Was ist Web 2.0 - Oder The Good, the Bad and the Ugly


Skript, 2008
25 Seiten

Gratis online lesen

Index

Einleitung
The Good
The Bad
The Ugly

Die Werkzeuge von Web2.0
Plattformen und Tools
Open Source Software
Diskussionsforen und Chats
Wikis
Blogs
Videocasts und Podcasts
News-Seiten
Filesharing-Plattformen
Social Bookmarking
Communities
Ideen- und Produktbörsen
Virtuelle Welten

Bewertungssysteme
Explizite Bewertungen
Implizite Bewertungen
Tagging
Geo Tagging
Der Blick in die Kristallkugel oder die Bewertung der Zukunft

Kollaboration im und mit dem Internet

Web 2.0 und der Einzelne
In eigener Sache

Web 2.0 und Unternehmen
Web 2.0 und Marketing
Gibt es Bedrohungen für das Web 2.0?

Und Web3.0?

Quellen
Literatur
Quellen im Internet

Über mich

Einleitung

Wer sich heutzutage mit Marketing und Verkaufsförderung im Internet beschäftigt kommt um einen Begriff nicht herum: Web2.0. Aber was bedeutet Web2.0 eigentlich? Welchen Nutzen können Firmen daraus ziehen? Wie sieht es mit möglichen Risiken aus?

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema und je mehr ich dazu recherchiere drängt sich mir der englische Originaltitel von Sergio Leone’s ”Zwei glorreiche Halunken” auf: ” The Good, the Bad and the Ugly”.

Geprägt hat den Begriff “Web 2.0” angeblich Timm O’Reilley, Gründer und Besitzer des gleichnamigen Computerbuch-Verlags. Er benutzte den Begriff zur Veranschaulichung der Weiterentwicklung des Internets. Dabei handelt es sich weniger um eine technische Weiterentwicklung - die einzelnen Technologien existieren zum Teil schon seit Beginn des Internets - sondern mehr um eine gesellschaftliche Entwicklung. Das Internet hat sich in einem großen Teil der Welt durchgesetzt und als vollwertiges Medium neben den bestehenden Medien wie Print, Rundfunk und Fernsehen etabliert. Mehr noch, es entwickelt sich derzeit zu einem mächtigen Konkurrenten.

Warum ” The Good, the Bad and the Ugly”?

Die meisten Menschen, die das Internet nutzen wandeln sich derzeit von passiven Konsumenten zu aktiven Teilnehmern [Anderson, 2006; Tapscott und Williams, 2006]. Sie nutzen dabei die verschiedensten Plattformen zum Austausch von Daten. Diese Daten umfassen einerseits Dinge wie Bilder, Filme oder Tondokumente, aber auch so etwas wie Meinungen, Stimmungen und Erfahrungen. Bekanntermaßen geschieht dies nicht immer nur zur Freude von Firmen, welche zum Beispiel Rechte an den getauschten Daten haben oder „Opfer“ von negativen Erfahrungsberichten werden. Die Versuche der Film- und Musikindustrie, die Verteilung von Kopien ihrer Produkte über die Peer-to-peer -Netze zu unterbinden, geistern seit Jahren durch die Presse. Einer der bekanntesten Fälle der letzten Zeit sind die Klagen verschiedenster Medienfirmen gegen Youtube (http://www.youtube.com).

Die Menschen begnügen sich nicht mehr damit, fertig produzierte Dinge auszutauschen, sondern sie beginnen, neben der Verteilung auch die Produktion zu übernehmen. Im Sinne des Urheberrechts zwar unbedenklich und nicht angreifbar, macht diese neue Form der Teilnahme am Internet in Zukunft dennoch ganzen Branchen zu schaffen. Wer abends im Internet surft und sich dabei Videoclips auf Youtube.com (http://www.youtube.com) anschaut, der fehlt den Fernsehgesellschaften als Zuschauer und schmälert so letztendlich die Werbeeinnahmen. Dieses Verhalten der ehemaligen Konsumenten macht den klassischen Medien zunehmend Probleme.

Ein Beispiel, wie Fernsehgesellschaften versuchen damit umzugehen ist CNN (http://www.cnn.com/). Der Nachrichtensender ging dazu über, Nachrichten aus den Archiven als Videoclip im Internet anzubieten. Damit sollen einerseits die Zuschauer gebunden werden, die zunehmend ins Internet abwandern. Aber auch die Veröffentlichung und Verbreitung der Clips im Internet soll nicht beliebigen Plattformen überlassen werden. Ein ähnliches Beispiel liefert der Sender Arte (http://www.arte.tv/) mit seiner Arte+7-Aktion: viele der Sendungen können noch 7 Tagen nach deren Ausstrahlung über das Internet angesehen werden.

Die Veränderung der Mediennutzung vieler Menschen hat aber noch andere Aspekte, als die abnehmenden Zuschauerzahlen bei Funk und Fernsehen. Das Schlagwort ist hier die gute, alte “Mund zu Mund-Propaganda”. Der hohe Grad der Vernetzung der Menschen über die modernen Kommunikationskanäle ermöglicht die Verbreitung von Informationen in Windes Eile. Das betrifft eben auch Meinungen über, oder Erfahrungen mit Firmen und ihrer Produkte. Meist geschieht dies weder gesteuert noch zielgerichtet. Marketing im Zeitalter von Web 2.0 möchte genau hier ansetzen und so etwas wie Steuerung und Kontrolle ausüben. Aber: kann das funktionieren?

Zurück zur Frage, warum ” The Good, the Bad and the Ugly”:

The Good

Irgendwo in der hintersten Ecke der Landkarte findet sich ein Firma xyz, die schon immer gute Produkte hatte. Nur leider weiß kaum ein Mensch von diesen tollen Produkten. Die Firma produziert im Kleinen so vor sich hin und hat nur mäßig Erfolg was die Umsätze und Erlöse angehen.

Irgendwann aber taucht in einem Internet ein Beitrag in einem Forum oder Blog eines begeisterten Kunden auf. Daraufhin finden die Produkte immer mehr Abnehmer. Über die Zeit mehren sich auch die Beiträge im Internet über die tollen Produkte und siehe da: Umsätze und Produkte der kleinen aber feinen Fimra steigen. Dank Web 2.0 eine Erfolgsgeschichte.

The Bad

Es gibt im Nachbarort der Firma xyz aber eine andere Firma uvw. Diese ist ein Mitbewerber von yxz. Deren Produkte sind nicht ganz so toll wie die der Firma yxz aber dafür ist Marketingabteilung von uvw pfiffiger: Warum nicht ein paar Studenten anheuern und Beiträge über die angeblich noch besseren Produkte von uvw in allen möglichen Foren streuen. Gegen kleine Aufwandsentschädigungen sind auch einige Blogger bereit, lobende Beiträge in ihren Blogs zu veröffentlichen. Wem schadets?

The Ugly

Die häßliche Seite von Web2.0 wird gerne übersehen (oder gerne auch verschwiegen). Betroffen sind einzelne Personen als auch Firmen. Die Konsequenzen können unter Umständen verheerend sein. Alles was im Internet veröffentlicht wird, ob wahr oder falsch, legal oder illegal, bleibt dort unwiderbringlich erhalten.

- Der peinliche Auftritt des Kollgen bei der letzten Weihnachtsfeier als Videoclip digital festgehalten macht nicht mehr nur in der Firma die Runde. Weil es wirklich lustig ist taucht das Filmchen in verschiedenen Videoportalen auf und steht damit einem weltweiten Publikum zur Verfügung.
- Der Ex hat von seiner ehemaligen Freundin noch ein paar sehr private Bilder auf seiner Digicam. Die Bilder als Spaß bei einem Bilderdienst auch noch mit Telefonnummer und zweideutigen Angeboten veröffentlicht und die Frau wundert sich über zunehmende, eindeutige Anrufe.
- Oder bei Firmen: Die Marketingsfachleute von uvw sind nicht nur pfiffig, sondern auch bösartig. Sie lassen die Studenten nicht nur positive Mitteilungen über die eigenen Produkte verbreiten, sondern es werden auch Beiträge gestreut, welche die Produkte des Mitbewerbers yxz schlecht machen. Schon nicht mehr schön. Die Firma yxz wundert sich auf einmal, warum die Verkaufszahlen wieder zurückgehen.

Web 2.0 beginnt, seine häßliche Seite zu zeigen!

Die Werkzeuge von Web2.0

Die Werkzeuge sind nicht neu. Newsgroups, Foren und Chatrooms gehören seit Beginn des Internets zum Basisrepertoire vieler Websites. Diese Tools erlaubten schon frühzeitig das Einstellen von sogenanntem User Generated Content in Form von virtuellen Diskussionen. Diese fanden entweder zeitgleich (Chats) oder zeitversetzt (Foren) statt und ermöglichten den Aufbau virtueller Gemeinschaften oder Communities.

Es verwundert kaum, das diese Communities oft einen sehr engen Bezug zur Technologie des Internets hatten. Entwickler tauschen sich über aktuelle Probleme aus und erhalten so Support durch die entsprechende Community, Technikfreaks tauschen sich über die neuesten Produkte aus. Doch bei dem reinen Austausch von Informationen bleibt es nicht: Die Technik bietet auf einmal die Grundlage für kollektives Arbeiten an ein und dem selben Thema, die Open Source -Bewegung kam ins Rollen.

Mit dem Siegeszug des Internets in der modernen Gesellschaft erobern diese Tools nach und nach neue Themenkreise und lösen sich damit von der Technik. Inzwischen haben diese Technologien alle Lebensbereiche der Menschen erobert und dienen längst dem globalen Informationsaustausch. Vom Tipp zur Reparatur eines Autos bis hin zur Diskussion über Erziehungsprobleme findet man so ziemlich jedes Thema.

Aber auch die Technik entwickelte sich weiter. So kamen in letzter Zeit zahlreiche neue Tools hinzu, welche zur Kategorie Web2.0 zu zählen sind. Dazu gehören:

- Open Source Software
- Diskussionsforen und Chats (eigentlich noch Web 1.0)
- Wikis
- Blog-Software
- Videocasts und Podcasts
- Newsseiten
- Bilddatenbanken
- Videodatenbanken
- Filesharing (Peer-to-peer -Netze)
- Plattformen zur Bildung von Interessensgruppen (Communities)
- Businessnetzwerke
- Freizeitnetzwerke
- Familien- und Freunde-Netze
- ….
- S ocial Bookmarking
- Ideenbörsen
- Virtuelle Welten (3D-Chaträume)

Plattformen und Tools

Um einen Überblick zu geben, liste ich an dieser Stelle einige für Web 2.0 beispielhaften Werkzeuge auf und beschreibe den “Web 2.0”-Charakter.

Open Source Software

Open Source Software gibt es schon einige Zeit länger als den Begriff Web 2.0. Spätestens seit den ersten Versionen des freien Betriebssystems Linux des Finnen Linus Torwalds zu Beginn der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat sich Open Source Software durchgesetzt und etabliert. Es ist naheliegend, dass dabei zuerst viele Werkzeuge entstanden, die einen engen Bezug zum Internet haben, sind doch viele Entwickler die im und mit dem Internet arbeiten am empfänglichsten für kollaboratives Arbeiten über das Netz. Eines der bekannsten Beipiele dürfte das Open Source Projekt Apache sein, in dem neben dem Webserver eine Vielzahl an zusätzlichen Tools erstellt wurden (und werden).

Inzwischen gibt es allerlei weitere Software unter anderem für den Desktopbereich wie die Bürosoftware OpenOffice (http://www.openoffice.org) oder die mächtige Bildbearbeitungssoftware GIMP (http://www.gimp.org).

Diskussionsforen und Chats

Beide Tools zur Kommunikation über das Internet bedürfen eigentlich keiner Erklärung mehr. Sie gehören seit Beginn des Internets zum Standardrepertoire. Während das Chatten die textbasierte Kommunkation in Echtzeit darstellt sind Foren eine Art zeitverzögertes und nachvollziehbares „Frage und Antwort-Spiel“.

Die Beiträge in Foren sind meist für jeden einsehbar, wer sich an den Diskussionen beteiligen möchte, muß sich meist anmelden. Zahlreiche Forenbeiträge werden zum Teil über Jahre archiviert und sind zugänglich. So findet man über Suchmaschinen durchaus auch zu veralteter Soft- oder Hardware noch entsprechende Hilfen im Falle von Problemen. Beispiele zu nennen dürfte überflüssig sein, Foren sind im Internet allgegenwärtig.

Während sich Foren seit Jahren kaum in ihrer Bedienung verändern, entwicklen sich Chats sehr stark weiter. Sie haben sich schon längst von den kleinen Textboxen gelöst, in die man seine Mitteilungen hastig eintippen konnte um sie anschließend im Fenster nach oben verschwinden sah. Der Trend geht eindeutig Richtung 3- dimensionaler Räume, in dem man selbst in Rolle eines Avatars schlüpft. Mit Internettelefonie (= VoiP; Voice over Internet Protocol) löst sich das Chatten auch vom geschriebenen Text hin zur Sprache. Bekanntestes Beispiel der letzten Zeit ist Second Life. Mehr dazu im Kapitel „Virtuelle Welten“.

Wikis

Einfach erklärt sind Wikis Webseiten, die jeder Nutzer nicht mehr nur lesen, sondern auch bearbeiten kann. Der Nutzer ist nicht mehr nur Leser, sondern wird zum Autor. Das bedeutet, das der Inhalt einer Seite im wahrsten Sinne seines Wortes seinem Benutzer ausgeliefert ist, im positiven wie im negativen Sinne. Kann ein solches Konzept überhaupt sinnvolle Inhalte hervorbringen? Die Antwort lautet Wikipedia (http://www.wikipedia.org).

Wikipedia ist eines der erstaunlichsten Phänome des Internets. Tausende Menschen schreiben Artikel zu wirklich fast jedem Thema. Warum tun sie das? Eine erschöpfende Antwort darauf fällt schwer. Jedenfalls haben diese zigtausend Menschen es geschafft, ein Nachschlage-Werk zu erschaffen, dass es mit kommerziellen Produkten, deren Inhalte von professionellen Redaktionen erstellt, recherchiert und gepflegt werden, aufnehmen kann.

Die häufigste Kritik, die gegenüber Wikipedia oft zu hören bzw. zu lesen ist, ist die mangelnde Qualität der Inhalte sowie die fehlende Kontrolle des Wahrheitsgehaltes der Artikel. Dem ist - zumindest punktuell - nichts entgegenzusetzen. Die einzelnen Beiträge variieren in ihrer Qualtität tatsächlich extrem. Die wahre Stärke von Wikipedia liegt in der Breite der Themen, die angeboten werden, einer unschlagbaren Aktualität sowie in einem faszinierenden Selbstreinigungsprozess, mit dem zerstörte Artikel binnen weniger Minuten wieder hergestellt werden.

Wikipedia stellt damit einen hervorragenden Einstieg in jede Recherche dar, sollte aber niemals deren Abschluss sein. In The Long Tail geht Chris Anderson [Anderson, 2006] sehr ausführlich auf das Phänomen Wikipedia ein.

Darüberhinaus finden Wikis zunehmend Verwendung, wenn es um geschlossene Benutzerkreise geht. So sind sie zunehmend Bestandteil von Firmen-Intranets und dienen der internen Kommunikation. Hervorragende Dienste leisten sie in der Projektarbeit, wobei auch hier IT-Themen dominieren dürften. Die Projektdokumentation kann von jedem Teammitglied zu jeder Zeit aktualisiert und bearbeitet werden. Ein sehr schönes Beispiel liefert Jens Bergmann in seinem Artikel “Die gläserne Firma” [Bergmann, 2007].

Blogs

Verfolgt man die Fachpublikationen aus dem Bereich Online-Marketing, so werden Blogs als die Wunderwaffe für Marketing im Web 2.0 gepriesen. Als Beispiel werden einige Blogs genannt, die dank einer treuen Leserschaft fantastische Zugriffszahlen aufweisen. Zu den bekanntesten Blogs zählen in Deutschland Spreeblick (http:// http://www.spreeblick.com/) oder Basic Thinking (http://www.basicthinking.de/blog/). Darüberhinaus gibt es zahlreiche themenbezogene Blogs, mit denen sich einzelne Personen im Internet präsentieren (und sich natürlich auch darüber verkaufen).

24 von 25 Seiten

Details

Titel
Was ist Web 2.0 - Oder The Good, the Bad and the Ugly
Autor
Jahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V111481
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Oder, Good, Ugly
Arbeit zitieren
Thomas Schmidt (Autor), 2008, Was ist Web 2.0 - Oder The Good, the Bad and the Ugly, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111481

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Was ist Web 2.0  -  Oder The Good, the Bad and the Ugly


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden