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Gerwald Rockenschaub

Title: Gerwald Rockenschaub

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 20 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Carolin Pirich (Author)

Art - Miscellaneous
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Der Begriff „Crossover“ ist bekannt aus dem Bereich der Genetik und bezeichnet den Erbfaktorenaustausch zwischen homologen elterlichen Chromosomen. Durch die Basenverschiebung der DNA entstehen Selektionsvorteile- aber auch –nachteile. In der Tierwelt können sich lediglich die Träger vorteilhafter Merkmale durchsetzen.
Übertragen auf das Gebiet der Kunst bedeutet Crossover eine Mischung von unterschiedlichen Stilen oder die Einbeziehung außerkünstlerischer Bereiche, Techniken und Materialien, die sich entweder in der künstlerischen Gesellschaft durchsetzen – oder bald in Vergessenheit geraten. Um eine solche Vermischung zu erkennen, müssen die Bereiche als getrennt bekannt sein.
Der 1952 im Oberösterreichischen Linz geborene Gerwald Rockenschaub wird als der „Grandseigneur der Crossover-Szene“ bezeichnet. Nicht nur seine gleichzeitige Betätigung im Bereich der sogenannten Unterhaltungsmusik als Punk- bzw. New Wave- Musiker, später als Techno-DJ, als Graphiker im eigenen Werbebüro und als Künstler im traditionellen Kunstbetrieb bestätigen diesen Titel. Auch in seinem gesamten Werk vom Beginn der 80-er Jahre bis heute lassen sich Crossoververfahren finden, da er die aus der Musik gewonnenen Impulse auf seine künstlerischen Projekte übertrug und dadurch eine Verbindung zwischen „Unterhaltungs“- und „Hochkultur“ schuf. Darüber hinaus brachte er Kunst und Werbung in Zusammenhang. Seine Arbeiten der 90-er Jahre, die sich unter Peter Weibels Begriff der Kontextkunst einreihen lassen, schaffen eine totale Vermengung von Ausstellungsrahmen und Kunst.
In dieser Arbeit soll versucht werden, dasjenige herauszuarbeiten, was mit der Bezeichnung „Crossover“ in Verbindung gebracht werden kann, ohne jedoch die einzelnen Arbeiten vollständig zu besprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 PUNK, NEW WAVE UND BILDENDE KUNST

2.1 Merkmale des Punkrock und des New Wave

2.2 Einflüsse des Punk und New Wave auf Rockenschaubs Malerei

3 KUNST UND WERBUNG

3.1 „Augensex“

3.2 Offizielles Kunstsponsoring

4 KONTEXTKUNST UND TECHNO

4.1 Der White Cube

4.2 Techno – mehr als „Ohrensex“

4.2.1 Merkmale des Techno

4.3 Techno und die Raumarbeiten Rockenschaubs - Vergleichbarkeiten

5 SCHLUßBEMERKUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Schaffen von Gerwald Rockenschaub unter dem Aspekt des sogenannten „Crossover“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Rockenschaub durch die gezielte Vermischung von bildender Kunst, Popkultur, Werbung und elektronischer Musik traditionelle Gattungsgrenzen aufbricht und den Kontext der Kunstproduktion neu definiert.

  • Die Rolle des Crossover als Bindeglied zwischen Hochkultur und Unterhaltung
  • Einflüsse von Punk und New Wave auf die Entwicklung der „Neo-Geo“-Malerei
  • Die Auflösung der Grenze zwischen Kunstwerk und Werbefläche
  • Techno als Lebensstil und Inspirationsquelle für raumgreifende Installationen
  • Die Bedeutung des Ausstellungsraums als sozialer und informationeller Kontext

Auszug aus dem Buch

4.1 Der White Cube

1990, in der Galerie Paul Maenz in Köln, verkleidete Rockenschaub die teuren Ausstellungswände mit 1 cm dicken, 1x1 m großen farblosen Plexiglasplatten, die industriell angefertigt waren. Lediglich die Schrauben zur Halterung verhinderten die vollständige Verschmelzung von Wand und künstlerischem Objekt, weshalb sie auch als Verzierung oder gar als eigentlicher Bildgehalt gelten konnten. „Wand und Raum sind konstitutive Faktoren des zeitgenössischen Ausstellungsbetriebs und bilden ein Paradigma. Indem Gerwald Rockenschaub sein Werk in diese Position setzt, thematisiert er gleichzeitig Wand, Träger und Bild.“

Der Ausstellungsbesucher wird in seiner Erwartung gehörig irritiert. Das Plexiglas zeigt gleichzeitig die Wand und das Spiegelbild des Betrachters, der darauf aufmerksam gemacht wird, daß sich das Ereignis außerhalb des Kunstwerks und nicht in den ausgestellten Gegenständen befindet. Die Rahmenbedingungen des Erscheinens sind zum Inhalt geworden, oder, wie Peter Weibel es mit den Vokabeln der Germanistik formuliert: „Der Text, das Werk, wird ersetzt durch den Kontext, der zum Text wird.“ Zum Kontext gehört die Erwartung, daß jene Dinge, die in teuren Galerieräumen üblicherweise anzutreffen sind, von elitärer Exklusivität zeugen und nicht jedem zugänglich sind. Der White Cube, der teure Galerieraum, schirmt die Kunst vom Alltag ab und sichert sie vor verunreinigenden Einflüssen – und das Plexiglas schont die Wand vor Abnutzungen durch den Besucher.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Definiert den Begriff „Crossover“ und stellt Gerwald Rockenschaub als Akteur vor, der konsequent Grenzen zwischen Musik, Werbung und bildender Kunst überschreitet.

2 PUNK, NEW WAVE UND BILDENDE KUNST: Analysiert, wie die Energie und Reduktionsästhetik des Punkrock Rockenschaubs frühen Malstil und sein Verständnis von Subkultur maßgeblich beeinflussten.

3 KUNST UND WERBUNG: Untersucht anhand konkreter Beispiele wie „Augensex“, wie Rockenschaub die Trennung zwischen autonomen Kunstwerk und kommerzieller Werbung aufhebt.

4 KONTEXTKUNST UND TECHNO: Erläutert die Übertragung des DJ-Prinzips (Sampling) auf Rauminstallationen und die Rolle der Kontextkunst als kritische Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsraum.

5 SCHLUßBEMERKUNG: Führt die Argumentation zusammen und stellt fest, dass Rockenschaub durch seine interdisziplinäre Praxis die „Gesamtkultur“ jenseits klassischer Elitenkonzepte verhandelt.

Schlüsselwörter

Gerwald Rockenschaub, Crossover, Kontextkunst, Neo Geo, Punk, New Wave, Techno, Musik, Popkultur, Werbung, White Cube, Ausstellungsrahmen, Sampling, Malerei, Interdisziplinarität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das Schaffen des Künstlers Gerwald Rockenschaub und seine Rolle als Grenzgänger, der Konzepte aus der Musik und Werbung in die bildende Kunst integriert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstellen zwischen Kunst und Popkultur, insbesondere die ästhetischen Parallelen zwischen Musikrichtungen (Punk, Techno) und künstlerischen Strategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Begriff „Crossover“ im Werk Rockenschaubs zu definieren und zu analysieren, wie er den Ausstellungsraum als Teil des Kunstwerks begreift.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt kunsthistorische Analyse, um die theoretischen Konzepte hinter Rockenschaubs Arbeiten mit zeitgenössischen Diskursen zur „Kontextkunst“ zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Rockenschaubs musikalischen Wurzeln, seiner expliziten Auseinandersetzung mit Werbung und seiner späteren Tätigkeit im Bereich der Kontextkunst und Technokultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Crossover, Kontextkunst, Popkultur, Sampling und die Überwindung des traditionellen Kunstbegriffs charakterisiert.

Wie beeinflusste das „Augensex“-Projekt Rockenschaubs künstlerische Wahrnehmung?

Es verdeutlicht seinen Wunsch, Kunst aus sterilen Ausstellungsrahmen zu lösen und sie als spielerisches, sinnliches Element im öffentlichen Raum zu etablieren.

Inwiefern lässt sich das DJ-Prinzip auf seine raumbezogene Kunst übertragen?

Ähnlich wie ein DJ, der bestehende Musikfragmente sampelt und neu kombiniert, ordnet Rockenschaub vorgefundene Materialien und räumliche Bedingungen zu neuen, „einfach spaßigen“ Gesamterlebnissen an.

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Details

Title
Gerwald Rockenschaub
College
University of Cologne  (Kunstgeschichte)
Course
Crossoververfahren in der Kunst des 20. Jahrhunderts
Grade
sehr gut
Author
Carolin Pirich (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V11084
ISBN (eBook)
9783638173414
Language
German
Tags
Kontextkunst Kunst und Werbung Kunst und Techno Rockenschaub New Wave Punk White Cube
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Pirich (Author), 2000, Gerwald Rockenschaub, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11084
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