Dies ist eine Seminararbeit im Rahmen des Moduls Museumsmanagement an der Universität Hamburg; Schwerpunkt des Seminars "Sammeln".
In dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt auf der Dokumentation der Sammlung bzw. am Objekt sowie auf den verschiedenen Ordnungssystemen. Nach einer Unterscheidung der Einrichtungen "Museum" und "Archiv", mit einem Blick auf den Sonderfall der "Hamburger Geschichtswerkstätten", richtet sich der Fokus auf die Dokumentation. Darunter fallen die Dokumentationsrichtlinie, die Organisation und den Ablauf der Dokumentation, sowie Digitalisierungsstrategien.
Des Weiteren wird auf die Dokumentation am Objekt eingegangen, gefolgt von einer Vorstellung verschiedener Ordnungssysteme. Abschließend wird das Digitalisierungs-Portal "digiCult" vorgestellt; die Arbeit mit diesem wird durch Anhänge einer beispielhaften Handreichung und eines Beispiels aus der Praxis ergänzt.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung.
1. Museen & Archive: Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
1.1. Aufgaben des Museums.
1.2. Aufgaben eines Archives.
1.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
1.4. „Sonderfall“ Geschichtswerkstätten Hamburg.
2. Die Dokumentation der Sammlung.
2.1. Die Dokumentationsrichtlinie.
2.2. Die Organisation der Dokumentation.
2.3. Ablauf der Dokumentation.
2.4. Digitalisierungsstrategien.
3. Dokumentation am Objekt.
3.1. Gründe.
3.2. Vorgehen (zu beachtendes)
4. Ordnungssysteme.
4.1. Ordnungssystem nach Trachsler.
4.2. Ordnungssystem nach der „Hessischen Systematik“.
4.3. Ordnungssystem nach Knorr.
4.4. Ordnungssystem SHIC (Social history and industrial classification).
5. „digiCULT“.
5.1. Der „digiCULT-Verbund“
5.2. Möglichkeiten der Nutzung
5.3. Verfahren (ein Beispiel).
6. Übersicht der Quellen und eigene Verortung.
6.1. Quellen (alphabetisch):
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht verschiedene Ordnungssysteme der Bestandsverwaltung in Museen und Archiven, um einen Überblick über deren Methodik, die Notwendigkeit einer strukturierten Dokumentation und die Möglichkeiten der Digitalisierung zu geben.
- Vergleich von musealer und archivarischer Sammlungsverwaltung
- Analyse gängiger Ordnungssysteme (u.a. Hessische Systematik, SHIC, Trachsler)
- Bedeutung von Dokumentationsrichtlinien für die Qualitätssicherung
- Praxisnahe Anwendung und Potenziale der Digitalisierung mit digiCULT
Auszug aus dem Buch
1.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Bereits in diesen, sehr kurzgefassten, Aufzählungen tritt die vermeidliche Gleichartigkeit zwischen diesen beiden Formen des Sammelns und Bewahrens zeitgenössischer Materialien auf. Diese Tätigkeiten einen diese Einrichtungen ebenso wie die Möglichkeit der Forschung anhand der verwahrten Objekte. Sie sind nicht unbedingt trennscharf voneinander zu trennen, da Museen oftmals parallel zu ihren Ausstellungsräumen und Depots (welche im eigentlichem Sinne auch als Archiv zu bezeichnen wären) auch Archive im klassischen Sinne für Dokumente, Fotografien, etc. führen die nicht für Ausstellungszwecke vorgesehen sind.
Das Museum legt einen Fokus seiner Aufgaben jedoch auf die Zugänglichkeit und Präsentation einzelner Objekte, während sich diese im Archiv meist nur auf Nachfrage vorlegen oder einsehen lassen. Der Ausstellungscharakter der Güter begründet, unter anderem, auch den Hauptunterschied: Archive im klassischen Sinn, verwahren Informationsträger. Museen sammeln, in der Regel, Gebrauchs- oder Kunstgegenstände.
Als weiterer Unterscheidungspunkt können die, primären, Zielgruppen dienen. Während der Besuch bzw. die Nutzung eines Archives eine gewisse Vorbeschäftigung mit der dort gelagerten Materie oder zumindest einen enger gefassten Interessengewinn voraussetzen kann ein Museum ohne enger gestecktes Ziel auch als Teil der Freizeitkultur und zur allgemeinen Bildung besucht werden. Besucher*innen von Archiven hingegen suchen meist gezielt nach speziellen Informationen, ob nun aus privatem Hobbyhintergrund, beispielsweise der eigenen Genealogie oder aus verstärktem Interesse an einem speziellem Thema. Archive stehen nicht derart in Konkurrenz mit anderen Freizeitangeboten wie es beispielsweise Museen tun.
Diese Unterschiede zeigen sich auch in der Aufbereitung und Dokumentation der einzelnen Objekte auf die folgend näher eingegangen werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung.: Einführung in die Themen Bestandsverwaltung, Dokumentationsabläufe und die Rolle der Digitalisierung im Museumskontext.
1. Museen & Archive: Gemeinsamkeiten und Unterschiede.: Gegenüberstellung der Aufgabenbereiche von Museen und Archiven sowie deren Abgrenzung.
2. Die Dokumentation der Sammlung.: Erläuterung der Notwendigkeit von Dokumentationsrichtlinien und organisatorischen Abläufen zur professionellen Bestandsverwaltung.
3. Dokumentation am Objekt.: Untersuchung der physischen Kennzeichnung von Sammlungsobjekten unter Berücksichtigung von Materialeigenschaften und Sicherheitsaspekten.
4. Ordnungssysteme.: Charakterisierung verschiedener Klassifikationsmodelle wie Trachsler, der Hessischen Systematik, Knorr und SHIC.
5. „digiCULT“.: Vorstellung des digiCULT-Verbundes, der Software-Architektur und praktischer Anwendungsbeispiele der Digitalisierung.
6. Übersicht der Quellen und eigene Verortung.: Zusammenstellung der verwendeten Literatur und Quellen sowie Einordnung der eigenen Praxiserfahrungen des Autors.
Schlüsselwörter
Museumsmanagement, Archivwesen, Bestandsverwaltung, Inventarisierung, Dokumentation, Digitalisierung, Klassifikationssysteme, digiCULT, Objekterfassung, Provenienz, Sammlungsmanagement, SHIC, Museale Dokumentation, Kulturgut, Stadtteilarchiv
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die verschiedenen Methoden der Bestandsverwaltung und Dokumentation in Museen und Archiven.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Inventarisierung, der praktischen Dokumentation am Objekt, verschiedenen Ordnungssystemen und dem Einsatz digitaler Lösungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Standards und Systeme zur Erschließung kulturgeschichtlicher Bestände zu geben und deren praktische Anwendung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literatur- und Kontextanalyse, ergänzt durch Fallbeispiele und eigene empirische Praxiserfahrungen des Autors.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Dokumentation, vergleicht gängige Ordnungssysteme und erläutert die Digitalisierungsstrategien am Beispiel von digiCULT.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Museumsmanagement, Inventarisierung, Digitalisierung, Objektdokumentation und Klassifikation.
Was unterscheidet ein Museum in der Dokumentation von einem Archiv?
Während Museen den Fokus oft auf die Präsentation und Zugänglichkeit von Ausstellungsstücken legen, konzentrieren sich Archive stärker auf die langfristige Sicherung und Bereitstellung von Informationsträgern.
Warum ist eine einheitliche Dokumentationsrichtlinie so wichtig?
Eine Richtlinie sichert die Gleichartigkeit des Vorgehens, verhindert Wissensverlust bei Personalwechsel und gewährleistet die Nachvollziehbarkeit der Bestandsverwaltung.
Welche Rolle spielt die Software digiCULT in der Praxis?
Sie ermöglicht eine standardisierte Datenerfassung, die Einbindung kontrollierten Vokabulars sowie die Veröffentlichung und Recherche von Sammlungsdaten über das Internet.
Wie sollte mit der Kennzeichnung empfindlicher Objekte umgegangen werden?
Die Kennzeichnung muss objektschonend erfolgen, dabei aber eine eindeutige Identifizierung garantieren. Der Autor empfiehlt je nach Material spezifische Verfahren wie Papiertaschen oder spezielle Bleistiftmarkierungen.
- Arbeit zitieren
- Oliver Timm (Autor:in), 2021, Dokumentation und Ordnungssysteme in Museen. Inventarisierung, Dokumentation, Digitalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1112039