Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Sportverein - Untersucht am Bewegungsmodell der Stadt Hilden


Diplomarbeit, 2007
79 Seiten, Note: 2,3

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Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Ansatz
2.1. Definition von Kooperationen
2.2. Qualitative Sozialforschung
2.2.1. Grundlagen
2.2.2. Untersuchungspläne
2.2.3. Konkretes Untersuchungsverfahren
2.3. Forschungsstand

3. Die Schulentwicklung in Nordrhein-Westfalen
3.1. Die PISA-Studie und ihre Auswirkungen auf die Schulentwicklung
3.2. Die OGS als Antwort auf die aufgedeckten Probleme
3.3. Umsetzung der OGS in der Praxis

4. Die Situation der Sportvereine in Deutschland
4.1. Konstitutive Merkmale von Sportvereinen
4.2. Die gesellschaftliche Stellung der Sportvereine

5. Situation in der Stadt Hilden
5.1. Struktur der Schulen
5.2. Struktur der Sportvereine
5.3. Organisation der Angebote im offenen Ganztag
5.4. Aufgaben des Sportbüros Hilden
5.5. Besonderheiten in der Sportlandschaft Hilden

6. Das Sport- und Bewegungsmodell der Stadt Hilden mit integrierten Kooperationen zwischen Sportvereinen und offener Ganztagsschulen
6.1. Inhalte und Ziele
6.2. Die Entstehung des Modells
6.3. Die Durchführung
6.4. Projekte im Rahmen des Modells
6.4.1. Beratungsangebote
6.4.2. Sport- und Bewegungsangebote
6.4.2.1. Angebote Zwischen OGATA und Sportverein
6.4.2.2. Von der OGATA unabhängige Angebote
6.4.3. Beispiele für die Entstehung von Projekten
6.5. Finanzierung
6.6. Aufbau und Koordination des Netzwerks „Sport“ in Hilden

7. Bewertung des Sport- und Bewegungsmodells sowie der integrierten Kooperationen zwischen Sportvereinen und OGATA
7.1. Die Kooperationen zwischen Sportvereinen und OGATA
7.1.1. Von wem ging die erste Initiative zur Kooperation aus?
7.1.2. Beurteilung der Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern
7.1.3. Wer profitiert von den Kooperationen?
7.1.4. Beurteilung der Stelle der Sportkoordination im Sportbüro
7.2. Das Sport und Bewegungsmodell
7.2.1. Chancen und Risiken
7.2.2. Übertragbarkeit des Modells auf andere Städte
7.3. Auswertung der erlangten Ergebnisse

8. Diskussion

9. Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Interviewquellen

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: 13 Säulen qualitativer Forschung (Mayring, 2002, 24)

Abb. 2: Begriffsbestimmung qualitativ orientierter Interviewformen (Mayring, 2002, 66)

Abb. 3: Ablaufplan problemzentriertes Interview (Mayring, 2002, 71)

Abb. 4: Ablaufplan des narrativen Interviews (Mayring, 2002, 75)

Abb. 5: Interessen der Mitglieder und konstitutive Merkmale des Vereins (ebd., 85)

Abb. 6: Der dritte Sektor zwischen Staat, Markt und informellem Sektor (Heinemann, 2002, 77)

Abb. 7: Sport und Bewegungsmodell der Stadt Hilden (Stadt Hilden, 2005, 1)

Abb. 8: Motorische Leistung 10 Jähriger (Stemper, T. & Sportamt Düsseldorf, 2007,4)

Abb. 9: Das Düsseldorfer Modell. Check und Re-Check

Abb. 10: Zeitlicher Rahmen der kurz- und mittelfristigen Planung und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen im Sport- und Bewegungsmodell der Stadt Hilden (Stadt Hilden, 2001, 35)

Abb. 11: Prozessorientiertes Handlungsmodell der Stadt Hilden (Stadt Hilden, 2005, 23)

Abb. 12: Gesammelte Begriffe im Netzwerk „Sport“ der Stadt Hilden

Abb. 13: Netzwerk "Sport" in der Stadt Hilden

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Sportangebote in der OGATA im Schuljahr 2006/07

Anhangsverzeichnis

Anhang 1: Interviewleitfaden für die Schulleiter

Anhang 2: Interviewleitfaden Sportbüro

Anhang 3: Praxisübungen für den CHECK

Anhang 4: CHECK Fragebogen_Teil 1

Anhang 5: CHECK Fragebogen_Teil 2

1. Einleitung

In den letzten Jahren konnte der Verfasser die Schulentwicklung besonders im Grundschulbereich durch seine Vereinsarbeit im Tennisclub (TC) Hilden e.V. praktisch erfahren. Dabei ist ihm aufgefallen, dass es zu einer Parallelentwicklung zwischen Schule und Sportvereinen gekommen ist. Die Kinder verbringen immer mehr Zeit in der Schule und oftmals kann der Verein nur passiv reagieren und sich den Gegebenheiten anpassen. So lässt sich z.B. im TC Hilden der Trainingsbetrieb immer schwieriger organisieren. Die Trainingszeiten sind auf Grund der begrenzten Hallenkapazitäten stark eingeschränkt. Zum einen sind die Hallenplätze ab 18 Uhr von Erwachsenen Abonnenten belegt, die als Einnahmequelle für den Verein unverzichtbar sind, und zum anderen können die Kinder meist wegen schulischen Verpflichtungen, wie Angebote der offenen Ganztagsgrundschule (OGATA), erst ab 16 Uhr trainieren. Es entsteht ein Interessenskonflikt zwischen Sportverein und Schule.

Da neben der Schule auch der Verein gemeinnützige Arbeit leistet und wichtig für die Gesellschaft ist, könnten Kooperationen von beiden Institutionen eine Möglichkeit zur Lösung des Problems darstellen. Die Nutzung der Ressourcen beider Institutionen steht im Vordergrund. Es lassen sich bereits im täglichen Schulalltag viele Projekte aufführen, die diesen Sachverhalt in den Vordergrund stellen. Besonders im Bereich der OGATA werden externe Anbieter, wie Sportvereine, mit der Durchführung von Nachmittagsangeboten beauftragt. Im Runderlass des Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW (2003, S.1) sind gemeinnützige Sportvereine und deren Vereinigungen als Kooperationspartner für die offene Ganztagsschule (OGS) im Primarbereich zu berücksichtigen. Der Gesetzgeber fördert und fordert damit die Zusammenarbeit der gesellschaftlichen Organisationen Schule und Sportverein. Deswegen ist der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit auch die Entstehung und Durchführung von Kooperationen zwischen OGATA und Sportverein. Im besonderen Interesse der Untersuchung stehen die Fragen nach der Entstehung von Kooperationsprojekte.

- Aus welchem Grund kommt es zu Kooperationen zwischen Schule und Sportverein? Welches Ziel wird mit den Kooperationen verfolgt?
- Wie entsteht eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein im Alltag? Ist eine außenstehende Person oder Institution als neutrale Schnittstelle zwischen den verschiedenen Kooperationspartnern erforderlich?

Auf der Grundlage der praktischen Erfahrungen des Autors in Verbindung mit dem Wissen aus anerkannter Literatur sowie der Einbindung von Entscheidungsträgern der Schulen, der Vereine und der Stadt, werden die Kooperationsmöglichkeiten zwischen Sportvereinen und OGATA dargelegt. Untersucht werden soll dies an kooperativen Angeboten im Rahmen des "Sport- und Bewegungsmodels der Stadt Hilden". In diesem nachhaltigen und ganzheitlichen Modell werden die unterschiedlichen Institutionen und Personen wie Schule, Verein, Stadt, Eltern, Kinder und kommerzielle Sportanbieter angesprochen und vernetzt. Zum einen soll untersucht werden, ob dieses Modell im Alltag funktioniert und zum anderen steht die Frage des Nutzens für die handelnden Institutionen und Personen im Raum. Für diese sollen Möglichkeiten der Vernetzung aufgezeigt werden. Der Praxisbezug ist Mittelpunkt der Untersuchung.

Nach dem methodischen Vorgehen in dieser Arbeit wird zunächst der Begriff Kooperation in Kapitelabschnitt 2.1. definiert. Anschließend wird die Untersuchungsmethodik der qualitativen Sozialforschung beschrieben und ihre Nutzung begründet. In Abschnitt 2.3 wird der Forschungsstand in der Literatur zum Thema Kooperationen zwischen OGATA und Sportvereinen untersucht, mit dem Ziel die Entwicklung in diesem Bereich aufzuzeigen. Es wurde die Zusammenarbeit zwischen OGS im Primarbereich und Sportverein als Untersuchungsgegenstand herangezogen, da seit ihrer Einführung im Jahre 2003 mit dem Runderlass des MSJK (2003, 1) diese konkret von der Politik gefordert wurde: „Durch die Zusammenarbeit von Schule, Kinder- und Jugendhilfe und weiteren außerschulischen Trägern ein neues Verständnis von Schule entwickeln“. Unter Punkt 4 der Rahmenvereinbarung des LSB, MSJK und MSWKS (2003, 3) haben „Angebote von gemeinwohlorientierten Sportorganisationen (…) bei der Durchführung außerunterrichtlicher Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote Vorrang vor Angeboten anderer Anbieter“. Des Weiteren beziehen sich die Projekte des Sport- und Bewegungsmodells in Hilden auf die Gruppe der Grundschüler. Die Kapitel 3 bis 5 vermitteln das benötigte Hintergrundwissen über die Organisation der OGATA, der Sportvereine und die Rahmenbedingungen der Stadt Hilden. Themenbereiche sind die Schulentwicklung der OGS in NRW, die Situation der Sportvereine in Deutschland und letztlich die speziellen Strukturen der Stadt Hilden. Anhand des Sport- und Bewegungsmodells der Stadt Hilden werden darauf folgend die Entstehung und Durchführung von aktuellen Projekten beschrieben und bewertet. Als Untersuchungsmethode dient hierbei die qualitative Sozialforschung nach Mayring (2002) aus Kapitel 2.3. Mit Hilfe von Interviewtechniken mit verantwortlichen Personen von Grundschulen und Sportvereinen in Hilden wird Material zur Erkenntnisgewinnung über den Untersuchungsgegenstand der Entstehung von Kooperationen zwischen OGATA und Sportvereinen in Hilden gesammelt und ausgewertet. Nach der Diskussion über Chancen und Risiken des Modells mit seinen Projekten kommt es zur Prüfung, ob Kooperationen zwischen Schule und Sportverein positive Effekte für beide Seiten haben. Im Ausblick sollen Anregungen benannt werden, inwieweit sich die Programme und Projekte der Stadt Hilden auch auf andere Städte übertragen lassen.

2. Theoretischer Ansatz

Dieses Kapitel dient zur theoretischen Grundlagenbildung. Zunächst wird der in dieser Arbeit immer wieder auftretende Begriff Kooperation definiert. Der Abschnitt 2.2. beinhaltet die Beschreibung und Begründung der qualitativen Sozialforschung als Untersuchungsmethode in dieser Arbeit. Neben den Grundlagen und Untersuchungsplänen werden die verwendeten Analyseverfahren erläutert. Als letzter Bereich des zweiten Kapitels steht ein Überblick des Forschungsstandes zum Thema „Kooperationen zwischen Sportverein und Schule“ im Mittelpunkt.

2.1. Definition von Kooperationen

„Ko I ope I ra I ti I on, die; -,-en <lat.> (Zusammenarbeit)“

Duden, 1996, S. 428

In der Literatur kommt es zu unterschiedlichen Definitionen des Begriffes Kooperation. In der Betriebswirtschaftslehre definiert Schierenbeck (1999, S. 49) Kooperation als „allgemein (…) (freiwillige) Zusammenarbeit selbständiger Unternehmen mit dem Ziel, bei grundsätzlicher Aufrechterhaltung ihrer wirtschaftlichen Selbständigkeit, gewisse Vorteile aus der Zusammenarbeit zu ziehen“. Ergänzend hierzu beschreibt Neus (2001, 10), dass sich beide Kooperationspartner nicht unmittelbar für ein gemeinsames Ziel einsetzen müssen. Als höchster Antrieb gelten die individuellen Ziele. Zunächst müssen diese erreicht werden. Für Neus (ebd., 11) sind Verträge bestimmend für die Zusammenarbeit zweier oder mehrerer Parteien. Verträge sind jedoch pauschal zu verstehen. Sie müssen keine rechtliche Gültigkeit haben. Auch implizierte Verträge sind Grundlagen für Kooperationen. Der Begriff impliziert beschreibt selbstdurchsetzende Verträge, wie freiwillige Einhaltung von Absprachen zwischen zwei oder mehrerer Vertragsparteien (ebd.). Hierbei muss keine Rechtsgültigkeit der Verträge vorliegen.

In der Arbeit werden die oben formulierten Definitionen von Kooperationen benutzt. Jegliche Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Schule wird als Kooperation angesehen. Es muss keine offizielle Vereinbarung zwischen den genannten gesellschaftlichen Institutionen bestehen. Sobald ein Mitglied eines Vereins, auch unwissentlich vom Vorstand bzw. anderer Vereinsverantwortlichen, mit einer Schule Zusammenarbeit, behandelt der Autor dies als Kooperationsform zwischen Schule und Sportverein bzw. in diesem Fall der Schule und dem handelnden Übungsleiter (ÜL). Dazu muss keine vertragliche Vereinbarung in Form eines Kooperationsvertrages zwischen Schule und Verein, wie er vom Landessportbund und den Ministerien für Schule, Jugend und Kinder sowie für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW in der Rahmenvereinbarung vom 18. Juli 2003 vereinbart wurde, vorliegen.

2.2. Qualitative Sozialforschung

Inhalt dieses Kapitelabschnitts ist die Beschreibung der qualitativen Sozialforschung als Untersuchungsmethode dieser Arbeit. Mit Hilfe von Interviews, als konkretes Untersuchungsverfahren, werden die verschiedenen verantwortlichen Personen von Schule, Stadt und Sportverein zu Ihren Meinungen und Fakten zum Thema dieser Arbeit „Kooperationsmöglichkeiten von Schule und Sportverein -untersucht am Bewegungsmodell der Stadt Hilden-“ befragt. Als nächster methodischer Schritt kommt es zur Analyse der Gespräche und deren Interpretation. Dieser Kapitelabschnitt befasst sich mit den Grundlagen und Analysetechniken der qualitativen Sozialforschung. Die in dieser Arbeit benutzten Verfahren werden beschrieben und deren Nutzung begründet. Nach der Auflistung der Grundlagen von qualitativer Sozialforschung werden die angewandten Untersuchungspläne und konkreten Untersuchungsverfahren erläutert.

2.2.1. Grundlagen

Mayring (2002, 19) beschreibt die Grundlage der qualitativen Sozialforschung mit 5 Postulaten: „ Subjektbezogenheit der Forschung, die Betonung der Deskription und der Interpretation der Forschungssubjekte, die Forderung, die Subjekte auch in ihrer natürlichen, alltäglichen Umgebung (statt im Labor) zu untersuchen, und schließlich die Auffassung von der Generalisierung der Ergebnisse als Verallgemeinerungsprozess.

Das erste Postulat der Subjektbezogenheit bezieht sich auf den Menschen als Subjekt. Dieser ist Gegenstand humanwissenschaftlicher Forschung. „Die von der Forschungsfrage betroffenen Subjekte müssen Ausgangspunkt und Ziel der Untersuchungen sein“ (Mayring, 2002, 20). Mit dem ersten Postulat lässt sich die Nutzung der qualitativen Forschung als Untersuchungsmethodik für diese Diplomarbeit u.a. begründen. Die beschriebene Problemstellung bezieht sich auf alltägliche Situationen in der Interaktion zwischen OGATA, Sportverein und Kindern. Und nur durch die Analyse der Praxiserfahrungen der verantwortlichen Lehrer, Vereinsrepräsentanten und Verantwortlichen der Stadt lassen sich Ergebnisse zum Thema der Arbeit herausfinden. Im zweiten Postulat steht die „genaue und umfassende Beschreibung (Deskription) des Gegenstandsbereiches“ (ebd., 21) im Vordergrund. Die Deskription muss einer Analyse vorgeschaltet sein. Das dritte Postulat begründet sich in der Hermeneutik[1]. Von Menschen Hervorgebrachtes ist immer auch mit subjektiven Intentionen verbunden. Bedeutungen müssen erst durch Interpretation erschlossen werden, denn dieselbe objektiv beobachtbare Handlung kann für unterschiedliche Akteure wie auch für unterschiedliche Beobachter völlig andere Bedeutung haben (Vorstellung von Glück etc.) (ebd.). Das vierte Postulat fordert, dass „humanwissenschaftliche Gegenstände (…) immer möglichst in ihrem natürlichen, alltäglichen Umfeld untersucht werden. (…) Denn im Gegensatz zu den Naturwissenschaften sind human-wissenschaftliche Phänomene stark situationsabhängig. Der Mensch reagiert im Labor anders als im Alltag“ (ebd.). Das fünfte und letzte Postulat greift die „Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse humanwissenschaftlicher Forschung“ (ebd., 23) auf. Qualitative Forschung arbeitet oft mit sehr kleinen Fallzahlen und somit müssen qualitative Ergebnisse immer situativ und „im spezifischen Fall begründet werden“ (ebd.). Eine Verallgemeinerung der Ergebnisse fällt somit weg. Dieser Aspekt von qualitativer Forschung dient als ein weiterer Grund für das Benutzen dieser Untersuchungsmethodik für diese Arbeit. Die Kooperationspartner von Schule und Sportverein im Rahmen des Sport- und Bewegungsmodells der Stadt Hilden sind nur in Hilden anzufinden. Mayring (2002, 24 ff.) differenziert die fünf sehr allgemein und theoretischen Postulate in 13 Säulen des qualitativen Denkens (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: 13 Säulen qualitativer Forschung (Mayring, 2002, 24)

Mayring (ebd.) versucht mit der Differenzierung ein alltagstaugliches Untersuchungsmodell zu entwickeln, das jeder Person zugänglich und verständlich ist. Auf die besondere Beschreibung der Differenzierungen der Postulate wird im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter eingegangen.

2.2.2. Untersuchungspläne

Die Untersuchungspläne bzw. das Design von qualitativer Forschung beschreibt die grundsätzliche Untersuchungsanlage. Die Pläne umfassen formal das Untersuchungsziel und den Ablauf. Es werden Rahmenbedingungen und Regeln aufgestellt, die die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Proband und Forscher wesentlich bestimmen.

Mayring (2002, 40 ff.) unterscheidet folgende sechs Untersuchungspläne qualitativer Forschung:

- Einzellfallanalyse
- Dokumentanalyse
- Handlungsforschung
- Feldforschung
- Das qualitative Experiment
- Qualitative Evaluationsforschung

Für diese Arbeit wird die Handlungsforschung als Untersuchungskonzept angewendet. Die Grundgedanken von Handlungsforschung nach Mayring (ebd., 51) lauten:

- „direktes Ansetzen an konkreten sozialen Problemen
- praxisverändernde Umsetzung der Ergebnisse im

Forschungsprozess

- gleichberechtigter Diskurs Forscher-Betroffene“

Die Vorgehensweise bei der Handlungsforschung nach Mayring (ebd.) beginnt immer mit Problem- und Zieldefinition und pendelt in ihrem Verlauf zwischen Informationssammlung, Diskurs mit den Betroffenen und praktischen Handlungen. Die Untersuchungsgegenstände dieser Arbeit sind die konkreten Projekte zwischen Schulen und Sportvereinen im Rahmen des Hildener Sport- und Bewegungsmodells. Somit trifft der Untersuchungsgegenstand genau auf die Anwendungsgebiete von Handlungsforschung zu. Immer, wenn an konkreten Praxisproblemen angesetzt wird, um Veränderungsmöglichkeiten zu erarbeiten, ist Handlungsforschung einsetzbar. Aber auch bei praxisferneren Fragestellungen lassen sich Elemente von Handlungsforschung sinnvoll einbauen, wie die Rückmeldung der Ergebnisse an die Betroffenen. In dieser Arbeit findet jedoch keine praxisverändernde Umsetzung der Ergebnisse im Forschungsprozess statt. Dies begründet sich im kurzen Untersuchungszeitraum von 4 Monaten. Die untersuchten Projekte laufen in der Regel schon seit über einem Jahr. Vielleicht geben die Ergebnisse der Diplomarbeit einen Anstoß zur Veränderung der Untersuchungsgegenstände.

2.2.3. Konkretes Untersuchungsverfahren

Mayring (2002, 66 ff.) unterscheidet zwischen:

- Erhebungstechniken (die der Materialsammlung dienen)
- Aufbereitungstechniken (die der Sicherung und Strukturierung des Materials dienen)
- Auswertungstechniken (die eine Materialanalyse vornehmen)

Das Gespräch als verbaler Zugang spielt in der qualitativen Forschung eine besondere Rolle. Aus Beobachtungen lassen sich subjektive Bedeutungen nur schwer ableiten. Die Subjekte müssen also selbst zur Sprache kommen, da sie zunächst die Experten für ihre eigenen Bedeutungsgehalte sind.

Als Erhebungstechnik nutzt der Autor das qualitativ orientierte Interview, wie es in Abbildung 2 aufgezeigt wird. Die Interviews werden als offene und unstandardisierte Interviews geführt. Der Befragte kann frei Antworten ohne auf vorgegebene Antwortmöglichkeiten zurückgreifen zu müssen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Begriffsbestimmung qualitativ orientierter Interviewformen (Mayring, 2002, 66)

Nachfolgend werden die zwei Arten von qualitativen Interviewtechniken beschrieben.

Zunächst steht das problemzentrierte Interview im Mittelpunkt. Unter diesem Begriff sollen alle Formen der offenen, halbstrukturierten Befragung zusammengefasst werden. Durch die Wahl des sprachlichen Zugangs können die subjektiven Bedeutungen des Befragten selbst formuliert und dann vom Interviewer eruiert werden. Durch einen Interviewleitfaden werden die Befragten zwar auf bestimmte Fragestellungen hingeleitet, sie sollen und können aber offen, ohne Antwortvorgaben, darauf reagieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Ablaufplan problemzentriertes Interview (Mayring, 2002, 71)

In Anlehnung an Abb. 3 steht die Formulierung und Analyse des Problems immer am Anfang. Daraus werden die zentralen Aspekte für den Interviewleitfaden zusammengestellt. Er enthält die Themen des Gesprächs sowie Formulierungsvorschläge mit Formulierungsalternativen zumindest für die Einstiegsphase. Dann folgt die Pilotphase, d.h. es werden Probeinterviews durchgeführt. Hier wird der Leitfaden getestet und die Interviewer werden geschult. Die Gespräche bestehen im Wesentlichen aus drei Teilen: Sondierungsfragen, ganz allgemeine Einstiegsfragen in eine Thematik. Dabei soll herausgefunden werden, ob das Thema für den einzelnen überhaupt wichtig ist, welche subjektive Bedeutung es besitzt. Leitfadenfragen sind die Themenaspekte, die als wesentlichste Fragestellungen im Interviewleitfaden festgehalten sind. Der Interviewer wird hin und wieder Ad-hoc-Fragen formulieren müssen, um die im Verlauf des Interviews immer neuen und für den Sachverhalt wichtigen Aspekte einzubeziehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Ablaufplan des narrativen Interviews (Mayring, 2002, 75)

Die zweite Art der qualitativen Interviewmethode ist das narrative Interview als eine weniger standardisierte Variante. Der Interviewpartner wird frei zum Erzählen animiert, so dass sich subjektive Bedeutungsstrukturen im freien Erzählen über bestimmte Ereignisse herausschälen, die sich einem systematischen Abfragen verschließen würden. Die Strukturierung des Gesprächs geschieht durch den universellen Ablaufplan von Erzählungen, den der Interviewer unterstützt. Wie im Ablaufmodell des narrativen Interviews aus Abb. 4 zu erkennen ist, kommt es zunächst zur Definition des Erzählgegenstandes. Danach wird die Erzählung des Befragten stimuliert. Der Interviewer hat die Aufgabe bei der Durchführung den roten Faden in Form der Erzählstruktur aufrechtzuerhalten. Dies erreicht er mit Hilfe von Nachfragen in Richtung der intendierten subjektiven Bedeutungsstruktur. Als Anwendungsgebiete des narrativen Interviews eignen sich Thematiken mit starkem Handlungsbezug.

Durch die beschriebenen Erhebungsverfahren wird versucht, der Realität Informationen zu entlocken; dieses Material muss aber festgehalten, aufgezeichnet, geordnet und aufbereitet werden, bevor es ausgewertet werden kann. Das sprachliche Material wird bei beiden Interviewtechniken in der Regel mit Einverständnis des Befragten auf einem Datenträger (in diesem Fall ein MP3 Rekorder) aufgenommen.

Für diese Arbeit werden Elemente von beiden Interviewformen benutzt. Bohnsack, Marotzki und Meuser (2003, S.114) beschreiben diese Kombination als Leitfadeninterview. Leitfadengesteuerte Interviews „bewirken eine mittlere Strukturierungsqualität sowohl auf Seiten des Interviewten wie auch auf Seiten des Interviewers“ (Bohnsack, Marotzki & Meuser, 2003, 114). Die Fragen des Leitfadens sind so formuliert, dass sie zum einen das Ansprechen bestimmter Themenbereiche sicherstellen und zum anderen das narrative Potenzial des Interviewten durch eine offene Fragestellung freisetzen (ebd.). Der Leitfaden sichert die Vergleichbarkeit verschiedener Interviews. Dieser Aspekt trifft auf die Befragungen dieser Arbeit besonders zu, da mehrere Personen mit vergleichbaren Aufgaben angesprochen werden.

Nach der Materialsammlung durch die Interviews kommt es nun zur Aufbereitungs- und Auswertungsphase. Die aufgezeichneten Aussagen der Befragten werden mit Hilfe eines zusammenfassenden Protokolls transkribiert. (Mayring, 2002, 94 ff.). Anhand der benutzen Interviewleitfäden werden Kategorien für die Zusammenfassung der Aussagen gebildet. Es wurden bereits bei der Transkription die Aussagen im Hinblick auf die Beantwortung der Fragen zusammengefasst. Somit dienen nur die Antworten auf die konkreten Fragestellungen des Interviewers als Auswahlkriterium. Die restlichen Bestandteile des Interviews werden bei der Transkription direkt weggelassen. Nur konkrete Antworten werden stichpunktartig niedergeschrieben. Zur Analyse des zusammengefassten Materials werden Teile der qualitativen Inhaltsanalyse benutzt. Das bereits nach den Kategorien der Interviewleitfaden zusammengefasste Material wird nun erneut geprüft, welche Fragen mit den Aussagen beantwortet werden.

2.3. Forschungsstand

Allgemein „dürfen die Ganztagsschulprogramme des Bundes – das große Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ und sein Begleitprogramm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ als die größte deutsche Bildungsoffensive der letzten 30 Jahre gelten – und als erste gesamtdeutsche dazu“ (Knauer & Durdel, 2006, 7).

Die Bildungsoffensive der Bundesregierung aus dem Jahr 2003 lässt den Anschein erwecken, dass die Bevölkerung es mit einer fundamentalen Neuerung im Bildungssystem zu tun bekommen hat. Auslöser für das politische Engagement war die PISA-Studie mit dem schlechten Abschneiden der deutschen Jugendlichen im internationalen Vergleich (vgl. Kap. 3). Finnland lag hier auf Platz eins und das mit dem System der Ganztagsschule. Die Ganztagsschule ist nicht neu in Deutschland. Bis zu Beginn des 19 Jahrhunderts war sie gang und gebe (Ludwig, 1993).

Im Schulalltag gibt es erst seit dem Jahr 2003 die OGS im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen (Ladenthin & Rekus, 2005). Mit dem Runderlass des MSJK von 2003 wurde sie in NRW eingeführt. NRW geht seitdem den Weg der offenen Ganztagsschule mit Integration der Jugendhilfe unter dem Dach der Schule. Interessant für die Bearbeitung dieser Arbeit sind die Jahre seit der Einführung. Seit 2003 hat sich die Anzahl der Literatur zu dem Thema Ganztagsschule stark vervielfältigt. Dies verdeutlicht die Literaturrecherche. Unterschieden werden muss für diese Arbeit jedoch zwischen Material zur Ganztagsschule im Allgemeinen und dem Bezug zur OGATA. Da sich der Untersuchungsgegenstand auf die Kooperationen zwischen Sportvereinen und OGATA bezieht sind in diesem Kapitel nur passende Bücher von Nutzen.

Es gibt drei Bereiche in die sich die Materialfülle zum Thema offene Ganztagsschule einteilen lässt. Zum einen in beschreibende Literatur. Exemplarisch hierfür stehen Appel, Ludwig, Rother, und Rutz als Herausgeber einer Reihe mit dem Titel „Jahrbuch Ganztagsschule“. Die Bücher der Reihe erscheinen Jährlich und begleiten die OGS seit ihrer Einführung. Bisher sind vier Bände mit folgenden Themenschwerpunkten erschienen: Neue Chancen für die Bildung (2004), Investitionen in die Zukunft (2005), Schulkooperationen (2006) und Ganztagsschule gestalten (2007). Diese Bücher versuchen ihre Schwerpunkte mit Hilfe von verschiedenen Beispielen aus der Praxis zu verdeutlichen und Anregungen für Schulprojekte zu geben.

Der zweite Bereich der Literatur gibt Handbücher für die Entwicklung und Durchführung von Ganztagsschulen heraus. Beispielhaft hierfür sind folgende Bücher: Demmer, Eibeck, Höhmann und Schmerr (2005) ABC der Ganztagsschule (Ein Handbuch für Ein- und Umsteiger), Höhmann, Holtappels, Kamski und Schnetzer (2005). Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen sowie Knauer & Durdel (2006) Die neue Ganztagsschule - Gute Lernbedingungen gestalten. Alle Bücher dienen Personen als Anleitungen, wenn sie eine Ganzstagsschule Einführen und Gestalten möchten.

Der dritte Bereich umfasst wissenschaftliche Forschung mit dem Untersuchungsgegenstand der OGS. Zum einen gibt es aktuelle und sehr praxisbezogene Diplomarbeiten an der Deutschen Sporthochschule. Erstellt von Geppert mit dem Titel „ Die offene Ganztagsgrundschule in NRW und die Kooperationsmöglichkeit zwischen Schule, Sportverein: (aufgezeigt anhand der Sportart Hockey (2004) )“, von Hartel mit dem Titel „ Schulsport in der Ganztagsschule: konzeptionelle Überlegungen und Möglichkeiten ihrer Realisierung (2005) sowie von Weinbrenner mit dem Titel Projekt offene Ganztagsschule: Planungskonzeption für die offene Ganztagsschule Köln Brück mit dem Schwerpunkt Bewegung, Spiel und Sport (2005) .“ Die Einführung der OGS im Primarbereich in NRW wird zum anderen in den Jahren seit der Entstehung im Jahr 2003 bis zum Jahr 2009 wissenschaftlich begleitet. Im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung (MSW) und des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI) führen die nachfolgenden vier Institute die Begleitung durch:

- der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut e.V./ Universität Dortmund
- das Institut für soziale Arbeit (Münster)
- das Sozialpädagogische Institut NRW, zentrale wissenschaftliche Einrichtung der FH Köln
- die Bergische Universität Wuppertal

Der Kooperationsverbund der vier Institute teilte seine Begleitstudie in drei Phasen auf. Die erste Phase, Vorphase genannt, wurde zum Jahresende 2004 abgeschlossen. Ziel war es die Bedingungen des Einführungsprozesses der 235 Schulen, die im Schuljahr 2003/04 den offenen Ganztag eingeführt hatten, zu beschreiben. Es wurden auch die konkreten Praxis- und Kooperationsformen der einzelnen OGS vor Ort skizziert. Als Ergebnis kam heraus, dass eine Vielzahl von Bedingungen auf das Gelingen des Projekts OGS einwirkt. Die Hauptstudie der wissenschaftlichen Begleitung läuft in den Jahren 2005 bis 2007 als Implementierungs- und Praxisentwicklungsstudie. Sie zielt auf eine qualitative Weiterentwicklung dieses familien- und bildungspolitischen Programms. Darüber hinaus steht eine repräsentative Bestandsaufnahme und umfassende Analyse der Entwicklungsprozesse und Strukturmerkmale der OGS im Mittelpunkt, um abschließend ein Qualitätsprofil der OGS in NRW zu entwickeln. Von 2007 bis 2009 an wird eine Vertiefungsstudie durchgeführt. In ihr soll zum einen untersucht werden, ob die durch die Landesregierung verbesserten Rahmenbedingungen für die Ganztagsschulen die zur Weiterentwicklung von Qualität in den OGS geführt haben.

3. Die Schulentwicklung in Nordrhein-Westfalen

Das Bildungswesen fällt in Deutschland in den Kompetenzbereich der Bundesländer. Da der Untersuchungsgegenstand mit dem Sport- und Bewegungsmodell in der Stadt Hilden angesiedelt ist und diese wiederum in NRW liegt, beschreibt dieses Kapitel nur die für diese Arbeit relevanten Themenbereiche der Schulentwicklung der OGATA in NRW. Ausgehend von der PISA-Studie und den allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen bei Kindern, wie Rückgang der motorischen Leistungsfähigkeit und Gewichtszunahme durch mangelnde Bewegung (Stemper, T & Sportamt Düsseldorf, 2007, 4), wird die OGATA mit ihren Konzepten der Nachmittagsangebote als Antwort auf die ermittelten Probleme und Fragstellungen beschrieben.

3.1. Die PISA-Studie und ihre Auswirkungen auf die Schulentwicklung

Die PISA-Studien sind Teile des Indikatorenprogramms der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Das Ziel des Programms liegt in der Bereitstellung von Daten über die Ressourcenausstattung, die individuelle Nutzung sowie die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der verschiedenen OECD-Mitgliedsstaaten, um die Systeme vergleichbar zu machen (Moschner, Kiper & Kattmann, 2003, 17). An der PISA-Studie des Jahres 2000 nahmen 180.000 Mädchen und Jungen aus 32 Staaten im Alter von 15 Jahren teil (Baumert, Stanat & Demmrich, 2001, 18 ff). Sie wurde im Auftrag der OECD und der Kultusminister der Länder sowie in Zusammenarbeit mit dem Bundesbildungsministeriums durchgeführt (Moschner, Kiper & Kattmann, 2003, 17). Es wurden vor allem Aspekte der Grundbildung, die als Basiskompetenzen für das Leben in der modernen Welt gelten, untersucht. Hierzu zählen: Lesekompetenz, Mathematische Grundbildung und Naturwissenschaftliche Grundbildung. Im Jahre 2000 lag das Hauptaugenmerk auf der Lesekompetenz. In den folgenden PISA-Runden lagen die Schwerpunkte im Jahre 2003 im mathematischen und im Jahre 2006 im naturwissenschaftlichen Bereich (ebd., 16). Neben der fachlichen Kompetenzuntersuchung wurden auch die biografischen Daten der Schüler hinterfragt (Moschner, Kiper & Kattmann, 2003, 17).

Die Ergebnisse der Untersuchungen sind alarmierend. So lagen z.B. die mittleren Ergebnisse der 15-jährigen in Deutschland im Jahre 2000 „in allen untersuchten Kompetenzbereichen (…) unter dem OECD-Durchschnitt“ (ebd., 17). Die Schulbildung in Deutschland belegt nur einen Rang im Mittelfeld im internationalen Vergleich. „Weiterhin gehört Deutschland zu den Ländern mit dem größten Abstand zwischen den leistungsschwächsten und leistungsstärksten Schülern. Dabei hat die soziale Herkunft einen entscheidenden Einfluss auf den Schulerfolg“ (Westerhoff, 2005, 67). Die Ergebnisse der PISA-Studie vom Jahr 2000 zeigten klar auf, dass die „Chancengleichheit als regierendes Prinzip unseres Bildungssystems (…) sich als Illusion herausgestellt“ (ebd.) hat.

3.2. Die OGS als Antwort auf die aufgedeckten Probleme

Der in der Presse oft genannte PISA-Schock durch die schlechten Ergebnisse im internationalen Vergleich der Bildungssysteme zeigte die Notwendigkeit auf, „in Deutschland und damit auch in NRW Maßnahmen zur Verbesserung von Bildungsqualität und Chancengleichheit im Schulsystem“ (ebd.) zu installieren. Deutschland benötigt laut der Bundesregierung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) „einen Kurswechsel in der Bildungspolitik: Schülerinnen und Schüler müssen früher individuell gefördert werden, damit die soziale Herkunft nicht länger wesentlicher Faktor für Bildungserfolg bleibt. In der Schule müssen die Stärken und die individuellen Voraussetzungen eines jeden Kindes viel mehr im Mittelpunkt stehen. Und erst wenn ausreichend Angebote für Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen, lassen sich Familie und Beruf in Deutschland genauso gut vereinbaren wie in den meisten anderen europäischen Ländern“ (BMBF, 2007a). Um aktiv gegen die Defizite des deutschen Schulsystems anzugehen und in Zukunft im internationalen Vergleich bestehen zu können, hat das BMBF das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" der Bundesregierung ausgearbeitet. Die Bundesregierung unterstützt mit dem Investitionsprogramm " den Auf- und Ausbau von mehr Ganztagsschulen. Die Ganztagsschulprogramme des Bundes gelten „als die größte deutsche Bildungsoffensive der letzten 30 Jahre (…) und als erste gesamtdeutsche dazu“ (Knauer & Durdel, 2006, 7). Im Rahmen des Ganztagsschul-Programms ist Raum für Konzepte, die sich an den jeweiligen Bedingungen und Bedürfnissen vor Ort orientieren. In allen Ländern werden neue Ganztagsschulen eingerichtet. Für alle interessierten Schulen lautet die Herausforderung der nächsten fünf Jahre, den mit dem Investitionsprogramm angestoßenen Prozess zu nutzen, neue pädagogische Konzepte umzusetzen sowie bestehende weiterzuentwickeln.

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" durch die Einführung der OGS umgesetzt. Durch den Runderlass des MSJK (2003, 1) soll die OGS im Primarbereich „durch die Zusammenarbeit von Schule, Kinder- und Jugendhilfe und weiteren außerschulischen Trägern ein neues Verständnis von Schule entwickeln.“ Der Bedarf der Kinder und Eltern dient als Orientierung für ein umfassendes Bildungs- und Erziehungsangebot. Deshalb werden vorhandene Ganztagsangebote aus Kinder- und Jugendhilfe und Schule zu einem kohärenten Gesamtsystem zusammengeführt. Die Gesamtverantwortung hat der Schulträger im Rahmen einer gemeinsamen Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung. Die Kooperation der Schulen mit Partnern aus Kinder- und Jugendhilfe, Kultur und Sport ist eine zentrale Grundlage der OGS. Land, Kommunen und freie Träger sorgen gemeinsam für eine verlässliche und anspruchsvolle Qualitätsentwicklung. Die Umsetzung und Bewertung der Projekte im offenen Ganztagsbereich wurde im Rahmen von zwei Studien aus dem Jahr 2005 und 2007 wissenschaftlich begleitet. Im Auftrag des MSW und des MGFFI führte ein wissenschaftlicher Kooperationsverbund die Studien durch (MSW & MGFFI, 2007).

3.3. Umsetzung der OGS in der Praxis

Im Runderlass des MSJK vom 12.2.2003 werden die Rahmenbedingungen für das Umsetzen der OGS im Primarbereich in NRW erläutert. Es werden die Ziele und Grundsätze definiert, die Organisationsstruktur beschrieben sowie der Personaleinsatz aufgeführt. Außerdem wird auf den Versicherungsschutz eingegangen und die Finanzierung der Angebote im Rahmen des offen Ganztagsangebotes. Durch Förderrichtlinien werden die Zuwendungen für die Durchführung außerunterrichtlicher Angebote sowie für Investitionen und Ausstattung in OGS im Primarbereich festgelegt.

Vom MSJK (2003, 1) des Landes NRW wurden folgende Ziele definiert:

- Verbesserung der Bildungsqualität und mehr individuelle Förderung durch Förder-, Betreuungs- und Freizeitangebote
- bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Ganztagsangebote aus einer Hand unter dem Dach der Schule

Die Erreichung der genannten Ziele wird nach Helbig-Fritzsche, Reichstein-schmidt, Schmitz-Leibold und Vielhaber (2006, S.15) in der Praxis folgendermaßen umgesetzt. Die Betreuung in der offenen Ganztagschule findet an allen Schultagen immer von 7 bis 17 Uhr bzw. 8 bis 16 Uhr statt. Die Schulen und der Ganztagsbetrieb sind nur noch in den letzten drei Wochen der Sommerferien, von Weihnachten bis Neujahr und am Rosenmontag geschlossen. Die Eltern schließen die Verträge im Voraus für ein komplettes Schuljahr ab. Als Verantwortliche Personen für den offenen Ganztagsbereich werden die Leiter der Grundschulen eingesetzt.

Die Finanzierung der OGS kommt aus verschiedenen Töpfen. Es werden Bundesmittel im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunft, Bildung und Betreuung“ z.B. für Aus-, Um- und Neubaumaßnahmen aufgewendet. Des Weiteren werden Neuanschaffungen wie Mobiliar durch Bundesmittel gefördert. Das Land NRW gewährt den Kommunen einen Zuschuss von € 615,00 pro Schüler und Schuljahr und weist den Schulen Lehrerstellen im Umfang von 0,1 Stellen je 25 Schüler oder pro zwölf Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu. Die Kommune leistet ihren Beitrag in erster Linie durch den Einsatz der bereits vorhandenen Mittel. Des Weiteren kann der Schulträger bzw. der öffentliche Jugendhilfeträger einen Elternbeitrag von bis zu € 100,00 pro Monat erheben (ebd., 21 ff.).

Das Land NRW hat mehrere Rahmenvereinbarungen mit möglichen Kooperationspartnern von OGS im Primarbereich entwickelt. Hierzu gehören Vereine und Verbände von Musik, Sport, Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit NRW e.V., (Erz-)Bistümer und Diözesan-Caritasverbände sowie Evangelische Landeskirchen und ihre Diakonischen Werke, Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen und die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Nordrhein-Westfalen e.V.

Zur Unterstützung der gesetzlich geforderten Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen und OGATA dient die Rahmenvereinbarung für Sport zwischen dem LSB, MSJK und MSLKS (2003) des Landes NRW: „Regelmäßige, möglichst tägliche Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote beeinflussen die kognitive, emotionale, soziale und motorische Entwicklung der Kinder nachhaltig positiv und führen auch im außersportlichen Bereich zu deutlichen Kompetenzgewinnen“.

4. Die Situation der Sportvereine in Deutschland

In diesem Kapitel findet eine Einordnung der Sportvereine in die gesellschaftliche Struktur statt. Hierbei ist besonders der Vergleich und das Herausarbeiten von Gemeinsamkeiten der Sportvereine mit der Institution Schule von Bedeutung.

4.1. Konstitutive Merkmale von Sportvereinen

Der lateinische Begriff Konstitutiv bestimmt „das Wesen einer Sache“ (Duden, 1996, S.425). Hiermit ist gemeint, dass die konstitutiven Merkmale eine Allgemeingültigkeit für alle Arten von Vereinen haben. Ohne die unten aufgeführten Kennzeichen können Vereine folgerichtig nicht existieren.

Heinemann (2002, S. 82 ff) beschreibt nachfolgende fünf konstitutive Merkmale von Sportvereinen:

- Orientierung an den Interessen der Mitglieder
- Freiwillige Mitgliedschaft
- Unabhängigkeit von Dritten
- Freiwilligenarbeit
- Demokratische Entscheidungsstruktur

Nachfolgend werden nun die konstitutiven Merkmale von Vereinen näher beschrieben. Neben der Beschreibung werden die in Abb. 5 aufgezeigten Einflussnahmemöglichkeiten von Mitgliedern auf die Vereinsarbeit den Merkmalen zugeordnet.

Interessenorientierung begründet die Mitgliedschaft in einem Verein. Solange der Verein mit seinem Leistungsangebot die Interessen seiner Mitglieder befriedigt stellen diese ihre Ressourcen, meist in Form von Beiträgen und ehrenamtlicher Mitarbeit, dem Verein zur Verfügung (Heinemann, 2002, 82). Die Instrumente aus Abb. 5 dienen den Vereinsmitgliedern als Einflussmittel zum Durchsetzten ihrer Interessen.

Die freiwillige Mitgliedschaft bezieht sich auf die Möglichkeit einer Person einem Verein beizutreten und diesen auch wieder verlassen zu können. Es handelt sich um unabhängige Entscheidungen, die keine Konsequenzen für den Einzelnen nach sich ziehen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig und „wird nicht durch Geburt oder (politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen) Zwang begründet“ (ebd., 83). Die Freiwilligkeit ist Grundlage für die Autonomie eines Vereins. Autonomie meint, dass der Verein z.B. seine eigenen Regeln, wie die Bedingungen für eine Mitgliedschaft, und Ziele unabhängig von der Mitgliedermeinung formulieren kann. Jeder Einzelne kann entscheiden, ob er den geforderten Aufnahme- und Mitgliedsbeitrag bezahlt. Die freiwillige Mitgliedschaft ermöglicht den Mitgliedern, durch Abwanderung, Einfluss auf die Vereinsarbeit zu nehmen. Bei erhöhter Anzahl von Austritten sollten die Verantwortlichen von Vereinen ihr Leistungsangebot überprüfen, um dem Wegfall von Mitgliedern entgegen zu wirken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Interessen der Mitglieder und konstitutive Merkmale des Vereins (ebd., 85)

Nach Heinemann (2002, 83) sollte ein Verein die Mittel für seine Zielerreichung aus eigener Kraft, also den finanziellen und sonstigen Leistungen seiner Mitglieder, bereitstellen. Darin begründet sich seine Unabhängigkeit von Dritten. Falls der Verein in eine Abhängigkeit von dritten Personen, wie Sponsoren, gerät, reagieren die Mitglieder ebenfalls mit Abwanderung. Dem Einflussmittel der Abhängigkeit muss der Verein entgegenwirken und die Unabhängigkeit gewährleisten.

Die Freiwilligenarbeit oder auch ehrenamtliche Mitarbeit der Mitglieder stellt eine wesentliche Ressource eines Vereins dar. Sie besitzt eine zentrale Bedeutung für die Leistungserstellung und über sie lassen sich weitere Ressourcen etwa aus dem beruflichen Bezugssystem des Amtsinhabers und aufgrund seiner Außenkontakte und Beziehungen erschließen (Winkler, 1988, 29). „Der offensichtliche Nutzen freiwilliger Arbeit für den Verein besteht darin, dass sie unbezahlt ist. Sie sichert damit die Unabhängigkeit von Nicht-Mitgliedern“ (Heinemann, 2002, 84). Als Instrument der Einflussnahme bestimmt jedes Mitglied wie hoch sein Engagement ausfällt.

Die demokratische Entscheidungsstruktur spiegelt sich im Mitbestimmungs-recht der Mitglieder eines Vereins wieder. „Die Machtbasis in Vereinen ist nicht Individualeigentum, sondern Stimmrecht. (…) man entscheidet und arbeitet nicht für sich selbst, sondern für das Kollektiv“ (ebd.). Die Ressourcen des Vereins kommen allen Mitgliedern zu Gute und nur sie entscheiden über ihre Verwendung. In anderen Organisationsformen, wie z.B. Unternehmen in der Wirtschaft, treffen Personen, die z.B. in der Hierarchie höher angesiedelt sind, ihre eigenen Entscheidungen. Die unterstellten Mitarbeiter haben die getroffenen Entscheidungen zu akzeptieren. Jedes Vereinsmitglied kann auf dem höchsten Gremium des Vereins, der Jahreshauptversammlung, seine gleichberechtigte Stimme einbringen und somit aktiv die Entscheidungen des Vereins mitbestimmen.

Bei den oben beschriebenen Merkmalen von Vereinen handelt es sich nicht um willkürlich gewählte Kennzeichen. Diese konstitutiven Merkmale sind „unerlässlich, damit Mitglieder ihre Interessen in einem Verein durchsetzen und verwirklichen können“ (ebd., 85).

4.2. Die gesellschaftliche Stellung der Sportvereine

Heinemann (2002, S.77) ordnet Sportvereine dem dritten Sektor einer Gesellschaft zu. Der dritte Sektor ist ein eigenständiger, intermediärer Bereich zwischen Markt, Staat und informellem Sektor, der das Funktionieren der Gesellschaft insgesamt mit sichern hilft. Wie in Abb. 6 aufgezeigt, wird er von Organisationen gebildet, die sich zwischen den Polen Markt, Staat und informellem Sektor angesiedelt haben. Hierbei handelt es sich um Vereine, Verbände, Stiftungen, Interessengruppen und Ähnliche. Sie haben eine formale Organisationsform im Vergleich zum Sporttreiben in Familien und Freundeskreis, aber im Vergleich zu Unternehmen des Marktes keine eigenwirtschaflichen Ziele. Die Mitglieder eines Vereins profitieren nicht von möglichen Einnahmen eines Sportvereins in Form von Geldzuwendungen, wie z.B. die Anteilseigner einer Aktiengesellschaft von ausgeschütteten Dividenden aufgrund Gewinnsteigerungen des Unternehmens an der Börse. Moralische Dimensionen des individuellen Handelns sind konstitutive für den Dritten Sektor und nicht die Reduzierung des Menschen auf den homo oeconomicus[2].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Der dritte Sektor zwischen Staat, Markt und informellem Sektor (Heinemann, 2002, 77)

Das Ziel eines Vereins liegt nicht in wirtschaftlichen Interessen, sondern z.B. in der Jugendförderung oder Integration von Ausländern. Im Gegensatz zum Bereich Staat erfüllen Organisationen des Dritten Sektors keine hoheitlichen Aufgaben, wie die Polizei oder Feuerwehr. Es besteht jedoch ein kooperatives Verhältnis zwischen Staat und Organisationen des Dritten Sektors. Nach dem Tauschprinzip übernehmen sie staatliche Aufgaben, wie das Bewahren der Volksgesundheit und die Integration von Ausländern. „Bewegungsmangel ist neben falscher Ernährung und Genussmittelmissbrauch einer der wichtigsten Faktoren“ (DOSB, 2006, 6) für die verhaltensbedingte Entstehung von „bis zu 40% der Kosten im Gesundheitssystem“. Nach dem DOSB (ebd.) leisten Sportvereine „einen Bedeutenden Beitrag zur Förderung der Volksgesundheit und zur Entlastung des Sozialstaates.“ Ohne das Organ der Vereine kann der Staat viele Ziele, wie das eben genannte Ziel der Volksgesundheit, nicht umsetzten. Ein weiteres Beispiel für die Übernahme von öffentlichen Aufgaben durch Sportvereine ist die Wertevermittlung. „Für drei Viertel aller Kinder und Jugendlicher bieten Sportvereine Möglichkeiten der sozialen Integration“ und damit verbunden das „Lernen, mit Misserfolgen umzugehen, seine Gegner zu respektieren, sich an Spielregeln zu halten“ sowie „als Teamplayer zu agieren“ (ebd., 3). Als Gegenleistung für die Übernahme von staatlichen Leistungen bekommen die Vereine staatliche Förderungen in Form von Steuererleichterungen.

5. Situation in der Stadt Hilden

Die Stadt Hilden ist mit fast 57.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt im Kreis Mettmann. Mit insgesamt 504.000 Einwohnern ist es einer der größten Gemeindeverbände in Deutschland. Weiter zugehörige Gemeinden sind Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Langenfeld, Mettmann, Monheim, Ratingen, Velbert und Wülfrath.

Dieses Kapitel befasst sich mit den Rahmenbedingungen der Schulen und Sportvereine in Hilden. Des Weiteren wird auf die Organisation des offenen Ganztags und der Einordnung des Sportbüros in die Organisationsstruktur des Amtes für Jugend, Schule und Sport eingegangen. Anschließend werden einige Besonderheiten der Sportlandschaft von Hilden aufgezeigt.

5.1. Struktur der Schulen

In Hilden gibt es 22 Schulen. Neben elf Grundschulen befinden sich noch neun weiterführende Schulen sowie zwei Förderschulen im Stadtgebiet. Die weiterführenden Schulen lassen sich in zwei Gymnasien, drei Realschulen, eine Gesamtschule, zwei Hauptschulen und ein Berufskolleg sowie zwei Förderschulen aufteilen. In der Trägerschaft der Stadt befinden sich allerdings nur zehn Grundschulen und fünf weiterführende Schulen. Neben dem Berufskolleg des Kreises Mettmann gibt es fünf allgemein bildende Schulen in nicht städtischer Trägerschaft.

5.2. Struktur der Sportvereine

Fast 30 Prozent der deutschen Bevölkerung sind Mitglied in einem Sportverein. Somit ist der DOSB (2006, 2) als Dachverband der Landessportbünde mit seinen 27 Millionen Mitgliedschaften in 90.000 Vereinen die größte Bürgerbewegung des Landes.

Der LSB des Landes NRW als Mitglied im DOSB bringt fünf Millionen Menschen in mehr als 20.000 Sportvereinen und 54 Stadt- und Kreissportbünden zusammen. Im Jahre 2004 unterstütze der LSB seine Vereine und Verbände mit ca. € 15 Millionen an Investitionszuschüssen bzw. Darlehen für Baumaßnahmen der Vereine, Ausstattung der Vereine mit Grundsportgeräten, Unterstützung für den Breiten und Leistungssport sowie für die Mitarbeiterqualifizierung.

Die Sportvereine von Hilden sind über den Stadtsportbund im Kreis Sport Bund (KSB) Mettmann e.V. organisiert. Dieser KSB ist Dachverband von über 460 Sportvereinen mit ca. 120.000 Mitgliedern. In Zusammenarbeit mit den Sportverbänden der kreisangehörigen Städte vertritt er die Interessen seiner Mitglieder. Die Aufgabenschwerpunkte des KSB Mettmann sind wie folgt beschrieben: Sport für alle, Unterstützung der Vereinsentwicklung Gesundheitssport, Koordination, Schul- und Vereinssport, nationale und internationale Sportbegegnungen, Mitarbeiterqualifizierung (KSB, 2007).

„Der Gesamtorganisationsgrad der Hildener Bevölkerung in Sportvereinen“ lag 2005 „bei 21,5 %“. „Von gesamt 12.171 organisierten Bürgern sind rund 29 % Kinder bis 14 Jahren Mitglied in einem Sportverein“ (Stadt Hilden, 2005, 6). Insgesamt sind 56 Sportvereine, drei öffentliche Schwimmbäder und weitere attraktive Angebote privater Betreiber von Sportparks und Fitness-Centern im Raum Hilden angesiedelt. Das Angebot der Sportvereine reicht von diversen Ballsportarten wie Tennis, Fußball, Handball und Volleyball über Akrobatik, Leichtathletik, Gesundheitssport, Turnen sowie Motor-, Rad-, Reit- und Wassersport bis hin zu Segelflug, Sportschießen, Tanz- und Kampfsport mit Selbstverteidigung. Insgesamt bieten die Sportorganisationen über 60 verschiedene Sportarten mit unterschiedlichen Schwerpunkten an (Stadt Hilden, 2007).

5.3. Organisation der Angebote im offenen Ganztag

In Hilden gibt es zehn Grundschulen, die alle mindestens eine Gruppe im offenen Ganztag betreiben. Insgesamt sind im Schuljahr 2006/07 um die 425 Schüler in 17 OGATA Gruppen in Hilden organisiert (vgl. Tab.1). Diese Zahl wird laut Aussage der Schulleiter im Schuljahr 2007/08 noch zunehmen, da es laut Anmeldungen voraussichtlich vier weitere Gruppen geben wird.

Wie bereits in Kapitelabschnitt 3.3 beschrieben wird die OGATA aus verschiedenen Töpfen finanziert. Neben den Bundes- und Landesmitteln förderte die Stadt Hilden als Träger der Grundschulen jede Gruppe von mindestens 25 Kindern im offenen Ganztag mit € 4.800,00 im Schuljahr 2006/07. Hinzu kommt noch ein Elternbeitrag, der vom Bruttojahresgehalt der Eltern abhängt. Der Betrag variiert von € 0,00 bis zu € 100,00 pro Monat (Stadt Hilden, 2007).

Im Schuljahr 2006/07 wurde die offene Ganztagsgrundschule in Hilden flächendeckend eingeführt. Alle Hildener Grundschulen bieten im Schuljahr 2007/08 insgesamt 21 Gruppen im offenen Ganztag an. Somit ist dann das Ziel der Landesregierung mit einer Versorgungsquote von 25 % der Grundschulkinder erreicht. Zur Umsetzung der Angebote und zur Sicherung der Angebotsqualität soll sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Sportvereinen etablieren. In Kapitel 6.5 werden die bereits durchgeführten und angestoßenen Kooperationen untersucht.

5.4. Aufgaben des Sportbüros Hilden

Das Sportbüro der Stadt Hilden ist mit der Stelle der Sportkoordination im Ausschuss für Schule, Sport und Soziales angesiedelt. Dieser Ausschuss ist neben dem Jugendhilfeausschuss und der Leitung im Amt für Jugend, Schule und Sport eingegliedert. Im Rahmen dieser Arbeit sind nur die Aufgabenbereiche des Sportbüros wichtig und werden nachfolgend beschrieben.

Bezugnehmend auf das Interview mit Frau Wachendorf (2007, Z.1-7) als Leiterin des Sportbüros lassen sich die Tätigkeitsbereiche des Sportbüros wie folgt beschreiben:

- Vereinsberatung und Betreuung
- Beratungen von Familien und Kindern
- Schulsport fördern (mit Lehrern in Kontakt treten)
- Sportstättenplanung, -prüfung und -pflege
- Einteilung der Nutzerzeiten für die Sportvereine und Schulen in den Sportstätten: Turn-, Sporthallen und Sportplätzen
- Verschiedene Projekte organisieren und Durchführen wie Sportförderung an Schulen; Kooperationsmöglichkeiten für Vereine suchen im Rahmen von Sportschulprojekten und AGs; Organisation im Rahmen des Hildener Sport- und Bewegungsmodells
- Ermitteln von Kooperationspartnern der Kommerziellen Sportanbietern für Veranstaltungen und Projekten mit der Stadt, den Schulen und/oder Vereinen

Die Stelle der Sportkoordinatorin wurde im Rahmen der Durchführung der Testung von Grundschülern und Entwicklung des Sport- und Bewegungsmodells im November 2005 neu eingerichtet und besetzt.

5.5. Besonderheiten in der Sportlandschaft Hilden

Im Dezember des Jahres 2005 und somit zu Beginn der Konzeptplanung des Sport- und Bewegungsmodells in Hilden wurden folgende Projekte im Bereich der Sport- und Bewegungsförderung in Hilden angestoßen bzw. bereits durchgeführt:

- Der Turn- und Sportverein Hilden 1896 e.V. ist der erste Verein, der sich an der landesweiten Initiative „Schwer mobil“[3] beteiligt.
- Die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Elbsee ist eine von 25 ausgewählten Grundschulen in Nordrhein-Westfalen, die die tägliche Sportstunde anbieten. Die Schule ist eine von 15 Schulen in NRW, die mit dem Gütesiegel „Bewegungsfreudige Schule“ ausgezeichnet wurde.
- Die Stadt Hilden ist eine der Projektgeburtsstätten des Kreismodells „LOTT JONN“[4] und hat bislang 25 Erzieher im Bereich der Bewegungserziehung ausgebildet.
- In Hilden wurde seinerzeit die erste Bewegungswerkstatt im Kreis Mettmann initiiert, die seit Jahren erfolgreich Grundschullehrer qualifiziert und fortbildet.[5]
- Mit 21 Gruppen im offenen Ganztag wird im Schuljahr 2007/08 die vorgegebene Versorgungsquote von 25 % der Grundschulkinder in Hilden erreicht. Zur Umsetzung der Angebote und zur Sicherung der Angebotsqualität von attraktiven Sport- und Bewegungsangeboten soll sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Sportvereinen etablieren.
- Zwei Kindertagesstätten sind die ersten durch den Landessportbund NRW zertifizierten Bewegungs-Kindergärten. Eine weitere Kindertageseinrichtung wird im Jahr 2006 ausgezeichnet.

Die oben aufgelisteten Projekte verdeutlichen die vielfältigen Programme der Sportlandschaft in Hilden besonders im Bereich der Schulen. Ein Hauptaugenmerk liegt hier auf der Förderung der breiten Masse und dem Entgegenwirken der gesellschaftlichen Entwicklungen wie motorischen Defiziten und Adipositas von Kindern.

6. Das Sport- und Bewegungsmodell der Stadt Hilden mit integrierten Kooperationen zwischen Sportvereinen und offener Ganztagsschulen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Sport und Bewegungsmodell der Stadt Hilden (Stadt Hilden, 2005, 1)

„Das Ziel, allen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, nach qualifizierter Anleitung, auf und in gut ausgestatteten kommunalen und vereinseigenen Sportstätten und zu erschwinglichen Preisen ihr Leben lang Sport zu treiben, soll in das Leitbild der sportgerechten Stadt Hilden implementiert werden.“

Zielsetzung / Projektauftrag des Hildener Sport- und Bewegungsmodells

Inhalt von Kapitel 6 ist die Beschreibung des Hildener Sport- und Bewegungsmodells von der Idee bis hin zur Durchführung. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den kooperativen Angeboten im offenen Ganztag zwischen OGATA und Sportvereinen.

6.1. Inhalte und Ziele

Die elementaren Begriffe des Sport- und Bewegungsmodells sind: SPORT, BEWEGUNG und GESUNDHEIT.

Es wird die Entwicklung zu einer bewegungs-, spiel- und sportgerechten Stadt und vor allem zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt angestrebt. Perspektivisch sollen sich Sport und Bewegung als roter Faden durch alle Lebenslagen und Altersstufen der Einwohner der Stadt ziehen (Stadt Hilden, 2005, 7).

Die Stadt möchte:

- zu Sport motivieren.
- Bewegungs- und gesundheitsbezogenes Verhalten fördern.
- Hilfe für Hildener Schulen und andere Institutionen bereitstellen.
- Informieren, kurze Wege und ein adäquates Umfeld schaffen.
- Kooperationen und Partnerschaften aufbauen und pflegen.
- Den Organisationsgrad und die Sportaktivenquote erhöhen.
- Sportpotentiale bündeln.

Die konkreten Inhalte und Ziele des Sport- und Bewegungsmodells werden durch fünf Schlagworte und deren Beschreibung deutlich. Sie stehen bei der Planung und Durchführung von Bewegungs- und Beratungsmaßnahmen im Rahmen des Modells immer im Mittelpunkt. Der Erfolg und damit die Qualität des Modells und der integrierten Projekte lassen sich mit dem Erreichen der folgenden Ziele messen:

Sportförderung: Der Erhalt und die Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit der Kinder im Kindergarten und in der Grundschule.

Bewegungsförderung: Die Förderung von bewegungsauffälligen und nicht normalgewichtigen Kindern in der Grundschule und im Sportverein.

Talentförderung: Die Förderung von sportlich begabten Kindern im Grundschulbereich / Talentsichtung und -förderung.

Rhythmisierung: Die Bewegungsumwelt in der Schule und die Lernvoraussetzung der Kinder verbessern.

Zertifizierung: Jede der zehn städtischen Grundschulen erhält den Titel „Bewegungsfreudige Grundschule“ und ist bemüht, Bewegung, Spiel und Sport in ihr pädagogisches Gesamtkonzept zu integrieren.

Den Kindern der Stadt Hilden werden individuelle Möglichkeiten für Sporttreiben gegeben. Das Hildener Sport- und Bewegungsmodell soll den Erhalt und die Verbesserung der allgemeinen motorischen Leistungsfähigkeit der Kinder in der Grundschule und im Sportverein unterstützen und fördert motorisch leistungsschwache sowie sport- und bewegungsbegabte Kinder im Grundschulalter (Stadt Hilden, 2005, 8).

6.2. Die Entstehung des Modells

Inspiriert von der Testung im Rahmen des Düsseldorfer Modells kaufte die Stadt Hilden im Jahr 2005 das Testverfahren CHECK von der Bergischen Universität Wuppertal ein. Dieser Motodiagnostischer Komplextest gewährleistet „die Überprüfung der Sport- und Bewegungsförderung sowie späteren Talentförderung“ (ebd., 28) von Kindern. Der Test wurde in Zusammenarbeit von Herrn Dr. Stemper der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf[6] und dem Sportamt Düsseldorf entwickelt (Stemper, T & Sportamt Düsseldorf, 2007, 9). Das Testverfahren ist Grundlage für die Entwicklung des Sport- und Bewegungsmodells in Hilden (Wachendorf, 2007, 11).

Der Motodiagnostischer Komplextest CHECK wurde erstmalig in Düsseldorf durchgeführt. Er ist ein Bestandteil des Düsseldorfer Modells der Bewegungs-, Sport- und Talentförderung. Ausgangslage waren wissenschaftliche Untersuchungen über die motorische Leistungsfähigkeit der Kinder in den letzten 20 Jahren mit dem Ergebnis, dass sich die motorische Leistung deutlich verschlechtert hat. So ist z.B. bei 10jährigen in einzelnen Fitness-Test der Rückgang der Leistung um 15% bis 30% zu erkennen (Stemper, T & Sportamt Düsseldorf, 2007, 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Motorische Leistung 10 Jähriger (Stemper, T. & Sportamt Düsseldorf, 2007,4)

Schon bei der Einschulung können viele Kinder einfache Bewegungen nicht mehr fehlerfrei ausführen (ebd., 2). Es werden Kinder in der zweiten Schulklasse getestet mit dem Ziel, neben der Aufdeckung von Bewegungsschwächen, -mängeln und -begabungen auch den Spaß an der Bewegung, am Sport vermitteln zu können. Zur Verwirklichung des Düsseldorfer Modells kam es zu einem Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Institutionen aus Sport, öffentlicher Hand, Wissenschaft, wirtschaftlichen und freien Trägern. Das Ziel in Düsseldorf war und ist es, allen Kindern eine vernünftige und individuelle Förderung zu bieten. Es umfasst sowohl den Bereich Kindergarten, Schule und Verein, als auch die sportliche Freizeit. Um den Erfolg der Förderung für die Kinder zu überprüfen, finden nach dem CHECK regelmäßige Re-Checks statt. In Abb. 9 sind die vier Stufen des Düsseldorfer Modells aufgelistet. In der ersten Stufe steht die Bewegungserziehung in der Vorschule und Kindergarten sowie eine Schuleingangsuntersuchung im Vordergrund.

In der Stufe zwei wird der CHECK Test mit seinen standardisierten Übungen (vgl. Anhang 3) zum ersten Mal durchgeführt. Je nach den Ergebnissen werden anschließend konkrete Bewegungsangebote zur Förderung der motorischen Leistungsfähigkeit ausgegeben. „Darüber hinaus“ soll „allen Kindern aber auch gezielte Anstöße zur sportlichen Aktivität“ gegeben werden. Neben der Förderung gibt die Stadt Düsseldorf folgendes Ziel aus: „Wir wollen ihnen die stadtteilbezogene Vereinswelt nahe bringen, Spiel- und Sportplätze zeigen und ihnen eine der zahlreichen Freizeiteinrichtungen in Düsseldorf schmackhaft machen. Sport macht Spaß!“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Das Düsseldorfer Modell. Check und Re-Check

(Stemper, T. & Sportamt Düsseldorf, 2007, 10)

Es werden jedoch nicht nur Mängel, sondern auch besondere Fähigkeiten bei der Testung entdeckt. „Hier bietet sich für besonders sportinteressierte und begabte Kinder die Chance der Talentförderung“ (ebd., 9) an. In den Stufen drei und vier des Düsseldorfer Modells kommt es zum Re-CHECK der bereits getesteten Kinder. Ziel ist die Überprüfung der Ergebnisse und die Untersuchung, ob es zu Verbesserungen der motorischen Leistungsfähigkeit gekommen ist. Neben den standardisierten Übungen des Testverfahrens werden die Kinder noch schriftlich befragt (vgl. Anhang 4,5).

Für die Durchführung des Komplextest und die Entwicklung des Sport- und Bewegungsmodells speziell für die Stadt Hilden richtete die Stadt eine neue Stelle im Sportbüro für die Sportkoordination ein. Diese Stelle wurde im November 2005 neu besetzt und war der Beginn der konkreten Konzeptentwicklung mit dem integrierten Test und den speziell auf Hilden angewandten Folgemaßnahmen. Die einzelnen Schritte mit dem zeitlichen Rahmen von der Entwicklung des Modells über die Durchführung der Testung bis hin zur Auswertung der Ergebnisse und der Maßnahmen zur „Planung Bedarfsgerechter Sportförder- und Fitnessangebote an den Schulen“ sind in Abb. 11 aufgezeigt. Am 21. März 2006 wurde das Sport- und Bewegungsmodell der Stadt Hilden in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Soziales vorgestellt und genehmigt. Ausgehend von den Testergebnissen wurde das Sport- und Bewegungsmodell speziell für die Stadt Hilden entwickelt. An der Entwicklung und Konzepterstellung waren Personen aus Schule, Verein und Stadt involviert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Zeitlicher Rahmen der kurz- und mittelfristigen Planung und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen im Sport- und Bewegungsmodell der Stadt Hilden (Stadt Hilden, 2001, 35)

6.3. Die Durchführung

Mit der Schaffung der Stelle einer Sportkoordinatorin im November 2005 im Sportbüro der Stadt Hilden wurde eine verantwortliche Person als Ansprechpartnerin der Stadt Hilden mit der Konzeptentwicklung und dem Verfassen der Projektbeschreibung sowie der Durchführung der Testreihe beauftragt. Nach der Vorlage und Verabschiedung des Sport- und Bewegungskonzeptes im Ausschuss für Schule, Sport und Soziales der Stadt Hilden kam es im März und April des Jahres 2006 zur ersten Testung und Auswertung der Daten (vgl. Abb. 11). Hierzu wurde der unter 6.3 beschrieben CHECK Test benutzt. Die Auswertung erfolgt in Zusammenarbeit der Bergischen Universität Wuppertal.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Prozessorientiertes Handlungsmodell der Stadt Hilden (Stadt Hilden, 2005, 23)

Die Abbildung 11 zeigt die gesamten Komponenten des prozessorientierte Handlungsmodells der Stadt Hilden auf. Ein Prozess wird hier als eine Tätigkeit definiert, „die Ressourcen verwendet und die ausgeführt wird, um die Umwandlung von eingaben in Ergebnisse zu ermöglichen. Ausgehend von den Testergebnissen kommt es zur Planung der Folgemaßnahmen im Sport- und Bewegungsprogramm“ (Stadt Hilden, 2003, 23). Hierfür wird der optimale Einsatz der vorhandenen Ressourcen wie Sporträume, Lehrkräfte und Finanzen ermittelt und eingesetzt. Parallel dazu werden die getesteten Personen anhand der persönlichen Testergebnisse individuell beraten. Somit kommt es zu individuellen Bewegungsangeboten. Dies geschieht alles unter der Verantwortung des Amtes für Jugend, Schule und Sport in Zusammenarbeit mit den Hildener Sportakteuren, wie sie in Kapitel 6.6 aufgezeigt werden.

6.4. Projekte im Rahmen des Modells

Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die facettenreichen Bewegungs- und Beratungsangebote für Kinder und deren Eltern innerhalb des Sport- und Bewegungsmodells anhand von verschiedenen Praxisbeispielen. Zunächst werden die Beratungsprogramme erläutert. Sie dienen u.a. als Grundlage für die passenden Empfehlungen der Sport- und Bewegungsprogramme. Unterschieden werden hier Programme im Rahmen und parallel zu Angeboten der OGATA.

6.4.1. Beratungsangebote

Die Beratungsangebote sind ein Schwerpunkt des Sport- und Bewegungsmodells. Die individuelle Förderung der Kinder steht hierbei im Vordergrund. Ziel ist es, die passenden Bewegungsprogramme zu empfehlen und eine Sensibilisierung zu erreichen, z.B. für eine gesunde Ernährung durch eine Ernährungsberatung. Neben den Kindern sollen auch deren Familien ganz individuell beraten werden bzgl. Ernährung, Sport und Bewegung, da sozial schwache Familien oftmals nicht die Möglichkeit haben ein Vereinsmitglied zu werden oder eine teure Ernährungsberatung zu besuchen (Wachendorf, 2007, 17). Die Vorstellung zu Beginn des Sport- und Bewegungsmodells war und ist es, dass jedes getestete Kind die Möglichkeit haben soll, sich auf der Basis der Ergebnissen im Sportbüro vorzustellen und beraten zu lassen (ebd.). In der Praxis kamen bis heute rund 60 Familien auf das Sportbüro zu und ließen sich beraten, weil sie sich nicht in der Sportlandschaft auskannten (ebd.). Unter Kap. 6.4.3 wird die Entstehung einer Beratungssituation in der Praxis beschrieben. Neben den Kindern und Eltern dient die Beratung aber auch den Schulen. Sie bekommen konkrete Hinweise über die Anzahl der Kinder mit motorischen Defiziten und die Anzahl von Talenten. Damit verbunden sind Informationen über die Angebote der Vereine, die der Schule weiterhelfen können (Wachendorf, 2007, 19 & 21).

Abschließend lässt sich sagen, dass die Beratungen einen Einfluss auf die individuelle Förderung der Kinder haben. Entscheidend für die Verringerung der Bewegungsdefizite und Förderung der Talente sind zum einen die richtige Auswertung der Testergebnisse und zum anderen die richtigen Empfehlungen für individuell passende Sport- und Bewegungsangebote.

6.4.2. Sport- und Bewegungsangebote

Ausgehend von den richtigen Empfehlungen für individuell passende Sport- und Bewegungsangebote beschreibt dieses Kapitel zwei Möglichkeiten der Organisation der Angebote. In den nachfolgenden Abschnitten werden Bewegungsprogramme im Rahmen und außerhalb der OGATA thematisiert.

6.4.2.1. Angebote Zwischen OGATA und Sportverein

Im Rahmen des Sport- und Bewegungsmodells der Stadt Hilden sind folgende neun Sportarten, die in Zusammenarbeit mit Übungsleitern von Vereinen durchgeführt werden, im offenen Ganztag organisiert:

- Fußball - Cheerleading
- Basketball - Kanu
- Leichtathletik - Flag-Football[7]
- Selbstverteidigung - Einradfahren
- Voltegieren

Der zeitliche Rahmen der Sportarten variiert von 45 bis 120 Minuten pro Arbeitsgemeinschaft im Nachmittagsbereich des offenen Ganztags. Dies hängt oftmals vom Aufwand der verschiedenen Sportarten ab. Beim Voltegieren und besonders beim Kanu fahren ist der Zeitaufwand größer, da sich die Programme nicht auf dem Gelände der Schule durchführen lassen. Deswegen werden diese AGs auch im Rahmen von 120 Minuten angeboten. Alle anderen Sportarten werden in der Regel auf dem Außengelände der Schule oder in der nahe gelegenen Turnhalle durchgeführt. An diesen Sportangeboten können nur Kinder teilnehmen, die in der OGATA organisiert sind.

Tab. 1: Sportangebote in der OGATA im Schuljahr 2006/07

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus Tabelle 1 wird deutlich, dass im Schuljahr 2006/07 alle Schulen mit Gruppen der OGATA arbeiteten. Nach Wachendorf (2007, 55) werden im kommenden Schuljahr die Ziele des MSJK erreicht. Dann sind 25% der Kinder von Hilden in der OGATA organisiert.

6.4.2.2. Von der OGATA unabhängige Angebote

Neben den Bewegungsangeboten in der OGATA gibt es 18 weitere Kooperationen mit Schulen und Vereinen. Diese Angebote werden durch Mittel des Sport- und Bewegungsmodells finanziert und sind somit für alle Kinder der Schulen geöffnet. Es können folglich auch Kinder teilnehmen, die nicht in der OGATA organisiert sind. Die Bewegungsprogramme finden in der Schulzeit, im Nachmittagsbereich (parallel zur OGATA), in AGs, im Verein und in den Ferien statt (Wachendorf, 2007, 47). Die beschriebenen und nachfolgend aufgeführten Kooperationsprojekte außerhalb der OGS sind Mosaiksteine des Netzwerks Sport, wie es unter Kapitelabschnitt 6.6 aufgeführt wird. Im nachfolgenden Abschnitt beschreiben zwei Praxisbeispiele die Entstehung von Kooperationen. Die Zusammenarbeit wird meist in Form von AGs an den Schulen durchgeführt. Nachfolgend sind die verschiedenen AGs im Schuljahr 2006/07 aufgelistet:

- Volleyball - „Spaß mit dem Ball“
- Voltegieren - Talentsichtung Leichtathletik
- Karate - Basketball
- Cheerleading - Ju Jutsu
- Schulgebundene Bewegungsförderung
- Ernährungsberatung „Drei-Sterne-Frühstück“[8]
- Bewegungsangebot „AFFE“(mit einer Motopädin) [9]

6.4.3. Beispiele für die Entstehung von Projekten

Die Abb. 12 zeigt die komplexen und ganzheitlichen Bestandteile des Netzwerkes Sport. Anhand zweier Beispiele aus der Praxis finden die Begriffe Anwendung in der Praxis. Als erstes Beispiel dient die Entstehung einer der Kooperationen zwischen Schule und Sportverein, die aus dem Topf des Sport- und Bewegungsmodells unterstützt wird. Bevor es zu einer solchen kommt, werden die Vereine und Schulen über das Modell informiert (INFORMATION). Danach wird von Seiten der Stadt eruiert, welche Schule mit welchem Verein eine Zusammenarbeit anstreben könnte. Beide Organisationen werden an einen Tisch gebracht und die Möglichkeiten, wie Art der Angebote, Hallenzeiten, mögliche ÜL usw. analysiert (BERATUNG / SENSIBILISIERUNG). Wenn es nach diesem Gespräch zu einer Kooperation kommen sollte, steht der finanziellen Unterstützung durch Mittel aus dem Topf des Sport- und Bewegungsmodells nichts mehr im Wege (KOOPERATION / FÖRDERUNG).

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Abb. 12: Gesammelte Begriffe im Netzwerk „Sport“ der Stadt Hilden

Als zweites Praxisbeispiel für die Anwendung der Netzwerkbegriffe der Abb. 14 dient die Durchführung der CHECK Testung. Zunächst einmal kommt es zum Test in der Schule. Nach der Auswertung der Daten werden für jedes Kind Empfehlungen an die Eltern übermittelt (INFORMATION). Hierbei werden z.B. Bewegungsdefizite erkannt oder festgestellt, wo die motorischen Talente eines Kindes stecken. Die Kinder und ihre Eltern können sich nun bei der Stadt beraten lassen und sich über mögliche Bewegungsangebote informieren (BERATUNG / INFORMATION / FÖRDERUNG). Neben allgemeinen Bewegungsempfehlungen zur Verbesserung von motorischen Defiziten werden auch Empfehlungen für Sportarten ausgesprochen, bei denen die Kinder ihre Stärken einbringen und ausbauen können. Es geht also neben dem gesundheitlichen Aspekt auch um die Talentförderung. Alle Facetten von Sport über den Breiten- und Gesundheitssport bis hin zur Talentförderung und Wettkampfsport finden Berücksichtigung in der Auswertung der Testergebnisse. Beide Beispiele haben als zentraler Punkt die KOMMUNIKATION zwischen den verschiedenen Akteuren, wie Eltern, Kindern, Schule, Verein und Stadt.

6.5. Finanzierung

Die Bewegungsprogramme und Beratungstermine im Rahmen des Modells werden komplett von der Stadt Hilden finanziert. „Die Stadt (…) stellt pro Jahr € 16.000,00 für Projekte des Sport- und Bewegungsmodells zur Verfügung. Alle Angebote im Rahmen des Sport- und Bewegungsmodells sind kostenlos für die teilnehmenden Kinder“ (Wachendorf, 2007, 23). Die Mittel beinhalten die Testung sowie die durchgeführten Bewegungs- und Beratungsprogramme innerhalb der Schulzeit, des Nachmittagbereichs oder der Ferien (vgl. Kapitel 6.4.2.2.). Der größte Posten neben den Materialen sind die Kosten für ÜL. Die Mittel der Stadt sind nur für Projekte innerhalb des Modells, wo alle Kinder ohne Eintrittsbeschränkung teilnehmen können.

Anders sieht es bei den Bewegungsprogrammen im Nachmittagsbereich der OGATA aus (vgl. Kapitel 6.4.2.1.). Diese Angebote werden aus den Mitteln der Stadt für die OGS finanziert. Dabei handelte es sich im Schuljahr 2006/07 um € 4.800,00 (Fischer[10], 2007, 4) pro Gruppe. Ein besonderer Fall ist das Voltegieren. Es wird in der OGATA angeboten aber von den Mitteln des Sport- und Bewegungsmodells finanziert (Keding[11], 2007, 4). Das Sportbüro in Person von Wachendorf (2007, 27) sieht hier einen Vorteil. Da die Bewegungsangebote zur Erreichung der Ziele des Sport- und Bewegungsmodells, wie oben beschrieben, erweitert werden, die Finanzierung aber nicht aus den Mitteln des Sport- und Bewegungsmodells bezogen werden muss. Es bleiben folglich mehr Mittel im Topf für die Finanzierung der Projekte des Sport- und Bewegungsmodells.

6.6. Aufbau und Koordination des Netzwerks „Sport“ in Hilden

Zur Realisierung qualitätsgesicherter Sport- und Bewegungsangebote ist eine enge Zusammenarbeit mit den Hildener Sportakteuren notwendig. Unter Sportakteuren sind die in Abb. 15 aufgeführten Personen und Institutionen der verschieden Bereiche, wie Stadt/Kreis, wissenschaftliche und freie Träger sowie Sponsoren und Akteure der Sportorganisationen gemeint. „Das Netzwerk „Sport“ der Stadt Hilden hat zum Ziel, alle lokalen, dem Sport, der Bewegung und der Gesundheit positiv zugetanen Akteure und bürgerschaftlich engagierten Einwohner auf gemeinsamer Ebene ihrer Leitorientierung zu Kooperation und fairer Zusammenarbeit zu motivieren. Nicht zuletzt soll für alle Beteiligten die Möglichkeit bestehen, von ihrem Einsatz und ihrem Engagement zu profitieren“ (Stadt Hilden, 2003, 33).

Zu Beginn des Aufbaus des Netzwerks „Sport“ wurden Kooperations- und Zielvereinbarungsgespräche mit Hildener Sportakteuren geführt. Als Ergebnis entstanden bis heute gültige und erfolgreiche Zusammenschlüssen und Projektumsetzungen. Die Resonanz und das Interesse der Hildener Sportvereine und anderer Sportakteure, sich am Hildener Sport- und Bewegungsmodell zu beteiligen, war und ist überaus hoch. Unter Abschnitt 6.4.2 sind die aktuell durchgeführten kooperativen Angebote zwischen Schulen und Sportvereinen dokumentiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13: Netzwerk "Sport" in der Stadt Hilden

Wie aus Schaubild 13 deutlich wird, ist das Amt für Jugend, Schule und Sport mit dem Sportbüro und der Stelle der Sportkoordination das zentrale Gebilde im Netzwerk Sport. „Zur Flächendeckenden Umsetzung qualitativ hochwertiger Bewegungs-, Spiel- und Sportprogramme übernimmt“ (Stadt Hilden, 2003, 35) die Stelle der Sportkoordination die Steuerung und Lenkung. Dort werden die Bedürfnisse und Anfragen von Schulen mit den Potentialen der Vereine zusammengeführt „sowie den Hildener Sportvereinen und weiteren Sportakteuren Zugänge in den außerschulischen Bewegungs-, Spiel- und Sportbereich“ (ebd.) eröffnet.

Über den Schulbereich hinaus wird die Koordinierungsstelle regionale Sportdaten des organisierten, kommerziellen, Behinderten- und integrativen Sports sowie der Sportprogramme mit Migranten sammeln, auswerten und im Netzwerk Sport verarbeiten (ebd.). So stellt die Koordinierungsstelle den Informationsfluss zwischen allen Beteiligten sicher, „wirkt bei sportbezogenen Evaluationen mit und regt zu Kooperationen und Partnerschaften an“. Das Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogramm für ÜL, Lehrkräfte und Erzieher wird ebenfalls erweitert (Stadt Hilden, 2003, 35).

„Das Hildener Netzwerk „Sport“ soll lokale und überregionale Partnerschaften aufbauen und pflegen und durch Bündelung regionaler Potentiale die Stadt in ihrer Sport-, Bewegungs- und Gesundheitskompetenz stärken und mobilisieren. Dies geschieht im Sinne aller an Sport und Bewegung interessierten Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt mit außerordentlichem Bedacht auf die ganzheitliche Entwicklung des Hildener Nachwuchses“ (ebd., 33). Es sollten und sollen jegliche Personen ins Netzwerk integriert werden, die irgendwie auf Sport wirken und die Ziele des Sport- und Bewegungsmodells umsetzen helfen. So sind auch neben den Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen Ärzte über das Modell informiert und integriert worden. Außerdem haben sich „weitere Kooperationen mit Hildener Apotheken, Ernährungsberatungsinstituten, Ökotrophologen[12] und dem Diakonischen Werk Hilden e.V. (…) ergeben“ (ebd.). Auch diese sind ein weiterer Schritt zum Netzwerk Sport in Hilden.

7. Bewertung des Sport- und Bewegungsmodells sowie der integrierten Kooperationen zwischen Sportvereinen und OGATA

In diesem Kapitel werden das Sport- und Bewegungsmodell und die Kooperationen zwischen Sportvereinen und OGATA bewertet. Mit Hilfe von Leitfadeninterviews und deren Auswertung findet die unter Kapitel 2.3 beschriebene Untersuchungsmethode der qualitativen Sozialforschung Anwendung. Die in den Überschriften der Kapitel aufgeführten Bewertungskriterien für das Sport- und Bewegungsmodell sowie die Kooperationen zwischen OGATA und Sportvereinen orientieren sich an den Fragen der Leitfadeninterviews (vgl. Anhang 1 & 2). Bevor es zur Bewertung in den einzelnen Kapiteln kommt, werden die Aussagen bzgl. der befragten Personen auf die verschiedenen Fragestellungen hin ausgewertet. Mit Hilfe der Auswertung wird zunächst für jedes Kapitel der Erfolg oder Misserfolg des Modells und der Kooperationen gemessen woraus sich schließlich eine Kapitelbezogene Bewertung ergibt. Zum Ende jedes Kapitels kommt es zu einer Gesamteinschätzung der interpretierten Interviews. Abschließend werden in 7.4 alle Ergebnisse der verschiedenen Kapitelabschnitte als Gesamtbewertung des Sport- und Bewegungsmodells und der integrierten Kooperationen zwischen OGATA und Sportverein zusammengetragen.

Die befragten Personen sind Repräsentanten der OGATA und der Stadt Hilden. Ihre Aufgaben liegen in der Planung und Durchführung der Bewegungsprogramme im Rahmen des Sport- und Bewegungsmodells. Die Verantwortlichen bei der OGATA sind die Schulleiter der Grundschulen. Dies ergab das Ergebnis der telefonisch durchgeführten Recherche nach den Verantwortlichen für die Kooperationen an der OGATA. Diese Information deckt sich mit Aussagen aus Kapitel 3.3, dass die Leiter der Grundschulen auch als verantwortlichen Personen für den offenen Ganztagsbereich eingesetzt werden. Bei der Stadt Hilden wurde die Leiterin des Sportbüros als Verantwortliche für das Modell befragt. Während der Planungsphase dieser Arbeit waren auch Interviews mit Vereinsrepräsentanten geplant. Aufgrund der ersten Ergebnisse der Befragungen wurde dieses Vorgehen jedoch eingestellt. Die Begründung leistet Kapitel 7.4.

Von den zehn Rektoren der Grundschulen und der Leiterin des Sportbüros in Hilden konnte nur bei einer Rektorin kein Interview auf Grund von Terminproblemen stattfinden. Bis auf ein telefonisches Gespräch und zwei Kontakte per Email wurden die restlichen sieben Interviews in einem persönlichen Gespräch durchgeführt. Sechs Gespräche wurden mit Einverständnis der Befragten per MP3 Player aufgezeichnet. Aufgrund einer fehlenden Einverständniserklärung wurde bei einem persönliches Interview auf die Aufnahme verzichtet und handschriftlich mitgeschrieben.[13]

7.1. Die Kooperationen zwischen Sportvereinen und OGATA

In diesem Kapitelabschnitt werden die einzelnen Kooperationen bewertet. Zunächst wird die Initiative zur Zusammenarbeit herausgearbeitet. Danach kommt es zur Beurteilung der Zusammenarbeit zwischen den Kooperationspartnern. Anschließend soll geklärt werden, wer von den Kooperationen profitiert und zum Ende des Kapitels steht die Beurteilung der Stelle der Sportkoordinatorin als Vermittlerposition zwischen den Kooperationspartnern im Mittelpunkt.

7.1.1. Von wem ging die erste Initiative zur Kooperation aus?

Zunächst wird die Seite der Stadt als Initiator betrachtet. Nach Wachendorf (2007, 44,45) war die Initiative zu Kooperationen von Sportverein und OGATA „vor Einführung des Modells immer Personengebunden“. Mit der Einführung des Modells kam es zu einer Veränderung. Laut Wachendorf kommt der Anstoß nun von Seiten des Sportbüros. Dort gibt es einen Überblick der Möglichkeiten bei Schulen, Vereinen und anderen Anbietern von Sport in Hilden und das Wissen, was die Schulen gebrauchen können. Nach dem ersten „Termin mit der Schule und dem Verein (…) wird eruiert was angeboten werden kann“. Anschließend treffen sich Schule und Verein unabhängig von der Stadt. Bei der katholischen Astrid-Lindgren Grundschule war das Sportamt als Initiator tätig nach den Aussagen der Schulleiterin Karin vom Steeg. Durch den Kontakt zum Verein entstanden AGs mit Sportangeboten. Der gleichen Auffassung ist auch der Schulleiter Uwe Cent (2007, 6) von der GGS Walder Straße. Laut ihm wurde die Kooperation nach Einführung der OGATA „von der Stadt initiiert. Danach (…) hat man dann telefoniert, man kannte sich“ und Kontakte gesucht. In der Nähe der Grundschule wurde ein neues Sportzentrum mit Sporthalle gebaut, die von der Grundschule, einer Realschule und einem Verein genutzt wird. Folglich wurde der bekannte Verein angesprochen und es entstand ein Bewegungsangebot im Nachmittagsbereich der OGATA.

Eine weitere Möglichkeit der Kooperationsentstehung besteht von Seiten der Schule. Nach dem Schulleiter Dirk Boß (2007, 7) der Walter-Wiederhold-Schule ging die Initiative von seiner Schule aus. Es wurde nach Kooperationspartnern gesucht und diese „in eigenen Reihen gefunden.“ Die folgenden Beispiele dienen als Beleg. Die angebotene Selbstverteidigung wird von dem Vater eines Schülers geleitet. Der Kontakt zum Flag-football entstand durch eine Erzieherin. Die Tochter der Übungsleiterin der Flag-football AG leitet das Cheerleading (Boß, 2007, 8). Auch nach Keding (2007, 8) ging die Initiative von der Schule aus. Bei einem Projekt ist sie „selber in dem Verein“ als Mitglied aktiv und bei den anderen AGs kam von der Schule der „Erstkontakt zum Verein. (…) Schule kennt die ÜL durch Kontakte“. Nach der Schulleiterin der Adolf-Kolping-Schule Bettina Sieslack (2007, 6) ging die erste Initiative von der Schule aus. Nach dem die Bedarfsplanung von der Schulleitung für die OGATA erstellt wurde, suchte die Schule nach Vereinen. Im 3. Jahr der OGATA bieten nun auch Vereine Angebote an.

Bei der dritten Möglichkeit kommt der Erstkontakt auch von der Schule, jedoch unabhängig vom Sport- und Bewegungsmodell. Nach Fischer (2007, 5) wurde sich bereits vor dem Modell „mit Hildener Sportvereinen unabhängig von Sportkoordination“ zusammengesetzt. Nach der Bedarfsermittlung für Sportangebote bei den Schulen wurden Kontakte gesucht und die Vereine angesprochen. Ein ehemaliger Schüler ist z.B. ÜL für Basketball. Außerdem fand eine Kommunikation mit anderen Schulen über ihre Erfahrungswerte statt. Auch beim Rektor Wolfgang Kamps (2007, 10) von der GGS am Elbsee entstand die Initiative von der Schule aus. Kamps (ebd., 14) ist und war in verschiedensten Gremien zum Thema Sport tätig und hat folglich viele Kontakte zu Vereinen. Außerdem ist er selber in einem Sportverein für die Talentsichtung zuständig. Deswegen gab es auch vor Einführung des Sport- und Bewegungsmodells schon Kooperationen. Diese fanden jedoch ohne Mittel der OGATA statt. Eine weitere AG in der OGATA lief auch schon vor der Einführung des Modells. Hierbei ist eine Erzieherin mit dem Vorsitzenden des Kanuclubs verheiratet. Dementsprechend ist der Kontakt zum Verein auch hier gegeben.

Resümierend lässt sich sagen, dass mehrere Möglichkeiten zur Entstehen von Kooperationen führen. In einigen Fällen dient das Sportbüro als Initiator. Bei anderen Kooperationsangeboten ging der Erstkontakt von der Schule in Richtung des Vereins aus. Hierbei wird zwischen Schulen unterschieden, die erst mit Einführung des Sport- und Bewegungsmodells tätig wurden, und Grundschulen, die bereits unabhängig des Hildener Modells die Initiative zur Zusammenarbeit mit Sportvereinen vorantrieben. Nach den Aussagen von Wachendorf (2007, 44) war die Initiative zur Kooperation „vor dem Modell (…) immer Personengebunden“. Diese Aussage bleibt auch nach Einführung des Modells bestehen. Es hängt immer von der Einstellung der Schulleiter ab, inwiefern sie Kooperationen mit Sportvereinen für sinnvoll empfinden. Dieses Ergebnis wird durch die Schulen bekräftigt, die bereits vor der Entstehung des Modells mit Vereinen zusammenarbeiteten.

Bezogen auf die Art der Entstehung der Zusammenarbeit sind die Personengebundenheit und der persönliche Kontakt zum Verein elementar. Es erscheint als entstehen manche Kooperationen nahezu willkürlich. So ist die Erzieherin mit dem Vorsitzenden eines Vereins verheiratet, eine Mutter leitet Flag-football und deren Tochter Cheerleading, der Vater eines Kindes ist Selbstverteidigungstrainer, die Schulleitung ist selber Mitglied in einem Verein, es wird mit dem Verein zusammengearbeitet, der die selbe Halle nutzt und ein ehemaliger Schüler leitet eine Basketball AG. Aber genau diese „Willkür“ durchbricht die oftmals starren Vorgaben der Runderlasse und Rahmenvereinbarungen in Bezug auf die OGATA und deren Angebote.

Eine interessante Erkenntnis aus dem eben beschriebenen Ergebnis ist die, dass die ÜL direkt mit der Schule zusammenarbeiten. D.h. in den meisten Fällen sind die ÜL zwar Mitglied in einem Verein, sie wurden aber konkret von der Schule rekrutiert, weil jemand jemanden kannte. Es entstand folglich kein offizieller Vertrag mit dem Verein. Unter Kapitel 7.2.2. werden diese Aussagen untermauert.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis über die Entstehung der Kooperation ist, dass nie die Vereine auf die Grundschulen zugegangen sind. Auch in dem Fall, wo die Initiative von der Sportkoordination des Sportbüros ausging, haben die Schulen die Vereine ausgesucht und angesprochen. Dieses Ergebnis bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Kooperationen zwischen OGATA und Sportverein.

7.1.2. Beurteilung der Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern

Alle Beteiligten sind mit der Zusammenarbeit mit der Stadt zufrieden. Vom Steeg (2007) nennt kurze Wege und schnelle Reaktionen als Begründung. Kamps (2007, 19) sieht ein effektiveres Arbeiten als früher. Sieslack (2007, 11) ist sehr zufrieden und teilt diese Meinung mit Cent (2007, 10) und Boß (2007, 12), die das ähnlich sehen.

Bei der Zusammenarbeit mit den Vereinen driften die Meinungen auseinander. Ergänzend hierzu muss erwähnt werden, dass es keinen offiziellen Kooperationsvertrag mit den Vereinen gibt, sondern dass die Schulen die Honorarverträge immer mit den Übungsleitern selber abschließen. Vom Steeg (2007) und Sieslack (2007, 10) sind mit ihren unterschiedlichen Übungsleitern unzufrieden. Dies liegt beim einen an der Unzuverlässigkeit und beim anderen an den pädagogischen Fähigkeiten. Keding (2007, 15) ist dahingehend sehr zufrieden. Sie begründet dies damit, dass „die Qualität der ÜL vor der Zusammenarbeit bekannt war.“

Zwei Ergebnisse bei diesem Kapitel sind wichtig. Zum einen ist die Zufriedenheit mit Kooperationspartnern in diesem Fall immer personenabhängig. Die Unzufriedenheit mit den Übungsleitern liegt an den Fähigkeiten der Personen. Zum anderen schließen die Schulen einen Vertrag mit den Übungsleitern ab und die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit lässt sich nicht auf den Verein, wo der ÜL Mitglied ist, übertragen.

7.1.3. Wer profitiert von den Kooperationen?

Als erste Gruppe der Kooperationsbeteiligten wird der mögliche Nutzen für die Kinder besprochen. Nach Boß (2007, 13) profitieren die Kinder am meisten. Es gibt gesundes Bewegungsangebote, die den Kindern weiter helfen. Wachendorf (2007, 51) schätzt das ähnlich ein und denkt, dass die Kinder dadurch profitieren, dass „sie (…) mehr sportliche Angebote“ haben „und (…) sich mehr bewegen, je mehr desto besser“. Auch Sieslack (2007, 12) schließt sich den eben genannten Aussagen bzgl. der Bewegungsangebote an. Unterstützend hierzu meint Fischer (2007, 14) dass die Kinder den meisten Nutzen haben weil es eben um sie geht. Ihm ist nicht nur das Bewegungsangebot wichtig sondern auch die soziale Komponente. Die Kinder lernen Personen aus Vereinen kennen und es wird nicht immer alles durch die Schulbrille gesehen. „Die Kinder sind zufrieden mit den Übungsleitern. Sie fühlen sich wohl. Es ist wichtig für die Kinder auch mit anderen Personen zusammenzuarbeiten und nicht immer mit der Klassenlehrerin. Wir haben ja fast nur noch Frauen im Schuldienst“ (ebd.). Laut Keding (2007, 18) profitieren neben den Kindern auch die Eltern. Sie müssen nicht zum Verein gehen, „der Verein kommt an die Schule“(ebd.). Davon profitieren besonders die Kinder, deren Eltern nicht die Möglichkeiten haben, die Kinder in die Vereine zu bringen. Cent (2007, 15) formuliert es sehr allgemein: „Das Interesse der Bewegung bei Kindern liegt bei Allen.“

Der Nutzen für die Schule liegt nach Boß (2007, 17) beim „gemischten Angebot mit kognitiven und bewegungslastigen Einheiten“ und neben Sport noch Musik und Kultur. Den Ansatz des erweiterten Angebots der Schule als Vorteil vertritt auch Keding (2007, 17). Laut Kamps (2007, 20) profitieren „momentan die Schulen durch vielfältigere Angebote“ auf der einen Seite und auf der anderen Seite wird das „Problem bei Grundschulen, oftmals nicht genügend ausgebildete Sportlehrer“ zu haben, „durch ÜL aufgefangen.“ Die Qualität des Sportunterrichts steigt. Cent (2007, 14) beschreibt einen Nutzen für die Schule folgendermaßen: „Schule ist dankbar für die Abnahme der Organisationsproblematik“. Nach Wachendorf (2007, 50) ist ein großer Vorteil für die Schulen aus Wettbewerbssicht zusehen. Sie „müssen (…) attraktiv für die Kinder werden, da es keine Schulbezirke mehr gibt“. Die Eltern können sich aussuchen, wo sie ihre Kinder zur Schule schicken.

Durch die Zusammenarbeit mit der OGATA profitieren auch die Vereine. Die Kinder lernen verschiedene Sportangebote in der Schule kennen und überreden die Eltern, dass sie in den Verein wollen (Keding, 2007, 19). Dadurch hat der Verein keine Durchläufer, die nur die kostenlosen Schnupperangebote wahrnehmen und dann doch nicht Mitglied werden. Sieslack (2007, 13) sieht die Mitgliederwerbung als Vorteil: „Wenn Kindern die Angebote gefallen, schließen sie sich vielleicht auch in ihrer Freizeit einem Verein an“. Nach Fischer (2007, 10) findet die Zusammenarbeit mit dem ÜL selber statt. Die Rückmeldung von den Vereinen ist allerdings positiv. Durch die Angebote in den OGATA können Vereine die Kinder direkt ansprechen und motivieren im Verein Mitglied zu werden (ebd.). Kamps (2007, 21) denkt, dass die Vereine nach und nach profitieren weil die „Kinder werden wieder an Vereine rangeführt: Bsp. Kanu, da haben schon Kinder von uns an Weltmeisterschaften teilgenommen“. Den Nutzen der Vereine sieht Boß (2007, 16) in der Erleichterung der Vermittlung in Vereine. Nach Wachendorf (2007, 54) bekommen die Vereine eine Chance, da sie „merken, dass man mit den Schulen doch zusammen arbeiten kann.“ Sie gehen von sich aus auf die Schulen zu. Dadurch entsteht ein Netzwerk und der Kooperationsprozess wird zum Selbstläufer. Das beiderseitige Vertrauen zwischen den Schulen und den Verein steigt. Nach Wachendorf (ebd., 55) muss der Verein den Weg der Kooperation in der OGATA gehen, da er ansonsten die Hallen in der Zeit leer hat. Dadurch kann der Verein nicht „unbedingt zahlenmäßig (…) profitieren aber in seinem Image was machen (…) wenn es heißt, der Verein arbeitet mit der Schule zusammen. Dann denke ich schon, dass das wieder eine Multiplikation bedeutet“ (ebd.).

Die Stadt Hilden profitiert nach Wachendorf (ebd., 52) ebenfalls, weil sie nach Außen anders auftritt und ihr Image durch das Sport- und Bewegungsmodell mit seinen Bewegungs- und Beratungsangeboten verbessert. Auch Cent (2007, 23) glaubt, dass die Projekte wie das Sport- und Bewegungsmodell für die Stadt wichtig sind: „Es ist gut, dass die Stadt diese Aufgabe wahrnimmt, denn eine attraktive Schullandschaft ist die Zukunft für die Städte, ansonsten ziehen die Leute weg“.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Profiteure der Kooperationen zwischen OGATA und Sportverein bei allen beteiligten Sportakteuren, wie Kindern und Eltern, den Grundschulen, der Stadt und der Vereine, anzutreffen sind. Den Kindern wird ein größeres Bewegungsangebot geliefert. Die Schulen werden attraktiver für die Kinder und Eltern und schärfen so ihr Profil. Die Stadt verbessert ihr Image und damit Ihre Attraktivität für die Bürger. Die Vereine bekommen ebenfalls diese Chance. Eine größere Attraktivität und das Abgrenzen zum Engagement von anderen Sportanbietern könnte sich wohlmöglich auch in Mitgliederzuwächsen widerspiegeln. Des Weiteren können die Vereine in den Schulen aktiv und kostenlos, da die OGATA die ÜL bezahlt, für eine Mitgliedschaft werben. Und das mit den wichtigsten Argumenten der Sportvereine, dem aktiven Sporttreiben an sich.

7.1.4. Beurteilung der Stelle der Sportkoordination im Sportbüro

Vom Steeg (2007) schätzt die Stelle aufgrund der „kurzen Wege und der Sachkompetenz“. Laut Fischer (2007, 15) ist es „einfacher für die Schulen, die zuletzt in die Arbeit der OGATA eingetreten sind“, ÜL für bestimmte Bereich zu finden. Wobei die Schulen nie Angst davor hatten ÜL zu finden. Cent (2007, 17-20) sieht eine Entwicklung dahingehend, dass die Schulleiter nicht mehr so wie früher in Vereinen und Politik der Stadt organisiert sind. Deswegen ist „die Koordination (…) gut, um Verbindungen herzustellen und um zu überlegen, was kann man alles machen“. Cent (ebd.) denkt, dass die Schulen auch ohne die Koordinierungsstelle auf die Vereine zugegangen wären. „Wenn sich etwas verändert, wie die Schulstruktur Richtung Ganztag, dann haben viele Leute Ängste, dass Ihnen was genommen wird, wie den Vereine - um Gemeinsam daran zu arbeiten dient eine neutrale Stelle (wie die Koordinationsstelle) als Initiator“ (ebd.). Hierbei ist wichtig, dass die Stelle nicht mit Schule und Verein zusammenhängt. „Es ist gut, dass die Stadt diese Aufgabe wahrnimmt, denn eine attraktive Schullandschaft ist die Zukunft für die Städte, ansonsten ziehen die Leute weg“ (Cent, 2007, 23). Kamps (2007, 19) sieht eine „effektivere Zusammenarbeit mit der Stadt als früher“. Durch die Koordinierungsstelle werden den Schulen mehr Impulse und Informationen gegeben, wie Rückmeldung über mögliche Probleme bei Schülern und Namen der Vereine, die unterstützend wirken. Die Stelle im Sportbüro dient vor allem „Schulen, die vorher nicht viel mit Sport zu tun haben und keinen Einblick in das Gesamtsystem“ (ebd.) Sport in Hilden haben. Auch Sieslack (2007, 14) schätzt die Stelle als „Zentrum der Informationszusammenführung“ ein. Es ist einfacher an ÜL zu gelangen durch Hinweise der Stadt. Boß (2007, 18) unterstützt mit seiner Aussage die Meinung der anderen Kollegen: „Sportkoordination ist wichtig für das Zusammenbringen der Schule und des Vereins.“ Keding (2007, 20) empfindet die Stelle der Sportkoordination als unterstützenden Faktor sinnvoll, in Bezug auf Kostengesichtspunkte. Die Vermittlerrolle der Stadt ist nicht so wichtig, da die Schule bei den Projekten auf die Stadt zugegangen ist. Vor Einrichtung der Stelle waren auch Ideen für Kooperationsprojekte an der Schule vorhanden, allerdings fehlte die Anlaufstelle bei der Stadt. Diese ist nun gegeben.

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass die Beurteilungen für die Koordinierungsstelle des Sportbüros positiv ausfallen. Es wird als wichtig empfunden, dass die Stadt diese Aufgabe wahrnimmt, „denn eine attraktive Schullandschaft ist die Zukunft für die Städte, ansonsten ziehen die Leute weg“ (Cent, 2007, 23). Von einer „effektiveren Zusammenarbeit mit der Stadt als früher“ (Kamps, 2007, 19) wird gesprochen und es ist einfacher für die Schulen geworden, ÜL für einen bestimmten Bereich zu finden. Hiervon profitieren besonders „Schulen, die vorher nicht viel mit Sport zu tun hatten und keinen Einblick in das Gesamtsystem“ (Kamps, 2007, 23) der Vereine hatten. Als „Zentrum der Informationszusammenführung“ (Sieslack, 2007, 14) und neutrale Stelle, die nicht mit Schulen und Verein zusammenhängt ist die „Sportkoordination (.) wichtig für das Zusammenbringen der Schule und des Vereins“ (Boß, 2007, 18). Es gibt einen konkreten Ansprechpartner bei der Stadt für Fragen nach möglichen Kooperationspartnern, Übungsleitern und Finanzierungsmodellen von potentiellen Sport- und Bewegungsangeboten an den Schulen.

7.2. Das Sport und Bewegungsmodell

In diesem Kapitel werden die Chancen und Risiken des Modells ermittelt. Unter Punkt 7.2.2. wird der Frage nachgegangen, ob das Modell auf andere Städte übertragbar ist.

7.2.1. Chancen und Risiken

Mit Hilfe von objektiven und subjektiven Messverfahren wird versucht den Erfolg oder Misserfolg der umgesetzten Projekte zu beurteilen. Nach Wachendorf (2007, 28) erfolgt die „objektive Messung mit Hilfe eines Re-Tests der Kinder nach einem Jahr (…) ob sich das Bewegungsverhalten geändert hat“. Hierzu wird ein „individueller Fragebogen“ benutzt, z.B. mit der Frage „ob mehr Kinder im Verein Mitglied sind.“ Außerdem wird der gleiche motorische Test erneut durchgeführt, „um die Validität und die Reliabilität zu sichern und um zu sehen, ob sich da wirklich was getan hat“. Nach Wachendorf (ebd., 30) gibt es erste Erfolge zu verbuchen nach der durchgeführten Re-Testung im Frühjahr 2007, denn viele Kinder bleibenlange in den Programmen und einige Kinder sind über die Programme in den Vereinssport gewechselt sind. Neben der objektiven Prüfung durch den Vergleich von Teilnehmerzahlen und Mitgliedszahlen bei Vereinen ist die subjektive Prüfung wichtig. In den Familien soll viel passieren. Dort soll eine Verhaltensänderung erreicht werden (ebd.). Eine subjektive Prüfung des Erfolgs kann anhand von Rücksprachen mit Lehrern und Übungsleitern erfolgen, ob Kinder regelmäßig kommen. Sollte das nicht der Fall sein, wir auf die Familien zugegangen und Rücksprache mit Rektoren gehalten. „Jedes Kind ist anders und man muss immer anders reagieren“ (Wachendorf, 2007, 32). Durch die vielen „Anrufe von Eltern, die Empfehlungen ernst nehmen“ kommt es zur „Sensibilisierung und Kontakt zu Eltern“ mit dem Ergebnis einer Beratung innerhalb des Gesprächs. Bezugnehmend auf die Beratungs- und Bewegungsprogramme innerhalb des Sport- und Bewegungsmodells ist die Rückmeldung von den Eltern positiv.

Keding (2007, 23-24) findet, dass das Modell eine „Super Grundidee hat“, die „Bewegungsmängel bei Kindern“ zu erfassen „und die Eltern“ zu „unterstützten. (…) Kinder sollen sich Körperlich und geistig bewegen“. Außerdem wird es als Chance bewertet, dass das Modell „in Hilden flächendeckend“ angewendet wird.

Cent (2007, 24+25) ist mit dem Programm zufrieden. Es „ist in Ordnung“, da „kein zu großes Regelwerk vorhanden ist. Die Schule „arbeitet gerne mit, wenn vieles abgenommen wird, wie Sepp Herberger Tag[14] “.

Als „Leiter der Bewegungswerkstatt Hilden“ (Fischer, 2007, 17) haben Fischer und Kamps aktiv am Gestalten des Modells mitgewirkt. Das „Bewegungsmodell ist Beispielhaft“. Die Chancen liegen nach Fischer (ebd.) bei den Menschen der Kommune: „Es wird den Menschen, die in der Kommune leben zu Gute kommen.“ Das Problem der OGATA liegt nach Kamps (2007, 28) als Fehler im System. Die Teilnahme ist freiwillig und somit nehmen nicht alle Kinder an den Angeboten teil. Es handelt sich nicht um ein System „die schwachen aufzufangen. (…) Die sportlich schwachen und übergewichtigen kommen häufig aus sozial schwachen Familien“ und die „Angebote außerhalb der Schule werden nicht genutzt“. Als Lösungsvorschlag schlägt Kamps (ebd.) vor, die Kinder „in der schule (…) greifbar“ zu machen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Personen in dem Bewegungsmodell mehr Chancen als Risiken sehen. Die Einwände von Kamps zielen auf das Modell der OGATA ab und nicht auf das Sport- und Bewegungsmodell im Allgemeinen.

7.2.2. Übertragbarkeit des Modells auf andere Städte

Nach Wachendorf (2007, 22+39) ist dieses Modell speziell für Hilden konzipiert. Im Vergleich zu Düsseldorf, die mit dem Selben Testverfahren für die Grundschulkinder arbeiten, kann Hilden z.B. ein differenzierteres Angebot leisten aufgrund der kleineren Schülerzahl. Ausgehend von einer Testung als Ausganglage für die Beurteilung der Kinder lassen sich nach Wachendorf (ebd.) jedoch für jede Gemeinde individuelle Folgemaßnahmen erarbeiten: „Das Hildener Sport- und Bewegungsmodell ist ein Hildener Sport- und Bewegungsmodell was aber auch sicherlich in anderen Städten ob klein oder groß durchgeführt werden kann.“ Als aktuelle Beispiele dienen Ratingen, wo bald eine Testung durchgeführt wird, und Dormagen, die Interesse an einer Testung gezeigt haben.

Keding (2007, 25) glaubt, dass das „Engagement der Personen in Hilden, bzw. der Städte“ entscheidend für das Gelingen eines solchen Projektes ist. „Deswegen“ ist es „auch auf andere Städte übertragbar“. Problematisch sieht sie die eigenen Mittel der Städte als „begrenzender Faktor“, da „nicht jede Stadt (…) Geld für ähnliche Programme ausgeben“ kann oder will.

Nach Fischer (2007, 18) würde „das Modell (…) in jeder Kommune funktionieren, genau wie die OGATA auch in jeder Kommune funktioniert. Es kommt einfach auf die Leute an, die das Modell umsetzten.“

Zusammenfassend gesehen lässt sich das Modell, so wie es in Hilden durchgeführt wird, auch nur in Hilden organisieren. Das Konzept des Modells ist speziell für die Rahmenbedingungen in Hilden ausgearbeitet. Ausgehend von den Testverfahren zur Einschätzung der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern lassen sich jedoch für jede Gemeinde individuelle Folgemaßnahmen, wie die Entwicklung von Bewegungsprogrammen, planen. Als Beispiel dient hier der Vergleich zwischen Hilden und Düsseldorf. Beide Städte arbeiten mit dem Selben Testverfahren, benutzen aber andere Folgemaßnahmen im Rahmen ihrer Modelle (Wachendorf, 2007, 18). Als begrenzende Faktoren für die Durchführung von Sport- und Bewegungsmodellen in anderen Gemeinden gelten nach Aussagen der Interviewten die Motivation und das Engagement der handelnden Personen sowie die finanziellen Mittel der Kommunen.

7.3. Auswertung der erlangten Ergebnisse

Die Ergebnisse der einzelnen Kapitel zeigen die hohe Akzeptanz des Sport- und Bewegungsmodells bei den handelnden Personen und Institutionen wie Kinder und Eltern, Schulen und Vereine sowie die Stadt Hilden. Alle können von der Testung und den Folgemaßnahmen in Form von Bewegungs- und Beratungsangeboten zwischen Sportverein und OGATA profitieren. Die Stelle der Sportkoordination nimmt bzw. nahm zumindest zur Einführung des Modells eine zentrale Rolle ein. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein wurde fokussiert und vereinfacht, mit dem Ziel, dass beide Parteien nun unabhängig von dritten die Kommunikation und Kooperation miteinander suchen. Vereine und Schulen sollten erkennen, dass eine Zusammenarbeit möglich und sinnvoll ist. Das Sport- und Bewegungsmodell ist mit Beginn des ersten CHECK Test seit über einem Jahr in der Anwendung. Bisher ging die Initiative zu Kooperationen mit OGATA nie von den Vereinen aus. Immer waren es die Schulen oder die Stadt, die die Vereine angesprochen haben. Interessant ist das Zustandekommen der Kooperationen. Sie fanden immer personenbezogen oder ortsbezogen statt. Der Erstkontakt entstand bei den Schulen, die unabhängig von der Stadt auf die Vereine zugingen, immer durch persönliche Beziehungen. Die ÜL waren z.B. ehemalige Schüler, sind Eltern, Bekannte von Mitarbeitern der Schule oder die Verantwortlichen der Projekte in der OGATA sind selber Mitglied in einem Verein. Die ÜL schließen unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft einen Honorararbeitsvertrag mit den jeweiligen Schulen ab. Hier sollten die Vereine ansetzen und aktiv auf die Schulen zugehen. Dann können sie sich, finanziert durch Mittel der OGATA, bei den Schulen im Rahmen der OGATA präsentieren und für ihren Verein werben. Die letzten beiden Ergebnisse bzgl. Vereins- und Übungsleiterengagement beeinträchtigten die Auswahl der Interviewpartner für diese Arbeit. Zu Beginn der Planungsphase der Diplomarbeit sollten auch Vereinsrepräsentanten interviewt werden. Da jedoch keine Vereine auf die Schulen zugegangen sind und die Anfragen der Schulen oftmals nicht offiziell an die Vereine gerichtet wurden, sondern die ÜL unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit angesprochen wurden, gab es keine Verantwortlichen der Sportvereine als Ansprechpartner für Programme der OGATA. Somit auch niemanden bei den Vereinen, der zu den untersuchten Fragestellungen Antwort geben konnte. Lediglich Keding und Kamps sind hier zu nennen, die neben ihrem Beruf als Schulleiter auch Mitglied in Sportvereinen sind und ihre Vereine über diesen Weg an die Schulen gebracht haben. Beide schätzten im Rahmen ihrer Interviews die Chancen und Risiken der Vereine ein.

8. Diskussion

In der Diskussion werden die erlangten Ergebnisse von Kapitel 7 nach den Chancen und Risiken für die handelnden Personen eingeordnet und kritisch hinterfragt. Außerdem werden Verbesserungsvorschläge erteilt und die Frage- und Problemstellungen aus der Einleitung beantwortet.

Das Sport- und Bewegungsmodell ist speziell auf die Gegebenheiten von Hilden ausgelegt. Die Kooperationen zwischen OGATA und Sportverein wird von alle Befragten durchweg als positiv bewertet. Negative Anmerkungen bezogen sich auf die Organisationsform der OGATA. Aufgrund der Freiwilligkeit lassen sich nicht alle Kinder erreichen. Deswegen nützt es keinem, wenn die Bewegungsprogramme in der OGATA sehr Anspruchsvoll sind, die Kinder, die sie benötigen, aber nicht in der OGATA organisiert sind. Gründe hierfür können im Elternhaus liegen, wo die Sensibilisierung für die Notwendigkeit von Bewegung und gesunder Ernährung fehlt. Dieses Problem ist allerdings ein Fehler im System der OGATA und lässt sich nicht als Defizit des Sport- und Bewegungsmodells analysieren. Als weiteres Problem im Bereich der OGATA sehen die Interviewten die Kürzung der Mittel von knapp € 6.000 auf € 4.800. Diese Kürzung liegt in der Verantwortlichkeit der Stadt und lässt sich nur dort beheben.

Zur durchgängig positiven Bewertung des Modells und besonders der Stelle der Sportkoordination ist anzumerken, dass allen Personen vor der Untersuchung die Zusammenarbeit des Interviewers als Verfasser dieser Arbeit und der Stadt Hilden in Person von Frau Wachendorf bekannt war. Diese Information war notwendig, um die Befragungen termingerecht durchzuführen. Vielleicht beeinflusste diese Kenntnis die Befragten in der Sicht, dass sie eher positiv über das Programm und die Koordinierungsstelle der Stadt sprachen. Diese Vermutung lässt sich nicht nach objektiven Gesichtspunkten prüfen. Alle Interviews liefen in einer entspannten und persönlichen Atmosphäre ab und jedem Befragten war klar, dass die Erhebungsdaten vertraulich behandelt werden. In den Interviewsituationen gab es keinerlei Hinweise auf die Untermauerung der Vermutung.

Das Ergebnis der Bewertung von Entstehung und Durchführung der Kooperationen zwischen OGATA und Sportverein ist, dass es sich in allen Fällen expliziert um personengebundene Projekte handelt. Bei den Schulleitern, der verantwortlichen Person im Sportbüro und den ÜL ist die persönliche Einstellung und das jeweilige Engagement der handelnden Personen entscheidend für das Gelingen der Projekte. Der Vorteil ist, dass ein hohes Engagement in der beruflichen Arbeit die Projekte positiv beeinflusst. Ein geringes wirkt sich gegenteilig aus. Die Schulleiter, die auch in Ihrer Freizeit einen Sportbezug haben, bringen diesen in ihre Arbeit in der Schule ein. So gab es an diesen Schulen bereits vor der Entwicklung und Durchführung des Sport- und Bewegungsmodells Kooperationen zwischen Grundschulen und Sportvereinen. Den Schulleitern, die im späteren Verlauf der OGATA hinzukamen und in den Gegebenheiten der Sportlandschaft Hildens nicht so bewandert waren, diente die Sportkoordinierungsstelle der Stadt bei der Vermittlung. Die Suche nach Kooperationspartnern seitens der Schulen fand, unabhängig von der persönlichen Einstellung der Schulleiter zum Sport, immer auf dem einfachsten und schnellsten Weg statt. Die Auswahl der Sportangebote lag zum einen am Interesse der Schulleiter sowie den örtlichen Gegebenheiten und zum anderen wurden die ÜL angesprochen, die den Schulen durch persönliche Kontakte bekannt waren. Ihre Vereinszugehörigkeit spielte dabei keine Rolle. Diese fast willkürliche Auswahl hat Einfluss auf die Qualität der Sportangebote. Sie steht und fällt mit den pädagogischen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften bzw. der Einstellung zur Arbeit, wie Zuverlässigkeit, der ÜL. Solange die Arbeitsweise der ÜL bekannt ist, haben die Schulen den Vorteil, dass sie wissen, worauf sie sich einlassen. Sollte dies nicht bekannt sein, nützen der OGATA auch die persönlichen Kontakte nichts mehr. Zwei Schulleiter waren sehr unzufrieden mit der Durchführung der AGs. Der Grund war die fehlende Motivation und pädagogische Geschick der ÜL. Dieses Problem kann nur umgangen werden, wenn die Arbeitsweisen bekannt sind. Dies geschieht entweder durch eine persönliche Empfehlung von bekannten Personen oder über einen verlässlichen Hinweis von unabhängigen Dritten. Hierbei liegt eine Chance für Vereine und Stadt. In Zusammenarbeit könnte ein Pool von zuverlässigen ÜL mit guten Referenzen entwickelt werden. Als Kriterien für die Aufnahme in diesen Pool könnten die objektiven Gesichtspunkte, wie Trainerlizenzen, dienen. Mindestens genauso wichtig sind jedoch die belegbaren Erfahrungen der ÜL mit Referenzen von anderen Arbeitgebern, Bewertungen von Kindern und Empfehlungen, z.B. von Schulleitern oder Vereinsverantwortlichen, sowie deren möglichen Einsatzzeiten wie Tagen mit Uhrzeiten und Dauer in Wochen oder Monaten. Die Zeiten sind wichtig, damit eine verlässlichere Planung der AGs stattfinden kann. Die Stadt könnte Ausschreibungen für diesen Pool z.B. an Universitäten oder im Internet ausgeben, wo sich die ÜL bewerben, und die Vereine könnten Listen ihrer qualifizierten Trainer erstellen und weitergeben. So dient die Stadt als zentrale Vermittlungsstelle für ÜL von Vereine. Die Schulen könnten sich so auf die Qualität der Bewegungsprogramme verlassen.

Die Ergebnisse aus Kapitel 7 zeigen, dass die von der Politik vorgegebenen Rahmenvereinbarungen zum Sport und der Entwurf eines Kooperationsvertrages in Hilden sehr individuell ausgelegt werden. Die Stadt gibt keinerlei Vorgaben für die Durchführungen von Bewegungsprogrammen. Sie spricht nur Empfehlungen im Rahmen des Sport- und Bewegungsmodells aus und bietet Beratungen für die Schulen und Vereine an. Als neutrale Stelle wirkt sie unterstützend bei der Zusammenbringung von OGATA und Sportverein. Die Schulen haben ein Budget von € 4.800,00 (vgl. Kapitel 6.6) pro Gruppe und Schuljahr zur Verfügung. Ihnen steht frei mit welchen Projekten aus Sport, Musik und Kultur sie ihren Nachmittagsbereich füllen möchten. Die Schulen ermitteln somit ihren eigenen Bedarf und sind selbstverantwortlich für ihre Angebotserstellung. Die Schulen werden in ihrer Selbstbestimmung gestärkt und können ihr eigenes Profil bilden.

Die Vereine haben den Start bei Einführung der OGATA und des Bewegungsmodells als attraktiver Kooperationspartner verschlafen. Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass die Grundschulen und die Stadt zunächst auf die Vereine zugegangen sind. Scheinbar konnten die Vereine nichts mit den Angeboten in der OGATA anfangen. Nach nunmehr knapp drei Jahren OGS im Primarbereich in Hilden mit genug Erfahrungen auch seitens der Vereine, sollte es zum Umdenken kommen. Die Politik hat sich für die OGATA entschieden und Hilden bietet im Schuljahr 2007/08 für 25% der Kinder diese flächendeckend an. Die Vereine sollten diese Entwicklung als Chance sehen und ihren Nutzen aus dem Ganzen ziehen. Mit attraktiven Konzepten und Angeboten können sie ohne finanziellen Aufwand, da die ÜL durch Mittel der Stadt für die OGATA finanziert werden, in die Schulen gehen und Kinder für eine Vereinsmitgliedschaft motivieren. Aus dem potentiellen Imagegewinn durch Projekte in Zusammenarbeit mit Schulen werten auch die Vereine ihr Profil aus. Die Entwicklung seit Einführung der OGATA und des Sportmodells in Hilden hat gezeigt, dass die Erfahrungen der Vereine mit Schulen positiv sind. Es gibt bereits mehrere Vereine, die ihre Chance in der Zusammenarbeit im Nachmittagsbereich mit der OGATA nutzen. Die Anzahl ist allerdings noch stark ausbaufähig.

9. Ausblick

Aufgrund des überschaubaren Untersuchungsgegenstands mit zehn Grundschulen, 17 Angeboten in der OGATA und einer Person als Verantwortliche für die Sportkoordination in Hilden lassen sich die Ergebnisse und Empfehlungen nicht verallgemeinern. Sie beziehen sich konkret auf den Lebensraum Hilden. Unter den beschriebenen Prämissen lassen sich die noch einzelnen Aspekte der Arbeit aufgreifen und verwenden. Als gemeinsame Grundlage für Bewegungsmodelle dienen wissenschaftliche, quantitative Testverfahren wie der CHECK in Düsseldorf und Hilden. Er ist Grundlage für die Modelle mit den unterschiedlichen Folgemaßnahmen (vgl. Kapitel 6.3). Ein wissenschaftlich begründeter Test lässt sich auf verschiedene Gemeinden anwenden. Nur die Folgemaßnahmen müssen differenziert den Gegebenheiten der Kommunen angepasst werden. Diese Aussage wird durch weitere Beispiele verdeutlicht. Dormagen und Ratingen planen bzw. sind interessiert an der CHECK Testung (Wachendorf, 2007, 42). Ob es Folgemaßnahmen gibt und wie diese aussehen ist jedoch noch nicht bekannt. Ein weiterer Aspekt der Arbeit, der sich auf andere Städte und Schulen übertragen lässt, sind die aufgezeigten Sport-, Bewegungs- und Beratungsangebote und deren Entstehung (vgl. Kapitel 6.4.2 & 6.4.3). Hiervon können sich Vereine, Schulen und Verantwortliche der Städte möglicherweise Inspirationen holen. Die Funktion der Koordinierungsstelle der Stadt für Sport ist wohl auch auf andere Gemeinden in dieser oder anderer Form übertragbar. Der begrenzende Faktor liegt hier wohl bei der Ausrichtung der Stadt und den vorhandenen Mitteln. Sieht eine andere Gemeinde die Notwendigkeit für die Förderung des Sports, der Bewegung und der Gesundheit und sind genügend finanzielle Ressourcen zugegen, eine neue Koordinierungsstelle einzurichten oder eine bereits vorhandene Stelle umzustrukturieren.

Die Ergebnisse der Untersuchung in Hilden lassen sich nicht verallgemeinern. Nichtsdestotrotz können möglicherweise einige Aspekte dieser Arbeit auf andere Gebiete übertragen werden und vielleicht als Ausgangspunkt für neue Projekte gelten. Jeder Leser kann sich kritisch mit den Ergebnissen auseinander setzen und sich eventuell ein kleines Stück weit zu neuen Ideen inspirieren lassen. Das Sport- und Bewegungsmodell von Hilden mit seinen Bewegungs- und Beratungsprojekten und der integrierten Kooperation von Schule, Stadt und Vereinen, kann individuell beurteilt werden mit seinen Risiken und Chancen.

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307&nodeid=

Interviewquellen

Boß, Dirk: Schulleitung der Gemeinschaftsgrundschule Walter-Wiederhold-Schule; Gespräch am 14.05.2007 um 11:00 Uhr

Cent, Uwe: Schulleitung der Gemeinschaftsgrundschule Walder Straße; Gespräch am 15.05.2007 um 08:00 Uhr

Fischer, Jürgen: Schulleitung der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße; Gespräch am 16.05.2007 um 09:00 Uhr

Kamps, Wolfgang: Schulleitung der Gemeinschaftsgrundschule am Elbsee; Gespräch am 23.05.2007 um 12:00 Uhr

Keding, Heike: Schulleitung der Gemeinschaftsgrundschule Wilhelm-Hüls-Schule; Gespräch am 15.05.2007 um 09:00 Uhr

klein, michaela: Schulsekretärin der Gemeinschafts-Grundschule Adolf-Reichwein-Schule; Emailantwort vom 16.05.2007

Konnerth, Roswitha: Schulleitung der Gemeinschaftsgrundschule im Kalstert; Telefonat am 30.05.2007 um 12:00 Uhr

Sieslack, Bettina: Schulleitung der katholischen Grundschule Adolf-Kolping-Schule; Gespräch am 14.05.2007 um 09:00 Uhr

Wachendorf, Claudia: Leiterin des Sportbüros der Stadt Hilden; Gespräch am 24.05.2007 um 10:00 Uhr

vom Steeg, Karin: Schulleitung der katholischen Grundschule Astrid-Lindgren-Schule; Emailantwort vom 04.06.2007

Anhang

Anhang 1: Interviewleitfaden für die Schulleiter

Interviewleitfaden im Rahmen meiner Diplomarbeit

an der Deutschen Sporthochschule Köln zum Thema „Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Sportverein - untersucht am Bewegungsmodell der Stadt Hilden -“

Interviewer: Benjamin Butz

Mozartstr. 68 - 40724 Hilden –

Tel.: 02103-360550 - mobil: 0163-544368

Email: Benjamin.Butz@t-online.de

Befragte Person:

Datum und Uhrzeit:

Fragen zur …

… Schule:

1) Nennen Sie bitte allgemeine Daten der Schule. (Anzahl der Schüler und Mitarbeiter, spezielle Ausrichtungen/Schwerpunkte, wie z.B. Sport)

… Kooperation:

2) Wie viele Kooperationen mit Sportvereinen gibt es? Wie sehen die Angebote aus? (Name der Vereine, Praxisbeispiele) Nennen Sie die Art der Organisation der Stunden. Wo finden die Angebote statt? Wie läuft die Finanzierung?

3) Von wem ging die Initiative zur Kooperation aus? (Initiative des Vereins; Schule; Stadt (hier Sportamt) ; mehrerer Institutionen; Eltern; anderer Person(en)). Beschreiben Sie bitte kurz den Weg bis zur Umsetzung des Angebotes.

4) Wie sieht die Zukunftsplanung aus? Sind weitere Projekte mit Vereinen geplant? Werden Angebote gestrichen?

… Zufriedenheit:

5) Bitte bewerten Sie ihre Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit mit dem Verein und der Stadt. (voll zufrieden, zufrieden, mittel, eher unzufrieden, unzufrieden) Was läuft gut, was schlecht?

6) Profitiert jemand von der Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Sportverein? Wenn ja, wer? (Verein; Schule; Kindern; mehreren; weiß nicht) Und wie äußert sich der Nutzengewinn?

… Stadt:

7) Ist die Sportkoordination des Sportamtes der Stadt Hilden wichtig für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein? Wenn ja, warum?

8) Kennen Sie das Hildener Sport- und Bewegungsmodell? Wie bewerten Sie es?

VIELEN DANK FÜR IHRE MITARBEIT !!!

Anhang 2: Interviewleitfaden Sportbüro

Interviewleitfaden im Rahmen meiner Diplomarbeit

an der Deutschen Sporthochschule Köln zum Thema „Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Sportverein - untersucht am Bewegungsmodell der Stadt Hilden -“

Interviewer: Benjamin Butz

Mozartstr. 68 - 40724 Hilden

Tel.: 02103-360550 - mobil: 0163-2544368

Befragte Person: Claudia Wachendorf

Leiterin Sportamt Hilden - Rathaus, Stadt Hilden

Datum und Uhrzeit: 24.05.2007, 10:00

… Stadt:

1) Allgemeine Informationen zum Sportamt und Ihrem Aufgabenbereich im Sportamt. (Name der Stelle, Dauer der Tätigkeit, Was sind ihre Aufgaben und die des Sportamtes? Zuständigkeiten)

… Bewegungsmodell:

2) Worin lag die Handlungsnotwendigkeit der Stadt zum Erstellen des Sport- und Bewegungsmodells? Beschreiben Sie bitte die Entstehung. Welche Ziele stehen dahinter? Was soll erreicht werden?

3) Wie läuft die Finanzierung?

4) Was sind ihre Aufgaben im Rahmen des Bewegungsmodells?

5) Qualitätssicherung: Wie wird der Erfolg oder Misserfolg des Modells gemessen? Bitte bewerten Sie das Sport- und Bewegungsmodell.

6) Ist es nur in Hilden Durchführbar? Gibt es andere Städte, die ein ähnliches Modell fahren? Sind andere Städte Vorbild?

… Kooperation:

7) Von wem ging die Initiative zur Kooperation aus? (Initiative des Vereins; Schule; Stadt (hier Sportamt) ; mehrerer Institutionen; Eltern; anderer Person(en)).

8) Ist die Sportkoordination des Sportamtes der Stadt Hilden wichtig für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein? Wenn ja, warum?

9) Wie sieht die Zukunftsplanung aus? Sind weitere Projekte mit Vereinen und Schulen geplant? Werden Angebote gestrichen?

… Zufriedenheit:

10) Bitte bewerten Sie ihre Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit mit den Vereinen und Schulen. (voll zufrieden, zufrieden, mittel, eher unzufrieden, unzufrieden) Was läuft gut, was schlecht?

VIELEN DANK FÜR IHRE MITARBEIT !!!

Anhang 3: Praxisübungen für den CHECK

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhang 4: CHECK Fragebogen_Teil 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhang 5: CHECK Fragebogen_Teil 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Hermeneutik: die, Kunst und Lehre der Auslegung von Schriften, Dokumenten, Kunstwerken (Brockhaus, 2001, 443).

[2] der, ausschließlich nach wirtschaftlichen Zweckmäßigkeitserwägungen handelnder Mensch. (Brockhaus, 2001, 456)

[3] Das Projekt „schwer mobil“ wurde von Sportjugend im LSB NRW initiiert und fördert Bewegung, Spiel und Sport für übergewichtige Kinder (Sportjugend im LSB, 2007).

[4] Im Auftrag der kommunalen Gesundheitskonferenz entwickelte die Arbeitsgruppe "Übergewicht und Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen" das Projekt LOTT - JONN Kindergarten in Bewegung. Das Gesundheitsziel: Merkliche Senkung der Quote bewegungsauffälliger Kindergartenkinder bis 2006. Ziel von LOTT - JONN ist, die Kindergärten und Kindertagesstätten im Kreis Mettmann dahingehend zu unterstützen und zu fördern, Bewegung als unabdingbare Voraussetzung für eine positive kindliche Entwicklung in den Alltag zu integrieren. LOTT - JONN kann dabei nur die Eigeninitiative der Leitungen und der Erzieher/innen unterstützen (Kreisgesundheitsamt Mettmann, 2007).

[5] Unter dem Namen "BEWEGUNGSWERKSTATT" laufen Fortbildungsprogramme für Grundschullehrer und Erzieher speziell für den Bereich Sport. Sie werden von der Bezirksregierung in Düsseldorf organisiert (Bezirksregierung Düsseldorf, 2007).

[6] Stemper entwickelte den Test an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Dort wird das Institut für Sportwissenschaft bald geschlossen. Deswegen führt Dr. Stemper seine Projekte an der Bergischen Universität Wuppertal weiter.

[7] Variation des American Football. Flag Football ist kontaktlos. Das Blocken und zu Boden bringen anderer Spieler ist nicht erlaubt. Die Spieler sind mit Flaggen am Gürtel ausgestattet. Ein Spielzug ist u.a. beendet, sobald jemandem eine Flagge aus dem Gürtel gerissen wurde. (Flag Football, 2007)

[8] In Zusammenarbeit mit einer Ernährungsberaterin werden gezielt Informationsveranstaltungen und Beratungen speziell für Kinder und ihre Eltern durchgeführt. Ziel soll es sein, die Familien für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren damit die Kinder bereits zu Hause eine gesunde Ernährung erfahren.

[9] AFFE steht für: Aktion, Fit, Freude, Experimentieren. Der Fachbereich MOTOPÄDIE verknüpft psychologische, pädagogische, sport- und erziehungswissenschaftliche mit medizinischen Erkenntnissen und Methoden. Zentraler Ansatz der Motopädie ist die Bewegung und die Wechselwirkung zwischen dem Körper und der Psyche des Menschen. Letzterer wird auch in dem international anerkannten Begriff PSYCHOMOTORIK zum Ausdruck gebracht. Bewegung wird verstanden als ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung in der Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Körper sowie mit dem materialen und sozialen Umfeld. Das der Motopädie zugehörige Forschungs- und Lehrgebiet ist die Motologie. Die Motologie entspricht der inzwischen im europäischen und angloamerikanischen Raum vertretenen Wissenschaftsdisziplin PSYCHOMOTORIK (Deutscher Verband der Motopäden und Motopädietheraoeuten, 2007).

[10] Jürgen Fischer ist Rektor der GGS Schulstraße.

[11] Heike Keding ist Schulleiterin der Wilhelm-Hüls-Schule.

[12] Ökotrophologen beschäftigen sich mit der Lehre von der Haushaltsführung und Ernährung des Menschen. Sie informieren und beraten Verbraucher über wissenschaftliche Erkenntnisse in Ernährungsfragen (Hamburger Abendblatt, 2004).

[13] Die Transkriptionen der Interviews und die original Aufnahmen als MP3 Datei sind auf der beiliegenden CD archiviert.

[14] Fußballturnier im Rahmen des Sport- und Bewegungsmodells

78 von 79 Seiten

Details

Titel
Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Sportverein - Untersucht am Bewegungsmodell der Stadt Hilden
Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
79
Katalognummer
V111264
Dateigröße
1580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperationsmöglichkeiten, Schule, Sportverein, Untersucht, Bewegungsmodell, Stadt, Hilden
Arbeit zitieren
Marc Benjamin Butz (Autor), 2007, Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Sportverein - Untersucht am Bewegungsmodell der Stadt Hilden , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111264

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