Ludwig Wittgenstein und der Sinn des Lebens. Eine Untersuchung der Sinnfrage anhand seiner ethischen Schriften


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001

24 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – die Frage nach dem Sinn des Lebens in der Philosophie bis Wittgenstein

2. Ludwig Wittgenstein und der Sinn des Lebens
2.1 Biographische Bemerkungen
2.2 Die Sinnfrage im Tractatus logico-philosophicus
2.3 Vortrag über Ethik und die Sinnfrage im Spätwerk

3. Schluß – Wittgensteins Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens

4. Literatur

1. Einleitung – die Frage nach dem Sinn des Lebens in der Philosophie bis Wittgenstein

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist für die Philosophie in vielerlei Hinsicht ein Problem: zum ersten fällt es schwer, die Genese und Entwicklung der Frage philosophiegeschichtlich eindeutig nachzuzeichnen; zum zweiten kann die Frage entweder gattungsspezifisch (der Sinn des Lebens aller Menschen) oder individuell (der Sinn des Lebens eines Menschen) gestellt werden und zum dritten gilt sie insofern als allgemeingültig nicht zu beantworten, als daß verschiedene Menschen aus verschiedenen Denktraditionen zu verschiedenen Zeiten verschiedene Antworten versucht[1] und aufgrund von Verständnisschwierigkeiten oftmals nur unbefriedigende gefunden haben.

Wenn man nicht die antike Tradition philosophischen Fragens als Suche nach dem Sinn des Lebens begreift, sondern den Topos Sinn des Lebens auf die Bestimmung des Menschen bezieht, dann läßt sich dieser auf die Zeit der Kritischen Philosophie Kants zurückdatieren. Im 18. Jahrhunderts vollzog sich die Ablösung des Begriffes Wert durch Sinn (vgl. Historisches Wörterbuch der Philosophie 1995, S. 815ff), allerdings deutet die Substituierbarkeit beider Wörter in der Wortfolge Wert/Sinn des Lebens darauf hin, daß sie trotz ihrer Polysemie (z. B. Sinn = Wert, Bedeutung, Bewußtsein, Wahrnehmung, Richtung usw.) in dieser Sprachverwendung dasselbe bedeuten können.

Der exakte Ausdruck Sinn des Lebens geht wahrscheinlich auf die Frühromantik zurück, er findet sich 1798 bei Novalis und 1799 in Friedrich Schlegels Roman Lucinde (siehe Fehige/Meggle/Wessels 2000, S. 22). Arthur Schopenhauer popularisierte ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Sinnfrage, die außerdem von der aufgeklärten Religionskritik thematisiert wurde. Im Gefolge Schopenhauers prägte die Lebensphilosophie Nietzsches und Diltheys den „emphatische[n] Sinnbegriff: Sinn hat, was sich – gegebenenfalls absolut – lohnt (was wichtig ist, erfüllt, zufrieden, glücklich macht und nicht verzweifeln läßt, emphatisch – als ihr Wert und Zweck – bezogen auf das Menschenleben, die Geschichte, die Welt)“ (Marquard 1983/84, S. 36). Für den Gegenwartsphilosophen Odo Marquard resultiert aus dem emphatischen Begriff ein spätmoderner Sinnverlust und Nihilismus, weil die gewachsenen Ansprüche eines Lebens in Wohlstand und das Streben nach Reichtum, Anerkennung und Erfolg das Sinndefizit noch spürbarer machen.

Auch im englischsprachigen Raum wurde die Frage in der Formulierung Is life worth living? am Ende des 19. Jahrhunderts gestellt. So gelangte Betrand Russell, einer der wichtigsten Lehrer Ludwig Wittgensteins, zu der religionskritischen Ansicht, daß nur der freie, schöpferische, philosophische Mensch, der seine Gottesillusion verwirft, seinem Leben einen Sinn zu geben vermag:

„Den Kampf um das persönliche Glück aufzugeben, alles zeitliche Wünschen abzustreifen und vor Leidenschaft nach den ewigen Dingen zu glühen – darin liegt Befreiung, so verehrt der freie Mensch. Diese Befreiung gewinnt, wer das Schicksal betrachtet, denn der Geist, der dem reinigenden Feuer der Zeit nichts zu läutern belässt, unterwirft sich das Schicksal“ (Russell 1952, S. 346).

Während sich Karl R. Poppers Diktum „Die Weltgeschichte hat keinen Sinn“ (Popper 1962, S. 189) gegen die materialistische Geschichtsauffassung des Marxismus (der Sinn des Lebens wird von den historischen Entwicklungsgesetzen freigelegt) und seinen staatlichen Ausprägungen im 20. Jahrhundert richtete, scheint ein Teil der neueren Philosophie die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz akzeptiert zu haben. Der Sinn des Lebens kann danach – wenn überhaupt – nur im kleinen und von innen her gerechtfertigt werden. Ein Mensch hat das Faktum seiner Existenz hinzunehmen, ohne nach dem Wozu zu fragen; das Leugnen seiner Bedeutungslosigkeit würde am Ende lächerlich wirken. „Das Leben ist dann vielleicht nicht sinnlos, sondern absurd [2] “ (Nagel 1990, S. 84).

Dieser existentielle Gebrauch des Sinnbegriffs ist von verschiedenen Seiten kriti-siert worden. Die Psychologie von Freud bis Frankl neigte dazu, das Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens als Symptom einer seelischen Erkrankung aufzufassen, was z. B. Günther Anders‘ Gegenwehr hervorrief. In sarkastischer Anlehnung an Marx schrieb er über das „Sinn-Gefasel“ der Psychotherapeuten: „Sinn als Mittel. Kaffee fürs Volk“ (Anders 1980, S. 370). Die christliche Theologie und Mystik sah und sieht den Sinn des Lebens traditionell in Gott. Einige russische Dichter wie Tolstoj und Dostojewski haben sich dadurch inspirieren lassen.

Um die Annäherung an Wittgensteins Verständnis der Sinnfrage abzuschließen, ist der Blick nochmals auf die begrifflich-systematische Diskussion der Frage gerichtet. Im Handbuch philosophischer Grundbegriffe von 1974 wird die Sinnfrage als ein ethisches Postulat im „Problemfeld von Befangenheit und Befreiung“ (S. 1335) verstanden. Ähnlich wie bei Wittgenstein wird Sinnstiftung/Sinnfindung zu einer abhängigen Variable des freien Willens und individuellen Denkaktes, letztlich zu einer Frage der Lebensform (vgl. S. 1340).

2. Ludwig Wittgenstein und der Sinn des Lebens

„Es drängte mich, gegen die Grenzen der Sprache anzurennen, und dies ist, glaube ich, der Trieb aller Menschen, die je versucht haben, über Ethik oder Religion zu schreiben oder zu reden. Dieses Anrennen gegen die Wände unseres Käfigs ist völlig und absolut aussichtslos. Soweit die Ethik aus dem Wunsch hervorgeht, etwas über den letztlichen Sinn des Lebens, das absolut Gute, das absolut Wertvolle zu sagen, kann sie keine Wissenschaft sein. Durch das, was sie sagt, wird unser Wissen in keinem Sinne vermehrt. Doch es ist ein Zeugnis eines Drangs im menschlichen Bewußtsein, das ich für meinen Teil nicht anders als hochachten kann und um keinen Preis lächerlich machen würde“ (VüE, S. 18f).

Das Denken Ludwig Wittgensteins ist ein philosophischer Kosmos. Die schiere Unüberschaubarkeit der Gedankenfülle in den unzähligen hinterlassenen Manuskripten und die lakonische, umkreisende Ausdrucks- bzw. Denkweise machen Wittgensteins Werk nicht allein bekannt und geschätzt, sondern leider auch zu einem Steinbruch vereinnahmender Ideen. Mittlerweile füllen sich ganze Bibliotheken mit Sekundärliteratur über einzelne Aspekte seines Werkes wie Ästhetik, Ethik, Psychologie, Theologie, Logik usw. an. Neben Symposien sind Anekdoten, Erinnerungen, Filme, Romane und Kunstgegenstände über den Philosophen Ausdruck einer beinahe kultischen Verehrung[3].

Die vorliegende Arbeit möchte sich dem weitgehend entziehen. Unter der Zielstellung, die Einbettung der Sinnfrage in das ethische Denken Wittgensteins zu eruieren, werden entsprechende Textstellen im Tractatus logico-philosophicus (2.2), im Vortrag über Ethik und in Schriften des Spätwerks (2.3) untersucht. Dabei wird eine kleine Auswahl verläßlicher Einführungs- und Spezialliteratur zu Hilfe genommen (4.). Der Schlußteil (3.) vereint Elemente der Zusammenfassung, Bewertung und Schlußfolgerung in sich. Wittgensteins Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens kann natürlich nicht endgültig sein.

Bevor die Texterörterung beginnt, muß etwas zur eindrucksvollen Biographie gesagt werden (2.1). Eine Nacherzählung sämtlicher Lebensstationen von 1889-1951 ist indessen nicht zu befürchten. Daran scheitern sogar umfangreichste Monographien. Vielmehr werden die entscheidenden Brüche in Wittgensteins Leben skizzenhaft kenntlich gemacht, denn sie haben seine philosophische Entwicklung maßgeblich beeinflußt. So zeichnen sich im Falle Wittgensteins die Erlebnisse während des 1. Weltkriegs und das Kennenlernen der Mystik Tolstojs – wie man aus den Tagebucheintragungen des Jahres 1916 deutlich erkennen kann – verantwortlich für den ethischen Gehalt des Tractatus (vgl. T 6.4-7, S. 82ff). Deshalb zunächst zu einigen biographischen Bemerkungen.

2.1 Biographische Bemerkungen

Ludwig Wittgenstein gilt nicht wenigen als „the most influential twentieth-century philosopher in the English-speaking world“ (Biographical dictionary of twentieth-century philosophers 1996, S. 846) Er wurde 26. April 1889 als achtes und jüngstes Kind eines österreichischen Eisen- und Stahlmagnaten geboren. Innerhalb weniger Generationen sind die assimilierten jüdischen Vorfahren Wittgensteins in die bürgerlichen Schichten aufgestiegen und haben einen Wohlstand erarbeitet, der bei seinem Vater Karl kulminierte (vgl. McGuinness 1992, S. 15ff). Er pflegte einen aufwendigen Lebensstil in Wien (Brahms, Mahler und die Wagner-Kritiker Hanslick und Kalbeck traf man häufiger im Palais der Wittgensteins)[4] und ließ seinen teilweise hochbegabten Kindern eine Privaterziehung angedeihen. Doch der Erwartungsdruck war für den ältesten Sohn Rudolf zu hoch. Sein Freitod überschattete die ansonsten unbelastete Jugend der anderen Geschwister. Während Wittgensteins Bruder Paul eine Pianistenlaufbahn einschlug und nach dem 1. Weltkrieg erfolgreich einhändig fortsetzte (Ravels Klavierkonzert für die linke Hand ist ihm zugeeignet), zeigte Ludwig technische Begabung und begann nach dem Maturum in Linz von 1906-1908 ein Ingenieursstudium an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Auf Empfehlung seines Vaters wechselte er an das College of Technology in Manchester, wo er sich mit Flugobjekten und Flugzeugmotoren experimentierte. Seine Schwester Hermine beschrieb seine Wandlung:

„Zu dieser Zeit oder etwas später ergriff ihn plötzlich die Philosophie, d. h. das Nachdenken über philosophische Probleme, so stark und völlig gegen seinen eigenen Willen, daß er schwer unter der doppelten und widerstreitenden inneren Berufung litt und sich wie zerspalten vorkam. Es war eine von den Wandlungen, deren er noch mehrere in seinem Leben durchmachen sollte, über ihn gekommen und durchschüttelte sein ganzes Wesen“ (Wittgenstein 1981, S. 23).

Als Ludwig Wittgenstein 1911 den Logikprofessor Gottlob Frege in Jena besuchte, riet dieser ihm, bei Bertrand Russell in Cambridge zu studieren. Russell, dessen Principia Mathematica 1910 im ersten Band erschien[5], wurde schnell sein Freund und Mentor. Freundschaft schloß Wittgenstein in seinen fünf Trimestern in Cambridge auch mit John Maynard Keynes und George Edward Moore, auf dessen Lehrstuhl er 1939 berufen werden sollte. 1913 zog sich Wittgenstein nach Norwegen zurück, wo er sich bei Skjolden eine Blockhütte bauen ließ. Bevor er dort vereinsamt wohnte, hatte er seine Philosophieauffassung, die schließlich dem Tractatus zugrundeliegt, schriftlich fixiert: Als nichtdeduktive, rein deskriptive Wissenschaft könne die Philosophie den Naturwissenschaften nicht an die Seite gestellt werden. Bilder der Wirklichkeit seien in ihr nicht vorhanden. Sie bestehe aus Logik und Metaphysik, wobei die Logik ihre Basis bildet. Demnach sei die Erkenntnistheorie die Philosophie der Psychologie.

„Mißtrauen gegenüber der Grammatik ist die erste Bedingung des Philosophierens. [...] Die Philosophie ist die Lehre von der logischen Form wissenschaftlicher Sätze (nicht nur der Grundgesetze). [...] Die Struktur des Satzes muß erkannt werden, der Rest kommt von selbst. Die gewöhnliche Sprache verbirgt aber die Struktur des Satzes: In ihr sehen Beziehungen wie Prädikate aus, Prädikate wie Namen usw. Tatsachen lassen sich nicht benennen “ (AüL, S. 206f).

Beim Ausbruch des 1. Weltkrieges meldete sich Wittgenstein als Freiwilliger in der Armee der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. An der Ostfront eingesetzt erhielt er mehrere Tapferkeitsauszeichnungen, bis er im November 1918 in italienische Gefangenschaft geriet. Während seiner Dienstzeit erwuchs aus Tagebuchnotizen der Tractatus logico-philosophicus, der erst 1921 nach fünf vergeblichen Anläufen unter dem Titel Logisch-philosophische Abhandlung in Wilhelm Ostwalds Annalen der Naturphilosophie veröffentlicht werden konnte (vgl. Vossenkuhl 2001, S. 2).

Zweifellos beschworen die Erlebnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit jenen Bruch, jene Krise in Wittgensteins Biographie herauf, in deren Gefolge die Frage nach dem Sinn seines Lebens augenfällig wurde. Wie die von Wilhelm Baum veröffentlichten Geheimen Tagebücher [6] der Jahre 1914-1916 zeigen, entwickelte sich Wittgenstein unter kriegsbedingter, permanenter Lebensbedrohung zu einem in der christlichen Tradition verwurzelten Denker, der „Kierkegaard und Tolstoi näher stehen dürfte, als denjenigen, die von ihm Anregungen für die Entwicklung des Programmes der logischen Analyse erhalten haben“ (Albert 1991, S. 7). Am 2. September 1914 begann Wittgenstein laut Tagebucheintragung die Lektüre der Erläuterungen zu den Evangelien Tolstojs. Er trug sie bei sich „wie einen Talisman“ (GT 11. 10. 14, S. 29) und wurde von den Soldaten, so die Schwester Hermine, „der mit dem Evangelium“ (Wittgenstein 1981, S. 25) genannt. Die Eintragungen im Tagebuch bezeugen eindrücklich seine Isolation und depressive Verbitterung, die schwankenden Stimmungen und religiösen Beteuerungen („Gott mit mir“; „Gott helfe mir“; „Dein Wille geschehe“; „Amen“ usw.). Nachdem sich Wittgenstein 1916 an die Front versetzen ließ, hat sich der Charakter der Tagebucheintragungen verändert. Moralischer Rigorismus, Härte gegen sich selbst, Todessehnsucht und Leidensfähigkeit unter direktem Beschuß (Wittgenstein war Artillerieaufklärer!) sind Projektionen eines in Sünde gefallenen Tolstoischen Menschen auf die eigene Person[7].

Neno Bogdanov hat im Rahmen einer vergleichenden Untersuchung die These aufgestellt, daß „Ludwig Wittgenstein das Gesamtschema des Tolstoischen Herangehens an ethische Fragen auf die Philosophie übertragen hat“ (Bogdanov 1999, S. 15). Der berühmte Schriftsteller Leo Tolstoj geriet 1880 in eine Sinnkrise. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens deutete er die Lehre Christi als eine Sittenlehre, „weil die Wahrheit und das Gute mit Gott synonym sind“ (ebenda, S. 17). Die Religion, der Glaube an das Evangelium verleiht nach Tolstoj dem Leben Sinn. Wittgenstein nahm die Moralkonzeption Tolstojs, die Verzicht und Askese fordert, an und übertrug sie auf sein eigenes Leben und seine Philosophie. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft verschenkte er sein Vermögen an seine Geschwister und versuchte sich von 1920 bis 1926 als Lehrer auf dem Lande.

„Doch das einfache Leben des Volksschullehrers als praktische Kehrseite und Konsequenz dieser Philosophie [des Tractatus 7, Anmerkung von mir, C.S.] befreite ihn nicht von der verzweifelten Suche nach dem sinnvollen Leben. War die im Tractatus erreichte Unterscheidung von Weltbeschreibung und Welterlebnis unangemessen einfach? Oder war der logische Umriß der Sprache nicht evident?“ (Metzler Philosophenlexikon 1995, S. 926)

[...]


[1] Ein Kaleidoskop philosophischer, psychologischer, theologischer und poetischer Zugänge verschiedener Autoren zu dieser Frage haben Fehige/Meggle/Wessels 2000 im Band Sinn des Lebens herausgegeben. Schwerpunkt bildet hierin die analytische Philosophie.

[2] Thomas Nagel hat sich in seinen Aufsätzen auch mit dem Absurden beschäftigt. In diesem Zusammenhang ist auf die Existenzphilosophie Albert Camus‘ und seine Ausführungen zum Mythos von Sisyphos hinzuweisen.

[3] Eine Vielzahl von – zugegebenermaßen nicht immer sinnvollen – Informationen hält das Internet bereit. Die Seiten der Deutschen Ludwig Wittgenstein-Gesellschaft findet man unter der Adresse http://www.phil.uni-passau.de/dlwg.Siehe auch http://www.home.earthlink.net/~bwcarver/ludwig.

[4] Eine interessante musiktheoretische Spekulation findet sich im Metzler Philosophenlexikon 1995, S. 926: „Daß W. bei allem Grübeln über den Sinn des Lebens immer dem Tiefsinn auswich, entspricht seiner Distanz zu Wagners mythologischem Gesamtkunstwerk“.

[5] Wittgenstein wollte Russells Bücher in zwei Farben eingebunden sehen: „diejenigen, die von mathematischer Logik handeln, in Rot – und alle Philosophiestudenten sollten sie lesen; diejenigen, die von Ethik und Politik handeln, in Blau – und niemand sollte sie lesen dürfen“ (zit. nach Drury 1981, S. 161).

[6] Wittgensteins Nachlaßverwalter haben in der offiziellen Edition der Tagebücher die Passagen, die mit einer einfachen Geheimschrift (Codierung durch Vertauschen von Buchstaben) verschlüsselt waren, wegfallen lassen. Schon früh verhinderten sie die biographische Versuche Friedrich August Hayeks und William Warren Bartleys.

[7] Am 30. 04. 1916 schreibt Wittgenstein: „Nur Gott braucht der Mensch“ (GT, S. 70). Aussagekräftiger vielleicht der Eintrag vom 16. 05. 1916: „In der dritten Stellung. Wie immer viel Mühsal. Aber auch große Gnade. Bin schwach wie immer! Kann nicht arbeiten. Schlafe heute im Infanteriefeuer, werde wahrscheinlich zugrundegehen. Gott sei mit mir! In Ewigkeit Amen. Ich bin ein schwacher Mensch, aber er hat mich bis nun erhalten. Gott sei gelobt in Ewigkeit, Amen. Ich übergebe meine Seele dem Herrn“ (GT, S. 71).

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Ludwig Wittgenstein und der Sinn des Lebens. Eine Untersuchung der Sinnfrage anhand seiner ethischen Schriften
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Der Sinn des Lebens
Autor
Jahr
2001
Seiten
24
Katalognummer
V11107
ISBN (eBook)
9783638173605
ISBN (Buch)
9783638698191
Dateigröße
625 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ludwig Wittgenstein/Sinn des Lebens
Arbeit zitieren
Christian Schwießelmann (Autor), 2001, Ludwig Wittgenstein und der Sinn des Lebens. Eine Untersuchung der Sinnfrage anhand seiner ethischen Schriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11107

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