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Glaubensfestigkeit und Konfessionsverlust in Andreas Gryphius Threnen des Vatterlandes / Anno 1636

Title: Glaubensfestigkeit und Konfessionsverlust in Andreas Gryphius Threnen des Vatterlandes / Anno 1636

Term Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Diplom-Berufspädagoge Maik Bauer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einem typischen Gedicht des Barock, dem Sonett „Threnen des Vatterlandes / Anno 1636“, das der Autor Andreas Gryphius unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges schrieb. Zentrales Thema, wie bei vielen Gedichten des Barock, insbesondere bei Gryphius, ist die Vergänglichkeit des irdischen Glücks. Die Kriegsgräuel, die im Namen der Religion von allen politisch-konfessionellen Kriegsparteien begangen wurden, stellen für die religiösen Menschen dieser Zeit den christlichen Glauben in frage. Die Gegner im Religionskrieg verursachten im Namen der Religion apokalyptische Kriegsauswirkungen. Vor diesem Hintergrund kann das Sonett als Aufforderung zur Glaubensfestigkeit verstanden werden.1 Für die betroffenen Menschen müssen diese apokalyptischen Taten im Namen des Glaubens ein kaum zu überwindender Widerspruch gewesen sein. Wird dieser Widerspruch, der die Unsicherheit im Glauben verursacht, vom Autor aufgelöst? Die Frage stellt sich nach der „Rolle“ des Autors. Der Widerspruch zwischen dem Festhalten an der christlichen Heilslehre einerseits und der Erschütterung der Glaubensfestigkeit durch den Konfessionskrieg andererseits, muss sich auch Gryphius selber stellen. Muss sich also der Autor durch sein Gedicht der eigenen Glaubensfestigkeit versichern? Ob dieser Widerspruch vielleicht auch nur scheinbar für den heutigen Leser vorhanden ist, soll untersucht und mögliche Antworten aufgezeigt werden. Darüber hinaus werde ich auf den strukturellen Aufbau und verwendete barocke Stilmittel eingehen und deren Wirkung auf Adressaten, sowie den Zusammenhang mit dem vorherrschenden Thema, der Vanitas aufzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Sonett

2.1 Strukturanalyse

2.2 Die Wirkung des Religionskrieges

2.3 Glaubensfestigkeit und konfessionelle Indifferenz – Ein Widerspruch?

3. Zusammenfassung

4. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Sonett „Threnen des Vatterlandes / Anno 1636“ von Andreas Gryphius, um den vermeintlichen Widerspruch zwischen christlicher Glaubensfestigkeit und dem durch den Dreißigjährigen Krieg verursachten Konfessionsverlust zu analysieren und aufzulösen.

  • Analyse der barocken Struktur und Stilmittel des Sonetts
  • Untersuchung der apokalyptischen Bildersprache als Ausdruck der Kriegsfolgen
  • Erarbeitung der Rolle des Autors und dessen Umgang mit dem Konfessionsverlust
  • Einordnung des Werkes in den Kontext barocker Vanitas-Vorstellungen

Auszug aus dem Buch

2. Das Sonett

Threnen des Vatterlandes / Anno 1636

Wir sindt doch nuhmer gantz / ja mehr den gantz verheret! Der frechen völcker schaar / die rasende posaun Das vom blutt fette schwerdt / die donnernde Carthaun Hatt aller schweis / vndt fleis / vndt vorraht auff gezehret.

Die türme stehn in glutt / die Kirch ist vmgekehret. Das Rahthaus ligt im graus / die starcken sind zerhawn. Die Jungfrawn sindt geschändt / vndt wo wir hin nur schawn Ist fewer / pest / vnd todt der hertz vndt geist durchfehret.

Hier durch die schantz vnd Stadt / rint alzeit frisches blutt. Dreymall sindt schon sechs jahr als unser ströme flutt Von so viel leichen schwer / sich langsam fortgedrungen.

Doch schweig ich noch von dem was ärger als der todt. Was grimmer den die pest / vndt glutt vndt hungers noth Das nun der Selen schatz / so vielen abgezwungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Sonett von Gryphius unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges und Formulierung der Forschungsfrage nach der Glaubensfestigkeit.

2. Das Sonett: Detaillierte Betrachtung des Gedichttextes und der formalen Aspekte des Alexandrinersonetts.

2.1 Strukturanalyse: Untersuchung der formalen Gliederung des Sonetts in Quartette und Terzette sowie die Anwendung barocker Stilmittel wie dem emblematischen Prinzip.

2.2 Die Wirkung des Religionskrieges: Analyse der Kriegsfolgen, der Bildsprache und des Einflusses des Dreißigjährigen Krieges auf das sprechende Ich.

2.3 Glaubensfestigkeit und konfessionelle Indifferenz – Ein Widerspruch?: Auseinandersetzung mit der Biografie des Autors und der Frage, wie konfessionelle Spannungen die Glaubenshaltung prägten.

3. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Vergänglichkeit des Irdischen und zur Stabilität des christlichen Glaubens trotz äußerer Wirren.

4. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Andreas Gryphius, Threnen des Vatterlandes, Barock, Sonett, Dreißigjähriger Krieg, Glaubensfestigkeit, Vanitas, Konfessionsverlust, Apokalypse, Seelenschatz, Literaturwissenschaft, Lyrik, Kriegsfolgen, Christentum, Christliche Heilslehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das berühmte Barocksonett „Threnen des Vatterlandes / Anno 1636“ von Andreas Gryphius im historischen Kontext des Dreißigjährigen Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Vergänglichkeit des Irdischen (Vanitas), die Auswirkungen von Krieg und Gewalt auf die religiöse Identität sowie die Struktur barocker Lyrik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob der im Gedicht dargestellte Widerspruch zwischen dem Festhalten an der christlichen Lehre und der Erschütterung des Glaubens durch den Konfessionskrieg ein realer Konflikt des Autors ist oder ob dies ein Missverständnis durch moderne Lesarten darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Methoden, insbesondere die Gedichtanalyse unter Einbeziehung biographischer Kontexte und zeitgenössischer Werkinterpretationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse des Sonetts, eine Untersuchung der Kriegswirkungen und eine tiefgehende biographische sowie werkimmanente Einordnung der konfessionellen Haltung des Autors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Andreas Gryphius, Vanitas, Dreißigjähriger Krieg, Glaubensfestigkeit, Seelenschatz und Barocklyrik.

Warum wird das Emblem-Prinzip zur Analyse herangezogen?

Das Prinzip wird genutzt, um zu verdeutlichen, wie barocke Lyrik komplexe religiöse Inhalte durch bildhafte Sprache (pictura) und anschließende Deutung (subscriptio) vermittelt.

Welche Rolle spielt der Begriff „Seelenschatz“ im Gedicht?

Der Seelenschatz fungiert als zentrales Symbol für den christlichen Glauben, dessen Verlust durch äußeren Zwang den tiefsten Schrecken und die größte existenzielle Bedrohung für den Menschen dieser Zeit darstellte.

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Details

Title
Glaubensfestigkeit und Konfessionsverlust in Andreas Gryphius Threnen des Vatterlandes / Anno 1636
College
University of Hannover  (Fachbereich Literatur und Sprachwissenschaften)
Course
Einführung in die Literaturwissenschaft II
Grade
sehr gut
Author
Diplom-Berufspädagoge Maik Bauer (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V11136
ISBN (eBook)
9783638173803
Language
German
Tags
Glaubensfestigkeit Konfessionsverlust Andreas Gryphius Threnen Vatterlandes Anno Einführung Literaturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Berufspädagoge Maik Bauer (Author), 2003, Glaubensfestigkeit und Konfessionsverlust in Andreas Gryphius Threnen des Vatterlandes / Anno 1636, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11136
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