Wie bei allen Sätzen unseres Herrn Jesus Christus handelt es sich meiner Meinung nach auch hier um ein Stück der Heiligen Schrift, mit denen der Menschensohn uns Schwachgebliebenen in den Stunden tiefster Nacht und Gottverlassenheit durch den Lichtstrahl seiner Worte die Gnade unseres Gottes wieder erkennen und spüren lässt. Ein Wort, so empfinde ich, voller Wärme und Zuversicht für die am Wegesrand Gehenden und wie ein Wegweiser, eine leuchtende Laterne, auf unseren so schwer passierbaren Lebenswegen.
Es sind jedoch auch Verse, welche uns neben der Ermutigung zugleich auch mahnen und erinnern. Schon zu Beginn des Gleichnisses, beim Lesen und Meditieren des ersten Verses treffen wir auf Worte, die uns Christen in unserem oft so selbstgerechten Alltagstrott wachrütteln. Die uns wieder bewusst machen, dass wir nicht um unser selber Willen glauben und leben dürfen, sondern dass wir gerade denjenigen unter uns Beachtung und Liebe schenken müssen, die in unseren Augen als klein erscheinen bzw. die wir kleiner machen, um selber größer dazustehen. Bei ehrlicher Betrachtung erkennen wir hier leider eine große Gruppe von Menschen und Personen, die in dieses „Raster“ passen: wir können das Wort Jesu einmal wörtlich interpretieren und versuchen zu bedenken, wie mit Kindern und Jugendlichen heutzutage in einigen Fällen umgegangen wird; wie sie teilweise nur als Objekte wahrgenommen, jedoch nicht als Subjekte angenommen werden. Doch ebenso schließt es auch die anderen aus unserer Sicht Kleinen, für uns minimal bedeutsamen oder interessanten Leben ein: Kranke, Alte, Aussätzige, Menschen anderer Religionen oder Konfessionen, Weltansichten, Hautfarben, sexuellen Orientierungen, politischen Einstellungen und so fort. Gerade hier wird für mich unsere eben schon von mir angedeutete große menschliche Schwachheit erkennbar.
Inhaltsverzeichnis
1. Textbegegnung
1.1 Ersteindruck
2. Textanalyse
2.1 Textkritik
2.2 Überlieferungsgeschichte
2.3 Redaktionsgeschichte
2.4 Formgeschichte
2.5 Begriffe und Motive
2.6 Einzelexegese
3. Textaneignung
3.1 Wirkungsgeschichte
3.2 Erfahrungsbezug
3.3 Botschaft des Textes
4. Anlagen
I. Übersetzungsvergleiche von Mt. 18, 10-14
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Gleichnis Jesu vom verlorenen Schaf (Matthäus 18, 10-14) durch eine tiefgehende exegetische Untersuchung zu erschließen und seine Bedeutung für die christliche Gemeinschaft in der Gegenwart zu reflektieren.
- Exegetische Analyse der Textstelle unter Berücksichtigung von Textkritik und Traditionsgeschichte.
- Untersuchung der redaktionsgeschichtlichen Absichten des Evangelisten Matthäus.
- Deutung zentraler Begriffe und Motive wie "Engel", "Himmel" und "Vater".
- Reflektion über die kirchliche Verantwortung gegenüber den sogenannten "Kleinen" und Ausgegrenzten.
- Herausarbeitung der ethischen Konsequenzen des Gleichnisses für die heutige Ekklesia.
Auszug aus dem Buch
1.1 Ersteindruck
Wie bei allen Sätzen unseres Herrn Jesus Christus handelt es sich meiner Meinung nach auch hier um ein Stück der Heiligen Schrift, mit denen der Menschensohn uns Schwachgebliebenen in den Stunden tiefster Nacht und Gottverlassenheit durch den Lichtstrahl seiner Worte die Gnade unseres Gottes wieder erkennen und spüren lässt. Ein Wort, so empfinde ich, voller Wärme und Zuversicht für die am Wegesrand Gehenden und wie ein Wegweiser, eine leuchtende Laterne, auf unseren so schwer passierbaren Lebenswegen.
Es sind jedoch auch Verse, welche uns neben der Ermutigung zugleich auch mahnen und erinnern. Schon zu Beginn des Gleichnisses, beim Lesen und Meditieren des ersten Verses treffen wir auf Worte, die uns Christen in unserem oft so selbstgerechten Alltagstrott wachrütteln. Die uns wieder bewusst machen, dass wir nicht um unser selber Willen glauben und leben dürfen, sondern dass wir gerade denjenigen unter uns Beachtung und Liebe schenken müssen, die in unseren Augen als klein erscheinen bzw. die wir kleiner machen, um selber größer dazustehen. Bei ehrlicher Betrachtung erkennen wir hier leider eine große Gruppe von Menschen und Personen, die in dieses „Raster“ passen: wir können das Wort Jesu einmal wörtlich interpretieren und versuchen zu bedenken, wie mit Kindern und Jugendlichen heutzutage in einigen Fällen umgegangen wird; wie sie teilweise nur als Objekte wahrgenommen, jedoch nicht als Subjekte angenommen werden. Doch ebenso schließt es auch die anderen aus unserer Sicht Kleinen, für uns minimal bedeutsamen oder interessanten
Zusammenfassung der Kapitel
1. Textbegegnung: Der Autor nähert sich dem Text über einen persönlichen Ersteindruck, der den Mahncharakter und die Barmherzigkeit Gottes im Gleichnis betont.
2. Textanalyse: Dieses Kernkapitel umfasst die wissenschaftliche Exegese, von der Textkritik über die Entstehungsgeschichte (Quellentheorie) bis hin zur redaktionsgeschichtlichen Einordnung im Matthäus-Evangelium.
3. Textaneignung: Das Kapitel reflektiert die historische Wirkungsgeschichte, den persönlichen Erfahrungsbezug und formuliert schließlich die Botschaft des Textes für die heutige Kirche.
4. Anlagen: Beinhaltet den direkten Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen und das Literaturverzeichnis.
Schlüsselwörter
Matthäus-Evangelium, Gleichnis vom verlorenen Schaf, Exegese, biblische Hermeneutik, Nächstenliebe, Ekklesia, Gotteswille, Kleinen, Barmherzigkeit, Schutzengel, christliche Gemeinschaft, Gemeinderede, Schafherde, 2-Quellen-Theorie, Sozialethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich einer exegetischen Auseinandersetzung mit der Perikope Matthäus 18, 10-14, dem sogenannten Gleichnis Jesu vom verlorenen Schaf.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der literarischen Gattung, der redaktionsgeschichtlichen Bedeutung bei Matthäus sowie der Anwendung der biblischen Botschaft auf heutige kirchliche Strukturen.
Welches Ziel verfolgt der Autor primär?
Das primäre Ziel ist es, die Theologie des Evangelisten Matthäus in diesem Abschnitt zu verdeutlichen und die Forderung nach einer demütigen, suchenden Liebe in der Gemeinde hervorzuheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische historisch-kritische Methoden der Exegese angewandt, darunter Textkritik, Formgeschichte, Redaktionsgeschichte sowie traditionsgeschichtliche Vergleiche.
Was wird im umfangreichen Hauptteil (Kapitel 2) behandelt?
Dort erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der 2-Quellen-Theorie, der Rolle des Evangelisten Matthäus, der Bedeutung von Begriffen wie "Engel" und "Wille" sowie eine Einzelexegese der Verse 10 bis 14.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der exegetischen Terminologie vor allem der Begriff der "Kleinen", der "Verirrten" und die christliche Pflicht zur Sorge in der "Ekklesia".
Warum spielt die Einordnung in die matthäische Gemeinderede eine besondere Rolle?
Die Einordnung unterstreicht den Gemeinschaftsaspekt, da das Kapitel 18 des Matthäus-Evangeliums gezielt das innere Leben der Kirche und den Umgang der Mitglieder untereinander adressiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle der sogenannten "Kleinen" heute?
Der Autor mahnt, dass die heutige Kirche Gefahr läuft, die Sorge für Schwache und Ausgegrenzte zu vernachlässigen, und fordert eine Rückbesinnung auf den caritativen Auftrag Christi.
- Arbeit zitieren
- Tobias Knöller (Autor:in), 2007, Exegese zum Matthäus-Evangelium Kapitel 18, 10-14, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111363