Gedankenunterdrückung: Erklärungsansätze für der Rebound-Effect


Hausarbeit, 2007

24 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand
1.2 Entwicklung der Fragestellung

2 Von penetranten weißen Bären

3 Erklärungsansätze
3.1 Ironic-Monitoring-Theory
3.1.1 Hyperacessability
3.1.2 Ironische Prozesse der bewussten Einflußnahme auf die Stimmung
3.2 Distractor-Associations-Model – oder: Im Trichter des Ameisenlöwen
3.3 Motivational inference model

4 Fazit
4.1 Zusammenfassung
4.2 Offene Fragen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis und Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Untersuchungsgegenstand

Der übergewichtige Herr Müller, der Gedanken an seine Lieblingsschokolade verdrängen möchte, Frau Maier, die den belastenden Gedanken an den kürzlich vorgenommenen Schwangerschaftsabbruch unterdrückt, ein Heroinabhängiger, der einen Drogenentzug durchführt – sie alle versuchen bewusst Gedanken zu unterdrücken. Oft sind diese Gedan- ken Auslöser für eine unerwünschte Handlung. In jedem Fall werden derartige Gedanken vom Unterdrückenden als unerwünscht klassifiziert.

Prinzipiell sind Verdrängungsprozesse durchaus negativ besetzt. Sie werden oft mit einer Flucht vor den eigenen Problemen gleichgesetzt und was zu der Ansicht verlei- tet, dass Gedankenunterdrückung schon an sich ein unreifes, eventuell pathologisches und insgesamt ungesundes Verhalten darstelle. In gewissen Situationen mag die Unter- drückung von Gedanken wirklich gesundheitsschädlich wirken bzw. eine wünschenswerte Verhaltensänderung hemmen. In der Tat gibt es jedoch auch Beispiele, dass Gedanken- unterdrückung sinnvoll sein kann. Am Beispiel des Kontrafaktischen Denkens (KD) läßt sich dies einfach nachvollziehen. KD beschäftigt sich u. a. damit, was anders gewesen wäre oder anders hätte sein können, wenn verschiedene Ereignisse einen anderen Verlauf genommen hätten (Markman, McMullen, Elizaga & Mizoguchi 2006).

Ein Vater, der in einem Moment nicht aufmerksam war, während sein vierjähriges Kind auf die Straße sprang und tödlich verletzt wurde, mag sich dies lange zum Vorwurf Wenn ich in diesem Moment nicht dieser schönen Frau hinterhergeschaut hätte, ” wäre nichts geschehen“, wird er sich beispielsweise denken. Eine tragische Situation – Was wäre gewesen, wenn “ verzweifeln

besonders tragisch, da er sich einen positiven Verlauf sehr leicht vorstellen könnte – und am fortwährenden Grübeln über die Frage ” würde. Sieht der Mann den Grund für den Vorfall in einer generellen Veranlagung zum Unaufmerksam-Sein, wird er sich möglicherweise auch in anderen Situationen, in denen er unaufmerksam ist, Vorwürfe machen. Gleichzeitig wird er dabei oft unweigerlich an den Tod seines Kindes denken, wenn er sich bei einer Unaufmerksamkeit ertappt.

In der psychologische Forschung hat man sich mit der Thematik Gedankenunter-

druckung (Thought-Suppression) intensiv beschäftigt. Besonders der Umstand, dass Ge- danken, die eine gewisse Zeit unterdrückt wurden, sich in einem schwachen Moment“ ”

umso intensiver ins Bewusstsein drängen, ist hier von großem Interesse. Dieses Phäno- men hat unter der Bezeichnung Rebound-Effect Einzug in die Fachsprache gefunden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von dem Paradoxen Effekt der Gedankenunter- drückung. Paradox deshalb, weil sich der Unterdrückende zu gewissen Zeiten mit einem Ausbruch“ des unerwünschten Gedankens konfrontiert sieht, den man bildlich mit ei- ” nem erloschenen Vulkan gleichsetzen könnte, unter dem sich über Jahrzehnte Magma ansammelt bis der hohe Druck zu einem erneuten, verheerenden Ausbruch führt.

1.2 Entwicklung der Fragestellung

Es wird sich zeigen, dass die Vulkan-Metapher den Sachverhalt jedoch stark vereinfacht. Doch worin liegen die Gründe für den R ebound-Effect ? Wodurch wird er ausgelöst und welche Variablen beeinflussen seine Intensität? Versetzt uns die Kenntnis dieser

Variablen in die Lage auf den Rebound-Effect Einfluß zu nehmen?

Für die Beantwortung dieser Fragen – oder vorsichtiger ausgedrückt: Um sich der Problematik anzunähern – ist es zunächst nötig auf verschiedene Erklärungsmodelle und die zugrunde liegenden Experimente einzugehen. Förster und Liberman (2000) haben in ihrem Artikel eine Einteilung der Erklärungsmodelle vorgenommen. Ich werde auf diese Einteilung im Kapitel 3 zurückgreifen.

Im folgenden Kapitel werde ich die klassische Untersuchung von Wegner, Schneider, Carter III und White (1987) ausführlich darstellen, da sich viele Autoren in darauffol- genden Untersuchungen auf sie beziehen.

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Gedankenunterdrückung: Erklärungsansätze für der Rebound-Effect
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Soziale Urteilsbildung
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V110824
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
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Schlagworte
Gedankenunterdrückung, Erklärungsansätze, Rebound-Effect, Soziale, Urteilsbildung
Arbeit zitieren
Benjamin Liersch (Autor), 2007, Gedankenunterdrückung: Erklärungsansätze für der Rebound-Effect , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110824

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