Das Italienische in der Südschweiz


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

18 Seiten, Note: 2,2


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Italienischen in der Südschweiz
2.1. Geschichtlicher Abriss
2.2. Besonderheiten des Italienischen der Südschweiz

3. Italiano regionale, Italiano popolare und Standarditalienisch

4. Der Dialekt der Südschweiz

5. Die Koiné ticinese

6. Die Stellung des Italienischen in der Gesamtschweiz

7. Literaturverzeichnis

8. Selbständigkeitserklärung

1. Einleitung

Die heutige Sprachensituation der Schweiz ist das Resultat einer langen Sprachgeschichte, deren Verlauf auch von der geographischen Lage des Landes mitbestimmt wurde. Die Vielsprachigkeit kann als Grundkonstante der Schweiz betrachtet werden, die jedoch erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts politische Bedeutung erlangt hat. Die Bundesverfassung von 1848 erkannte in Artikel 109 die drei Hauptsprachen des Landes, deutsch, französisch und italienisch, als gleichwertige Nationalsprachen an. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte die Schweiz mit der Anerkennung des Rätoromanischen als Nationalsprache zum Ausdruck, dass Erhalt und Förderung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt und deren Traditionen als Garantie für die nationale Zusammengehörigkeit verstanden wurden. In der Volksabstimmung vom 20. Februar 1938 wurde das Rätoromanische, welches eine nichtstandardisierte Regionalsprache ist, in einen nationalen Rang gehoben und es wurden nachfolgend zwischen vier Nationalsprachen der Schweiz und drei Amtssprachen des Bundes unterschieden. Der Sprachenartikel 116 der Bundesverfassung von 1938 lautete: „Das Deutsche, Französische, Italienische und Rätoromanische sind Nationalsprachen der Schweiz. Als Amtssprachen des Bundes werden das Deutsche, Französische und Italienische erklärt. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprache des Bundes“ (vgl. Zweiter Bericht der Schweiz über die Umsetzung der europäischen Charta der Regional-und Minderheitensprachen, 2004).

Das traditionelle Sprachgebiet des Italienischen besteht aus dem gesamten Kanton Tessin, sowie aus vier Südtälern Graubündens, den sogenannten „Valli“ (Mesolcina, Val Calanca, Val Bregaglia, Valposchiavo). Neben der italienischen Hochsprache wird in diesen Gebieten auch der tessiner – und bündneritalienische Dialekt verwendet.

Heute leben rund 329.500 italienischsprechende Menschen im Kanton Tessin und den Tälern Graubündens. Davon sind 234.000 Südschweizer, 39.500 Norditaliener und 56.000 italienischsprachige Ausländer (vgl. Lurati,O., 2000) Das sind rund 7,6% der Gesamtbevölkerung der Schweiz. Die italienische Sprache hat, im Vergleich zu den beiden anderen Nationalsprachen deutsch und französisch, einen eher niedrigen Stellenwert in der Schweiz. Juristisch wurde sie als Nationalsprache in der Bundesverfassung schriftlich festgehalten, doch in Wirklichkeit ist italienisch eher eine offizielle als eine Landessprache. Das Italienische ist in seinen kommunikativen Möglichkeiten dem Deutschen, Französischen und Englischen unterlegen. Es ist prozentual zurückgegangen, kann sich aber gegenüber dem Schweizerdeutschen, der eindeutigen Mehrheitssprache der Schweiz, behaupten.

In der vorliegenden Arbeit habe ich mich mit dem Italienischen der Südschweiz, seinen Besonderheiten und seiner derzeitigen Stellung in der Gesamtschweiz beschäftigt.

2. Die Entwicklung des Italienischen in der Südschweiz

2.1 Geschichtlicher Abriss

Ab dem 11. und 12. Jahrhundert entwickelten sich in Süd - Mittel – und Norditalien eine Reihe von Schreibdialekten während in den Stadtstaaten Genua, Turin, Venedig, Florenz, Siena und Perugia regionale Schriftsprachen entstanden. Im 14. Jahrhundert begann Florenz eine Vorrangstellung einzunehmen. Die Scripta, die Schreibsprache in Florenz, verdrängte allmählich andere existierende Regionalsprachen, die folglich den Rang eines Dialektes erhielten. Dazu trug nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt bei, sondern auch die Tatsache, dass die drei großen Florentiner Autoren Dante, Petrarca und Boccaccio nicht in italienischer Sprache schrieben, sondern einen toskanischen Schreibdialekt benutzten. Dieser wurde auch in den anderen Regionen Italiens als Schriftsprache akzeptiert und konnte so den Status einer einheitlichen Sprache, nämlich des Italienischen erhalten.

Um erste Zeichen toskanischen Einflusses in der Südschweiz feststellen zu können, sollten die verschiedenen Funktionen der Sprache als Handels – Kanzlei – Notariats – und Kirchensprache unterschieden und die Verbundenheit der Südschweiz mit Mailand und Como hervorgehoben werden. Die ersten im volgare, italienisch, geschriebenen Dokumente sind bereits aus dem Jahr 1426 erhalten. In herzoglichen Amtsstellen und in den Berichten Mailänder Botschafter erschien das Italienische anstelle des Latein bereits seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. In der Kirche war weiterhin das Lateinische vorherrschend. Aufgrund von Verständigungsproblemen bediente man sich in der Seelsorge zu diesem Zeitpunkt bereits des Italienischen. Davon zeugen zwei in Mailand und der Südschweiz gedruckte und verbreitete Gebetbücher aus dem 15. Jahrhundert, die in italienischer Sprache verfasst, aber noch stark durch die Mundart geprägt sind.

Weiterhin waren das kulturelle und literarische Prestige der toskanischen Dichter ebenfalls von großer Bedeutung, wie mehrere Protokolle aus dem 15. Jahrhundert belegen. Doch nicht nur poetisch-literarische Interessen führten zur Verbreitung des Toskanischen in der Südschweiz, sondern die alltäglichen Bedürfnisse der Kommunikation.

Der Übergang vom Latein zum Italienischen stellte allerdings sowohl für Notare als auch für Schreiber eine größere Anstrengung dar, da sie durch ihre Ausbildung das Lateinische sicher und kompetent beherrschten. Ihre Italienischkenntnisse hingegen waren oft mangelhaft, da sie die „neue“ Sprache nur durch persönliche Erfahrungen erwerben konnten.

Im 16. Jahrhundert wurde das Italienische immer häufiger verwendet und erschien regelmäßig in Kanzleitexten und Dokumenten der Dorfgemeinschaften. Ab dem Jahr 1570 ist der Gebrauch des Italienischen auch in kirchlichen Dokumenten belegt.

Noch im 17. und 18. Jahrhundert war die Verwendung des Italienischen weitestgehend auf den schriftlichen Gebrauch beschränkt, doch seine Verbreitung setzte sich durch die von Pfarreien eingerichteten Schulen, die sogenannten cappellanie scolastiche fort. Durch die im

19. Jahrhundert eingeführte Gemeindeschule und die zunehmenden Kontakte zwischen den einzelnen Regionen kam es zur weiteren Verbreitung des Italienischen. Der größte Teil der Bevölkerung bediente sich jedoch weiterhin der Mundart, die als gesprochene Sprache bis Mitte des 20. Jahrhunderts im gesamten Gebiet der Südschweiz dominierte (vgl. Lurati, O., 2000).

2.2. Besonderheiten des Italienischen der Südschweiz

Das Italienisch der Südschweiz wird auch als Regionalitalienisch oder Tessiner Italienisch bezeichnet, da es „nicht nur geographisch-regionale Züge, sondern auch charakteristische Elemente aufweist, die durch seine Einbettung in das schweizerische Staatsgefüge bedingt sind“ (Lurati,O., 2000, 188). Phonetisch, Lexikalisch und Morphosyntaktisch weist das Italienische der Südschweiz eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit dem Dialekt der Lombardei auf. Ebenso gibt es natürlich auch Unterschiede zwischen dem Tessiner Italienisch und dem Italienisch der Lombardei.

Das lateinisch betonte o, heute in offener Silbe, früher auch in geschlossener Silbe oder vor palatalen Konsonanten wird zu ö, wie zum Beispiel in föch ‚fuoco’ oder nöc ‚notte’ oder auch grös ‚grosso’.

Das lateinische u wird in jeglicher Position zu ü, zum Beispiel in üga ‚uva’ oder brüt ‚brutto’. Typisch ist auch der Wegfall von l oder r am Wortende nach einem stimmhaften Vokal, wie zum Beispiel saa ‚sale’, su ‚sole’, fasöö ‚fagiolo’ oder miee ‚moglie’. Die vokalische Länge hat eine unterscheidende Funktion bezüglich der Verbformen, anda ‚andare’ und andaa ‚andato’. a gilt als allgemeines Pluralmorphem, nalita ‚piccoli anelli’ oder galita ‚piccoli galli’.

Ebenso lassen sich natürlich auch Unterschiede zwischen dem Tessiner Italienisch und dem Italienisch der Lombardei feststellen.

Nach Ottavio Lurati „gilt die Südschweiz als Randgebiet Mailands, daher wurden sprachliche Erscheinungen bewahrt, die in Mailand einst auch gebräuchlich waren, dort aber inzwischen aufgegeben worden sind“ (Lurati,O., 2000, 189). Dazu gehören die Ausdrücke fuoco ‚Familie’, vallerano ‚Talbewohner’ und sedime ‚Grundstück’. Das Tessiner Italienisch wird ebenfalls vom Dialekt beeinflusst. So entstanden Wörter und Wendungen wie calla neve ‚Schneepflug’, sosta ‚Schopf’ ‚Schuppen’, mazza ‚Schlachtung’, salato/misto ‚Aufschnitt’, mi ha fatto spaventare ‚er hat mich erschreckt’

Die Schweiz ist ein offiziell viersprachiges Land mit den Amtssprachen Deutsch, Französisch, Rätoromanisch und Italienisch. Jede Sprache wird von einer anderen in gewissem Maße beeinflusst. Eine Besonderheit des Tessiner Italienisch ist seine „Ausrichtung auf das schweizerische Leben“ (Lurati,O., 2000, 189). So findet man im Italienischen des Tessin Entlehnungen aus dem Französischen oder Deutschen oder Nachbildungen von Wörtern dieser Sprachen. Man muss hierbei zwischen bewussten und unbewussten Übernahmen unterscheiden, wobei bewusste Übernahmen eher selten vorkommen. Beispiele hierfür sind: laborantine ‚Laborantin’ (it. laboratorista), agraffe ‚Klammer’ (it. fermaglio per lettere) oder classatore ‚Ordner’ (it. raccogliatore)

Die unbewussten Übernahmen sind zahlreicher, da viele Tessiner sehr gut französisch oder deutsch sprechen und so frz. comande in comanda, die Bestellung (it. ordinazione) übersetzen. Das gilt auch für das deutsche Wort Format, das zu formato (it. statura) wird. (vgl. Lurati,O., 2000) Eine große Bedeutung kommt dem schweizerischen Viersprachen-Parallelismus zu. „Durch gemeinsame Institutionen oder Lebensbedingungen findet man parallele Formulierungen im Deutschen, Französischen, Rätoromanischen und Italienischen“ (Lurati,O., 2000, 190). Beispiele hierfür sind: Magistrat – magistrat – magistrat – magistrato für den Träger eines öffentlichen Amtes (in Italien nicht bekannt), Noten – notes – notas – note (it. voto) und Aktion – action – acziun – azione (it. offerta speciale). Weiterhin gibt es eine Reihe von Lehnübersetzungen, wie campicoltura ‚Anbauwerk’, forbicicchio ‚Scherenschnitt’ und servisol ‚Selbstbedienungsladen’. (vgl. Lurati,O., 2000)

„Stehen mehrere italienische Ausdrücke zur Verfügung, so verwendet man im Tessin oft denjenigen, der eine Entsprechung in einer anderen Schweizer Landessprache hat“ (Lurati,O., 2000, 190). So zieht man chiosco der edicola ‚Kiosk’ vor und spricht von dottorato und nicht von laurea ‚Abschluss’.

Dieser Einfluss kommt jedoch nicht durch deutsch – oder französischsprachige Bevölkerungsgruppen, die im Tessin leben, sondern geht auf Tessiner Bürger mit den jeweiligen Sprachkenntnissen zurück. Sie übersetzen einen Fachausdruck aus einer anderen Schweizer Landessprache ins Italienische und übertragen die Bedeutung in der Ausgangssprache auf die italienische Bezeichnung. Einige typische Beispiele für die Übernahme deutscher Satzstrukturen sind con tre anni ‚mit drei Jahren’ (it. a tre anni),

fino a dopo ‚bis dann’ (it. a dopo), ogni terzo giorno ‚alle drei Tage’ (it. un giorno su tre) oder quella volta ‚damals’ (it. allora).

Sei es in der Politik, in der Verwaltung oder der Technik, Übernahmen kommen in allen Lebensbereichen vor. Man spricht von termopompa ‚Wärmepumpe’ (it. pompa di calore), mantello ‚Mantel’ (it. cappotto), asilante ‚Asylbewerber’ (it. rifugiato), deponia ‚Mülldeponie’ (it. discarica di rifiuti) oder tesoro notturno ‚Tresor’ (it. cassa continua) (vgl. Lurati,O.,2000 und Petralli, A., 1990).

Im Tessin entstehen laufend neue Bezeichnungen, wobei folgende Ausdrücke aus jüngerer Zeit stammen und keine Entsprechung im Italienischen haben.

Piano direttore ‚Leitbild, Leitlinien’, prezzo imposto ‚vorgeschriebener Preis’, prezzo indicativo ‚Richtpreis’ und diritto di consultazione ‚Mitspracherecht’.

„Die notwendige Anpassung an neue außersprachliche Realitäten bringt neue Begriffe mit sich, die nicht immer mit dem Sprachgebrauch Italiens übereinstimmen.

Dazu gehören zum Beispiel orario variato, dinamico, flessibile ‚gleitende Arbeitszeit’ (it. orario articolato) oder giorno di lavoro, giorno lavorativo/ giorno feriale ‚Arbeits – bzw. Werktag’ (it. giorno feriale)“ (Lurati,O., 2000, 192).

3. Italiano regionale, italiano popolare und Standarditalienisch

Im Tessin lässt sich eine Vielfalt an sprachlichen Varietäten finden. Dazu gehören die lokale Mundart, der überregionale Dialekt, das Regionalitalienisch und das Standarditalienisch. Für vier Fünftel der Tessiner Bevölkerung war bis vor 30 Jahren die Mundart die Muttersprache, die mit dem Beginn der neunziger Jahre jedoch stark im Rückgang ist. Der Sprachgebrauch hängt im Wesentlichen von Alter, Wohnort, soziokultureller Schicht und Bildungsgrad ab. Personen, die der älteren und ländlichen Bevölkerung angehören sprechen überwiegend in der Mundart. Die zwanzig – bis dreißigjährigen der höheren Bildungsschichten bevorzugen ein Italienisch, das sie für das Standarditalienisch halten, welches aber eher ein tessinisch-regional gefärbtes Italienisch ist (vgl. Lurati, O.,2000)

Das „italiano popolare“ ist eher den Personen der unteren sozialen Schichten, jungen Menschen, Lehrlingen und jungen Arbeitern zuzuordnen. Es ist vor allem typisch für diejenigen, die das Standarditalienisch wegen lückenhafter Schulbildung nur mangelhaft beherrschen. Das „italiano popolare“ weist regionale Züge auf, ist sehr uneinheitlich und wird vor allem mündlich verwendet.

Das „italiano regionale“ ist einerseits durch den Dialekt und andererseits durch die Bedürfnisse der Sprachgemeinschaft geprägt. Es gehört überwiegend dem Bereich der gesprochenen Sprache an, doch schlägt es sich auch im schriftlichen Sprachgebrauch nieder. Das „italiano regionale“ ist im Vergleich zum „italiano popolare“ frei von negativer Wertung (vgl. Lurati,O.,2000).

Beispiele für das „italiano regionale ticinese“ sind germanico ‚Deutscher’(it. tedesco), zucchino ‚Schweiz-Deutscher’ (it. tedesco svizzero), posso ‚abgestanden’ (it. raffermo), completazione ‚Ergänzung’ (it. completamento). Diese Wörter kommen nur im Italienischen der Schweiz vor und sind weitestgehend unbekannt für italienische Staatsbürger.

Die Suffixe –zione und –mento sind des öfteren in Konkurrenz im heutigen Italienisch anzutreffen, auch wenn sie unterschiedliche Bedeutungen haben, denn Wörter mit dem Suffix –zione betonen das Ergebnis und Wörter mit dem Suffix –mento betonen den Prozess einer Handlung. Im „italiano regionale ticinese“ benutzt man oft coordinazione für coordinamento, isolazione für isolamento und reclamazione für reclamo (vgl. Petralli, A., 1990).

Standarditalienisch wurde noch Mitte des 20. Jahrhunderts nur von wenigen Südschweizern beherrscht. Es fand überwiegend schriftliche Verwendung und wurde nur bei besonderen Anlässen, wie Versammlungen, Beerdigungen und öffentlichen Reden, gesprochen. Beim Erlernen des Standarditalienisch war nicht die alltäglich gesprochene Sprache Vorbild, sondern die geschriebene, meist literarische Sprache und der gehobene Sprachgebrauch der Gebildeten, Lehrer, Advokaten und Ärzte. Die Wahl der Sprache war in vielen Fällen beabsichtigt, oft war sie jedoch unfreiwillig und hing mit der künstlichen Art des Erwerbs der Standardsprache zusammen. So findet man in der heutigen Umgangssprache des Tessin Ausdrücke, die in Italien zur gehobenen Sprache gehören, wie cicalata ‚Geplauder, Vortrag’ (it. conferenza), accadimento ‚Vorfall, Geschehen’ (it. fatto), convivio ‚Festessen’ (it. banchetto) und vessillo ‘Fahne’ (it. bandiera) (vgl. Lurati,O., 2000).

Dialektismen und regionale Varianten wurden von den Gebildeten kategorisch abgelehnt und so wurden sämtliche Mundarteinflüsse aus Grammatik und Wortschatz eliminiert. Der pompiere ‚Feuerwehrmann’ wurde zum vigile del fuoco. Dasselbe Phänomen vollzog sich in den dreißiger Jahren bezüglich der Fremdwörter, die italianisiert wurden. Man machte festival zu festivale und sport zu sporto.

In den italienischsprachigen Tälern in Bünden ist die Tendenz zur Übersetzung von Fremdwörtern noch heute recht ausgeprägt. Vor nicht allzu langer Zeit entschied man ‚Höhenweg’ mit „ panoramica “ (it. strada alta, frz. haute route) und ‚Schneeschleuder’ mit „ scaccianeve “ (it. spazzanaeve) zu übersetzen (vgl. Lurati,O., 2000) „Der französische und deutsche Einfluss auf das Tessiner Italienisch [...] ist die ganz normale Folge der Mehrsprachigkeit [eines] Landes. Jede Sprache ist ein besonderes, nicht universales oder absolutes, sondern unter bestimmten Umständen [ein] historisch gewachsenes Kommunikationsmittel, das sich den Bedürfnissen einer Gemeinschaft anpasst.

So ist es verständlich und richtig, dass sich das Schweizer Italienisch den spezifischen Gegebenheiten der schweizerischen Situation anpasst“ (Lurati,O.,2000, 195).

4. Der Dialekt der Südschweiz

Die Präsenz und Nutzung des Dialekts im Tessin ist heute noch sehr wichtig und weit verbreitet. Dennoch kann man nicht von einer Situation der Diglossie sprechen, wie zum Beispiel in der deutschen Schweiz, wo Hochdeutsch als geschriebene Varietät und Schwyzerdütsch als gesprochene Varietät nebeneinander bestehen. Der Dialekt ist wenig standardisiert und hat eher dürftiges Prestige, so dass er sich nicht als gleichwertige Sprache neben dem Italienischen behaupten kann. Der Dialekt der Südschweiz gehört zur Familie der lombardischen Dialekte. Im Folgenden werde ich einige Merkmale dieser Verwandtschaft aufzeigen. Bei genauerer Untersuchung des tessinischen Dialektes lassen sich einige Gemeinsamkeiten mit dem Französischen feststellen. Im Lautstand existieren die Vokaleüund ö, wie in mür ‚Mauer’ (it. muro, frz. mur) oder cör ‚Herz’ (it. cuore, frz. coeur). Die Endvokale, die im Standarditalienischen erhalten geblieben sind, schwinden im Tessiner Dialekt, ähnlich dem Französischen, mur ‚Mauer’ (it. muro, frz. mur) oder pan ‚Brot’ (it. pane, frz. pain). Das lateinische –p- wird, ähnlich im Französischen, zu –v-, zum Beispiel savé ‚wissen’ (it. sapere, frz. savoir) und savon ‚Seife’ (it. sapone, frz. savon). Eine Übereinstimmung mit dem Französischen und den oberitalienischen Dialekten lässt sich bezüglich der Übergangslaute feststellen. Zum Beispiel in scendra ‚Asche’ (it. cenere) kommt der Übergangslaut d wie im frz. cendre vor. Desweiteren lässt sich, wie im Französischen, eine Vokalisierung von l vor Konsonanten beobachten, autru ‚andere’ (it. altro, frz. autre) oder fauc ‚Sichel’ (it. falce, frz. faux). Bezüglich des Satzbaus findet man Formen mit einem flektierten Pronomen, wo im Standarditalienischen ein unflektiertes Pronomen stehen würde, zum Beispiel Som mi. ‚Das bin ich’ (it. Sono io. frz. C’est moi.). Ähnliches gilt für Mi a canti ‚Ich singe’ (it. Io canto.), was genau nach französischem Vorbild Moi, je chante. konstruiert wurde. Das Pronomen wird in diesem Beispiel zu einem Bestandteil des Verbs (vgl. Lurati,O.,2000).

Die Südschweiz ist geographisch derart zersplittert, dass dort auf Dauer keine einheitliche Mundart hervorgebracht werden konnte. Die verschiedenen Gebiete haben sich sprachlich so auseinander entwickelt, dass man heute von einer Vielzahl tessinischer Mundarten sprechen muss. Man kann das gesamte Gebiet in drei größere Zonen teilen und muss unterscheiden zwischen den Berggebieten, den voralpinen Gebieten und dem Basso Sottoceneri. Diese Unterteilung ist eher wirtschaftlicher und sozialer Natur, doch die Unterschiede spiegeln sich auch in den Mundarten wider. Charakteristisch für die alpinen Mundarten sind die Umlaute, die eine Unterscheidung von Einzahl und Mehrzahl ermöglichen. So findet man mort ‚der Tote’ und mört ‚die Toten’ ebenso omett ‚der kleine Mann’ und omitt ‚die kleinen Männer’ oder tecc ‚der Stall’ und ticc ‚die Ställe’. In den alpinen Mundarten der Südschweiz wurden viele vorlateinische Wörter bewahrt, wie zum Beispiel brüga ‚Abhang’ (it. pendio) oder froda ‚Wasserfall’ (it. cascata).

Voralpine Mundarten werden im südlichen Sopraceneri und fast im gesamten Luganese gesprochen. Die Übereinstimmung mit dem lombardischen Dialekt wird hier schon eher deutlich. Ein charakteristisches Merkmal der voralpinen Mundarten ist der Wandel von –l- zu –r-, zum Beispiel scara ‚Treppe’ (it. scala). Weiterhin findet man verschiedene Ausdrücke, die die tessinische Bevölkerung aus der Emigration, vor allem aus Frankreich mitgebracht haben oder die zumindest im Kontakt mit der französischen Kultur entlehnt worden sind. Beispiele hierfür sind cintiglion ‚Schnurrbart’ (frz. échantillon ‚Muster’) oder girabachin ‚Bohrer’ (frz. vilebrequin) (vgl. Lurati,O.,2000).

Die soeben genannten Dialektwörter werden ins Regionalitalienische übernommen, doch gibt es auch Ausdrücke und Wendungen, die eher unangebracht sind, wie zum Beispiel ranf ‚Krampf’ (it. crampo) oder ciao ‚Prost’ (it. cin cin) (vgl. Petralli, A., 1990).

„Die Mundarten in Italien und der Südschweiz haben lange Zeit eine starke Lebenskraft bewahrt. Sie haben aber, im Gegensatz zur Deutschschweiz, nie ein hohes Ansehen genossen“ (Lurati, O., 2000, 206). In der deutschen Schweiz ist die Mundart die alltäglich gesprochene Sprache aller gesellschaftlichen Schichten, doch in der Südschweiz wurde sie nie als ein Element nationaler Identifikation angesehen, da man der Meinung war, der Dialekt sei ein Merkmal der niederen Bildungsschichten. Deshalb sprachen und sprechen viele Familien mit ihren Kindern in italienisch mit der Absicht ihnen den Anschluss an eine höhere Bildung und den Zugang zu einer besseren Stellung gewährleisten zu können (vgl. Lurati, O., 2000).

Man sollte allerdings darauf verzichten die Mundart um jeden Preis erhalten zu wollen, doch darf man „nicht alles auf die Karte der Standardsprache setzen – gegen die Mundart: Nicht einen Gegensatz konstruieren, sondern das Nebeneinander verstehen und fördern; nicht Standardsprache, „Hochsprache“ gegen Mundart, sondern Standardsprache und Mundart. Die Mundart wird heute von vielen als „Identitätssubstanz“ verstanden. Und doch kann sie diese Funktion nicht allein beanspruchen. Auch die Standardsprache hat in diesem Zusammenhang ihren unübersehbaren Platz. Sie ist Mittel und Ausdruck der Zugehörigkeit der lokalen Gemeinschaft zum größeren Kulturraum“ (Lurati,O., 2000, 207 f.).

5. Die Koiné ticinese

Die Lokalmundarten, von denen soeben die Rede war, verschwinden heute schnell und unaufhaltbar. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts bildete sich eine mundartliche Koiné aus, die eine Ausgleichssprache zwischen den Mundarten von Lugano, Locarno und Bellinzona darstellt. Die Koiné hatte anfänglich ausgesprochen dialektalen Charakter, tendiert seit den sechziger Jahren allerdings mehr und mehr zum Italienischen. Formen, die zu weit vom Italienischen entfernt sind, werden vermieden, die Mundart wird italianisiert und es überwiegt der Gebrauch der Standardsprache (vgl. Lurati,O., 2000). Die Koiné ticinese ist geprägt durch die Alternanzen von [i] zu [e], zum Beispiel ginöcc – genöcc ‚Knie’ (it. ginocchio), rispondüü – respondüü ‚geantwortet’ (it. risposto), cumincia – cumencia ‚begonnen’ (it. cominciato), sceresa ‚Kirsche’ (it. ciliegia) und presun ‚Gefängnis’ (it. prigione) oder [e] zu [i], vegni – vigni ‚kommen’ (it. venire), tegni – tigni ‚halten’ (it. tenere), estaa – istaa ‚Sommer’ (it. estate), mestee – mistee ‚Beruf’ (it. mestiere) und legria – ligria ‚Fröhlichkeit’ (it. allegria). Desweiteren die Alternanzen von [i] zu [a], manestra ‚Gemüsesuppe’ (it. minestra), [e] zu [a], sagreto ‚geheim’ (it. segreto), marenda ‚Vesper’ (it. merenda) und maravöia ‚Wunder’ (it. meraviglia) oder [a] zu [e], fredell ‚Bruder’ (it. fratello), resun ‚Meinung’ (it. ragione) und resuu ‚Rasierer’ (it. rasoio). Ebenso charakteristisch sind die Alternanzen von [i] zu [ü], bücer ‚Glas’ (it. bicchiere), prümavera ‚Frühling’ (it. primavera) oder fügüra ‚Statur’ (it. figura) oder [ü] zu i], füneral – fineral ‘Beerdigung’ (it. funerale) oder püssee – pissee ‘mehr’ (it. più) (vgl. Petrini, D., 1988)

6. Die Stellung des Italienischen in der Schweiz

Die viersprachige Schweiz ist im Begriff, sich zu einem zweiteiligen, zweisprachigen Land zu entwickeln: einem größeren, deutschsprachigen Teil mit der Fremdsprache Englisch und einem kleineren französischen Teil ebenfalls mit der Fremdsprache Englisch. Die Schweizer lernen lieber Englisch als die anderen Landessprachen. Der Grund dafür liegt in der Verflechtung der Schweiz im internationalen Verkehr. Die italienischsprechenden Schweizer sollten sich anpassen, um nicht Gefahr zu laufen ins Abseits zu geraten. Deshalb lernen Tessiner und Italienisch-Bündner sowohl Deutsch als auch Französisch und Englisch. Das Tessin kämpft um eine neue Identität, die sowohl auf die Gesamtschweiz als auch auf Europa ausgerichtet ist. Doch muss es vor einer schleichenden Germanisierung beschützt werden. Italienisch ist in der Schweiz eine Sprache zwischen formeller Anerkennung und tatsächlicher Marginalisierung. Zwischen der Erklärung zur Landessprache und der Realität liegt ein Abgrund. Es besteht ein Ungleichgewicht zwischen Rechtsgleichheit und Chancengleichheit, das korrigiert werden muss.

Obwohl italienisch die dritte offizielle Landessprache der Schweiz ist, verliert sie immer mehr an Bedeutung. Die Zeiten, in denen man sich des Italienischen bediente, um mit den Gastarbeitern aus dem Süden Europas zu kommunizieren sind eindeutig vorbei. Der Grund dafür liegt in der Abwanderung vieler pensionierter italienischer Gastarbeiter in ihr Heimatland. Die zweite und dritte Generation, die in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist, hat sich voll und ganz integriert und spricht eher die Sprache des Gastlandes als die des Heimatlandes ihrer Eltern und Großeltern. Eine Umfrage aus dem Jahr 2000 bestätigt den fortlaufenden Rückgang des Italienischen in der Schweiz. Im Jahr 2000 waren es nur noch 6,5 % deren Muttersprache italienisch ist, während im Jahr 1990 7,6 % und 1980 sogar 9,8 % italienisch sprachen. Das heißt, dass heute rund 70.000 italienisch sprechende Menschen weniger in der deutsch – oder französischsprachigen Schweiz leben. Im Gegensatz dazu gab es im Tessin, dem einzigen italienischsprachigen Kanton der Schweiz, einen Anstieg von 20.000 Personen. Der Tessiner Sprachwissenschaftler Alessio Petralli fasst zusammen: „La lingua italiana gode di ottima salute nella sua zona di diffusione tradizionale: in Ticino e nelle sue parti confinanti del Grigioni italiano come Val Calanca e Mesocco. Per contro naviga in acque difficoltose nella svizzera tedesca e italiana” (Swissinfo/News Italia Press, 2004).

Die italienische Sprache verliert nach und nach ihre Wichtigkeit für einen Großteil der Schweizer Bürger und gleichzeitig verringert sich der Einfluss der italienischsprachigen Schweiz auf staatlichem Niveau. Aufgrund der Gegebenheiten und Entwicklungen in der Eidgenossenschaft stellt man sich nunmehr die Frage, ob italienisch noch als Nationalsprache gelten kann. Nach Meinung von Schriftstellern, Professoren und Linguisten, die im Tessin leben, müsste der Kanton mit seinen Institutionen die Initiative ergreifen, um das Interesse für die italienische Sprache zu stärken. Der Sprachwissenschaftler Alessio Petralli äußerte sich dazu folgendermaßen: „L’italiano ha attributi positivi essendo legato a espressioni piacevolissime della vita come la musica, l’arte, il design e l’arte culinaria…insomma, bisognerebbe “suonare” meglio questi strumenti” (Swissinfo/ News Italia Press, 2004).

In Zukunft werden zwei dieser “strumenti” eine wichtige Rolle spielen. Zum einen ein Gesetz über Radio und Fernsehen und zum anderen ein Sprachengesetz. Auf der Grundlage des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen vom 21. Juni 1991 erhält die Schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft (SRG) eine Konzession zur Verbreitung von Programmen in der deutschen, französischen, italienischen und rätoromanischen Sprachregion, auf nationaler und regionaler Ebene. Die SRG trägt der Viersprachigkeit der Schweiz Rechnung und verbreitet Radio – und Fernsehprogramme in allen Sprachregionen und Landessprachen. Unter dem Motto „idée suisse“ bemüht sich die SRG, einen Beitrag zur gesellschaftlichen und kulturellen Integration in der Schweiz zu leisten, indem sie beispielsweise regelmäßig sprachregionenübergreifende Sendungen produziert und aus anderen Sprachgebieten berichtet. Seit Herbst 2002 werden im Kanton Tessin vier Tageszeitungen in italienischer Sprache publiziert. Dazu kommen zahlreiche Presseerzeugnisse in italienischer Sprache, die zwei – bis dreimal wöchentlich, wöchentlich oder vierzehntäglich erscheinen. Zeitungsartikel in anderen Sprachen sind hingegen sehr selten.

Mit der Totalrevision der Bundesverfassung in den Jahren 1997/1999 wurden die sprachenrechtlichen Bestimmungen erweitert und neu gegliedert. Die Sprachenfreiheit, welche den Gebrauch der Muttersprache garantiert wurde als Grundrecht anerkannt. Darunter fallen sowohl die gesprochene als auch die Schriftsprache und die Dialekte. Ferner schließt der Begriff nicht nur die erste, während der Kindheit erlernte Sprache ein, sondern auch eine zweite oder dritte Sprache. Die Kantone können ihre Amtssprachen selbst bestimmen. Dabei sind sie verpflichtet, auf die herkömmliche sprachliche Zusammensetzung der Gebiete zu achten und auf die angestammten sprachlichen Minderheiten Rücksicht zu nehmen. Die Verfassung des Kantons Tessin vom 14. Dezember 1997 enthält in Artikel 1 Absatz 1 folgende Bestimmung: „Il Cantone Ticino è una repubblica democratica di cultura e lingua italiana“ (vgl. Zweiter Bericht der Schweiz über die Umsetzung der Europäischen Charta der Regional-und Minderheitensprachen, 2004). Zur Förderung der italienischen Sprache im Bereich der Bildung unternimmt der Kanton Tessin Anstrengungen in verschiedene Richtungen. Der Unterricht in den Schulen erfolgt in italienischer Sprache. Italienisch ist die Muttersprache von 80,6% der Schüler und Schülerinnen, die im Tessin die Schule besuchen. Weiterhin gibt es Unterricht zur italienischen Sprache und Kultur, d.h. das Fach „Italienisch“ wird in allen Klassen und Klassenstufen mit einer angemessenen Zahl von Wochenstunden vermittelt. Doch ist man im Tessin ebenfalls bemüht die anderen Fremdsprachen nicht zu vernachlässigen. Die Kantone Tessin und Graubünden sind die einzigen Kantone der Schweiz, die für alle Schüler und Schülerinnen einen obligatorischen Unterricht in zwei anderen Landessprachen vorsehen. Das Italienische hingegen hat in den Schulsystemen der anderen Kantone außerhalb des Tessins, abgesehen von Graubünden, eine sehr schwache Stellung. Hinzu kommt, dass die wachsende Bedeutung des Englischen die Förderung und Verbreitung der italienischen Sprache innerhalb der Schweiz erschwert. Im Schulgesetz vom 1. Februar 1990 lautet es: „L’insegnamento è impartito in lingua italiana e nel rispetto della libertà di coscienza”. Auch an den Universitäten und anderen Hochschuleinrichtungen der italienischen Schweiz muss Unterricht in den Regional – und Minderheitensprachen angeboten werden. „La lingua ufficiale dell’Università è l’italiano“ (vgl. Zweiter Bericht der Schweiz über die Umsetzung der Europäischen Charta der Regional-und Minderheitensprachen, 2004).

Im Bereich des wirtschaftlichen und sozialen Lebens, der Bildung und der Kultur sowie in weiteren Bereichen besteht eine intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Kanton Tessin und Italien, insbesondere mit den angrenzenden Provinzen.

Wirtschaftlich war die italienischsprachige Schweiz seit jeher nach Süden orientiert, doch in den letzten 150 Jahren hat eine Umorientierung nach der deutschen Schweiz hin stattgefunden, die schließlich zu einer weitgehenden Abhängigkeit geführt hat. Jedoch ist das Italienische in der Südschweiz nicht direkt bedroht, denn das stützende Hinterland Italien ist wirtschaftlich und kulturell zu mächtig. Aber der ständige intensive Kontakt mit dem Deutschen bzw. Schweizerdeutschen bringt mit sich, dass sich immer mehr Germanismen in das Regionalitalienisch einschleichen und es in seiner Eigenart bedrohen. Diese Entwicklung ist eng mit der Tatsache verknüpft, dass die Stellung des Italienischen im gesamtschweizerischen Rahmen schwach ist. Es ist die kleinste der drei Amtssprachen, die zwar auf Bundesebene eine gewisse Rolle spielt, im interkantonalen Bereich aber weitgehend bedeutungslos ist. Das Italienische ist also innerhalb der Schweiz eine Minderheitensprache, im Kanton Tessin jedoch ungefährdet die Sprache der Mehrheit der Bevölkerung.

7. Literaturverzeichnis

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Lurati, Ottavio, Dialetto e italiano regionale nella Svizzera italiana. Lugano: 1976

Lurati, Ottavio, “Italienisch: Areallinguistik III. Lombardei und Tessin” in: Lexikon der Romanistischen Linguistik, Hg. von Holtus, Günter, Metzeltin,Michael und Schmitt, Christian. Band 4, Tübingen: Niemeyer 485ff.

Notiziario NIP – News Italia Press, “L’italiano sul viale del tramonto?”, www-Dokument vom 13.06.2004 (Adresse: http://www.newsitaliapress.it)

Petralli, Alessio, L’italiano in un cantone. Milano: 1990

Petrini, Dario, La Koiné ticinese. Berna: 1988

Schweizer Bundesamt für Kultur, “Zweiter Bericht der Schweiz über die Umsetzung der Europäischen Charta der Regional – und Minderheitensprachen”, www-Dokument vom 13.06.2004 (Adresse: http://www.kultur-schweiz.admin.ch/kultges/files/d_charta2bericht_121202.pdf)

8. Selbständigkeitserklärung

Ich erkläre, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und nur unter Verwendung der angegebenen Hilfsmittel und Literatur angefertigt habe.

Jena, den 15. Januar 2005 Ines Will

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Das Italienische in der Südschweiz
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Romanistik)
Veranstaltung
Die Schweiz und ihre Sprachen
Note
2,2
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V111367
ISBN (Buch)
9783640115914
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Italienische, Südschweiz, Schweiz, Sprachen
Arbeit zitieren
Ines Will (Autor), 2005, Das Italienische in der Südschweiz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111367

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