Bertolt Brecht "Und der Haifisch der hat Zähne..."

Eine Analyse der „Moritat von Mackie Messer“ in der Fassung vom August 1928


Zwischenprüfungsarbeit, 2005
44 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Die Dreigroschenoper“
2.1 Die Entstehung der „Dreigroschenoper“
2.2 Das epische Theater
2.3 Inhalt und Handlung der Dreigroschenoper

3. Die Moritat
3.1 Definition der Moritat
3.2 Die Entstehung der „Moritat von Mackie Messer“
3.3 „Die Moritat von Mackie Messer“
3.4 Die Einleitung der Moritat in der Dreigroschenoper
3.5 Inhalt und äußerer Aufbau
3.6 Innerer Aufbau, Wortwahl und Vergleiche
3.7 Das Haifischsymbol
3.8 Analyse und Interpretation der aufgeworfenen Fragen

4. Eine mögliche Deutung der Moritat

5. Die „gesungene“ Moritat
5.1 Die Entstehung der Songs
5.2 Schlager oder Chanson? – Das Genre
5.3 Das Original von Bertolt Brecht und Kurt Weill
5.4 Die Moritat als Hit
5.5 Die Hintergründe der Vertonung

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Quellen im Internet

Musikalben auf CD

1. Einleitung

„Es ist ein Triumph der offenen Form. Was Brecht als Bearbeiter, was Weill als Komponist in diesem leichten Nebenwerk geleistet haben, daß ist zugleich die Überwindung der Revue zu einer neuen Gattung und die Verschmelzung von Elementen des Varietes [...] zu einem lebendigen theatralischen Ausdruck.“[1]

Herbert Jherning, BBC: 01.September 1928[2]

So begeistert äußerte sich der britische Journalist nach dem triumphalen Erfolg von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ und deren Songs[3]. Diese Arbeit wird sich aber nicht mit dem Gesamtwerk beschäftigen, sondern mit dessen bekanntesten Song: der „Moritat von Mackie Messer“[4], dem ersten Song der „Dreigroschenoper“.

Ich möchte dieses Einzelstück aus der Gesamtheit der Oper herausheben und zeigen, dass es durchaus ein einzelnes Werk für sich und als solches ebenso aussagekräftig ist. Der genaueren Analyse, Deutung und Interpretation widmet sich diese Hausarbeit genauso, wie ihrem unverwechselbaren Inhalt und dem berühmten Haifischmotiv. Des Weiteren möchte ich auf die Tatsache eingehen, dass die Moritat ebenfalls in musikalischer Form existiert, wodurch ich hoffe, ihre Eigenständigkeit als Text nochmals unterstreichen zu können.

Um die Herkunft der Moritat zu erläutern, werde ich zunächst mit einer kurzen Darstellung der „Dreigroschenoper“[5] und deren Eigenschaften beginnen, um mich danach ausschließlich der Moritat zu widmen. Der genauen Erläuterung ihres Inhaltes, Aufbaus und Charakters folgt die Analyse, die Abhandlung über das Haifischsymbol und die Darstellung der Moritat als Song. Abschließen möchte ich mit dem Versuch den Hintergrund der Vertonung der Moritat dazustellen und einem Fazit.

2. „Die Dreigroschenoper“

Um die Herkunft der Moritat, ihren Zweck und Inhalt, sowie dessen Vorgeschichte besser verständlich zu machen, möchte ich zunächst das Gesamtwerk, dessen Teil sie ist, vorstellen: „Die Dreigroschenoper“. Ich hoffe so, die Eigenheiten der Moritat im weiteren Verlauf noch besser erläutern zu können.

Eines der erfolgreichsten Dramen von Bertolt Brecht lautet mit vollem Titel:

„Die Dreigroschenoper: Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern nach dem Englischen des John Gay (eingelegte Balladen von Francois Villon und Rudyard Kipling, Übersetzung: Elisabeth Hauptmann, Bearbeitung: Bertolt Brecht)“[6]

2.1 Die Entstehung der „Dreigroschenoper“

Die DGO hatte ihre Uraufführung am 31. August 1928 in Berlin im Theater am Schiffbauerdamm unter der Regie von Erich Engel.[7] Der Erfolg der Aufführung blieb bis zum Schluss unsicher. Das Publikum reagierte sehr zurückhaltend auf die Inszenierung, man plante bereits einen möglichen Abbruch. Dann, völlig unerwartet, kippte die Stimmung zugunsten der DGO. Nach dem „Kanonensong“ brachen die Zuschauer in Beifallstürme aus, die ein Da Capo erzwangen.[8] Das Publikum zollte dem Stück und seinem Schreiber den Respekt und Beifall, der das Werk später zum Welterfolg werden ließ. In der Spielzeit 1928/29 waren im Theater am Schiffbauerdamm alle Vorstellungen ausverkauft. Bis 1930 wurde das Stück in Paris, Mailand und Moskau aufgeführt und konnte so am Ende des Jahres 1933 über 10.000 Aufführungen vorweisen.[9]

Die DGO kam zustande, als Brecht 1928 beschloss, das Stück des englischen Dramatikers John Gay „The Beggar´s Opera“ aus dem Jahr 1728 neu zu bearbeiten. Mit diesem Sittengemälde aus sympathischen Verbrechern und korrupten Polizisten konnte Brecht die politischen Aspekte seiner Sozialkritik am Deutschland der zwanziger Jahre des letzen Jahrhunderts äußern. Gleichzeitig schuf er eine neue Form des Theaters, welche später als episches Theater bekannt werden sollte.[10]

2.2 Das epische Theater

Welcher Gattung gehört dieses Werk an? Diese Frage muss man sich schon beim Titel stellen. Handelt es sich um eine Oper, eine Operette oder ein Musical? Die DGO ist wohl das einzige Theaterstück, das sowohl in Schauspiel- als auch in Opernführern verzeichnet ist.[11] Zwar ist das Stück als Oper klassifiziert, obwohl es sehr textgewichtig ist, denn nicht einmal eine Operette weist soviel Text auf. Da aber auch die Musik eine entscheidende Rolle im Stück spielt, darf sie bei der Klassifizierung nicht vernachlässigt werden. Die Aufführung der DGO findet stets in Theaterhäusern statt, daher geht ihre Klassifizierung in die Richtung dieser Gattung. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die Musik das Werk in einzelne Elemente oder Episoden teilt. Daher hat Brecht sein Werk als sogenanntes „episches Theater klassifiziert.

Diese, vor allem durch Brecht selbst entwickelte Form des modernen Dramas zeichnet sich unter anderem durch die mehrmalige Unterbrechung der eigentlichen Handlung aus (in der DGO geschieht dies durch die Songs).[12] Der so entstandene episodische Charakter stellt die Unterbrechung als solche in den Vordergrund und will dem Zuschauer damit die Möglichkeit geben, bestimmte Zustände des menschlichen Verhaltens zu entdecken. Er sollte dadurch die, durch das Stück geformte, Moral besser verstehen und umsetzen.[13] Brecht wollte damit eine Gattung des Lehrstückes schaffen, um den Zuschauern auch die Zustände der Gesellschaft zu vermitteln. Das Drama wird zu einer politischen Weltanschauung und damit zur Kritik an der Gesellschaft, die bei Brecht sehr marxistisch geprägt war. Dazu sollten auch die episodenhaften Unterbrechungen durch Songs, Texte, etc. beitragen.[14]

2.3 Inhalt und Handlung der Dreigroschenoper

Die DGO zeigt den Existenzkampf, das Unglück und die glückliche Rettung des Straßenräubers Macheath, genannt Mackie Messer. Dieser organisiert seine Taten wie ein Geschäftsmann. Sein Antagonist (Gegenspieler) ist der Bettlerkönig Peachum, der ihn an den Galgen bringen will. Er herrscht über Londons Bettler und koordiniert deren Einsätze. Da Macheath Gefallen an Peachums Tochter Polly findet und mit ihr den Bund fürs Leben schließt, muss ihr Vater um seine Existenz bangen. Es entbrennt ein Kampf zwischen den beiden Geschäftsleuten. Macheath soll verhaftet werden, doch Polly warnt ihn. Aber statt zu fliehen, zieht es ihn ins Bordell, wo er doch geschnappt wird. Dank seines Freundes, dem Polizeichef Brown, wird er nur nachlässig bewacht und kann fliehen. Peachum aber droht Brown, er würde mit seinen Bettlern die Krönungszeremonie der neuen Königin stören, wenn dieser Macheath nicht verhaftet. Dies geschieht und Mackie Messer soll nun gehängt werden. Alle Fluchtversuche scheitern und erst mit dem Kopf in der Schlinge wird er durch den „reitenden Boten“ der Königin gerettet. Sie befiehlt ihn frei zu lassen, gleichzeitig wird er in den Adelsstand erhoben und erhält ein Schloss und eine Lebensrente. Dieses Ende kommt völlig unerwartet und bricht mit den üblichen Regeln. Dies ist typisch für Brecht, wodurch seine Stücke nicht genau in die, die jeweilige Gattung auszeichnenden, Regeln einzuordnen sind. So wird auch die eigentliche, genaue Zuordnung der DGO zu einer Gattung schwierig. Diese Eigenart Brechts soll auch bei der Analyse der Moritat genauer betrachtet und weiter verfolgt werden.[15] Dies könnte ein hilfreicher Aspekt bei der Deutung der Moritat sein.

3. Die Moritat

3.1 Definition der Moritat

Die Moritat ist eine Sonderform des sogenannten Bänkelsangs. Dieser bekam seinen Namen durch die Bank, welche der Vortragende meist als Podium benutzte.[16] Bei einer Moritat handelt es sich um ein Lied mit mehreren Strophen, meist in Begleitung einer Drehorgel, dessen Inhalt vom Moritatensänger durch das Deuten mittels Zeigestab auf Bildtafeln verdeutlich wird. Der Schluss soll durch eine ausdrückliche Moral belehrend wirken. Die Blütezeit des Bänkelsangs war das 19. Jahrhundert, meist auf Jahrmärkten, Volksfesten oder ähnlichem. Als Inhalt kamen bestimmte Personengruppen, gesellschaftliche Situationen, Liebestragödien, Katastrophen oder Verbrechen zur Sprache. Allerdings wurden diese Inhalte vor allem in Deutschland durch die Politik zensiert wurden.[17] Durch die begleitende Drehorgel wurde auch die leiernde Melodie Kennzeichen einer Moritat, die so zusätzlich einen gesungenen Vortrag möglich machte. Der aussterbende Bänkelsang wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch moderne Balladendichtung als Moritat wieder aufgegriffen und entwickelte sich durch die Melodie[18] auch zu musikalischen Schlagern.[19]

3.2 Die Entstehung der „Moritat von Mackie Messer“

Die Ouvertüre der DGO entstand mehr durch einen Zufall und wurde von Bertolt Brecht erst kurz vor der Premiere der Oper, im August 1928 verfasst. Hintergrund für diese wichtigste Ergänzung der Oper war, einem Bericht von Ernst Josef Aufricht[20] zufolge ein Einfall des Komponist Kurt Weill. Dieser sah den Darsteller von Macheath, Harald Paulsen[21], in einem Maßanzug und blauer Schleife als Kostüm und beschloss mit Brecht diese Figur durch ein Lied einzuführen, welches von deren Schandtaten berichtete. Dadurch musste der Künstler in seinem Kostüm umso unheimlicher wirken.[22]

Andere Quellen behaupten, Paulsen selbst habe auf einen Song bestanden, der seine Figur dem Publikum vorstellt, um so seiner schauspielerischen Größe gerecht zu werden. Dieser sollte dann gleichzeitig als Ouvertüre fungieren.[23] Ganz egal aber aus welchem Grund Brecht diese Moritat schrieb, er tat dies über Nacht um den 24. August 1928, also kurz vor der Premiere, und schuf so den erfolgreichsten Song der „Dreigroschenoper“.[24]

Diesem vorangestellt ist eine kurze Einführung in die Szenerie des Stückes. Ort, Situation und Personen werden hier dem Publikum präsentiert, und zwar ganz im Sinne des epischen Theaters: Diese Vorstellung bildet einen Teil für sich und knüpft durch die Verwendung einer Tafel und dem Vortrag durch einen Schauspieler an die erzählende Weise einer Moritat an. Der Erläuterung dieser Einweisung sei nun aber der Primärtext, die „Moritat von Mackie Messer“, vorangestellt.

3.3 „Die Moritat von Mackie Messer“

Und der Haifisch der hat Zähne

Und die trägt er im Gesicht

Und Macheath, der hat ein Messer

Doch das Messer sieht man nicht[25].

5 Ach, es sind des Haifischs Flossen

Rot, wenn dieser Blut vergießt!

Mackie Messer trägt ´nen Handschuh

Drauf man keine Untat liest.

An der Themse grünem Wasser

10 Fallen plötzlich Leute um!

Es ist weder Pest noch Cholera

Doch es heißt: Macheath geht um.

An ´nem schönen blauen Sonntag

Liegt ein toter Mann am Strand

15 Und ein Mensch geht um die Ecke

Den man Mackie Messer nennt.

Und Schmul Meier bleibt verschwunden

Und so mancher reiche Mann

Und sein Geld hat Mackie Messer

20 Dem man nichts beweisen kann.

Jenny Towler ward gefunden

Mit ´nem Messer in der Brust

Und am Kai geht Mackie Messer

Der von allem nichts gewusst.

25 Wo ist Alfons Glite, der Fuhrherr?

Kommt das je ans Sonnenlicht?

Wer es immer wissen könnte

Mackie Messer weiß es nicht.

Und das große Feuer in Soho

30 Sieben Kinder und ein Greis

In der Menge Mackie Messer, den

Man nichts fragt und der nichts weiß.

Und die minderjährige Witwe

Deren Namen jeder weiß

35 Wachet auf und ward geschändet -

Mackie, welches war dein Preis?

3.4 Die Einleitung der Moritat in der Dreigroschenoper

„Die Moritat von Mackie Messer“ entspricht vom Aufbau her der oben genannten Definition und wird im Stück auch so vorgetragen. Allerdings geht ihr in der DGO eine bereits erwähnte Einleitung voran. Darin wird das erste Bühnenbild beschrieben und der Zuschauer in die Szenerie eingeführt. Diese Beschreibung möchte ich hier verkürzt darstellen, um zu zeigen, dass die in der Moritat beschriebenen Figuren auch mit einer realen Person verbunden werden können, d.h. der Zuschauer nicht ganz ahnungslos ist. Man erkennt zu Beginn der DGO einen Jahrmarkt und einen Moritatensänger Der stimmt den Bänkelsang an und erzählt so dem Publikum von Mackie Messer und dessen Taten. So entsteht ein Bild dieser Person, die noch während der Moritat kurz dem Publikum auf der Bühne begegnet und dann wieder verschwindet.

Dieser erste Eindruck ist für den Zuschauer insofern wichtig, weil er bereits ein grobes Bild des Macheath vor Augen hat. Ich möchte diese Begebenheit dazu nutzen, die Figur des Mackie Messer vorher zu beschreiben, um auch beim bloßen Lesen der Moritat ein Bild von ihm entwickeln zu können.

Er erscheint fast unbemerkt während der Moritat in einer Gruppe von Huren und genießt deren Begleitung. Gegen Ende tritt die besungene Figur leibhaftig aus der Menge der Huren heraus und verschwindet während der Frage nach dem Preise der Schändung (Die Moritat in Punkt 3.3: Zeile 35f.) wieder in der Menge. Eine der Huren ruf ihm noch hinter her: „Das war Mackie Messer“.[26] Er ist keineswegs wie ein, in den Vorstellungen der Leute, gewöhnlicher Verbrecher gekleidet, also in eher dunklen, abgenutzten Kleidern, sondern er wird als Gentleman in Rock, Lackschuhen, Gamschen und weißen Glacéhandschuhen dargestellt.[27] Bei der Darstellung auf der Bühne folgen die heutigen Produktionen eben dem Kostüm, von dem bei den Proben zur Uraufführung 1928 die Rede war. Damals hatte Harald Paulsen den Macheath eben so dargestellt.[28] Daran erinnert diese Darstellung des Mackie Messer und dies bildet auch den Punkt, an den ich bei der Interpretation der Moritat anknüpfen möchte.

3.5 Inhalt und äußerer Aufbau

Um eine aussagekräftige und feste Analyse der Moritat aufzustellen, ist es unabdingbar, zuerst ihren Inhalt näher zu erläutern. Deshalb möchte ich diesen, verteilt auf die neun Strophen des Werks, kurz darstellen.[29]

In der 1. Strophe wird von einem Haifisch erzählt, der seine Zähne offen im Gesicht trägt. Gleichzeitig erscheint auch Macheath, genannt Mackie Messer, der ebenfalls eine Waffe, ein Messer, allerdings nicht sichtbar, bei sich trägt. Die 2. Strophe erläutert dem Publikum, dass der Haifisch vom Blut seiner Beute verschmiert wird, wodurch erkennbar ist, dass er getötet hat. Mackie Messer hingegen kann man nichts beweisen, weil er bei der Durchführung seiner Taten Handschuhe trägt. Die folgenden sieben Strophen der Moritat erzählen nun von diesen verschiedensten Verbrechen und Ereignissen. Verbunden sind alle durch die Angabe des Moritatensängers, dass wohl Mackie Messer diese Taten begangen hat und dass dies auch allgemein bekannt ist. Allerdings konnte er bei keiner Tat überführen werden und so bleibt er aus Mangel an Beweisen, ein freier Mann. Die Liste der Verbrechen, die ihm angelastet werden, ist lang und umfangreich. Sie reicht von Mord, (6. Strophe), über die Entführung verschiedener Menschen (5. und 7. Strophe) und Brandstiftung mit Todesfolge (8. Strophe) bis hin zur Vergewaltigung einer Minderjährigen. Ungewöhnlich allerdings ist die Information, dass bei Bekanntwerden der einzelnen Taten Mackie Messer immer in der Nähe ist. Der Verdacht fällt dann sofort auf ihn, weil aber die Beweise fehlen, kann er unbeschadet in der Menge untertauchen. Die Klärung seiner Schuld bleibt offen, ebenso wie die Moritat über seine Person. Diese endet mit der Frage nach dem Preis für die Schändung eines minderjährigen Mädchens (Zeile 36) und leitet dadurch über, auf den Versuch ihrer Deutung.

Äußerer Aufbau und Wortwahl sind dem Typus der Moritat entsprechend. So sichert die Wahl einfacher und sich teilweise wiederholender Worte, zusätzlich zur Kürze der Strophen, den Vortrag als Moritat. Beim Sprechen oder Singen kommt der bekannte, leiernde Stil zur Geltung. Die Einfachheit und Kürze der Worte und der einfache aber genaue Schreibstil formen die präzise Beschreibung der Verbrechen und der unmöglichen Anklage von Mackie Messer zu einer Bildfolge, die es dem Leser möglich macht, sich die Moritat als „Bilder-Geschichte“ innerlich vorzustellen. Ergänzt wird dies im Stück durch die im Hintergrund agierenden Schauspieler. Dadurch sind der Moritatensänger und sein Zeigen auf mitgebrachte Bilder nicht nötig, der einfache Vortrag genügt. Brecht durchbricht hier einige der Regeln, die eine Moritat ausmachen, daher bleibt sie unvollständig. Diese verwendete Methode hat aber auch ihre Vorzüge:

[...]


[1] Vgl.: Hecht, Werner: Brecht Chronik. 1898-1956. Frankfurt/ Main: Suhrkamp, 1997. S. 251.

[2] Vgl.: Ebd.

[3] Vgl.: Hecht, Werner/ Knopf, Jan u. andere (Hrsg.). Bertolt Brecht Gedichte 1. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. 30 in 32 Bänden und 1 Registerband. Bearbeitet von Jan und Gabriele Knopf. Berlin und Frankfurt/ Main: Aufbau Verlag und Suhrkamp, 1988. Band 11. S. 133ff.

[4] Ebd.

[5] Im weiteren Verlauf der Arbeit wird die Dreigroschenoper auch als „DGO“ abgekürzt.

[6] Vgl.: Hecht, Werner (Hrsg.): Brechts Dreigroschenoper. Materialien. Frankfurt/ Main: Suhrkamp, 1965. S. 298.

[7] Vgl.: Knopf, Jan. Brecht Handbuch. Theater. Stuttgart: Metzler, 1980. S. 63f.

[8] Vgl.: Ebd.

[9] Vgl.: Ebd. S. 65f.

[10] Vgl.: Ebd. S. 66f.

[11] Vgl.: Csampai, Attila und Holland, Dietmar (Hrsg.): Bertolt Brecht/ Kurt Weill: Die Dreigroschenoper. Igor Strawinski: The Rake´s Progress. Texte, Materialien, Kommentare. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch, 1987. S. 9.

[12] Vgl.: Benjamin, Walter: Was ist episches Theater? In: Interpretationen zu Bertolt Brecht. Herausgeben von Theo Buck. 2. Auflage Stuttgart: Ernst Klett, 1983. (=Literaturwissenschaft Gesellschaftswissenschaft Interpretationen. Band 41). S. 9f.

[13] Vgl.: Ebd. S. 18ff.

[14] Vgl.: Schweikle, Günther und Irmgard (Hrsg.). Metzler Literaturlexikon. Begriffe und Definitionen. 2, überarbeitete Auflage. Stuttgart: Metzler, 1990. S. 131f.

[15] Vgl.: Jens, Walter (Hrsg.): Kindlers neues Literatur Lexikon. In 23 Bänden. Einschließlich Supplementsbände 21, 22 und 23. Hamburg: Kindler, 1996. CD-Rom. München: Net World Vision GmbH, 2000.

[16] Vgl.: Metzler Literaturlexikon. Stuttgart: Metzler, 1990. S. 38f.

[17] Vgl.: Kohlschmidt, Werner und Mohr, Wolfgang. Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Erster Band A-K. 2. Auflage. Berlin: De Gryter, 1958. S. 124.

[18] Vgl.: Metzler Literaturlexikon. Stuttgart, 1990. S. 39.

[19] Vgl.: Punkt 5. Die gesungene Moritat.

[20] Ernst Joseph Aufricht war Produzent der Dreigroschenoper und Besitzer des Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin.

[21] Vgl.: Hecht, Werner/ Knopf, Jan (Hrsg.). Berthold Brecht Stücke 2. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Band 2. S. 428.

[22] Ebd.

[23] Vgl.: Hecht, Werner/ Knopf, Jan (Hrsg.). Berthold Brecht Gedichte 1. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Band 16. S. 341.

[24] Vgl. Ebd.

[25] Vgl.: Hecht, Werner/ Knopf, Jan u. andere (Hrsg.). Bertolt Brecht Gedichte 1. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Band 11. S. 133ff.

[26] Vgl.: Csampai, Attila und Holland, Dietmar (Hrsg.): Bertolt Brecht/ Kurt Weill: Die Dreigroschenoper. S. 24.

[27] Vgl.: Kocks, Klaus: Brechts literarische Evolution. Untersuchungen zum ästhetisch-ideologischen Bruch in den Dreigroschen-Bearbeitungen. Wilhelm Fink: München, 1981. S. 95f.

[28] Vgl.: Punkt. 3.2. Die Entstehung der Moritat von Mackie Messer.

[29] Alle nun folgenden Zeilenangaben beziehen sich auf „Die Moritat von Mackie Messer“ auf Seite 8, Punkt 3.3.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Bertolt Brecht "Und der Haifisch der hat Zähne..."
Untertitel
Eine Analyse der „Moritat von Mackie Messer“ in der Fassung vom August 1928
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Literaturwissenschaft. Abteilung für Neuere Deutsche Literatur)
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
44
Katalognummer
V111723
ISBN (eBook)
9783640158164
ISBN (Buch)
9783640160273
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bertolt, Brecht, Haifisch, Zähne, Episches Theater, Moritat, Mackie Messer, Drei Groschen Oper, Dreigroschenoper, Bänkelsank
Arbeit zitieren
Florian Huber (Autor), 2005, Bertolt Brecht "Und der Haifisch der hat Zähne...", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111723

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