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Öffentlichkeit im Internet

Title: Öffentlichkeit im Internet

Seminar Paper , 2002 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Claudia Hill (Author)

Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
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Der Begriff der Öffentlichen Meinung wurde vor allem durch Elisabeth Noelle-Neumann geprägt. Der Analyse des Internet soll die Öffentlichkeit als soziale Kontrolle nach Elisabeth Noelle-Neumann zugrunde gelegt werden. Dabei werden diverse Merkmale herausgearbeitet, an hand derer später überprüft werden soll, ob man sie auf das Internet übertragen kann. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob es sich bei dem Internet um ein Massenmedium handelt oder nicht, da nach Noelle-Neumann die öffentliche Meinung durch die Massenmedien stark geprägt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff der Öffentlichkeit

2.1 Die manifeste Funktion öffentlicher Meinung: rationale Meinungsbildung

2.2 Die latente Funktion öffentlicher Meinung: soziale Kontrolle

3 Internet - ein Massenmedium?

3.1 Formate

a) E-Mail (Electronic Mail)

b) Newsgroups

c) IRC (Internet Relay Chat)

d) MUDs (Multi User Dungeons)

e) WWW (World Wide Web)

3.2 Weitere Eigenschaften von Online-Kommunikation

a) Kommunikationsform

b) Zielgruppenorientierung

c) Interaktivität

d) Produktionskosten

e) Reichweite

f) Offenheit

3.3 Zwischenfazit:

4 Ist soziale Kontrolle im Internet möglich?

4.1 Normen im Internet, auch Netiquetten genannt

4.2 Sanktionsmöglichkeiten

4.2.1 Belohnungen

4.2.2 Strafen

a) technische Sanktionen

b) soziale Sanktionen

4.3 Zwischenfazit

5 Besteht im Netz Isolationsgefahr?

5.1 Mögliche Faktoren der Verringerung von Isolationsflucht

5.1.1 Anonymität

5.1.2 Enthemmung

5.1.3 Kontrolle über die Selbstdarstellung

5.1.4 Körperliche Abwesenheit von Öffentlichkeit

5.1.5 Homogenität in virtuellen Gruppen

5.2 Mögliche Faktoren der Verstärkung von Isolationsflucht

5.2.1 Ungewisse Öffentlickeit

5.2.2 Die Datenspur

5.2.3 Angst vor Kontrollverlust über kommunizierte Daten

5.2.4 Neue technische Anforderungen

5.3 Zwischenfazit

6 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Konzept der öffentlichen Meinung, insbesondere nach Elisabeth Noelle-Neumann, auf das Internet übertragen werden kann. Dabei wird analysiert, ob das Internet als Massenmedium fungiert, inwieweit soziale Kontrolle online möglich ist und ob Nutzer im Netz einer Isolationsfurcht unterliegen.

  • Charakterisierung des Internets als Massenmedium durch Analyse technischer und kommunikativer Merkmale.
  • Anwendung soziologischer Begriffe wie „Öffentlichkeit“ und „soziale Kontrolle“ auf die Online-Kommunikation.
  • Untersuchung von Normen, Netiquetten und Sanktionsmechanismen in verschiedenen Internetdiensten.
  • Diskussion psychologischer Faktoren wie Anonymität, Enthemmung und Homogenität in virtuellen Gruppen.
  • Einschätzung der Isolationsfurcht im Internet im Vergleich zur analogen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Strafen

In der virtuellen Welt gibt es Sanktionsmöglichkeiten, die bei Normverstoß greifen können. Heinz unterteilt die Sanktionsmöglichkeiten in zwei Gruppen. Sie bezieht sich hierbei auf virtuelle Gruppen:

a) technische Sanktionen

Diese Art von Sanktion basiert auf der Möglichkeit des Administrators, durch die entsprechende Software den Normabweichler zu strafen, z. B. durch Beschränkungen, die ihm in der Nutzung auferlegt werden, oder durch Ausschluss aus der Gruppe. Diese Sanktionsform ist dem diskursiven Prozess entzogen und besteht nicht für den „basic user“.

b) soziale Sanktionen

Diese Sanktionen entstehen im offenen Meinungsprozess, die Möglichkeit hierzu haben alle User. Beispiele sind öffentliche Brandmarkung oder Aufforderung zur Kenntlichmachung des abweichenden Nutzers, aber auch „Flaming“. Ein anderes Beispiel für Sanktionen sind E-Mail-Bomben.

Bestrafung durch eine virtuelle Gemeinschaft wie z. B. Chatchannels oder MUDs kann dabei auf Niveau vorindustrieller Bestrafungsrituale ablaufen, also in einer Art, wie es in der realen Welt zumindest in Westeuropa nicht mehr geschehen würde. So können Normabweichler an den Pranger gestellt werden. In MUDs kann dies z. B. so ablaufen, dass der Teilnehmer durch den Systemadministrator (an dieser Stelle ist es eine technische Sanktion) zur „Kröte“ gemacht wird, was bedeutet, dass sein Name und die virtuelle Erscheinung in etwas Abstoßendes, z. B. eine Kröte, verwandelt wird und an einen belebten Ort in der MUD-Umgebung verfrachtet wird, wo ihn alle anderen Teilnehmer verspotten und bestrafen können (hier greift die soziale Sanktion). Die Bestrafung gleicht also einem Pranger, wie er u.a. im späten Mittelalter in Frankreich angewandt wurde (vgl. Reid-Steere, 2001, 278f).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die wissenschaftliche Fragestellung ein, ob das Internet als Massenmedium betrachtet werden kann und wie sich das Konzept der Öffentlichkeit im Netz verhält.

2 Der Begriff der Öffentlichkeit: Dieses Kapitel erläutert verschiedene theoretische Perspektiven auf den Begriff der Öffentlichkeit und stellt Noelle-Neumanns Konzept der sozialen Kontrolle vor.

3 Internet - ein Massenmedium?: Es erfolgt eine Analyse verschiedener Internetdienste und deren Eigenschaften, um zu klären, inwieweit das Internet der Definition eines Massenmediums entspricht.

4 Ist soziale Kontrolle im Internet möglich?: In diesem Teil werden Netiquetten und Sanktionsmöglichkeiten als Mechanismen sozialer Kontrolle im digitalen Raum untersucht.

5 Besteht im Netz Isolationsgefahr?: Das Kapitel diskutiert Variablen, die Isolationsfurcht im Internet entweder verringern oder verstärken können.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Internet zwar soziale Kontrolle ermöglicht, diese jedoch durch Anonymität abgeschwächt wirkt.

Schlüsselwörter

Internet, Massenmedium, Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Kontrolle, Isolationsfurcht, Netiquette, Sanktionen, virtuelle Gruppen, Kommunikation, Online-Kommunikation, Medienwirkung, Anonymität, digitale Gesellschaft, Meinungsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die theoretischen Konzepte der Öffentlichkeit und sozialen Kontrolle nach Elisabeth Noelle-Neumann auf die Kommunikation im Internet übertragen werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition von Massenmedien, die Struktur der Online-Kommunikation, die Entstehung von Verhaltensnormen (Netiquetten) und die Auswirkungen von Sanktionen sowie Anonymität auf das Nutzerverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu beurteilen, ob die Konstitution einer öffentlichen Meinung im Internet möglich ist und ob Nutzer im digitalen Raum ähnliche soziale Zwänge wie Isolationsfurcht erleben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die soziologische und kommunikationswissenschaftliche Ansätze mit dem aktuellen Stand der Internet-Forschung (zum Zeitpunkt des Verfassens) verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Internetformate, vergleicht sie mit Massenmedien, untersucht die Wirksamkeit von Online-Sanktionen und diskutiert Einflussfaktoren auf die Isolationsfurcht, wie Enthemmung und Datenspuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie soziale Kontrolle, Internet als Massenmedium, Isolationsfurcht und Online-Kommunikation charakterisieren.

Inwiefern unterscheiden sich technische und soziale Sanktionen im Netz?

Technische Sanktionen werden von Administratoren durch Software (z.B. Kick oder Sperre) ausgeführt, während soziale Sanktionen (z.B. Flaming oder Ächtung) aus dem diskursiven Verhalten der anderen Nutzer entstehen.

Welche Rolle spielt die Anonymität bei der sozialen Kontrolle?

Anonymität wirkt meist schwächend auf soziale Kontrolle, da die reale Person hinter dem Nutzer schwerer zu identifizieren ist und Nutzer leichter in andere Gruppen ausweichen können.

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Details

Title
Öffentlichkeit im Internet
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Publizistik)
Course
Seminar
Grade
1,3
Author
Claudia Hill (Author)
Publication Year
2002
Pages
28
Catalog Number
V11174
ISBN (eBook)
9783638174053
Language
German
Tags
Internet Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Hill (Author), 2002, Öffentlichkeit im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11174
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