Die Niederlage im pazifischen Krieg in den 50er Jahren führte bei den Japanern dazu, dass sie das Gefühl hatten, ein Land mit knappen Ressourcen zu sein und daher Verschwendung zu vermeiden sei. Unter diesem Eindruck stehend, galt es nun ein Konzept zu entwickeln, dass dieses erfüllen konnte. Als Vorreiter zeigte sich der japanische Automobilkonzern Toyota, der unter der Führung von Taiichi Ohno das sogenannte Kanban-System entwickelte, welches im Jahr 1962 im gesamten Unternehmen implementiert wurde – zu einer Zeit als sich Japan in vollem Wachstum befand. Die Einführung dieses Konzeptes sollte dazu dienen, den Materialfluss in der Montage bei möglichst geringer Nutzung der dafür benötigten Ressourcen sicherzustellen. In den 70er Jahren fand dieses Konzept seinen Weg nach Europa und hat sich als ein geeignetes Instrumentarium gegen die Verschwendung von Ressourcen erwiesen.
Inhaltsverzeichnis
1. Hintergrund:
2. Konzept:
3. Anwendungsbeispiel:
4. Bewertung:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit dem Kanban-System als Instrument zur effizienten Steuerung von Material- und Informationsflüssen in Produktionsumgebungen, um Verschwendung zu minimieren und Just-in-Time-Prozesse zu realisieren.
- Entstehungsgeschichte und Ursprung des Kanban-Systems bei Toyota
- Definition und Funktion der Kanban-Karte als Informationsträger
- Detaillierter Ablauf der Fertigungssteuerung mittels Regelkreisen
- Praktische Anwendung und operative Umsetzung am Beispiel einer Vormontage
- Kritische Analyse der Vorteile, Regeln und organisatorischen Voraussetzungen
Auszug aus dem Buch
Konzept:
Kanban ist der japanische Ausdruck für Karte oder Schild (siehe Abb. 1). Diese Karte – häufig ein Stück Papier in einer Plastikhülle – ist ein Informationsträger und enthält in der Regel folgende Daten (vgl. Kamiske, Brauer 2003, S. 103f.):
Name und Identnummer des Teils oder Artikels;
Skizze der Teile;
Behälterart und Anzahl der Teile pro Behälter;
Herkunft der Teile (herstellende Abteilung oder Lieferant);
Empfänger der Teile (verbrauchende Abteilung oder Kunde);
Registriernummer und laufende Nummer des Kanbans;
Abholzeit (Zeitpunkt, wann die Teile zum Abholen bereitgestellt sein müssen);
ggf. zusätzliche Informationen (z.B. Arbeitsanweisungen, Prozessparameter).
Zusammenfassung der Kapitel
Hintergrund: Das Kapitel erläutert den Ursprung des Systems bei Toyota in den 1960er Jahren als Antwort auf knappe Ressourcen und als Methode zur Vermeidung von Verschwendung.
Konzept: Hier wird die Funktion der Kanban-Karte als zentrales Steuerungselement innerhalb von Regelkreisen beschrieben, um Materialflüsse nach dem Just-in-Time-Prinzip zu organisieren.
Anwendungsbeispiel: Dieses Kapitel veranschaulicht den operativen Prozess, in dem durch den Austausch von Verbrauchs- und Fertigungs-Kanbans zwischen Zwischenlagern und Arbeitsgängen eine bedarfsgerechte Produktion sichergestellt wird.
Bewertung: Die kritische Betrachtung fokussiert auf die Wirksamkeit bei der Fehlervermeidung und Disziplinierung, weist aber auch auf die organisatorischen Anforderungen und Risiken bei mangelnder Mitarbeitereinbindung hin.
Schlüsselwörter
Kanban, Toyota Produktionssystem, Just-in-Time, Fertigungssteuerung, Materialfluss, Informationsfluss, Verschwendung, Regelkreis, Kanban-Karte, Produktionsprozess, Holprinzip, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über das Kanban-System, von der historischen Entstehung über die technische Funktionsweise bis hin zur praktischen Implementierung und kritischen Bewertung in der industriellen Produktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig das Lean Management, die Just-in-Time-Produktion, die Steuerung logistischer Prozesse durch visuelle Hilfsmittel (Kanban-Karten) und die organisatorischen Aspekte bei der Einführung solcher Systeme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, das Konzept von Kanban als Instrument zur Ressourceneffizienz und Materialflusssteuerung verständlich zu machen und dessen Anwendungsmöglichkeiten sowie Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bewährter Fachpublikationen zum Thema Qualitätsmanagement und Produktionssysteme, ergänzt durch anschauliche Prozessbeschreibungen und methodische Erläuterungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition des Konzepts, eine detaillierte Beschreibung der Funktionsweise mittels Regelkreisen sowie eine praxisnahe Darstellung eines Fertigungsbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Kanban, Just-in-Time, Produktionssteuerung, Materialfluss, Verschwendung, Fertigungsstufe und Regelkreis.
Wie unterscheidet sich der Verbrauchs-Kanban vom Fertigungs-Kanban?
Der Verbrauchs-Kanban wird zwischen einem Zwischenlager und der verbrauchenden Stelle eingesetzt, während der Fertigungs-Kanban zwischen der produzierenden Stelle und dem Zwischenlager kursiert, um neue Fertigungsaufträge auszulösen.
Warum ist das Anhalten des Bandes bei Fehlern laut Autor wichtig?
Das Anhalten dient dazu, Fehler sofort sichtbar zu machen, eine "Vertuschung" zu verhindern und durch den entstandenen Druck ("peinliche Situation") nachhaltige Lerneffekte im Team zu erzeugen.
- Quote paper
- Dorothee Bausch (Author), 2006, Kanban: Hintergrund, Konzept, Bewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111591