Case Management ist eine Methode innerhalb von Sozial- und Gesundheitsdiensten, mit der im Einzelfall die notwendige Unterstützung, Behandlung und Versorgung von Klienten möglichst effektiv und effizient und in einem Versorgungszusammenhang (continuum of care) organisiert und durchgeführt wird. Zur Ablauforganisation des Case Managements gehören diverse Phasen und Schritte, die in ihrer Summe, den Case-Management-Regelkreislauf bilden. Nachdem in der ersten Phase des Regelkreislaufs, der Identifikation bzw. dem Intake, geprüft wurde, ob das vorhandene Klientel für ein individuelles Case Management geeignet ist, folgt daraufhin die zweite Stufe des Regelkreislaufs: Das Assessment bzw. die Bedarfserhebung.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Definition Assessment
1.1 Die Bedeutung des Assessment im Regelkreislauf
2 Fallbeispiel
2.1 Zielsetzung und konkrete Durchführung des Assessment am Fallbeispiel
3 Hilfsmittel, Kenntnisse und Kompetenzen des Case Managers
3.1 PIE-System als Mittel zur psychosozialen Diagnostik
3.2 Kenntnisse und Kompetenzen
4. Methodische und praktische Herausforderungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Stellenwert und die praktische Durchführung des Assessments innerhalb des Case-Management-Regelkreislaufs in der Sozialen Arbeit. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine fundierte Bedarfs- und Ressourcenanalyse eine passgenaue Versorgung für Klienten sichergestellt werden kann, wobei insbesondere die diagnostischen Instrumente und die professionellen Kompetenzen des Case Managers beleuchtet werden.
- Stellenwert des Assessments im Case-Management-Regelkreislauf
- Anwendung des PIE-Systems (Person-in-Environment) in der psychosozialen Diagnostik
- Rolle des Case Managers und notwendige fachliche sowie soziale Kompetenzen
- Methodische Herausforderungen bei der Erhebung sozialer Diagnosen
- Verknüpfung von Assessment-Ergebnissen mit der konkreten Hilfeplanung am Praxisbeispiel
Auszug aus dem Buch
1 Definition Assessment
Assessment leitet sich aus dem englischen Begriff „to assess“ ab, welcher den Vorgang einer präzisen Beurteilung und Bewertung einer Sachlage bezeichnet. Assessment im Case Management bedeutet eine möglichst gründliche Erfassung und Erhebung der sozialen Situation einer Person bzw. Familie. (vgl. Wendt, 2001, S. 108) Es ist ein systematischer, ausführlicher Vorgang, in dem die objektiven Versorgungsschwierigkeiten, die individuellen Versorgungsbedürfnisse und die vorhandenen Ressourcen des Klientels berücksichtig werden. Das Ermitteln von Daten bzgl. Fragen zu aktuellen sozialen Rolle, zur vorhandenen Lebenswelt, zum sozialökonomischen Status sowie zu kulturellen wie auch religiösen Präferenzen vervollständigen die Erhebung des Gesamtbildes. (vgl. Lebow / Kane 1992, Hare / Clark 1992, Witkin / Altschuld 1996, Schaeffer 2000 zit. n. Ewers, 2005, S. 75 f.) Die Ressourcenanalyse ist aus sozialarbeiterischer Sicht von besonderer Bedeutung, impliziert sie doch zwei sozialarbeiterische Postulate, zum einen, dort anzufangen, wo der Klient steht, und zum zweiten das Prinzip, die Stärken des Klienten zu fokussieren. (vgl. Haye / Kleve, 2006, S.110)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Einbettung des Case Managements in Sozial- und Gesundheitsdienste und definiert das Assessment als entscheidende zweite Phase des Regelkreislaufs.
1 Definition Assessment: Der Begriff wird als systematischer Prozess der Erfassung sozialer Situationen und Ressourcen definiert, der die Grundlage für eine bedarfsorientierte Unterstützung bildet.
1.1 Die Bedeutung des Assessment im Regelkreislauf: Hier wird verdeutlicht, dass ein präzises Assessment die zwingende Voraussetzung für die darauffolgende zielgerichtete Hilfeplanung und Implementierung von Versorgungsplänen darstellt.
2 Fallbeispiel: Anhand des fiktiven Klienten Hans-Uwe wird illustriert, wie eine ganzheitliche Erhebung der Lebensumstände in der Praxis gestaltet werden kann.
2.1 Zielsetzung und konkrete Durchführung des Assessment am Fallbeispiel: Dieses Unterkapitel beschreibt die Notwendigkeit, objektive und subjektive Daten zu erheben, um eine fundierte Entscheidung über ambulante oder stationäre Hilfemaßnahmen zu treffen.
3 Hilfsmittel, Kenntnisse und Kompetenzen des Case Managers: Dieses Kapitel widmet sich den methodischen Werkzeugen sowie den persönlichen Voraussetzungen, die ein professioneller Case Manager benötigt.
3.1 PIE-System als Mittel zur psychosozialen Diagnostik: Vorstellung des „Person-in-Environment“-Systems als umfassendes Instrument zur Klassifizierung sozialer Funktionen und Lebensbedingungen.
3.2 Kenntnisse und Kompetenzen: Erörterung der funktionalen Rollen des Case Managers (Advocacy, Broker, Gate-Keeper) und der hierfür erforderlichen fachlichen, sozialen und Selbstkompetenzen.
4. Methodische und praktische Herausforderungen: Abschließende Betrachtung der Problematik, dass eine einheitliche soziale Diagnostik in Deutschland noch nicht flächendeckend etabliert ist und somit hohe Anforderungen an die Qualifikation der Fachkräfte stellt.
Schlüsselwörter
Case Management, Assessment, Regelkreislauf, Soziale Arbeit, PIE-System, psychosoziale Diagnostik, Hilfeplanung, Ressourcenanalyse, Advocacy-Funktion, Sozialkompetenz, Fallarbeit, Bedarfsermittlung, Versorgungsmanagement, Person-in-Environment, Selbstreflexion
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel der Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung des Assessments als Kernprozess des Case Managements, um eine effektive und effiziente Versorgung von Klienten sicherzustellen.
Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?
Schwerpunkte sind die Definition des Assessments, die Anwendung des PIE-Systems, die Rolle des Case Managers sowie die methodischen Herausforderungen in der Praxis.
Welche Forschungsfrage wird verfolgt?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie durch eine methodisch fundierte Erhebung im Rahmen des Assessments eine ganzheitliche und bedarfsgerechte Hilfeplanung für Klienten gelingen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die beispielhafte Anwendung des PIE-Systems (Person-in-Environment) zur Veranschaulichung diagnostischer Prozesse.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition des Assessments, die praktische Anwendung am Beispiel eines Klienten sowie die Analyse notwendiger professioneller Kompetenzen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Case Management, PIE-System, soziale Diagnostik, Ressourcenfokussierung und Fallarbeit charakterisiert.
Wie unterstützt das PIE-System die Diagnose?
Es dient als strukturiertes Instrument, um soziale Rollen und Umgebungsprobleme systematisch zu erfassen, zu klassifizieren und für die Hilfeplanung nutzbar zu machen.
Warum ist die Advocacy-Funktion beim Assessment so wichtig?
Sie stellt sicher, dass der Case Manager als Anwalt des Klienten dessen Bedürfnisse professionell vertritt, insbesondere wenn dieser aufgrund von Lebenskrisen nicht selbst in der Lage dazu ist.
- Quote paper
- Michael Supp (Author), 2008, Assessment im Case Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111466