Kommunikations- und systemtheoretische Grundlagen von Konflikten und ihrer Behandlung in Mediationsverfahren


Hausarbeit, 2005
23 Seiten, Note: 1,0

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Inhalt:

Abstract

1. Einführung
1.1. Konflikte als gesellschaftliche Herausforderung
1.1.1 Konfliktschlichtung
1.2. Aufgabe und Struktur der Arbeit

2. Konflikte als soziale Systeme
2.1. Fragestellung
2.2. Die acht Eskalationsstufen eines Konfliktes
2.3. Der systemtheoretische Ansatz
2.3.1. Das personale System
2.3.2. Das soziale System
2.3.3. Interaktionsmedien
2.3.4. Strukturelle Kopplung
2.3.5. Reduktion von Komplexität
2.3.6. Sinn
2.4. Funktionalität von Konflikten
2.4.1. Konflikte als Reduktoren von Komplexität
2.4.2. Konfliktdynamik

3. Systemtheoretische Beschreibung des Mediationsverfahrens
3.1. Mediation als zivilisatorisches Angebot
3.2. Mediation als Lösungsansatz bei Konflikten
3.3. Verfahren aus systemtheoretischer Sicht
3.3.1. Übergangsriten
3.4. Rolle und Funktion des Mediatoren im sozialen Feld
3.4.1. Neutralität
3.4.2. Allparteilichkeit
3.5. Systemisch angelegte Mediation
3.5.1. Das Verfahren
3.5.2. Wahlmöglichkeiten vs. Konfliktdynamik
3.5.2.1. Wahlmöglichkeiten durch Wechsel von der sozialen auf die personale Ebene
3.5.2.2. Wahlmöglichkeiten als Operation des Bewusstseins
3.5.2.3. Positive und negative Selektion in Evolutionsprozessen
3.5.2.4. Wahlunfreiheit
3.5.3. Prozessierung durch Mediation
3.5.3.1. Transformation des Systems
3.5.4. Vertrauen

4. Besonderheiten der „Interkulturellen Mediation“ aus systemtheoretischer Sicht
4.1. Verständigung als Ziel interkultureller Mediation
4.1.1. Verständigung als kommunikative Form des Verstehens
4.2. Sprachsysteme und Wertesysteme
4.2.1. Unterschiedliche Wertesysteme
4.3. Systemtheoretisch begründete Unterscheidung von inter- und intrakultureller Mediation

5. Literatur

Abstract:

This homework is dealing with the systemtheoretical background of the role of communication in mediation procedures. Therefore the structure and dynamics of conflicts will be analyzed in the systemtheoretical terminology. From this point of view mediation is a procedural communication system substituting the conflict and its effects by trust and reflection.

Afterwards the intercultural mediation as a type of mediation in general will be examined by the systemtheoretical methodology. This shows and underlines the similarities and differences of the inter- and intracultural mediation.

1. Einführung:

1.1. Konflikte als gesellschaftliche Herausforderung

Der Umgang mit Konflikten ist ein zeitloses Thema, das die Menschen jeder Epoche betroffen hat. Es scheint so zu sein, als fände die Entstehung von Konflikten wie von selbst statt, da niemand Konflikte will oder es zumindest nicht zugeben mag. Die Bewältigung von Konflikten hingegen erfordert die Kräfte und Anstrengungen ganzer Generationen und Ethnien, Kulturen, Gemeinschaften und Gesellschaften. Konflikte werden gerne woanders gesehen und dort problematisiert, wenn sie im eigenen Umfeld nicht gelöst oder thematisiert werden können. Doch Konflikte sind etwas Alltägliches und bei der Interaktion von Menschen nicht zu verhindern. Formen von Konfliktlösungs- und Schlichtungsverfahren sind daher ebenso universal und zeitlos wie die Konflikte selbst.

1.1.1 Konfliktschlichtung

Ganz allgemein kann eine Einigung zwischen Streitparteien auf verschiedenste Weise erfolgen, mit Gewalt oder ohne Gewalt, mit Recht, Macht, Liebe, Geld und Vernunft. Die vorliegende Hausarbeit widmet sich dem Schlichtungsverfahren der Mediation. Mediation im Allgemeinen bezeichnet die Vermittlung zwischen Konfliktparteien durch eine dritte Instanz oder Partei. In dieser Hausarbeit wird Mediation als etabliertes Schlichtungsverfahren säkularer postmoderner Gesellschaften thematisiert. Busch (Busch 2005, 20) greift für eine Beschreibung auf die Definition[1] von Breidenbach zurück.

1.2. Aufgabe und Struktur der Arbeit

Sozial- und kommunikationswissenschaftliche Ansätze regen dazu an, Verfahren wie Mediation und Kommunikationen wie z.B. Konflikte als komplexe Handlungsmuster[2] zu erklären. Für eine wissenschaftliche Fundierung auf der Grundlage soziolinguistischer Theorien reicht das aus. In der vorliegenden Arbeit wird dabei allerdings von systemtheoretischen Überlegungen im Sinne Niklas Luhmanns ausgegangen. Der Autor ist bei seinen Recherchen auf den Begriff der systemischen Mediation gestoßen. Damit wird eine mögliche Weise von Mediatoren beschrieben um Konflikte zu behandeln. Dadurch wird aber eine systemtheoretische Beschreibung von Mediationsprozessen als solchen nicht geleistet. Daraus entstand die im Folgenden durchgeführte Arbeitsaufgabe. Dafür wird zunächst das Kommunikationssystem „Konflikt“ analysiert. Im zentralen Teil der Arbeit wird eine Beschreibung der Mediation als System entworfen. Im Anschluss daran werden die Besonderheiten der interkulturellen Mediation aus systemtheoretischer Sicht beleuchtet.

2. Konflikte als soziale Systeme:

2.1. Fragestellung

Zunächst stellt sich die Frage, was sich überhaupt als Konflikt bezeichnen lässt. Wo fängt ein Konflikt an und wo hört er auf ? Thiel und Widder (2003) gehen davon aus, dass mindestens eine Partei die Interaktion so erlebt, „dass sie die Gründe für das Nichtverwirklichen der eigenen Gedanken und Absichten der anderen Partei zuschreibt.“ (Thiel/Widder 2003, 69). Sie unterscheiden bestimmte Konfliktsorten, z.B. Zielkonflikte, Methodenkonflikte, Wertekonflikte und Beziehungskonflikte. Weiterhin unterscheiden sie in Anlehnung an Glasl acht Eskalationsstufen[3] von Konflikten.

2.2. Die acht Eskalationsstufen eines Konfliktes

In Stufe 1 werden unterschiedliche Standpunkte wahrgenommen und als unvereinbar erlebt.

In Stufe 2 findet eine Polarisation statt. Zum Standpunktdenken tritt ein Lagerdenken hinzu. Der Sachbezug tritt mehr und mehr in den Hintergrund.

Stufe 3 bildet dann eine konkrete, durch die Vorgeschichte mit Gründen abgesicherte Handlungsebene. Gehandelt wird auf der Grundlage eines als existent angenommenen Konfliktes, in der Handlungen, Wahrnehmungen und Meinungen wie bei der in Stufe 2 geschilderten Polarisation organisiert werden.

Die Koalitionsbildungen der 4. Stufe basieren anders als bei Stufe 3 auf der eingeführten Leitunterscheidung von Sieg und Niederlage. Sieg ist dabei, was dem anderen Lager schadet und Niederlage, was dem anderen Lager nützt. Für Luhmann beginnt der Konflikt erst hier, als etabliertes System seine Eigendynamik zu entfalten (ausführlicher dazu Abschnitt 2.3).

Konflikte können als kalte und heiße Konflikte auftreten (Widder/Thiel 2003, 79). Kalte Konflikte schwelen und werden nicht offen ausgetragen. Spätestens auf der 5. Stufe treten sie jedoch auch offen zutage, da Konfliktmotive andere Motive verdrängen oder ersetzen und die eigentliche Dynamik der Interaktionen zunehmend lenken.

In der 6. Stufe treten Drohungen als adäquat erachtete Methoden der Konfliktbehandlung hinzu. Die eigene Macht wird in ihrer Gesamtheit der anderen Partei illustriert.

Eine weitere, die siebte, Eskalationsstufe ist erreicht, wenn eine Partei bewusst eigenen Schaden in Kauf nimmt, um dem anderen ein größeres Maß an Schaden zuzufügen.

Die letzte, achte Eskalationsstufe besteht in der Selbstaufgabe einer oder beider Parteien zwecks Vernichtung des Gegners. Wie groß die eigenen Verluste sind zählt nicht mehr. Die achte Stufe bildet so etwas wie den „totalen Krieg“, der bewusst die vollständige eigene Niederlage in Betracht zieht.

Besemer gibt wie Thiel und Widder auch einen Schwellenwert an, jenseits dessen Mediation nicht mehr möglich sei. Kam es bereits zu Drohungen oder gewaltsamen Übergriffen, sei von einer Mediation abzuraten. Ein relativistischer Standpunkt ginge davon aus, dass individuelle wie kulturelle Schmerzgrenzen mitunter unterschiedlich ausfallen können und somit die persönliche Bewertung des Erlittenen durch die Parteien in Sonderfällen den Ausschlag geben sollte.

Im Folgenden wird von diesen Eskalationsstufen in ihrer Beschreibung von Thiel und Widder ausgegangen, wenn auf Konflikte eingegangen wird. Ziel ist, diese erfahrungmässig operationalisierten Beschreibungen systemtheoretisch zu dekomponieren, um ihre Struktur in ihren Wirkungs- und Möglichkeitsfeldern zu erfassen.

2.3. Der systemtheoretische Ansatz

Systemtheoretisch betrachtet ist ein Konflikt nichts anderes als eine bestimmte Art der Kommunikation, die sich als ein eigenes negativ abgegrenztes und positiv formuliertes System etabliert hat. Der Systemtheorie zufolge ist eine Kommunikation nicht eine Interaktion zwischen Individuen, wovon in den Sozialwissenschaften oftmals ausgegangen wird. Da Interaktion nicht für die Klärung des Konfliktbegriffes notwendig ist, aber gleichwohl Bedingung für das Zustandekommen einer Mediation ist, soll hier zunächst kurz darauf eingegangen werden.

Grundlegend für den Begriff der Interaktion ist für die Systemtheorie die Verschränkung (Interpenetration) zweier Systeme, des personalen und des sozialen Systems.

2.3.1. Das personale System

Das personale System basiert auf der Sinnhaftigkeit des Bewusstseins. Bewusstsein muss, um bewusst zu werden, Sinn konstruieren und prozessieren. Das gründet auf dem neurobiologischen Modell, dem zufolge Sinnenreize durch das Nervensystem in einer bestimmten Weise verarbeitet werden, bevor sie als strukturdeterminiert gewichtete Informationen in den Aufbau mentaler Repräsentationen eingehen. Damit Sinnenreize als Sinnenreize verarbeitet werden können, muss eine Struktur bereits vorausgesetzt werden, die sie als Sinnenreize einordnet und damit erst zu operationalisierbaren Einheiten des Nervenapparates macht. Wahrnehmung ist somit nichts anderes als eine kontingente Gewichtung selektierter Sinnesreize. Sinn kann in diesem Sinne als die von de Saussure bestimmte Zeichenformation verstanden werden: durch Abgrenzung gegenüber anderen und durch Bestimmung und Bestätigung derselben (in Luhmanns Systemtheorie: durch Kondensierung und Konfirmierung).

2.3.2. Das soziale System

Das soziale System besteht allein aus Kommunikationen. Den Begriff der Kommunikation gliedert Luhmann in die drei Elemente Information, Mitteilung und Verstehen. Verstehen entsteht durch und in der Unterscheidung von Information und Mitteilung. Ein Beispiel: Tiere sind nicht in der Lage, die Information von der Mitteilung zu unterscheiden. Wer einen Hund auf niedrigste Weise, doch freundlichen Tones beschimpft und beleidigt und ihn dabei anstrahlt und tätschelt, stellt darum auf eben dieses Wissen ab: selbst bei unterstellter Weisheit einer vollzogenene Unterscheidung von Information und Mitteilung wird der Hund die Information zugunsten der Mitteilung vernachlässigen[4]. Es ist in etwa vergleichbar mit der Zeichentriade von Charles Peirce. Verständnis wie Missverständnis können auf der Grundlage dieser Aufschlüsselung von Kommunikation analysiert werden. Kommunikation macht Kommunikation anschlussfähig. Dabei fließen Wahrnehmungen und Sinnkonstitutionen des Bewusstseins als zu transzendierende Bedingungen der Kommunikation in den Prozess ein.

Psychologische Theorien gehen ebenfalls von der Unterscheidung von Information und Mitteilung aus. Darüber hinaus gliedert sich die Mitteilungsebene in drei Subebenen, die aus der Appellebene, der Beziehungsebene und der Selbstoffenarungsebene besteht und die in jeder Kommunikation entweder im Vordergrund stehen oder doch zumindest mitschwingen.

Aufgrund des Umstandes, dass, wie im Abschnitt über personale Systeme geschildert, Interaktionen auf kontingent geordneten und selektierten Sinnenreizen beruhen, die als Wahrnehmung überhaupt erst Interpretation und Verständnis ermöglichen, erscheint Verständigung als etwas Unwahrscheinliches. Übereinstimmungen des Aufbaus mentaler Repräsentationen zwischen beteiligten personalen Systemen einer Interaktion sind aufgrund des konstruktiven Charakters eigener und fremder Sinnhorizonte nicht als Verständigungsebene begründbar. Sender-Empfänger-Modelle wie das von Shannon und Weaver gelten durch die Neurobiologie (vgl. Roth 2003) als widerlegt zur Beschreibung von Kommunikation. Die Weltkomplexität ist zu gewaltig, um von nichttrivialen Systemen auch nur ein einziges Mal in der gleichen Weise reduziert werden zu können. Wie kommt also Verständigung zustande? Luhmann gibt darauf eine soziologisch fundierte Antwort.

2.3.3. Interaktionsmedien

Allgemein kann der soziologisch geschulte Beobachter vier grundsätzliche Arten der Kombination von Handeln und Erleben in Interaktionen unterscheiden, die sogenannten symbolisch generalisierten Interaktionsmedien[5]. Diese werden in Situationen der doppelten Kontingenz gewählt, ein von Parsons geprägter Begriff. Er besagt, dass das eigene Verhalten in Bezug auf andere/den anderen auch anders möglich ist, wie auch dessen/deren Verhalten anders möglich ist. Hinzu kommt, dass sowohl Ego als auch Alter (als Interaktionsfiguren) Erwartungen erwarten, die ebenfalls auch anders möglich sind. Für die Bewältigung dieser hochkomplexen Situation kommt es zur Wahl eines Interaktionsmediums, dessen Funktion es ist, dass beide nunmehr über den Kontext oder Frame der Situation verständigt sind.

2.3.4. Strukturelle Kopplung

Das soziale System ist geschlossen wie das personale. Elemente des einen können nicht zu Elementen des anderen werden, wie eine Körperzelle auch nicht zu einer Erinnerung oder einem Gefühl werden kann. Geschlossene Systeme produzieren die Elemente, aus denen sie bestehen, selbst[6]. Allerdings sind beide Systeme strukturell gekoppelt. Da sie sich gegenseitig bedingen wird diese spezielle Kopplung von Luhmann als Interpenetration der beiden Systeme bezeichnet. Ohne Bewusstsein und den das Bewusstsein konstituierenden Möglichkeitshorizont des Sinnes kann Kommunikation nicht stattfinden. Ohne Kommunikation kann sich das Bewusstsein nicht als Bewusstsein erkennen[7].

2.3.5. Reduktion von Komplexität

Das Schlagwort von der „Reduktion der Komplexität“ zieht sich durch das Werk Niklas Luhmanns. Systeme bilden sich hernach funktional zur Reduktion einer Komplexität, die nur dadurch erfahrbar und handhabbar wird. Auch beispielsweise durch Drogen hervorgerufene synästhetische Zustände sind bereits reduzierte Weltkomplexität. Allerdings verändert sich die Gewichtung und neurochemische Kodierung der Sinnenreize, was zu einer veränderten Wahrnehmung führt. Dieses extreme Beispiel gilt für alle Zustände, die ein personales System per neuronaler Strukturbildung und –modifikation habitualisieren kann.

2.3.6. Sinn

Soziale und personale Systeme operieren auf der Grundlage von Sinn. Sinn ergibt sich aus dem Vollzug einer Unterscheidung oder, wie es Bateson (Bateson 1996) formuliert, als einen Unterschied, der einen Unterschied macht. Entlang der Unterscheidung unterschieden/indifferent wird die Welt zur (komplexitätsreduzierten) Welt. Die Welt kehrt dabei als unterschiedene Form in die markierte Seite der Form unterschieden/indifferent zurück und bildet einen Teil von ihr[8]. Auf diese Weise werden Unterscheidungen getroffen und als Unterschiede operationalisierbar gemacht[9].

2.4. Funktionalität von Konflikten

2.4.1. Konflikte als Reduktoren von Komplexität

Als soziale Systeme dienen demnach auch Konflikte der Reduktion von Komplexität. Es erscheint einfacher, das Verhalten der anderen Seite als Trachten nach dem eigenen Vorteil auf Kosten anderer zu sehen als anderswie. Die Situation wird im Hinblick auf Vor-und Nachteile gegenüber dem anderen erlebt und als wesentliche Unterscheidung etabliert. Luhmann vergleicht die Intensität von Konflikten mit Liebesbeziehungen, in der die Wahrnehmung auf der Leitunterscheidung von Liebe/Nichtliebe organisiert wird und sich durch eine besondere Ausschließlichkeit auszeichnet. Es werden Wahrnehmungen umgedeutet, die das System Konflikt sonst irritieren könnten. Der Lösung des Konfliktes steht entgegen, dass mit der Kreation des Konfliktes bereits ein Problem gelöst wurde, das der Reduktion von Komplexität. Systemtheoretische Ansätze richten ihren Fokus daher auf funktionale Substitution der Gründe des (Konflikt-) Problemes. Hier greift beispielweise auch das Harvard-Konzept: es geht darum, die Streitpartei dazu zu bewegen, sich von der Aufmerksamkeit der Versteifung auf die eigene Position weg auf die eigenen Interessen hin zu besinnen. Beim neurolinguistischen Programmieren (NLP), einer Art Teach-yourself-Therapie, werden zu einem unerwünschten Verhalten die guten Gründe dafür erfragt. Es geht ebenfalls davon aus, dass ein Verhalten eine Lösung darstellt, die unter den gegebenen Umständen im Sinne einer bounded Rationality optimal gewählt wurde. Ein funktionales Verhaltenssubstitut muss daher alle guten Gründe des alten Verhaltens abdecken und zusätzlich Anreize für eine Verhaltensänderung enthalten.

Das Konfliktsystem ist also eine funktionale Lösung des Basisproblems der Reduktion von Komplexität. In der Kommunikation wird diese Komplexität bei der Beschreibung der zuvor definierten doppelten Kontingenz (siehe Abschnitt 2, 6) sichtbar. Das System Konflikt stellt eine für alle beteiligten personalen Systeme optimale aller bis dato verfügbaren Reduktionsformen dar. Gründe können sich ändern oder wegfallen, und der Konflikt kann schon jeder Grundlage beraubt sein und sich trotzdem noch als stabiler, verlässlicher und unsubstituierbarer Reduktor reproduzieren[10]. Grundlegende Funktionsbedingung des Konfliktsystems ist die bilateral gerichtete und organisierte Polarisation der Wahrnehmung und der Interaktion.

2.4.2. Konfliktdynamik

Erst zu dem Zeitpunkt, an dem eine oder mehrere Parteien diese Sieg/Niederlage-Sicht der eigenen Handlungsweise als Leitunterscheidung einführen, erkennt Luhmann die Systemhaftigkeit des Konfliktes an. Aktionen, die den Konflikt am Laufen halten oder schüren, werden als Egos Reaktionen auf Alters Aktionen beschrieben und umgekehrt. Eigenes Glück und Unglück wird mit dem Verhalten oder der bloßen Existenz der Gegenseite in Verbindung gebracht. Das System Konflikt gewinnt damit eine Eigendynamik, die es beobachtbar werden lässt und auf andere Systeme ausstrahlt (z.B. das Team), sie funktionalisiert (z.B. die Rechtsprechung), sich gegen sie abgrenzt (z.B. Boykottmaßnahmen und Demonstrationen) usw..

3. Systemtheoretische Beschreibung des Mediationsverfahrens:

3.1. Mediation als zivilisatorisches Angebot

Wie in der Einleitung ausgeführt, geht es in dieser Arbeit um die Beschreibung eines Mediationstypus, der sich in den letzten Jahrzehnten von den USA ausgehend in säkularen Demokratien verbreitet und etabliert hat. Es gibt darüber hinaus andere Mediationsformen, die in anderen Gesellschaften praktiziert werden. Dennoch ist die folgende Beschreibung so allgemein gehalten, dass sich damit unter geringfügigen Modifikationen auch andere Schlichtungsverfahren unter Hinzuziehung einer dritten Partei beschreiben lassen.

Kapitel 2 dieser Hausarbeit hat sich mit der Vorgeschichte der Notwendigkeit einer vermittelnden Intervention befasst. Es muss dabei von einem faktischen Konflikt ausgegangen werden. Da Mediation als Verfahren in den USA z.B. Scheidungsprozessen staatlich verordnet vorgeschaltet wird, muss betont werden, dass es sich beim originären Mediationsverfahren, auf den auch die vorliegende Arbeit abstellt, um ein von den Parteien freiwillig in Anspruch genommenes außerzivilrechtliches Angebot handelt.

3.2. Mediation als Lösungsansatz bei Konflikten

Auf die Ausschließung und Ausschließlichkeit in Konflikten ist bereits in (2) eingegangen worden. Ausschließung bezeichnet die Ausklammerung neutraler Positionen (im Sinne eines „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns !“) und Ausschließlichkeit meint die Organisation von Wahrnehmungen immer in Bezug auf die Bestätigung der angenommenen Gegnerschaft und der sich daraus ergebenden Sieg/Niederlage – Leitdifferenz. Aus diesem Grund ist es möglich und auch wahrscheinlich, dass von den Parteien versucht wird, andere in den Konflikt zu ziehen. Diese Haltung äußert sich gegenüber Mediatoren in ambivalenten Erwartungen: auf der einen Seite erwarten die Parteien Neutralität und eine faire Schlichtung und auf der anderen Seite kann es passieren, dass versucht wird, den Mediator auf die eigene Seite zu ziehen, wenn sich der Konflikt schon auf der entsprechenden Eskalationsstufe befindet.

Liegt in einem nicht freiwilligen Mediationsverfahren ein Konflikt vor, dann verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Mediation auf Grund der geschilderten Merkmale von Konflikten erfolgreich ist. Besemer (1996) erwähnt eine amerikanische Studie, der zufolge die rechtlich verordneten Mediationen eine erheblich geminderte Erfolgsquote aufweisen als das freiwillige Verfahren.

Es wird daher davon ausgegangen, dass Mediation (ob erfolgreich oder nicht) dann stattfindet, wenn eine der Parteien, beide Parteien oder Dritte die Notwendigkeit sehen, ein solches Verfahren einzuleiten und beide Parteien sich dazu bereit finden.

3.3. Verfahren aus systemtheoretischer Sicht

Verfahren sind systemtheoretisch betrachtet soziale Systeme, die sich auf der Basis eines Interaktionsmediums im Hinblick auf Zwecke bilden, deren Erreichung mit ihrer Auflösung gleichkommt. Anders als andere Formen sozialer Systeme besteht der übergeordnete Zweck von Verfahren darin, ihre eigene Auflösung zu verfolgen. Verfahren sind zeitlich begrenzt und das unterscheidet sie beispielsweise von Prozessen, deren beabsichtigtes Ende nicht notwendigerweise als conditio sine qua non ihre Entstehung überhaupt ermöglicht[11]. Prozesse gehen Verfahren vielmehr voraus oder werden durch Verfahren eingeleitet und strukturiert. Konflikte entsprechen daher in ihrer temporalisierten (Eskalierungs-) Struktur dem Prozesstypus. Konfliktparteien verfolgen Ziele und nicht Zwecke. Zwecke sind formaler Natur und nicht imaginärer[12].

3.3.1. Übergangsriten

Verfahren sind funktional äquivalent zu dem, was die Ethnologen van Gennep und Turner als „Übergangsriten“ in allen Gesellschaftstypen[13] ausmachen. Riten stellen demnach eine institutionalisierte Form von gesellschaftlichen Rollentransformationen dar. Ein Ritus gliedert sich in drei Phasen: die Loslösung vom Bestehenden, die Übergangsphase und die (Wieder-) Eingliederung in das Neue. Ein festgelegter Ablauf soll sicherstellen, dass sich während der Transformationsphase ein Bewusstsein der veränderten Rolle bildet. Damit einher werden Rechte und Pflichten als sozial generierte Erwartungsstrukturen vermittelt, in die das Individuum in der dritten Phase eingebunden wird. Während der Übergangsphase gelten für die Teilnehmenden Sonderrechte und Sonderregelungen, die ebenfalls auf die sozialen Funktionen und Zwecke des Ritus abgestimmt sind.

3.4. Rolle und Funktion des Mediatoren im sozialen Feld

3.4.1. Neutralität

In der gängigen Literatur über Mediation wird oftmals von einer Allparteilichkeit des Mediatoren gegenüber der Neutralität des Mediatoren gesprochen. Jedoch wird eine adäquate Beschreibung der Mediatorenposition nur unter Verwendung beider Begriffe geleistet. Neutralität suggeriert dabei, der Mediator würde außerhalb des Systems Konflikt stehen und wäre dem Anspruch verpflichtet, keinerlei Partei zu ergreifen. Die Praxis zeigt jedoch, dass sich der Mediator sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite einzubringen hat. Neutralität impliziert weiterhin, dass der Mediator keine Verantwortung für den Konflikt trägt. In dem Moment, in dem eine Mediation seitens des Mediators angestrebt bzw. durchgeführt wird, trägt er aber faktisch Verantwortung, da jegliches Engagement auf nichts anderem basiert.

3.4.2. Allparteilichkeit

Allparteilichkeit bezeichnet in einer Mehrzahl der Fälle das doppelte Engagement des Mediatoren auf beiden Seiten. Allparteilichkeit kennzeichnet somit eine beobachtbare Methode, lässt das Als-ob der Parteinahme, das der Mediator den Parteien zu signalisieren hat, um nicht als parteiisch zu gelten, aber unmarkiert. Demgegenüber bezeichnet gerade der Begriff der Neutralität das Interesse, den Konflikt aus anderen Gründen lösen zu wollen als die Parteien. Die Transparenz dieser Motivation des Mediatoren macht das Verfahren für die Parteien sicher. Für den Mediatoren wird unter diesen mannigfaltigen Rücksichtnahmen und Berücksichtigungen das Verfahren zu einem Drahtseilakt, den er nur durch eine klar und offen beabsichtigte Ausrichtung auf das Verfahren als solches bewältigen kann.

3.5. Systemisch angelegte Mediation

3.5.1. Das Verfahren

Systemtheoretisch betrachtet wird in einer erfolgreichen Mediation das Kommunikationssystem Konflikt durch Irritation transformiert.

Dieses stark vereinfachende Kommunikationssystem wird von dem Mediator durch seine Interventionen auf der Grundlage von Neutralität/Allparteilichkeit aufgebrochen, und es entsteht ein neues, geschlossenes soziales System – das Mediationsverfahren. Von dem Konflikt wird nicht mehr ausgegangen, sondern der Konflikt selbst wird zum Gegenstand[14] davon zu unterscheidender Interessen der Parteien. Der konstruktivistische Ansatz der Systemtheorie setzt diese Unterscheidung nicht als Faktum voraus. Wichtiger ist, dass die Unterscheidung von Konfliktdynamik und eigentlichem Interesse zur Auflösung des Konfliktes von den Parteien getroffen wird. Dem Mediator hilft dabei die freiwillige Teilnahme der Parteien, deren übergeordnete Interessen herauszuarbeiten. Wer ein stärkeres Interesse an der Erhaltung des Konfliktes hat, lehnt das Verfahren von vornherein ab oder kann sich auf den Schritt, die genannte Unterscheidung zu treffen, nicht einlassen.

3.5.2. Wahlmöglichkeiten vs. Konfliktdynamik

3.5.2.1. Wahlmöglichkeiten durch Wechsel von der sozialen auf die personale Ebene

Der Psychologe Wolfgang Lenk definiert in Anlehnung an die Systemtheorie und den Ökologiebegriff bei Bateson ein Kommunikationssystem dann als ökologisch, wenn die Wahlmöglichkeiten aller Parteien erweitert werden[15]. Die neue Wahlmöglichkeit, dessen Einführung Aufgabe und Arbeit des Mediatoren bildet, besteht darin, dass die Parteien in die Lage versetzt werden, eigene Interessen dem Interesse an der Erhaltung des Konfliktes vorzuordnen. Dazu muss die Partei dazu gebracht werden, die Ebene vom sozialen zum personalen System zu wechseln, von der Kommunikation zum Bewusstsein der Kommunikation. Zweifel, Kritik und Infragestellungen sind dabei als kommunikatives Handeln zu verstehen und nicht als Bewusstsein.

3.5.2.2. Wahlmöglichkeiten als Operation des Bewusstseins

Die phänomenologische Erscheinungsweise des Bewusstseins besteht in Erkenntnis und Reflexion und wird damit beobachtbar. Eine Möglichkeit ist dadurch nicht weniger faktisch, dass sie nicht erkannt wurde. Daher lässt sich Bewusstsein nicht als Entdeckung von etwas (Neuem) beobachten, sondern als Erkennung und Identifikation[16]. Die Einrichtung von inneren Wahlmöglichkeiten erfolgt durch Ebenenwechsel vom personalen zum sozialen System und umgekehrt[17].

3.5.2.3. Positive und negative Selektion in Evolutionsprozessen

Was als eigene Unfreiheit erlebt und kommuniziert wird, ist bedingt durch die evolutive Negativselektion der jeweils anderen Ebene. Evolution selektiert nach Luhmann[18] positiv oder negativ. Positive Selektion bedeutet, dass eine Variation oder Modifikation gegenüber der (Wahl-, Entscheidungs- oder Zufalls-) Geschichte des Systems stattfindet. Negative Selektion ist konservativ ausgerichtet und zieht der variierten Form die Bestandserhaltung vor. Sie dient in der Kommunikation der Bildung von Gewohnheiten, Erwartungen und Erwartungserwartungen (zur Ermöglichung interaktionaler Kommunikation unter der Bedingung doppelter Kontingenz). Wie in Kapitel 2 beschrieben operiert das personale ebenso wie das soziale als geschlossenes System. Der Evolutionsprozess bildet den beobachtbaren Mechanismus der Interpenetration (strukturellen Kopplung, 2.3.4.) beider Systeme. Was die Kommunikation selektiert, kann bewusst werden und was als Reflektion das Bewusstsein durchlaufen hat, kann zur Bedingung und Gegenstand von Kommunikation werden.

3.5.2.4. Wahlunfreiheit

Bei Rechnern gibt es die Verweigerung des Zugriffs auf Anwendungen, die das System gerade verwendet. Verwendet das soziale System die Anwendung Konflikt, dann kann nur das personale System positiv selegieren, da das soziale System bis auf weiteres auf den Konflikt als Bedingung der Möglichkeit seiner Selbst angewiesen ist. Die Mediation stellt darauf ab, dass Bewusstsein eine Bedingung von Kommunikation und gleichzeitig ein geschlossenes, sich selbst reproduzierendes System ist. Die Möglichkeit der Reflektion jedweder Kommunikation ist somit grundsätzlich gegeben. Damit erhebt sich die Frage, wie eine Reflektion des Konfliktes eingeleitet und durchgeführt werden kann. Das Instrumentarium des Mediatoren setzt an dieser Stelle an.

3.5.3. Prozessierung durch Mediation

Die Anwesenheit der jeweils anderen Partei kann im nächsten Schritt Transformation und Aufbau veränderter mentaler Repräsentationen unterstützen, da die andere Partei vom Mediator in der gleichen Weise verstanden und behandelt wird. Das kann einseitige und stereotype Zuschreibungen der Parteien entkräften, deren Konstruktion in Abwesenheit einer der Parteien vom Mediator nur schwer zu irritieren ist. In Anlehnung an Meads Theorie des generalisierten Anderen müssen die sich nicht an der Wahrheit messen, wenn sie nur genügend Komplexität reduzieren. Die Gegenwart des anderen und die offene Behandlung der Kommunikation schafft eine Situation, in der die Stereotypisierung auf Dauer nicht durchzuhalten ist, weil sie sich nicht mit Struktur und Funktion des Verfahrens verträgt. Zurechnungen werden hinterfragt und müssen sich an den als eigen erkannten Interessen bewähren[19].

3.5.3.1. Transformation des Systems

Woraufhin lässt sich das auf Macht und Ohnmacht basierende Konfliktsystem der Parteien transformieren ? Transformation findet immer im Hinblick auf etwas statt. Von Verfahren unterscheidet es sich durch seinen informalen Charakter. Transformation wird nicht im Voraus festgelegt. Deren Funktionalität ergibt sich aus positiv evoluierenden Einheiten, die an und für sich keine verfahrenstechnische Stabilisierung gewährleisten. Transformationen werden vielmehr durch Verfahren (re)stabilisiert, um sich als Struktur gegenüber einer Temporalisierung des Systems, dessen Einheiten als Ereignisse nach ihrer Entstehung sofort wieder vergehen und durch andere ersetzt werden, zu bewähren.

3.5.4. Vertrauen

Im Mediationsverfahren geht dem Bruch mit der Kommunikationsstruktur des Konfliktes die Bildung des dem Mediator von den Parteien entgegengebrachten Vertrauens voraus. Vertrauen ist nach Luhmann kein Interaktionsmedium auf Grundlage der Kombination von Erleben und Handeln. Gleichwohl ist Vertrauen ebenfalls ein Mechanismus zur Reduktion von Komplexität. Der Konflikt muss sich durch Ersetzung eines höherwertigen[20] Substitutes als redundant erweisen. Vertrauen bietet sich dafür an. Die Form des Verfahrens als solches ist auf das Vertrauen der Parteien angelegt. Der Mediator kann nur dann erfolgreich intervenieren, wenn er über jeden Zweifel erhaben ist und somit das Ergebnis wie auch dessen Zustandekommen von den Parteien nicht im Nachhinein infragegestellt wird. Das Vertrauen zu dem Mediator und der Legitimation des Verfahrens schafft einen Frame, der den Konflikt entschleunigt und Möglichkeiten zur Reflektion bietet. Reflektion entzieht sich jeder Vereinnahmung durch Kommunikation und setzt den Konflikt für dessen Dauer außer Kraft.

4. Besonderheiten der „Interkulturellen Mediation“ aus systemtheoretischer Sicht:

4.1. Verständigung als Ziel interkultureller Mediation

Busch (Busch 2005, 20/21) weist darauf hin, dass interkulturelle Mediation maßgeblich durch den Anspruch der Herstellung von Verständigung zwischen Angehörigen unterschiedlicher kultureller Herkunft geprägt wird. Dies stellt er der in Abschnitt (1) angegebenen Definition der Mediation als allgemein geltende gegenüber und begreift interkulturelle Mediation als additive Sonderform der Mediation. Demnach wird der Begriff Konflikt umgangen oder zumindest nicht eingehend thematisiert. Vom Konflikt wird nicht ausgegangen, um zum Begriff der und dem Bedarf für interkulturelle Mediation zu gelangen.

4.1.1. Verständigung als kommunikative Form des Verstehens

Systemtheoretisch gesehen spricht einiges für diesen Ansatz. Allerdings ist der Bezug allein auf die Praxis interkultureller Mediation aus dieser Sicht indifferent (und von Busch im übrigen auch nicht eingehender begründet worden). Konflikte lassen sich als falsche Verständigung oder Missverständigung beschreiben, da sich keines der Interaktionsmedien als Reduktor einsetzen lassen kann. Konflikte bestehen in dem Versuch der Ausübung von Macht und erreichen ihre zunehmende Dynamik durch die Fehlschläge der Inanspruchnahme von Macht. Verstehen kann nur dann wiederum kommunikativ werden und zur Fortsetzung ihrer selbst gelangen, wenn es sich der Interaktionsmedien bedienen kann. Gerade deren Ablehnung kennzeichnet jedoch das System Konflikt als solches. Verständigung wiederherzustellen heißt also von der Systemtheorie her, dass Vertrauen als soziales Substitut zum Konflikt (Mißtrauen) eingeführt wird, was eine hinreichende Bedingung der Möglichkeit von medienvermittelten Interaktionen darstellt. Die Inanspruchnahme der Interaktionsmedien wird dabei als originär gesetzt[21].

4.2. Sprachsysteme und Wertesysteme

Begründen lässt sich die Vernachlässigung der Konfliktsituation der Parteien zugunsten einer Verständigungsorientierung als Merkmal interkultureller Mediationsverfahren damit, dass ungewollte Missverständnisse in interkulturellen Kontaktsituationen einen größeren Anteil an Verstimmungen besitzen als in intrakulturellen Konflikten (was zu überprüfen wäre (Anmerk. des Autoren)). Intrakulturelle Konfliktsysteme zeichnen sich demnach hingegen häufiger durch inkompatible Wertorientierungen der Parteien aus, die dann zum Konflikt führen.

4.2.1. Unterschiedliche Wertesysteme

So kann es in interkulturellen Situationen vorkommen, dass zwei Parteien aufeinanderprallen, die vom gleichen oder einem ähnlichen Wertesystem ausgehen (z.B. fromme Moslems und wiedergeborene Christen), aber aufgrund von Unkenntnis formal gegen das Wertesystem der anderen Partei verstoßen (beispielsweise beim Besuch einer Moschee die Schuhe anzubehalten). Bei intrakulturellen Konflikten stoßen oftmals unterschiedliche Wertesysteme aufeinander, deren Kommunikation und Praxis durch den jeweils anderen als unzumutbar empfunden wird. Gerade das Verstehen vom Handeln des anderen auf Grundlage der gleichen kulturell kodifizierten Semantik birgt den Sprengstoff, an dessen Endpunkt Zuschreibungen stehen, die sich nur noch konfliktfunktional und nicht mehr hermeneutisch absichern lassen.

4.3. Systemtheoretisch begründete Unterscheidung von inter- und intrakultureller Mediation

Die Problemstellung scheint inter- und intrakulturell unterschiedlich gelagert zu sein. Auch lässt sich die Skala der Eskalationsstufen in interkulturellen Konflikten nicht ohne weiteres anbringen. Ein möglicher Grund wäre die individuell als größer eingeschätzte Möglichkeit gegenseitigen Missverstehens. Die Situation doppelter Kontingenz in ihrer Funktion der Reduktion sozialer Komplexität sticht bei interkulturellen Kontaktsituationen besonders ins Auge. Intrakulturelle Reduktionsstrategien werden unbrauchbar oder führen zur Kenntnisnahme der Möglichkeit eines sich reziprok aufbauenden Missverständnisses. Die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Kommunikation wird daher als geringer eingeschätzt und baut sich zu Unsicherheit auf, die die Dynamik einer self-fullfilling prophecy gewinnen kann.

Entsprechend unterscheidet sich auch das Arbeitsgebiet des interkulturellen Mediatoren samt methodischer Ausrichtung. Geht es intrakulturell um die Substituierung des Konfliktsystems durch Vertrauen auf Basis von Legitimität durch Verfahren und Integrität des neutralen und allparteilichen Mediatoren, so liegt die Situation bei interkulturellen Mediationen anders. Der Aufbau von adäquaten Erwartungs- und Erwartungserwartungsstrukturen im Feld der doppelten Kontingenz ist der gemeinsame Nenner beider Mediationsformen.

Der Mediator hat es bei interkulturellen Konflikten nicht mit einem System zu tun, das stark oder zu stark Komplexität reduziert. Das gilt dann, wenn von interkultureller als spontaner Laienmediation bei interkulturellen Kontaktsituationen ausgegangen wird, wie es Busch u.a. vorschlägt. Es gilt nicht, wenn der Konflikt die Eskalationsstufe 4 erreicht hat. Bei Stufe 4 hat sich der Konflikt als sich selbst erhaltendes System etabliert, das Komplexität jenseits möglicher interkultureller Ausgangsprobleme reduziert. Eher ist dann schon von einer Eigenkultur des Konfliktes auszugehen (wie z.B. das Verhältnis von Griechenland und der Türkei).

Im Gegenteil besteht die Leistung erfolgreicher interkultureller Mediation gerade darin, die Reduktion von Komplexität zu ermöglichen. Es geht nicht um die Substitution, sondern den Aufbau eines sozialen Systems, welches sich ohne das Engagement (anstelle von: Intervention) des Mediatoren nicht bilden könnte.

5. Literatur:

Bateson, Gregory (1996): Ökologie des Geistes – Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven. Frankfurt am Main. Suhrkamp.

Becker-Mrotzek, Michael / Brünner, Gisela / Cölfen, Hermann (2000): Linguistische Berufe. Ein Ratgeber zu aktuellen linguistischen Berufsfeldern. Frankfurt. Peter Lang.

Bergen, Ira-Astrid (2000): Realität in den Geisteswissenschaften: Hermeneutikkritik und neurobiologisch fundierte Semiotik zur Darstellung und Analyse des mentalen Realitätsaufbaus beim Lesen und Schreiben. http://www.sbg.ac.at/hai/publikationen/realitaet_bergen.pdf (14.11.2004).

Besemer, Christoph (1996): Mediation – Vermittlung in Konflikten. Baden. Werkstatt für gewaltfreie Aktion.

Besemer, Christoph (1996a): Mediation in der Praxis – Erfahrungen aus den USA. Baden. Werkstatt für gewaltfreie Aktion.

Birkenbihl, Vera F. (1991): Kommunikationstraining – Zwischenmenschliche Beziehungen efolgreich gestalten. München. MVG Verlag.

Busch, Dominic (2003): Der Einfluss situativer Missverständnisse in interkulturellen Kontaktsituationen – Exemplarisch dargestellt an Gesprächen polnischer und deutscher Studierender. Stuttgart. Ibidem-Verlag.

Busch, Dominic (2005): Interkulturelle Mediation – Eine theoretische Grundlegung triadischer Konfliktbearbeitung in interkulturell bedingten Kontexten. Frankfurt. Peter Lang.

Busch, Dominic / Schröder, Hartmut (2005): Perspektiven interkultureller Mediation. Frankfurt. Peter Lang.

Dulabaum, Nina L. (1998): Mediation: Das ABC – Die Kunst, in Konflikten erfolgreich zu vermitteln. Weinheim. Beltz-Verlag.

Duss-von Werdt, Joseph (2005): Homo Mediator – Geschichte und Menschenbild der Mediation. Stuttgart. Klett-Cotta.

Fiehler, Reinhard / Sucharowski, Wolfgang (1992): Kommunikationsberatung und Kommunikationstraining – Anwendungsfelder der Diskursforschung. Opladen. Westdeutscher Verlag.

Fiehler, Reinhard / Metzing, Dieter (1995): Untersuchungen zur Kommunikationsstruktur. Bielefeld. Aisthesis Verlag.

Fisher, Roger / Ury, William / Patton, Bruce (1996): Das Harvard-Konzept – Sachgerecht verhandeln – erfolgreich verhandeln. Frankfurt. Campus Verlag.

Folger, Joseph P. / Jones, Tricia S. (1994): New Directions in Mediation – Communication Research and Perspectives. Thousand Oaks. SAGE Publications.

Fuchs, Peter (1998): Das Unbewußte in Psychoanalyse und Systemtheorie – Die Herrschaft der Verlautbarung und die Erreichbarkeit des Bewußtseins. Frankfurt am Main. Suhrkamp.

Haft, Fritjof / Gräfin von Schlieffen, Katharina (2002): Handbuch Mediation. München. Beck.

Hauser, Christoph (2002): Eine ökonomische Theorie der Mediation. Zürich. Verlag Rüegger.

Haynes, John / Mecke, Axel (2004): Mediation – Vom Konflikt zur Lösung. Stuttgart. Klett-Cotta.

Hess, Thomas (2003): Lehrbuch für die systemische Arbeit mit Paaren – Ein integrativer Ansatz. Heidelberg. Carl-Auer-Systeme Verlag.

Lewis, David (1975): Konventionen – Eine sprachphilosophische Abhandlung. Berlin. Walter de Gruyter.

Luhmann, Niklas (1968): Vertrauen – Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität. Stuttgart. Ferdinand Enke.

Luhmann, Niklas (1993): Legitimation durch Verfahren. Frankfurt. Suhrkamp.

Luhmann, Niklas (1998): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt. Suhrkamp.

Luhmann, Niklas (1999): Ausdifferenzierung des Rechts – Beiträge zur Rechtssoziologie und Rechtstheorie. Frankfurt. Suhrkamp.

Maturana, Humberto R. (1995): La realidad: ¿objetiva o construida? I. Fundamentos biológicos de la realidad. Barcelona. Editorial Anthropos.

Roth, Gerhard (2003): Fühlen, Denken, Handeln – Wie das Gehirn unser Verhalten steuert. Frankfurt am Main. Suhrkamp.

Risto, Karl-Heinz (2003): Konflikte lösen mit System: Mediation mit Methoden der Transaktionsanalyse – Ein Arbeitsbuch. Paderborn. Junfermann.

Scherf, Michael (2002): Beratung als System – Zur Soziologie der Organisationsberatung. Wiesbaden. Deutscher Universitäts-Verlag.

Schramkowski, Barbara (2001): Interkulturelle Mediation – Mediation als eine Methode des konstruktiven Umgangs mit Interkulturellen Konflikten in Städten mit hohem multikulturellen Bevölkerungsanteil. Konstanz. Hartung-Gorre Verlag.

Spencer-Brown, George (1994): Laws of Form - Gesetze der Form. Lübeck. Bohmeier Verlag.

Thiel, Svenja / Widder, Wolfgang (2003): Konflikte konstruktiv lösen – Ein Leitfaden für die Teammediation. Wolters Kluwer. München.

Watzlawick, Paul / Beavin, Janet H. / Jackson, Don D. (1974): Menschliche Kommunikation – Formen, Störungen, Paradoxien. Verlag Hans Huber. Bern.

[...]


[1] „Mediation ist die Einschaltung eines (meist) neutralen und unparteiischen Dritten im Konflikt, der die Parteien bei ihren Verhandlungs- und Lösungsversuchen unterstützt, jedoch über keine eigene (Konflikt-) Entscheidungskompetenz verfügt.“ (zit. nach Busch 2005, 20).

[2] z.B. die Theorie des performativen Handelns von Austin oder auch Essers Rational-Choice-Theorie.

[3] Thiel und Widder 2003, 75.

[4] Dazu auch Bateson über die Struktur der double binds als Kommunikationsweise in Familien mit einem schizophrenen Mitglied: Widersprüche auf den Kommunikationsebenen führen dabei zu unklaren Kommunikationen, die sich im scheinbar sinnlosen Gerede des Interpretanten (also des Bezugsuchenden) spiegeln. Da der Hund aus dem Beispiel nur die Mitteilungsebene versteht, entsteht für ihn keine Verwirrung.

[5] Luhmann 1998, 316-396: (Tab. S. 336) Handeln, das zu Erleben führt (Eigentum, Geld, Kunst); Handeln, das zu Handeln führt (Macht, Recht); Erleben, das zu Handeln führt (Liebe) und Erleben, das zu Erleben führt (Wahrheit, Werte) jeweils bezogen auf mindestens zwei Interaktionspartner.

[6] Dazu Maturana 1995, XII und XIII: „La noción de autopoiesis sirve para describir un fenómeno radicalmente circular: las moléculas orgánicas forman redes de reacciones que producen a las mismas moléculas de las que están integradas.“

[7] „Woher weiß das Bewußtsein, dass es ein Bewußtsein ist ? – Es ist ihm gesagt worden.“ (Fuchs 1998)

[8] Vgl. dazu Spencer-Brown 1994.

[9] „Die feinen Unterschiede“ von Pierre Bourdieu widmet sich diesem Thema. Bourdieus Habitusforschung mit seinen inkorporierten und inkorporierenden Strukturen trägt genau diesem Umstande Rechnung und geht aber bereits von der Faktizität der Unterschiede, die Unterschiede machen, aus. Luhmann beschreibt in Anlehnung an Spencer-Browns Formenkalkül die paradoxe Operation des Unterscheidens, in der die Unterscheidung in das durch sie Unterschiedene zurückkehrt. Es handelt sich bei den „feinen Unterschieden“ um ein typisches Beispiel der von Luhmann klassifizierten „Was-ist-der-Fall“ Soziologie und bei seiner Verwertung des ursprünglich mathematischen Formenkalküls um eine „Was-steckt-dahinter“ Soziologie. Beides ergänzt sich wunderbar.

[10] „Freunde kommen und gehen. Einen guten Feind aber hat man ein Leben lang.“ – Hägar der Schreckliche (Dik Brown).

[11] Vgl. dazu das Werk Franz Kafkas: seine Haupterzählungen wie „Der Prozess“ oder „Das Schloss“ schildern die Tragik von Figuren, die denken, sie stünden in geordneten Verfahren und die sich damit über die Natur ihrer Angelegenheiten täuschen, die in das Leben der Figuren schneidend eingreifen und aber keine Ordnungsleistungen erbringen und oft auch nicht ermöglichen.

[12] „Der Zweck heiligt die Mittel.“ ist daher ein oft missbrauchtes Sprichwort. Zwecke geben die Mittel zu ihrer Erreichung schon vor. Gebraucht wird es oft zur Beschreibung des Spannungsverhältnisses zwischen propagierten und tatsächlichen Zielen (Wer kann schon Menschenrechte mit Folterungen und Kriegen verteidigen ?). Die Mittel beschreiben den Zweck und verraten das Ziel.

[13] In der soziologischen Systemtheorie gibt es drei: segmentäre (tribale), stratifizierte und funktional differenzierte Gesellschaften. Interessant ist, dass in allen drei Formen verfahrensmässige Behandlungen von Konflikten institutionalisiert sind. Einen wenngleich historisch-chronologisch und nicht gesellschaftstypisiert gegliederten Überblick bietet Duss- von Werdt (2005).

[14] Und erst an dieser Stelle kann etwas wie das Harvard-Konzept greifen. Solange der Konflikt als System nicht zumindest zeitweilig ersetzt (entschleunigt) im Frame eines wirkungsmächtigeren Systems (im Falle der Mediation: durch Einverständnis der Parteien) thematisiert wird, gibt es keine Möglichkeit für die Beteiligten personalen Systeme, ihr Augenmerk von Positionen auf Interessen zu richten. Ein Beispiel: Trauerarbeit funktioniert nicht dadurch, den Betrauerten irgendwie so hinzustellen, dass er weniger vermisst wird. Vielmehr beginnt die Bewältigung im Erfassen der Bedeutung des Betrauerten für das eigene Leben. Das eigene Leben wird damit zum Frame für das Ereignis zur Reduktion der Komplexität des Ereignisses. Mediation würde ihren Stellenwert verlieren, wenn personale Systeme ihr Erleben zunehmend durch das eigene Leben framen würden. Unter dem Gesichtspunkt des eigenen Lebens verlieren Konflikte ihre Kraft, Unglück sein Schlimmes, Ungerechtigkeit seinen Stachel. Der Frame „eigenes Leben“ ist in säkularen Gesellschaften unpopulär, weil die unmarkierte andere Seite der Form des Lebens, der Tod, als allpräsentes Existenzial des Lebens marktwirtschaftlich profitable Lebensgestaltungen konterkariert und daher außerhalb der Kirchen kaum Unterstützung findet.

[15] Siehe Infoblatt zur NLP-Ausbildung des MEIB (Milton-Erickson-Institut Berlin).

[16] Heidegger konstituiert das Bewusstsein als das Bewusstsein von Etwas, an das das Bewusstsein stets gekoppelt ist (Vgl. in „Sein und Zeit“ den Begriff des Daseins mit dem des In-der-Welt-Seins).

[17] Dazu umfangreicher Fuchs 1998.

[18] Luhmann 1998, 473-485.

[19] An dieser Stelle beginnt der Diskurs über die Macht des Mediatoren: was als eigenes Interesse erkannt wird, ist Ergebnis eines Aufmerksamkeits- oder auch Kontext- oder Sprachspieles (Wittgenstein), welches sich aus der Exploration der Situation individuell ergeben kann, ohne individuell (als faktisch gesetzte wertorientierte Strukturgerinnungen des personalen Systems) zutreffen zu müssen. Hypothesenbildung ersetzt funktional eben nicht Beobachtungen. Sie besitzt lediglich Ordnungscharakter und das auch nur im Sinne eines „zunächst“ und „zumeist“. Das Verhalten der Parteien in der Mediation gibt dem Mediator nicht mehr als einen kleinen Einblick in das Leben der Parteien. Daher misst sich erfolgreiche Mediation an der Befindlichkeit der Parteien hinterher. Dennoch ist der Mediator nicht für die Erkenntnis von oder Ignoranz gegenüber eigenen Interessen beteiligter personaler Systeme verantwortlich. Solche Ansprüche haben schon viele Seelen unglücklich gemacht. Der Mediator steht dafür ein, dass die Parteien für die Dauer der Sitzung von der Unterscheidung von Konfliktdynamik und Eigeninteresse ausgehen. Das Eigeninteresse wird primär dann zum thematischen Gegenstand der Mediation, wenn es verschleiert (z.B. als „Wohlwollen“ oder „Mitgefühl“ á „Ich habe es doch nur gut gemeint!“) zur Konflikterhaltung beiträgt. Eine positive Bestimmung eigener Interessen unterstützt natürlich den Vermittlungsprozess insgesamt.

[20] Ökonomische Theorien gehen davon aus, dass Innovatives (im Sinne der Systemtheorie: positive Selektion) nur dann gewählt wird, wenn die Vorteile gegenüber dem Bewährten überwiegen, da die Innovation zusätzliche Kosten verursacht / verursachen könnte (z.B. neue Gewohnheitsbildungen, Erwartungsenttäuschungen, Risiken). Gegenbeispiele werden durch die Theorie der bounded rationality, einer Vernunft, die nur ausschnitthaft informiert sein kann, entkräftet. Wer offensichtlich falsch liegt, wusste eben nicht besser Bescheid. Zur Ökonomie (in) der Mediation vgl. auch Hauser 2002.

[21] Wo man sich nicht mehr versteht gab es doch einmal Verstehen. Selbst wenn es nicht so war muss es doch angenommen werden, wenn man sich den Spiegel des generalisierten Anderen als Verstärker der eigenen positiven Erwartungen nutzbar machen möchte.

3 von 23 Seiten

Details

Titel
Kommunikations- und systemtheoretische Grundlagen von Konflikten und ihrer Behandlung in Mediationsverfahren
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Veranstaltung
Interkulturelle Mediation
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V111322
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikations-, Grundlagen, Konflikten, Behandlung, Mediationsverfahren, Interkulturelle, Mediation
Arbeit zitieren
Tilman Meynig (Autor), 2005, Kommunikations- und systemtheoretische Grundlagen von Konflikten und ihrer Behandlung in Mediationsverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111322

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