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Zwischen Inklusion und Exklusion? Die zweite Generation von Jugendlichen kurdischer Herkunft in der Bundesrepublik

Eine sekundäranalytische Studie zur Wahrnehmung ihrer (staats-)rechtlichen und psychosozialen Situation

Title: Zwischen Inklusion und Exklusion? Die zweite Generation von Jugendlichen kurdischer Herkunft in der Bundesrepublik

Diploma Thesis , 2006 , 127 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Deniz Düzel (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Summary Excerpt Details

In diesem Abschnitt der zugrundeliegenden Arbeit sollen vorneweg die bisherigen Erkenntnisse über den Forschungsstand referiert werden, um darauf aufbauend die eigenen Forschungsziele darzulegen, wenngleich es nicht nur in Bezug auf KurdInnen in der Bundesrepublik, sondern auch über Kurden im Allgemeinen nur wenige Erkenntnisse gibt, die als gesichert gelten können. Daher hat es sich die vorliegende Untersuchung in Anlehnung an bereits verfasste und publizierte Studien (vorwiegend aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen, kurz: NRW) zum Ziel gemacht, durch Einblicke in Lebenszusammenhänge und deren Deutung einen Zugang zum Verständnis von und für Jugendliche kurdischer Herkunft aus der Türkei zu eröffnen bzw. fortzuschreiben und mit Hilfe sekundäranalytischen Materials ergänzend zu interpretieren.3 Vor dem Hintergrund, dass „KurdInnen die zweitgrößte Migrantengruppe darstellen und daher auf eine lange Tradition der Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland zurückblicken“ (Schmidt 1998, S.12)4, wird hier mit der Formulierung einer neuen Frage ein Forschungsfeld ausgebreitet, das bisher so gut wie keine Beachtung in der Migrationsforschung erfahren hat. Ausgehend von den vorliegenden qualitativen als auch quantitativen Studien zur Selbst- und Fremdethnisierung dient diese Untersuchung vor allen Dingen der Erforschung der psychosozialen Situation dieser spezifischen ethnischen Minderheit im Umgang mit gesellschaftlicher Erfahrung von Inklusion und Exklusion, weil es ihr an dieser Stelle den gleichen Stellenwert beizumessen gilt, welcher im Hinblick auf andere MigrantInnengruppen (wie etwa die der Türken, Ex-Jugoslawen etc.) schon lange selbstverständlich ist. Es ist also das primäre Anliegen dieser Diplomarbeit, durch die sekundäranalytische Auswertung sowie Interpretation anhand eigener Beobachtungen in verschiedenen Institutionen, die sich mit kurdischen Jugendlichen auseinandersetzen, der deutschen Öffentlichkeit ein differenziertes Bild der kurdischen Minderheit in der Bundesrepublik zu vermitteln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINFÜHRUNG

1. ZIELSTELLUNG UND GLIEDERUNG

1.1 Aktueller Forschungsstand

1.2 Neuere Migrations- und Diasporaforschung

I. Theoretischer Bezugsrahmen

1. ALLGEMEINER ÜBERBLICK zur MIGRATION

2. DAS KONZEPT DIASPORA

2.1 Faktoren der Selbst- und Fremdethnisierung

2.2 Transnationalismus: Bezugspunkte und Funktionen

2.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

3. HISTORISCHER ÜBERBLICK zu KurdInnen

3.1 Die Lage der KurdInnen in der Türkei

3.2 Kurden und Kurdinnen in der BRD

3.2.1 Zur Konfliktimportthese

3.2.2 Jugendliche kurdischer Herkunft in Deutschland

II. Kurdische Jugendliche in Familie, Peer groups und Alltag

1. Das Problem, in zwei Welten zu leben

2. Zur Lebenswelt kurdischer Jugendlicher in Deutschland

2.1 Grenzgängertum bei kurdischen Jugendlichen

2.2 Die Sprache der Jugendlichen: „Code- Switching“

2.2.1 Exkurs: Muttersprachlicher Unterricht in Kurdisch: Überblick und aktueller Stand

3. DIE (MIGRANTEN-) FAMILIE

3.1 Die Beziehungen zwischen den Familiengenerationen

3.2 Die familiäre Situation der interviewten Jugendlichen

4. PUBERTÄT und ADOLESZENZ

4.1 Das Leben in der Gleichaltrigen-Gruppe

4.2 Freundschaft und Freizeitkontakte der Interviewten

4.3 Zu einigen „Überpointierungen“ im Zusammenhang mit spezifischen Belastungen allochthoner Jugendlicher

5. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND FAZIT

III. Allochthone Jugendliche im Übergang von der Schule in die Berufswelt

1. ZUR FUNKTION VON SCHULE

1.1 Schulischer Werdegang der Interviewten im europäischen Vergleich

1.2 Kriminalisierungstendenzen bei kurdischen Jugendlichen

1.3 Zusammenfassende Auswertung: Der „Dritte Stuhl“ als Alternativperspektive

2. Allochthone Jugendliche in AUSBILDUNG, BERUF und ARBEIT

2.1 Zur Wahrnehmung von kurdischen Jugendlichen

2.2 Ausblick: Präventive Maßnahmen und Modellprojekte für die Arbeit mit kurdischen Jugendlichen

2.3 RESÜMEE

IV. Schlussfolgerungen und forschungsrelevante Perspektiven

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen wissenschaftlich fundierten Zugang zum Verständnis der Lebenswelt kurdischer Jugendlicher in Deutschland zu eröffnen. Hierbei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Heranwachsende kurdischer Herkunft im Spannungsfeld zwischen Inklusionserfahrungen und Exklusionsmechanismen positionieren und wie diese Prozesse durch die Migrationssituation, die Familie und das Schul- bzw. Berufsumfeld beeinflusst werden.

  • Psychosoziale Situation kurdischer Minderheiten in Deutschland
  • Bikulturelle Identitätsbildung und "Code-Switching"
  • Rolle der (Migranten-) Familie und Generationenkonflikte
  • Übergang von der Schule in die Arbeitswelt und institutionelle Diskriminierung
  • Konzepte für interkulturelle Jugendarbeit und "Dritter Stuhl"

Auszug aus dem Buch

EINFÜHRUNG: Zur Problemgeschichte und Fragestellung der Untersuchung

In diesem Abschnitt der zugrundeliegenden Arbeit sollen vorneweg die bisherigen Erkenntnisse über den Forschungsstand referiert werden, um darauf aufbauend die eigenen Forschungsziele darzulegen, wenngleich es nicht nur in Bezug auf KurdInnen in der Bundesrepublik, sondern auch über Kurden im Allgemeinen nur wenige Erkenntnisse gibt, die als gesichert gelten können. Daher hat es sich die vorliegende Untersuchung in Anlehnung an bereits verfasste und publizierte Studien (vorwiegend aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen, kurz: NRW) zum Ziel gemacht, durch Einblicke in Lebenszusammenhänge und deren Deutung einen Zugang zum Verständnis von und für Jugendliche kurdischer Herkunft aus der Türkei zu eröffnen bzw. fortzuschreiben und mit Hilfe sekundäranalytischen Materials ergänzend zu interpretieren.

Vor dem Hintergrund, dass „KurdInnen die zweitgrößte Migrantengruppe darstellen und daher auf eine lange Tradition der Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland zurückblicken“ (Schmidt 1998, S.12), wird hier mit der Formulierung einer neuen Frage ein Forschungsfeld ausgebreitet, das bisher so gut wie keine Beachtung in der Migrationsforschung erfahren hat. Ausgehend von den vorliegenden qualitativen als auch quantitativen Studien zur Selbst- und Fremdethnisierung dient diese Untersuchung vor allen Dingen der Erforschung der psychosozialen Situation dieser spezifischen ethnischen Minderheit im Umgang mit gesellschaftlicher Erfahrung von Inklusion und Exklusion, weil es ihr an dieser Stelle den gleichen Stellenwert beizumessen gilt, welcher im Hinblick auf andere MigrantInnengruppen (wie etwa die der Türken, Ex-Jugoslawen etc.) schon lange selbstverständlich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert die Problemgeschichte der Untersuchung und begründet die Notwendigkeit einer spezifischen Erforschung der Situation kurdischer Jugendlicher unter Berücksichtigung von Inklusions- und Exklusionsmechanismen.

I. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel verankert die Arbeit in der Migrations- und Diasporaforschung, beleuchtet das Konzept der Ethnizität sowie die historische Genese der Kurdenfrage und thematisiert Ansätze der Transnationalität.

II. Kurdische Jugendliche in Familie, Peer groups und Alltag: Der Hauptteil analysiert die Lebenswelten der Jugendlichen, wobei insbesondere die Rollenkonflikte, das "Code-Switching" als Sprachphänomen und die familiären sowie sozialen Bindungen im Fokus stehen.

III. Allochthone Jugendliche im Übergang von der Schule in die Berufswelt: Hier wird die Rolle des Bildungssystems und der Arbeitsmarktintegration beleuchtet, wobei institutionelle Barrieren und Ansätze für präventive, interkulturelle Modellprojekte diskutiert werden.

IV. Schlussfolgerungen und forschungsrelevante Perspektiven: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für einen interdisziplinären Perspektivenwechsel sowie eine konzeptionelle Öffnung pädagogischer Institutionen.

Schlüsselwörter

Kurdische Jugendliche, Diaspora, Transnationalismus, Inklusion, Exklusion, Identitätsbildung, Migration, Interkulturelle Pädagogik, Code-Switching, Sozialisation, Ausbildung, Berufsberatung, Ethnizität, Mehrsprachigkeit, Jugendsozialarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die psychosoziale Lebenssituation von Jugendlichen kurdischer Herkunft in Deutschland im Spannungsfeld zwischen formaler Integration und alltäglichen Exklusionserfahrungen.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Zentrale Felder sind die Migrations- und Diasporaforschung, die Rolle der Familie bei der Sozialisation, Sprachphänomene wie Code-Switching und die institutionellen Herausforderungen beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der kurdischen Minderheit in der Bundesrepublik zu vermitteln und institutionelle Defizite in der Beratung und Bildung aufzuzeigen, um konkrete Lösungsansätze zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus sekundäranalytischer Auswertung vorliegender qualitativer und quantitativer Studien sowie eigene teilnehmende Beobachtungen in sozialen Institutionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebenswelt in Familie und Peer-Groups sowie eine Untersuchung der schulischen und beruflichen Werdegänge inklusive der dort auftretenden Hürden.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind Diaspora, Inklusion, Exklusion, Transnationalismus und die Metapher des "Dritten Stuhls" als Modell für eine bikulturelle Identitätskonstruktion.

Warum wird das Konzept der "Zweiten Generation" kritisch hinterfragt?

Die Arbeit kritisiert, dass dieses Konzept häufig zu stark verallgemeinert wird und die spezifischen ethnischen und politischen Hintergründe der kurdischen Zuwanderer vernachlässigt, die oft fälschlicherweise als "türkische Jugendliche" subsumiert werden.

Welche Bedeutung kommt dem "Code-Switching" zu?

Code-Switching wird nicht als Defizit, sondern als kreative Technik und Zeichen für die Entwicklung eines "dritten Raums" gewertet, in dem sich Jugendliche ihre eigene, komplexe Identität jenseits einseitiger Zuschreibungen erschaffen.

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Details

Title
Zwischen Inklusion und Exklusion? Die zweite Generation von Jugendlichen kurdischer Herkunft in der Bundesrepublik
Subtitle
Eine sekundäranalytische Studie zur Wahrnehmung ihrer (staats-)rechtlichen und psychosozialen Situation
College
University of Marburg
Grade
1,0
Author
Deniz Düzel (Author)
Publication Year
2006
Pages
127
Catalog Number
V110862
ISBN (eBook)
9783640191499
ISBN (Book)
9783640193288
Language
German
Tags
Zwische Inklusion Exklusion Generation Jugendlichen Herkunft Bundesrepublik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Deniz Düzel (Author), 2006, Zwischen Inklusion und Exklusion? Die zweite Generation von Jugendlichen kurdischer Herkunft in der Bundesrepublik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110862
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