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Migrantinnen in der Stadt - Thesen über die Land-Stadt-Migration von Frauen in Afrika

Title: Migrantinnen in der Stadt   -  Thesen über die Land-Stadt-Migration von Frauen in Afrika

Seminar Paper , 2006 , 41 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tania Götze (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Seit einigen Jahren wächst der literarische Korpus zum Thema weiblicher Migration stetig an. Studien, die sich dem Thema „Frauen und Migration“ widmen, sind jedoch größtenteils empirische Einzelfallstudien. Bislang gibt es kaum Zusammenfassungen zu weiblicher Migration in Afrika. Zudem gingen die empirischen Ergebnisse nicht in die Theorienbildung zu Migration ein: Es gibt noch keine Migrationstheorie, die auch dem Phänomen der weiblichen Migration gerecht wird. Ansätze zu einer neuen Konzeptionierung von Migration und erste verallgemeinernde Thesen sind jedoch vereinzelt erkennbar. Ziel dieser Arbeit ist es diese darzustellen und zusammenzufassen. Anhand einer ausgewählten empirischen Einzelfallstudie möchte ich die Ansätze diskutieren und mit den Ergebnissen dieser Feldforschung vergleichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. SCHULTZ: NOMADENFRAUEN IN DER STADT

4.1 Die Migrantinnen

4.1.1 Traditionelle Migration

4.1.2 Migrationstypen

4.2 Leben in der Stadt

4.2.1 Einkommensmöglichkeiten

4.2.2 Soziale Netzwerke

4.3 Familienwandel

4.3.1 Haushaltsgröße

4.3.2 Heirat und Ehe

4.4 Die Verbindung zum Herkunftsgebiet:

4.5 Zusammenfassung der Thesen von Schultz

4.6 Kritik an Schultz

2. MIGRATIONSFORSCHUNG

4.1 Modernisierungstheorie

4.2 Dependenztheorie

4.3 Artikulationstheorie

4.4 Transnationalismus

4.5 Theoretische Einordnung Schultz

3. FRAUEN UND MIGRATION

4.1 Stand der Literatur

4.2 Die Migration

4.3 Formen der weiblichen Migration

4.3.1 Land-Land-Migration

4.3.2 Land-Stadt-Migration

4.3.3 Interne und internationale Migration

4.3.4 Internationale Migration

4.4 Migrationsentscheidung und Motive

4.5 Frauen in der Stadt

4.5.1 Ökonomische Tätigkeiten

4.5.2 Urbanisierung versus Remigration

4. DIE FOLGEN DER MIGRATION VON FRAUEN

4.1 Familienwandel

4.1.1 Kinderpflegschaft

4.1.2 Haushaltsstruktur

4.1.3 Polygynie in der Stadt

4.1.4 Von der Familie zum Netzwerk?

4.2 Ökonomischer Wandel

4.2.1 Haushaltserweiterung und Diversifikation

4.2.2 Ökonomische Unabhängigkeit der Frauen

4.3 Wandel der Geschlechterbeziehungen

5. SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die Thesen zur weiblichen Land-Stadt-Migration in Afrika darzustellen und zusammenzufassen. Dabei wird anhand der empirischen Studie von Ulrike Schultz über Turkana-Frauen diskutiert, inwieweit bestehende Migrationstheorien die Lebensrealität und Handlungsweisen von Migrantinnen erklären können, wobei die soziale Einbettung und das Handeln innerhalb familiärer Netzwerke im Vordergrund stehen.

  • Analyse der Migrationstypen und deren Einbettung in pastorale Strukturen.
  • Überprüfung klassischer Migrationstheorien auf ihre Anwendbarkeit für weibliche Migrantinnen.
  • Untersuchung der Bedeutung sozialer Netzwerke für das Überleben in urbanen Räumen.
  • Analyse der ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Migration auf den Familienhaushalt.
  • Diskussion über den Zusammenhang zwischen Migration und der ökonomischen Unabhängigkeit von Frauen.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Migrationstypen

Da die Motive, die zur Migration führen, meist aus einem Bündel verschiedener Ursachen bestehen, untergliedert Schultz die Migrantinnen nicht hinsichtlich ihrer Beweggründe, die zur Migration geführt haben, sondern teilt Migrationstypen anhand des Grades der Einbettung in die traditionellen Strukturen ein (Schultz 1996: 194). Der erste Typus umfasst Migrantinnen, die vollständig in das pastorale Leben integriert sind (ebd.). Für sie ist der städtische Haushalt ein Teil der pastoralen Ökonomie (ebd.). Das bedeutet, dass sie weiterhin als Mitglied eines Haushaltes im Nomadengebiet anerkannt sind und somit Anrechte auf die Nutzung dessen Viehbesitzes hat. Sie folgen einer Diversifikationsstrategie, in dem sie durch die städtischen Einnahmequellen das pastorale Einkommen ergänzen und die wirtschaftlichen Risiken verteilen (ebd.: 196). Der Zugang zu Vieh und die Erhaltung der Nutzungsrechte einer Viehherde sind ausschlaggebend für das Gelingen einer Rückkehr ins Nomadengebiet. Für Migrantinnen dieses Typus ist sowohl die Migration, als auch der Verbleib in der Stadt eine gewählte Option (ebd.: 200). Auslöser der Migration war in den meisten Fällen zwar eine ökonomische Krise, doch: „Zentral für die Charakterisierung dieser Gruppe von Migrantinnen ist, dass ihre Produktionsgrundlagen im pastoralen Sektor in der Krise zwar geschwächt, aber nicht vollständig zerstört werden und dass traditionelle Methoden des ‚Restocking’ nach Beendigung der Krise greifen.“ (ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet das wachsende Forschungsfeld der weiblichen Migration in Afrika und das Fehlen einer Theorie, die diesem Phänomen gerecht wird.

1. SCHULTZ: NOMADENFRAUEN IN DER STADT: Dieses Kapitel stellt die Studie von Ulrike Schultz vor, die das Leben von Turkana-Migrantinnen und deren unterschiedliche Grade der Einbettung in die pastorale Ökonomie analysiert.

2. MIGRATIONSFORSCHUNG: Es wird ein Überblick über die zentralen Theorien der Migrationsforschung wie Modernisierungs-, Dependenz- und Artikulationstheorie gegeben und deren Eignung für das Thema weibliche Migration diskutiert.

3. FRAUEN UND MIGRATION: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand, der Definition von Migration und den spezifischen Formen sowie Motiven der weiblichen Migration.

4. DIE FOLGEN DER MIGRATION VON FRAUEN: Das Kapitel untersucht die Auswirkungen der Migration auf die Familienstrukturen, den ökonomischen Wandel und das Geschlechterverhältnis.

5. SCHLUSSBEMERKUNG: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass weibliche Migration als komplexe Überlebensstrategie des gesamten Haushaltes zu verstehen ist und für künftige Theorienbildung die Artikulationstheorie den besten Rahmen bietet.

Schlüsselwörter

Weibliche Migration, Land-Stadt-Migration, Turkana, pastorale Ökonomie, Artikulationstheorie, soziale Netzwerke, Haushalt, Diversifikationsstrategie, Migrationstypen, ökonomische Unabhängigkeit, Geschlechterbeziehungen, Moralökonomie, Subsistenz, Remigration, Familienwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Land-Stadt-Migration von Frauen in Afrika, insbesondere am Beispiel von Turkana-Nomadenfrauen, und untersucht, wie diese Migrantinnen ihre ökonomische Existenz und kulturelle Identität im urbanen Kontext sichern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Einbettung von Migrantinnen in soziale Netzwerke, der Wandel von Familienstrukturen durch Migration, die ökonomische Diversifizierung sowie die theoretische Einordnung weiblicher Migration in ethnologische Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verstreuten empirischen Befunde zur weiblichen Migration zusammenzuführen und zu diskutieren, wie diese in bestehende theoretische Rahmenwerke wie die Artikulationstheorie integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die eine spezifische Einzelfallstudie (Ulrike Schultz, 1996) als Basis nutzt und mit verschiedenen Migrationstheorien sowie weiteren Fachliteratur-Studien vergleicht.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Migrationsforschung, eine allgemeine Betrachtung der Frauenmigration und die spezifische Analyse der Folgen für Familien und Geschlechterbeziehungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Moralökonomie", "Diversifikationsstrategie", "soziale Netzwerke" und "Artikelulationstheorie" charakterisiert.

Wie unterscheidet Schultz die Migrantinnen?

Schultz unterteilt die Migrantinnen nicht nach ihren Motiven, sondern nach dem Grad ihrer Einbettung in die traditionelle pastorale Lebensweise und den damit verbundenen Verbindungen zu Viehbesitz und Familienhaushalten.

Was ist die Rolle des "eloto"?

Das "eloto" ist ein rituelles Geschenk, das die Brautpreisverhandlungen und den Eheschließungsprozess einleitet, jedoch im städtischen Kontext oft seine ursprüngliche Bedeutung verliert.

Warum ist das Konzept des Transnationalismus laut der Arbeit problematisch?

Für die Untersuchung der Turkana ist es unbrauchbar, da deren Migration innerhalb Kenias stattfindet und nicht grenzüberschreitend im Sinne internationaler Nationalstaaten-Migration ist.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Stellung der Frauen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Migration nicht pauschal als Emanzipation gewertet werden kann, da sie zwar Autonomie ermöglicht, aber Frauen gleichzeitig oft in prekäre ökonomische Verhältnisse im informellen Sektor drängt.

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Details

Title
Migrantinnen in der Stadt - Thesen über die Land-Stadt-Migration von Frauen in Afrika
College
University of Bayreuth  (Ethnologie)
Course
Hauptseminar: Migration und Identität
Grade
1,3
Author
Tania Götze (Author)
Publication Year
2006
Pages
41
Catalog Number
V110901
ISBN (eBook)
9783640090389
ISBN (Book)
9783656366539
Language
German
Tags
Migrantinnen Stadt Thesen Land-Stadt-Migration Frauen Afrika Hauptseminar Migration Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tania Götze (Author), 2006, Migrantinnen in der Stadt - Thesen über die Land-Stadt-Migration von Frauen in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110901
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