Logik der Politikwissenschaft eine propädeutische Skizze. Betrachtungen zu Wolf Dieter Narr - Wissenschaftlichkeit im Spannungsfeld der Geisteswissenschaften


Rezension / Literaturbericht, 2006
4 Seiten

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Reflexion: Wolf-Dieter Narr – Logik der Politikwissenschaft eine propädeutische Skizze.

Narr schreibt in seinem Text auf S. 10: „Soll ein Erkenntnisvorgang mit dem Etikett wissenschaftlich versehen werden, dann ist es erforderlich, dass die Entscheidung zu einer bestimmten Fragestellung und einem bestimmten Erkenntnisziel nicht schlicht getroffen und mehr oder minder dogmatisch behauptet wird. Vielmehr muss der Erkennende seine Fragestellung und seine Erkenntnis und Urteilskriterien, soweit das irgend möglich ist, aufdecken, explizieren und so anwenden, dass derjenige, der von seinen Erkenntnissen gewinnen will, auch in der Lage ist, kritisch gleichermaßen zu Fragestellung, Instrumenten und Ergebnissen Stellung zu nehmen.“1

Was Der Autor in seinem vorliegenden Text mitteilen will bedeutet einfach ausgedrückt das für das korrekte herausarbeiten von wissenschaftlich verwertbaren Ergebnissen es zwingend notwendig ist, dass der Erkenntnis Gewinnende nach einem als wissenschaftlich korrekt zu bezeichnend Muster der Erkenntnisgewinnung vorgegangen ist. Dies soll heißen das angenommen, es gibt Wissenschaftler A., der die Hypothese der Himmel sei Blau belegen will, um dies zu tun bedient sich Wissenschaftler A. gewisser Schemata bzw. Methoden der Erkenntnisgewinnung auf wissenschaftlicher Ebene. Wenn nun Ein Wissenschaftler B. der keinen näheren Kontakt zu Wissenschaftler A. hat dieselbe Hypothese aufstellt und nach den gleichen Wissenschaftlich korrekten Wegen der Erkenntnisgewinnung vorgeht muss er laut Narr zu den Erkenntnissen gelangen.

Grundprinzipien der Wissenschaft ist eben der Aspekt der Einforderbahren Wissenschaftlichkeit von Hypothesen und Behauptungen. International gemeinsame Standards bilden die Grundlage dafür, dass Wissenschaftler bei gleichen Quellen und ähnlicher Vorgehensweise zu denselben Ergebnissen kommen. In den im Anschluss Angeführten Ausführungen gebe ich Aufschluss darüber, wie es im Bereich der Geisteswissenschaften bei gleicher oder ähnlicher, in jedem Fall, aber wissenschaftlich korrekter Vorgehensweise passieren kann das Wissenschaftler A und B nicht zur selben Erkenntnis gelangen.

Die Möglichkeiten unterschiedliche Ergebnisse bei gleicher gewährleisteter Wissenschaftlichkeit zu erhalten, führt Narr in seinem Text nicht an. So lassen sich Erkenntnistheoretischen Ansätze und Wege welche auf dem Prinzip der Verifikation und Falsifikation beruhen hervorragend auf die Naturwissenschaften beziehen. Bei Geisteswissenschaftliche Fragestellungen etwa in der Philosophie, der Geschichte, der Theologie als Paradebeispiel ( wenngleich nicht Geisteswissenschaft) oder eben auch der Politikwissenschaft kommen viel mehr Aspekte zusammen als die welche Narr in seinem Text anführt.

Die Geisteswissenschaften bedienen sich zwar Naturwissenschaftlicher Praktiken und als Wissenschaften anerkannt zu werden, jedoch ergänzen sie diese noch dadurch das jeder Geisteswissenschaftler vor allem Philosophen und Theologen, welche zwar nicht den Geisteswissenschaften zugerechnet werden sich aber ähnlichen Techniken bedienen, vor einem Ideologischen Hintergrund argumentieren.

Als Beispiel eignen sich Auseinandersetzungen im Bereich der Bibelexegese wo je nach Theologischer Auffassung der Konfessionen und Zeitgeistigen Strömungen unterschiedliche Betrachtungsweisen und Auslegungen gleichermaßen und gleichberechtigt ihre Existenzberechtigung nebeneinander finden, wobei jede Aussage für sich ein Axiom bilden kann und sich dem geneigten Betrachter der dargebrachten Ansicht nachvollziehbar erschließt.

Um Wissenschaftlich korrekte Ansätze für eine Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten ist es weiterhin von Nöten, dass derjenige welcher nicht Dogmatisch sonder nachvollziehbar und vor allem um dem wissenschaftlichen Anspruch zu genügen überprüfbar argumentiert. Daher ist eine maximale Transparenz des Erkenntnisermittlungsweges notwendig vor dem Hintergrund der beabsichtigten Unwiderlegbarkeit von Theorien und Annahmen.

Die Notwendigkeit zur korrekten Arbeit ergibt sich aus Funktionen der Geschichts- und Politikwissenschaft, diese Wissenschaften sorgen durch genormte Erhebungsmethoden für eine Erweiterung des Handlungsspielraumes der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gegenwartsprozesse.

Die Hermeneutik als Lehre vom Verständnis des Sachverhaltes X war immer Strömungen unterworfen welche einen juristischen, einen Theologischen, einen philologischen oder eben Historischen Bezug bevorzugen , und somit immer auch ein Stück weit die Weltanschaulichen Aspekte des Erkenntnisserhebers auf den Erkenntniskonsumenten bzw. den Erkenntnis Infragestellenden überträgt oder zumindest versucht sich ihm zu nähern.

Es erscheint als Logisch das ein Erkenntnisserhebers vor dem Hintergrund eines durch den Idealismus geprägten Weltbildes zu anderen Erkenntnistheoretischen Erkenntnissen kommen kann aber, nicht muss, wie ein mit der selben Fragestellung beschäftigter Erkenntnisserhebers mit bspw. Einen historistischen oder materialistischen Hintergrund. Unabhängig davon sind alle Ergebnisse der Erkenntnistheoretischen Erhebungen unter Berücksichtigung der notwendigerweise zu leistenden Wissenschaftlichkeit gleichsam Richtig und unabhängig von einander Gültig.

[...]


1 Narr, Wolf-Dieter (1971): Logik der Politikwissenschaft – eine propädeutische Skizze.

0 von 4 Seiten

Details

Titel
Logik der Politikwissenschaft eine propädeutische Skizze. Betrachtungen zu Wolf Dieter Narr - Wissenschaftlichkeit im Spannungsfeld der Geisteswissenschaften
Hochschule
Universität Salzburg
Autor
Jahr
2006
Seiten
4
Katalognummer
V111161
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logik, Politikwissenschaft, Skizze, Betrachtungen, Wolf, Dieter, Narr, Wissenschaftlichkeit, Spannungsfeld, Geisteswissenschaften
Arbeit zitieren
Wendt-Dieter Freiherr v. Gemmingen (Autor), 2006, Logik der Politikwissenschaft eine propädeutische Skizze. Betrachtungen zu Wolf Dieter Narr - Wissenschaftlichkeit im Spannungsfeld der Geisteswissenschaften , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111161

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