oper und ihre Textvorlage

3.2 Die Instrumentalstücke

3.2.1 Die Ouvertüre

3.2.2 Die Ballette

3.2.2.1 Ballett für den Szenenwechsel (Akt I, 2.Szene)

3.2.2.2 Die Schlummerszene (Akt II, letzte Szene)

3.3 Der Ausdruckstanz

3.4 Die Vokalstücke

3.4.1 Abweichungen vom Libretto

3.4.2 Affektdarstellung und Charakterzeichnung in den Arien

3.4.2.1 Die Arien der Alcina, insbesondere „Ah, mio cor“

3.4.2.2 Die Arien des Ruggiero, insbesondere „Verdi prati“

3.4.3 Die Chöre

4 DAS LIETO FINE – EIN GLÜCKLICHES ENDE?

5 SCHLUßBEMERKUNG

6 LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die formale und dramaturgische Anlage der Oper "Alcina" von Georg Friedrich Händel. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Händel durch bewusste Abweichungen von den Konventionen der damaligen Opera seria – insbesondere durch den Einsatz französischer Stilmittel und eine psychologisch fundierte Charakterzeichnung – ein wirklichkeitsnahes Musikdrama schuf.

  • Die Entstehungsbedingungen der Oper im Londoner Musikleben der 1730er Jahre.
  • Die dramaturgische Bedeutung instrumentaler Elemente, insbesondere der Balletteinlagen.
  • Die musikalische Charakterisierung der Protagonisten durch Arienformen und Tonartenwahl.
  • Die Funktion der Chöre als neuartiges dramatisches Gestaltungsmittel.
  • Die Transformation des Sujets in eine Tragödie enttäuschter Liebe trotz des konventionellen Happy Ends.

Auszug aus dem Buch

3.4.2.1 Die Arien der Alcina, insbesondere „Ah, mio cor“

Die Hauptfigur dieser Oper, Alcina, ist nicht bloß barocke Heroine, sondern gleichzeitig eine warmherzige Frau, die lieben und geliebt werden möchte. Die Oper beginnt dort, wo Alcina Ruggiero verzaubert hat. Aber daß sie ihre Männer in Tiere, Bäche und Pflanzen verwandelt, ist Vergangenheit. Sie erklärt sich nur dazu bereit, die verkleidete Bradamante, Ricciardo, zu verwandeln, weil sie hofft, ihre Beziehung zu Ruggiero dadurch retten zu können. Durch ihre aufrichtige Zuneigung zu einem Menschen verliert sie ihre magischen Kräfte. Die Liebe zu Ruggiero hat Alcina selbst verwandelt. Ihre Menschwerdung durch den Zauber der Liebe ist durch die dramatische Stringenz der Arienkette der Alcina gestaltet.

Alcina singt sechs Arien, zwei in jedem Akt. Ihre erste Arie („Di, cor mio, quanto t’amai“ in B-Dur) zeigt die Leidenschaft Alcinas. Sie bittet Ruggiero, den Besuchern den Ort zu zeigen, wo sie sich ihre Liebe zuerst gestanden. Wie bereits erwähnt, versichert Alcina in der nächsten Arie („Si, son quella“ in a-Moll) Ruggiero ihre ewige Treue und zeigt die Aufrichtigkeit ihrer Gefühle, aber auch ihre menschliche Verletzlichkeit. Im zweiten Akt wendet sich die Dinge gegen die Zauberin. Sie erfährt, daß Ruggiero sie verlassen wird und versucht mit wachsender Verzweiflung, gegen ihren Schmerz anzukommen. Die berührendste Arie Alcinas ist wohl jene, in der sie, zerrissen von Kummer, Liebe, Wut und verletztem Stolz, auf Orontes Bericht von Ruggieros Verrat reagiert. „Ah, mio cor“ ist in der Dacapo-Form komponiert, die ihre Unentschlossenheit reflektiert. Der A-Teil verleiht ihrem gebrochenen Herzen Ausdruck, wohingegen sie sich im B-Teil zu fassen versucht – ist sie nicht Alcina, die Königin und Zauberin? Jedoch ihr Herz betrügt sie und der von Verzweiflung erfüllte erste Teil kehrt wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung von "Alcina" als Händels bewusste Abkehr von konventionellen Mustern hin zu einem psychologisch schlüssigen Musikdrama.

2 ENTSTEHUNGSBEDINGUNGEN: Analyse der schwierigen Londoner Opernsituation in den 1730er Jahren und der Wechsel Händels an das Covent Garden Theatre.

3 DIE OPER ALCINA: Übergreifende Betrachtung der Struktur und der literarischen Vorlage von Ariosts "Orlando furioso".

3.1 Aufbau der Oper und ihre Textvorlage: Untersuchung der Akteinteilung und der inhaltlichen Modifikationen des Librettos gegenüber dem Epos.

3.2 Die Instrumentalstücke: Erörterung der Integration französischer Stilmerkmale in Händels Opernkomposition.

3.2.1 Die Ouvertüre: Beschreibung der formalen Anlage der Ouvertüre nach dem Vorbild Lullys und deren dramatischer Funktion.

3.2.2 Die Ballette: Darstellung der Rolle von Marie Sallé und der Integration von Tanzszenen in den Handlungsverlauf.

3.2.2.1 Ballett für den Szenenwechsel (Akt I, 2.Szene): Analyse der Ballett-Suite als Mittel zur Anschaulichmachung von Alcinas Macht.

3.2.2.2 Die Schlummerszene (Akt II, letzte Szene): Untersuchung der dramatischen Anlage der Traumbilder und der Integration des Handlungsballetts.

3.3 Der Ausdruckstanz: Würdigung der pantomimischen Ansätze und der Abkehr vom barocken Gesten-Schematismus.

3.4 Die Vokalstücke: Einordnung des Sologesangs und der Arien in die Tradition der Opera seria bei gleichzeitiger Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten.

3.4.1 Abweichungen vom Libretto: Diskussion der Umverteilung von Arien zur gezielten psychologischen Profilierung der Charaktere.

3.4.2 Affektdarstellung und Charakterzeichnung in den Arien: Darstellung von Händels Methode, durch musikalische Symbolik Entwicklungsprozesse der Figuren abzubilden.

3.4.2.1 Die Arien der Alcina, insbesondere „Ah, mio cor“: Analyse von Alcinas Entwicklung von der Zauberin zur fühlenden Frau anhand ihrer Arien.

3.4.2.2 Die Arien des Ruggiero, insbesondere „Verdi prati“: Untersuchung der musikalischen Schlichtheit und Rondoform zur Darstellung von Ruggieros Wehmut.

3.4.3 Die Chöre: Analyse der Chöre als neuartiges dramatisches Gestaltungselement, das über die Konvention der Solistenoper hinausgeht.

4 DAS LIETO FINE – EIN GLÜCKLICHES ENDE?: Kritische Auseinandersetzung mit der Diskrepanz zwischen dem notwendigen Happy End und der tragischen Anlage der Geschichte.

5 SCHLUßBEMERKUNG: Zusammenfassende Einschätzung von Händels Oper als Wegbereiter für zukünftige dramatische Formen.

6 LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Georg Friedrich Händel, Alcina, Opera seria, Barockoper, Musikdrama, Marie Sallé, Ballett, Arien, Affektdarstellung, Ruggiero, Charakterzeichnung, Instrumentalmusik, Theatergeschichte, Covent Garden, Vokalstücke

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Georg Friedrich Händels Oper "Alcina" und untersucht, wie der Komponist innerhalb der Konventionen der Opera seria neue, dramatisch wirkungsvolle Akzente setzte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die historischen Entstehungsbedingungen, die Integration von Ballettmusik und Chören sowie die differenzierte musikalische Ausarbeitung der Charaktere durch Händel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie Händel durch Abweichungen vom Libretto und innovative musikalische Gestaltung realitätsnahe psychologische Dramatik in einer ansonsten starr konventionellen Gattung ermöglichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer musikwissenschaftlichen Analyse, die den Vergleich von Libretto-Vorlagen, die Untersuchung von Partituren (Arien, Chöre, Ballette) und den historischen Kontext der Londoner Opernpraxis verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Instrumentalstücke, der tänzerischen Elemente sowie der Vokalstücke, wobei insbesondere die Arien von Alcina und Ruggiero hinsichtlich ihrer Charakterzeichnung analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie "Händel", "Alcina", "Musikdrama", "Affektdarstellung", "Charakterzeichnung" und "Opera seria" beschreiben.

Warum spielt die Figur der Marie Sallé eine so wichtige Rolle für das Verständnis der Oper?

Marie Sallé brachte moderne, pantomimische Tanzansätze an das Covent Garden Theatre ein, die Händel dazu inspirierten, Balletteinlagen eng in den dramatischen Handlungsverlauf der Oper "Alcina" einzubetten.

Inwiefern bricht Händel mit der Konvention des "Lieto fine"?

Obwohl die Oper ein Happy End aufweist, bricht Händel dramaturgisch damit, indem er die musikalische Gestaltung der Alcina so anlegt, dass ihr persönliches Schicksal und ihre menschliche Verletzlichkeit in den Vordergrund rücken und somit eine subtile Tragik vermitteln.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Oper Alcina
Hochschule
Universität zu Köln  (Musikwissenschaft)
Veranstaltung
Die Oper Georg Friedrich Händels
Note
sehr gut
Autor
Carolin Pirich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
25
Katalognummer
V11082
ISBN (eBook)
9783638173391
Sprache
Deutsch
Schlagworte
London Opera seria Händel Covent Garden Farinelli Händel Aufführung Inszenierung Charakterdarstellung Tonartencharakteristik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Pirich (Autor:in), 2000, Die Oper Alcina, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11082
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  25  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum
  • Vertrag widerrufen