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Frauenbilder im Sturm und Drang. Heinrich Wagners "Die Kindermörderin"

Ist Evchen auch eine Muttermörderin?

Title: Frauenbilder im Sturm und Drang. Heinrich Wagners "Die Kindermörderin"

Term Paper , 2018 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Frauen waren zur Zeit des Sturm und Drang den Männern untergeordnet. Sie kümmerten sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder, vor allem der Mädchen. Gleichzeitig galten Frauen als das schwächere sowie gefühlvollere Geschlecht und haben eine liebevolle Beziehung zu ihren Kindern. Daher stellt sich die Frage: Wie wird die Mutter-Tochter-Beziehung in Wagners "Die Kindermörderin" dargestellt? Damit beschäftigt sich diese Arbeit, da das Beziehungsverhältnis zwischen beiden Figuren Aufschluss darüber geben kann, ob Evchen eine Muttermörderin ist. Es soll gezeigt werden, dass der Kindsmord von Evchen das zerrüttete Vertrauensverhältnis zu ihrer Mutter widerspiegelt und ein Zeichen der Hilfslosigkeit von Frauen ist.

Um diese These zu belegen, wird im ersten Kapitel die Frage gestellt, ob Evchen eine vorbildliche Tochter ist. Dafür wird ihre Beziehung zu Lieutenant von Gröningseck und das Verhältnis zu ihrer Mutter betrachtet. Anschließend wird ein Vergleich von Frau Humbrecht, Evchens Mutter, und Frau Marthan, aufgestellt, um zu erkennen, welche der beiden Figuren die bessere Mutterrolle darstellt. Im letzten Teil wird der Wahrheitsgehalt von Evchens eigener Bezeichnung als Muttermörderin, die Tötung ihres eigenen Kindes und den Wunsch nach Freiheit untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: „Blut meines eigenen Kinds! - und das trink ich?“

2. Evchen- Eine vorbildliche Tochter?

2.1 Die Beziehung von Evchen zu Lieutenant von Gröningseck

2.2 Das Verhältnis von Evchen zu ihrer Mutter

3. Frau Marthan als bessere Mutter? – Vergleich von Frau Humbrecht und Frau Marthan

4. „Ich bin die Hure, die Muttermörderin“- Evchens Tötung des Kindes

5. Schluss: „Die du zu Fall gebracht hast? -bin ichs nicht? -nicht die erste?“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mutter-Tochter-Beziehung in Heinrich Leopold Wagners Trauerspiel „Die Kindermörderin“. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das zerrüttete Vertrauensverhältnis zwischen Evchen und ihrer Mutter sowie der gesellschaftliche Druck zur Entscheidung der Hauptfigur führen, ihr eigenes Kind zu töten, und ob die Bezeichnung als „Muttermörderin“ wissenschaftlich gerechtfertigt ist.

  • Analyse der Mutter-Tochter-Beziehung als Spiegelbild gesellschaftlicher Hilflosigkeit.
  • Untersuchung der Rolle von Evchen Humbrecht als ambivalente Tochterfigur.
  • Vergleichende Betrachtung der Mutterbilder: Frau Humbrecht vs. Frau Marthan.
  • Kritik an der Standesordnung und den sozialen Normen des 18. Jahrhunderts.
  • Reflexion über die Auswirkungen von Erziehung und moralischem Druck im bürgerlichen Trauerspiel.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Beziehung von Evchen zu Lieutenant von Gröningseck

Evchen Humbrecht wird in der Forschung als uneinheitliche Figur beschrieben. Betrachtet man ihre Beziehung zu Lieutenant von Gröningseck, wird diese Bezeichnung deutlich. Bereits mit dem Ort des ersten Aktes, „ein schlechtes Zimmer im Wirtshaus zum gelben Kreutz“ (S.5, V.1f.), zeigt der Text implizit, dass die Beziehung von beiden nicht glücklich enden wird. Es handelt sich hierbei um ein Bordell, welches symbolisch für Untreue und Hingabe der sexuellen Triebe steht.

Schon zu Beginn des Trauerspiels zeigt sich, dass Evchen und der Lieutenant unterschiedliche Codes beim gemeinsamen Gespräch benutzen. Dies wird bei folgendem Textauszug besonders deutlich: Fr. Humbrecht. Ey wer kann denn da müd werden, es gibt immer etwas zu sehn! Immer was neues! ich hätt, glaub ich, noch die ganze Nacht und den ganzen Tag durch ohngetrunken auf einem Fleck sitzen können. Evchen. Ich nicht! am Zusehn hätt ich gar keine Freud. v.Gröningseck. Du machst lieber selbst mit, nicht wahr? Evchen (unschuldig.) Ja! (S.10, V.24-33)

Evchen ist naiv, was sich mit ihrem Alter begründen lässt, da sie erst 18 Jahre alt ist (vgl. S.11, V.24f.). Ebenso wird sie nicht mit Eva benannt, sondern mit der Diminutivform. So erhält der Leser bereits anhand des Namens den Eindruck, dass es sich um ein junges, noch unerfahrenes Mädchen handeln muss. Sie glaubt den Worten von Gröningseck und hinterfragt dessen wahre Absichten nicht. So kann sie seine Codes nicht entziffern und glaubt, dass er vom Tanzen auf dem Ball spricht, und nicht von seinen Plänen, mit ihr den Geschlechtsakt durchzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: „Blut meines eigenen Kinds! - und das trink ich?“: Das Kapitel führt in das Genre des bürgerlichen Trauerspiels ein, verortet den Kindsmord als zentrales Motiv und formuliert die Forschungsfrage zur Mutter-Tochter-Beziehung.

2. Evchen- Eine vorbildliche Tochter?: Hier wird Evchens Naivität in der Beziehung zum Lieutenant sowie ihr konfliktreiches Verhältnis zur Mutter analysiert, um ihren Status als vorbildliche Tochter zu hinterfragen.

3. Frau Marthan als bessere Mutter? – Vergleich von Frau Humbrecht und Frau Marthan: Dieser Abschnitt vergleicht die Erziehungsmethoden und das soziale Umfeld von Frau Humbrecht und Frau Marthan, wobei Letztere als die mitfühlendere und moralisch integerere Mutterfigur identifiziert wird.

4. „Ich bin die Hure, die Muttermörderin“- Evchens Tötung des Kindes: Das Kapitel diskutiert die psychologische Motivation hinter dem Kindsmord unter dem Druck des gesellschaftlichen Stigmas und hinterfragt die Selbstbezeichnung Evchens als „Muttermörderin“.

5. Schluss: „Die du zu Fall gebracht hast? -bin ichs nicht? -nicht die erste?“: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass der Kindsmord ein Zeichen für die Hilflosigkeit und das zerrüttete Verhältnis innerhalb der bürgerlichen Familie ist.

Schlüsselwörter

Kindsmord, Sturm und Drang, Mutter-Tochter-Beziehung, Evchen Humbrecht, H.L. Wagner, bürgerliches Trauerspiel, soziale Normen, Standesordnung, Verführung, weibliche Hilflosigkeit, Literaturwissenschaft, Dramenanalyse, Erziehung, Moral, Schuldfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung in Heinrich Leopold Wagners Trauerspiel „Die Kindermörderin“ und untersucht, wie dieses Beziehungsverhältnis zur tragischen Entscheidung der Protagonistin beiträgt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Kindsmord als gesellschaftskritisches Motiv, der Einfluss der bürgerlichen Moral auf das Individuum sowie die geschlechtsspezifische Unterordnung der Frau im 18. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob der Kindsmord von Evchen ein direktes Resultat des zerrütteten Vertrauensverhältnisses zu ihrer Mutter ist und inwieweit die Bezeichnung als „Muttermörderin“ aus literaturwissenschaftlicher Sicht haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu den Themen Sturm und Drang, Kindsmord und dem bürgerlichen Trauerspiel angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung Evchens, den Vergleich der beiden Mutterfiguren (Frau Humbrecht und Frau Marthan) sowie eine detaillierte Analyse der Hintergründe des Kindsmordes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kindsmord, Sturm und Drang, bürgerliches Trauerspiel, Standesordnung und die Analyse der Mutter-Tochter-Beziehung.

Warum wird Frau Marthan als „bessere Mutter“ bezeichnet?

Obwohl sie zur unteren sozialen Schicht gehört, erweist sich Frau Marthan als gütig und mitfühlend, während Frau Humbrecht ihre Tochter eher bedrängt und ihr Schicksal durch ihre Unvorsichtigkeit mitverursacht.

Inwiefern beeinflusst der soziale Stand die Handlungen der Figuren?

Der soziale Status der Familie Humbrecht und die damit verbundenen Ehrvorstellungen erzeugen einen enormen Druck auf Evchen, während die Standesunterschiede zum Lieutenant eine legitime Verbindung (Heirat) von vornherein ausschließen.

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Details

Title
Frauenbilder im Sturm und Drang. Heinrich Wagners "Die Kindermörderin"
Subtitle
Ist Evchen auch eine Muttermörderin?
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
14
Catalog Number
V1113013
ISBN (eBook)
9783346485359
ISBN (Book)
9783346485366
Language
German
Tags
frauenbilder sturm drang heinrich wagners kindermörderin evchen muttermörderin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Frauenbilder im Sturm und Drang. Heinrich Wagners "Die Kindermörderin", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1113013
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