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Die Begriffe Macht und Gewalt bei Hannah Arendt und Max Weber

Title: Die Begriffe Macht und Gewalt bei Hannah Arendt und Max Weber

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 35 Pages

Autor:in: Christian Schwießelmann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Kategorien im politischen Denken von Hannah Arendt und Max Weber. In einer vergleichenden Untersuchung wird das unterschiedliche Begriffsverständnis der beiden Autoren herausgearbeitet, das vor allem aus unterschiedlichen Denktraditionen resultiert. Max Weber hat einen realistisch-soziologischen Zugang zum Thema. Gewalt und dessen monopolartige Ausübung definiert er als das wichtigste Kennzeichen des Staates. Politik wird als Kampf um die Macht im Staate interpretiert, letztlich auch als Kampf um das Herrschaftsmittel Gewalt. Hannah Arendt zieht dagegen einen klaren Trennstrich zwischen Macht und Gewalt. Ihr Machtverständnis basisiert auf dem antiken Ideal der Polis. Gewalt hält sie für eine Macht zerstörende, illegitime Größe in der Politik. Im Gegensatz zu Weber betont sie die kommunikative Dimension der Politik.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Macht und Gewalt als Schlüsselbegriffe der politischen Philosophie

2. Hannah Arendt als politische Philosophin

2.1 Die Verortung von Macht und Gewalt in ihrem Gesamtwerk

2.2 Macht kommt nicht aus den Gewehrläufen – Zum Unterschied und Verhältnis zwischen Macht und Gewalt

3. Max Weber als Herrschaftssoziologe

3.1 Zum Herrschaft- und Politikverständnis von Max Weber

3.2 Die teleologische Sicht der Dinge – Macht- und Gewaltmittel zum Bretterbohren

4. Hannah Arendt versus Max Weber oder: Ist Macht ein Mittel?

5. Schluß – Fazit und Kritik

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegend unterschiedlichen Macht- und Gewaltbegriffe von Hannah Arendt und Max Weber. Ziel der Untersuchung ist es, die Diskrepanz zwischen Arendts kommunikativem Machtverständnis und Webers funktionalistisch-instrumenteller Sichtweise aufzuzeigen und dabei die Rolle von Gewalt als vermeintliches politisches Mittel kritisch zu hinterfragen.

  • Vergleichende Analyse der politischen Theorien von Hannah Arendt und Max Weber.
  • Die Differenzierung von Macht, Gewalt, Autorität und Herrschaft.
  • Die Bedeutung von Handeln und Öffentlichkeit bei Arendt im Kontrast zur teleologischen Machtpolitik Webers.
  • Kritische Reflexion über die Instrumentalisierung von Gewalt in modernen politischen Systemen.
  • Die Frage nach dem politischen Handeln unter den Bedingungen einer bürokratisierten Massengesellschaft.

Auszug aus dem Buch

2.2 Macht kommt nicht aus den Gewehrläufen – Zum Unterschied und Verhältnis zwischen Macht und Gewalt

Arendts Betrachtungen über Macht und Gewalt sind – wie oben bemerkt – an der studentischen Rebellion an westlichen Universitäten und an der Debatte über die Zulässigkeit gewaltlosen oder gewalttätigen Widerstands aufgehängt. Sie stehen unter der Prämisse, daß die „technische Entwicklung der Gewaltmittel in den letzten Jahrzehnten den Punkt erreicht“ (MG, S. 7) hat, an dem aufgrund ihres Vernichtungspotentials ein politisch motivierter Einsatz nicht mehr zu rechtfertigen ist. Solange Gewalt jedoch als ultima ratio der Konfliktregulierung zwischen zwei Völkern angesehen, solange der vor allem außenpolitische souveräne Macht- und Nationalstaat nicht überwunden wird, läßt die endgültige Befriedung der Weltpolitik auf sich warten.

Die Bestrebungen „mit Hilfe vom Simulationen, Scenarios, Spieltheorien und dergleichen“ (ebenda, S. 8) den Gewalteinsatz und dessen Ergebnis vorherzusehen und dadurch zu verhindern, müssen scheitern, weil Gewalthandlungen wie alles menschliche Handeln per definitionem nicht vorauszusagen ist. Ungeachtet dessen wächst in der marxistisch inspirierten Linken die von Mao Tse-tung stammende Überzeugung Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen, gegen die sich Hannah Arendt mit aller Vehemenz wendet. Ihrer Ansicht nach kann nur Gewalt einem Gewehrlauf wie ein Geschoß entweichen; ähnlich dem Einsatz eines Gewehres ist der Einsatz von Gewalt mit einem Zweck-Mittel-Kalkül verbunden. So im Falle einer Revolution, denn Gewalt hat geschichtlich-revolutionäre Eigenschaften.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Macht und Gewalt als Schlüsselbegriffe der politischen Philosophie: Hinführung zur Fragestellung unter Berücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung des Machtbegriffs von Machiavelli bis hin zur Moderne.

2. Hannah Arendt als politische Philosophin: Porträt der Denkerin, ihrer biographischen Prägung und der philosophischen Fundierung ihres Konzepts der Vita activa.

2.1 Die Verortung von Macht und Gewalt in ihrem Gesamtwerk: Überblick über das umfangreiche Werk Arendts und die spezifische Bedeutung ihrer zentralen Schriften im Kontext von Machtfragen.

2.2 Macht kommt nicht aus den Gewehrläufen – Zum Unterschied und Verhältnis zwischen Macht und Gewalt: Detaillierte Herausarbeitung der Gegensätze von Macht und Gewalt, unter besonderer Betrachtung der instrumentellen Funktion von Gewalt.

3. Max Weber als Herrschaftssoziologe: Einführung in Webers soziologisches Denken, seine Methodologie und sein Verständnis von Politik als Kampf um Herrschaft.

3.1 Zum Herrschaft- und Politikverständnis von Max Weber: Analyse der Typologie legitimer Herrschaft und Webers Definition von Politik im funktionalen Zusammenhang.

3.2 Die teleologische Sicht der Dinge – Macht- und Gewaltmittel zum Bretterbohren: Erörterung von Macht als Mittel der Politik und Webers differenzierte Haltung zur Gewaltmonopolisierung des Staates.

4. Hannah Arendt versus Max Weber oder: Ist Macht ein Mittel?: Direkter Vergleich der konträren Positionen beider Denker mit Fokus auf den Begriff der Macht als Mittel oder Legitimationsobjekt.

5. Schluß – Fazit und Kritik: Synthese der Ergebnisse sowie kritische Würdigung des Vergleichs durch die Perspektive anderer Theoretiker wie Jürgen Habermas.

6. Literatur: Verzeichnis der Primärliteratur beider Denker sowie der verwendeten Sekundärliteratur und Hilfsmittel.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Max Weber, Macht, Gewalt, Politik, Herrschaft, Vita activa, Politische Philosophie, Gesellschaftsvertrag, Gewaltmonopol, Handeln, Öffentlichkeit, Politische Theorie, Demokratie, Verantwortungsethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Macht- und Gewaltbegriffe der beiden einflussreichen Denker Hannah Arendt und Max Weber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Macht und Gewalt, die Rolle der Politik im öffentlichen Raum, die Legitimation von Herrschaft und die Kritik an einer rein instrumentellen Machtauffassung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische Gegenüberstellung, wie Arendt und Weber Macht definieren und ob Macht in ihren jeweiligen Systemen als Mittel für andere Zwecke oder als Selbstzweck betrachtet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische philosophische und politikwissenschaftliche Textanalyse, die durch den Vergleich von Primärquellen und Sekundärliteratur eine kontrastierende Gegenüberstellung der Denker erarbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung von Arendts Verständnis des öffentlichen Handelns und Webers Typologie der legitimen Herrschaft, um daraus in einem direkten Vergleich die fundamentalen Unterschiede herauszuarbeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Macht, Gewalt, Handeln, Herrschaft, Politikverständnis und Verantwortungsethik charakterisieren.

Wie bewertet Hannah Arendt das Verhältnis von Gewalt und Politik?

Arendt sieht Gewalt und Politik als Gegensätze. Während wahre Macht durch kommunikatives Handeln im öffentlichen Raum entsteht, zerstört der Einsatz von Gewalt als bloßes Mittel den politischen Handlungsspielraum.

Warum ist der Vergleich mit Max Weber für Arendts Philosophie relevant?

Der Vergleich ist relevant, da Weber Macht als instrumentelles Mittel definiert, was Arendt scharf ablehnt, da dies ihrer Ansicht nach den humanen Kern von Freiheit und politischer Partizipation verkennt.

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Details

Title
Die Begriffe Macht und Gewalt bei Hannah Arendt und Max Weber
College
University of Rostock  (Institut für Philosophie)
Course
Hannah Arendt
Author
Christian Schwießelmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
35
Catalog Number
V11108
ISBN (eBook)
9783638173612
ISBN (Book)
9783638698207
Language
German
Tags
Hannah Arendt/Macht und Gewalt/Max Weber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schwießelmann (Author), 2002, Die Begriffe Macht und Gewalt bei Hannah Arendt und Max Weber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11108
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