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Wortbedeutungswandel am Beispiel von Heinrich Heines Atta Troll. Ein Sommernachtstraum

Titel: Wortbedeutungswandel am Beispiel von Heinrich Heines  Atta Troll. Ein Sommernachtstraum

Seminararbeit , 1996 , 27 Seiten , Note: 2

Autor:in: Kulturwissenschaftler M.A. Adrian Flasche (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bedeutung eines Wortes ist im steten Wandel, sie kann sich in verschiedene Richtungen verschieben und entwickeln. Der Sinngehalt kann erweitert, verengt, verbessert, verschlechtert oder verhüllt (Euphemismus) werden. Darüber hinaus kann dem Wort eine Bedeutungsübertragung (Metapher) als auch eine Bezeichnungsvertauschung (Metonymie) widerfahren.
In diesem Buch soll das Phänomen des Wortbedeutungswandels anhand eines literarischen Textes aus dem 19.Jh. veranschaulicht werden, indem dort verwendete Wörter, die mit unserem heutigen Sprachgebrauch nicht mehr ohne weiteres zu verstehen sind, auf ihren Ursprung und ihren Wandel hin analysiert werden. Außerdem soll so die Aussage des literarischen Textes, insofern diese von betroffenen Wörtern abhängig ist, geklärt und verständlich gemacht, sprich: in unsere Gegenwartssprache übersetzt werden. Hierfür sollen Auszüge aus Heinrich Heines 1841 verfasstem Versepos "Atta Troll. Ein Sommernachtstraum" als Grundlage dienen. Anhand der Analyse auf veraltete oder 'tote' Wörter soll verdeutlicht werden, inwieweit sich Heines Sprache zur heutigen geändert hat, wie sehr sein Ausdruck und damit seine Wortwahl sich in den seitdem vergangenen über 160 Jahren gewandelt haben, ob sie veraltet oder gar unverständlich geworden sind.
Und weil Heine immer wieder als 'Vorläufer der Moderne' eingeordnet wird, stellt sich die weitere Frage nach der wirklichen Modernität seiner Sprache. Schließlich wird bei der Textanalyse darauf geachtet, ob sich an Heines Wortwahl Einflüsse von historischen Perioden auf den Wortwandel nachweisen lassen. So sind die gravierenden Ursachen des Wortwandels oft auf große historische Ereignisse und Epochen zurückzuführen, z.B. auf die Jahrhunderte lange französische Vorherrschaft im neuzeitlichen Europa, die wirtschaftliche Hegemonie Italiens im Mittelalter, die allgegenwärtige, langandauernde Verbreitung des Lateins durch die katholische Kirche oder die Reformation mit ihrer deutschen Übersetzung der Bibel. Weitere wortprägende Epochen waren Renaissance und Humanismus, die Entstehung der Wissenschaften und natürlich die Aufklärung, aber auch der Einfluss der neuzeitlichen Dichtung und gewiss die sprachliche Revolution durch die modernen Zivilisationsformen und deren Fachsprachen aus Naturwissenschaften, Verwaltungsbürokratie, Technisierung und Industrialisierung.
Der Textanalyse vorangestellt ist ein kurzer biographischer Abriss zum Dichter Heinrich Heine und seinem Versepos "Atta Troll".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Heinrich Heine und das Versepos "Atta Troll"

a) Heinrich Heine - ein biographischer Abriß

b) "Atta Troll. Ein Sommernachtstraum" - Inhalt, Bedeutung und Form

III. Analyse an Auszügen aus "Atta Troll"

Exkurs: Die Französisierung der deutschen Sprache und des kulturellen Lebens

IV. Zusammenfassung

V. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Phänomens des Wortbedeutungswandels im 19. Jahrhundert anhand des Versepos "Atta Troll. Ein Sommernachtstraum" von Heinrich Heine. Die Arbeit analysiert veraltete oder nicht mehr geläufige Begriffe, um deren ursprüngliche Bedeutung zu klären und den sprachlichen Wandel sowie die Modernität von Heines Werk in Bezug auf historische Einflüsse, insbesondere die Französisierung, zu beleuchten.

  • Analyse des historischen Wortbedeutungswandels anhand ausgewählter Textstellen.
  • Untersuchung der Modernität von Heinrich Heines Sprache und Ausdrucksweise.
  • Kritische Auseinandersetzung mit historischen Ursachen von Sprachwandel, wie der Französisierung der deutschen Sprache.
  • Interpretation von Heines ironisch-spielerischem Umgang mit dem Wortschatz in seinem Versepos.

Auszug aus dem Buch

Analyse von Kaput I

Das Verb einlullen kommt aus dem frühnhd. und steht hier in Heines Lyrik in seiner ursprünglichen Bedeutung für "leise, einschläfernd singen; leise in den Schlaf singen". Es ist gleichbedeutend mit dem englisches Verb to lull und dem Substantiv lullaby = Wiegenlied. Heute ist dieses Verb noch immer im Sprachgebrauch, hat aber eine Bedeutungsverschlechterung vollzogen: im Sinne von sich "betören, einwickeln, überreden lassen".

Grandezza ist ein spanisches Fremdwort, was soviel wie "Würde, menschliche Größe" bedeutet. Höchstwahrscheinlich hat sich Heine dieses Wortes bedient, weil seine Allegorie in Spanien spielt. Das Adjektiv schier steht hier für "geradezu, vollends" oder "fast". Dieses auf das ahd. scioro zurückzuführende Wort bedeutete ursprünglich "schnell, sofort, scharfsinnig", bis es sich seit dem 15.Jh. zu jener Bedeutung weiterentwickelt hat, die heute noch gilt (allerdings ist es in unserer Zeit recht veraltet). Die Wurzel des Wortes liegt jedoch in dem Verb scheiden, also "unterscheiden, trennen", im Sinne von "scharfsinnig im Unterscheiden".

Das Verb bedünken ist dem einfachen "dünken" fast gleich und bedeutet "denken, erwägen, den Anschein haben", aber auch "glauben". Es ist verwandt mit "gedünkt" und "deuchen", stammt vom altgerm. dunken und dem engl. to think her ab. Ganz ursprünglich bedeutete es "wiegen; mir wiegt etwas; mir ist etwas gewichtig". Seit Ende des 19.Jhs. ist es am Aussterben.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Dynamik der Sprache und die Zielsetzung der Untersuchung von Wortbedeutungswandel an Heines Versepos.

II. Heinrich Heine und das Versepos "Atta Troll": Biographischer Abriss des Autors sowie Inhaltsangabe und formale Einordnung des Werks in seinen historischen Kontext.

III. Analyse an Auszügen aus "Atta Troll": Detaillierte etymologische Untersuchung ausgewählter Begriffe aus verschiedenen Kapiteln des Versepos sowie ein Exkurs zum Einfluss der französischen Sprache auf das Deutsche.

IV. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Bewertung des Wortwandels und der Einschätzung der Modernität von Heines Sprache.

V. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Wörterbücher.

Schlüsselwörter

Wortbedeutungswandel, Heinrich Heine, Atta Troll, Sprachgeschichte, Etymologie, Sprachwandel, Französisierung, Literaturanalyse, Tendenzpoesie, Romantik, Semantik, Begriffsgeschichte, Lyrik, Sprachmodernität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung von Wortbedeutungswandel innerhalb der deutschen Sprache des 19. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung literarischer Texte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Etymologie, die semantische Verschiebung von Wortbedeutungen sowie der Einfluss historischer Ereignisse auf die Entwicklung des deutschen Wortschatzes.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Wortwandel anhand des Versepos "Atta Troll" von Heinrich Heine aufzuzeigen, veraltete Wörter in ihren Ursprung zu übersetzen und die Modernität des Autors zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse in Kombination mit etymologischen Methoden, um die Bedeutung einzelner Begriffe aus Heines Text zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der direkten Analyse einzelner Textauszüge aus "Atta Troll", ergänzt durch einen Exkurs über die historische Französisierung der deutschen Sprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Wortbedeutungswandel, Sprachgeschichte, Semantik, Etymologie, Französisierung und Literaturanalyse.

Wie bewertet der Autor Heinrich Heines Sprache in Bezug auf ihre Modernität?

Der Autor stuft Heine als "Vorläufer der Moderne" ein, da dessen Sprache trotz archaischer Begriffe durch Ironie und spielerische Leichtigkeit bis heute frisch und lebendig wirkt.

Welche Rolle spielt die "Französisierung" in der Arbeit?

Die Französisierung wird als historische Ursache für den Wortwandel identifiziert, die sich in Heines Wortwahl durch zahlreiche Fremdwörter direkt nachweisen lässt.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wortbedeutungswandel am Beispiel von Heinrich Heines Atta Troll. Ein Sommernachtstraum
Hochschule
Universität Lüneburg  (Fachbereich 3 (Kulturwissenschaften))
Veranstaltung
Sprachgeschichte und Wortbedeutungswandel
Note
2
Autor
Kulturwissenschaftler M.A. Adrian Flasche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
27
Katalognummer
V11124
ISBN (eBook)
9783638173742
ISBN (Buch)
9783638641739
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortbedeutungswandel Beispiel Heinrich Heines Atta Troll Sommernachtstraum Sprachgeschichte Wortbedeutungswandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kulturwissenschaftler M.A. Adrian Flasche (Autor:in), 1996, Wortbedeutungswandel am Beispiel von Heinrich Heines Atta Troll. Ein Sommernachtstraum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11124
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Leseprobe aus  27  Seiten
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