In dieser Hausarbeit geht es um die Fragestellung, inwiefern die „Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene“ eine massenwirksame Vereinigung war.
Zunächst müssen hierfür die gesellschaftlichen Grundlagen in dieser Zeit (1905-1933) dargestellt werden, damit das Thema weniger schematisch bleibt und ein klareres Bild entstehen kann.
In dieser Arbeit wurden in einem wissenschaftlichen Diskurs die wichtigsten Repräsentanten aufgearbeitet die in der Summe und der Folge einen maßgeblichen Anteil an dem nationalsozialistischen Weltbild hatten wie bspw.: Charles Darwin, Paul Naecke, Wilhelm Schallmayer, Rudolf Goldstein (1908, „Entwicklungswerttheorie, Entwicklungsökonomie, Menschenökonomie“), Geza von Hoffmann (1913, „Die Rassenhygiene in den Vereinigten Staaten von Nordamerika“) und Eugen Fischer (1913, „Die Rehobother Bastards und das Bastardisierungsproblem beim Menschen. Anthropologische und ethnologische Studien am Rehobother Bastard in Deutsch-Südwestafrika“).
Hiermit gibt diese Arbeit einen interessanten Einblick in die Entstehung und die Ausdifferenzierung dieses Gedankengutes. Wichtig hiebei ist die Tatsache, dass man aus der Vergangenheit lernen sollte, sodass sich dieses Gedankengut nicht wieder massenwirksam entwickeln und entfalten kann!!!
Inhaltsverzeichnis
1. Gliederung:
2. Die Wandlung der „Rassentheorien“ seit der Gründung der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ (1905) bis zum Ende der Weimarer Republik (1933)
3. Der Rückhalt der „Rassentheorien“ in der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ um 1905
4. Der Rückhalt der „Rassentheorien“ in der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ um 1933
5. Die Unterstützung der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ für die „Rassentheorien“ in dieser Zeit (1905-1933)
6. Die Entwicklung der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ in der Zeit von 1905 bis 1933
7. Der politische Rückhalt der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“
8. Fazit: Inwiefern war die „Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene“ eine massenwirksame Vereinigung?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und den Einfluss der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ (DGfRh) während der Weimarer Republik. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern es sich bei der Organisation um eine massenwirksame Vereinigung handelte und welchen Beitrag sie zur Verbreitung rassenhygienischer Theorien leistete, die später für die nationalsozialistische Ideologie als Grundlage dienten.
- Gesellschaftliche Grundlagen und Begriffsdefinitionen der Eugenik und Rassenhygiene
- Entwicklung und Radikalisierung rassenhygienischer Lehrmeinungen zwischen 1905 und 1933
- Die Rolle einflussreicher Wissenschaftler und deren Vernetzung in der DGfRh
- Politischer Rückhalt und Einflussnahme der DGfRh auf gesetzgeberische Vorhaben
- Analyse der Massenwirksamkeit und des gesellschaftlichen Widerstands gegen rassenhygienische Ideologien
Auszug aus dem Buch
3. Der Rückhalt der „Rassentheorien“ in der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ um 1905
Wie in der Einleitung angeklungen können wir annehmen, dass Alfred Ploetz 1905 bei der Gründung der „DGfRh“ die bis dahin veröffentlichten Werke kannte und sie durch eine Vereinigung gesellschaftsfähig machen wollte. Also können wir die Werke Darwins, Gobineaus, Schallmayers und Galtons als theoretischen Hintergrund voraussetzen.
Anhand der Satzung der „DGfRh“ wird deutlich, dass diese Rassentheorien durch diese Vereinigung „verbessert“ und politisch durchgesetzt werden sollten.
Die Mitglieder mussten „sämtlich der weißen Rasse angehören“ und ein verbrieftes Interesse an „Personen mit deutscher Muttersprache haben“ (1910).
Dies bedeutet im Zuge des deutschen Kolonialismus und der damit verbundenen „Mischehen-Debatte“, dass eine öffentliche Diskussion angefacht werden sollte. Um es auf eine vereinfachte Formel zu bringen: „Der Platz an der Sonne“ des Deutschen Reiches sollte ohne „andershäutige“ Deutsche erreicht werden. Dies bestätigt auch die Staatsbürgerdebatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bezug auf die deutschen Kolonien vor Allem aber der in „Deutsch-Südwestafrika“.
Zu dieser Zeit war in den wissenschaftlichen Studien der „taxonomische Ansatz“ weit verbreitet; d.h. man versuchte durch statistische Verfahren Merkmale wie Hautfarbe, Haarfarbe, Körpergröße, Geschlecht, Kopfumfang usw. festzuhalten und eine genetische Andersartigkeit mit festen Merkmalen zu zuordnen. Diese Merkmale wurden allerdings nicht objektiv eingeordnet sondern, wurden positiv oder negativ besetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Die Wandlung der „Rassentheorien“ seit der Gründung der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ (1905) bis zum Ende der Weimarer Republik (1933): Einführung in die Begrifflichkeiten Eugenik und Rassenhygiene sowie Darstellung der theoretischen Grundlagen und deren Entwicklung durch maßgebliche Wissenschaftler.
3. Der Rückhalt der „Rassentheorien“ in der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ um 1905: Untersuchung der Zielsetzungen bei Gründung der DGfRh, basierend auf ihrer Satzung und dem damaligen kolonialpolitischen Kontext.
4. Der Rückhalt der „Rassentheorien“ in der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ um 1933: Analyse der strategischen Neuausrichtung der Gesellschaft sowie die zunehmende Radikalisierung und Verbindung zur nationalsozialistischen Ideologie vor der Machtergreifung.
5. Die Unterstützung der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ für die „Rassentheorien“ in dieser Zeit (1905-1933): Dokumentation der institutionellen Vernetzung, der Bedeutung fachlich führender Mitglieder und der gezielten Öffentlichkeitsarbeit der DGfRh.
6. Die Entwicklung der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ in der Zeit von 1905 bis 1933: Betrachtung der organisatorischen Veränderungen, Satzungsänderungen und der Rolle konkurrierender Organisationen.
7. Der politische Rückhalt der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“: Darstellung der Einflussnahme der DGfRh auf die Politik, insbesondere hinsichtlich eugenisch motivierter Gesetzesinitiativen und Eheberatungsstellen.
8. Fazit: Inwiefern war die „Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene“ eine massenwirksame Vereinigung?: Kritische Schlussbetrachtung zur tatsächlichen Wirkung der Gesellschaft, ihres elitären Charakters und des Scheiterns bzw. der Integration ihrer Ziele im NS-Regime.
Schlüsselwörter
Rassenhygiene, Eugenik, Weimarer Republik, DGfRh, Sozialdarwinismus, Menschenökonomie, Bevölkerungsgeschichte, Erbgesundheit, Zwangssterilisierung, NS-Ideologie, Alfred Ploetz, Fritz Lenz, Wissenschaftsgeschichte, Eheberatung, Rassentheorien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Rolle, Entwicklung und Ideologie der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“ (DGfRh) im Kontext der Weimarer Republik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die wissenschaftlichen Grundlagen der Rassenhygiene, die institutionelle Entwicklung der DGfRh, ihre Vernetzung in Wissenschaft und Politik sowie ihr Beitrag zur Radikalisierung rassistischer Diskurse.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern die DGfRh eine massenwirksame Vereinigung war und welchen Einfluss sie auf die Verbreitung jener Theorien hatte, die später die Grundlage für den Nationalsozialismus bildeten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen historisch-analytischen Ansatz, der auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Satzungen, Schriften führender Rassenhygieniker und der Sekundärliteratur zur Geschichte der Eugenik basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der theoretischen Grundlagen, die organisatorische Entwicklung der Gesellschaft, die Aktivitäten prominenter Mitglieder und den politischen Einfluss der DGfRh auf Gesetzgebung und öffentliche Wahrnehmung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Rassenhygiene, Eugenik, Menschenökonomie, Sozialdarwinismus und den institutionellen Prozess der Verwissenschaftlichung rassistischer Ideologien.
Welche Bedeutung hatte das Kaiser-Wilhelm-Institut für die DGfRh?
Das KWI diente als wissenschaftliche „Denkfabrik“ und Prestigeobjekt, das durch die Arbeit führender Köpfe wie E. Fischer und F. Lenz maßgeblich zur theoretischen Fundierung und Verbreitung eugenischer Lehren beitrug.
Wie wirkte sich die „Lex Zwickau“ auf die politische Arbeit der DGfRh aus?
Die Initiative von Gerhard Boeters markierte einen Wendepunkt, da sie erstmals radikale Forderungen nach gesetzlicher Zwangssterilisierung an eine Staatsregierung richtete und damit den Weg für spätere nationalsozialistische Gesetzgebung ebnete.
- Arbeit zitieren
- M.A. Magister Artium Sebastian Popovic (Autor:in), 2005, Die „Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene“ in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111665