Der jüdische und der nicht-jüdischen Antisemitismus - Der Jude als Menschenopfer


Essay, 2007

28 Seiten


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Der jüdische und der nicht-jüdischen Antisemitismus: Der Jude als Menschenopfer.

Antisemitismus ist, wenn man Juden mehr als nötig hasst.

Jiddisches Sprichwort.

Eine Menschenopfer-Religion, die der Meinung ist, durch Blutvergießen seien wir erlöst. Eine Religion, die ständig von ihren Gläubigen und Priestern verlangt, Blut zu trinken, ist für mich eine Religion für Kannibalen.

Uta Ranke-Heinemann, Theologin.

Ziel:

Der Antisemitismus ist ein weltweites Phänomen. Die folgende Arbeit untersucht den europäischen, speziell den deutschen Antisemitismus, und zeigt die Gründe für den Antisemitismus auf.

Die Kultur Europas, speziell Deutschlands, die auf die christliche Religion basiert, ist Ursache und Motor des Antisemitismus.

Dieser Antisemitismus bedroht weltweit die Demokratie und die Freiheit des Einzelnen. Er begünstigt die Ausbeutung in den entwickelten und unterentwickelten Wirtschaften. Er verursacht Kriege, die im Genozid enden. Er vertreibt Menschen aus ihrer Heimat und nimmt billigend in Kauf, dass sie auf der Flucht umkommen.

Ein arabischer Staat Palästina liegt nicht im Interesse europäischer Antisemiten, genauso wenig wie im Interesse der Staaten Europas.

Zusammenfassung:

Der Antisemitismus hat wenige gravierende Wandlungen durchgemacht. Er lässt sich chronologisch unterteilen in die Zeit von den Anfängen des Judentums bis zur Zerstörung des Tempels durch die Römer und die Vertreibung der Juden aus ihrer Heimat (ca. 1900 v.d.Z. – 70/135), dann bis zur Gründung des Staates Israel (135 – 1948) und schließlich bis heute (1948 - ).

Jede dieser Zeitspannen brachte eine neue Facette des Antisemitismus hervor, sowohl des nicht-jüdischen, als auch des jüdischen Antisemitismus. Da die Gründung des Staates Israel historisch nicht weit zurück liegt, existieren die beiden letzten Antisemitismen, der traditionelle und der moderne transformierte Antisemitismus, heute nebeneinander, was den Antisemitismus als ganzes wandlungsfähig erscheinen lässt.

Der Grund für den Antisemitismus liegt im Menschenopfer, das in der Kultur Europas tief verwurzelt ist. Als Menschenopfer sind die Juden hervorragend geeignet.

Die Fahnenträger des modernen Antisemitismus in Deutschland finden sich in allen gesellschaftlichen Schichten. Unter den Folgen des Antisemitismus leiden momentan weniger die Juden. Unter den Folgen des Antisemitismus leidet die Bevölkerung der Dritten Welt, inklusive der Palästinenser. Der Antisemitismus verhindert den Aufbau demokratischer Strukturen in der Dritten Welt. Der europäische Antisemitismus erzwingt die Ausbeutung und den Genozid der Bevölkerung der Entwicklungsländer. Die sozial Schwachen in Deutschland werden als Folge des Antisemitismus verstärkt benachteiligt.

Das transzendente Bedürfnis des Mitteleuropäers nach Läuterung erfordert das Brandopfer in menschlicher Form. Der Jude in Europa ist das Menschenopfer par excellence. Die Verhinderung von Freiheit und Demokratie spielt eine Nebenrolle im weltweiten Antisemitismus.

Das Menschenopfer wird gebracht, um sich transzendent zu reinigen. Der Mensch, der geopfert wird, kann Mitglied der eigenen Familie, des selben Stammes oder Volkes sein, meist ist das Opfer ein Fremder, ein verhasster Gegner, der besiegt wurde. Wichtig ist nicht allein der Tod des Opfers, sondern die Todesart, also die Qualen, die zum Tode führen. Das Opfer wird geschlachtet: es fließt Blut. Blut ist das Zeichen des Lebens, welches vom Opfer auf den schlachtenden Sieger übergeht. Oder das Opfer wird bei lebendigem Leib verbrannt, weil das Purgatorium, der Reinigungsbrand, als das optimale Mittel zur Läuterung gilt, sowohl für das Opfers, als auch für den Opfernden.

Im Opfer werden alle negativen Assoziationen des eigenen Ich, der eigenen Familie, des eigenen Stammes oder Volkes projiziert. Durch das Opfern des Fremden wird der Opfernde von seinen eigenen Sünden gereinigt.

Vielfach wird verlangt, dass das Opfer rein, frei von Sünden sei. Hier kommen Kinder und Jungfrauen zum Zuge, die meist Mitglied des eigenen Volkes sind. Diese Art des Menschenopfers begrenzt sich selbst.

Die Gemeinschaft, aus dem das Opfer stammt, sollte schwach sein, damit das Opfer sich nicht gegen seine Bestimmung wehren kann. Andrerseits soll das Opfer leicht aufgreifbar sein. Es muss in genügender Anzahl vorhanden sein, denn sein Opfertod erlöst den Täter nur von metaphysischen Sünden, die reellen Konflikte bleiben bestehen. Jedes Menschenopfer erfordert somit ein neues Menschenopfer, was das Opfern perpetuiert, denn die Sünde lauert ewiglich.

Besteht die Absicht, alle Opfer zu verbrennen, so wandelt sich das Purgatorium zum Holocaust, zumindest für die Opfer.

Das Gemeinwesen, aus dem die Opfer geschöpft werden, darf also nicht ausgerottet werden. Ausgezeichnet sind somit Mitglieder eines fremden Volkes, die sich in äußerlichen Merkmalen vom Tätervolk unterscheiden. Schwarze Haare, krumme Nase, aber auch in der Kleidung, wie Kaftan oder Hutbedeckung. Eine fremde Sprache ist von Vorteil, besonders wenn sie an eine früher gesprochene Sprache erinnert, die nun als minderwertig gilt. Eine fremde Religion ist von Vorteil, um zu vermeiden, dass mächtige kirchliche Führer aus dem Kreis der Täter aus theologischen Erwägungen sich für das vorgesehene Opfer einsetzen. Des Weiteren sollte der Fremde nicht Mitglied eines Staates sein, welches die Fähigkeit hätte, sich wegen den Menschenopfern zu rächen, und somit den Opfernden selbst in ein Opfer verwandeln würde. Staatenlose, heimatlose Gesellen genannt, eignen sich deshalb hervorragend als Opfer.

Zigeuner erfüllen die meisten Bedingungen - Juden alle.

Damit ist die metaphysische und reelle Notwendigkeit des Antisemitismus hinreichend erklärt. Das Brandopfer ist der deterministische Ausdruck des Antisemitismus. Der tägliche Antisemitismus spielt sich unterhalb dieses Niveaus ab, verliert dieses Ziel jedoch niemals aus den Augen.

Diese Behauptungen verlangen Literaturzitate:

- Baranzke H: Leben Töten Essen. Anthropologische Dimensionen. Hirzel Verlag, Stuttgart 2000.
- Freud S.: Die Zukunft einer Illusion 1927.
- Horkheimer M, Adorno TW (1947), Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Amsterdam
- Tabori G: Purgatorium 1999.

Selbstverständlich werden die Juden nicht alleine wegen des jüdischen Verbotes des Menschenopfers gehasst, jedoch hauptsächlich. Von nachgeordneter Bedeutung ist die weltweite Verbreitung der moralischen Werte der jüdischen Religion, die aus dem jüdischen Selbstverständnis als Licht den Völkern gilt. Die weltweit bekannten, wenn auch nicht überall anerkannten Menschenrechte und somit Freiheit und Demokratie sind alttestamentarisches jüdisches Gedankengut (s. Anmerkung: Freiheit und Demokratie). Somit versteht es sich, dass Diktatoren, die weder Menschenrechte, noch die individuelle Freiheit respektieren, sich gerne zum Antisemitismus bekennen. Bürgerlichen Demokraten und Menschenrechtsaktivisten neigen aus einem anderen Grund zum Antisemitismus. Sie bestreiten das Erstgeburtsrecht der Juden auf die Einführung der Demokratie. Von der individuellen Freiheit ist der europäische Normalbürger noch meilenweit, genauer: einige Jahrtausende (Adam bis Jesus) entfernt.

Geschichtlicher und philosophischer Diskurs über die Römer und den Antijudaismus. Die Leiden Jesu als unabdingbare Ursache des prä-zionistischen Antisemitismus.

Vor 1900 Jahren vernichteten die Römer den autonomen jüdischen Staat Judäa und mordeten und vertrieben seine Bevölkerung. Danach lebten die Juden in den Staaten Europas als vogelfreie Minderheit.

Kurz vor dem Untergang des autonomen jüdischen Staates zogen viele Wanderprediger, Rabbis genannt, durch das Land, um den nahen politischen Untergang zu verkünden. Da der politische Untergang im allgemeinen Bewusstsein vorhanden war, wurde von jüdischer Seite keinem der Mahner der Titel des Propheten zuerkannt.

Die geschichtliche Existenz der einzelnen Rabbis ist zwar nicht belegbar, jedoch haben überlieferte Ereignisse noch heute weltweit einen herausragenden Einfluss auf das gesellschaftliche und politische Leben. So soll nach christlicher Auffassung Jeschu Ben Pantera sein Volk aufgefordert haben, die römische Besatzung anzuerkennen und nicht gegen sie zu kämpfen, obwohl einige jüdische Historiker vom genauen Gegenteil überzeugt sind. Im christlichen Europa setzte sich die christliche Auffassung durch. Jeschu, latein Jesus, habe sich auf inner-jüdische Spannungen konzentriert, deren Überwindung ihm wichtiger erschienen als ein autonomer jüdischer Staat. Letztendlich wurde er von den Römern nach der damals üblichen bestialischen Methode der Kreuzigung hingerichtet. Entweder erkannten die Römer nicht, dass Jesus Anspruch sich nicht gegen die römische Vormachtstellung richtete, oder sein Anspruch war dennoch von dieser Welt.

Das damalige Römische Reich beherbergte etwa 50 Millionen Menschen, davon etwa ein Drittel Juden. Davon waren die meisten zum Judentum missionierte Heiden. Ihrem Verständnis nach waren sie Römer jüdischen Glaubens, ähnlich der Ideologie der deutschen Juden 1800 Jahre später, die sich als Deutsche mosaischen Glaubens verstanden. Die Jesu unterstellten jüdisch-pazifistische Vorstellungen fielen bei ihnen auf fruchtbaren Boden. Als Römer waren ihnen die jüdischen Freiheitsideale fremd. Seitdem ist das Missionieren im Judentum verpönt.

Jesus wurde zum römischen Religionsgründer. Die Römer, zunächst die missionierten Juden und dann die Heiden, wurden seine Multiplikatoren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Mensch Jesus als Gott verehrt. Nachdem sich das Christentum als Staatsreligion des Römischen Reiches etabliert hatte, missfiel den religiösen Köpfen die Vorstellung, dass Jesus von Römern hingerichtet worden war. Theologisch wurde das Problem gelöst, dass nicht die Römer, also die Vorfahren der Christen, sondern die Juden Schuld an seinem Tod waren und dass seine Gottheit bereits bei seiner Geburt oder auch einige Monate vorher bestand. Er und seine Heilige Familie waren auf Grund der Gottwerdung Jesu zu Christus keine Juden. Jesus und seine Familie wurden europäisiert, wurden polnisch, deutsch, vatikanisch, sogar schwarze Madonnen wurden angebetet. Die Kreuzigung als Menschenopfer wurde in die bestehenden Kulturen integriert.

Die christliche Theologie erklärt das Menschenopfer Jesu, das Gott zugelassen hat, als Auf-Sich-Nahme der menschlichen Sünde, als Katharsis des Menschen von der Erbsünde. Eine Wiederholung des Menschenopfers ist nach christlicher Auffassung somit nicht notwendig. Im Gegensatz dazu leitet das Judentum das Verbot des Menschenopfers von der Handlung Abrahams ab, der seinen Lieblingssohn Isaak auf Gottes Befehl opfern sollte, im letzten Moment von Gott selbst daran gehindert wurde. Während das christliche Verbot des Menschenopfers in vom Christentum beherrschten Ländern nicht durchgesetzt wurde, wurde das jüdische Verbot des Menschenopfers von den Juden weltweit befolgt.

Da die Kreuzigung zum einen ein römischer Brauch war, zum anderen die Gottwerdung Jesu zu Christus bewirkte, war diese Todesart im christlichen Europa tabu. Auch Juden durften nicht gekreuzigt werden. So setzte sich als Menschenopfer das Rädern und das Verbrennen, später das Vergasen durch. Hätte Hitler die Juden im KZ ans Kreuz nageln lassen, was industriell nicht zu bewerkstelligen wäre, wären die christlichen Länder ohne Wenn und Aber in Deutschland einmarschiert, um diese Blasphemie zu tilgen.

Der religiös motivierte Judenhass vor der Staatsgründung Israels – auch Antijudaismus genannt - rührt nicht alleine daher, dass die Juden den christlichen Gott umgebracht hatten, sondern weil das kollektive christliche Bewusstsein es ständig verdrängen musste, dass die christliche Lehre von einem Juden stammte. Die Arisierung Jesu war erfolglos. Genau so wie die Deutschen den Juden Auschwitz nicht verzeihen können, können die Christen den Juden die Kreuzigung und das Neue Testament nicht verzeihen. Folgerichtig entstand dort, wo der von Marx gegründete Sozialismus in Europa erfolgreich war und im Laufe der Zeit zu einer Religion transformierte, ein sozialistischer Antisemitismus.

(s. auch Anmerkung: Kirchliche Antisemitismus am Beispiel des Evangelium nach Lukas).

Das Brandopfer, welches jeden dritten Juden umbrachte, und der 2. Weltkrieg, welcher Europa verwüstete, führte zur Gründung des jüdischen Staates Israel. Da die Araber, wie vorher die Deutschen, sich als unfähig erwiesen, das Judenproblem zu lösen, der traditionelle Antisemitismus also nichts taugte, wurde für die verbliebenen Juden ein neuer transformierter Antisemitismus notwendig. Man nannte ihn Antizionismus.

Nicht nur der Täter, der das Opfer verbrennt, gewöhnt sich an diesen Zustand der Buße, auch das Opfer gewöhnt sich und gefällt sich darin, Opfer zu sein.

Was geschah nach dem 2. Weltkrieg? Die verbliebenen Weltmächte erkannten, dass die Judenvernichtung durch die Deutschen und der Angriffskrieg gegen sie ursächlich miteinander verknüpft waren. Mit schlafwandlerischer Sicherheit übernahmen sie Hitlers „Krieg gegen die Juden“ und setzten die Kriegsverbrecher-Tribunale ein, die sich mit der Ausrottung der Juden befassten, obwohl völkerrechtlich niemand den Juden den Krieg erklärt hatte. Die Verbrechen gegen die Juden fanden nicht im Krieg, sondern im KZ und auf der Straße statt.

Die Weltmächte erkannten, dass das Judenproblem gelöst werden musste, wenn sie sich nicht erneut auf ihren eigenen Untergang zubewegen wollten. Sie erkannten, dass ein eigener jüdischer Staat der Schlüssel zur Beendigung des bisherigen traditionellen Antisemitismus war. Den durch den jüdischen Staat Israel transformierten Antisemitismus kannten sie noch nicht.

Da die verbliebenen Weltmächte das Vorgehen der Deutschen zur Lösung des Judenproblems nicht selber fortsetzen wollten und konnten, entschlossen sie sich, den Wünschen der Zionisten teilweise nachzugeben und den Juden einen eigenen, ihrer Meinung nach durch die Grenzziehung nicht zu verteidigenden Staat zu geben, der von feindlich gesinnten Arabern umzingelt war. Sie gingen davon aus, dass die wenigen und militärisch schlecht ausgebildeten Juden nicht den vielen, zum Teil von den Weltmächten militärisch gut ausgebildeten arabischen Streitkräften standhalten würden. Die Lösung des Judenproblems wurde in arabische Hände verlegt.

Als die Erwartungen nicht eintrafen, erhielt Israel eine Verschnaufpause durch das Aufkommen des Ost-West-Konfliktes, der die Welt teilte. Aus politischem Kalkül entschloss sich die Sowjetunion, die Seite zu wechseln und die Feinde Israels zu unterstützen, was letztendlich (Afghanistan) zur Auflösung der Sowjetunion führte und schließlich den Niedergang Russlands (Tschetschenien, moslemische Mehrheit in Russland) bewirken wird.

Was geschah nach dem Holocaust? Die Juden erkannten, dass sie sich erstmals nach zwei Jahrtausenden selber verteidigen konnten.

Ad nauseam wird an dieser Stelle hingewiesen, dass es sich beim Antizionismus nicht um eine Kritik am Staat Israel handelt, wie beispielsweise um eine Kritik an die Türkei. Antizionismus ist der deterministische Versuch, den jüdischen Staat grundsätzlich in Frage zu stellen, Israel das Existenzrecht abzusprechen, den jüdischen Staat zu liquidieren, in der Absicht und/oder mit der Konsequenz, das Judenproblem endgültig zu lösen.

Der traditionelle jüdische Antisemitismus ist genauso alt wie das Judentum. Der moderne jüdische Antisemitismus lässt sich in einen religiösen und in einen säkularen Antizionismus unterteilen, der die notwendige Folge der Gründung des säkularen Staates Israel ist.

Nun ist der jüdische Staat Israel in die Jahre gekommen. Im Gegensatz zu den Antisemiten sehen die meisten Juden innerhalb und außerhalb Israels seine Existenz als gegeben und gesichert an. Einige sehnen sich zurück nach dem Status des Opfers. Sie kommen mit dem neuen ungewohnten Status des Siegers und somit des Täters nicht zurecht.

Von Anbeginn der jüdischen Geschichte an tritt der jüdische Antisemitismus auf. Viele dieser antisemitischen Juden meinten fälschlicherweise, durch die offensichtliche Distanzierung vom Judentum das Wohlwollen der meist christlichen Umgebung zu erhalten. Andere antisemitische Juden fühlten sich vom Judentum derart eingeschränkt, dass sie nicht nur daraus ausbrachen und es verleugneten, sondern aktiv an der Ausrottung ihrer, ihrer Meinung nach ehemaligen, Glaubensgenossen teilnahmen (s. Anmerkung: Moses Mendelssohn).

Mit der Gründung des jüdischen Staates Israel fand auch die Transformation vom traditionellen Antisemitismus zum Antizionismus statt.

Zwei grundlegende Kategorien des jüdischen Antisemitismus oder Antizionismus sind zu unterscheiden:

- der religiöse Antizionismus
- der säkulare Antizionismus

Der religiöse Antizionismus lehnt den säkularen Staat Israel ab, da für seine Gründung das Kommen des Messias Voraussetzung ist. Somit ist der religiöse Antizionist nach seiner Ansicht der einzig wahre Zionist. Schließlich betet er mehrmals am Tag, dass alle Juden nach Zion geführt werden mögen, wenn auch durch die Taten eines von Gott erwählten Messias. Da Antizionismus die Ablehnung des gegenwärtigen, real existierenden jüdischen Staates Israel ist, trifft die Bezeichnung „religiöser Antizionismus“ zu. Genau so verhält es sich mit dem arabischen, speziell dem palästinensischen Antizionismus. Auch hier besteht der Wunsch, im Lande Israel ( = Palästina )zu leben, jedoch nicht unter den Bedingungen des gegenwärtigen, real existierenden jüdischen Staates.

Antizionismus ist also nicht die Aberkennung der Existenz eines Staates Israel, sondern die Aberkennung des jüdischen Staates Israel. Die Umwandlung in einen arabischen Staat ohne Juden, hieße er nun Israel oder Palästina, wird vom Antizionisten nicht abgelehnt (s. Anmerkung: Palästina).

Der Hass der religiösen Antizionisten gegen das säkulare, von Menschen, nicht vom Messias gegründete Israel geht sogar so weit, dass die religiösen Antizionisten sich mit nicht-jüdischen Antisemiten verbünden und mit ihnen den Holocaust verleugnen. Das fällt den religiösen Antizionisten umso leichter, als sie den Holocaust als eine göttliche Strafe unter vielen betrachten. In ihrer Terminologie und Ideologie können und wollen sie nicht begreifen, dass diese eine göttliche Strafe zur Abwendung von Gott durch die menschliche nicht-messianische Erschaffung des Staates Israel geführt hat. Theologisch müsste ansonsten der Holocaust zum Messias mutieren.

Davon strikt zu unterscheiden sind die säkularen Antizionisten. Ihnen ist die Opferrolle abhanden gekommen, ohne diese sie sich nicht wohl fühlen, ja ihre Existenz nicht begründen können. Sie verlieren ihre Identität, wenn sie zu den Siegern gehören, die zu ihrem eigenen Schutz Unrecht begehen. Sie solidarisieren sich deshalb mit den von den israelischen Juden unterdrückten Palästinensern. Jede noch so abscheuliche Grausamkeit ist ihnen wert, moralisch verteidigt zu werden, solange die Täter Araber und die Opfer Juden sind. Jedes noch so geringe Verbrechen ist ihnen wert, moralisch angegriffen zu werden, solange die Täter Juden und die Opfer Araber sind. Die Zionisten sind ihre natürlichen Feinde, die es mit allen Mitteln zu vernichten gilt, auch mit den Mitteln der Verbrüderung mit antisemitischen Kräften, solange sich diese als Antizionisten auszeichnen und nicht ihren Antisemitismus für die jüdischen säkularen Antizionisten sichtbar zur Schau stellen. Solange der säkulare Antizionist die antisemitischen Taten seiner Verbündeten verdrängen kann, sind ihm die Antisemiten willkommen. Und der säkulare Antizionist ist ein Meister der Verdrängung. Beliebt sind Holocaust-Veranstaltungen, bei denen der toten Juden gedacht wird, damit deren Schicksal mit dem der heutigen Palästinenser verglichen werden kann.

Die Solidarisierung der Opfer mit den Tätern (Stockholm-Syndrom) ist ein bekanntes Ereignis. Der Holocaust ist jedoch sowohl für Juden, Zionisten wie Antizionisten, wie für die Deutschen, Antisemiten wie Nicht-Antisemiten, ein so einschneidendes Ereignis, dass es erst sehr wenigen jüdischen Antizionisten gelungen ist, sich mit den Nazis zu solidarisieren. Den bürgerlichen Antisemiten Deutschlands fällt die Solidarität mit den Nazis weniger schwer, wenn sie sich als Opfer des 2. Weltkrieges darstellen.

Logisch erscheint die Frage, warum die antizionistischen Juden nicht zum Islam konvertieren. Die Antwort ist schlicht: als Moslems dürfen sie die Opferrolle nicht mehr spielen, denn der Islam befiehlt dem Gläubigen, sich zu verteidigen, wenn er sich angegriffen fühlt – ganz im Gegensatz zum antizionistischen Juden, der die Opferrolle begehrt und in ihr aufgeht. Von islamischer Seite wird die Bekehrung eines Juden argwöhnisch beäugt.

Die meisten israelischen Juden, die die Existenz Israels als gesichert ansehen, wollen, wie die meisten Menschen weltweit, in Frieden leben. Sie sind wie die meisten Menschen bereit, auf Rechte zu verzichten, von denen sie ausgehen, dass sie sie nicht tangieren, z.B. die Rückgabe eroberter Gebiete (s. Anmerkung: Land gegen Frieden). Dass diese Meinung ein gefährlicher Trugschluss ist, zeigt der Beschuss von Kassam-Raketen vom Gazastreifen aus auf israelisches Staatsgebiet nach dem Rückzug aus dem eroberten Gazastreifen. Eine Folge dieses Denkens ist die Errichtung der Sicherheitsmauer, die die Westbank vom israelischen Kernland trennt.

Der moderne oder transformierte Antisemitismus in Deutschland ist gekennzeichnet durch Anti-Amerikanismus und Demokratie-Defizit, wodurch erst ein breites gesellschaftliches antisemitisches Bündnis möglich wird. Der transformierte Antisemit lehnt aus Konkurrenzgründen den traditionellen Antisemitismus ab.

Da zumal in Deutschland die wenigen lebenden Juden sehr gut integriert und nicht als solche auffallen, fällt es den Antisemiten schwer, sie zu verfolgen. Wie die Antisemiten die Juden als Pariah unter den Völkern, so betrachten die Antizionisten den Staat Israel als Pariah unter den Staaten. Für den Antizionisten hat Israel die Rolle des Juden eingenommen.

Die US-Amerikaner werden vom Antisemiten als Freunde der Juden angesehen, da sie dem raffenden Kapitalismus (amerikanische Kapitalisten = Heuschrecken, SPD und Gewerkschaft) frönen, den die Nationalsozialisten als jüdische Erfindung betrachteten. Konsequenterweise tut sich der Antizionist gerne mit Amerika-Gegnern und Friedensfreunden zusammen, wobei auf deren demokratische Gesinnung nicht mit der Lupe geachtet wird. Da Juden als Kosmopoliten gelten, gehören nicht wenige Globalisierungsgegner zum antisemitisch-antizionistischen Kreis. Mit im Boot sitzen radikale Türschützer, da Juden koscheres Fleisch essen und somit vom Standpunkt der zu verzehrenden Tiere Nazis sind. Ökofanatiker gesellen sich gerne dazu, da im Buch Genesis die Menschen aufgefordert werden, sich die Erde untertan zu machen. Dass Kirchenvertreter zu den Antisemiten zählen, bedarf keiner Begründung. Nur die schlecht bezahlten Türken haben Schwierigkeiten, in den erlauchten Kreis aufgenommen zu werden, obwohl der alttestamentarische und somit jüdische Gott dem Menschen prophezeit, dass er im Schweiße seines Angesichtes sein Brot verdienen werde. Der Moslem versteht diesen Antisemitismus nicht, da die Ermordung Jesu keinen tiefen Eindruck in seiner Kultur hinterlassen hat.

Die modernen transformierten Antisemiten distanzieren sich mit allen Mittels vom vulgären traditionellen Antisemiten, der offen zugibt, Juden zu hassen, allein weil sie Juden sind. Die modernen Antisemiten sehen ihre Ideologie gefährdet, wenn sie mit dem ewig-gestrigen traditionellen Antisemitismus gleichgesetzt werden. Sie organisieren Protestaktionen gegen die NPD in der Hoffnung, die NPD-Mitglieder vom traditionellen zum modernen Antisemitismus zu bekehren (s. Anmerkung: Bündnis gegen Rechts).

Nach Gründung der BRD lebten bis zum Mauerfall wenige Tausend Juden in Deutschland. Sie organisierten sich in jüdischen Gemeinden, die von staatlichen Stellen, wie andere Gemeinschaften des öffentlichen Rechts auch, finanziell unterstützt wurden. Die Geldzuweisungen an Juden boten den traditionellen Antisemiten die Gelegenheit, ihre Vorurteile zu bestätigen. Sie warfen den Juden vor, den Holocaust in Geld zu verwandeln. Dieser Vorwurf, ob berechtigt oder unberechtigt, nützt jedoch nur dem bürgerlichen antisemitischen Antizionisten, der sich damit von den Missetaten seiner Väter reinwaschen kann. Der traditionelle Antisemit benötigt keine Absolution.

Antisemitismus = Antidemokratie

Dass der Antisemit kein Demokrat ist, versteht sich von selbst. Gilt auch der Umkehrschluss, dass jeder Antidemokrat ein Antisemit ist? Die Frage soll für Mitteleuropa, speziell für Deutschland beantwortet werden.

Die Doktrin eines Staates hat nur dann Bestand, wenn ihre Bürger sich diese Doktrin aneignen. Ein Staat kann nicht den Antisemitismus zur Doktrin erheben, wenn seine Bürger keine Antisemiten sind. Nicht nur die Herrschenden, auch die Beherrschten müssen sich zu der Staatsdoktrin bekennen, wenn diese sich durchsetzen soll.

Im 20. Jahrhundert gab es auf dem Boden Deutschlands drei Staaten, die undemokratisch waren. Chronologisch: Das Kaiserreich, das 3. Reich und die DDR. Eine graduelle Bewertung der Demokratie wird das Kaiserreich als den am wenigsten antidemokratischen Staat ansehen, es folgt die DDR, das totalitärste, am wenigsten demokratische Gemeinwesen ist das 3. Reich. Dieselbe Reihenfolge gilt für den Grad des offiziellen staatlichen Antisemitismus und Antizionismus. Im Kaiserreich waren Juden von öffentlichen Posten ausgenommen. Die DDR gab arabischen und anderen Terroristen Zuflucht und bildete sie aus, Juden umzubringen. Das 3. Reich bedarf bezüglich des Antisemitismus keiner Erklärung.

Der Grad des offiziellen staatlichen Antisemitismus ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Verhältnisse, d.h. der Grad des Antisemitismus des Staates, also der offizielle Antisemitismus spiegelt den Grad des Antisemitismus der Bevölkerung wieder. Gleiches gilt für den Totalitarismus: Der Grad des Totalitarismus des Staates spiegelt den Grad der Nicht-Demokratie der Bevölkerung wieder. Da in Deutschland Antisemitismus und Totalitarismus Hand in Hand gingen, gilt die Gleichsetzung Antisemitismus = Antidemokratie und jeder (deutsche) Antidemokrat ist somit ein Antisemit.

Wie ist der latente Antisemitismus bedeutender Teile der deutschen Bevölkerung mit der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung der BRD in Deckung zu bringen?

Die Deutschen sind in ihrer Mehrheit keine Antisemiten. Diese Mehrheit verhält sich demokratisch. Deshalb ist Deutschland eine Demokratie.

Warum wird in der deutschen Demokratie der Antisemitismus, der die Demokratie gefährdet, nicht entschieden bekämpft?

Demokratie ist anstrengend. Antisemitismus ist das Ventil. Wenn der biedere Familienvater ein Bordell aufsucht, kann dies seine Ehe retten, zumindest vordergründig. Was für den Ehemann das Bordell ist, ist für die Demokratie der Antisemitismus. Der Antizionismus, der transformierte Antisemitismus spielt für die Demokratie die selbe Rolle, wie für den Familienvater das transformierte Bordell, die Peepshow.

Genauso wenig wie ständige Bordell- und Peepshowbesuche die Familie nicht vor dem Zerfall retten wird, genau so wenig wird der Antisemitismus und der Antizionismus den Bestand der Demokratie garantieren.

Ausblick:

Die antisemitische Bedrohung in Deutschland bleibt präsent.

Die neue antisemitische Gefahr lauert nicht von Rechts. Das Gedankengut der rechten Szene ist hinlänglich bekannt. Auch fehlt den Rechten die finanzielle Unterstützung wie sie die NSDAP genoss. Die ostelbischen Junker wurden ausgerottet, der deutsche Industrielle denkt global und transferiert eher Arbeitsplätze von Deutschland nach dem fernen und nahen Osten, als dass er minderbegabte grölende und arbeitsscheue Antisemiten mit unzeitmäßigen Produktionsideen unterstützt.

Die neue antisemitische Gefahr lauert nicht von Links. Die Linken spielen im globalisierten Weltgeschehen keine Rolle.

Gefährlich ist der Antisemitismus, der die bürgerliche Mitte erreicht hat und sich in allen demokratischen Parteien und politischen Organisationen ausbreitet, vor allem dann, wenn über Frieden gesprochen wird. Die Solidarisierung der Täter untereinander, z.B. deutsche Friedensaktivisten mit arabischen oder islamischen Terroristen, wird sich verstärken. Der Neopazifismus (s. Anmerkung: Neopazifismus ) der bürgerlichen Mitte wird seine Akteure nicht daran hindern, nach Menschenopfern zu suchen, um tiefsitzende verdrängte prähistorische Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Juden Deutschlands bilden eine verschwindend kleine Minderheit von ¼ Prozent. Ohne den Zuzug der Kontingentflüchtlinge aus der Sowjetunion wären sie eine Minderheit von ¼ Promille. Ein reeller oder prozentualer Zuwachs der jüdischen Bevölkerung Deutschlands ist ausgeschlossen. Ist somit das Ende des Antisemitismus in Deutschland vorprogrammiert?

Sicherlich können Synagogen brennen und jüdische Friedhöfe geschändet werden.

Aber genügt dies, die Bedürfnisse der Antisemiten zu befriedigen?

Sicherlich können gewaltige Friedensdemonstrationen zur Vernichtung des Staates Israel organisiert werden.

Aber genügt dies, die Bedürfnisse der Antizionisten zu befriedigen?

Muss ein neues Opfer mit jüdischen Eigenschaften her?

Hierzu eignen sich augenscheinlich die Anhänger Mohammeds, Moslems genannt. Sie fallen unter der deutschen Normalbevölkerung auf und weigern sich, sich zu integrieren. Auch Moscheen sind brennbar, islamische Friedhöfe sind schändbar. Aber reicht das aus?

Wenn die Geschichte des europäischen Antisemitismus ohne Brüche weiter gehen sollte, dann taugen die Moslems nicht dazu, antisemitische Gelüste zu befriedigen. Sie sind zwar eine Minorität, die sich abkapselt, aber auch Bürger von Staaten mit militärischer und wirtschaftlicher Macht. Ihr größtes Manko ist jedoch ihr in den Augen der Normalbevölkerung der fehlende positive Beitrag zur europäischen Kultur, wofür sie beneidet und angegriffen werden könnten.

Aber die Geschichte im Allgemeinen und die des Antisemitismus im Besonderen weist Brüche auf. Kein Historiker hat vor 1933 den Holocaust vorhergesagt, obwohl er in Hitlers „Mein Kampf“ beschrieben wurde. Somit ist es nicht ausgeschlossen, dass sich der zukünftige Antisemitismus in Europa, der dann kein Antisemitismus mehr sein wird und für den es noch keinen Namen gibt, sich gegen die Glaubensgemeinschaft der Moslems richten wird. Die rassistische Diskussion, ob es die moslemische Türkei wert ist, Mitglied der EU zu werden, mag ein Vorgeschmack sein. Die Juden können jedoch sicher sein, dass sie im Zuge dieses Fremdenhasses mitgeopfert werden.

Ausblick:

Die Antisemitismus bedroht weltweit die Demokratie und die Freiheit des Einzelnen.

Was bedeutet der transformierte Antisemitismus für die übrige Welt?

Wäre den Nationalsozialisten die Vernichtung der Juden in vollem Umfang gelungen, hätte sich ihre mörderische Raserei anschließend gegen die Christen gerichtet.

Antisemitismus und Demokratie schließen sich gegenseitig aus. Somit werden unterdrückte und vom Genozid bedrohte Völker weiterhin leiden. Die Tibeter werden keine Hilfe zur Befreiung von China erhalten und die nicht-muslimischen Afrikaner Darfurs werden dem Genozid nicht entrinnen. Ihr Leid bewirkt keine seelische Reinigung der Europäer. Eher können die Moslems Serbiens und die Indios Südamerikas auf Hilfe hoffen, da ihr Leid christlich bedingt ist. Die Palästinenser profitieren bereits jetzt von der europäischen Seelennot. Ihr Leid läutert die Deutschen und andere christliche Europäer so vollkommen, dass diese alles daran setzen, das Leid der Palästinenser zu perpetuieren.

Weltweit leiden die Menschen unter der Demokratiefeindlichkeit der Antisemiten. Die Lippenbekenntnisse der Globalisierungsgegner verkleinern den Unterschied zwischen arm und reich weder national, noch international. Kein korrupter afrikanischer Diktator räumt seinen Stuhl, damit seine Bevölkerung nicht mehr von der subventionierten europäischen Wirtschaft ausgebeutet wird (s. Anmerkung: EU subventioniert den Hunger in Afrika). Der Anspruch der radikalen Vegetarier füllt nicht die Mägen der Hungernden, rettet nicht die Verhungernden vom Hungertod. Die Reisen der bürgerlichen deutschen Männer nach Ostasien dämmen nicht die Kinderprostitution und die dortige Korruption ein. Die Ostermärsche der europäischen Neopazifisten stärken nicht die Frauenrechte in der islamischen Welt und befreien keinen russischen Umweltschützer aus der sibirischen Verbannung.

Auch die Demokratie in Deutschland ist bedroht. Antisemitische Staatsdiener, die undemokratisch walten und verwalten, haben nicht das Wohl ihrer Schutzbefohlenen im Sinn. Verarmung, Kindesmissbrauch, Arbeitslosigkeit, Zwei-Klassenmedizin sind nicht Ursache, sondern Folge von Demokratiedefizit und Antisemitismus. Demokratiedefizit und Antisemitismus sind die Ursache dieser inhumanen Zustände, verursacht von antisemitischen Antidemokraten.

Ausblick:

In der nächsten Zukunft stellt der europäische Antisemitismus für den jüdischen Staat Israel keine existenzielle Bedrohung dar. Ein atomarer Krieg mit nicht vorhersehbaren Konsequenzen für die Region und den ganzen Planeten lässt sich nicht ausschließen.

Was bedeutet der transformierte Antisemitismus für Israel?

Der jüdische Antisemitismus bedeutet keine Gefahr für Israel. Die religiösen Antizionisten, die gerne mit den nicht-jüdischen Antizionisten paktieren, sind für die Letzteren auf Dauer eine Belastung. Die nicht-jüdischen Antisemiten werden sich von den religiösen Antizionisten trennen. Die säkularen Antizionisten außerhalb Israels werden wie die Römer jüdischen Glaubens und die Deutschen mosaischen Glaubens von der Weltbühne verschwinden. Ihre Nachkommen werden als verlorene Stämme nach Israel geholt werden. Die säkularen Antizionisten, die in Israel leben, haben auf Grund der realen Verhältnisse im Nahen Osten nur dann eine Überlebenschance, wenn sie zahlenmäßig unbedeutend bleiben.

Der traditionelle und der transformierte Antisemitismus wird die feindlichen Nachbarn Israels ideologisch unterstützen. Eine militärische Unterstützung aus moralischen oder ideologischen Gründen ist derzeit aus bürgerlichem Eigeninteresse nicht vorstellbar. Somit ist zumindest in der nächsten Zukunft der Untergang des jüdischen Staates Israel nicht anzunehmen. Sollte ein Staat im Nahen Osten, der nicht unbedingt der Iran sein muss, mit Hilfe von Atomwaffen versuchen, Israel zu vernichten, so ist das folgende Szenario nicht beschreibbar und vorhersehbar. Es ist im Eigeninteresse der europäischen Staaten, die Entwicklung von atomaren Waffen in moslemischen Ländern des Nahen Ostens zu verhindern, statt die Pläne den Diktatoren wohlwollend zu unterstützen. Die Verbindung des europäischen mit dem islamischen Antisemitismus ist eine Gefahr für den gesamten Planeten, auch wenn ihr gemeinsamer Hass nur Israel und die Juden treffen soll. Die logische Folge dieses möglichen Szenario ist die Forderung der antizionistischen europäischen Pazifisten, den Nahen Osten, d.h. alleine Israel, atomwaffenfrei zu halten. Die atomare Aufrüstung anderer Länder des Nahen Ostens wird von dieser Forderung nicht tangiert.

Der Antisemitismus erscheint flexibel, er ist in seiner Struktur zutiefst konservativ. Der Antisemit jeglicher Prägung kann nicht verstehen, dass der Jude zurückschlägt, wenn er angegriffen wird. Es bricht für ihn eine Weltordnung zusammen, wenn der Jude nicht die christliche Anweisung befolgt, sich auf die zweite Wange schlagen zu lassen, wie der Jude und der Antisemit es seit Jahrtausenden gewohnt sind. Der Antisemit akzeptiert nicht, dass der Jude das Menschenopfer an sich ablehnt. Hat nicht der christliche Gott selber einen Juden geopfert, damit er sein göttlicher Sohn wurde? Warum ist der Jude so stur und will unbedingt ein lebendiger Jude bleiben?

Eher deutet sich ein Konflikt zwischen der entwickelten europäischen Welt, die am Tropf des arabischen Ölhahns hängt, und den moslemischen Staaten an, die von der Ideologie des europäischen Christentums degradiert werden.

Eine katastrophale Schwächung könnte Israel durch einen innerjüdischen Kampf erfahren, wie er bereits mehrfach in der Geschichte stattgefunden und zur Vernichtung jüdischer Staaten geführt hat. Der derzeitige virulente Antisemitismus verspricht, einen solchen Kampf verhindern.

Der Antisemitismus wird bestehen bleiben. Ein greifbares Gegenmittel ist nicht vorhanden. Nicht einmal die Eliminierung aller Juden bedeutet sein Ende. Ein Ende des Antisemitismus ist nur dann vorstellbar, wenn sich die europäischen Nationen von ihrem kulturellen Erbe des Menschenopfers befreien können. Das würde jedoch auch das Ende des Christentums bedeuten.

Der jüdische Staat Israel, der dem Antisemitismus seine Entstehung verdankt, wird dem Antisemitismus sein Fortbestehen verdanken.

Literatur:

Die aufgeführten Sätze und Behauptungen sind (noch) nicht alle durch Zitate belegt. Dem Interessierten werden sie im Übermaß entgegen fallen, der Leugner wird sich auch von belegten Zitaten nicht überzeugen lassen, da es zu jedem Zitat ein Gegenzitat gibt. Wer offenen Auges durch Deutschland geht, benötigt keine Zitate.

Anmerkungen:

Bündnis gegen Rechts

Der unvoreingenommene Betrachter der antinazistischen deutschen Szene wird bei der Zielsetzung der Organisationen, die sich Bündnis gegen Rechts nennen, keine Hinweise auf antisemitische Parolen finden. Vielmehr liest sich das Programm der Antifaschisten wohlwollend philosemitisch. Es wird zum Widerstand gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit aufgefordert Der Antisemitismus steht nicht einmal an letzter Stelle. Schon dass zwischen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus unterschieden wird, sollte die/den bedrängte/n deutschen Jüdin/Juden (jüdischen Deutschen) mit Dankbarkeit erfüllen. Schließlich ist er als Jude nicht mehr automatisch Ausländer.

Doch was versteht die Bündnisszene gegen Rechts, ein Sammelsurium aus bürgerlichen Politikern, Kirchenvertretern, Globalisierungsgegnern, Antifaschisten, Sozialisten, Anti-Amerikanern, Friedensaktivisten, radikalen Tierschützern und privaten Gutmenschen unter „Antisemitismus“. Die verschiedenen Gruppen können nur vereint bleiben, wenn sie einen gemeinsamen Nenner haben. Und was auch immer dieser kleinste gemeinsame Nenner sein mag, es ist nicht der Philosemitismus. So wird der vom Bündnis gegen Rechts zu beschützende jüdische Leser vergeblich auf Parolen über den Kampf gegen den modernen oder transformierten Antisemitismus, also dem Antizionismus warten.

Da sich der bürgerliche Antisemit nicht als solcher zu erkennen geben will, distanziert er sich vom Antisemitismus mit folgenden Aussagen:

Antisemitismus ist Judenhass - Antizionismus ist die Gegnerschaft zum Zionismus.

Wenn aber Antisemitismus = Hass auf Juden ist,

dann ist Antizionismus = Hass auf Zionisten (Menschen).

Oder umgekehrt: wenn Antizionismus = Gegnerschaft zum Zionismus ist,

dann ist Antisemitismus = Gegnerschaft zum Semitismus (Judentum).

Spätestens hier wird dem gebildeten Leser klar, der zusätzlich ehrlich sein muss, in welchen Widersprüchen der Antizionist sich verstrickt, wenn er von seinem Antisemitismus loskommen will. Nicht zufällig kursiert nun in der PDS ein Papier, den Antizionismus zu überdenken.

Es ist immer wieder die gleiche alte Leier. Damals die Kollektivschuld, heute die Behauptung, es würde, wer Israel kritisiert, als Antisemit an den Pranger gestellt. Alle Kritikfreudigen können sich beruhigen: Im Moment werden all jene an den Pranger gestellt, die Israel verteidigen. (Evangelische Kirche Hessen)

Wer Israel in althergebrachter linker Manier wie jeden anderen Staat „einfach abschaffen“ will, wer die Rolle der US-amerikanischen Politik im Nahen Osten auf bloße Geo- und aggressive Weltherrschaftspolitik verkürzt und die Ideologie derer, die Israel auslöschen wollen ausblendet, begibt sich in ein mehr als zweifelhaftes Fahrwasser, in dem bereits religiöse Fundamentalisten und deutsche Neonazis schwimmen. (PDS)

EU subventioniert den Hunger in Afrika

Die EU bezahlt westafrikanische Potentaten, damit sie die dortigen Meeresküsten ausbeuten kann. Die europäische Fischindustrie, die die Küsten leer fischt, wird durch Steuern der EU-Bürger subventioniert. Die Überfischung führt in Westafrika zu Hunger und Arbeitslosigkeit. Viele Afrikaner suchen deshalb ein Auskommen in Europa, welches sie unter Lebensgefahr erreichen oder vorher ertrinken. Dort verdingen sie sich oft in eben der Fischindustrie, die die afrikanischen Küsten leer fischt.

Subventioniertes Milchpulver und Gemüse überschwemmt den afrikanischen Markt und vertreiben die einheimischen Bauern von ihrem Land, die ihre Produkte wesentlich teuerer erwirtschaften. Sie erhalten keine finanzielle Unterstützung, da ihr Diktator die EU-Gelder zum Erhalt seiner eigenen Macht verbraucht.

Der CO2-Emissionshandel wird die wirtschaftliche Abhängigkeit von Europa verstärken. Die afrikanischen Despoten werden die Zahlungen in ihre Privatschatullen einstreichen, dafür wird die industrielle Entwicklung Afrikas im Namen des Umweltschutzes verhindert.

Was ist dringend zu unternehmen, um diese Menschen verachtende Politik zu beenden?

Die Staaten Afrikas müssen demokratisch werden. Demokratische afrikanische Staaten würden keine Abkommen mit der EU unterzeichen, um ihre Bürger auszuhungern. Die europäische Fischindustrie würde sich sofort aus den afrikanischen Gewässern zurückziehen.

Die afrikanischen Bauern würden mehr Nahrungsmittel erzeugen, die Abhängigkeit der Bevölkerung von Nahrungseinfuhren aus der EU würde sinken. Industrien werden entstehen, damit die Menschen Arbeit in ihrer Heimat finden und nicht den oft tödlichen Weg in die EU antreten müssen.

Doch wie lässt sich die Demokratisierung der Staaten Afrikas erreichen? Sicherlich nicht mit einer antidemokratischen Ideologie, die aus dem Antisemitismus resultiert.

Freiheit und Demokratie

Was ist Demokratie? Die Meisten werden antworten, dass in Demokratien freie Wahlen stattfinden. Genügt dies zur Definition? In Diktaturen finden auch Wahlen statt, die zuweilen sogar frei sind.

Demokratie kann über ihr Gegenteil, die Diktatur, definiert werden. Demokratie und Diktatur schließen sich gegenseitig aus. Das, was Diktatur ist, ist nicht Demokratie. Und das, was Demokratie ist, ist nicht Diktatur.

Worauf basiert die Demokratie, was ist der Untergang der Diktatur? Antwort: Die individuelle Freiheit. Die Demokratie hat die Aufgabe, die Freiheit des Individuum zu verteidigen. Allein wenn sie in diesem Punkt versagt, hört sie auf, eine Demokratie zu sein und wird zur Diktatur.

Die Diktatur wird gestürzt, die Demokratie wird aufgebaut, wenn der Bürger, das Individuum die Unfreiheit nicht länger erduldet und die Freiheit will. Der Wunsch nach Freiheit ist die Voraussetzung zur Demokratie.

Worauf basiert die Freiheit? Antwort: Auf Menschenrechte. Wer definiert die Menschenrechte? Antwort: Eine bekannte, allgemein anerkannte und lange währende moralische Institution, die vom eigenen Staat unabhängig ist und die sich der Freiheit verschrieben hat. Was eignet sich da besser als die jüdische Bibel, welche nicht staatsgebunden ist? Für das Volk der Juden ist sie ein Wegweiser zur Freiheit: Von der ägyptischen Sklaverei zur Herrschaft in das Gelobte Land.

Demokratie hat das Ziel, die individuelle Freiheit zu sichern. Die Basis ist die jüdische Religion mit ihren unendlich vielen moralischen Regeln, die als Gebote und Verbote in Erscheinung treten.

Kirchliche Antisemitismus am Beispiel des Evangelium nach Lukas

Kapitel 16; 19 – 31

Vom reichen Mann und armen Lazarus

… Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, …

… ich leide Pein in diesen Flammen …

… Abraham sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Der Christ, will er Christ sein, ist verpflichtet folgendes zu glauben:

Es gibt eine Hölle, in der sich zumindest reiche Jude aufhalten.

In der Hölle ist es flammenheiß.

Jesus ist von den Toten auferstanden. Die Juden glauben nicht an die Auferstehung Jesu. Somit hören sie Mose und die Propheten nicht und befolgen nicht die Gebote Gottes. Deshalb kommen sie in die Hölle, wo sie hingehören. Deshalb gibt es die Hölle.

Sollten die Juden eines Tages daran glauben, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, sie damit Gottes Gebote befolgen, dann werden sie nicht mehr zur Hölle geschickt werden. Die Hölle hat ihre Aufgabe beendet und auch kein Christ braucht zu befürchten, dass er dort landet. D.h., wenn der letzte Jude ausgerottet sein wird, dann ist die Höllenqual für alle Christen beendet.

Mit Hilfe der Hölle lässt sich dieses Unterfangen erfolgreich umsetzen. In der Hölle werden die Juden verbrannt. …, so auch auf Erden.

Land gegen Frieden

Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 schlugen diverse politische Strömungen in Israel vor, den Frieden mit den arabischen Nachbarn durch Rückgabe eroberter Gebiete zu erreichen. Der Satz „Land gegen Frieden“ ist geschichtlich anders zu interpretieren. Land erhielt der Sieger, unabhängig, ob er Aggressor war oder angegriffen wurde. Der Sieger verpflichtete sich feierlich, auf weitere Landnahme zu verzichten, dafür versprach der Besiegte, der Gebiete abtreten musste, die neuen Grenzen anzuerkennen und keine Waffen gegen den Sieger zu erheben.

Bei der Rückgabe der Halbinsel Sinai an Ägypten wurde zwischen Israel und Ägypten ein Friedensvertrag unterzeichnet, der bereits 30 Jahre hält. Hier hat jedoch Israel erobertes Gebiet zurückgegeben, nicht Ägypten die Eroberung völkerrechtlich anerkannt. Somit ist der status quo ante 1967 hergestellt worden, der zu eben diesem Sechs-Tage-Krieg geführt hat. Auf die Rückgabe des an der Halbinsel Sinai angrenzenden Gazastreifens, dessen palästinensische Bevölkerung 30 Jahre lang von Ägypten verwaltet wurde, hatte die ägyptische Regierung vernünftigerweise verzichtet.

Israelis, die sich nach der Eroberung des Sinai dort angesiedelt hatten, wurden entschädigt. Das kostete den Staat Israel soviel, dass eine Inflation von mehreren 100% auftrat.

Der schließliche Rückzug aus dem Gazastreifen, der nach 30 Jahren den Verlust des Wohnortes von 10.000 Juden bedeutete, hat die israelische Gesellschaft gespalten und wirkt bis heute nach. Eine ausreichende Entschädigung wurde den Siedlern nach den Erfahrungen vom Sinai nicht angeboten. Die Vertreibung des Juden aus Gaza durch das israelische Militär fand nur kurzzeitig den Beifall der Antisemiten und Antizionisten innerhalb und außerhalb Israels. Bald wurden neue Forderungen laut, sich von weiteren Gebieten zurückzuziehen. Bis zu einem endgültigen Abzug wurde jedweder demokratisch oder terroristisch geführte Kampf der Palästinenser gegen Israel à priori als gerechte Selbstverteidigung definiert.

Vom Gazastreifen aus wird der Süden Israels mit Raketen attackiert, bisher sind nur wenige Tote zu beklagen. Ein israelischer Soldat wurde von Israel über einen Tunnel in den Gazastreifen verschleppt, andere Soldaten wurden auf diese Weise auf israelischem Staatsgebiet getötet. Der Krieg gegen die Hisbollah in Libanon, der erste Krieg nach dem Rückzug aus dem Gazastreifen, wurde von Israel verloren.

Die Prüfungskommission zu diesem Libanonkrieg hat unter Vorsitz des Richters Elijahu Winograd einen Zwischenreport veröffentlicht., der mit folgenden Sätzen endet:

„Es geht um Fragen im Kern unserer Existenz hier als jüdischer und demokratischer Staat. Es wäre ein schwerer Fehler, sich nur auf die offen gelegten Mängel zu konzentrieren und nicht die Grundfragen anzupacken.“

Moses Mendelssohn

Der religiöse jüdische Philosoph Moses Mendelssohn, der im 18. Jahrhundert in Preußen lebte, versuchte das Los der Juden zu lindern, indem er Emanzipation durch Assimilierung predigte. Unter Assimilation verstand er das Ablegen obsoleter Sitten, wie das Tragen des Kaftans und Sprechen des Jiddischen, nicht die Aufgabe des jüdischen Glaubens. Seine irrigen Ideen fielen unter den in Deutschland lebenden Juden auf fruchtbaren Boden, in Osteuropa wurden sie nicht verstanden. Dort entstand der Chassidismus, der gemeinsam mit den Deutschen jüdischen Glaubens unter dem Nationalsozialismus verschwand.

Die Überlebenden des Chassidismus, die in Israel, in den USA und einigen europäischen Großstädten leben, bekennen sich zu einem beträchtlichen Teil zum religiösen Antisemitismus. Vier der sechs Kinder Mendelssohns gaben ihren jüdischen Glauben auf und wurden Christen, in der irrigen Meinung, von ihrer neuen christlichen Umgebung als Gleichberechtigte behandelt zu werden.

Neopazifismus

Der deutsche Pazifist früherer Zeit, bis etwa zum 2. Weltkrieg, war gegen Kriege, da er wusste, dass diese nur den Interessen der kleinen herrschenden Schicht seines Landes diente. Kriege widersprachen den Interessen der Bevölkerung, sowohl Deutschlands, als auch des angegriffenen Landes, und erzeugten nur Elend und Tod. Deutscher Pazifist zu sein war gefährlich und endete oft tödlich. Um das Leben anderer zu retten, riskierte der deutsche Pazifist sein eigenes.

Niemals wäre es dem deutschen Pazifisten in den Sinn gekommen, sich gegen Angriffe nicht zu wehren, und somit das Leben seiner Familie aufs Spiel zu setzen. Nur – diese Angriffe gab es nicht mehr seit 1870.

Anders verhält es sich bei den deutschen Neopazifisten.

Unter Neopazifisten versteht man diejenigen Deutschen, die nach dem 2. Weltkrieg den Frieden zur Maxime erhoben haben. Frieden ist für sie das höchste Gut, da sie meinen, dafür ein Opfer gebracht zu haben. Schließlich hat Deutschland durch die beiden Weltkriege nicht nur große Teile seiner Ostgebiete verloren, die heute Polen, Russland, Litauen, Tschechien und Österreich gehören, sondern auch Elsass-Lothringen und Nord-Holstein, welche sich Frankreich und Dänemark angeeignet haben. Das unbedeutende Eupen und Malmedy ging an Belgien verloren. Diese „Opfer“ berechtigen die deutschen Neopazifisten, von jedem zu verlangen, sich kriegerischen Handlungen zu enthalten, auch wenn es seinen Tod bedeutet. Um diese Ideologie verbreiten können, gilt folgerichtig für die Neopazifisten selber diese Forderung nicht (neopazifistische Gewalttaten sind von vorneherein legitim, da sie sich gegen Gewalt richten, s. Heiligendamm Juni 2007).

Insbesondere von den Juden, den Opfern der Deutschen, erwarten Neopazifisten absolute Friedenshingabe. Die Opfer der Opfer, also die Palästinenser, werden von den Neopazifisten nicht gefordert, dafür instrumentalisiert. Ihr Schicksal interessiert die Neopazifisten nur insoweit, wie sie es ausschlachten können. Genauso wenig, wie sich ein Neonazi um eine von ihrem Mann verprügelte Türkin sorgt, interessiert sich der deutsche Neopazifisten, ob katholisch oder säkular, nicht um das Schicksal der Palästinenser. Je mehr tote Palästinenser, desto besser, solange man den Zionisten, Israelis und/oder Juden Völkermord vorwerfen kann.

Palästina

Angesichts dessen, dass ich auf soziale Probleme in Israel verweise, komme ich nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass Israel selbst seinen diskriminierten arabischen Bürgern, für die Region unvergleichliche demokratische, rechtliche und soziale Standards bietet. (PDS)

Die Frage, ob, wann und in welchen Grenzen ein palästinensischer Staat neben Israel existieren kann, hängt allein davon ab, ob die Nachbarn Israels bereit sind, ohne Vorbedingungen Israel anzuerkennen.

Es folgt der Beweis für diese Behauptung. Zunächst die Definitionen.

Israel ist ein jüdischer = zionistischer Staat mit dem Sinn, dass Juden einen eigenen jüdischen Staat haben. Israel ist kein binationaler Staat für Juden und Araber, was nicht bedeutet, dass arabische Israelis keine Staatsbürger Israels mit Rechten und Pflichten sind. Auf Grund der politisch-militärischen Lage sind die Rechte und die Pflichten der israelischen Araber eingeschränkt. In der 60jährigen Geschichte Israels wurden diese Rechte und Pflichten des Öfteren eingeschränkt oder erweitert. Nach der Normalisierung der politisch-militärischen Lage im Nahen Osten werden die arabischen Israelis dieselben Rechte und Pflichten haben wie die jüdischen Israelis.

Rhetorisch weise ich darauf hin, dass arabische Juden, die in arabischen Ländern leben, sehr weit davon entfernt sind, dieselben Rechte und Pflichten zu besitzen wie ihre moslemischen Landsleute. Erschwerend handelt es sich allesamt um undemokratische Staaten, die die Rechte aller ihrer Bürger missachten.

Die derzeit unter palästinensischer Verwaltung stehenden Gebiet sind die Westbank westlich des Flusses Jordan und der Gazastreifen. Dazwischen schiebt sich Israel, sodass die Westbank und der Gazastreifen keine gemeinsame Grenze haben. Momentan unterstehen die Westbank und der Gazastreifen zwei miteinander verfeindeten Regierungen.

Der auf diesen Boden zu gründende Staat wird sich Palästina nennen. Sowohl Israel wie Palästina befinden sich auf dem ehemaligen Land Palästina. Somit ist das heutige Israel ein jüdischer palästinensischer Staat, der zukünftige Staat Palästina ist ein arabischer palästinensischer Staat. Das Land Palästina heißt auf hebräisch „Land Israel“, auf arabisch „Palästina“.

Der arabische palästinensische Staat Palästina wird demnach auf dem Teil des Landes Palästina entstehen, auf dem der jüdische palästinensische Staat Israel keine staatliche Kontrolle ausübt.

Eine Anerkennung des Staates Israel durch die Palästinenser wird somit eine Anerkennung des Staates Palästina durch den Staat Israel bedeuten, unabhängig davon, wie viel Staatsgebiet Israel den Palästinensern zubilligt.

Die Sachlage ist komplex. Geschichtsvergessene gehen davon aus, dass das Land Palästina dem heutigen Staat Israel plus dem zukünftige Staat Palästina entspricht. Jedoch wurde das Land Palästina bereits 1923 unter Britischem Mandat geteilt und zwar in Transjordanien, das Land östlich des Flusses Jordan, dem heutigen Staat Jordanien, und in Cisjordanien, dem heutigen (Rest)Land Palästina. Sowohl in Cis-, wie in Transjordanien leben miteinander verwandte arabische Clans, die heute als Palästinenser bezeichnet werden. Der Prinz Abdullah ibn Husain aus dem heutigen Saudi-Arabien wurde durch Britanniens Gnade als König über die Ostpalästinenser eingesetzt. Heute sind 60% der Bewohner Jordaniens Palästinenser.

Wenn nun der Staat Palästina auf dem Teil Palästinas entstehen wird, über den der Staat Israel nicht herrscht, dann würde dieser palästinensische Staat nicht nur den Gazastreifen und die Westbank beinhalten, sondern zusätzlich das heutige Jordanien. Selbst wenn eine palästinensische Regierung die Oberhoheit Israels über alle Gebiete Palästinas westlich des Jordans anerkennen würde, was derzeit irreal ist, hätten die Palästinenser zumindest das moralische Anrecht auf ein eigenes unabhängiges Land, nämlich dem heutigen Jordanien. Lediglich der saudische, von der Kolonialmacht eingesetzte Usurpator müsste samt seiner mitgebrachten Söldner vertrieben werden, was politisch und militärisch ein kleine Aufgabe im Vergleich zur palästinensischen Autonomie westlich des Jordans ist. Doch der jordanische König Abdullah II ist der Liebling des Westens und Israels. Außerdem befürchten alle arabischen Staaten einen Dominoeffekt, wenn das Königreich Jordanien dadurch die politische Legitimation erfährt, indem die Mehrheitsbevölkerung die politische Macht übernimmt. Das Beispiel Iraks, wo bis zum Einmarsch der Amerikaner die schiitische Mehrheit nicht nur von der politischen Macht ausgeschlossen, sondern auch unterdrückt wurde, ist für Syrien, Libanon und andere arabische Staaten Grund genug, ein palästinensisches Jordanien zu verhindern. Außerdem fürchten alle Beteiligten den wachsenden Einfluss des schiitischen, nicht-arabischen Irans.

Die politische Machtverteilung und Interessenlage im Nahen Osten verbieten jedweden palästinensischen Staat, der Jordanien einschließt. Aus diesem Grund sind mit wenigen Ausnahmen die arabischen Staaten trotz vollmundiger Freitagsreden vehement gegen eine Anerkennung Israels, damit sie einen autonomen palästinensischen Staat in der Konsequenz nicht anerkennen brauchen. Ägypten und Jordanien haben zwar diplomatische Beziehungen mit Israel aufgenommen. Im Friedensvertrag mit Israel haben diese beiden Staaten ihre Grenzen in Richtung Israel definiert, jedoch nicht die Grenzen Israels gegenüber ihren Ländern festgelegt. Somit hat Israel den transjordanischen Teil Palästinas den Palästinensern aberkannt, eine politische Tat, zu der Israel völkerrechtlich nicht berechtigt ist.

Auch wenn ein unabhängiger Staat Palästina sich (zunächst) nur im Gazastreifen und in der Westbank etablieren sollte, so ist es mehr als wahrscheinlich, dass dieses Palästina sich in der baldigen Zukunft mit Jordanien unter der Souveränität des palästinensischen Volkes vereinigen wird. Dieses Szenario, welches die arabischen Potentaten fürchten, ist den europäischen Politikern nicht bewusst.

Zwischenzeitlich hat sich die politische Lage im Nahen Osten entscheidend verändert. Gazastreifen und Westbank driften auseinander, sodass ein Zusammenschluss zwischen Westbank und Jordanien wahrscheinlicher wird. Ohne die radikaleren Palästinenser hat das Jordanien eine höhere Chance als Königreich zu überleben.

Das Buch ist die schärfste Waffe und wird deshalb am meisten gefürchtet und gehasst (Kublai Khan). Die Juden sind das Volk des Buches.

4 von 28 Seiten

Details

Titel
Der jüdische und der nicht-jüdischen Antisemitismus - Der Jude als Menschenopfer
Autoren
Jahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V111231
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antisemitismus, Jude, Menschenopfer
Arbeit zitieren
Dr. Nathan Warszawski (Autor:in)- (Autor:in), 2007, Der jüdische und der nicht-jüdischen Antisemitismus - Der Jude als Menschenopfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111231

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