Die vorliegende Arbeit will einen Einblick geben in das Themengebiet der unterhaltenden Werbung. Die Werbepraktiker zeigen sich hierbei immer noch uneins, ob unterhaltende Aspekte in der Werbung zwingend notwendig sind. Auch aktuell wird anhand des Kreativitäts-Begriffes eine solche Diskussion geführt.
Mit den gegensätzlichen Ansätzen der Manipulationstheorien wie der Popular Culture Studies soll die Unterhaltung in der Werbung näher betrachtet werden. Gerade in Hinblick auf populäre Thesen, die Werbung immer noch als Manipulationsinstrument betrachten und große Öffentlichkeitswirkung erzielen, schien diese Gegenüberstellung sinnvoll.
In diesem Sinne sollte die Hausarbeit ebenso als kleines Plädoyer für die Darstellungsform der Werbung und ihre Selbstverständlichkeit betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen: Unterhaltung in der Werbung
1.1 Definitionsproblem des Unterhaltungsbegriffes
1.2 Komik als Unterhaltungsform
1.2.1 Zur Komik
1.2.2 Theorien der Komik
1.2.3 Vorteile der komischen Werbung
1.3 Versuch der Klassifizierung: Werbung der ersten bis neunten Art
2 „Der naive Rezipient“ – Manipulationstheorien und Kapitalismuskritik
2.1 Theorie der unterschwelligen Manipulation
2.2 Theorie der Manipulation des Unterbewußtseins
2.3 Theorie der Psychobiologie
2.4 Die Kapitalismuskritik der kritischen Theorie
3 „Der unterhaltungsgierige Rezipient“ – Ansätze der Popular Culture Studies
3.1 Definition von Popular Culture
3.2 Definition von Werbung
3.3 Bild des Rezipienten
3.4 Stellenwert von Popular Culture und Werbung in der Gegenwart
3.5 Unterhaltende Werbung
4 Sichtweisen der Werbepraktiker
4.1 Unterschiedliche Positionen
4.1.1 Verfechter der Effizienz
4.1.2 Verfechter der Kreativität
4.2 Zusammenfassung
5 Akzeptanz der Werbung
5.1 Öffentlich-rechtliche Werbeakzeptanz-Studie
5.2 Andere Werbeakzeptanz-Studien: Die Problematik
5.3 Bewertung der öffentlich-rechtlichen Werbeakzeptanz-Studie
5.4 Der Einfluss von Unterhaltung auf die Akzeptanz der Werbung
6 Praxis-Beispiele: Unterhaltende Werbung
6.1 Unterhaltung in der gegenwärtigen Werbung
6.2 TV-Spot für Brigitte: "Lara Croft"
6.3 TV-Spot für o.tel.o: "Schwarm"
6.4 Hörfunk-Spot für Menschen für Tiere e.V.: "Hilde"
7 Fazit
7.1 Versuch einer Bewertung
7.2 Stellenwert der Unterhaltung für die zukünftige Werbung
8 Verwendete Literatur und Materialien
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert von Unterhaltung in der modernen Werbung und analysiert, inwieweit unterhaltende Aspekte in Werbebotschaften notwendig sind. Dabei werden gegensätzliche theoretische Ansätze, wie Manipulationstheorien und Popular Culture Studies, den tatsächlichen Sichtweisen von Werbepraktikern gegenübergestellt.
- Analyse des Unterhaltungsbegriffs und der Rolle der Komik in der Werbung.
- Kontrastierung von Manipulationstheorien mit Ansätzen der Popular Culture Studies.
- Untersuchung der Perspektiven von Werbefachleuten (Effizienz vs. Kreativität).
- Bewertung der Akzeptanz von Unterhaltung in der Werbung anhand von Studien.
- Praktische Fallbeispiele zur Veranschaulichung der theoretischen Erkenntnisse.
Auszug aus dem Buch
1.2.2 Theorien der Komik
Zur Erklärung der Komik gibt es vier Gruppen von Erklärungstheorien, die sich dem Phänomen der Komik annähern. Auch hier gibt es keine eindeutige Definition des Begriffes.
Die Superiority- (Überlegenheits-)Theorien gehen davon aus, dass der Rezipient etwas komisch findet und darüber lacht, weil er sich überlegen fühlt. Er ist also weniger "dumm" oder "tolpatschig" und erfährt eine plötzliche Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls. Nach Bergson (1948) drückt sich im Lachen über die komische Situation sogar eine soziale Korrektur aus: "...(Das Komische) drückt also eine individuelle oder kollektive Unvollkommenheit aus, die unmittelbare Korrektur verlangt."
Die Konflikt-Theorien basieren auf der Annahme, dass komische Situationen zwei entgegengesetzte Gefühle (z. B. Freude und Hass) auslösen, die der Rezipient als Konflikt wahrnimmt. Nach Lipps zeigt sich die Reaktion auf das Komische als "schnelles Hin- und Herschwanken zwischen Lust und Unlust".
Nach den Release- und Relief- (Befreiungs- und Erleichterungs-)Theorien ist das Lachen die Folge einer physischen und psychischen Erleichterung. Der Rezipient erkennt den Kontrast in einer komischen Situation (die Pointe), er wird wieder Herr der Lage und ist erleichtert.
Die Inkongruenz-Theorien sind am weitesten verbreitet von den Theorien des Komischen. Hierbei geht man davon aus, dass komische Stimuli mindestens eine Inkongruenz aufweisen müssen. Es tritt etwas Unerwartetes oder Abweichendes auf, das als Verstoß gegen Gesetzmäßigkeiten oder Wertmaßstäbe komisch wirkt.
Die Theorie-Ansätze des Komischen verweisen also wieder auf das übergeordnete Definitions-Problem der Unterhaltung zurück. Problematisch für die Bestimmung des Begriffes ist auch hier die Subjektbezogenheit. Nicht jeder findet den gleichen Kino-Spot komisch: was den anderen langweilt (das Schlimmste, was der Werbung passieren kann), hält den anderen vor Lachen kaum auf dem Kino-Sessel.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlagen: Unterhaltung in der Werbung: Dieses Kapitel erläutert das Definitionsproblem des Unterhaltungsbegriffs und die Rolle der Komik als zentrales Gestaltungselement.
2 „Der naive Rezipient“ – Manipulationstheorien und Kapitalismuskritik: Hier werden klassische Theorien diskutiert, die Werbung als ein Mittel zur manipulativen Beeinflussung des Konsumenten betrachten.
3 „Der unterhaltungsgierige Rezipient“ – Ansätze der Popular Culture Studies: Dieses Kapitel stellt einen Gegenentwurf dar, der den Rezipienten als aktiven Nutzer von Werbung und Popularkultur versteht.
4 Sichtweisen der Werbepraktiker: Der Fokus liegt auf der internen Debatte der Werbebranche zwischen Effizienzstreben und kreativen Ansprüchen.
5 Akzeptanz der Werbung: Eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Studien zur Einstellung der Bevölkerung gegenüber Werbung.
6 Praxis-Beispiele: Unterhaltende Werbung: Anhand konkreter TV- und Hörfunkspots werden theoretische Konzepte in der aktuellen Werbepraxis illustriert.
7 Fazit: Eine abschließende Bewertung der Ergebnisse sowie ein Ausblick auf den künftigen Stellenwert unterhaltender Elemente in der Werbung.
Schlüsselwörter
Werbung, Unterhaltung, Manipulationstheorie, Popular Culture Studies, Komik, Werbepraktiker, Rezipient, Effizienz, Kreativität, Werbeakzeptanz, Konsumentenverhalten, Werbewirkung, Mediale Inszenierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Unterhaltung in der Werbung und wie sich dieses Element im Spannungsfeld zwischen theoretischer Kritik und praktischer Umsetzung bewegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Manipulation, die Ansätze der Popular Culture Studies, die Perspektiven der Werbebranche sowie die tatsächliche Akzeptanz beim Rezipienten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterhaltende Werbung aus verschiedenen wissenschaftlichen und praktischen Blickwinkeln bewertet wird und welche Rolle sie heute spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, kombiniert mit einer kritischen Auswertung von Werbeakzeptanz-Studien und der Analyse aktueller Praxisbeispiele aus der Werbebranche.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Gegenüberstellung von Manipulationsmodellen und den Popular Culture Studies sowie die kritische Reflexion der Sichtweisen von Werbefachleuten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind Werbung, Unterhaltung, Manipulation, Popular Culture, Komik, Rezipienten-Bild und Akzeptanz.
Warum spielt die Komik eine so bedeutende Rolle für Werber?
Komik dient als ein wirksames Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, die Werbebotschaft sympathischer zu vermitteln und den Rezipienten vor Langeweile zu bewahren.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Schockwerbung"?
Der Autor weist darauf hin, dass schockierende oder provokative Werbemaßnahmen zwar Aufmerksamkeit erzeugen können, jedoch langfristig die Toleranzgrenzen der Rezipienten überschreiten und ökonomischen Schaden anrichten könnten.
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- Martin Strang (Author), 2001, Unterhaltung in der Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11131