Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Bologneser Künstler Guido Reni (1575 – 1642) und mit zwei ausgewählten Altartafeln, die er malte. Die beiden Altarbilder sind mit den Titeln "Pietà dei Mendicanti" (1613 – 1616) und "Strage degli Innocenti" (1611) bekannt und befinden sich heute nicht mehr an ihrem jeweiligen ursprünglichen Bestimmungsort, sondern in der Pinacoteca Nazionale di Bologna. Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Innovationstalent von Reni zu verdeutlichen.
Zunächst wird eine Kurzbiographie des Künstlers Guido Reni vorgestellt, um seine Einflüsse bezüglich seines künstlerischen Schaffens zu verdeutlichen. Danach folgen die Ergebnisse zu den wissenschaftlichen Untersuchungen der beiden oben genannten Altarbilder. Die Autorin Gabriele Wimböck publizierte 2002 ihre Monographie "Guido Reni (1575 – 1642). Funktion und Wirkung des religiösen Bildes". Diese umfangreiche Publikation spiegelt den bis dato erreichten Forschungsstand wider und dient als Basis dieser vorliegenden Arbeit. Zusätzlich dienen zahlreiche Lexikonartikeln mit deren Definitionen und Hinweisen die Bilder einfacher zu verstehen sind.
Als erste der beiden Altartafeln wird die "Pietà dei Mendicanti" vorgestellt. Es folgt nach den allgemeinen Grunddaten eine Beschreibung der Ikonographie sowie eine Berücksichtigung des Künstlervertrages und der Entwurfszeichnungen. Des Weiteren werden mögliche Vorlagen, an denen Reni sich orientierte, genannt.
Als zweite wird die Altartafel "Strage degli Innocenti" nach ähnlichem Schema vorgestellt. Es folgen zunächst Grunddaten und eine Bildbeschreibung. Anschließend folgen eine Definition zur Historienmalerei und mögliche Vorlagen, die Reni verwendete.
In beiden Fällen liegen die Schwerpunkte der jeweiligen Bilduntersuchung in den Bereichen Kennerschaft und Ikonographie. Im Fazit, also nach der Analyse beider Werke, werden Antworten formuliert, warum man Guido Reni anhand dieser ausgewählten Altartafeln als einen innovativen Maler sehen kann, was man zukünftig in der Forschung diskutieren kann.
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Der Bologneser Künstler Guido Reni (1575 – 1624)
2.2. Die Altartafel Pietà dei Mendicanti (1613 – 1616)
2.3. Die Altartafel Strage degli Innocenti (1611)
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit hat das Ziel, das künstlerische Innovationstalent des Bologneser Malers Guido Reni (1575–1642) anhand einer detaillierten Analyse zweier bedeutender Altartafeln aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie Reni durch neue Bildkompositionen und die inhaltliche Verknüpfung komplexer Themen Maßstäbe setzte.
- Biografische Einflüsse auf das Schaffen von Guido Reni
- Ikonografische Untersuchung der Altartafel Pietà dei Mendicanti
- Analyse der Strage degli Innocenti im Kontext der Historienmalerei
- Diskussion über Renis Innovationskraft in der religiösen Kunst
- Einordnung der Werke in den zeitgenössischen Forschungsstand
Auszug aus dem Buch
2.2. Die Altartafel Pietà dei Mendicanti (1613 – 1616)
Die von Guido Reni gemalte und als Pietà dei Mendicanti bekannte Altartafel (Abb. 1) werde in der Forschung als eines der ungewöhnlichsten Werke des Bologneser Künstlers betrachtet. Die Altartafel ist zwischen den Jahren 1613 und 1616 zu datieren und befindet sich heute im Dauerbestand der Pinacoteca Nazionale di Bologna. Anhand von Dokumenten weiß man, dass das Werk ursprünglich als Altarbild für den Hochaltar in der Kirche Santa Maria dei Mendicanti della Pietà in Bologna geschaffen wurde, wo es auch erstmals im November 1616 ausgestellt wurde. Die Kirche gehörte einer von der Stadt unterstützte Organisation namens Opera della Pietà dei Mendicanti, die Armen und Bedürftigen Hilfe anbot.
Was die Altartafel von Reni laut Gabriele Wimböck so ungewöhnlich mache, sei ihre innovative Bildkomposition, die bereits von frühen Autoren wie Francesco Scannelli, Carlo Cesare Malvasia und Giovanni Pietro Bellori lobten. „Reni, so Scannelli, habe über seine sonstige Perfektion hinaus mit höchster Klugheit zwei Bildthemen, nämlich mehrere Heilige und die Beweinung Christi durch seine Mutter Maria, in einem Bild vereint.“ Die Altartafel weist im Bildaufbau zwei Szenerien auf. In der unteren Bildhälfte sind fünf männliche Heilige, die jeweils mit einem ringförmigen Nimbus ausgestattet sind und am oberen Ende einer Treppe in einem dunklen und mit Säulen ausgestatten Innenraum stehen, zu sehen. Sie alle wirken in Andacht versunken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, nennt die untersuchten Werke und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie das Ziel, die Innovationskraft Renis zu verdeutlichen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine Kurzbiografie des Künstlers sowie in die detaillierte kunsthistorische Analyse der beiden Altartafeln Pietà dei Mendicanti und Strage degli Innocenti.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen und bestätigt Renis Rolle als innovativer Künstler, der durch neue formale und inhaltliche Ansätze die Kunst seiner Zeit prägte.
Schlüsselwörter
Guido Reni, Pietà dei Mendicanti, Strage degli Innocenti, Bologna, Altartafel, Ikonographie, Historienmalerei, Sacra Conversazione, Innovation, Barock, Kunstgeschichte, Pinacoteca Nazionale, Gegenreformation, Heiligenverehrung, Bildkomposition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wirken des Bologneser Künstlers Guido Reni und untersucht seine innovativen Ansätze bei der Gestaltung von religiösen Altarbildern.
Welche zwei spezifischen Altarbilder werden in der Arbeit analysiert?
Im Zentrum der Untersuchung stehen die Werke Pietà dei Mendicanti (1613–1616) und Strage degli Innocenti (1611).
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, durch eine fundierte ikonografische und kennerschaftliche Analyse den Nachweis zu erbringen, dass Reni durch seine Bildkompositionen als besonders innovativer Maler seiner Zeit betrachtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die kunsthistorische Auswertung von Monografien, Fachliteratur sowie die Analyse von Künstlerverträgen, Entwurfszeichnungen und dem ikonografischen Vergleich mit Werken anderer Künstler.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Neben einer biografischen Einführung zu Reni werden die beiden Werke hinsichtlich ihrer historischen Entstehung, ihrer Ikonografie, der verwendeten Vorlagen und der kunsttheoretischen Einordnung in die Historienmalerei untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Guido Reni, Bologna, Altartafel, Ikonografie, Historienmalerei und Innovation im Kontext der barocken Kunst.
Wie unterscheidet sich die Komposition der Pietà dei Mendicanti von traditionellen Darstellungen?
Die Innovation liegt laut der Autorin in der Zusammenführung zweier unterschiedlicher Bildthemen – der Pietà (Beweinung Christi) und der Darstellung von Heiligen – in einer einzigen, neuartigen Bildkomposition.
Warum wird die Strage degli Innocenti als innovativ eingestuft?
Das Werk wird als erstes seiner Art in der Historienmalerei hervorgehoben, da es die Darstellung des Kindermordes durch die Integration einer spezifischen trauernden Mutterfigur im Vordergrund dramatisch und neuartig akzentuiert.
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- Belinda Wakeland (Author), 2019, Die innovativen Altarbilder von Guido Reni. Die "Pietà dei Mendicanti" und die "Strage degli Innocenti", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1112179